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Rezensionen verfasst von
"pendikel"

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Out of Exile
Out of Exile
Preis: EUR 5,99

17 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Durchschnittsrock :-(, 22. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Out of Exile (Audio CD)
Es tut schon weh. Soundgarden und Rage Against The Machine waren - nicht nur für mich - zwei der wichtigsten und prägendsten Bands der Neunziger, und ihr Ausscheiden aus dem Rock'n'Roll-Zirkus 1997 bzw. 2000 war ein herber Schlag für die Fangemeinden. Denn auch wenn diese Entscheidungen nicht völlig vor dem Erreichen des jeweiligen Schaffenszenits getroffen wurden, so waren "Down On The Upside" von Soundgarden und "The Battle of Los Angeles" von RATM zwei Werke, die die Klasse dieser Bands noch einmal nachdrücklich demonstrierten.
Das Danach erwies sich als ebenso spannend wie kontrovers: Unter dem Namen Civilian geisterten erste Demos der ebenso denk- wie merkwürdigen Fusion aus der Soundgarden-Stimme Chris Cornell und den Rage-Instrumentalisten Tom Morello, Brad Wilk und Tim Commerford durchs Netz, die später auf dem bestens produzierten Audioslave-Debüt ihre volle Pracht entfalten sollten. Der Haken dabei: Man merkte das handwerkliche Können ebenso wie das Noch-nicht-Zusammenpassen von Soundgarden-Songwriting und Rage-Grooves. Dass es trotzdem irgendwie funktionierte, resultierte wohl aus dem Talent der Beteiligten und der Qualität der jeweiligen Song-Rohmasse(n).
Beim Nachfolger "Out of Exile" hingegen haben sich die Parteien soweit angenähert, dass man nicht mehr klar von einem Hybridmodell sprechen kann. Dumm nur: Wo das Debüt zwar Standards vorlegte, das aber überzeugend, sind die Beteiligten heute satt und müde geworden. Es ist sicher schön für Chris Cornell, dass er mit seiner neuen Familie glücklich ist, und es ist auch alles andere als unnormal, mit 42 Jahren nicht mehr so wütend zu sein wie mit 24. Aber müssen dabei solche textlichen wie musikalischen Seichtigkeiten wie "Yesterday to Tomorrow", "Doesn't Remind Me" oder der Titeltrack herauskommen?
Vielleicht ist es aber auch der direkte Vergleich vor allem mit altem Soundgarden-Material, das einfach unerreichte Maßstäbe in Lyrik und Klang gesetzt hat, wodurch "Out of Exile" so glatt und gefällig, ja harmlos wirkt. Vielleicht muß man diese Platte in dem Fall als für eine neue Hörergeneration gedacht sehen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass die Teenies von heute über Audioslave Zugang zu den ursprünglichen Gruppen erhalten. (Mir ging es so mit A Perfect Circle, über die ich erst Tool zu schätzen lernte.) Insofern bietet die Platte gut gemachte Popmusik mit mal mehr, mal weniger deutlichem Rock- und Crossovereinschlag. Aber für einen durch die Originale verwöhnten Hörer ist das einfach nicht genug.


Superunknown
Superunknown
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 9,19

