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Rezensionen verfasst von
Pepe4711 (Winterthur, Schweiz)

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Erste Hilfe
Erste Hilfe
von Mariana Leky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Männer, Frauen, ein Hund, die Angst ..., 20. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Erste Hilfe (Gebundene Ausgabe)
Sylvester hat ein grünes und ein blaues Auge, weiss alles besser und erzeugt Geräusche in einem Tonstudio, Matilda spricht leise, hat ein Aquarium im Badezimmer stehen und einen zunächst kleinen Hund, der immer grösser wird, und die Ich-Erzählerin arbeitet in einem Kleintierladen, geht selten ans Telefon und hat Angst vor der bevorstehenden Magisterarbeit. -- Sylvester küsst die Nachbarin und liegt immer auf den Haaren der Erzählerin (Sylvester und die Erzählerin teilen sich eine Wohnung), Matilda hat viele Fotos von verflossenen Liebhabern in der Wohnung hängen, und die Erzählerin schläft mit Jeromin, der ihr Ohrringe und ein aufwändiges Rezept zum Geburtstag schenkt, doch als sie erfährt, dass sie nicht die ist, für die sie ein Kellner in Jeromins Stammlokal hält, vergeht ihr der Hunger. -- Als Matilda befürchtet, verrückt zu werden, kann sie bei Sylvester und der Erzählerin wohnen, und die beiden kümmern sich rührend um sie, nehmen sie mit zur Arbeit, fahren sie in die Notfallstation, begleiten sie zu den Eltern, sehen ihr dabei zu, wie sie ein überfülltes Tablett in der Mensa auf den Boden fallen lässt. In dieser Zeit wachsen die drei zusammen, und es entsteht so etwas wie tiefe Zuneigung und Liebe.
Mariana Lekys Buch ist witzig, gefühlvoll und zärtlich -- und trotz der ernsten Probleme von Matilda nie weinerlich. Herrlich sind beispielsweise die Szenen bei den verschiedenen Therapeuten (viele ziehen Schubladen auf, kramen nach Wunderheilmitteln und sagen: "Nächste Woche sehen wir weiter."), herrlich die vielen kleinen eingestreuten Szenen (der Chef der Erzählerin wartet schon länger vor der Haustüre; die Erzählerin lässt sich einen Schlüssel machen und gleichzeitig die Schuhe besohlen, die vierte Therapeutin zählt alle möglichen Ängste auf, und am Schluss fragt sie ihren Assistenten: "Fällt dir noch was ein?" Und dieser: "Im Moment nicht."). -- "Herrlich", sagte ich nur, "fünf Sterne."


Rosebrock: Roman
Rosebrock: Roman
von Axel Marquardt
  Gebundene Ausgabe

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Leiden des verwöhnten Bankdirektors ..., 18. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Rosebrock: Roman (Gebundene Ausgabe)
Hubert Rosebrock, Bankdirektor und 43 Jahre alt, hält sein bisher fades Leben nicht mehr aus. Er nimmt sich 3 Wochen Ferien, lernt Fahrrad fahren, reist in der Gegend umher, macht Bekanntschaft mit einer Luxus-Dirne, einem 21-jährigen Mädchen, einem (bald) toten Hund, einem Kerl namens Daniel, der später Sven heisst und mit ein paar Tricks zu viel Geld kommt. -- Rosebrock trinkt viel Alkohol, erbricht in seinem Hotelbett oder in der Eisenbahn, sieht bald aus wie ein Landstreicher und wird von der Polizei nicht gerade geschätzt. Rosebrock ist das egal, denn endlich passiert mal was in seinem Leben. -- Sogar am Schluss des Buches, seine Frau hat ihn gerade verlassen und seinen Job ist er auch losgeworden, verlässt ihn nicht der Lebensmut. Irgendwo gibt es immer einen Weg (hier in Form eines Briefes).
Die Geschichte ist oft witzig geschrieben, manchmal aber fade, an diversen Stellen sehr unglaubwürdig (z.B. Frauenbesuch in der Hotel-Suite). Geradezu nervig sind die vielen (unnötigen) Fremdwörter (Vomitiv, Embonpoint etc.).


