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Rezensionen verfasst von
Polygraph

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Preis: EUR 19,58

5.0 von 5 Sternen Meat Puppets für Fortgeschrittene, 23. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 2 (Audio CD)
Das schlicht betitelte II ist dank der späteren Nirvana-Cover vielleicht das bekannteste Album der MeatPuppets, und obwohl es zumindest für mich nach dem wunderschönen Too High to die immer auf Platz Zwei (okay, der war schlecht) bleiben wird, bietet diese Scheibe doch alles, was die Jungs auszeichnet: Rau und sanft, schnell und langsam, wunderschöne Melodien und psychedelisches Stakkato.

Ich möchte aber dennoch darauf hinweisen, dass die Scheibe, trotz ihres hohen Bekanntheitsgrades vielleicht nicht gerade das zugänglichste Album ist – dafür ist die Musik streckenweise doch etwas zu ungeschlacht und abgefahren. Schon der Opener (ein wirklich guter Song) ist eine anarchische Hochgeschwindigkeitscountry-Nummer; und im Gegensatz zu anderen Veröffentlichung haben Chris und Curt hier auch auf sämtliches Einsingen verzichtet, bevor sie an die Mikros gingen – der Gesang ist bewusst zittrig gehalten und bricht manchmal (s. Lake of Fire) auch komplett in sich zusammen.
Das soll beleibe nicht bedeuten, dass sich die Jungs mit diesem Album musikalisch verhoben hätten, der Gelegenheitshörer sollte sich aber überlegen, ob er die Band nicht lieber mit einem anderen Album kennenlernen will. Die Band hat sich dankenswerterweise niemals komplett auf einen einzigen Stil festlegen lassen – und das hier ist gewissermaßen Meat Puppets für Fortgeschrittene.


I Put a Spell on You-"the Best of"
I Put a Spell on You-"the Best of"
Preis: EUR 4,99

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2.0 von 5 Sternen Der Meister dreht sich im Grab um.., 18. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: I Put a Spell on You-"the Best of" (Audio CD)
Screaming Jay Hawkins scheint bei den Studiobossen keinen guten Stand zu geniessen, denn anders als Glenn Miller, Louis Armstrong und andere klassische Größen des 20. Jahrhunderts, die alle ein großartiges Re-Release ihrer größten Erfolge bekamen, ist dieses „offizielle“ Best-Off wirklich eine sehr lasche Angelegenheit.
Die Auswahl der Songs ist tadellos, aber wer immer sich hier für die Produktion verantwortlich gezeigt hat, wollte wohl schnell Feierabend machen, denn was einem an Tonqualität und Abmischung geboten wird, ist wirklich mehr als schmalbrüstig. Es ist zwar nicht so, dass einem hier ewiges Rauschen und Knacken das Hörvergnügen verdirbt - es fehlt schlichtweg der Druck, die Energie, die einem bei einer 50 Jahre alten James Brown-Aufnahme immer noch die Schuhe auszieht. Der Sound klingt oft hohl und blechern, die großartigen Songs der SJW-Karriere wirken matt und fade wie ein schon tausendmal durchgenudeltes Tonband – da kann auch die kraftstrotzende Stimme des Meisters nichts rausreissen.
Ich habe für diese Scheibe nur fünf Euro bezahlt, aber gemessen an meiner Enttäuschung ist auch das noch zuviel Geld – denn obwohl ich diese Musik feiere, wie nichts anderes, wird sie durch die lieblose Produktion einfach zu sehr verhunzt, um dieses Album mehrmals, geschweige denn regelmäßig, zu hören
Also heisst es: Weiterwarten auf eine würdigere Veröffentlichung, die dem Urgroßvater des Schockrocks wirklich gerecht wird. Bei vielem, was man hier hört, nicht zuletzt bei dem kongenialen, „I put a Spell on You“ klingt sogar die Youtube-Fassung besser, und das ist wohl das härteste Urteil, das man einer Neuabmischung eines Klassikers vor den Latz knallen kann.


Slipknot
Slipknot
Preis: EUR 4,99

5.0 von 5 Sternen Mehr als NuMetal - eher ein moderner Klassiker, 11. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Slipknot (Audio CD)
Ich habe mich lange Zeit mit Slipknot schwergetan, und das hing direkt damit zusammen, dass ich ihr paukenschlaghaftiges Ankommen in Europa als Schüler direkt mitbekam - und die maskierte Neunmanntruppe von einem Tag auf den anderen gewissermaßen die Lieblingsband der "coolen Kids“ wurde, inklusive der obligatorischen Uniform aus Barcode-T-Shirt und „Maggot-Aufnäher.

