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Earshot At -. Magazin "(Earshot.at)"
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The Diary (Special Digipack Edition)
The Diary (Special Digipack Edition)
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Die Ruhe und der Sturm, 30. April 2015
Gut eineinhalb Jahre nach seinem letzten grandiosen AYREON-Epos ist Prog-Gott und Mastermind Arjen Lucassen wieder zurück, um gemeinsam mit Gesangswunder Anneke van Giersbergen sein neuestes Projekt mit dem Titel THE GENTLE STORM zu präsentieren.

Wer Arjen kennt, wird sofort seine Handschrift in dem neuen Doppelalbum wiederkennen. Dennoch ist THE GENTLE STORM nicht nur durch Annekes Stimme etwas einzigartiges, Arjen geht die Sache hier etwas anders als gewohnt an. Zwar hat er mit GUILT MACHINE oder STREAM OF PASSION bereits Projekte mit nur einem Sänger bzw. Sängerin ins Leben gerufen, doch hier scheint mehr Herz drin zu stecken. Auffällig ist sofort, dass die beiden CDs die gleichen Tracks beinhalten, nämlich einmal als Gentle und einmal als Storm Version. Das bedeutet nichts anderes, als dass auf der einen Seite die Songs mit ruhigeren Arrangements und komplett ohne E-Gitarre auskommen, während man auf der anderen heftiger zu Werke geht. So weit gehen die Versionen aber auch nicht auseinander wie man jetzt vermuten mag und anstatt die Storm Version lieblos mit Riffs zu unterlegen, haben beide Alben durch verschiedene Instrumentalisierung durchaus ihre Daseinsberechtigung und man merkt, dass man sich dabei etwas gedacht hat, aber das war ja sowieso zu erwarten.

Musikalisch geht Arjen melodischer und folkloristischer denn je zu Werke, was an dem Konzept liegen mag, das die Geschichte zweiter Liebende im niederländischen 17. Jahrhundert spielt erzählt. Ein niederländischer Seefahrer reist für zwei Jahre auf die See und trennt sich von seiner geliebten Frau. Also genug Stoff für allerlei Emotionen, die Arjen und Anneke wunderbar rüber bringen. Authentischer und nachvollziehbarer wäre jedoch gewesen, wenn man auch eine männliche Stimme für die Parts des Seefahrers genommen hätte. Natürlich gibt es auch wieder einen dicken Chor, ein French Horn sowie Sage und Schreibe 40 exotische Saiten-Instrumente, die er zusammen sammelte und „The Diary“ einen sehr exotischen Touch verleiht. Egal ob orientalisch, maritim oder einfach klassisch, Lucassen schafft es immer die richtige Stimmung abzuliefern. Auch wenn „The Diary“ voller Emotion, Gefühl und Passion steckt, so fehlt mir trotz der großen Abwechslung und einigen Ideen, die auch auf ein AYREON-Album gepasst hätten, das letzte Sahnehäubchen, das es zu einem der mittlerweile unzähligen Meisterwerke aus der Feder von Arjen Lucassen macht. Dafür kommt man sehr schnell in die verhältnismäßig einfach gestrickten Melodic Rock/Metal-Songs, trotz überlegten Arrangements recht schnell rein und auch das Konzept lässt sich sehr leicht nachvollziehen und verfolgen.

Nichts desto trotz ist THE GENTLE STORM ein über jeden Zweifel erhabenes Stück Melodic Metal mit der gewissen Würze Prog und so ziemlich alles was man von dem niederländischen Mastermind und Multiinstrumentalist Arjen Lucassen erwartet.

Zu den beiden Versionen noch ein Tipp: Mischt die Songs der „Gentle“ und „Storm“ Version abwechselnd um die perfekte Achterbahnfahrt der Gefühle zu erreichen.


Ungod (Limited Digipack)
Ungod (Limited Digipack)
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solides Comeback, 30. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Ungod (Limited Digipack) (Audio CD)
Ganze 19 Jahre sind seit dem letzten MORGOTH Werk vergangen. Da sich die Deather 1998 offiziell auflösten und erst 2011 wieder zusammenfanden, mag das verschmerzbar sein und Fans freuen, dass sie überhaupt nochmal ein Album der Old-Schooler in Händen halten dürfen. Wie erwähnt wüten die Herren seit 2011 wieder auf den Festivalbühnen unserer Erde, doch als man kürzlich den Rauswurf von Gründungsmitglied und Frontgurgler Marc Grewe bekannt gab, war das sicherlich ein Schock für so manch Fan.