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen maximumrocknroll, 15. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Superunknown (Audio CD)
Es ist schön, wenn der Erfolg manchmal doch die trifft, die ihn sich hart erarbeitet und den Weg des natürlichen Wachstums gewählt haben. Bei Soundgardens Meisterstück und - "Black Hole Sun" sei Dank - Durchbruch zum MTV-Mainstream war genau dies der Fall, nachdem die Band in ihren frühen SubPop-Tagen ein entscheidendes Stück dazu beigetragen hatte, das zu definieren, was später als Grunge mediale Furore machen sollte. Nachdem Soundgarden mit dem 92er Vorgänger "Badmotorfinger" eine der überzeugendsten und variantenreichsten Definitionen von harter, schwerer Rockmusik (man kann auch Heavy Metal dazu sagen) der Neunziger vorgelegt hatten, erschloss sich die Band nun das weite Terrain von Psychedelic, Garagenrock (inspiriert durch das exzellente Hater-Projekt des Bassisten Ben Shepherd), experimentellen und akustischen Sounds. Dabei entstand ein Album, das durch seine schier unfassbare stilistische Bandbreite, die exzellenten songschreiberischen und technischen Fähigkeiten der vier Musiker und durch die Produktion von Michael Beinhorn, der den Songs ein Soundgewand für die Ewigkeit verpasste, sämtliche Vergleiche weit von sich weist und auch heute noch eine einsame Spitzenstellung in der Musik der Neunzigerjahre (und danach) einnimmt. Einzelne Songs hervorzuheben, ist bei dieser Platte schwierig, da sie ebenso für sich wie auch im Kontext des Albums überzeugen, aber neben den Aushängeschildern "Black Hole Sun" und "Spoonman" können das komplexe "My Wave", die vertonte Depression "Fell On Black Days", das zynische "The Day I Tried to Live" und das monumentale "Limo Wreck" ebenfalls glänzen.
Fazit: Wer sich in irgendeiner Form mit Rockmusik beschäftigt, kommt an diesem Album nicht vorbei. Klingt platt, ist aber so. Und wer, wie ich, "Black Hole Sun" einmal zu oft gehört zu haben glaubt, findet hier fünfzehn Stücke, die die gleiche Qualität wie der Single-Hit aufweisen und nicht ausgenudelt sind.


Led Zeppelin III
Led Zeppelin III
Preis: EUR 13,29

12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen stadt, land, zeppelin, 23. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin III (Audio CD)
Immerhin: Es geht gleich programmatisch los, wenn auch nicht bezüglich dieses speziellen Albums, so doch als Bandmanifest. Im "Immigrant Song" beschreibt Robert Plant Led Zeppelin als Horde plündernder Wikinger, deren einziges Ziel die "Küste im Westen" ist. Dazu Kampfrufe, ein galoppierender Bonzo-Beat und ein unverkennbares Jimmy-Page-Riff (für das sich die ansonsten von mir hochgeschätzten Mother Tongue nicht zu schade waren, es für den Opener "Dark Side Baby" IHRES Albums "Ghost Note" von 2003 komplett zu klauen).
Wie gesagt, ein den Bandmythos schön zusammenfassendes Stück, für Zeppelins Dritte allerdings weniger repräsentativ. Zurück zur Natur heißt ansonsten das Motto und Bron-Yr-Aur in Wales das entsprechende Kreativ-Shangri-La, in welches sich Page und Plant 1970 zurückzogen, um nach dem Über-Erfolg des Heavy-Rock-Prototypen "Led Zeppelin II" über neue Richtungen zu grübeln, in die der Zeppelin in Zukunft fliegen sollte.
Eine dieser Richtungen hieß Folk und Akustik, was denn auch auch den Sound von "Led Zeppelin III" bestimmt, und dies vor allem auf der zweiten Seite. Mit "Friends" wird allerdings zunächst die orientalische Variante des Folk'n'Roll erkundet, während "Celebration Day" mit seinem hektischen Slide-Geschrammel an einen aufregenden Tag irgendwo im heißen Süden der USA erinnert. (Tatsächlich geht es wohl um Plants Eindrücke von den diversen Amerika-Tourneen, einem Kapitel für sich im dicken Buch des Zeppelin-Mythos.) "Since I've Been Loving You" ist der einzige Blueser des Albums, und ein beeindruckender dazu, aber dennoch symptomatisch für die Abwesenheit zweier der bisher deutlichsten Einflüsse der Band, nämlich harten Rock und besagten Blues. "Out On The Tiles" ist nicht weiter erwähnenswert, wenn man vom leidlich funkigen Riff absieht - vielleicht hätte etwas mehr Produktion oder Schliff dem Song gut getan.
Die zweite Seite bringt dann die volle Folk-Dröhnung (wenn man das so sagen kann), angefangen bei "Gallows Pole", einem neu arrangierten traditionellen Standard, der aber ausgezeichnet zu Plants ohnehin keltophilen Texten paßt. Mit "Tangerine" griff Jimmy Page überraschend auf einen alten Popsong aus dem Yardbirds-Archiv zurück, und mit "That's The Way" gibt es Zeppelins wohl sanftesten Song, der einfach schön und kuschelig ist und ein wenig an fallendes Herbstlaub erinnert. (Naturplatte, wie gesagt.) "Bron-Y-Aur Stomp" macht dann noch mal richtig einen auf Landhausparty, während "Hats Off To (Roy) Harper" zumindest mir den Abschluss dieses netten Albums ein wenig durch seine gewollt verrückt-psychedelische Atmosphäre vermiest.
Für das, was die Leute seinerzeit von Led Zeppelins drittem Album erwarteten, war die Platte sicher ein mutiger Schritt, denn sie machte deutlich, dass Page, Plant, Jones und Bonham ihren eigenen Weg zu gehen gedachten und das auch weiterhin tun sollten. Ähnlich wie bei "Houses Of The Holy" und "In Through The Out Door" sollte dieser Mut nicht immer mit Kritikerlob und Publikumsliebe belohnt werden, und es gibt sicher eingängigere Alben der Band als "Led Zeppelin III". Trotzdem empfohlen, denn es enthält einige gute Songs und macht den Umfang des Zeppelin-Spektrums erst vollständig sichtbar.


