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Rezensionen verfasst von
Stefan Servos "Cirdan" (Stadt Blankenberg)

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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schuld und Sühne, 7. April 2016
Vorsicht, kann Spuren von Spoilern enthalten. Was Zack Snyder mit Batman v Superman auf die Leinwand gezaubert hat ist meines Erachtens nicht mehr oder weniger als ein kleines Prachtstück! Zack Snyder inszenierte den großen Kampf zwischen Mensch und Gott als Mischung aus griechischer Tragödie und Passion Jesu Christi. Das ist auch nicht unbedingt tiefgehend, aber voller aufrechtem Pathos und zugleich die älteste aller Mythologien: Die Verantwortung der Götter für die Sünden der Menschen. Die Allegorie ist dabei manchmal subtil, meistens aber kaum zu übersehen, wenn einige Kameraeinstellung eindeutige Reminiszenzen an berühmte Gemälden oder Statuen von Michelangelo sind. Überhaupt drängen sich die Jesus-Parallelen auf. Alle 14 Stationen des Leidensweges Jesu werden Punkt für Punkt abgearbeitet, von dem Gerichtsprozess vor den römischen Hohepriestern, über der Begegnung mit seiner Ziehmutter, den weinenden Frauen, seiner Hinrichtung und dem zu Grabe tragen. Sogar die Heilige Lanze aus der Passionsgeschichte spielt eine entscheidendeRolle. Der Film hinterfragt den gesamten Heldenmythos und bildet damit eine angenehme Abwechslung zu den Marvel-Filme, die nur noch aus Kompromissen an den Mainstream zu bestehen scheinen und zunehmend oberflächlicher werden, was sie durch Comic-Relief auszugleichen versuchen. Batman v Superman ist wesentlich erwachsener, fordert den Zuschauer heraus und entwickelt sich im Verlauf zu einer tragisch-düsteren Oper. Überhaupt brilliert der Film durch den hohen Gehalt an moralischen Fragen und einer inhaltlicher Substanz, von der die meisten Marvel-Pendants nur träumen können. Dabei ist der eigentliche Plot raffiniert verwoben mit dem oberflächlichen Plot, denn natürlich geht es nicht wirklich um den Kampf von Gut gegen Böse, sondern darum, was einen Helden ausmacht und der daraus folgenden Erkenntnis, dass es keine Helden gibt. Ein Thema, mit dem Snyder sich schon bei Watchmen (vor allem mit Dr. Manhatten) eingehend beschäftigt hat. Daher ist die Besetzung von Bruce Waynes Vater mit Jeffrey Dean Morgan (Comedian aus Watchmen) durchaus als Augenzwinkern zu verstehen. Die Drehbuchautoren erlauben sich das Gedankenspiel, wie die Menschheit tatsächlich auf das Auftauchen von Göttern reagieren würde und welche moralischen Verpflichtungen Macht mit sich bringt. Auf der einen Seite Bruce Wayne, auf der ewigen Suche nach Katharsis nach dem Tod seiner Eltern, auf der anderen Seite Superman, der für die Sünden der Menschen ans Kreuz genagelt wird. In der Umsetzung wird dies durch das wunderbare Ensemble getragen. Wider aller Schmähung füllt Ben Affleck den Anzug des alternden Dark Knight perfekt aus. Und auch Henry Cavill als Erlöserfigur spielt stärker als je zuvor, wobei er starke Unterstützung durch Amy Adams als wunderbare Maria Magdalena erfährt. Über Jesse Eisenberg als wahnsinniger Lex Luthor (mit leichtem Overacting) lässt sich streiten, ich jedenfalls hatte große Freude an seinem Spiel. Und auch Gal Gadot ist als Diana Prince einfach nur hinreißend, wirkt nur im späteren Amazonen-Outfit leider etwas zu kostümiert. Dafür hat JUNKIE XL der Figur aber ein prächtiges musikalisches Leitmotiv verpasst. Herausragend auch Senatorin June Finch (großartig: Holly Hunter) in der Rolle des Pontius Pilatus, die Superman gegen ihren eigenen Willen zum Tode verurteilen muss.
Zack Snyder versteht es Emotionen, Gewalt, Details mit einer fast erotischen Ästhetik auf die Leinwand zu bringen. Zugegeben, Batman v Superman ist nicht perfekt und hat durchaus auch die eine oder andere Schwäche, beispielsweise Plotholes, die sich einfach aus der Konstellation eines Kampfes zwischen Batman und Superman ergeben, aber das ist ohne Zweifel der beste aller Superman-Filme. Es ist auch nicht Zack Snyders stärkster Film (das ist für mich Watchmen DC), aber er kann auf jeden Fall in der Top-Liga der Comic-Verfilmungen mitspielen.