Duden - Vom deutschen Wort zum Fremdwort: Wörterbuch zum richtigen Fremdwortgebrauch
Duden - Vom deutschen Wort zum Fremdwort: Wörterbuch zum richtigen Fremdwortgebrauch
von Dudenredaktion
  Gebundene Ausgabe

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswertes Buch, das man ruhig wegsperren darf., 13. Juli 2004
Was ist eigentlich der Sinn dieses Buches? Will es, dass wir uns kompliziert ausdrücken? Will es, dass wir gebildeter erscheinen als wir tatsächlich sind? Ist es ein Vomitiv (= Brechmittel) für den Apostel (= eifriger Befürworter) luzider (= verständlicher) Texte? -- Dieses Buch ist sicherlich hervorragend gemacht und spannend zu lesen, aber in der Praxis sollte man die Finger davon lassen ... es sei denn, man verfasst gerade seine Dissertation (= Doktorarbeit) oder möchte seine Berufskollegen desavouieren (= blossstellen).
Interessant ist, dass sowohl die grossen Schriftsteller als auch die hervorragenden Fachbuchautoren kaum Fremdwörter benutzen. Warum denn eigentlich?


Wo das Wasser am tiefsten ist
Wo das Wasser am tiefsten ist
von Claire Keegan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischenmenschliche Beziehungen in allen Farben., 11. Juli 2004
Eine glücklich verheiratete Frau möchte endlich einmal mit einem fremden Mann schlafen, bevor sie zu alt dafür ist. -- Ein Mann mit künstlichem Hüftgelenk lässt sich von seiner Frau und Tochter bedienen, tanzt mit hübschen Frauen und bekommt die Rechnung dafür. -- Eine 40-jährige Frau hat während 10 Jahren auf ihren Liebhaber gewartet und trifft ihn nun am vereinbarten Ort. -- Eine junge Frau erwartet ein Kind von einem Mann, mit dem sie es sieben Tage getrieben hat und den sie nicht liebt. Er hängt bereits jetzt an seinem Jungen (oder ist es doch ein Mädchen?). -- Ein Kind ist entführt worden. Die Mutter schiebt dem Vater die ganze Schuld zu. Sie redet für Tage nicht mehr mit ihm, und als sie endlich wieder zu sprechen anfängt, beschimpft sie ihn nur. Er fühlt er sich gleich besser und glaubt wieder an eine gemeinsame Zukunft. -- Ein 13-jähriges Mädchen verliebt sich in einen Fels von einem Mann, und als sie sich an ihn herangemacht hat, bricht er unter der Last zusammen.
Claire Keegan hat ein wunderbares Buch geschrieben, das von zwischenmenschlichen Beziehungen handelt. Die Figuren haben diverse Probleme, aber sie lassen sich nicht unterkriegen, wehren sich, spucken in die Hände und kämpfen dagegen an. -- Claire Keegan schreibt humorvoll und warm, man spürt in jedem Satz ihre Toleranz und ihr Verständnis gegenüber den Mitmenschen. Kein Zeigefinger, keine Besserwisserei ... hervorragende Literatur eben!