Natürlich – eine Band kann nichts für ihre Fans, aber es musste erst das 21. Jahrhundert ins Land gehen, bis ich dem Debüt eine Chance gab – und es war eine durch und durch positive Überraschung: Ich hielt diese Band sehr lange für eine Eintagsfliege, aber das waren sie schon damals nicht, und das werden sie auch in Zukunft nicht sein. Sie haben vielmehr das geschafft, was viele versuchen, aber nur die wenigsten hinkriegen – nämlich einen komplett neuen Sound aus der Taufe zu heben. Zu einem überwiegenden Großteil bestand das NuMetal-Patentrezept darin, so zu singen und so zu spielen wie Korn in frühen Jahren. Slipknot ging fünf Schritte weiter, und kam da an, wo andere es in zehn Jahren nicht schaffen: Diese Mischung aus Industrial, Metal, HipHop und Corey Taylors einmaliger Gesangsleistung (von sauber bis gequält) – das kannte man nicht, so etwas gab es in der Form nicht, und dieses neu erdachte und glänzend umgesetzte Konzept verdient in jedem Fall Respekt.

Auf diesem Album hatten Slipknot schon ohne Zweifel ihren Stil gefunden – anders als auf den späteren Alben ist hier allerdings noch eine Messerspitze Punk zu hören, die die Band ebenfalls glänzend in ihr musikalisches Gesamtpanorama integriert hat. Anders als die beiden perfekt durchkonzipierten Nachfolgalben klingt das Debüt für mich nach wie vor ein bisschen anarchisch und weniger düster als die Vorgänger – die Glanzstücke wie Eyeless und Liberate sind energiestrotztende Kraftpakete, aber sie sind keine depressiven Würgegriffe, wie man sie bei IOWA fand.
Ich hielt Slipknot damals für eine Modeerscheinung, aber diese Meinung möchte ich nun offiziell revidieren. Das Album ist nun schon über zehn Jahre alt und anders als 98% der damaligen Nö-Metal-Welle ist es mitsamt seinen Schöpfern nicht in der Versenkung verschwunden - diese Musik klingt nicht nur nach wie vor erstaunlich neun und unverbraucht - es haut von der ersten bis zur letzten Minute auch heute noch rein, wie eine Nase CrystalMeth. Ich bin mit diesem Urteil normalerweise nicht sehr großzügig – aber das hier ist wirklich ein Klassiker in der modernen Metalgeschichte.


Life Is Killing Me
Life Is Killing Me
Wird angeboten von marvelio-germany
Preis: EUR 6,24

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5.0 von 5 Sternen Eines der coolsten "Alterswerke" der Musikgeschichte, 1. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Life Is Killing Me (Audio CD)
"Life is Killing Me" markiert für viele einen Wendepunkt in der 2010 leider zuende gegangen TON-Diskographie: Die Trauer schien plötzlich vorbei, die tiefschwarze Bitterkeit der letzten Alben etwas aufgehellt – war das tatsächlich noch Type = Negative? Das Tempo von "Life is Killing Me" ist deutlich angezogen, statt lavazäher Depri-Kadenzen haut Josh Silver hier melodisch in die Tasten, hier und da (bspw. "I don't wanna be me") kehrt sogar der alte, schmissige Punkrock zurück. Die Texte sind gewohnt bissig-sarkastisch, aber anders als früher ist bei vielen der Songs unterschwellig Peter Steeles Augenzwinkern spürbar – wenn man die Stimmung dieses Albums mit einem Satz auf den Begriff bringen müsste, dann wäre es wohl „Was zur Hölle soll’s?“
Das Leben ist (oft) eine Klärgrube, Weiber lassen einen ohne Vorwarnung sitzen – aber wenn all dies oft genug passiert, dann macht es einem irgendwann nichts mehr aus. Diese Musik kommt von einem Mann, der alles gesehen und alles erlebt hat, mit Narben übersät, aber am Leben - oft besiegt, aber (um Hemingway zu zitieren) nie vernichtet. Ein Mann, der zu milde ist, um weiterzuhassen.