Led Zeppelin IV
Led Zeppelin IV
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 12,37

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hat schon seine gründe..., 23. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin IV (Audio CD)
...dass immer wieder diese Platte auftaucht, wenn es darum geht, DAS Led Zeppelin-Album zu benennen. Der Hauptgrund dafür dürfte JENER Song sein, der im Zweifelsfalle Leuten auf die Sprünge hilft, wenn sie mit dem Bandnamen erst mal nichts anfangen können. Und de facto ist "Stairway To Heaven" auch einfach mal eine Bank der Rock'n'Roll-Kultur, vom akustischen Intro über den Tolkien-freundlichen Text von Robert Plant bis zur Klimax, die wohl jeder Rock-Fan in jeder Lebenssituation mitgrölen und -fiedeln kann (und das wohl auch meistens tut).
Aber nun besteht dieses namenlose Album ja doch aus sieben weiteren Songs, von denen die meisten zwar nicht ganz die mythische Dimension von "Stairway" angenommen haben, sich hinter dem Über-Epos allerdings auch nicht zu verstecken brauchen. Sucht man jedenfalls als Zep-Einsteiger nach einem Album, auf dem die Stärken und Eigenheiten der Band am Repräsentativsten zu erkennen sind, so ist "Zoso" sicherlich eine sehr gute Wahl. Das geht los mit zwei crunchenden Rock'n'Roll-Stücken, wovon das Zweite schon im Titel nicht mit seinem Wesen hinterm Berg hält. "The Battle Of Evermore" ist - wenn es sowas gibt - purer Bombast-Folk, während "Going To California" schlicht und ergreifend das Akustik-Stück ist, nach dem Fiedelmeister Jimmy Page immer gesucht hat - jetzt hat er es gefunden. Überhaupt ist die Vierte wohl das hippiemäßigste Zeppelin-Werk: Robert Plant träumt von mythischen keltisch-tolkienisch inspirierten Schlachten, Maiköniginnen und Kindern mit Blumen im Haar. Ein klein wenig Sozialkritik schimmert dann in "Misty Mountain Hop" auch noch durch, wenn er - nicht ahnnend, dass die Beastie Boys oder The Prodigy Jahrzehnte später die gleiche Faust in den Himmel strecken würden - Polizeigewalt und repressive Obrigkeit beklagt. "Four Sticks" ergänzt die Philosophie akustisch durch Anleihen an arabisch-orientalische Klänge, wodurch auch wieder Led Zeppelins Bedeutung für die Aufnahme von Weltmusik-Elementen in das abendländische Pop-Alphabet deutlich wird - ein Ansatz, den Page und Plant bei ihrer "UnLedded"-Reunion 1994 verstärkt wieder aufleben lassen sollten.
Das andere Meisterstück und "Stairway" absolut gleichwertige Gegengewicht am Ende der zweiten Plattenseite ist allerdings "When The Levee Breaks". Eines der - im Sinne von heavy - schwersten, durchschlagendsten und - ja - absolut zeitungebundensten Stücke, die Led Zeppelin jemals aufgenommen haben, und durch die Beteiligung aller vier Piloten am Zustandekommen auch in der Hinsicht würdiges Beispiel für Zeps Vorzeigealbum. Eigentlich ein alter Blues von Memphis Minnie, aber auch hier gilt: Was andere Leute Klauen nennen, ist in Wirklichkeit eine Adaption, die auf nahezu perfekte Weise das Rückgrat des Blues mit den stählernen Muskeln des Heavy-Rock kombiniert und damit etwas ganz Neues schafft. John Bonhams Schlagzeug klang nie wieder so übermenschlich wie hier.
Also: Wer Led Zeppelin entdecken will, kommt an dieser Platte nicht vorbei. Man muß allerdings auch nicht bei "Stairway To Heaven" stehenbleiben, denn damit würde man dem kreativen Potenzial dieser Band nicht gerecht. Von hier aus zu weiteren Erkundungsflügen empfohlen: Led Zeppelin I (für die Blueswurzeln), III (fürs Akustische), Presence (für das, äh, Heavy-artige).


