Profil für Michael Collin > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Michael Collin
Top-Rezensenten Rang: 1.327
Hilfreiche Bewertungen: 326

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Michael Collin
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Dead Harvest (The Collector)
Dead Harvest (The Collector)
von Chris F. Holm
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

2.0 von 5 Sternen Eine Mischung aus Urban Fantasy und Noir-Krimi - die mich leider nicht überzeugt, 1. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dead Harvest (The Collector) (Taschenbuch)
"A STUNNING MIX OF URBAN FANTASY AND NOIR-DARK CRIME, DEAD HARVEST MARKS THE DEBUT OF A FABULOUS NEW TALENT" - so steht es auf dem Umschlag. Also gekauft, es scheint ja kein Weg daran vorbei zu gehen.
Im Horror-Genre hat sich mit den Jahren so einiges getan und inzwischen werden "Helden" angeboten, die vor Jahren kaum vorstellbar gewesen wären.
Im vorliegenden Fall Sam Thornton, der nicht nur tot ist und trotzdem auf Erden wandelt, sondern auch noch einen ausgefallenen Job ausübt. Er ist COLLECTOR, soll heißen, er ist damit betraut, hauptamtlich und unentgeltlich die Seelen der Verdammten einzusammeln und sie dem Herrn der Hölle zu übergeben. Natürlich hat auch ein Collector sein Berufsethos und Sam ist ein ehrenwerter Mann, wie aus dem nachfolgenden Dialog mit Kate hervorgeht:

"Why not just take my soul, then? It's not like I have anything left to live for."
"I can't. Whatever's going on here, your soul's not mine to take. My job is to collect the wicked, the corrupt. The taking of a pure soul is forbidden - the results would be catastrophic."
"Catastrophic how?"
"We're talking some serious End of Days s*** here, Kate."
"Oh," she said.

<spoiler>
Und so kommt es also, dass er die Seele von Kate, die ihre Familie in einem blutigen Massaker ausgelöscht hat, nicht einsammelt. Ein unerhörter Vorgang, denn noch nie hat ein Collector einen Auftrag verweigert. Aber Sam hat Grund zur Annahme, das Kate fremdbestimmt wurde und gar nicht aus Mordlust oder Mordgier gehandelt hat, sondern von einem Dämonen (oder so möchte ich ergänzen, was für eine Anmerkung) besessen war.
Es scheint, als wolle jemand (oder so, noch einmal; also vielleicht ein Dämon, wer weiß) Kate zu Unrecht in der Hölle schmoren sehen. Überirdisches Recht aber verbietet ausdrücklich, dass so etwas geschehe, die Konsequenzen wären unabsehbar:
"In a war between heaven and hell, who wins?"

In bester Privatdetektivmanier zieht Sam also los, um sich umzuhören, wer seinem Schützling Böses will, und wird prompt von einem Crown Vic angefahren, dem Gangsterauto der Pulps schlechthin. Wer mag im Auto gesessen haben? Engel, so scheint es, die Sam nach dem Leben (!) trachten. Warum sie ihr Vorhaben nicht zu Ende bringen, sondern vor einer noch meherere Blocks entfernten Polizeistreife Reißaus nehmen? Keine Ahnung, wirklich nicht.
Ein sonderbarer junger Mann, der hinter Sams Fassade schauen kann und selbst irgendwie übersinnlich ist, nimmt sich den Angeschlagenen an.

OK, an dieser Stelle hat mich Chris F. Holm als Leser verloren. Das ist mir alles zu dick aufgetragen, auch wenn sich der Anfang wirklich fluffig gelesen hat.
</spoiler>

Mir ist bewußt, dass ich mit meiner Meinung - wieder einmal - nicht auf der Seite der Mehrheit stehe, die diesen Roman überwiegend sehr gelobt hat.
DEAD HARVEST hat es ungerechterweise vielleicht deshalb besonders schwer, weil ich gerade Band 2 der MIRIAM BLACK-Reihe beendet habe (MOCKINGBIRD, von Chuck Wendig). Und im direkten Vergleich zu Wendig, und der Vergleich drängt sich nun aufgrund meiner Lesefolge leider auf, ergibt sich für Holm eine schlechte Bilanz: MIRIAM BLACK hat mehr Pfiff, mehr Tempo, tausend Mal mehr Witz und genauso viele Male mehr Charisma. Wendig schreibt besser und unterhaltsamer, aber:
Das eigentliche KO-Kriterium ist eben doch, dass mir Holms Personal einfach zu weit oben angesiedelt ist. Unter Engeln und Dämonen tut er es nicht, zugleich greift er aber auf die christliche Idee von Himmel und Hölle zurück.
Und die Idee des Collectors, der sich jeweils einen toten Körper als Behausung aussucht, bis er seinen nächsten Auftrag erfüllt hat, wird von Holm nicht konsequent weiter gedacht.