Mehr als alles andere, zeigt dieses Album, dass der vom Leben offenbar hart geprüfte Peter Steele in höherem Alter noch seinen Frieden mit der Welt gefunden hat. "Life is Killing Me" ist anders, als alles, was die Band jemals aufgenommen hat - weniger wütend, weniger traurig, weniger depressiv: Aber es ist immer noch unbestreitbar Type 0 Negative.
Es ist sehr schade, dass er diese hart erkämpfte Milde nur noch für so kurze Zeit geniessen durfte.


Grave Encounters
Grave Encounters
DVD ~ Sean Rogerson

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Man glaubt, es ist eine Parodie..., 1. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Grave Encounters (DVD)
Ich weiss nicht, welche PR-Agentur es geschafft hat, diese zweihundertvierundneunzigste Wackelkamera-Geisterbahn zu einem angeblichen "Kultklassiker" hochzuhypen, aber nach diesem Erfolg kann sie ihre Dienste auch guten Gewissens Kim Jong-Un anbieten, um seinen Untertanen auch noch die nächsten Jahrzehnte weiszumachen ihr heruntergewirtschafteter Folterkeller sei eigentlich das Paradies auf Erden.
Nicht ein Funken Originalität - nicht einer! Nicht ein einziger! Stattdessen 90 sehr, sehr lange Minuten, in denen vier Holzköpfe, die in ihrem Leben noch nicht mal den Postleitzahlradius einer Schauspielschule betreten haben, durch dunkle Flure rennen, um Hilfe schreien und sich gegenseitig beschimpfen, bevor einer nach dem anderen auf einschläfernd unspektakuläre Weise ins Gras beisst.

Alles was "Grave Encounters" macht, hat man schon hundertmal gesehen, alle Schockeffekte kommen genau dann, wann man sie erwartet, der Regisseur begeht die Erbsünde aller FounFoot-Filme, in dem er tatsächlich noch lahme CGI-Fratzen einsetzt, was die fragile Illusion eines Films, der auf angeblich 'unbearbeitetem Filmmaterial' basiert, komplett zerschlägt. Und gerade wenn man meint, es könne nicht mehr langweiliger und ärgerlicher werden, setzt der Schlussakt ein, und wenn man hier nun miterleben muss, wie nach Wackelkamera, Lovecraftscher Surrealität nun auch noch ohne jeden sinnvollen Übergang Okkultismus und Dämonenrituale in die lauwarme Suppe eingerührt werden, ist man vollends bereit aus dem Fenster zu springen.

"Grave Encounters" ist nicht nur nicht besser als die Dutzendware-Konkurrenz; er ist dank seiner wirklich an der Grenze der unfreiwilligen Komik operierenden Darsteller und alberner Stuntszenen sowie komplett fehlender Einfälle noch mindestens zwei Stufen schlechter. Keine Minute Lebenszeit, keinen Zentimeter im Regal und vor allem keinen Cent sauer verdientes Geld wert - es sind solche Machwerke, die den ramponierten Ruf des eigentlich nach wie vor so vielversprechenden FoundFootage-Genres unerbittlich weiter in den Keller ziehen, in dem sie schlichtweg alle Vorurteile bestätigen: Langweilig, einfallslos, nervötend.


Super Taranta
Super Taranta
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eher was für den Kenner, 1. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Super Taranta (Audio CD)
"Super Taranta" war das Album mit dem ich GogolBordello kennenlernte, und obwohl es mich gleich für die Band einnahm, würde ich es im Rückblick als eines der schwächeren Scheiben der Band bezeichne – auch wenn dies wirklich jammern auf hohem Niveau ist.
Schwach bedeutet hier: Nicht repräsentativ. Denn als ich danach die anderen GB-Scheiben hörte, war ich doch recht überrascht von der hohen Punkrock-Schlagseite. Davon ist auf "SuperTaranta" wenig zu spüren – die E-Gitarren sind komplett im Wohnwagen geblieben, die traditionell anarchische Stimmung der Band kommt auch hier voll zur Geltung, aber es ist auch GogolBordellos unbezweifelbar volkstümlichstes Album, und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man es tatsächlich für ein Album mit etwas modernerer Roma-Musik halten.

Das Album hat gute Songs, und den üblich rotzig-anarchischen Charme, der nicht zuletzt durch Mr. Puetz‘ fortbestehende Weigerung entsteht, einen Akkzenttrainer aufzusuchen – aber es ist das GB-Album, das ich am seltensten aus dem Schrank höre. Also unbestreitbar eine wie gewohnt originelle und mitreissende Scheibe, aber für mich gehört zu GB einfach immer auch eine gehörige Portion Rotzrock, der für meine Begriffe hier einfach nicht genug zur Geltung kam. Also ohne Zweifel ein gutes Album, aber vielleicht nicht unbedingt zum Kennenlernen der Band geeignet.