Die Grotte
Die Grotte
von Tim Krabbé
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk um Liebe, Einsamkeit und unerfüllte Träume., 3. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Grotte (Gebundene Ausgabe)
1. Kapitel: Der Holländer Egon (= 40-jähriger Geologe) reist nach Ratanak (= Stadt in einem asiatischen Drittweltland), um dort seinen mitgebrachten Koffer voller Drogen abzugeben, und dabei begegnet er einer Frau, die ihm so vertraut vorkommt und die er eigentlich schon immer geliebt hat. Die beiden erkennen sich, aber beide leugnen es, denn im Drogengeschäft ist es nur schädlich, wenn man seine Partner kennt.
2. Kapitel: Egon als 14-jähriger in einem Ferienlager, dort trifft er Axel, der durch seine Unverschämtheit alles erreicht und jede Frau haben kann. Studentenzeit von Egon und Axel, Axel handelt mit Drogen und Pässen, Egon studiert Geologie und gerät immer wieder in die Klauen von Axel. Egon arbeitet als Lehrer, heiratet, lässt sich wieder scheiden und braucht plötzlich viel Geld, um an einer Expedition teilnehmen zu können.
3. Kapitel: Ein holländischer Journalist möchte in Ratanak die Wahrheit über den Mord an einer Frau und einem Mann erfahren und weiss, dass der zu Tode verurteilte "Mörder" unschuldig ist.
4. Kapitel: Marcie liebt Steine, und um ihren kleinen Laden am Leben zu erhalten, braucht sie dringend Geld. Sie entscheidet sich, als Drogenkurier zu arbeiten, und sie verlässt ihre Familie (Ehemann, zwei erwachsene Söhne), ohne ihnen etwas davon zu erzählen. Sie kehrt nie zurück.
5. Kapitel: Dieses Kapitel führt uns zurück ins Ferienlager, an dem der 14-jährige Egon teilgenommen hat. Und hier beginnen wir endlich Egons Gefühle für die fremde Frau zu verstehen ...
Tim Krabbé schreibt unglaublich packend, geht geschickt mit den Zeiten um (Rückblenden, Jetztzeit), schreibt seinen Roman aus den verschiedensten Perspektiven (pro Kapitel eine Perspektive), ist ein Meister des Weglassens. -- Ein Motiv, das in Krabbés Büchern immer wieder auftaucht: Menschen verschwinden spurlos, und die Liebsten zu Hause wissen nicht, was passiert ist. -- Für mich unverständlich, warum Krabbé im deutschsprachigen Raum den Durchbruch noch nicht geschafft hat (bzw. warum die Auflagen seiner Bücher so klein sind) ...


Verspätung
Verspätung
von Tim Krabbé
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Jack und Miss Twenty ..., 27. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Verspätung (Gebundene Ausgabe)
Jacques (= "Jack", Schriftsteller, Fernsehmoderator, 47 Jahre) besucht in Sidney seine Jugendfreundin Moniek (= "Miss Twenty", Besitzerin eines Bekleidungsimperiums, 50 Jahre). Moniek ist gerade dabei, die Flucht zu ergreifen, und Jacques begleitet sie dabei. Sie fahren mehrere Monate unerkannt in Australien umher, geniessen sich und das viele Geld (ca. 700 000 $, und in Zürich lagern noch ein paar Millionen), und als sie sich endlich nach England absetzen wollen, gerät alles aus den Fugen ...
Jacques glaubt die ganze Zeit, dass Moniek ihn nur ausnützt und nicht wirklich liebt, doch am Schluss erfahren wir, dass das Liebeserlebnis vor 30 Jahren einen starken Eindruck auf Moniek gemacht hat. Zudem hat es ihrem Leben einen Namen gegeben: "Miss Twenty" ...
Tim Krabbé ist ein erstaunlicher Schriftsteller. Seine Bücher sind alle sehr knapp und dicht, kein Wort zu viel, keins zu wenig, kein Buchthema gleicht dem andern, und als Leser ist man mitten im Geschehen, leidet mit den Figuren, bekommt Herzklopfen, träumt schlecht, ist fasziniert ...


Das goldene Ei
Das goldene Ei
von Tim Krabbé
  Gebundene Ausgabe

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine unheimliche Geschichte., 20. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Das goldene Ei (Gebundene Ausgabe)
Saskia verschwindet spurlos auf der Autobahnraststätte, und ihr Freund Rex erfährt erst Jahre später (am eigenen Leib), was mit ihr genau geschehen ist. Das goldene Ei (= Albtraum von Saskia) existiert auch in Wirklichkeit (in Form eines Sarges ...).
Tim Krabbé erzählt die Geschichte aus den Perspektiven von Rex und des Mörders, und die Kaltblütigkeit des Mörders ist erschreckend (da dieser ein so netter Mensch zu sein scheint).
Tim Krabbé tönt nur an, überlässt die Details der Fantasie des Lesers (und das gelingt ihm ausgezeichnet) -- kurz und gut ein Buch, das bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat und das ich nur wärmstens empfehlen kann.