Im Fazit hat Holm ein nicht uninteressantes Konzept, mit dem er aber trotzdem an der wichtigsten Aufgabe scheitert: micht als Leser bei der Stange zu halten.


Butterfly Potion
Butterfly Potion
von Trent Zelazny
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,23

2.0 von 5 Sternen Noir zum abgewöhnen, 29. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Butterfly Potion (Taschenbuch)
BUTTERFLY POTION hat bei Goodreads so viele 5-Sterne-Rezensionen bekommen, da wollte ich das Buch unbedingt lesen - und habe es zu meinem Bedauern nun getan. Worum geht es?
Perry ist ein Alkoholiker, eine Barfly, ein Mensch, der sich regelmäßig in der Kneipe bis zum Umfallen, bis zum Blackout besäuft. Und wie die meisten Alkoholiker hat er natürlich einen guten Grund dafür, einen dramatischen, nämlich einen Schicksalsschlag. OK, wer findet, dass das ansprechend klingt, ist schon im Vorteil.
Nun braucht es noch ein wenig Handlung, und mehr als ein WENIG Handlung gönnt Zelazny seinem Leser auf knapp 100 Seiten dann auch nicht; und das Wenige besteht im Kern darin, dass Perry bei seinem letzten Blackout Geld, Handy und Schlüssel eingebüßt hat. Macht er sich also in der gegenwärtigen trunkenen Nacht auf die Suche nach seinen Habseligkeiten und findet dabei Zeit für ein Abenteuer mit der rothaarigen Talia, die nicht minder eine Barfly ist. Ich will hier nichts spoilern, aber das Ende, mein Gott, das Ende... grauenhaft schmalzig, rührselig, mir zumindest kaum erträglich. Daran, und auch an der so überstrapazierten wie abgedroschenen Metapher vom Schmetterling liegt es dann auch, dass selbst eine Kürzung um 60 - 70 Prozent aus der Handlung keine brauchbare Kurzgeschichte gemacht hätte.
Dabei finden sich, vor allem auf den ersten Seiten, durchaus immer wieder schöne Sätze: "He had forty-five cents in his pocket, which was enough to buy him nothing, and that was just fine. What he wanted was nothing." Aber solche Sätze alleine tragen keinen Text über 100 Seiten!

Fazit: Noir zum abgewöhnen, und wenn schon Säufer-Stories, dann lieber Bukowski.


Mockingbird
Mockingbird
von Chuck Wendig
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

5.0 von 5 Sternen Miriam Black - eine ungewöhnliche Heldin muss alles geben, um junge Mädchen vor einem Serienmörder zu retten, 29. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mockingbird (Taschenbuch)
OK, hier eine Kurzinfo für alle, die unentschuldbarer Weise BLACKBIRD, den ersten Roman mit Miriam Black, nicht gelesen haben:
Miriam ist mit der Gabe geschlagen, dass sie vor ihrem inneren Auge sieht, wann und wie jemand stirbt, sobald sie denjenigen erstmals berührt. Und sie hat die Erfahrung gemacht, dass sich das Schicksal nicht ohne weiteres ändern läßt. Um einen Tod zu verhindern, braucht es offenbar einen anderen, fast könnte man von einem kosmischen Gleichgewicht sprechen. Und das ist dann auch die Ausgangslage für MOCKINGBIRD. Miriam sieht voraus, dass mehrere junge Mädchen Opfer eines durchgeknallten Serienmörders werden. Um die grauenhaften Morde zu verhindern, muss Miriam alles geben:
"Once I thought I was a good girl but it ended up I was a bad girl. Then I thought that fate was what fate was but then I learned there was one way to change it. I thought I was a thief. But as it turns out...I'm a killer."
Und Miriam muss feststellen, dass sie weniger Zeit zur Rettung der Mädchen hat, als zuerst angenommen. Keine Zeit für Zimperlichkeiten, und kleinere Schusswunden muss Miriam so wegstecken.

