Profil für Earshot At -. Magazin > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Earshot At -. ...
Top-Rezensenten Rang: 1.633
Hilfreiche Bewertungen: 857

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Earshot At -. Magazin "(Earshot.at)"
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Evolution
Evolution
Preis: EUR 12,48

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitlose Klassiker, 21. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Evolution (Audio CD)
Die Hard Rocker MAGNUM, nicht zu verwechseln mit dem Eis, dem bärtigen Serienhelden oder der großkalibrigen Handfeuerwaffe, feiern im kommenden Jahr schon ihren 40. Geburtstag. Unter der Führung der zwei Gründer Bob Catley, der auch durch seine Gastauftritte bei AVANTASIA bekannt ist und Gitarrist Tony Clarkin feierte die Band schon so manch großartige Veröffentlichung. Auch die zuletzt veröffentlichten Werke „Into The Valley Of The Moonking“ (2009) und „The Visitation“ (2011) wussten vollends zu überzeugen.

Als kleines Geburtstagsgeschenk veröffentlichten die Altrocker nun eine neue Best-Of Kompilation. Zwar wird ein Best-Of mit nur einer Disc einer Band mit ganzen 18 Alben (wenn man die beiden als HARD RAIN hinzuzählt) nicht wirklich gerecht, aber als Quereinstieg oder als Komplettierung zu dem 2002er Release „Long Days, Black Nights“ tut es „Evolution“ allemal. MAGNUM bieten hier das Beste aus den letzten zehn Jahren. Vom aktuellen Album gibt es da „The Visitation“ und „Wild Angels“ zu hören, vom „Moonking“ Album den lockeren Melodic Rocker „All My Bridges“ und das gitarrenlastige „Blood On Your Barbed Wire Thorns“ und vom 2007er Release „Princess Alice And The Broken Arrow“ das überlange und wunderschöne „When We Were Younger“ und „Out Of The Shadows“. MAGNUM haben sich in den letzten zwei Dekaden sicherlich weiterentwickelt. Gerade nach der Reunion ist eine Änderung zu merken gewesen, aber einen Song der Band kennt man auch heute noch sowohl an den Gitarren als auch an den einzigartigen Melodien und natürlich der Stimme von Bob. Ein weiterer Grund dafür, dass hier alles wie aus einem Guss wirkt, ist die Tatsache, dass vieles hier neu gemixt wurde. Und auch die beiden bisher unveröffentlichten Songs „The Fall“ und „Do You Know Who You Are?“ fügen sich schön ein.

Wer MAGNUM noch nicht kennt kann dies nun mit „Evolution“ machen, oder gleich zu den aktuellen Werken greifen. Natürlich sei auch zu den Klassikern oder der genannten Kompilation geraten, denn wer auf melodischen Rock steht, der kann hier definitiv nichts falsch machen.


Black As Death
Black As Death
Preis: EUR 21,22

4.0 von 5 Sternen Schwarzer Power-Tod, 21. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Black As Death (Audio CD)
Vor fast genau einem Jahr begeisterte der belgische Komponist Duschan Petrossi mit seinem neuen MAGIC KINGDOM Epos „Symphony Of War“. Dieses Jahr schickt er mit seiner Power Metal Truppe IRON MASK ein neues Album ins Rennen, das sich nicht nur stilistisch von seinem anderen Projekt ziemlich unterscheidet, sondern auch seit den Vorgängern „Hordes Of The Brave“ und „Shadow Of The Red Baron“ einige Veränderungen durchmachte. Zum einen fällt auf, dass der Sängerposten von Götz Mohr an Mark Boals (Ex-ROYAL HUNT) übergeben wurde. Zum anderen geht man auf „Black As Death“ so abwechslungsreich und melodisch zu Werke wie noch nie.