Verglüht: Erzählungen
Verglüht: Erzählungen
von Catrin Barnsteiner
  Gebundene Ausgabe

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsame Menschen unter sich, 31. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Verglüht: Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch erzählt von ungewöhnlichen Menschen: Eine junge Frau möchte eine Party zu ihrem 30. Geburtstag geben, aber zuerst macht sie einen Probelauf. -- Zwei ältere Frauen denken sich Sünden aus, um sie wöchentlich dem (geliebten) Pfarrer zu beichten. -- Eine dickliche Frau zwängt sich täglich in ein zu enges Kleid, um den zarten Stoff berühren zu können. -- Eine Frau bringt Männer um, weil sie von ihrem Mann enttäuscht worden ist. -- Ein Mädchen wünscht sich Rollschuhe mit Flügeln, und beim Geldverdienen beobachtet sie einen Jungen, verliebt sich in ihn und kommt dabei ihrer Schwester in die Quere. -- Ein Detektiv observiert eine bekannte, bereits verblühte Schauspielerin und enttäuscht die Auftraggeberin, weil er sich nicht ganz an die Regeln hält.
Catrin Barnsteiners Stil ist knapp, elegant und humorvoll. Ihre Figuren leiden allesamt an Einsamkeit, aber keine bemitleidet sich selbst. Sie alle beissen auf die Zähne, schreiten (nach inneren Kämpfen) endlich mutig zur Tat und schaden sich oft nur selbst dabei. -- Meine Lieblingsgeschichten: "Eine Party" und "Ersatzflügel".


Der Hund von Balard: Roman
Der Hund von Balard: Roman
von Ludovic Roubaudi
  Gebundene Ausgabe

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schönes Buch ..., 21. Mai 2004
... mit viel Witz und Situationskomik, und jeder Satz erfreut mich mit seinem eleganten, schlanken Stil (kein Wort ist zu viel).
Verschiedene Randgestalten -- Marco (= der Chef), der Lange (= Ich-Person), der Belgier (= die Pflaume) und und und -- arbeiten als Zeltbauer in Paris, bekommen wöchentlich 200 Franc in die Hand gedrückt und versaufen es an den freien Abenden. Eines Tages taucht ein Hund auf, dem zuerst ein Zahn gezogen werden muss, und mit der Zeit entpuppt sich der Hund als Subjekt (= ein Tier, das nicht dressiert werden muss, sondern das die Tricks freiwillig und wie von selbst lernt). Marco gründet mit seinen Leuten einen Zirkus (er selbst war früher schon in diesem Metier tätig), und alles kommt gut ... hofft man wenigstens.
Auffallend bei diesem Buch: Roubaudi schreibt über alle Personen im Buch (Zeltbauer, Polizisten, Richter, Künstler, Taugenichtse, Wirtinnen, Ehefrauen, Alkoholker) mit sehr viel Liebe. Aus jeder Ritze des Buches scheint die Liebe zu strömen, an jedem Kerl findet er ein gutes Haar, eine nette Seite. -- Roubaudi ist ein Optimist (ohne jedoch zu übertreiben), nur am Schluss des Buches hat ihn der Optimismus verlassen. Vier schreckliche Zeilen genügen ihm, um alles einstürzen zu lassen. -- Eine Bitte an Sie, Ludovic Roubaudi: Lassen Sie Ihre Romanfiguren im nächsten Buch glücklich sterben ...


Das Beste, was einem Croissant passieren kann
Das Beste, was einem Croissant passieren kann
von Pablo Tusset
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Er raucht, sauft, stinkt ... und ist cool., 24. Oktober 2003
Ständig raucht er Gras und sauft scharfe Sachen, man macht sich direkt Sorgen um seine Gesundheit, und bald weiss man, dass er ein verkapptes (Philosophie-) Genie ist, das nach seinem entführten Bruder sucht und dabei dessen Bankkarte missbraucht. -- Spannend bis zum Schluss, wenn auch das Ende nicht ganz befriedigt.


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