Miriam BLACK, der Name ist Programm. MOCKINGBIRD ist eine Kombi aus düsterem Horror und spannendem Thriller, und wo Miriam auftaucht, ist der Tod Gewißheit.
"Miriam Black has a terrible talent" heißt es auf dem Umschlag, und das gleiche gilt ohne Frage für Chuck Wendig. MOCKINGBIRD ist geradlinig erzählt und Wendig kann es sich leisten, auf Schnickschnack und verwirrende Sprünge zu verzichten. Das Tempo ist hoch, dabei fesselt die Handlung durch Spannung, die an keiner Stelle abreißt, sowie durch Sprachwitz und eine Heldin, die einem unglaublicher Weise sympathisch ist; letzteres sollte einem eigentlich zu denken geben, denn Miriam Black ist total unangepaßt, um es einmal so milde wie möglich auszudrücken. F-Bombs ohne Ende, ein extrem loses Mundwerk und Kompromisslosigkeit sind ihr Markenzeichen. Da stellt sich auch die Frage, wie die Zukunftsaussichten für ihre Beziehung zu Louis sind, denn Miriam und Beziehung, das ist schon ein Gegensatz.
Neben atemloser Action erfahren wir in MOCKINGBIRD erstmals aber auch etwas über Miriams Herkunft, ihre Kindheit und ihre Familie.

MOCKINGBIRD liest sich sehr schnell, ist mega spannend und unterhaltsam. Ganz klar verdiente fünf Sterne!


Rachel Rising 1: Tochter des Todes
Rachel Rising 1: Tochter des Todes
von Terry Moore
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen If you wake up you are not dead - - - sicher?, 26. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
RACHEL RISING ist das erste Terry Moore-Comic für mich, ich kann es also nicht mit Moores anderen Büchern vergleichen. Sowohl Story als auch Artwork haben mir aber außerordentlich gut gefallen.

IF YOU WAKE UP YOU ARE NOT DEAD, heißt es irgendwo bei Donald Barthelme, aber RACHEL straft diese Behauptung lügen, und es ist nicht das erste Comic, in dem eine Tote im Zentrum steht (z.B. haben REVIVAL und CEMETEERY GIRL eine ähnliche Thematik).
Denn Rachel erwacht morgens im Wald, schleppt sich mühsam nach Hause und muss dort feststellen, dass etwas ganz gewaltig nicht stimmt mit ihr. Und es dauert noch eine Weile, bis sie die Wahrheit fassen kann: Rachel ist tot, oder doch zumindest mehr tot als lebendig. Jemand hat sie stranguliert und im Wald verscharrt.

Während im Zombie-Genre die lebenden Toten für Grauen, Gefahr und Horror stehen, gibt es auf der anderen Seite Figuren wie Rachel, die eigentlich das nette Mädel von nebenan sein könnte - wenn sie nicht tot wäre. Der Schrecken geht nicht von Rachel aus, die interessanter Weise zwar nicht gerade zur Identifikationsfigur für den Leser wird, diesem aber durchaus sympathisch ist; vielmehr beginnt man sich für die Frage zu interessieren, wer Rachel ums Leben gebracht hat und was es mit der "Bösen Frau" auf sich hat. RACHEL ist daher weniger eine Horror- als eine übernatürliche Geschichte, und diese Unterscheidung macht für mich durchaus Sinn. Denn es geht hier nicht um Momente des Grauens, die mehr oder weniger dicht aneinander gereiht werden, sondern um die Geschichte einer jungen Frau, die in einer Kleinstadt lebt(e). Daraus ergibt sich das Potenzial, die Story im (positiv verstandenen) Sinne einer Soap Opera episch zu erzählen und eine Vielzahl interessanter Charaktere einzuführen (ob Terry Moore das in den Folgebänden tun wird, kann ich nur vermuten).

