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Rezensionen verfasst von
Polygraph

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No Joke!
No Joke!
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 18,95

5.0 von 5 Sternen Kein Witz - ein weiteres hervorragendes Album!, 2. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: No Joke! (Audio CD)
Abgesehen davon, dass wohl jedesmal Gitarren und Schlagzeug benutzt werden, kann man mit Fug und Recht sagen, dass jedes Meat Puppets-Album einen Exkurs in ein ganz eigenes Genre bietet. Der augenzwinkernde Titel lässt erahnen, dass man hier die Pfade endgültig hinter sich lässt, und tatsächlich experimentieren die Jungs hier zum ersten mal mit (etwas) härteren Klängen und E-Gitarren. Der Psychodelik-Faktor ist ein wenig runtergefahren, aber es bleibt bei dem üblichen melodischen Rock, der diesmal einfach eben etwas schneider daherkommt.
Lieder wie "Eyeball", "Cobbler" oder das schleppende "Taste of the Sun" bieten eingängige Refrains, melodische Gitarren und die übliche gar nicht mal so kleinen Prise Abgefahrenheit.
Neben Too High to die mein absolutes Lieblingsalbum der Meat Puppets - und wenn man sich mal zu Gemüte führt, wie radikal unterschiedlich diese beiden Scheiben sind, ergibt sich daraus ein wirklich großes Kompliment für die musikalische Bandbreite dieser Band.


Blood Diner - Uncut [Blu-ray]
Blood Diner - Uncut [Blu-ray]
DVD ~ Rick Burks
Preis: EUR 13,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zehn Film in einem!, 1. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Blood Diner - Uncut [Blu-ray] (Blu-ray)
Stellen Sie sich vor, es gäbe einen niedrigbudgetierten Horrorstreifen, in dem zwei durchgeknallte Brüder ein Café betreiben, in dem sie größtenteils ihre eigenen Gäste servieren, und mit dieser Geschäftsidee zu den Spitzenköchen der Stadt avancieren; stellen Sie sich vor, diese Brüder hätten es sich in den Kopf gesetzt, eine altägyptische Gottheit wiederzubeleben, wofür sie die Körperteile von ausschliesslich vegetarisch lebenden Mädchen sammeln und zu einer Frankensteinesken Kreatur zusammenähen; stellen Sie sich vor, diese Brüder würden im Auftrag ihres toten Onkels handeln, dessen Hirn sie in einem Glas aufbewahren, und der via Sprachübertragung seine Anweisungen erteilt; stellen Sie sich vor, beiden Brüdern wären eine klamaukhaft Polizeitruppe unter Oberaufsicht eines indischen Cholerikers auf den Fersen, der bei jedem Anlass fremdsprachige Wutausbrüche bekommt; stellen Sie sich einen Film vor, der Blut, Körperteile und Hirnmasse quasi mit beiden Händen im Zuschauerraum verteilt, sich dabei aber keine Sekunde lang ernst nimmt, sondern vielmehr bei einer Laufzeit von 80 Minuten und einer rasanten Erzählweise am Laufenden Meter krude Witze reisst, die Rockmusik-Ästhetik der 80er Jahre veralbert, mit einem schmissigen Rockabilly-Soundtrack unterlegt ist, und schlussendlich in einem Finale mündet, das Elemente von "Dawn oft he Dead" virtous mit der Schlussszene von "Das Parfüm" kombiniert: Stellen Sie sich also vor, es gäbe einen Horrorfilm, der Elemente sämtlicher Untergenres zusammenführt, und in eine spaßig-trashige Couvertüre tunkt.
Sie würden es nicht glauben stimmts?

Glauben Sie es, klicken Sie auf den "Bestell"-Knopf, und freuen Sie sich auf die Horrorkomödie mit dem höchsten Trashfaktor seit "Bad Taste" und dem höchsten Grad an genereller Merkwürdigkeit seit "Pink Flamingos" - die beste Komödie, die ich in diesem Jahr gesehen, und gleichzeitig der erfolgreichste Blindkauf den ich in diesem Jahr getätigt habe. Freuen Sie sich auf einen Film, den garantiert niemand kennt, und der die Spätphase jeder alkoholgetränkten Party vergoldet. Klicken Sie auf den "Bestell"-Knopf, und freuen Sie sich auf "Blood Diner."