Mit Carsten „Jagger“ Jäger, bekannt durch sein Schaffen bei DISBELIEF, wurde schnell Ersatz gefunden und es muss jeder Skeptiker zugeben, dass der Mann seine Arbeit verdammt gut macht. Zwar geht er bei MORGOTHs „Ungod“ nicht so aus sich heraus wie bei den alten Werken seiner anderen Band, doch den Raum lässt ihm die Instrumentalfraktion auf den elf neuen Tracks auch gar nicht. Vornehmlich im MidTempo-Bereich walzen sich die Herren kompromisslos und stur durch die Songs, bieten keine Überraschungen oder Neues, sondern besinnen sich auf die guten alten 90er-Death Metal-Zeiten mit dezent eingestreuten Melodien und subtiler Brachialität. Die Ankündigung „Ungod“ irgendwo zwischen den Werken „Crused“ und „Odium“ anzusiedeln wurde erfüllt und sollte Feinde vom letzten Release „Feel Sorry For The Fanatic“ absolut entschädigen. Womöglich mag es an der Erwartung liegen, doch „Ungod“ schafft es zwar auf Anhieb zu gefallen, jedoch auch nach vielen Durchläufen nicht vollends zu begeistern. Bei bestem Sound und mehr als soliden Songs ist dem Werk aber durchaus eine Daseinsberechtigung zu attestieren, was zur Folge hat, dass sich die Songs mühelos in das Live-Set der Veteranen integrieren werden.

Recht viel mehr braucht man zu den neun Songs plus zwei Instrumental-Tracks auf „Ungod“ nicht sagen. Fans werden es mögen und sich freuen, dass es endlich neues Futter gibt, zu hoch dürfen die Erwartungen trotz fast zwei Dekaden dann aber doch nicht gesteckt werden. Ich freue mich jedenfalls auf die Live-Umsetzung und einen Nachfolger, der auf jeden Fall etwas früher das Licht der Welt erblicken darf.


Kyle Gass Band
Kyle Gass Band
Preis: EUR 15,87

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kyle quit the band, 30. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Kyle Gass Band (Audio CD)
Musiker und Schauspieler Kyle Gass alias Kage alias KG alias „die bessere Hälfte von TENACIOUS D“ versucht jetzt ernsthaft aus dem Schatten von JACK BLACK zu springen. Dabei hat der Mann das eigentlich nicht nötig, ist er doch für den Hauptanteil der musikalischen Seite von TENACIOUS D verantwortlich, wie man auch auf seinem KYLE GASS BAND (KGB) Debüt, welches 2013 bereits in den Staaten erschien, unschwer hören kann.

Der glatzköpfige, etwas übergewichtige aber verdammt sympathische Amerikaner hat ein paar Musiker um sich geschart und zieht nun sein eigenes Ding durch. Herausgekommen ist dabei ein kurzweiliges Stück Musik, unterteilt in elf Tracks, die im Gegensatz zum TENACIOUS D-Material sich trotz einer guten Prise Humor durchaus richtig ernst nehmen. Der Akustik-Gitarren-Virtuose hat mit TENACIOUS D Live-Weggefährten und Gitarrist John Konesky sowie Mike Bray, Jason Keene und Tim Spier durchaus versierte Musiker, die gemeinsam Akustik-Rock mit gelegentlich eingesetzter E-Gitarre im Southern-Flair ganz gut rocken. Dabei wechseln sich Mike und Kyle im Gesang ab und so sind auch Erinnerungen an seine Hollywood-Fun-Rock Band mit JB gemeinsam nicht selten. Dennoch steht Mr. Gass auf eigenen Füßen und bietet eine tolle Mischung aus tiefgründig tönenden Southern-Songs mit Herz und Seele, wie „Bro Ho“ oder dem überlangen Rausschmeißer „Gypsy Scroll“, der durchaus unter die Haut geht und lustigen Rockern wie das flotte „Our Job To Rock“, das sofort zum Tanz einlädt oder „Questionable“, das mit einem wirklich coolen Drive und starken Hooks ausgestattet ist. Etwas Classic Rock gibt es noch mit „Road Chops“ und „Getting The Band Together“ frönt mit seiner lockeren unbeschwerten Art dem Blues Rock.