Durch die variable und ebenso kraftvolle Stimme von Mark tun sich hier viele neue Möglichkeiten auf. Klar, die Stimme von Götz war auch toll, doch bei weitem nicht so facettenreich und viel rauer. Gleich der Opener und Titeltrack strotzt nur so vor Kraft und eingängigen Melodien. Der Chorus lässt den Track dann zu einer wahren Hymne werden, während „Broken Hero“ mit viel mehr Gefühl getragen wird. Hier werden in Sachen Melodieführungen einige Parallelen zu FIREWIND offenbart. Bei „Feel The Fire“ brechen dann gnadenlos die neoklassischen Elemente beim Gitarrenspiel von Meister Duschan durch und „Ghengis Khan“ überrascht durch fernöstliche Klänge. Mark Boals gibt hier alles und erinnert dank seinen langgezogenen Vocals etwas an Tim Ripper Owens. Neben dieser Überhymne ist sicher auch „God Punishes, I Kill“ ein großes Highlight auf der Platte. IRON MAIDEN-lastiges Intro, neoklassische Elemente und Chöre leiten den 8-Minüter sehr schön ein, und es gibt eine kontinuierliche Steigerung in der Intensität und der Härte. Nach diesen Epen legt man mit „Rebel Kid“ einen lockeren Heavy Metal Song ein, der schnell ins Ohr geht und sehr positiv tönt. Der Refrain lässt sich sehr leicht mitsingen und die Riffs und Soli gehen leicht von der Hand. Im Anschluss gibt man mit „Blizzard Of Doom“ nochmal Vollstoff. Die Doublebass fliegt einem nur so um die Ohren und Petrossi rifft sich die Finger wund. Mark liefert auch hier seine ganze stimmliche Bandbreite und entschwindet zwischendurch auch mal in schwindelnde Höhen.

Einen schlechten Song findet man auf dem wohl besten Werk der Bandgeschichte sowieso nicht, denn auch „The Absence“ weiß durch seine lockere Art und Eingängigkeit zu überzeugen. Mit „Magic Sky Requiem“ hat man eine passende Quotenballade geschaffen, während „Noseferatu“ dank Growls und heftigem Drumming sicher der härteste Song des Albums geworden ist und „When All Braves Fall“ schließt als letzte Hymne das Album souverän ab.

IRON MASK gefielen mir schon immer, aber ein so abwechslungsreiches und durchwegs geniales Album hätte ich von der Combo so nicht erwartet. Mark Boals ist eine wahre Bereicherung und was Duschan Petrossi an den Instrumenten und im Songwriting zu leisten vermag, sollte eigentlich schon lange bekannt sein. „Black As Death“ ist mehr als ein Geheimtipp zum Ende des Jahres.


Hblx
Hblx
Preis: EUR 22,99

3.0 von 5 Sternen Die Blöcke rollen wieder, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Hblx (Audio CD)
Wiedermal so ein Fall von „Gibt's die überhaupt noch?“ – Ja, die H-BLOCKX gibts noch, besser gesagt wieder. Auch wenn die deutschen Rocker in den letzten fünf Jahren etwas in der Versenkung verschwunden sind, beehren sie uns wieder mit einer Crossover Melange ihrer ganz eigenen Art. Mit „HBLX“ melden sich die vier Musiker nämlich in ihrem 22. Jahr zurück und möchten es noch einmal wissen. Aber ob sie an Charterfolge der Marke „How Do You Feel?“, „Ring Of Fire“ oder „Move“ anschließen können, bleibt fraglich.

Man merkt gleich bei dem gemütlich rockigen Einstieg „Hi Hello“ und „Gazoline“, dass man in Sachen Härte etwas zurückgeschraubt hat. Die Songs sind aber sehr eingängig und gefallen auf Anhieb. Merkwürdig wird es aber dann im Anschluss mit „Can't Get Enough“, denn vom Rock ist hier nicht viel zu spüren und abgesehen vom Gesang, könnte man meinen hier einen Titel von den FANTASTISCHEN VIER zu hören. „Footsteps On The Moon“ knallt da schon viel besser aus den Boxen. Der schnelle Rocksong wird schnell zum Ohrwurm und ist absolut Party-tauglich. Hier gefällt mir auch Fronter Henning Wehland sehr gut. Etwas RED HOT CHILI PEPPERS Feeling gibt es dann bei „Love Can't Stay“. Etwas plump geklaut, aber der „Under The Bridge Clone“ funktioniert und gefällt. Experimentell, aber auch recht groovig geht es bei „In Your Head“ zu, während der Rockfan bei „I Wan't My Disco“ sehr stark sein muss. Der Synthie-Pop Song zerrt an den Nerven und lässt einen dringend die Skip-Taste suchen. Und noch eine Hommage an die CHILI PEPPERS. „Doiou“ klingt stark nach den Amerikanern, aber auch U2 kommen einem bei der Strophe in den Sinn. Der Song rockt aber richtig gut und geht somit auch als gelungen durch. „The Bitch Is Back“ ist ein weiteres Experiment, an dem sich die Geister scheiden werden, denn hier wird gerappt bis dann „Headache Remains“ als angenehme Ballade das Album abschließt.