TOCHTER DES TODES, der erste RACHEL-Sammelband (er enthält die Hefte 1-6), hat ein ungemeines Potenzial und aus meiner Sicht zu Recht 2012 den Harvey Award als beste neue Serie bekommen.
Terry Moore hat übrigens nicht nur die Story geschrieben, sondern auch die Artwork gemacht. Die Panels sind größtenteils schwarzweiß, Grautöne tauchen nur in sehr wenigen Panels auf. Das paßt einerseits gut zur Story und kommt andererseits mir als Liebhaber von Schwarzweiß-Comics sehr entgegen.


Das Imperium des Atoms
Das Imperium des Atoms
von Thierry Smolderen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Imperium des Atoms, 26. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Imperium des Atoms (Gebundene Ausgabe)
DAS IMPERIUM erzählt die Geschichte von Paul, einem amerikanischen Regierungsberater und SF-Autoren, der auf geheimnisvolle Weise mit Zarth Arn verbunden ist, dem Vertrauten des Imperators des Sternimperiums, 121.000 Jahre in der Zukunft.
Erzählt wird Pauls Leben im Stile eines Memory-Spiels. Die einzelnen Kapitel entsprechen den Kärtchen, und es braucht ein gutes Gedächtnis, um sie richtig zusammen zu führen, so dass die Geschichte aufgeht. Denn Smolderen springt nicht nur in Zeit und Raum hin und her, auch die Verschwörungen, in denen sich Paul bald als Spielball wieder findet, wollen durchschaut sein.
DAS IMPERIUM ist eine Hommage an die Pulps, Romane und Stories des Golden Age der SciFi. Anleihen macht Smolderen bei A.E. van Vogts gleichnamigen Roman, vor allem aber bezieht er sich auf die Biographie von Cordwainer Smith (auch die Zeichnungen, die Paul und seine Tochter darstellen, haben durchaus Ähnlichkeit mit Paul Linebarger, so Cordwainer Smiths richtiger Name).

Die Zeichnungen von Alexandre Clerisse erinnern mich ein wenig an Illustrationen aus meinen Kinderbüchern der 50er Jahre, sind ungemein charmant und setzen Smolderens Text perfekt ins Bild. Der Aufbruch ins "Atomzeitalter" wird hier spür- und greifbar.

Das IMPERIUM ist nicht nur für Comic-Leser ein Leckerbissen, sondern auch für alle, die ein Faible für SciFi und die 50er Jahre haben.


Ghost Money 2: Chamzas Augen
Ghost Money 2: Chamzas Augen
von Dominique Bertail
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

3.0 von 5 Sternen Die Jagd auf den Schatz der Al Kaida geht weiter, 24. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
CHAMZAS AUGEN hat mich nicht ganz so überzeugt wie der erste Band. Die Artwork gefällt mir wieder sehr gut, aber die Handlung finde ich etwas verworren - was vermutlich auch damit zu tun hat, dass ich kein Fan von Verschwörungs- und Spionagethrillern bin. Zwar geht die Handlung voran, aber es kommen kaum neue Elemente zum ersten Band hinzu. Am meisten interessiert mit die Beziehung zwischen Lin und Chamza, aber die spielt hier nur eine sehr untergeordnete Rolle.


Swordsman of Mars D 516
Swordsman of Mars D 516
von Otis Adelbert Kline
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Burroughs kann's besser, 24. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Swordsman of Mars D 516 (Taschenbuch)
Es heißt, dass Otis Adelbert Kline der einzige Autor sei, der den Anspruch erheben dürfe, eine Konkurrenz zu Edgar Rice Burroughs zu sein.
SWORDSMAN OF MARS ist eine kräftige Anleihe an ERBs A PRINCESS OF MARS (um nicht des böse Wort Plagiat zu bemühen, dass bei den Pulps ohnehin kaum Sinn macht), allerdings lange nicht so unterhaltsam. Auch wenn sicherlich niemand ERB als großen Stilisten bezeichnen würde, so ist ihm erzählerisches Talent keinesfalls abzusprechen. Schon am Erzählerischen hapert es beim SWORDSMAN aber, mich hat die Handlung einfach nicht mitgerissen. Wäre der Roman straffer und hätte er 40 Seiten weniger, wäre er als durchschnittlicher Pulp-Roman für mich OK gewesen, aber so hat sich die Lektüre wie Kaugummi gezogen. Die genretypischen Schwächen muss man verzeihen, und das tue ich auch gerne, aber wenn es an der Unterhaltsamkeit mangelt, an der Spannung, dann bleibt nur ein Fazit: wegen des coolen Covers den alten ACE-Band kaufen, wenn man ihn billig findet, zum Verzehr aber ist der SWORDSMAN eher ungeeignet.


