Profil für André Seifferth > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von André Seifferth
Top-Rezensenten Rang: 3.591.828
Hilfreiche Bewertungen: 3

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
André Seifferth "Tante_Detlev" (Apolda)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Bulletstorm
Bulletstorm
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 14,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen einen Tritt in den Allerwertesten gefällig?, 25. September 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Bulletstorm (Videospiel)
Dies ist meine allererste Rezension, ich selbst bin darüber sehr erstaunt, habe ich doch gerade bei diesem Spiel einen eher mageren besseren Durchschnitt erwartet. doch was sich bei Ankunft meines Importspiels bot war absolutes Neuland. Und dies ist in diesem Fall zu 100% im bestmöglichen positiven Sinne zu verstehen!

Schon bei den frischen Charakteren merkt man ganz klar: dieses Spiel ist mehr als es vorgibt zu sein. Grayson Hunt und allen voran Trishka strahlen eine derartige Coolness und Unverbrauchtheit aus, wie es schon lange nicht mehr in einem Spiel zu sehen war. Diesen beiden könnte man stundenlang bei ihren Schlagabtauschen und lustigen Kommentaren zuhören. Die Sprüche sind voll von schwarzem Humor und politisch inkorrekten Humor. Der Anfang könnte witziger (wenn auch mit typischen klassichschen Tutorial) nicht sein, sofort werden wir ín eine gesetzlose, raue und unbarmherzige Welt hineingezogen, während wir uns den Bauch vor lachen halten müssen und darauf achten müssen das Gamepad nicht aus der Hand zu verlieren. Diese Mischung ist etwas ganz besonderes und macht viel vom Spiel aus und zeigt eben auch dass es abseits vom bierernsten Shooter-Einheitsbrei noch paar recht innovative und lustige Ideen zu bestaunen gibt.

Die inszenierung sucht seines gleichen und zumeist weiß man garnicht wo man zuerst auf den Bildschirm sehen soll. Die Action ist schnell, wild und brachial. Das Tempo und die Waffenauswahl rasant. Mal steuert man einen riesigen T-Rex, schon sitzt man mit der Gatling-gun im Heli und wiederum müssen wir stock-besoffen aus einem brennenden Raumschiff entfliehen während uns Mutanten und Roboter an den Kragen wollen. Hierzu kann man den Entwicklern von People Can Fly einfach nur Können attestieren, denn die Action wird absolut niemals langweilig! Zugleich mischen sich aber auch einige ruhigere Passagen in den Spielfluss hinein und diese lassen den Charakteren stets Platz zum entfalten und dem Spieler ein klein wenig Zeit zum verschnaufen.

Das Motto lautet: Töten, aber bitteschön mit Stil! Oder wie es im Englischen heißt: KILL WITH SKILL! Doch kann so ein einfaches Rezept überhaupt ansatzweise funktionieren oder vieleicht sogar spaß machen? Ja es kann und wie! Das ganze System greift perfekt ineinander: treten, rutschen und dann vieleicht noch eine Ladung Schrot in den Unterleib? Alles ist möglich, eine Tötungsart wahnwitziger als die andere, die Fantasie tut dazu natürlich ihr übriges...ein wenig pubertären Humor sollte man aber ertragen können! An dieser Stelle bemerkt man eben ganz deutlich das ein Titel mit einer 18er Bewertung im Laufwerk rotiert und eben kein "Barbies Pony-Hof".
Gerade die wunderschön gestalteten, aber auch tödlichen Außenareale laden zum experimentieren ein, was diese ganze blutige, brutale Mechanik noch interessanter gestaltet.

Womit wir schon bei einem der wichtigsten Punkte für Technik-Freaks wären! Was schlummert für ein Grafik-Gewand in Bulletstorm?