Die H-BLOCKX machen es einem mit „HBLX“ wahrlich nicht leicht. Wie wir schon zu Beginn festgestellt haben, findet man auf dem Album keinen Gassenhauer, wie sie ihn in den 90ern so zahlreich auf die Menschheit losgelassen haben, aber durchaus gute Rocker und experimentelle Stücke, die zu gefallen wissen. Auf der anderen Seite gibt es hier dann doch ein paar nur schwer erträgliche Tracks, die man sich getrost hätte sparen können. Reinhören könnte sich aber lohnen.


White Collar Lies
White Collar Lies
Preis: EUR 6,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitreise Deluxe, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: White Collar Lies (Audio CD)
Hinter KOPEK verbergen sich zwei irische Jungspunde, die sehr interessanten Alternative Rock mit einem Hang zu den 70er spielen. Dabei schaffen es die beiden jungen Herren mühelos den Sound dieser Dekade mit modernen Elementen und einer ordentlichen Produktion zu versehen. „White Collar Lies“ klingt dabei noch so frisch und befreit, als ob die beiden schon seit jeher wissen was sie wollen.

Schon der düster-rockend-stampfende Opener „Love Is Dead“ macht Lust auf mehr. Hier stirbt alles was Sänger Daniel Jordan einfällt. Egal ob Musikgenres, Menschen oder die Natur, nichts ist sicher vor ihm. Die Musik selber wirkt richtig hypnotisierend, bis man im Chorus etwas melodischer wird. Bassist Brad Kinsella liefert gemeinsam mit Session-Musiker Shane Cooney den passenden Groove und schon hat man den ersten Hit. Leider können aber nicht alle Songs dieses Niveau halten, aber dazu später mehr. Denn mit dem auch recht starken und massentauglicheren Rocker „The Easy Way“ bei dem Daniel in ungeahnte Höhen abdriftet und dem abgefahrenen „Cocaine Chest Pains“ Trip und dem zweiten Hit des Album „Fever“ können KOPEK auch ganz gut punkten. Der Titeltrack erinnert etwas an LED ZEPPELIN, kommt aber nur langsam in Fahrt. „Running Scared“ im Anschluss ist dann leider sehr seicht ausgefallen und will auch nach mehreren Anläufen nicht zünden.

KOPEK nennen viele Größen des Rockbusiness als Einfluss. Neben den bereits erwähnten LED ZEPPELIN, findet man da Legenden wie ZZ TOP, NIRVANA oder auch QUEENS OF THE STONE AGE, und KOPEK greifen damit nicht, wie so viele junge Combos, komplett daneben, denn alle Bands könnten für den einen oder anderen Part Pate gestanden haben ohne sich dabei fürchten zu müssen, gar kopiert zu werden. Locker flockig geht es mit dem „Love Sick Blues“ weiter. Der Titel ist hier absolut Programm und „Sub Human“ ist ein interessantes Akustik-Experiment mit dichter Atmosphäre. Für Abwechslung und Ideenreichtum ist auf jeden Fall gesorgt, was auch das punkige „Bring It On Home“ und die abschließende Akustikballade „Floridian“ unterstreichen.

KOPEK starten mit euch eine Zeitreise zurück in glorreiche Zeiten des Rock, nehmen dabei aber so einiges aus modernen Tagen mit und liefern euch heil wieder im Heute ab. Der Trip lohnt sich, denn das irische Gespann weiß wie man die Zeitmaschine „White Collar Lies“ bedient.


Harmagedon (Limited Edition)
Harmagedon (Limited Edition)
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Weltuntergangs Epos, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Harmagedon (Limited Edition) (Audio CD)
Und noch eine Prog-Supergroup. Dieses Mal mit von der Partie: Collin Leijenaar (NEAL MORSE), Mike LePond (SYMPHONY X), der deutsche Gitarrist Daniel Fries und Sänger Ted Leonard (SPOCKS BEARD). Jedoch gehen AFFECTOR im Gegensatz zu den Kollegen von THE FLYING COLOURS, HEADSPACE oder TRANSATLANTIC ein paar Dinge etwas anders an.