Ornamin Tischset Antirutsch (grün), Funktionsgeschirr
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2.0 von 5 Sternen Ränder blättern schon nach wenigen Tagen ab, 29. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Unterlage hat nicht überzeugt, wir haben sie ganz normal gespült und abgewischt.. trotzdem blättert die Farbe am Rand schon ab


Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere
Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere
DVD
Preis: EUR 7,99

31 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein melancholisches Ende mit Krawumm, 16. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schon der Anfang ist imposant. DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE ist der erste der sechs Mittelerde-Filme, der nicht mit einem Flashback-Prolog beginnt, sondern direkt in die Handlung einsteigt, dort wo SMAUGS EINÖDE abrupt endete. Smaugs Angriff auf Esgaroth bildet sozusagen das Intro des Films und lässt den Zuschauer durchweg mit runtergeklapptem Kiefer zurück. Die Gewalt, mit der der Drache über Seestadt hinwegfegt, ist äußerst drastisch und erinnert von der Inszenierung ein wenig an Filme über die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg, wenn die Menschen ängstlich zum Himmel blicken, in der Ferne zunächst nur die knatternden Motoren zu hören sind (in diesem Fall ein tiefes Grollen) und dann plötzlich ein Feuersturm entbrennt. Benedict Cumberbatch darf noch einmal alles geben und lässt Godzilla wie eine harmlose Echse erscheinen. Insgesamt scheint sich Peter Jackson bei der Inszenierung des Finales von diversen Kriegsfilmen inspiriert haben zu lassen, was durchaus auch passend ist, wenn man bedenkt, dass auch J.R.R. Tolkien bei den Kriegsschilderungen seine eigenen Erfahrungen aus der Schlacht an der Somme im Ersten Weltkrieg mit hat einfließen lassen.

Nach der Zerstörung der Stadt sammeln sich die Flüchtlinge am Ufer des langen Sees und ein neuer Anführer muss her. Interessanterweise entwickelt sich Alfrid, der Berater des Bürgermeisters, in der kommenden Handlung zu einer wichtigen Nebenfigur, deren Schicksal immer wieder thematisiert wird und der von Ryan Gage so überzeugend verkörpert wird, dass man schnell vergisst, dass es die Figur in der Romanvorlage so direkt ja nicht gegeben hat.

Aber bevor die namensgebende Schlacht der Fünf Heere nun endlich entfesselt werden kann, muss noch ein anderes Kapitel abgeschlossen werden. Dol Guldur. Dort kommt es nämlich zu einer epischen Begegnung zwischen Sauron samt Schergen (sprich: Nazgûl) und dem Weißen Rat, verkörpert durch Galadriel, Elrond, Saruman und Radagast. Und endlich wird klar, warum Peter Jackson den Angriff auf Dol Guldur nicht auch als Schlacht mit Elbenkriegern und Orks inszeniert hat. Dieser Kampf spielt sich nämlich auf einem ganz anderen Level ab. Er scheint den alten Sagen entsprungen und es werden gottgleiche Mächte entfesselt. Hier treten Maiar, Istari und die mächtigsten aller Elbenfürsten gegeneinander an, und man bekommt eine kurze Ahnung davon, wie eine Verfilmung des Silmarillion aussehen könnte. Christopher Lee zeigt sich übrigens für sein Alter von 92 Jahren noch äußerst agil. Na gut, auch wenn da vermutlich etwas getrickst wurde, ist es schön zu sehen, dass er noch einmal einen richtig großen Auftritt bekommen hat.

Sobald die beiden Kapitel mit Smaug und Dol Guldur abgeschlossen sind, widmet sich Peter Jackson ganz und gar der Inszenierung der Schlacht der Fünf Heere. Und damit diese nicht nur in ein hohles Säbelrasseln und Blechgeschepper aus dem Computer ausartet, knüpft er den Verlauf der Ereignisse ganz eng an die Charaktere, allen voran Bilbo Beutlin, aber vor allem Thorin Eichenschild. Von nun an beherrscht der König unter dem Berg den Film. Richard Armitage spielt den dem Gold verfallenen Zwergenkönig mit einer solchen Wucht, dass es einen fast aus dem Kinosessel haut. Endlich wird klar, warum Peter Jackson bei ihm und einigen anderen Zwergen auf aufwändige Prosthetics im Gesicht verzichtet hat. Armitage bietet eine schauspielerische Palette, dass es einem vor emotionaler Achterbahnfahrt fast das Herz zerreißt. Und Martin Freeman spielt sich dazu im Gegensatz mit einer naiven Genialität durch die ihn umgebende Gier, Wahnsinn, Verzweiflung und Krieg, dass man ihn am liebsten einfach in den Arm nehmen und knuddeln möchte.

Und die Schlacht selbst? Nachdem in den ersten beiden Filmen noch der eine oder andere CGI-Effekt immer mal wieder zum Störfaktor wurde, scheint Weta Digital nun zehnfache Ressourcen für das Finale aufgefahren zu haben. Selten war der Aufmarsch einer Ork-Armee so bedrohlich wie in DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE. Der Kampf mit all seinen verschiedenen Scharmützeln ist nicht weniger überzeugend inszeniert als beispielsweise in DER SOLDAT JAMES RYAN oder auch BRAVEHEART, wenn auch wegen der Altersfreigabe weniger explizit. Dabei scheint es Peter Jackson und seinem Team nie an Kreativität zu fehlen, beeindruckend ist beispielsweise, wie Zwerge und Elben in perfekter Koordination, aber jeweils ihrem Volk entsprechend, mit nie gesehen Manövern aufwarten. Außerdem hat Weta Workshop tief in die Kreaturenkiste gegriffen und selbst die legendären Werwürmer aus den östlichen Wüsten, die nur kurz im ersten Kapitel des Romans erwähnt werden, bekommen einen so eindrucksvollen Auftritt, dass selbst Zwergenkönig Dain anmerkt: 'Das ist doch jetzt nicht wahr, oder?'