Retaliation (Reissue)
Retaliation (Reissue)
Preis: EUR 10,09

5.0 von 5 Sternen Vor TO-N war die ungezügelte Wut, 29. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Retaliation (Reissue) (MP3-Download)
Der große, leider zu früh verstorbene Peter Steele (1964 - 2010) hat Zeit seines Lebens sein eigenes Ding gemacht. Jede Scheibe auf der er mitwirkte, hat ihren eigenen Stil, und so ist es auch nur konsequent, dass seine erste Band - d.h. in der Zeit vor dem Durchbruch, als er noch zornig, jung und verbittert, war, noch weit von den bittersüßen Harmonien der späteren TypeO-Negative-Scheiben entfernt liegt. Zu der Zeit arbeitete Steele nach allem, was man weiss, als Reinigungskraft im CentralPark und hatte einigen Ballast aufzuarbeiten - und hier beginnt Retaliation.
Keine Keyboards, keine Soli, keine überflüssigen Melodien - stattdessen derber, schneller, aber nie primitiver Hardcore wie er in der Zeit eben nur aus New York kam: Direkte, aber gleichfalls nie platte Texte, die sich kritisch mit Religion, der damals noch sehr aktuellen atomaren Bedrohung, sowie (ja, wirklich) Multikulti auseinandersetzen. Eine Platte, die noch heute ohne Vorbehalt zündet, und die deutlich ehrlicher, authentischer und auch relevanter wirkt, als ein Großteil der inzwischen vergessenen Genre-Mitstreiter.

Peter Steele war ein Mensch, der nie ein Blatt vor den Mund nahm, aber er war auch ein sehr schlauer Kopf - und vor dem großen Durchbruch von Slow Deep and Hard (das textlich und musikalisch übrigens noch sehr stark nach Carnivore klingt) kam Retaliation - eines der wirklich großen Hardcore-Alben seiner Zeit - nach dem man den Musiker und Texter Peter Steele umso schmerzlicher vermisst.


Die Fährte des Grauens
Die Fährte des Grauens
DVD ~ Dominic Purcell
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 17,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mogelpackung, 24. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Fährte des Grauens (DVD)
Bei vielen Rezensenten hat der Film offenbar schon Vorschusslorbeeren, da er angeblich (gähn) "auf wahren Begebenheiten" basiert. Abgesehen davon, dass dieses Etikett im Horrorgenre mittlerweile ugf. soviel wert ist, wie ein Glas schales Bier, beschränken sich diese wahren Begebenheiten nur auf den Schauplatz und den Namen des mörderischen Reptils - und ob ein menschenfressendes Krokodil nun Gustavo oder Hans-Dieter heisst, ist zumindest mir vollkommen wurscht, wenn der Rest nicht stimmt.
Was man sich hier ins Haus holt, ist kein eigentlicher Tierhorror, sondern eher ein lauer politischer Thriller, dem man einfach ein anderes Schild um den Hals gehängt hat, damit er sich besser verkauft - weite Strecken der Handlung widmen sich paramilitärischen Kämpfen in Afrika, der schlechten Versorgungslage, Stammeskonflikten usw.usf. - dies alles ist aber leider ebenfalls zu oberflächlich und banal eingefangen, um wenigstens noch für sich genommen Bestand zu haben. Die Dialoge und die Ausführungen zu afrikanischen Land und Leuten sind schlichtweg zu westlich-angelesen, um einen informativen Mehrwert zu haben.
Das gleiche Urteil lässt sich leider fast nahtlos auch auf das schmale TIerhorror-Element übertragen: Von Realismus und Härte (wie es die Rahmengeschichte ja suggeriert) keine Spur - viel zu überdrehte, fast comichafte Angriffssequenzen und die üblichen ärgerlichen Griffe zu schlechter CGI.