Ghost Money: 1. Die Dame aus Dubai
Ghost Money: 1. Die Dame aus Dubai
von Thierry Smolderen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Dame aus Dubai, 23. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im Irakkrieg lernen sich vier skrupellose Amerikaner kennen, die später gemeinsam ihr Unwesen beim militärischen Geheimdienst der USA treiben werden. Nach 9/11 werden sie zu Schatzsucher übelster Sorte: sie wollen den Schatz der Al Kaida in ihren Besitz bringen, eine riesige Geldsumme, die durch Börsenspekulationen im unmittelbaren Vorfeld des Terrorakts angehäuft worden sein soll. Um an diesen sagenhaften Schatz zu kommen, schrecken sie vor Folter und Mord nicht zurück. Damit sie noch ein bisschen widerlicher geraten, sind zwei von ihnen auch sexuell pervers, womit Smolderen des Guten" schon fast zu viel getan hat.

Auf der anderen Seite steht die geheimnisvolle Chamza, jung, schön und unglaublich reich, eine ungebundene Frau, die ihr Leben im Luxus des Jet Sets lebt. Handelt es sich bei ihrem Vermögen vielleicht um den Schatz der Al Kaida? Sie gerät ins Visier der Geheimdienstlicher, die keinerlei Kontrolle und keinen moralischen Werten unterworfen sind.

Es ist das London der 2020er Jahre, eine an der Oberfläche helle, klare Zukunft, in der aber staatliche Überwachung durch Dronen und Terroranschläge sowie Machtmissbrauch an der Tagesordnung sind, in der die Studentin Lindsey bei einer Bombenexplosion von Chamza gerettet wird und sich bald sehr zu ihr hingezogen fühlt. Chamza bewegt sich mit unaufgeregter Eleganz und größter Selbstverständlichkeit auf den Tummelplätzen der Reichen und Schönen, und bald lädt sie Lindsey ein, sie für einige Stunden von London nach Dubai oder nach Shanghai zu begleiten. Lindsey, die aus bürgerlichen Verhältnissen kommt, ist angetan vom Leben im Luxus, mehr aber noch von der Persönlichkeit ihrer neuen Freundin. Zugleich wird Lindsay aber auch bewusst, dass Chamza Geheimnisse hat, in die sie nicht hineingezogen werden möchte.

Richtig Fahrt nimmt die Handlung auf, als die Geheimdienstler einen Überfall auf Chamza ausüben, um diese künftig technisch überwachen zu können. Hier legt Smolderen den Grundstock für die folgenden Bände.

Die Artwork von Bertail harmoniert wunderbar mit dem Inhalt. Dunkle, bedrückende Panels zeigen Kriegs- und Folterbilder (aber keine Sorge, es sind dieses nur kurze Passagen) sowie die durchgeknallten Schatzsucher", während die Welt des Jet Sets in lichten Farben und mit klarem Strich dargestellt wird; vermittelt wird zugleich jedoch ein Gefühl der Leere und Einsamkeit. Dass die Handlung in der Zukunft spielt, wird mehr angedeutet, Bertail zeichnet erfreulich subtil.

Inhaltlich sowie auch künstlerisch bewegt sich Lindsey zwischen den Welten, die mit den Amerikanern zunächst und glücklicherweise nichts zu tun hat, aber auch nicht in die Welt von Chamza passt. Die Panels, die sie zeigen, geben etwas von der positiven Naivität dieser jungen Frau wieder.