Aber nicht durch die Kreaturen, sondern vor allem durch die einzelnen Charaktere und die vielen einfachen Bewohner aus Seestadt bekommt der Schrecken des Krieges ein Gesicht. Und schon bald wird klar: Hier sterben Menschen! Wie die Schlacht sich schließlich Schritt für Schritt entwickelt, scheint von Peter Jackson an der Games-Workshop-Tabletop-Platte entwickelt, denn immer wieder erfreut er uns mit anschaulichen Luftansichten und nachvollziehbaren Manövern und Bewegungen, sodass man als Zuschauer im Getöse nie unterzugehen droht, sondern immer einigermaßen den Überblick darüber hat, was gerade geschieht. Den Überblick zu behalten ist nämlich ansonsten gar nicht so einfach bei all den verschiedenen Parteien, die in die Schlacht involviert sind. An dieser Stelle muss Zwergenkönig Dain Eisenfuß samt seinem Heer aus den Eisenbergen erwähnt werden, die erstmals auf den Plan treten und uns an diversen zwergischen Kampfmanövern teilhaben lassen. Der schottische Kultschauspieler Billy Connolly ist unter der Maske von Dain Eisenfuß zwar kaum zu erkennen, beeindruckt aber durch seine aberwitzigen Beleidigung des elbischen Volkes und in der Originalfassung durch einen urschottischen Dialekt. Dem entgegengestellt spielt auch Lee Pace Waldlandkönig Thranduil herrlich arrogant und herablassend. Was kümmern einen unsterblichen Elben schon Menschen und Zwerge mit ihrer begrenzten Lebensspanne? Dass er am Ende der Handlung schließlich begreift, was Tauriel ihm von Anfang an zu sagen versucht, und von seinem hohen Ross (bzw. Elch-Hirsch) herunterkommt, ist dem Schrecken des Krieges zuzuschreiben, dem selbst der Elbenkönig sich nicht verschließen kann. Auch Bard, als Anführer der Menschen und stetig besorgter Vater, liefert eine ordentliche Leistung ab, ist aber in seiner Rechtschaffenheit und Reinheit schon fast ein bisschen zu langweilig als Charakter - Ein echter, wahrer Held eben.

Die Emotionalität der Geschichte wird neben dem tragischen Verfall Thorins vor allem durch die Beziehung von Tauriel und Kili getragen, und selbst hartnäckigste Gegner dieser Liaison werden bei den dramatischen Ereignissen zumindest einen kleinen Kloß im Hals verspüren. Ohne Tauriel wäre die starke Empathie, welche man mit der Zeit zu Kili entwickelt, wohl nicht möglich gewesen. Einer der absoluten Höhepunkte ist der Kampf zwischen Azog und Thorin auf dem Eissee am Rabenberg, wobei an dieser Stelle nicht mehr verraten werden soll. Doch so schön würde noch nie auf Eisschollen balanciert. Und am Ende des Kampfes wird wohl der eine oder andere sein Taschentuch zücken müssen

Aber es gibt auch ein paar wenige Wermutstropfen: Hautwechsler Beorn ist nur einige Augenblicke im Film zu sehen und am Ende geht es mit den Abschieden einfach etwas zu schnell. Dafür dass Bilbo viele Monate mit den Zwergen (und noch länger mit den Kinozuschauern) gereist ist, verabschiedet er sich zu schnell von der restlichen Truppe. Vielleicht ist er aber auch nur kein Freund langer Abschiede, vielleicht hat sich Peter Jackson auch die Kritik zu Herzen genommen, dass DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS zu viele Endszenen gehabt hätte. Für eingeschworene Fans hätte DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE auf jeden Fall das Ende noch etwas ausführlicher zelebrieren können, wobei hier natürlich alle Hoffnungen auf der Extended Exdition liegen, die ja noch einmal über 30 Minuten länger werden soll.

Erfreulich ' und das sei am Ende noch betont ' ist es übrigens, dass der finale Film trotz der nahezu komplett am Computer entstandenen Schlachtenszenen mit überraschend vielen echten Landschaftsaufnahmen aufwarten kann, ob das Flüchtlingslager am langen See, Gandalfs Ritt über die Ebene oder Fili und Kilis Marsch zum Erebor. Vor allem am Anfang und am Ende des Films gibt es noch einmal eine tiefe Verbeugung vor Neuseeland. Und so verlässt der Zuschauer Mittelerde schließlich mit einem Lächeln und einer Träne im Augenwinkel, wenn in den letzten Szenen der Bogen geschlagen wird zu jenen Ereignissen, mit denen DER HERR DER RINGE beginnt.

Fazit

DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE schafft es im Gegensatz zu den anderen beiden Teilen der HOBBIT-Trilogie vollständig als eigenständiges Epos im tolkienschen Universum zu bestehen und mehr als die anderen Teile den Geist von Tolkiens Werk einzufangen (soweit dies in Peter Jacksons Interpretation möglich ist). Endlich braucht es keine Anleihen mehr an DER HERR DER RINGE, keine Erinnerungen, dass es sich um ein Prequel handelt, platte Anspielungen wie Eins-zu-Eins-Kopien von Szenen oder gar Slapstick-Einlagen. DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE schafft, worauf viele Fans lange gewartet haben: Er spielt auf Augenhöhe mit DER HERR DER RINGE Trilogie. Und so schließt der finale Film den Kreis und rundet das Gesamtwerk ab. Ein würdiger Abschluss und ein bittersüßer Abschied aus Peter Jacksons visionärer Umsetzung von J.R.R. Tolkiens Mittelerde.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 26, 2015 6:47 PM CET


Das erstaunliche Leben des Walter Mitty [Blu-ray]
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DVD ~ Ben Stiller
Preis: EUR 8,79