Unterm Strich bleibt der Streifen eine unausgegorene Mischung, die leider bei keiner seiner zahlreichen Genre-Ausflüge wirklich punkten kann: Als Tierhorror ebenso untauglich wie als... tja, was er sonst eben sonst so sein will; und durch seine ausufernden Dialogsequenzen auch oft nahezu brutal langweilig. Wenn man diesen Film mit irgendetwas vergleichen müsste, dann wohl noch am ehesten mit all den bei Tierhorror.de kursierenden B-Western, die sich "Terror-Grizzly" o.ä. nennen, obwohl Buffalo Bill nur mal zwanzig Sekunden mit einem Bär kämpft.


Paranormal Activity - The Ghost Dimension [Blu-ray]
Paranormal Activity - The Ghost Dimension [Blu-ray]
DVD ~ Ivy Georg
Preis: EUR 14,49

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Es kam, wie es kommen musste, 23. Februar 2016
Da ist er nun also, der angeblich letzte Teil der einstmals kongenialen Paranormal Activity-Reihe, deren erste drei Teile dem zur Jahrtausendwende komatösen westlichen Horrorgenre wieder einen gesunden Stromstoß versetzt haben. Dass die Saga nach Teil 3 bedenklich zu schwächeln und narrativ zu zerfließen begann, kann niemand leugnen, aber dennoch hatte zumindest ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass man die Reihe mit einem letzten krönenden Abschlussfilm mit Würde und Dank zu Grabe tragen, und alle Fans doch halbwegs zufrieden stellen könnte.

Leider sollte es nicht so kommen ' wenn dies tatsächlich der letzte Teil der Reihe bleiben sollte (und eigentlich kann man sich das nach diesen 90 Minuten nur wünschen), dann haben die Studios nicht nur zum Abschied auf diese totgerittene Saga gespuckt ' sie haben wirklich sämtliche Körpersäfte auf ihr abgeladen.
Wo soll ich anfangen? Vielleicht damit, dass hier in einem letzten verzweifelten Anfall von Originalitätssucht 3D zum Einsatz kommt ' was den letzten Rest FoundFootage-Illusion verlässlich verpuffen lässt, da hier jeder alle zwei Minuten irgendetwas ostentativ in die Kamera hält? Dass hier wiedermal komplett wildfremde Personen vor die Kamera gezerrt wurden, die mit den Originalfilmen rein gar nichts zu tun haben? Dass hier plötzlich eine klobige Videokamera aus den 80er Jahren im Mittelpunkt steht, mit der man (warum auch nicht) Geister sehen kann? Dass die angeblichen 'Geister' nur als ein paar schlierige Glitzerstreifen auf der Linse zu sehen sind? Man könnte ewig weitermachen: Plötzlich geht es um Dimensionssprünge, Zeitebenen, Seelenwanderung ' und immer, wenn es nachts um zwei irgendwo im Haus rumpelt, schaltet jeder erstmal seine Kamera an, bevor er nachsieht: Selbst wenn er zum ersten Mal einen geheimnisvollen Dimensionstunnel betritt.

Durch die fatale Entscheidung, den Geist/Dämon hier nun tatsächlich auch mal zu zeigen (und damit die eiserne Grundregel der PA-Reihe über Bord zu werfen) nähert sich der Film dann hart der Trashgrenze, denn wenn man erstmal diese lächerliche schwarze Ölsäule(!) zu Gesicht bekommt, der zuweilen auch mal mangelhaft animierte Tentakel wachsen, dann bleibt einem wirklich alles im Hals stecken.
Kein Fitzel von der alten Atmosphäre, Jumpscares, die genau dann losplärren, wenn man sie am meisten vermutet, keinerlei Anknüpfung an die alten Teile: Das ist nicht Paranormal Activity ' das ist einer der vielen lachhaften Paranormal Investigations-Filme, die diese Reihe nach sich gezogen hat, in der ein bisschen mit der Kamera gewedelt und aus dem Off gefaucht wird, weil man sich schlichtweg nichts besseres leisten konnte.

Es kam wie es kommen musste: Das ist das Ende von Paranormal Acitvity ' immerhin hat es diesmal nur sechs Filme gedauert, und nicht gleich 24 wie bei anderen Filmreihen. Danke PA ' da geht's raus. Leg Dich zu Freddy Krueger, Jigsaw, Jason Vorhees und den sämtlichen anderen großartigen Horrorfilmepen, denen von gierigen Studios gnadenlos das Blut aus den Adern gesaugt wurde.