Hier kommt, wie nicht anders bei Epic-Games zu erwarten, eine leicht modifizierte Variante der Unreal Engine 3.5 zum Einsatz.
Die Grafik wirkt einfach nur wunderschön und ist mit wenigen Spielen zu vergleichen. Nicht unbedint aufgrund des Detail-Grades, denn da haben ganz andere Spiele schon weitaus mehr zu bieten. Nein, hiermit meine ich vorallem die leuchtenden Außenareale, alles scheint zu glänzen und zu funkeln. In jedem Fall eine schöne Abwechslung! Manche Effekte wirken aber auch sehr billig (natürlich kann dies auch an eventuellen Absichten liegen, Stichwort: Trash!), vor allem Blitze wirken wie aus der letzten Konsolengenearation. Ebenfalls haben sich kleine Unregelmäßigkeiten und Grafikfehler eingeschlichen, diese sind jedoch im zu verschmerzenden Bereich, beispielsweise ragt das Haar Trishkas manchmal durchs Gesicht oder einzelne Gegenstände ploppen auf/laden nach. Grafisch ist das Spiel insgesamt auf sehr hohen und auch recht innovativen Niveau anzusiedeln, ein (feringer) fader Beigeschmack aufgrund zu kurzer(?) Entwicklungszeit bleibt dennoch bestehen.

Auch die abgedrehte Waffenanzahl überzeugt auf ganzer Linie: um nur einmal die abgedrehtesten zu nennen, hätten wir hier als stetige Hauptwaffe unsere schallernde Elektro-Peitsch mit der wir, ganz Indiana-Jones like ganze Gegnerhorden, zum erliegen bringen und zudem Gegner durch die Luft wirbeln können nur um Ihnen dann noch mit einem Tritt oder den zahlreichen anderen Waffen den garaus machen können. Zu den weiteren wahnwitzigen Waffen gesellen sich ein Maschinengewehr mit Überladungsfunktion um die Gegnermassen zu rösten, ein Revolver, eine Kanonenball Waffe, die klassiche Minigun mit verheerender Wirkung und mein Liebling: die Headhunter Sniper-Gun. Mit dieser lassen sich die abgeschossenen Kugeln direkt mit einer Bullet-Cam steuern und so können wir genau entscheiden wohin wir unseren Gegner treffen und sehen den Schuss aus nächster nähe! Allein diese Waffe stellte für mich ein riesengroßes Highlight im Spiel dar, denn es machte einfach herrlich viel spaß zur Abwechslung mal in Sicherheit zu sein und die Gegnermassen aus einem Versteck heraus genüsslich zu dezimieren.

Die Geschichte ist einfach und dennoch sehr wirkungsvoll mit der nötigen Abwechslung inszeniert und bietet in jedem Fall mehr als nur eine nette dreingabe. Sie handelt von Intrigen, Freundschaft und Rache. Insgesamt wirkt Sie wie ein toller Film und Grayson Hunt wächst einem mehr und mehr ans Herz. Dies geschieht vor allem aufgrund der sehr gut ausbalancierten Mischung aus dem Sarkasmus und der gelichzeitigen inneren Zerrissenheit, welche Gray im Laufe des Spiels mehr und mehr von sich preis gibt. Schnell hätte die Geschichte an Reiz verloren wenn zu viel Witz von People Can Fly verbaut worden wäre und man nicht auf den Charakter unseres Protagonisten eingegangen wäre. Denn dann wäre Grayson Hunt auf jeden Fall sehr schnell zur eindimensionalen Lachnummer verkommen. Doch die Entwickler mischen diese beiden Essenzen zu einem perfekten Cocktail mit der nötigen Würze und nehmen eben doch und wieder bekannte und vertraute Elemente um den Spieler nicht zu verlieren. Eine solch tolle Mischung ist mir persönlich bisher nur bei Portal untergekommen: denn genau wie in diesem tollen Werk werden zwei eigentlich miteinander unvereinbare Elemente miteinander so verwoben dass es fast schon an perfektion grenzt und man trotz dessen nicht weiß wie die Entwickler auf diese Ideen gekommen sind. Auch Portal hätte durch die vielen Sarkastischen Witze schnell an Bedrohlichkeit verlieren können, doch weit gefehlt! Sie wurde noch gesteigert. Gleiches passiert in ähnlicher Weise auch hier, denn durch die vielen dreckigen Witze und den fast schon übertrieben wirkenden Sarkasmus erscheint der Charakter eben wirklich sehr kaputt und vom Leben in diese Galaxis Gezeichnet.
Auc Trishka trägt ihren teil dazu bei: einerseits eine massenmordende Elite-Soldatin und andererseits eine junge, verletzliche Frau mit Träumen und Wünschen.
Einzig und allein die Freundschaft zu dem überlebnden Ishi selbst bleibt doch relativ farblos. Das Problem Hierin liegt ganz klar an der fehlenden Bindung, denn wir haben fast nichts mit diesem austauschbaren Charakter erlebt. All dies liegt lediglich in Grays Schuldgefühlen und dessen Erinnerungen begraben. Auch die stetige Charakter-Veränderung Ishis durch eine im Gehirn verpflanzte Energiezelle wirkt aufgrund der (in diesem Fall) schwachen Inszenierung, eher aufgesetzt als bedrohlich und trägt nicht gerade dazu bei diesen Cahrakter mehr zu mögen.