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als hätte die Marketing-Abteilung von Facebook einen langen Werbetrailer für Island gedreht, 1. März 2015
Eine gut gemeinte Parabel auf das Träumen, die sich aber in Selbstverliebtheit und allglatten Werbebildern verstrickt. Herausgekommen ist ein Film, der aussieht, als hätte die Marketing-Abteilung von Facebook einen langen Werbetrailer für Island gedreht, sponsored by Jack Wolfskin. Achja, Island, das ist übrigens die einzige Stärke dieses Streifens, denn die Landschaftsaufnahmen sind unbestritten toll anzuschauen. Um so trauriger ist es, dass sie durch die Geschichte regelrecht banalisiert werden und zu Hochglanz-Klischees verkommen. Mal ganz abgesehen davon, dass der Film selbst für Laien ab den ersten Minuten komplett vorhersehbar ist, hat er nicht mal eine tiefergehende Botschaft, sondern phrasiert nur hohl "Lebe deine Träume". Ein Film, der einfach nur sanft und harmlos einlullen soll, niemandem weh tun will und möglichst gefallen. Kein Wunder, dass er an moderne Werbespots erinnert, wie jede beliebige Autowerbung. Leider gelingt es dem Film dadurch auch nicht eine Verbindung zum Zuschauer herzustellen oder irgendwie zu berühren. Was mich ärgert ist ja im Prinzip, dass der Film genau das Gegenteil von dem ist, was er eigentlich predigen möchte. Er ist harmlos, langweilig und lehnt sich möglichst nicht aus dem Fenster *gähn* Wenn dann schließlich der Abspann läuft, überlegt man sich höchstens, mal wieder nach Island zu reisen. "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" ist anders als der Titel es verspricht wenig erstaunlich und entpuppt sich am Ende einfach nur als hohle Werbephrase für die Generation Starbucks-Apple-Anhänger.


Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (+ Blu-ray 3D) [Blu-ray]
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DVD ~ Johnny Depp
Preis: EUR 15,03

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsames Action-Abenteuer mit Mantel-und-Degen-Einlagen, 26. Januar 2015
Der vierte Teil der Saga bietet solides Mantel-und-Degen-Kino mit allem was dazu gehört, vom Schwingen am Kronleuchter, über eine Kutschen-Verfolgungsjagd bis hin zum Fässerrollen. PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN ist die Captain Jack Sparrow Solo-Show! Aber nicht nur das wird vielen Fans gefallen, auch stilistisch geht es “back to the roots”. Wenn man den vierten Teil überhaupt mit einem der drei anderen Teile vergleichen kann, dann am ehesten mit dem ersten.

Die Handlung beginnt damit, dass spanische Fischer einen alten Mann aus dem Meer ziehen, der die legendäre Quelle der ewigen Jugend entdeckt hat. Der Fall wird vor den spanischen König gebracht, der seine Flotte sofort mit der Suche beginnen lässt. Währenddessen bekommt Jack in London eine Audienz bei dem britischen König George II., der ihn darum bittet, ihm bei der Suche nach der Quelle zu helfen, er würde ihm dafür ein Schiff und eine Besatzung stellen. Als Jack erfährt, dass Barbossa diese Expedition anführen soll, flieht er aus dem Palast versteckt sich schließlich in einer Taverne im Hafenviertel. Dort trifft er auf seine ehemalige Geliebte Angelica, die ihn überlistet und ihn auf die Queen Anne's Revenge entführt, dem Schiff des berüchtigten Piraten Blackbeard. Wie sich heraus stellt, ist der ebenfalls auf der Suche nach der Quelle der ewigen Jugend und Angelica ist seine Tochter. An Bord der Revenge befinden sich außer der Crew und der gefangene Missionar Philip. Währenddessen wird Jacks alter Kumpane Gibbs, der ebenfalls den Ort der Quelle kennt, von der britischen Flotte in Dienst genommen. Nun beginnt ein Wettrennen zwischen den spanischen Seefahrern, der britischen Flotte und Blackbeard. Alle wollen als erste die Quelle der ewigen Jugend finden.

Es gibt viele neue Charaktere, wie beispielsweise Blackbeard, genial verkörpert vom britischen Schauspieler Ian McShane (DEADWOOD) und die feurige Angelica, perfekt besetzt mit Penélope Cruz. Ebenfalls neu im Boot sind Missionar Philip, der vom Nachwuchsschauspieler Sam Claflin gespielt wird und seine große Liebe die Meerjungfrau Syrena, gespielt von der wunderschönen Astrid Bergès-Frisbey. Offensichtlich sollen die beiden als Ersatz für Will und Liz herhalten, die diesmal nicht mit von der Partie sind. Das gelingt aber leider nur mäßig und die beiden sind nur ein blasses Abbild von Orlando Bloom und Keira Knightley. Zum Glück ist Jack Sparrow ganz der Alte: Seine Sprüche sind cool wie immer und es macht richtig Spaß ihm zuzusehen. Highlight des Films ist sicherlich der Auftritt der Meerjungfrauen, die zum Verlieben und Fürchten zugleich sind, hier möchte ich aber nicht zu viel verraten.

Auch wenn der vierte Teil nicht immer mit den ersten drei Teilen mithalten kann, so bietet er doch beeindruckendes, mitreißendes Abenteuer-Kino mit einem grandiosen Johnny Depp in der Hauptrolle, vielen spannenden Szenen und vor allem jeder Menge Spaß! Auf jeden Fall war das alte FLUCH DER KARIBIK Feeling sofort wieder da! Klar soweit?