Eine Hitorgie wie auf TENACIOUS D's „Pick Of Destiny“ sowie dessen Spaßfaktor braucht man bei der KYLE GASS BAND nicht erwarten, jedoch kann man sich auf zehn gelungene Southern Rocker mit dezentem Humor und der nötigen Prise Tiefe freuen. Kyle Gass kann somit durchaus auch ohne Spaßvogel JACK BLACK existieren und wird das in Kürze auch auf unseren Bühnen beweisen.


City of Heroes (LTD. Digipak + DVD)
City of Heroes (LTD. Digipak + DVD)
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DIE Stimmen des Melodic Rock in der Stadt der Helden, 30. April 2015
Man möchte meinen Mat Sinner wäre mit seinen zahlreichen Bands namens PRIMAL FEAR, VOODOO CIRCLE, LEVEL 12 und SINNER, sowie dem Mammut-Projekt Rock Meets Classic mit dem er jedes Jahr auf Tournee geht, gut ausgelastet, doch als er damals im Rahmen von KISKE / SOMERVILLE zwei der größten Stimmen des Melodic Rock zu einem Duett-Projekt zusammenbrachte, war klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein Nachfolger kommt.

Auf „City Of Heroes“ treffen die beiden Goldkehlen Amanda Somerville (TRILLIUM, AVANTASIA, AINA, Rock Meets Classic) und Michael KISKE (UNISONIC, AVANTASIA, Ex-HELLOWEEN) also wieder aufeinander und liefern grandiose Kost für Genrefans.

Die Songwriter Mat Sinner und Magnus Karlsson haben sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und präsentieren ein Album das nicht nur stärker sondern auch abwechslungsreicher als das vorhergehende ausgefallen ist. Denn die elf Tracks bewegen sich auf höchstem Niveau zwischen Melodic Rock, Metal AOR und sogar etwas Gothic. Der Titeltrack steigt zu Beginn gleich überraschend flott ein – seit dem letzten UNISONIC Album wissen wir ja, dass sich Michi wieder mehr daran gewöhnen konnte. Wunderschöne Melodien die sich sofort ins Ohr fräsen, begleiten die beiden Ausnahmetalente die sich gleichermaßen die Vocals teilen und im Refrain auch übereinander gelegt werden. Eine tolle Gute Laune-Hymne die Lust auf mehr macht. „Walk On Water“ geht dann gleich in eine überraschend andere Richtung. Die zarten Keyboardmelodien sowie die lockere Rhythmik entführen schnell in ein Fantasie-Land, das stark an alte NIGHTWISH erinnert. Kiske zeigt sich von seiner besten Seite, wobei hier passenderweise Amanda etwas mehr Raum bekommt. „Rising Up“ zieht das Tempo aber wieder an und ist mit mitreißerischen Keys gut in Szene gesetzt. Der längste Song des Albums „Salvation“ ist bombastischer ausgefallen und mit dichter Atmosphäre ausgestattet.

Aber nicht nur Mat und Magnus waren am Songwriting beteiligt, Amanda hat erneut mit ihrem Mann gemeinsam einen Song beigesteuert. Der Track passt zwar gut ins Gesamtkonzept, doch „Breaking Neptune“ hält sich trotz eingängigem Refrain eher im Hintergrund. Da kommt das positive AOR-Stück „Lights Out“ schon etwas interessanter daher, aber auch die Ballade „Ocean Of Tears“, die den beiden Hauptprotagonisten sehr viel Raum lässt sowie die flotten „Last Goodbye“ und „Open Your Eyes“ wissen sofort zu gefallen. „After The Night“ bringt mit Akustik-Gitarren noch sein ganz eigenes Feeling in den Sound des Projekts. Nur das poppige „Right Now“ wirkt zum Schluss eher unpassend und im Chorus fast etwas nervig.

Egal ob AOR, Melodic Rock, Metal oder Gothic – die Songs fügen sich sowohl musikalisch als auch durch die verdammt starke Gesangsarbeit wunderbar zusammen. „City Of Heroes“ ist gespickt mit Hits und Hymnen, die Genrefans auf jeden Fall gefallen werden.