Physical Graffiti/Remaster(Vin
Physical Graffiti/Remaster(Vin
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 30,56

31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "einmal zep mit alles", 23. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Physical Graffiti/Remaster(Vin (Audio CD)
Die Versuchung, ein Doppelalbum zu machen, die - öfter mal, aber nicht nur - Bands befällt, die vor Kraft kaum laufen können, war zu dem Zeitpunkt, als diese Platte herauskam, noch keine alltägliche Angelegenheit. Später sollten ihr dann Guns N' Roses, Goldie und allzuviele andere mehr nachgeben, mit teilweise mehr als durchwachsenen Resultaten. Von daher ist "Physical Graffiti" eher nicht als leuchtendes Vorbild zu nehmen.
Dennoch: Trotz der mangelnden stilistischen Geschlossenheit auf CD 2 (bzw. Seite 3 und 4) können die meisten Tracks des Albums ein hohes Niveau an künstlerischer Qualität halten. Es macht sich aber eben auch bemerkbar, dass "Graffiti" neben der Arena für neue Zeppelin-Stücke auch Abladeplatz für Übriggebliebenes der letzten vier Jahre ist: "Bron-Yr-Aur", "Boogie With Stu", "Down By The Seaside" und "Black Country Woman" gehören ebenso eindeutig auf "Led Zeppelin III" wie "Houses Of The Holy" auf gleichnamige Platte gehört. Wirklich original neu und "Klasse von 1975" sind "Custard Pie" (knusperknabberknackigfrisch), "The Rover" (eigentlich auch ein 1970er Headley Grange-Stück, vom Sound aber komplett modernisiert), "In My Time Of Dying", "Trampled Underfoot", "Kashmir", "In The Light", "Ten Years Gone" und "The Wanton Song" (wie "Songfacts" so treffend zusammenfaßt: "This is about sex." Mit Rückwärtsecho, könnte man noch hinzufügen). Im Prinzip hätte man das ganze Paket - auch das ein Gedanke, wie er einem öfters mal bei Doppelalben in den Sinn kommt - auf eine kompakte Scheibe eindampfen können, aber es hat halt anders sollen sein.
Genug Kritik am Mosaik: "Physical Graffiti" macht Laune, ist ehrfurchtgebietend und wartet mit einigen der stärksten Zeppelin-Songs ever auf. Die erste CD (bzw. Seiten 1 und 2) funktioniert trotz ihrer zeitlichen Inkohärenz reibungslos, mit "In My Time Of Dying", "Trampled Under Foot" und natürlich "Kashmir" als bahnbrechenden Meisterstücken in Sachen epischer Doom-Blues, Sex-Funk und Riffmonstrosität - die Essenz Zeppelin'schen Schaffens also.
CD 2 wirkt dagegen stark durcheinandergewürfelt, und nur die 75er Tracks "In The Light" - eine wunderbare Kombination aus ätherischen Synthesizern und klassischem Zep-Rock - sowie das herzzerreißend schöne "Ten Years Gone" können den Standard halten, den die erste Hälfte gesetzt hat. Die übrigen Songs stammen eben aus anderen Epochen in der Bandhistorie und hätten am besten auf den zugehörigen Alben funktioniert, aber wenn man jedes Lied für sich nimmt, sind schon ein paar schöne Sachen dabei.
Fazit: Zeppelins Reste-Rampe leidet mitunter an ihrem zusammengewürfelten Charakter, aber die Songs sind schon ziemlich GUT. Mehr/größer/größenwahnsinniger ging einfach nicht, und "Presence" sollte danach auch wieder kleinere Experimentier- und Nachverwertungsbrötchen backen.