Stadt der goldenen Schatten, Bände 1-4: (Otherland)
Stadt der goldenen Schatten, Bände 1-4: (Otherland)
von Tad Williams
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Eine der besten SciFi/VR-Geschichten aller Zeiten, 18. Januar 2015
Ohne Zweifel erzählt Tad Williams hier eine der besten Geschichten über die virtuelle Realität in einer nahen Zukunft, die je erzählt wurde (bzw. die ich gelesen habe). Der Autor versteht es zahlreiche interessante Figuren in einem mysteriösen Plot zu verstricken, welcher sich zu einem unglaublichen Abenteuer für die Helden entwickelt und dabei nie langweilig wird, weil sie bei ihrer Reise in immer neue, kreative phantastische Welten der virtuellen Realitäten eindringen und dabei auf die unterschiedlichsten Verbündeten aber auch Antagonisten treffen. Dabei geben sich Drama und atemberaubende Action die Klinke in die Hand, so dass man oft kaum in der Lage ist, das Buch vor Spannung zur Seite zu legen. Zudem unterhält das Werk durch zahlreiche Anspielungen auf die Popkultur und die Literatur (Tolkien, H. G. Wells, Lyman Frank Baum, etc..). Außerdem ist der Autor seiner Zeit voraus, denn wenn man bedenkt, dass er das Buch etwa 1996 geschrieben hat, aber schon Phänomene wie VR-Brillen, Tablets oder MMORPGs wie World of Warcraft beschreibt. Ein SciFi-Epos, das das Zeug zum Klassiker hat und toll geschrieben ist. Empfehlenswert! (Übrigens ist auch das gleichnamige Hörspiel großartig und für alle empfehlenswert, die sich vom Seitenumfang der Bücher abgeschreckt fühlen.)


Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere - Chroniken 5 Kunst und Gestaltung
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere - Chroniken 5 Kunst und Gestaltung
von Susanne Held
  Gebundene Ausgabe

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahrer Prachtband!, 18. Dezember 2014
Wie aufwändig und detailreich die HOBBIT-Verfilmung ist, kann man alleine durch die Tatsache erahnen, dass es zur gesamten Trilogie bis dato fünf prallgefüllte Bildbände gibt, die sich mit Designs und Gestaltung auseinandersetzen. Der fünfte Chroniken Band zur HOBBIT-Trilogie, erschienen bei Klett-Cotta, widmet sich voll und ganz dem Finale der Saga.

Wie auch die Bände zuvor, wird auch die CHRONIKEN 5 vor allem durch die Zeichnungen der beiden brillanten Tolkien-Künster Alan Lee und John Howe bestimmt, welche als Konzeptdesigner den Filmen ihren eigenen Stil verliehen haben. Es beginnt mit Seestadt und der Leser bekommt einen tiefen Einblick in die Entwürfe von Kostümen, Booten, Gebäuden und Requisiten, mit welchen Esgaroth zum Leben erweckt wurde, immer gemischt mit persönlichen Erinnerungen und Anmerkungen der Designer. So erklärt beispielsweise Weta-Designer Paul Tobin, dass er sich beim Entwurf des Bürgermeister-Kostüms von Abbildungen von Heinrich VIII. hat inspirieren lassen. Bereichert werden die Seestadt-Kapitel auch durch Fotos der Modelle mit denen gearbeitet wurde und den unzähligen Details, wie den Zettel an der Wand des Gefängnisses, darunter eine Strichliste, auf der notiert wurde, wie viele Ratten seit Mittsommer im E-Block gefangen wurden.

Es folgen Designs zu Dol Guldur, wo Gandalf in Gefangenschaft sitzt und der weiße Rat gegen Sauron antritt. Besonders schön anzuschauen sind hier die unterschiedlichen Designs für Galadriel, unter anderem in Rüstung und Ornat, aber auch die Entwicklung der finsteren Galadriel, wie sie im Film zu sehen ist. Besonders spannend für Fans sind die Entwürfe für eine Vision Gandalfs, der in einer früheren Filmfassung in Dol Guldur in einen Palantir blickt und sieht, was geschehen wäre, wenn Smaug nicht getötet worden wäre. Das sind zwar ziemlich viele Konjunktive, in der Umsetzung (Smaug führt eine gewaltige Ork-Armee in den Krieg), weiß das Ergebnis aber zu beeindrucken.

Die Kapitel zum Zwergenkönigreich im Erebor sind zwar zum Teil etwas redundant mit vorherigen Chroniken, da wir das Innere des Einsamen Berges mittlerweile zu Genüge gesehen haben. Aber wer sich an zwergischen Designs nicht satt sehen kann, der kommt hier voll auf seine Kosten. Und für alle, denen es am Ende von DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE mit dem Abschied zu schnell ging, gibt es ausführliche Design-Studien zur Beerdigung von Fili, Kili und Thorin.

Für die Entwürfe des zerstörten Thals, vor den Toren des Erebor, ließen sich die Filmemacher interessanterweise stark von tibetanischen und indischen Bergstädten inspirieren. Und die Elbendesigns von Nick Keller und Paul Tobin dürften jedes Rollenspielerherz höher schlagen lassen. Aber auch den Zwerge kommt ausreichend Platz in dem Buch zu Gute. Ob Thorins Gefährten oder die Zwerge aus den Eisenbergen, über unzählige Seiten werden Rüstungen, Waffen, Schmuck, Reittiere und vieles mehr bis ins kleinste Details (Gürtelschnallen und Knöpfe) dargelegt. Auch hier als Schmankerl für die Fans: Ein Entwurf von Dain Eisenfuß als Thorins Nachfolger und König unter dem Berg. Für alle Cosplayer, die sich eine der Zwergenrüstungen von Bofur, Bombur oder Co. nachbauen wollen, gibt es in diesen CHRONIKEN zweifelslos auch genügend Inspirationsquellen.