Lonely Planet Reiseführer Irland (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
Lonely Planet Reiseführer Irland (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
von Fionn Davenport
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Der Irland-Reiseführer fürs ganze Leben, 3. Februar 2016
Der Lonely-Planet-Verlag hält gewissermaßen ein Monopol für Reiseführer, und wenn man das Irland-Handbuch durchblättert, fällt einem wiedereinmal auf, woran das liegt.
Neben den üblichen Vorinformationen zur Landesgeschichte und einer Einführung in die einzelnen Counties erhält der angehende Reisende auch Informationen über Niederschlagswerte und Landschaften der einzelnen Regionen; jede noch so kleine Stadt wird großzügig besprochen, mit Hinweisen über individuelle Ausgeh- und Einkaufsmöglichkeiten, die größeren Städte haben eine übersichtliche Karte des Zentrums und sehr häufig wird auch erwähnt, wo in der Stadt sich der Busbahnhof befindet, was sehr hilfreich ist, wenn man die Dienste von "Bus Eirann'"in Anspruch nimmt.
Die Informationen über Restaurants, Geschäften sowie Hotels und Hostels sind ebenso knapp wie hilfreich und zudem noch, wenn gegeben, mit Internet- und Email-Adressen des jeweiligen Hauses ergänzt. Vom Umfang und Informationsgehalt her eindeutig der beste Reiseführer.


Preservation - Uncut [Blu-ray] [Limited Edition]
Preservation - Uncut [Blu-ray] [Limited Edition]
DVD ~ Wren Schmidt

2.0 von 5 Sternen Eine cineastische Milchmädchenrechnung, 29. Januar 2016
Die Logik hinter "Preservation" ist offensichtlich: Der Regisseur meinte offenbar, es genüge einfach, die großartigen Szene und Motive von anderen Filmen zu übernehmen, und sie gebündelt in einen Film einzubauen - denn was einmal funktioniert hat, muss doch auch zweimal funktionieren. Man muss aber kein Fachmann sein, um vorherzusehen, dass es sich dabei um eine Milchmädchenrechnung handelt - denn eine Terrorszene ohne Aufbau und sinnvolle Drehbucheinbettung und, vor allem, ohne erfahrene Schauspieler, bleibt doch mehr oder weniger wirkungslos.
Davon lässt/ließ sich der Regisseur aber nicht abbringen, und verwurstet fröhlich zwei gute Filme zu einem schlechten:

Es geht um drei Erwachsene, die auf ihrem Camping/Jagdausflug von ein paar maskierten Irren verfolgt und terrorisiert werden, die in einer dramatischen Wendung des Geschehens im Schlussakt als (*Trommelwirbel*) Teenager enttarnt werden.
Es handelt sich also um eine Kombination aus den beiden ungemein besseren und verstörenderen Filmen Eden Lake und Freiwild - die ich hier ausdrücklich empfehlen möchte.

Es gibt allerdings zwei gravierende Unterschiede:
-Zum einen hatten die verrohten Jugendliche tatsächlich ein Gesicht und sogar eine Hintergrundgeschichte; es waren mehr oder weniger nachvollziehbare Figuren (was die Taten und Jugendverrohungs-Message des Films umso erschreckender machte). Bei Preservation verstecken sich die Jungs ohne erkennbaren Grund hinter Slipknot-Masken und sprechen bis zum Schluss kein einziges Wort, so dass man ebenso gut Freitag der 13. Teil 18 einlegen kann.
- "Freiwild" hat sein Motiv der "Jagd auf Menschen" deutlich nachvollziehbarer umgesetzt. Den Opfern stand die nackte Angst ins Gesicht geschrieben, und als Zuschauer konnte man ihre Qual, nackt durch einen nasskalten Wald zu rennen buchstäblich am eigenen Leib nachempfinden (wodurch der Fim, subtil aber wirksam, dem Zuschauer auch einen Denkanstoß über die Praxis der Tierjagd gab). Bei Preservation laufen ein paar hilflose Schauspielagentur-Karteileichen munter durch sonnendurchflutete Landschaften, wie in der Sommerfrische.