SanDisk Sansa Clip+ 8GB MP3-Player Schwarz
SanDisk Sansa Clip+ 8GB MP3-Player Schwarz

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Abschied von einem treuen Gefährten, 1. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der SanDisk Mp3-Player war lange Zeit, fünf Jahre genau, mein treuer Begleiter auf allen, wirklich allen, Wegen: Sport und Auslandsreise, Rucksack und Hosentasche, Sommerhitze und Minusgraden: Er war ein schlichtweg perfektes technisches Gerät, wie man es in seiner simplen Effektivität nur selten findet: Lange Akkulaufzeit, glasklare Tonqualität mit guten Bässen, übersichtliche Menüführung und tatsächlich auch die Funktion bei Podcasts wieder dort weiterzumachen, wo man aufhörte. Er hat mir lange Zugfahrten versüßt, hat direkter Sonneneinstrahlung getrotzt, ist tausendmal vom Tisch gefallen – und dennoch hat mir bei jedem Anschalten sein treues Neon-Lächeln entgegengestrahlt.

Diese Freundschaft muss nun leider für beendet erklärt werden, denn das Gerät von dem ich seit der ersten Woche dachte, ich würde bis an mein Lebensende bei dieser Marke bleiben, gibt es nicht mehr – und leider haben wir uns nicht langsam auseinandergelebt, sondern es war ein klarer, kalter schmerzhafter Bruch.
Um es kurz zu machen: Die SanDisk-Produzenten wurden vom geplante-Obsolenz (d.h. Geldgier)-Virus angesteckt, und das auf wirklich skandalöse Weise, die mir noch bei keiner Elektromarke vorgekommen ist.

Die Vorgeschichte: Mein noch in der alten Zeit (d.h. ca. 2009) gekaufter Spieler war offenbar einmal zu oft vom Tisch gefallen, so dass er Anfang 2014 das zeitliche segnete: Kein Problem, er hat mir ja 5 Jahre anstandslos gute Dienste erwiesen – ich kaufte einfach dasselbe Modell nochmal.
Diesen Player behandelte ich besser, und dennoch stellten sich bereits nach sechs Monaten(!) kleine, rätselhafte Irritation ein, die dennoch genügen, den Musikliebhaber zur Verzweiflung zu bringen: Die Auswahlknöpfe funktionierten plötzlich nur noch mit aller Gewalt draufquetschte, die Buchse für den Kopfhörer bekam alle zwei oder drei Wochen einen mehrtätigen Wackelkontakt – zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir nichts dabei, vielleicht ein dummer Zufall, Hausstaub, Luftfeuchtigkeit – was weiss man. Ich kaufte also in bestem Glauben ein neues Modell (Quittung hatte ich weggeworfen, mein Vertrauen in die Marke war grenzenlos) – und hier gingen die selben(!!) Probleme bereits nach vier(!!!) Monaten los: Ich habe diesen Player behandelt wie ein rohes Ei, aber von einem Tag auf den anderen (und das meine ich ernst) hat sich ein ganzer Knoten von Problemen eingestellt, die ein ungestörtes Musikhören unmöglich machen.

Nach diesen Erlebnissen bin ich nicht mehr bereit, an einen Zufall zu glauben oder der Marke SanDisk weiterhin Vertrauen zu schenken. Der Player stand einmal für Unverwüstlichkeit und Kundenfreundschaft, aber was sich hier offenbar eingenistet hat (und die anderen negativen Bewertungen bestätigen dies), ist eine große Unverschämtheit.
Nun muss ich mir einen neuen Begleiter suchen, und das ist – wie bei allem, was einem über die Zeit lieb wurde – ziemlich schwierig. Tipps für den Neukauf in der Kommentarspalte sind gerne gesehen – aber 2015 ist der SanDisk - das muss leider so deutlich gesagt werden - nur noch besserer Elektroschrott.