Dann kommen Uruks, Orks, Goblins und andere Kreaturen (Werwürmer) zur Geltung. Peter Jackson ließ seinen Designern offenbar relativ freie Hand bei ihrer Kreativität, wodurch unzählige Ideen entstanden, von denen es die meisten am Ende nicht in den Film geschafft haben, wie beispielsweise auf Schneegorillas reitende Orks, Riesnratten, Schlangen oder Oger! Den Abschluss bildet ein ausführliches Kapitel über den Rabenberg, mit interessanten Designs zur Rettung des schwer verletztend Thorins durch Beorn in Bärengestalt und die Rückkehr von Bilbo Beutlin ins Auenland.

Mit insgesamt über 1.800 Entwürfen und Skizzen ist den Machern auch mit den fünften Chroniken ein wahrer Prachtband gelungen, der die Fans ähnliche wie die Extended Editions weit über die Filme hinaus nach Mittelerde entführt, mit Entwürfen, die niemals umgesetzt wurden, oder Konzepten von Szenen, die wieder aus dem Film entfernt wurden. Somit ist dieser Band nicht nur als interessantes Making-Of-Buch empfehlenswert, sondern auch als Ausflug in die vernachlässigten Handlungsstränge der Erzählung. Ein Buch, welches der Chroniken-Reihe alle Ehre macht und ähnlich wie die Vorgänger zum Schwelgen und Träumen anregt, aber dem einen oder der anderen durchaus auch Inspiration bieten kann, Mittelerde noch einmal neu zu entdecken.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 1, 2015 6:35 PM CET


Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere [Blu-ray]
Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere [Blu-ray]
DVD ~ Martin Freeman
Preis: EUR 8,97