Hinzu kommen Logikfehler en massé, die man wirklich beim besten Willen nicht übersehen kann, und die der Film nicht mal versuchsweise erklärt: Drei Leuten wird das Zelt geklaut, während sie darin schlafen (?!?), ein Hund wird entführt, ohne dass er bellt; ein Halbwüchsiger erhält vier kritische Schläge mit einem Gewehrkolben ins Gesicht und schafft es dennoch, Sekunden später einen ausgewachsenen, nahkampferprobten Ex-Soldaten zu überwältigen. Jugendliche auf Fahrrädern teleportieren durchqueren von einer Szene zur anderen mehrere Kilometer unwegsames Gelände - und natürlich (denn dem Zuschauer soll ja schliesslich auch ein paar Stunts geboten werden) greift eine verängstigte, blutende zerschundene, schwangere(!) Frau nicht zum dem am Boden liegenden Gewehr um ihren Peiniger zu töten, sondern lockt ihn in eine elaboierte Falle im Wald, lässt sich dann kopfüber von einem Ast baumeln und stranguliert ihn mit einem Autokabel.
Soviel zum Thema "realistisches Terrorkino".

Ich vergebe hier zwei Sterne nur um eindeutig zu sagen, dass es sich bei diesem Film nicht um einen Totalabsturz handelt - im Vergleich zu den oben genannten Titeln ist Preservation aber wirklich sehr flaches Wasser. Der Film hält sich neben seinen Horrorambitionen offenbar auch noch für den Dalai Lama und Mahatma Ghandi in einer Person und streut immer wieder mundgerechte Botschaften zum Thema Jagd, das Tier Mensch, Überlebenstrieb und Verrohung durch Medien ein (einer der Jugendlichen spielt mal kurz ein Ballerspiel auf dem Handy - hoho, wie subtil), aber auch das kann den Film nicht retten, sondern macht das ohnehin holprige Drehbuch nur noch linkischer.
Nun habe ich vielmehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Überdeutliches Fazit: Muss man wirklich nicht haben.


Halloween 2 - Das Grauen kehrt zurück [Blu-ray] [Limited Edition]
Halloween 2 - Das Grauen kehrt zurück [Blu-ray] [Limited Edition]
DVD ~ Donald Pleasence
Preis: EUR 27,49

3.0 von 5 Sternen (In der richtigen Fassung) Eine sehr gelungene Fortsetzung, 25. Januar 2016
Wie so viele andere Horrorfilmreihen wurde auch Halloween ausgewrungen bis kein Tropfen mehr kam – anders als bei anderen Horrorfilmreihen, ist die erste Fortsetzung allerdings noch durchaus anschaubar. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass sie eine lohnenswerte Ergänzung zum ersten Teil darstellt, so dass man die beiden Teile durchaus als ein großes Ganzes (an-)sehen kann.
Schon allein das das Geschehen unmittelbar noch in derselben Nacht des Hauptfilms einsetzt, und gewissermaßen das Nachspiel des Haddonfielder Blutbads zeigt, gibt dem Film schon eine gewisse direkte Kontinuität: Auch der Auftritt von Michael Myers ist vor einem solchen Hintergrund durchaus akzeptabel, da er ja nach Ende des Hauptfilms spurlos verschwand – da ist ein Neuauftritt für den Horrorfan durchaus leichter zu schlucken, als ein Teil 17 nach erfolgter Zerhackstückung, Verbrennung oder Atomisierung.
Auf das weitere Geschehen möchte ich hier nicht eingehen – nur soviel, Halloween II ist deutlich härter und blutiger als der Vorgänger; Subtilität und psychologischer Grusel (beides ja die Haupttugenden des Hauptfilms) treten hier in den Hintergrund. Dies soll aber nicht heissen, dass H2 nur das übliche tumbe Teenageschlachtfest abfährt – der Film hat vielmehr eine durchaus harte und bedrohliche Atmosphäre, die durch die Kulisse eines nächtlichen Krankenhauses, in dem Sally erneut von Mr. Myers verfolgt wird, noch besser zur Geltung kommt.
Auch bei den Exiti überlässt H2 wenig der Phantasie – wobei aber gesagt werden muss, dass nicht Comichaft überzeichnet dargestellt werden (wie es ja gerade in späteren Filmen der Fall war), sondern über weite Strecken eine harte, klinische Betrachtungsweise vorherrscht, die zusätzlich zu der bedrohlichen Atmosphäre beiträgt.
Puristen mögen bemängeln, dass bereits im 2. Teil gewissermaßen das Tafelsilber der Reihe verscherbelt wurde – ich sage H2 zeigt das Phänomen M. Myers gewißermaßen von der anderen Seite: H1 war subtil und fand im Kopf statt, H2 zeigt mehr, aber an bedrohlicher Alptraumatmosphäre von einem namenlosen, roboterhaften Psychopathen verfolgt zu werden, muss er sich keinen Zentimeter hinter dem Vorgänger verstecken.