Second Storm
Second Storm
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen IRONTASIA und HELLOGUY?, 30. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Second Storm (Audio CD)
Wahnsinn – die Jungs von LANCER schlagen vielleicht ein. Ungezwungener, verspielter sowie verdammt energischer Power Metal, wie ich ihn schon lange nicht mehr gehört habe. Da scheint es so, als hätten viel jüngere Versionen von Steve Harris (IRON MAIDEN), Kai Hansen (GAMMA RAY, HELLOWEEN) und Tobias Sammet (EDGUY, AVANTASIA) heimlich in Schweden eine Band gegründet.

Flott und ohne Umschweife steige ich ebenso wie die Schweden in ihr zweites Album „Second Storm“ in das Review ein; „Running From The Tyrant“ fackelt nach kurzem Vorgeplänkel nicht lange und ballert starken EU-Power Metal mit Doublebassgewitter und knackigem Riffing heraus. Frontmann Isak Stenvall mimt den perfekten Ende 80er / Anfang 90er Power Metal-Sänger irgendwo zwischen Kiske, Sammet und Dickinson und kommt schnell mit unverschämt eingängigem Refrain daher. Die mehrstimmigen Singalong-Parts erinnern nicht selten an EDGUY und AVANTASIA. So auch im nicht minder energischen, aber melodieverliebten „Masters And Crowns“. Doch so richtig back to the 80s geht es im furiosen „Behind The Walls“ und so schlagen LANCER eine Brücke zwischen dem HELLOWEEN-Debüt „Walls Of Jericho“ und den berüchtigten „Keepers“-Alben. Für Fans dieser Ära ist absolut Gänsehaut garantiert, denn die mehrstimmigen Shouts sowie die schwindeleregend hohen Ausflüge vom Fronter sind ein wahres Fest in Kombination mit dem scheppernden Bassläufen, den genialen Riffs und der Old-School Rhythmik.

Doch dem nicht genug, zwar drosseln die Nordmänner mit „Aton“ das Tempo, liefern aber einen Gänsehaut-Epos von neun Minuten mit großem Spannungsbogen sowie einem überragenden Refrain, zu dem sich gegen Ende ein AVANTASIA-würdiger Kanon hinzufügt. „Children Of The Storm“ kommt dann mit waschechten Harris Bassläufen daher, „Steelbreaker“ ist eine geradlinige Metal-Hymne die PRIEST nicht hätten besser machen können und „Eyes Of The Liar“ vermischt erneut MAIDEN mit EU-Power Metal, ehe „Fools Marches On“ nochmals Kürbiskopf-Fans ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubert, da ist ein Basssolo, das an Großkopfs Glanztaten erinnert, natürlich kein Zufall.

Wow, was für eine Fahrt. LANCER lassen nur selten verschnaufen und garantieren mit dem Material schweißtreibende und energiegeladene Live-Shows. Mich hat bei „Second Storm“ sofort die Sucht ergriffen. Klar, hier wird das Rad nicht neu erfunden und es wird auch gerne geklaut, doch diese „geborgten“ Elemente werden mit anderen kombiniert, woraus LANCER ihren ganz eigenen verdammt knackigen Sound kreiert haben. Mehr davon!


Magic Moments -25th Anniversary Special Show
Magic Moments -25th Anniversary Special Show
Preis: EUR 16,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Axel Rudi Pell feiert Geburtstag!, 30. April 2015
AXEL RUDI PELL – Songwriter, Gitarrenwizard und sympathischer Deutscher. Der Herr hat, wenn man seine Zeit bei STEELER mitzählt, bereits 25 Jahre Studio- und Bühnenerfahrung auf die er zurücksehen kann. Da zog Axel natürlich auch mal Resümee und das im großen Rahmen am letztjährigen Bang Your Head, für das er sich nicht nur für eine überlange Show seine Band, ehemalige Mitglieder und die komplette STEELER Besetzung, sondern auch noch einen illustren Reigen an bekannten Sängern eingeladen.

Dass das Ganze dann zusätzlich noch in Bild und Ton festgehalten werden soll, war dann natürlich auch klar. Und so liegt mir nun – vorerst leider nur – die Audio-Version von „Magic Moments – 25th Anniversary“ als 3-CD Edition vor. Gut, von AXEL RUDI PELL gibt es schon zahlreiche Live-Mitschnitte, die allesamt gelungen sind, doch stellt sich natürlich die Frage, ob man fünf Live-DVDs/BRs braucht. Im Falle von „Magic Moments“ würde ich aber jedem Fan ein Zuschlagen empfehlen, auch wenn es ein paar Sachen zu bemängeln gibt.