Houses of the Holy
Houses of the Holy
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 15,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen funky!, 22. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Houses of the Holy (Audio CD)
Das Album, welches vom Depri-Rock der "Presence"-Phase am weitesten weg ist. Pure Spiel- und Experimentierfreude, Übermut und Lust am Leben zeichnen diese Platte aus, und es macht einfach immer wieder Spaß, sie zu hören. Ähnlich wie auf dem zweiten und vierten Album ist "Houses Of The Holy" nach dem alten LP-Prinzip in zwei kleine Suiten aufgeteilt, die jeweils einen kraftvollen Song (der High-Speed-Opener "The Song Remains The Same" bzw. das eher im Midtempo beheimatete "Dancing Days") enthalten, ein langsames, verträumt-psychedelisches Opus (das Plant'sche Märchenland "The Rain Song" versus die Jones-Meisterleistung "No Quarter") und eine nicht ganz ernst gemeinte Nummer (die witzig gemeinte, tatsächlich aber eher nervige James-Brown-Parodie "The Cringe" und die wesentlich angenehmere Reggae-Adaption "D'yer Mak'er"). Dazu kommen mit dem akustisch-rockig-wieder-akustisch geprägten "Over The Hills And Far Away" und der ultimativen Fan-Hommage "The Ocean" für mich noch zwei der besten Nummern, die Led Zeppelin je geschrieben haben.
Wie gesagt: Diese Platte macht einfach Spaß und hat trotzdem die Tiefe, die man bei Led Zeppelin mal mehr, mal weniger einfach finden kann. Neben "In Through The Out Door" sicher das Zep-Album, auf dem die Gruppe am meisten Spaß am Experiment hatte, aber noch schwebt hier - im Gegensatz zu den beiden anderen genannten Alben - ein guter Geist über der Musik. Nur schade, dass der Titeltrack erst auf "Physical Grafitti" erschien und nicht, sagen wir mal, statt "The Cringe", dann hätten wir es hier vielleicht mit dem perfekten Zeppelin-Album zu tun. Aber bekanntlich kann man nicht mal bei Supergruppen alles haben.