Caution
Caution
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Ein Rezept für garantierten Erfolg, 25. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Caution (Audio CD)
HotWaterMusic haben ein bewährtes Rezept entwickelt, dem sie treu bleiben, und das sie zumindest für mich zu einer interessantesten gegenwärtigen aktiven Bands macht, deren Output ich immer mit Interesse verfolge. Melodischer PunkRock, immer eine Prise Rotz beigemischt und immer mit einem kleinen Schuss Melancholie. Die Refrains von "Remedy", "I was on a Moutain" oder "The End" gehen sofort ins Ohr, so dass man buchstäblich nach jedem Song sofort auf "Repeat" drücken will, obwohl doch das nächste kleine rotzig-samtige Meisterwerk auf einen wartet– manchmal muss man über ein rundum gelungenes Album gar nicht viel mehr Worte machen, und das ist hier eindeutig der Fall. Einfach ein schönes Album, das sich schon über zehn Jahre in meinem Besitz befindet, und dass ich dennoch immer wieder aus dem Schrank nehme.


Play - Tödliches Spiel
Play - Tödliches Spiel
DVD ~ Alexandra Lydon
Preis: EUR 7,99

1.0 von 5 Sternen Soll das ein Witz sein?, 30. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Play - Tödliches Spiel (DVD)
Es gibt Geschichten, die man nur zusammen mit ihrem Ende bewerten kann – bei "Psycho" steht einem in den letzten 10 Minuten der Mund offen, Romeo und Julia funktioniert nur mit der Schlussszene. Und bei "Play - tödliches Spiel" – tja, bei "Play- tödliches Spiel"....