Angefangen beim Doppel-Intro „Overture Pt.1: Introduction“ und „Overture Pt.2: Prologue“, denn gleich zwei Intros zu verwenden, die dann auch noch nur halbwegs spannend sind, ist schon mutig. So kommt es dazu, dass Ted erst im dritten Song und insgesamt neun Minuten zum ersten Mal singen darf. Auch hier machen AFFECTOR etwas noch nie Dagewesenes: Anstatt selbst Texte zu schreiben beschreiten die Herren den White Metal Pfad und bedienen sich bei der Bibel nicht nur als Inspirationsquelle sondern übernehmen die Schriften haargenau in ihre Lyrics. Keine Reime und keine Anpassungen. Einfach Zitate aus der Bibel. Und man mag es kaum glauben, aber was Ted Leonard von sich gibt, funktioniert ganz gut.

Nun zur Musik. Hier betritt die Band nicht wirklich neue Pfade. Eine Spur DREAM THEATER da, eine Prise TRANSATLANTIC dort und in härteren Momenten auch gerne mal etwas SYMPHONY X. Auch nicht verwunderlich, denn bei den Keyboards hat man sich mit Jordan Rudess oder Derek Shernian gerade Tastenakrobaten dieser Genregrößen geholt. Das soll jetzt nicht heißen, dass AFFECTOR langweilig oder gar schlecht sind, nein ganz und gar nicht. Egal ob verträumte langsame Momente oder vertrackte hektische Stücke, AFFECTOR beherrschen ihre Instrumente und das Songwriting tadellos, doch bei einer sogenannten Soupergroup sind die Erwartungen doch sehr hoch und hier und da schleichen sich auch ein paar Längen auf dem Weltuntergangsepos „Harmagedon“ ein.

Somit kann ich zwar keine uneingeschränkte Kaufempfehlung für die Fans der genannten Bands aussprechen, doch die Empfehlung, wenigstens einmal reinzuhören, ob einem „Harmagedon“ zusagt, will ich euch dann auch nicht vorenthalten. AFFECTOR sind gut und haben durchaus ihre großen Momente.


Dawn
Dawn
Preis: EUR 15,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Roher Power Metal Diamant, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Dawn (Audio CD)
Nachdem mir das zuletzt veröffentlichte Werk der deutschen Heavy Metaller TORIAN sehr gut in Erinnerung geblieben ist, war ich gespannt, was die Männer, die bereits über zehn Jahre im Geschäft sind, auf ihrem neuesten und dritten Werk „Dawn“ fabrizieren würden. Die Paderborner schaffen es auf diesem Album sehr schön aus dem Schubladendenken auszubrechen und vermengen traditionellen Heavy Metal mit allerlei schönen Dingen.

Eine kleine Kritik doch leider gleich zu Beginn: Der Sound ist zwar druckvoll und klingt keinesfalls schlecht, nur rumpelt das Ganze leider etwas zu sehr. Auch wenn TORIAN keine glasklare Produktion brauchen, dazu ist das Material einfach zu traditionell, aber etwas transparenter könnte der Mix schon ausgefallen sein. Macht aber nicht viel aus, denn „Grateful“ macht dank schönen melodischen Leads, einem hymnischen Chorus und abwechslungsreicher Rhythmik sehr viel Spaß. Im Anschluss wird es etwas heftiger. Schneller Power Metal mit thrashigen Einlagen, was etwas an frühe BLIND GUARDIAN erinnert bieten TORIAN bei „Soul Desert Asylum“. Im Refrain nimmt man aber das Tempo etwas raus und wird wieder eingängiger. Auch „Thunder Battalions“ rumpelt mit enormer Spielfreude aus den Boxen. Fronter Marc singt hier sehr abwechslungsreich, jedoch hat man oft das Gefühl, dass er aufgrund von Tempo und Dynamik hin und wieder etwas hinterher hinkt. Aber irgendwie passt das ja dann doch wieder zu dem rohen Sound der Band. Auf „Oceans“ gibt es dann auch ein schönes Piano-Intro und akustische Gitarren, danach wird der schleppende Song aber wieder sehr hymnisch und erzeugt eine dichte Atmosphäre. Für Abwechslung ist auf jeden Fall mehr als gesorgt. Dass es im Anschluss wieder einen melodischen Up-Tempo Kracher namens „Fall Of The Golden Tower“ gibt, war fast vorherzusehen. Auch wenn TORIAN in ihrem Sektor kein Novum darstellen, so haben sie auf jeden Fall ihren ganz eigenen Sound, den sie in den nächsten Jahren sicher noch weiter ausbauen werden.