Direkt nach dem Lesen fand ich GHOST MONEY einfach nett" - was ja eher das Gegenteil eines Lobes ist -, aber bald stellten sich Nebenwirkungen ein und die Handlung begann mich zu beschäftigen. Smolderen entwickelt die Story langsam und gesteht ihr einen eigenen Rhythmus zu, der sehr gut durch die Artwork unterstütz wird. Viele Panels haben eine gewisse traumhafte Qualität und man blickt bald durch Lindseys Augen auf eine Wirklichkeit, die sich schwer fassen lässt. Man möchte Chamza wieder sehen, aber zugleich stellt sich die Frage, ob man ihr trauen kann. Und wer möchte diese irren Geheimdienstler am Hacken haben? Fast möchte ich Lindsey zurufen: Halte dich von Chamza fern, sei vorsichtig! Aber was wird dann aus der Liebe?
Und schließlich will ich doch wissen, wie es weiter geht


Coffin Hill Vol. 1: Forest of the Night
Coffin Hill Vol. 1: Forest of the Night
von Caitlin Kittredge
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,30

4.0 von 5 Sternen Nahezu klassische Hexengeschichte in neuem Gewand, 22. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
COFFIN HILL ist eine eigentlich erstaunlich klassische Hexengeschichte, die aufgepeppt wird durch den Kontrast zwischen Kleinstadt und altem Südstaatenflair einerseits und andererseits der rebellischen jungen Generation, die sich mit Drogen, Alkohol und schwarzen Messen die Langeweile vertreibt. Verbunden werden die Elemente durch die Hexenkräfte, die als Fluch auf den Coffins liegen. Verschwundene Mädchen und ein altes Familiengeheimnis kommen als Mystery-Element hinzu.
Eve Coffin ist sympathisch taff und unangepaßt, aber wie die anderen Figuren in der Story auch könnte sie mehr Tiefgang vertragen. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass durch eine unnötig verschachtelte Erzählweise über die Klischees hingeweggetäuscht werden soll, aus denen sich die Handlung nicht befreien kann.
Trotzdem gibt es einen vierten Stern, denn die Zeichnungen von Inaki Miranda machen aus der gewöhnlichen Geschichte doch noch ein erfreuliches Leseabenteuer und holen für Kittredge die Kohlen aus dem Feuer.


Resident Alien Volume 1: Welcome to Earth!
Resident Alien Volume 1: Welcome to Earth!
von Peter Hogan
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

3.0 von 5 Sternen Ein Alien auf Mördersuche, 20. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
RESIDENT ALIEN #1 klingt vielversprechend. Ein Alien wartet nach einer Bruchlandung in dem amerikanischen Kaff Patience darauf, wieder nach Hause geholt zu werden; dann wird der einzige Arzt in Patience das dritte Opfer einer Mordserie.
Und nun verbinden sich die beiden Elemente SF und Mystery: Das freundliche Alien hat sich als Arzt im Vorruhestand namens Harry Vanderspeigle getarnt und soll jetzt auf Bitte des Bürgermeisters vertretungsweise die vakante Stelle des Dorfarztes einnehmen. Herausgerissen aus seiner dreijährigen Isolation beginnt Harry Anteil am Gemeinwesen zu nehmen und schließlich auf eigene Faust nach dem Mörder zu forschen.
Aber die Story hat konzeptionelle Schwächen. Enttäuschend fand ich, dass sich die Handlung kaum verändert hätte, wenn Harry, der im Mittelpunkt der Handlung steht, kein Alien, sondern ein einheimischer Arzt gewesen wäre. Für die Aufklärung der Mordserie hat die extraterristrische Identität von Harry keine Bedeutung. Auch überrascht es, wie gut sich Harry, obwohl er sehr zurückgezogen gelebt hat, in Sitten und Gebräuche der Erdbewohner gefunden hat. Fast möchte man sagen, der bessere Mensch sei er sowieso. Was nun den Kriminalfall angeht, so ist dessen Auflösung nicht sehr spannend und mitgefiebert habe ich auch nicht, dazu gibt der Gang der Handlung kaum Gelegenheit.
Im Fazit ist zur Story also zu sagen, dass Peter Hogan das Potenzial der beiden Genres, die er verbunden hat, nicht ausgeschöpft hat und erst recht keine synergetischen Effekte eintreten. Schade!

Die Artwork von Steve Parkhouse ist OK, die Panels mit ihren klaren Linien und überwiegend hellen Farben schauen sich angenehm an. Die Darstellung von Harry ist allerdings extrem einfallslos und entspricht dem gängigen Klischee des Aliens. Und wer das Trade Paperback wegen des actiongeladen trashigen Covers kauft, wird sich bitter einttäuscht finden.

2,5 Sterne, aufgerundet auf drei, da sich der Band trotz aller Schwächen angenehm liest.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20