Presence
Presence
Wird angeboten von westworld-
Preis: EUR 15,92

41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen das böse album, 22. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Presence (Audio CD)
Jawohl, es ist ein böses Album. Es fällt einem bloß zuerst nicht auf, wenn man nur auf die Musik hört. Kaputt, ja, melancholisch, bestimmt, aber bis auf den Absturz bei "Tea For One" - nicht qualitativ, sondern in der Stimmung - trotz allem mitreißend. Der Opener "Achilles' Last Stand" gleich eine tour de force, galoppierendes Schlagzeug, komplexer Aufbau, zehn Minuten lang und doch keinen Moment langweilig. Die Gitarren sind funky, sie ärgern einen mit ihrem Stop-and-Go-Geziere, trotzdem fließt das Album ohne große Hindernisse. Man runzelt zwar mitunter die Stirn, weil Plant manchmal echt kaputt klingt, aber wie gesagt, erst mal fällt es nicht wirklich ins Gewicht. "Nobody's Fault But Mine" ist so ein Song, der trotz seiner rhythmischen Gebrochenheit so sexy groovt wie sonst nur "Trampled Under Foot" (of Physical Graffiti fame). Das fußlahm anmutende Remake des "UnLedded"-Spektakels ärgerte mich denn auch ziemlich, doch wenn man feststellt, dass das Original eigentlich ein alter Blues ist UND sich den Text mal genauer ansieht, fühlt man sich unweigerlich an die Höllenvisionen eines Robert Johnson erinnert, und die 94er Version ergibt auf einmal Sinn. "The Devil he told me to roll..." - und so weiter. Jimmy Pages Faszination für schwarze Magie hin, "Zeppelin-Fluch" her - dass diese Platte nicht in einer Phase süßer Harmonie entstanden ist, merkt man dann doch.
Und erst die anderen Texte: "For Your Life" handelt von schlechten Drogen und desillusioniertem Groupie-Sex und "glänzt" mit einem gestammelten "Don'cha wanna coca-coca-cocaine?"; "Royal Orleans" erzählt nur halb belustigt von einem Transvestiten-Zwischenfall (angeblich war Bassist John Paul Jones der Betroffene), "Candy Store Rock" gibt Plants typische Notgeilheit vor, kann den müden und kaputten Charakter des Albums aber auch nicht übertönen. Und in "Hots On For Nowhere" und dem erwähnten "Tea For One" läßt Plant dann endgültig die Maske fallen und klagt der Welt von Verrat und Verlassenheit.
Wie gesagt: Hört man nur das, was zunächst dieses Album auszumachen scheint, ist "Presence" ein weiteres Highlight in der Reihe von Led Zeppelins Erfolgsalben. Zwar weder so verspielt wie "Houses Of The Holy" noch so vielseitig wie "Physical Grafitti" und erst recht nicht so ungestüm-selbstherrlich wie die ersten beiden Zep-LPs, ist es doch ein knallhartes, originelles Heavy-Rock-Album und nicht zuletzt fast ausschließlich Pages und Plants Ding. Aber schaut man hinter die beeindruckenden Klanggemälde, erkennt man das Bild einer Band, die erstmals mit der Situation zu kämpfen hatte, dass sie nicht unverwundbar ist.
Bewertung: objektiv sind es fünf Sterne, aber einen Punkt Abzug für die miese Stimmung. Trotzdem, wahrscheinlich mein liebstes Zeppelin-Album.
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In Through the Out Door
In Through the Out Door
Wird angeboten von marvelio-germany
Preis: EUR 10,87