„Dawn“ ist ein gelungenes Werk für Fans des Heavy / Power Metal, die kein Problem mit ruppigem Sound haben. Die Männer machen diese Kritik mit ihrer großartigen Spielfreude und einigen netten Ideen mehr als wett.


Break the Silence
Break the Silence
Preis: EUR 7,99

3.0 von 5 Sternen Weichspüler auf Stufe 3, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Break the Silence (Audio CD)
Die Schotten von GUN beehren uns wieder nach einigen Änderungen im LineUp mit ihrer neuen Platte „Break The Silence“ und bieten, um es gleich vorneweg zu sagen, sehr weichgespülten Pop-Rock, der nicht selten über die Kitschgrenzen hinausschrammt. Um dem Fan nicht gleich zu verschrecken, starten die Schotten aber ordentlich rockig mit „Butcher Man“ weg. Hier stellt sich gleich die Frage, ob es klug war, Gründungsmitglied Dante Gizzi das Mikro anstatt dem Bass in die Hand zu drücken. Zwar macht er hier im Opener eine ganz gute Figur, doch im weiteren Verlauf klingt der Mann aber viel zu weichlich. Zu wenig Kraft hat er in seiner Stimme und in Kombination recht popig-soften Songs macht das nur selten wirklich Spaß.

Zwar haben GUN so manch schönes Riff und eingängige Melodien, doch Schlaftabletten wie „How Many Roads“ oder „No Substitute“, das ziemlich inspirationslos dahin plätschert, machen nur bedingt Spaß. Im Gegensatz dazu stehen aber ein schön treibendes „Caught In The Middle“ oder ein saftiger Rocker wie „Bad Things“. Irgendwie ist es schon als Ironie zu bezeichnen, wenn GUN solch weichgespülte Songs wie die Kitschhymne „Innocent Thieves“ zwei Jahre nachdem man ein Album mit dem Titel „Lost & Found“ veröffentlicht hat, raushaut. Aber nicht alles ist hier schlecht zu reden. Mit „Innocent Thieves“ haben die Herren hier eine wirklich stattliche Hymne mit Tiefgang und „Last Train“ bietet zum Schluss nochmal ein paar nette Gitarrenriffs.

Im Großen und Ganzen haben GUN nach 25 Jahren Bandgeschichte mit „Break The Silence“ kein würdiges Album veröffentlicht. Probehören ist sowohl für Fans als auch Quereinsteiger auf jeden Fall ein Muss.


Welcome to the Theater
Welcome to the Theater
Preis: EUR 17,13

3.0 von 5 Sternen Power Metal im Kino, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Welcome to the Theater (Audio CD)
Tommy Johnanson ist nicht nur ein wirklich talentierter schwedischer Gitarrist, sondern auch ein echter Workaholic. Als wäre es nicht genug im Abstand von nicht mal zwölf Monaten mit seiner Hauptband REINXEED ein Album nach dem anderen raus zu hauen, nein er beschäftigt sich auch noch mit anderen Projekten. GOLDEN RESURRECTION, die er gemeinsam mit Christian Liljegren (Ex-NARNIA, DIVINEFIRE) betreibt, SWEDISH HITS GOES METAL oder PELLEK. Aktuell liegt mir das dritte Werk von REINXEED vor und, obwohl man sich konzeptionell dieses Mal ein etwas anderes Thema gewählt hat, geht er konsequent seinen Weg und bietet erneut gelungenen Up-Tempo Power Metal mit bombastischen Melodien und neoklassischen Elementen.