36 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bittersüßer Abschied mit Wumms, 11. Dezember 2014
Schon der Anfang ist imposant. DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE ist der erste der sechs Mittelerde-Filme, der nicht mit einem Flashback-Prolog beginnt, sondern direkt in die Handlung einsteigt, dort wo SMAUGS EINÖDE abrupt endete. Smaugs Angriff auf Esgaroth bildet sozusagen das Intro des Films und lässt den Zuschauer durchweg mit runtergeklapptem Kiefer zurück. Die Gewalt, mit der der Drache über Seestadt hinwegfegt, ist äußerst drastisch und erinnert von der Inszenierung ein wenig an Filme über die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg, wenn die Menschen ängstlich zum Himmel blicken, in der Ferne zunächst nur die knatternden Motoren zu hören sind (in diesem Fall ein tiefes Grollen) und dann plötzlich ein Feuersturm entbrennt. Benedict Cumberbatch darf noch einmal alles geben und lässt Godzilla wie eine harmlose Echse erscheinen. Insgesamt scheint sich Peter Jackson bei der Inszenierung des Finales von diversen Kriegsfilmen inspiriert haben zu lassen, was durchaus auch passend ist, wenn man bedenkt, dass auch J.R.R. Tolkien bei den Kriegsschilderungen seine eigenen Erfahrungen aus der Schlacht an der Somme im Ersten Weltkrieg mit hat einfließen lassen.
Nach der Zerstörung der Stadt sammeln sich die Flüchtlinge am Ufer des langen Sees und ein neuer Anführer muss her. Interessanterweise entwickelt sich Alfrid, der Berater des Bürgermeisters, in der kommenden Handlung zu einer wichtigen Nebenfigur, deren Schicksal immer wieder thematisiert wird und der von Ryan Gage so überzeugend verkörpert wird, dass man schnell vergisst, dass es die Figur in der Romanvorlage so direkt ja nicht gegeben hat.
Aber bevor die namensgebende Schlacht der Fünf Heere nun endlich entfesselt werden kann, muss noch ein anderes Kapitel abgeschlossen werden. Dol Guldur. Dort kommt es nämlich zu einer epischen Begegnung zwischen Sauron samt Schergen (sprich: Nazgûl) und dem Weißen Rat, verkörpert durch Galadriel, Elrond, Saruman und Radagast. Und endlich wird klar, warum Peter Jackson den Angriff auf Dol Guldur nicht auch als Schlacht mit Elbenkriegern und Orks inszeniert hat. Dieser Kampf spielt sich nämlich auf einem ganz anderen Level ab. Er scheint den alten Sagen entsprungen und es werden gottgleiche Mächte entfesselt. Hier treten Maiar, Istari und die mächtigsten aller Elbenfürsten gegeneinander an, und man bekommt eine kurze Ahnung davon, wie eine Verfilmung des Silmarillion aussehen könnte. Christopher Lee zeigt sich übrigens für sein Alter von 92 Jahren noch äußerst agil. Na gut, auch wenn da vermutlich etwas getrickst wurde, ist es schön zu sehen, dass er noch einmal einen richtig großen Auftritt bekommen hat.
Sobald die beiden Kapitel mit Smaug und Dol Guldur abgeschlossen sind, widmet sich Peter Jackson ganz und gar der Inszenierung der Schlacht der Fünf Heere. Und damit diese nicht nur in ein hohles Säbelrasseln und Blechgeschepper aus dem Computer ausartet, knüpft er den Verlauf der Ereignisse ganz eng an die Charaktere, allen voran Bilbo Beutlin, aber vor allem Thorin Eichenschild. Von nun an beherrscht der König unter dem Berg den Film. Richard Armitage spielt den dem Gold verfallenen Zwergenkönig mit einer solchen Wucht, dass es einen fast aus dem Kinosessel haut. Endlich wird klar, warum Peter Jackson bei ihm und einigen anderen Zwergen auf aufwändige Prosthetics im Gesicht verzichtet hat. Armitage bietet eine schauspielerische Palette, dass es einem vor emotionaler Achterbahnfahrt fast das Herz zerreißt. Und Martin Freeman spielt sich dazu im Gegensatz mit einer naiven Genialität durch die ihn umgebende Gier, Wahnsinn, Verzweiflung und Krieg, dass man ihn am liebsten einfach in den Arm nehmen und knuddeln möchte.
Und die Schlacht selbst? Nachdem in den ersten beiden Filmen noch der eine oder andere CGI-Effekt immer mal wieder zum Störfaktor wurde, scheint Weta Digital nun zehnfache Ressourcen für das Finale aufgefahren zu haben. Selten war der Aufmarsch einer Ork-Armee so bedrohlich wie in DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE. Der Kampf mit all seinen verschiedenen Scharmützeln ist nicht weniger überzeugend inszeniert als beispielsweise in DER SOLDAT JAMES RYAN oder auch BRAVEHEART, wenn auch wegen der Altersfreigabe weniger explizit. Dabei scheint es Peter Jackson und seinem Team nie an Kreativität zu fehlen, beeindruckend ist beispielsweise, wie Zwerge und Elben in perfekter Koordination, aber jeweils ihrem Volk entsprechend, mit nie gesehen Manövern aufwarten. Außerdem hat Weta Workshop tief in die Kreaturenkiste gegriffen und selbst die legendären Werwürmer aus den östlichen Wüsten, die nur kurz im ersten Kapitel des Romans erwähnt werden, bekommen einen so eindrucksvollen Auftritt, dass selbst Zwergenkönig Dain anmerkt: „Das ist doch jetzt nicht wahr, oder?“
Aber nicht durch die Kreaturen, sondern vor allem durch die einzelnen Charaktere und die vielen einfachen Bewohner aus Seestadt bekommt der Schrecken des Krieges ein Gesicht. Und schon bald wird klar: Hier sterben Menschen! Wie die Schlacht sich schließlich Schritt für Schritt entwickelt, scheint von Peter Jackson an der Games-Workshop-Tabletop-Platte entwickelt, denn immer wieder erfreut er uns mit anschaulichen Luftansichten und nachvollziehbaren Manövern und Bewegungen, sodass man als Zuschauer im Getöse nie unterzugehen droht, sondern immer einigermaßen den Überblick darüber hat, was gerade geschieht. Den Überblick zu behalten ist nämlich ansonsten gar nicht so einfach bei all den verschiedenen Parteien, die in die Schlacht involviert sind. An dieser Stelle muss Zwergenkönig Dain Eisenfuß samt seinem Heer aus den Eisenbergen erwähnt werden, die erstmals auf den Plan treten und uns an diversen zwergischen Kampfmanövern teilhaben lassen. Der schottische Kultschauspieler Billy Connolly ist unter der Maske von Dain Eisenfuß zwar kaum zu erkennen, beeindruckt aber durch seine aberwitzigen Beleidigung des elbischen Volkes und in der Originalfassung durch einen urschottischen Dialekt. Dem entgegengestellt spielt auch Lee Pace Waldlandkönig Thranduil herrlich arrogant und herablassend. Was kümmern einen unsterblichen Elben schon Menschen und Zwerge mit ihrer begrenzten Lebensspanne? Dass er am Ende der Handlung schließlich begreift, was Tauriel ihm von Anfang an zu sagen versucht, und von seinem hohen Ross (bzw. Elch-Hirsch) herunterkommt, ist dem Schrecken des Krieges zuzuschreiben, dem selbst der Elbenkönig sich nicht verschließen kann. Auch Bard, als Anführer der Menschen und stetig besorgter Vater, liefert eine ordentliche Leistung ab, ist aber in seiner Rechtschaffenheit und Reinheit schon fast ein bisschen zu langweilig als Charakter - Ein echter, wahrer Held eben.
Die Emotionalität der Geschichte wird neben dem tragischen Verfall Thorins vor allem durch die Beziehung von Tauriel und Kili getragen, und selbst hartnäckigste Gegner dieser Liaison werden bei den dramatischen Ereignissen zumindest einen kleinen Kloß im Hals verspüren. Ohne Tauriel wäre die starke Empathie, welche man mit der Zeit zu Kili entwickelt, wohl nicht möglich gewesen. Einer der absoluten Höhepunkte ist der Kampf zwischen Azog und Thorin auf dem Eissee am Rabenberg, wobei an dieser Stelle nicht mehr verraten werden soll. Doch so schön würde noch nie auf Eisschollen balanciert. Und am Ende des Kampfes wird wohl der eine oder andere sein Taschentuch zücken müssen
Aber es gibt auch ein paar wenige Wermutstropfen: Hautwechsler Beorn ist nur einige Augenblicke im Film zu sehen und am Ende geht es mit den Abschieden einfach etwas zu schnell. Dafür dass Bilbo viele Monate mit den Zwergen (und noch länger mit den Kinozuschauern) gereist ist, verabschiedet er sich zu schnell von der restlichen Truppe. Vielleicht ist er aber auch nur kein Freund langer Abschiede, vielleicht hat sich Peter Jackson auch die Kritik zu Herzen genommen, dass DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS zu viele Endszenen gehabt hätte. Für eingeschworene Fans hätte DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE auf jeden Fall das Ende noch etwas ausführlicher zelebrieren können, wobei hier natürlich alle Hoffnungen auf der Extended Exdition liegen, die ja noch einmal über 30 Minuten länger werden soll.
Erfreulich – und das sei am Ende noch betont – ist es übrigens, dass der finale Film trotz der nahezu komplett am Computer entstandenen Schlachtenszenen mit überraschend vielen echten Landschaftsaufnahmen aufwarten kann, ob das Flüchtlingslager am langen See, Gandalfs Ritt über die Ebene oder Fili und Kilis Marsch zum Erebor. Vor allem am Anfang und am Ende des Films gibt es noch einmal eine tiefe Verbeugung vor Neuseeland. Und so verlässt der Zuschauer Mittelerde schließlich mit einem Lächeln und einer Träne im Augenwinkel, wenn in den letzten Szenen der Bogen geschlagen wird zu jenen Ereignissen, mit denen DER HERR DER RINGE beginnt.