Leider wurde gerade der Multiplayermodus extrem vernachlässigt: wenige Karten, kostenpflichtige DLCs und auch noch ein schlechtes Konzept haben dies zu verantworten. Denn hier muss man Gegnerwellen im Team mit möglichst hoher Punktzahl abfertigen. Mit Sicherheit ist es mutig auf klassiches Deathmatch und ähnliches zu verzichten, doch gerade bei diesem Spiel hab ich mir das sehr spaßig vorgstellt, schade! Zudem macht der vorhandene Online-Pass Gebrauchspielkäufern wieder einmal einen (unnötig) teuren Strich durch die Rechnung.

Der Echo-modus sorgt aber wenigstens einen kleinen Lichtblick und sorgt somit einen hohen Wiederspielwert. Denn hier gilt es einzelne Levelbereiche erneut mit hoher Punktzahl und möglichst geringer Zeit zu beenden. Zudem kann man sich im Menü mit seinen Freunden und Bekannten, welche das Spiel ebenfalss spielten, vergleichen. Auch die Erfolge finde ich muss man bei diesem Spiel sehr hervorheben, da Sie eben auch zum nochmaligen Durchspielen animieren und auch sehr witzig sind und so noch für den ein oder anderen zusätzlichen Lacher sorgen.

Die Deustche Version mag wahrscheinlich immer noch sehr gut sein, jedoch empfinde ich jeden einzelnen Schnitt als eine Ohrfeige für die gesamte Industrie! Schließlich wird an der Mona-Lisa auch nicht das Lächeln übermalt. Doch was People Can Fly hier verändern und schneiden musste, um das Spiel überhaupt auf den deutschen Markt veröffentlichen zu dürfen, grenzt schon an Wahnsinn! So eine herbe Veränderung eines Titels ist mir persönlich schon lange nicht mehr unter die Augen gekommen, denn mit dieser Ultra-Light-Version wurde dem Spiel das Herz herausgerissen und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Ein beispiel wäre hier ich schieße einen Gegner in den Kopf, bekomme auch Punkte dafür doch das Trefferfeedback dafür bleibt...aus?! Ein weiteres wäre als Ishi uns auf Leichenberge aufmerksam macht und wir am Boden rein gar nichts erkennen können außer noch ein paar vorhandene Bluttexturen. Da wurde eben nicht nur Gewalt geschnitten, sondern auch ein großer Teil der lebensbedrohlichen und düsteren Atmosphäre! Ich für meinen Teil bin definitiv keiner der Blut in Masse braucht, doch diese Version grenzt im Vergleich an ein Frechheit für den zahlenden deutschen Käufer und zeigt eben unsere Hilflosigkeit gegenüber der Zensur in Spielen. Im übrigen gehört dieses Spiel selbstverständlich in keiner Fassung an Kinderhände und sollte auch nicht für sie in irgend einer Weise greifbar gemacht werden!

Alles in allem hat People Can Fly mit ihrem ersten AAA-Titel wirklich hervorragende Arbeit geleistet und man kann sich über einen weiteren tollen, ambitionierten Entwickler erfreuen, welcher in Zukunft hoffentlich noch viel mehr von sich mit innovativen Spielen von sich hören lässt. Denn Bulletstorm bietet wirklich alles was sich der geneigte Shooter-Fan erhofft und gewünscht hat: massig Action, tolle Steuerung, gutes Charakter-Design und eine wirklich fesselnde Geschichte. Und das alles in einer sehr hübschen, nett anzusehenden Optik verpasst und mit schönen Effekten aufwartet. Einziges Manko sind eben die oben genannten Pop-Ups und ein paar Clipping-Fehler, wem das alles nicht stört der kann sich auf ein Weltraum-Abenteuer allererster Güte freuen!


Seite: 1