Come Out and Play - Kinder des Todes
Come Out and Play - Kinder des Todes
DVD ~ Ebon Moss-Bachrach
Preis: EUR 7,99

1.0 von 5 Sternen Reicht dem Original nicht einmal bis ans Knie, 5. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Come Out and Play - Kinder des Todes (DVD)
Ein typisches Remake der Marke - "30 Jahre später - da erinnert sich bestimmt niemand mehr an das tolle, verstörerende Original". "Ein Kind zu Töten" aus Spanien war in Deutschland aufgrund seiner verstörenden Thematik über zwanzig Jahre lang indiziert, es gab eine alberne Synchrofassungen, die das Tun der Kinder allen Ernstes als das Werk von Außerirdischen zu erklären versuchte; der Film war beinhart, verstörend und durch brillante Regie ein Alptraum, bei dem man immer noch mitfieberte, als man die Situation der Protagonisten schonlange durchschaut hatte. Und heute?
Heute bekommen wir ein 0815-Remake, dem alles, aber wirklich alles fehlt, was das Original ausgezeichnet hat. Storytechnisch mag die Neuverfilmung weitgehend deckungsgleich sein (zwei Erwachsene kommen auf eine Insel, auf der einiges nicht mit rechten Dingen zugeht), aber was bedeutet das schon, angesichts von einem nahezu entwaffenend fehlenden Gespür für Atmosphäre oder Schockmomente - der Film zieht sich buchstäblich wie Kaugummi, während die die Protagonisten munter von menschenleerer, Kneipe zu menschenleerem Supermarkt, zu menschemleerer Hotelrezeption, zu menschenleerem Hotelzimmer wandeln und sich dabei ständig am Kopf kratzen, "was denn nur hier los ist." Um es ganz klar zu sagen: Ich habe schon genug Horrorfilme gesehen, um keine Logik mehr zu erwarten - aber hier sind zwei Leute nicht im Wald oder auf einer Raumstation gestrandet, sondern auf einer mutter*******ten F E R I E N I N S EL! Ein Gang zurück zum Motorboot und zurück aufs Festland und die Sache wäre erledigt - im Gegensatz zu seinem Vorgänger schafft es der Neuregisseur nicht im geringsten Spannung, Interesse oder Neugierde für dieses merkwürdige Eiland zu erzeugen.
Als es dann mal endlich losgeht, setzt der Regisseur nur auf stumpfe Gewalt - es werden Augen rausgepult, mit abgehackten Köpfen gespielt, und irgendein Organ (ich nehme mal an, ein Magen) durch einen Flur gezogen. Nicht nur das der Originalfilm weitgehend ohne krasse Gewaltdarstellung auskam - diese Szenen haben für den Film nicht die geringste Funktion, außer vielleicht auf den letzten Drücker noch ein paar Knöpfe beim Zuschauer zu drücken.

Eine blasse, eine alberne, eine schlichtweg überflüssige Neuverfilmung, die nichts, aber auch gar nichts anders, geschweige denn besser macht, die vielmehr ein geradezu lachhaftes Unvermögen für die Feinheiten des Horrorkinos aufweist, und die niemand zu sehen braucht, solange das kongeniale Original noch in Deutschland auf DVD zu haben ist.


Beat the Bastards (Special Edition)
Beat the Bastards (Special Edition)
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und da hören Leute Green Day?, 20. Juli 2015
The Exploited veröffentlichen selten, unregelmäßig und vor allem - im Schneckentempo. Ich weiss nicht was Wattie Buchan eigentlich sonst so in seiner Freizeit macht, aber er kann es sich offenbar leisten, mehrere Jahre zwischen seinen Veröffentlichungen verstreichen zu lassen, und nur ins Studio zu gehen, wann er Lust hat. Diese vollkommene Unabhängigkeit spiegelt sich auch in durchweg hohen Qualität ihrer Tonträger wieder, die wirklich keinem Studio, Plattenboss oder Massenpublikum gefallen müssen - mit Beat The Bastards lernte ich die die Truppe kennen, und es bleibt bis heute eines der Alben, das ich in Ehre halte.
Die rasante, brutale aber dennoch immer bis ins letzte Detail ausgefeilte Mischung aus Punk und Metal hat man einfach selten in solcher Qualität erlebt - The Exploited (ähnlich wie Slipknot) sind zwar nach außen ein musikalischer Rammbock, aber erst bei mehrmaligem Hören fällt einem auf, wie präzise die Songs eigentlich komponiert sind: Zehn Songs und nicht ein einziger Ermüdungspunkt, brillante Hintergrundmelodien wie bei dem kongenialen "Don't blame me", und ein cholerisch-geifernder, nimmermüder Sänger, der tatsächlich vergangenes Jahr auf der Bühne mit einem Herzinfarkt zusammengeklappt ist: In der idelogisierten und von Posern wimmelnden "Punk"-Szene, in der sich mehr Millionäre tummeln, die noch nie in ihrem Leben eine Zeitung gelesen, bzw. eine Steuererklärung ausgefüllt haben, aber trotzdem genau bescheid wissen, wie ungerecht "das System" ist, bilden The Exploited einen Monolith in Form eines erhobenen Mittelfingers in alle Richtungen.
Das Album wird nächstes Jahr zwanzig Jahre alt - und es strotzt immer noch vor Kraft. Das ist tatsächlich Musik für die Ewigkeit.