Die Band startet im STEELER-LineUp, sprich mit Peter Burtz, Tom Eder, Roland Hag, Jan Yildiral und Klassikern wie „Call Her Princess“, „Night After Night oder „Undercover Animal“. Die Songs klingen roher als das heutige Schaffen des Deutschen, machen aber bereits eine Menge Spaß, eher er Rob Rock (IMPELLITTERI, DRIVER) und Jörg Michael (Ex-STRATOVARIUS) auf die Bühen holt, um „Nasty Reputation“ im großen Stile abzufeiern. Für weitere Klassiker wie „Warrior“ und „Fool Fool“ darf Jeff Scott Soto, der in den 90ern bei ARP aktiv war, ans Mikro, ehe man das aktuelle LineUp auf die Bühne bat.

Klar mit Volker Krawczak, Ferdy Doernberg und Johnny Gioeli hat man auch ein starkes LineUp vorzuweisen, das kürzlich durch Bobby Rondinelli an den Drums vervollständigt wurde. Nur schade, dass man Mike Terana nicht für den einen oder anderen Song gewinnen konnte (oder wollte). Auch hier ist die Songauswahl natürlich eine wahre Freude. „Long Way To Go“, „Strong As A Rock“ sowie das Medley bestehend aus den Super-Epen „The Masquerade Ball“ und „Casbah“ rocken, gehen unter die Haut und sind nach wie vor eine Freude. Doch hier eine kleine Enttäuschung – ich durfte Johnny bereits live erleben und da sorgte er gleich mehrmals für Gänsehaut, doch hier klingt er irgendwie nicht ganz auf der Höhe und etwas heiser. Dennoch legte sich der stimmgewaltige Italiener mächtig ins Zeug.

Auf der dritten Disk erwarten uns nach einem Drum Battle mit Vinniy Apice (DIO, KILL DEVIL HILL) und Bobby dann diverse Cover-Songs von ZZ TOP, DEEP PURPLE, RAINBOW oder URIAH HEEP, die auch wieder durch Stargäste aufgepeppt wurden. Ronnie Atkins (PRETTY MAIDS), Graham Bonnet (RAINBOW) und John Lawton (URIAH HEEP) sind da absolut keine Unbekannten. Das große Finale wurde dann mit der kompletten Bande und „Smoke On The Water“ gefeiert.

AXEL RUDI PELL hat mit diesem Auftritt eine einzigartige Sache geschaffen und sich erneut ein Denkmal gesetzt, das es zum Glück für die, die es verpasst haben, auch fürs heimische Wohnzimmer gibt. Auch am Sound und der Live-Atmosphäre gibt es nichts auszusetzen, somit für Fans und die die es noch werden wollen ist „Magic Moments“ ein Absoluter Pflichtkauf!


The Puritan
The Puritan
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Griechisch-Schwedisches Geschoß Nummer sechs, 30. April 2015
Rezension bezieht sich auf: The Puritan (Audio CD)
Zum ersten Male in der mittlerweile 15-jährigen Karriere des griechisch-schwedischen Death Metal Gespanns NIGHTRAGE, konnte die Band den Zweijahresrhythmus nicht einhalten und liefert gut vier Jahre nach dem schlagkräftigen „Insidious“ erst den Nachfolger und insgesamt sechsten Longplayer „The Puritan“. Grundlos ist das nicht passiert, lest sich die Liste der ehemaligen Mitglieder sowieso schon wie ein griechisch-schwedisches Telefonbuch, so reihte sich nun auch Frontmann Antony Hämäläinen (ARMAGEDDON) sowie sein kurzzeitiger Ersatz Jimmie Strimmel (Ex-DEATH DESTRUCTION), der schon zuvor bei NIGHTRAGE sang und damals niemand geringeren als Tomas „Tampa“ Lindberg (AT THE GATES, Ex-THE CROWN) ersetzte, ein.