-- Fazit --

DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE schafft es im Gegensatz zu den anderen beiden Teilen der HOBBIT-Trilogie vollständig als eigenständiges Epos im tolkienschen Universum zu bestehen und mehr als die anderen Teile den Geist von Tolkiens Werk einzufangen (soweit dies in Peter Jacksons Interpretation möglich ist). Endlich braucht es keine Anleihen mehr an DER HERR DER RINGE, keine Erinnerungen, dass es sich um ein Prequel handelt, platte Anspielungen wie Eins-zu-Eins-Kopien von Szenen oder gar Slapstick-Einlagen. DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE schafft, worauf viele Fans lange gewartet haben: Er spielt auf Augenhöhe mit DER HERR DER RINGE Trilogie. Und so schließt der finale Film den Kreis und rundet das Gesamtwerk ab. Ein würdiger Abschluss und ein bittersüßer Abschied aus Peter Jacksons visionärer Umsetzung von J.R.R. Tolkiens Mittelerde.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 15, 2015 2:18 PM CET


Dust and Light
Dust and Light
Preis: EUR 1,29

5.0 von 5 Sternen Atmosphärisch, kraftvoll, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Dust and Light (MP3-Download)
Sehr atmosphärisches, stimmungsvolles Stück, welches perfekt zum finalen Hobbit-Trailer passt! Kann man immer wieder hören. Außerdem hat es mich auf Twelve Titans Music aufmerksam gemacht, deren Stücke ich mir jetzt mal genauer zu Gemüte führen werde!


Middle Earth: Shadow of Mordor - Official Video Game Score
Middle Earth: Shadow of Mordor - Official Video Game Score
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Episch klingen Mordors Schatten, 10. Oktober 2014
Für das Computerspiel MORDORS SCHATTEN haben die beiden Film-Komponisten Garry Schyman und Nathan Grigg einen epischen Soundtrack für Mittelerde erschaffen, der sich ganz abseits der bekannten Klänge von Howard Shore bewegt und dennoch eine ähnlich dichte Atmosphäre erzeugt. Nicht nur für Gamer ein heißer Musik-Tipp.

Wenn wir an Musik zu Mittelerde denken, ertönen vor unserem inneren Ohr unumgänglich die eindringlichen Soundtrack-Klänge von Howard Shore, die wir auch nicht missen wollen. Doch der Soundtrack von MORDORS SCHATTEN lässt Tolkien-Fans Mittelerde musikalisch neu erfahren. Da es sich bei dem Spiel um ein Action-RPG in Mordor handelt, kommt der Soundtrack in seiner Gesamtheit sehr dynamisch und düster rüber, aber es gibt auch ganz fragile Klänge und helle Momente.

In erster Linie aber zählt das Pathos, und so schmettern schon im Titelthema "The Gravewalker" die Ork-Chöre eindrucksvoll das Ringgedicht "Ash nazg durbatuluk! Ash nazg gimbatul!". Bei Stücken wie "Talion Awakes" oder "Celebrimbor" wird die mysteriöse Stimmung durch exotische Instrumente wie Waterphones oder die Spring-Drums erzeugt, gerne verstärkt durch drohende Streicher und unheilschwangere Chöre.

Die vielen Kampfstücke und Action-Sequenzen werden vor allem durch Kontrabässe, Trommeln und Bläser bestimmt, aber es gibt auch ganz ruhige Momente, so wie bei "Ioreth", das mit einem leisen Piano-Intro startet und dann mit einer Hardangerfiedel (oder etwas ähnlichem) emotional breiter wird und dabei an folkloristische Anklänge mit asiatischem Einschlag erinnert.

Mit "A Perfect Swing for Killing Chickens" beweist Garry Schyman, dass nicht alles finster sein muss in Mordor. Das sehr dynamische und verspielte Thema mit folkloristischen Instrumenten ist humorvoll und schwelgt dabei in Erinnerungen, endet aber düster, indem es nahtlos in "Attack On The Gate" übergeht, und selbst wer das Spiel nicht gespielt hat, ahnt, wie die Szene endet.

Stücke wie "The Nemesis" (mit drohnenden Hämmern), "Caragor Riding" (treibenden Chören) oder "The Hammer" (Blechbläser) sind nur einige der Highlights des abwechslungsreichen Albums, das völlig eigenständig bestehen kann. Nicht zuletzt das brillante "Saruman Revealed" sorgen für eine einzigartige Atmosphäre, bei der man nur die Augen schließen muss, um sich mitten im Land der Finsternis zu befinden.

Ein großartiger Game-Soundtrack, der sich auch für Nicht-Gamer lohnt.


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