42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen was lange währt..., 19. August 2005
Rezension bezieht sich auf: In Through the Out Door (Audio CD)
Zwei Dinge sind bereits über diese Platte gesagt worden, denen ich mich anschließen möchte: Erstens ist "In Through The Out Door" definitiv das Led Zep-Album, was dem Hörer am meisten Zeit und Aufmerksamkeit (und von mir aus auch Offenheit oder gar Reife) abverlangt, und zweitens ist es durchaus ein Produkt seiner Zeit. Synthesizersätze wie auf "Carouselambra" oder "All My Love" würden heute nicht mal mehr hippe Achtziger-Revivalisten "ironisch gebrochen" verantworten wollen (schließlich wird bei Revivals eh immer das Häßliche weggelassen und das cool Anmutende zeitgemäß verschlankt/aufgebügelt - wer würde sich heute auch trauen, wirklich ECHTE Siebziger-Schlaghosen zu tragen?). Als ich vor Jahren dieses Album als Abschluß meiner Zeppelin-Sammlung kaufte, hätte ich es am Liebsten gleich wieder zurückgegeben, denn außer "In The Evening" gab es auf Anhieb tatsächlich nichts, was erstens an alte Zep-Tugenden erinnert und sich zweitens nicht in besagte Kruste aus Spätsiebziger-Synthie gehüllt hätte.
Hier kommt aber jener Punkt ins Spiel, dass man womöglich nicht ewig Bluesrock, Hardrock, Cockrock oder was auch immer spielen/hören kann/mag; und diejenigen, welche Zeppelin hier Anbiederung an Trends oder Verrat an alten Idealen (*gähn*) vorwerfen, können ja weiter die Zweite hören. Wahrscheinlich haben sie auch verdrängt, dass Led Zeppelin nie auf ein Genre festzunageln waren, denn in Sachen Arrangement, Stilvielfalt und Experimentierfreude war diese Band noch nie schüchtern. Bei mir war es erst vor kurzem der Fall, dass ich dachte: "South Bound Suarez" hat eigentlich einen ziemlich funky Groove, das sollte ich mir noch mal anhören. Und Tatsache: Der Song reißt mit und funktioniert. Gleiches galt (plötzlich) für "Fool In The Rain" (wer Samba nicht mag, mag auch das Stück nicht, aber sie machen es einfach GUT), das vergessene Prog-Meisterwerk "Carouselambra" (wer die Dynamik eines "Stairway To Heaven" preist, kann auch hier fündig werden, wenn er nur will) oder selbst das wahrlich triefende "I'm Gonna Crawl" - für mich einer von Zeppelins besten Bluesern, trotz oder gerade wegen der Keyboards.
Zwei Punkte gibt es allerdings dann doch, die kritikwürdig an dem Album sind: Erstens der wirklich überdrehte Honky-Tonk-Versuch "Hot Dog", der den Bogen einfach überspannt, und zweitens Robert Plants Stimme, die bei ansonsten tollen Stücken wie "Suarez" oder "Fool" öfter das entscheidende Iota neben dem Ton liegt, was auf Dauer schon Hören mit Schmerzen verursacht.
Fazit: Wer an Led Zeppelin eh nur das headbangtaugliche Material schätzt, hatte schon immer ein Problem mit dem experimentelleren Material der Gruppe. Wer aber Led Zeppelin als Band begreift, die eben wirklich jenseits von Trends operierte (und dabei eben auch mal über die Stränge schlug), kann das Potenzial von "In Through The Out Door" voll genießen.
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Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
von Milan Kundera
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen das wichtige buch, 27. April 2005
Dieses Buch gehört zu denen, die das Leben desjenigen verändern können, der es liest. Der Wiedererkennungswert erschließt sich freilich erst dem, der sich nicht mehr irgendwelchen Träumereien über "die Liebe" hingibt, sondern bereit ist, sich mit dem ganzen Komplex, seinen häßlichen, erschütternden und atemberaubenden Facetten auseinanderzusetzen. Mit manchmal gütiger, manchmal lakonischer Ironie zeigt Kundera an seinen vier Archetypen Tomas, Teresa, Sabina und Franz alle möglichen und unmöglichen Konstellationen auf, die sich zwischen Liebenden ergeben können, mit allen ihren amüsanten bis tragischen Auswirkungen. Das Ganze geradezu unaufgeregt vor dem Hintergrund des Prager Frühlings inszeniert, was die damalige Zeit umso eindringlicher vor Augen führt. Schlichtweg: Eines der Bücher, die ein Leben verändern können.


Star Wars / Lando Calrissian /Rebell des Sonnensystems
Star Wars / Lando Calrissian /Rebell des Sonnensystems
von L. Neil Smith
  Taschenbuch

4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen psychedelia now., 20. April 2005
Also *holt Luft*...
Dies ist das einzige Stück Star Wars-Literatur, was man als erwachsener (entwachsener?) Fan noch lesen kann. Das Zeug ist reine Psychedelik, absolut verspätgeborener Siebziger-Drogendoom. Die Reise durch die Pyramide, Feuerfarbenflammen, Zen im Sinne des Sabacc, und das alles total befreit von der Last der Filmtrilogie. Der Han Solo-Dreiband kommt als Einziges noch annähernd an dieses LSD-Projektil ran. Und wenn der Star Wars-Kadaver endgültig an seiner eigenen Kommerzkotze erstickt sein wird (see you in episode iii!), so werden es diese drei Bücher sein, die den atomaren Winter überleben. Far out, man.


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