Als Ersatz komplettiert nun Ronnie Nyman, der eigentlich aus dem Hardcore-Bereich und der Band ALWAYS WAR kommt, das Trio rund um das Kämpfernatur Marios Iliopoulus, der die Band trotz Allem seit Anbeginn immer wieder zusammenhielt und Anders Hammer. Erneut liefern die Herren astreinen Melodic Death Metal mit typisch aggressivem Riffing, gelungenen Gitarrenmelodien und zahlreichen Hooks sowie dem geliebten Göteborg-Sound. Marios schüttelt nach wie vor starke Gitarrenarbeit aus dem Ärmel, während Anders für gemeinsam mit Session-Drummer Jo Nunez (FIREWIND) tighte Rhythmik sorgt und Ronnie sich sehr gut in den Bandsound einfügt. Er hat den Sound der Band verstanden und kommt mit heißer-krächzender Stimme daher; der Hardcore-Charme seiner Stimme bricht nur somit nur selten durch, doch die etwas hysterisch klingende Stimme seines Vorgängers gefiel mir dann doch eine Spur besser.

Auch dieses Mal haben sich NIGHTRAGE Gäste ins Boot geholt und gehen mit Gitarrenwizard Gus G. (OZZY OSBOURNE, FIREWIND), der die Band damals mitbegründete, zurück zu den Wurzeln. Neben dem atmosphärischen Instrumental „Lone Lake“ mit 12-saitiger Akustik-Gitarre, geben NIGHTRAGE somit alles was man von ihnen kennt und liebt zum Besten. Aggressive, kurz gehaltene Brecher, die aber mit Hooks nicht geizen, dank dezenten Melodien gut ins Ohr gehen und auch ein paar dezent gehalten Cleangesänge beinhaltet. Zwar kommt man an das geniale Debüt sowie den nicht minder starken Vorgänger nicht mehr ganz ran, doch Fans der Band werden auch mit „The Puritan“ dank starkem Songmaterial mehr als zufrieden sein.

Empfohlen seien das furiose „With A Blade Of A Knife“ sowie die mit Gus G. gemeinsam geschriebene dynamische Death Metal Hymne „When Gold Turns To Rust“. Schlechtes Zeug findet man auf der Platte aber sowieso nicht.


Dawn of the Nine
Dawn of the Nine
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UNLEASHED auf alten und neuen Pfaden, 30. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Dawn of the Nine (Audio CD)
UNLEASHED haben sich mal wieder selbst entfesselt, das bereits zum zwölften Male, und sie läuten dieses Mal den Morgen der Neun ein. UNLEASHED sind eine dieser nicht tot zu bekommenden Death Metal Kapellen, die (jetzt überzogen ausgedrückt) irgendwie seit 25 Jahren gleich klingen, aber dennoch mit fast jedem Album kleine neue Akzente setzen können, oder irgendwie doch überraschen, wie es auch OBITUARY, AMON AMARTH oder VADER immer mal wieder tun.

Doch der Fan dieser Bands will keine Neuerfindung sondern den konsequenten Stil weiter geboten haben, freut sich aber dennoch über etwas Mut und passende Experimente. Gut, Experimente gab es in der Historie von UNLEASHED noch nie wirklich und so auch nicht auf „Dawn Of The Nine“, das erneut fetten Death Metal ganz im Stile der Jungs aus Schweden zu bieten hat, aber sich dennoch weiter vor wagt als erwartet.

Nordisches Death-Feeling gepaart mit der unverkennbaren Stimme von Johnny Hedlund garantieren Fans den vollen Hörspaß. „A New Day Will Rise“ bringt alles mit, was man von der Truppe erwartet und klingt irgendwie frischer als alles von „Odalheim (2012)“ oder „As Yggdrasil Trembles“ (2010) – wenn auch dies gute Alben waren und immer noch sind. „They Came To Die“ geht etwas flotter zu Werke, doch richtige UpTempo Orkane sind bei den Nordmännern sowieso eher Mangelware, und so galoppiert Drummer Anders Schulz so wie wir es lieben durch den Song, drückt hier mal die Doublebass durch und setzt im dramatischen Chorus passende Blastbeats ein, während Johnny mit Kirchenzitaten um sich schmeißt. Ein überraschend intensiver Song, der zeigt, dass UNLEASHED die Ideen auch nach 25 Jahren nicht ausgehen. Ein weiteres Highlight ist sicher die Knüppel-Single „Where Is Your God Now?“, bei dem auch heftig umgerührt wird, und die Blasts und Akkord-Rutsch Riffs Black-Metal-Feeling, das wir ja schon von „Odalheim“ kennen, mit sich bringen. „Defenders Of Midgard“ tönt sogar doomig ohne jemals vom eigentlich Bandsound abzuweichen. An wen oder was „The Bolt Thrower“ gerichtet ist, brauchen wir wohl nicht lange zu diskutieren. Hedlund singt eine Spur tiefer, es geht um Krieg, und so rollt auch der Riffpanzer ohne Gnade seiner Wege, aber auch Melodien weiß er abzufeuern.