Während das Debüt „Majestic“ typische Themen wie Krieg, Heldenmut und Schlachten sowie mit „1219“ den Untergang der Titanic behandelten, widmet sich Tommy mit dem neuen Album ganz dem Filmgeschäft. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass das Intro irgendwie nach alten Hollywood Produktionen klingt und dementsprechend etwas kitschig ausgefallen ist. Musikalisch darf man nicht sehr viele Neuerungen erwarten. REINXEED machen einfach das, was sie am besten können. Melodischen Power Metal mit fetten Keyboards, schnellen Gitarrenläufen und eingängigen Refrains. Dabei ist Tommy selbst für alle Gitarren, Keyboards und die Orchestrierung zuständig gewesen. Daneben darf man seine Gesangsleistung nicht vergessen, die wie gehabt sehr anständig ausgefallen ist. Meist geht es recht flott zu auf „Welcome To The Theater“, wie man an Songs wie „Save Us“, „Life Will Find A Way“ oder dem sehr heftigen „Freedom“ erkennen kann. In zuletzt genanntem Song singt Tommy eine Spur tiefer, was dem Song sehr gut zu Gesicht steht. Etwas gemütlicher geht es hingegen beim bombastischen „No Fate“ zu. Dass der Drummer nicht lange ruhig sitzen kann, merkt man im Anschluss. Bei „Temple Of The Crystal Sculls“ wird die Doublebass gleich wieder mächtig durchgedrückt. Der Chorus ist recht true und sehr eingängig – der hat das Zeug zum Hit. Neben dem monumentalen UpTempo Kracher „Freedom“ einer der besten Songs des Albums.

Nun aber ein paar Kritikpunkte. Ich möchte festhalten, dass sich REINXEED nicht wirklich einen Schritt nach vorne gewagt hat. Abgesehen von dem etwas anderen Konzept ist das Songmaterial, so gut es auch ist, nicht wirklich vom Vorgänger zu unterschieden. Außerdem klingt die Produktion etwas steril. Gerade die Keyboards klingen als hätte man sie in einer Kirche oder großen Halle aufgenommen und die Gitarren könnten eine Spur wärmer, bzw. knackiger klingen. Wen das nicht stört, der hat mit „Welcome To The Theater sicher sehr viel Spaß.


Captive Breeding
Captive Breeding
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Moderne Thrash Keule mit Köpfchen, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Captive Breeding (Audio CD)
Lange war es ruhig um die Herren von PERZONAL WAR. Leider muss man sagen, denn nur wenige wussten es so gut wie das deutsche Gespann die BayArea mit europäischem Power Metal zu vermischen. Aber nun sind sie wieder da und auch auf „Captive Breeding“ funktioniert diese Symbiose wieder wunderbar. Dabei mussten POERZONAL WAR den Abgang ihres langjährigen Gitarristen Daniel Düring verkraften und eine neue Label Heimat suchen, die sie aber mit Metalville fanden.

Aber genug der Theorie, denn hier sollte man wirklich die Musik sprechen lassen. Mit dem Doublebass-Gewitter „Regression Of The Art“, dass zwar schnell und brutal aus den Boxen schallt, beginnt man überraschend eingängig. Ein Song zum Abgehen, aber auch Mitsingen, da die Bridge und der Chorus etwas das Tempo zurücknehmen. Auch „Tongues Of Cleavage“ schafft diesen Spagat zwischen Härte und Melodie mühelos. Die Riffs sind knackig und bringen neue moderne Ideen mit, so dass einem nicht langweilig werden kann. Wobei hier klar der BayArea-Sound im Vordergrund steht. Richtig spannend und stark klingt dann im Anschluss das Intro zum Banger und vielleicht stärksten Track des Albums „Dead Man's Theories“. Das Teil will nach nur wenigen Durchläufen einfach nicht mehr aus dem Ohr, so eindringlich tönen hier die Gitarren. Die nächste Überraschung ist das langsam stampfende „Incarnation“ bei dem Fronter Metti stark nach Andy B. Franck (BRAINSTORM) klingt. An Abwechslungsreichtum fehlt es „Captive Breeding“ wahrlich nicht, aber ebenso wenig an Ideenreichtum. Thrash meets Power Metal gibt es bei „The Cocoon“, heftigen Groove mit „The End“ und „Lost“, während „Unfailing Systems“ stark nach ANTHRAX zu John Bush Zeiten klingt. Im Gegensatz dazu hat das ruhige „The Last Day“ überhaupt nichts mit Thrash Metal zu tun. Dennoch fügt sich dieser Song nahtlos in die Tracklist ein und sorgt für eine kurze Verschnaufpause, ehe Songs wie das intensive „Tearing The Old“ oder das dynamische „Termination“ wieder alles in Grund und Boden thrashen. Intensiv und fast etwas traurig wird es bei „Candor Hurts“ und der eingängige Thrasher „My Fate“ schließt souverän den Kreis indem es wieder in die Kerbe wie der Opener schlägt.