The Pale Emperor
The Pale Emperor
Preis: EUR 7,99

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zustand gebessert; Patient aber weiter im Auge behalten, 19. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: The Pale Emperor (Audio CD)
Wenn man am tiefsten Punkt angekommen ist, gibt es bekanntlich nur eine Richtung ' Aufwärts. Der Tiefpunkt von Marilyn Manson (dem bereits ein deutlicher Abstieg vorausging) lag für mich mehr als eindeutig bei seinem letzten Album 'Born Villain', daher kann ich zumindest die gute Nachricht verkünden, dass "The Pale Emperor" tatsächlich klingt, als habe sich der Meister wieder einigermaßen berappelt. Anders als viele meiner Vorredner bin ich aber noch nicht so weit, von einer kompletten Überwindung der künstlerischen Talsohle zu sprechen.

Das Album hat in jedem Fall das, was den letzten zwei Alben komplett fehlte: Biss! Man merkt während des Hörens einfach, dass der Interpret Lust darauf hatte, ein Album aufzunehmen, und etwas zu vermitteln. Das zeigt sich schon daran, dass Manson, wie zu seinen Glanzzeiten wieder einen musikalischen Wandel vollzog, und für dieses Album ein neues musikalisches Genre erkundet. So durchziehen The Pale Emperor einige bluesige Noten ' aber auch nur einige. Und auch nur manchmal.

Anders als andere Kritiker behaupten, bleibt der Blues-Anteil in meinen Augen aber einfach viel zu unterentwickelt, um ihn als ernstzunehmenden musikalischen Rahmen zu bezeichnen - es bleibt bei einem flüchtigen, interessanten Auffunkeln in dem ansonst gewohnten Industrial Grau-in-Grau, aus dem sich Mansons Output seit gut sieben Jahren ausnahmslos zusammensetzt. Wenn TPE tatsächlich ein Blues-Album geworden (sowie Mechanical Animals ein GlamAlbum war), hätte es meine volle Sympathie gehabt, aber so ist es doch nur das gewohnte spät-mansoneske, abwechslungslose Gerumpel, an das man sich in den letzten Jahren gewöhnt hat ' und auf überlange, uninteressante Intros wollte er auch auf diesem Album nicht verzichten.

Bis auf "Killing Strangers" gibt es kaum einen Track auf dem Album, der wirklich überzeugt ' immer wieder scheinen zwar mal vielversprechende Ansätze durch, von denen man sehr gerne mehr hören würde, aber dann versackt der Song für den Rest der Laufzeit wieder in seinem eigenen scheppernden Drumcomputer-Morast.
Melodien? Kaum vorhanden. Balladen? Fehlanzeige? Gitarrensoli? Nope. Ein echter Kracher? Auch nicht. Das Songwriting ist wie schon bei den letzten zwei Jahren nicht sonderlich komplex, manchmal sogar schlichtweg uninteressant, und in den besten Momenten von sich selbst geklaut "Birds of Hell Awaiting' ist so komplett Deckungsgleich mit "The Dope Show", dass man ernsthaft meinen könnte, einen Remix zu hören.

So kann zumindest ich hier leider nicht vom Beginn des Aufschwungs sprechen. Ich gebe hier einen weiteren (gut gemeinten) Stern mehr für "Killing Strangers", "Odds of Even" (für mich der zweite gute Song des Albums), einiger zumindest guter Ideen, sowie Mansons wieder gewohnt markantes und treffsicheres Organ.
Also unterm Strich alles andere als ein Comeback, aber anders als früher merkt man, dass Manson wieder mehr Bock auf Musikmachen hat ' und das ist in jedem Fall eine gute Nachricht.


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