Der Film folgt drei Handlungssträngen – ein Ehepaar, ein Loser und eine einsame Studentin erhalten unabhängig voneinander eine Kamera zugestellt – an dieses Geschenk hängen sich komplizierte Instruktionen eines bedrohlichen Unbekannten an, so dass für alle eine hochgefährliche Schnitzeljagd beginnt, die sie zum Schluss alle an denselben Ort führt. Wer diesen Film noch sehen will, der soll hier aufhören zu lesen, denn zum ersten Mal seit langem, sehe ich mich leider gezwungen das Ende zu spoilern –ich will aber ausdrücklich betonen, dass dies eindeutig zum Wohl des Zuschauers geschieht, denn was einem hier zugemutet wird, lässt ernsthaft vermuten, der Regisseur will den Zuschauer absichtlich für dumm verkaufen.
Zu Beginn des Films wird ein kleiner Junge in Snuff-Film-Manier vor laufender Kamera erschossen; in den letzten zehn Sekunden des Films wird in einer großen Auflösung derselbe Junge gesund und munter gezeigt, der die Geschehnisse des Films offenbar mit ein paar (gleichaltrigen) Freunden eingefädelt hat.
Häh?
Noch einmal zum Mitschreiben – eine unbekannte Figur, die im Film nach der Eingangssequenz nie wieder gezeigt wird, und auch mit den auftretenden Figuren in keinerlei erkennbarer Verbindung steht, ist mit seinen Freunden der Drahtzieher. Weder wird erklärt, was dieser „Mord“ vor der Kamera bezwecken soll, noch, wer dieser Junge überhaupt ist, und was er mit seiner konzertierten Aktion gegen eine Handvoll Wildfremde überhaupt bezwecken wollte – denn anders als bei bspw. Them gibt es zum Schluss des Films nicht einmal eine erklärende Texttafel.
Und selbst wenn man seine Skepsis vor einer so offenen narrativen Irreführung bei der Bewertung beiseitelässt, kommt der Film nicht viel besser weg, denn es ist gerade diese im Abschluss enthüllte Tätererklärung, die einen Großteil des Films im Rückblick so (sagen wir mal) „unglaubwürdig“ macht. Die Hauptverantwortlichen für das gesamte Geschehen in diesem Film sind also vier elfjährige Kinder – damit komme ich zu meinem Ausgangspunkt zurück, denn hier ist nun eine Liste der Dinge, die diese drei Elfjährigen getan haben müssen, damit der Film Sinn macht:
- Drei hochteure Kameras kaufen, professionell verpacken, Einladungskarten für eine ominöse Fernsehshow in der Druckerei in Auftrag geben, und die Pakete an ihre drei Opfer liefern lassen
- Videokassetten mit ihren umfangreichen Instruktionen anfertigen, und genau dann vor Ort sein, um mitzukriegen, wie sie angesehen werden, und danach gleich losdüsen um vor Ort zu sein, wenn die Opfer an den gewünschten Orten eintreffen
- Subtile Hinweise in der ganzen Stadt verteilen und an mehreren Orten gleichzeitig sein, um auch ja nicht zu verpassen, dass eines der Opfer (der Loser) darüberstolpert
- Die Hauptstromversorgung und Telefonleitung des Familienhauses lahmlegen, einen Lautsprecherwagen mieten, fahren und im Vorgarten positionieren
- Der Studentin eine bedrohliche Schaufensterpuppe mit einem weiteren Geschenkpaket in den Vorgarten stellen und genau dann vor Ort sein
- An drei verschiedenen Orten sein, um sicherzugehen, dass drei Personen zur selben Zeit ihre Häuser verlassen damit zeitgleich amselben Ort – noch dazu einem abgelegenen Schloss – eintreffen werden.
- Dieses abgelegene Schloss mit hunderttausenden Luftballons füllen, durch die sich die Opfer hindurchkämpfen
- Präzise vorausberechnen, dass die Opfer an bestimmten Stellen im Raum stehen, und genau zur gleichen Zeit abdrücken um sich alle gegenseitig zu erschiessen
- Präzise vorhersagen, dass alle Opfer die Beherrschung verlieren und sich auch tatsächlich gegenseitig abknallenwerden.

Für eine handvoll halbe Kinder ist das eine ganze Menge Holz zu schleppen – und ich hoffe diese (nicht einmal vollständige) Liste von Abstrusitäten verdeutlicht, wie beknackt und unterm Strich vollkommen unverständlich für die Gesamtgeschichte diese jugendliche Täterkonstellation ist.
Ohne die vollkommen überflüssige, nur für den Schockeffekt eingefügte narrative Klammer, dass es ja (keuch) kleine Kinder sind, die diese schlimmen Taten begehen, hätte aus Mockingbird ein passabler SAW-Verschnitt werden können, aber dieses Ende hat bei mir eigentlich alle Milde verschwinden lassen: Was uns der Film weißmachen will, macht schlichtweg keinen Sinn – und ja, leider gibt es auch im Horrorgenre-Grenzen dessen, was man vielleicht akzeptieren kann. Dass Jason Vorhees schon 20 Filme lang nicht totzukriegen ist, habe ich mittlerweile akzeptiert - wenn der Drahtzieher hinter einer Geschichte in der Geschichte selbst überhaupt nicht vorkommt, keine offenkundigen Motive hat, und offenbar nur existiert, um der Geschichte einen Twist hinzuzufügen (und nicht zu vergessen: Zu anfang des Films eigentlich tot ist), dann läuft eindeutig etwas falsch. Wenn dieser Drahtzieher dann auch noch sämtliche Gesetzmäßigkeiten von Zeit, Raum Physik, Elektroinstallation und nicht zuletzt biologischem Alter (haben Sie als Kind schon gewusst, wie man Sicherungskästen manipuliert?) hinter sich lässt, dann braucht man nicht weiter drumherumzureden, dass es sich einfach um einen unausgegorenen Quatschfilm handelt.


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