PERZONAL WAR haben mit „Captive Breeding“ ein verdammt starkes Thrash Metal Werk, das mehrmals über den Tellerrand schielt, am Start. Wer auf moderne Klänge und die BayArea steht, der kann hier absolut nichts falsch machen. Hier sei auch nochmal die grandiose Gitarrenarbeit von Mette und Daniel hervorgehoben. So viel Abwechslung und Ideenreichtum findet man selten in einem Thrash Metal Album.


Bag of Tricks
Bag of Tricks
Wird angeboten von moviemars-amerika
Preis: EUR 10,48

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Norwegisches Talent entdeckt, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Bag of Tricks (Audio CD)
Seit über einer Dekade boomen die Talent-Shows die in unseren Landen meist drittklassige Stimmchen hervorbringen. Nach nur wenigen Jahren sind diese wieder von der Bildfläche und kurz darauf komplett aus unseren Erinnerungen verschwunden. Zudem nerven sie meist gewaltig. Dass es anders geht beweisen Ausnahmen wie „American Idol“ Zweitplatzierter Adam Lambert, der sogar schon für QUEEN trällerte oder Erik Gronwall, der in Schweden abräumte und nun für H.E.A.T. arbeitet. Im Falle von PELLEK haben wir hier ein norwegisches Talent namens Fredrik Asly. Um diesen wurden einige bekannte Musiker gescharrt um ein abwechslungsreiches Power Metal Album zu produzieren.

Mit dem Schweden Tommy Johanson (REINXEED, GOLDEN REUSRRECTION) hat man gleich einen sehr talentierten Gitarristen, Keyboarder und Sänger an Bord, der neben seinen unzähligen Projekten und Bands auch hierfür Zeit gefunden hat. Weitere bekannte Sänger sind Oliver Hartmann (Ex-AT VANCE) und Stimmwunder Amanda Somerville (TRILLIUM). Dabei wären Gäste gar nicht unbedingt nötig gewesen, denn Namedropping hat Fredrik wahrlich nicht nötig. Der junge Mann zeigt, dass er sowohl im Power Metal als auch außerhalb dieses Genres stimmlich wirklich etwas zu bieten hat. Das Debüt „Bag Of Tricks“ stellt ein durchwegs schnelles Melodic Power Metal Album dar welches sofort Spaß macht und sich irgendwo zwischen SONATA ARCTICA und dem Debüt von AVANTASIA ansiedelt. Und daneben ist immer noch Platz für Überraschungen.

So zeigt man bei der fast radiotauglichen Ballade „Send My Message Home“, dass sich PELLEK nicht in eine Schublade schmeißen lässt und Fredrik bekommt die Chance sein Talent unter Beweis stellen zu können. „Thundernight“ hingegen bietet wieder schnellen und dynamischen Power Metal mit vielen Keyboardmelodien und ein paar Chören, während „Win“ dank der bombastischen Keyboards etwas an SABATON erinnert. „Don't Belong“ ist sehr intensiv und geht als epische Power-Ballade durch in die viel Herzblut gesteckt wurde.

Lyrisch hat die Band sich ebenfalls etwas überlegt und erzählt auf „Bag Of Tricks“ eine Geschichte in der Ich-Form über die menschlichen Emotionen Liebe, Angst und Vertrauen. Die kann man der musikalischen Umsetzung heraushören.

PELLEK bieten eine schöne Metal-Oper mit viel Bombast, Pathos und Power, aber auch viele Elemente, die man im Power Metal normalerweise nicht vermutet. Zudem ist Fredrik „Pellek“ Asly ein wirklich talentierter Sänger, den es gilt im Auge zu behalten.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20