Nie waren UNLEASHED so atmosphärisch, düster, bedrohlich und abwechslungsreich. Der Titeltrack stampft wieder doomig, zäh und verdammt packend dahin und erzeugt einen unglaublichen Spannungsbogen, während Kracher wie „Let The Hammer Fly“ oder „Where The Churches Once Burned“ in bester UNLEASHED-Manier mit ein paar Neuerungen und coolen Details die Fans aller Dekaden bedienen.

Da glaubt man eine Band die ihrem Stil so konsequent treu bleibt wie UNLEASHED es tut, hätte nach mehr als 25 Jahren alles gesagt, da belehren sie uns mit nur einem Hammer-Album sofort eines Besseren. UNLEASHED sind und bleiben UNLEASHED mit all ihren Trademarks, doch so weit und erfolgreich wie auf „Dawn Of The Nine“ haben sie sich noch nie auf anderes Terrain gewagt. Ein Highlight in Sachen Old-School Death Metal in diesem noch jungen Jahr.


War of Kings
War of Kings
Preis: EUR 12,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach Bombast und Blues wird's retro, 1. April 2015
Rezension bezieht sich auf: War of Kings (Audio CD)
Gut elf Jahre sind nun vergangen, seitdem sich die Rock-Helden von EUROPE wiedervereinten, um nach ihren Break Anfang der 90er endlich wieder die Hallen zu rocken. Das taten sie die letzten Jahre auch sehr erfolgreich, vor allem die Werke „Start From The Dark“ (2004) und „Last Look At Eden“ (2009) trugen zu neuem Ruhm und dem gefühlten dritten Frühling der Band aus Schweden bei. Auch das Blues-Rock-Werk „Bag Of Bones“ (2012) hatte seine Momente, mochte aber nicht ganz anschließen. Mit „War Of Kings“ melden sich John Norum, Joey Tempest und der Rest der seit der Reunion gleich gebliebenen Truppe lautstark zurück.

Die Band bezeichnete „War Of Kings“ als das Album, das sie in ihrer Jugend als Fans von LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE und BLACK SABBATH immer machen wollten. Das merkt man beim leicht bombastisch und sehr modern tönenden Titeltrack zu Beginn aber nur bedingt, denn die Hymne hätte mit seinen starken Melodien und dem genialen Refrain auch locker auf „Last Look At Eden“ Platz gefunden und macht somit schon Freude auf mehr. Doch im Riffing ist definitiv schon ein 80er-Touch zu spüren. Auch „Hole In My Pocket“ ist keine große Überraschung und rockt sehr fein mit coolem Drive vor sich hin, während „The Second Day“ dann sein Versprechen wahr macht. Hier scheinen LED ZEPPELIN auf jeden Fall durch, doch EUROPE wären nicht EUROPE, wenn sie den Sound ihrer Helden einfach kopieren würden, nein - sie nehmen sich bekannte Elemente in Sachen Rhythmik und Melodie heraus und machen daraus ihren ganz eigenen Gänsehaut-Hit. Joey Tempest zeigt sich hier wie gewohnt von seiner besten Seite und legt sehr viel Gefühl in seine Arbeit, vor allem im Refrain lädt er zum Schwelgen ein. Der Old-School-Vibe schlägt immer wieder durch, so auch im schleppend bluesigen „Praise You“, wo nun auch DEEP PURPLE dank Orgel-Sound grüßen lassen, „Nothing To Ya“ überrascht aber mit fuzzigem Gitarreneffekt und macht zeigt sich dank starkem Chorus als weiterer Hit.

Der Sound von „War Of Kings“ ist druckvoll, irgendwie modern aber dennoch retro genug, um den erwähnten Helden Tribut zu zollen. Das steht EUROPE extrem gut zu Gesicht und lockt auch weit mehr als der Blues-Sound des Vorgängers, erreicht aber dann doch nicht ganz den Effekt des bombastischen „Last Look At Eden“. Nuchmal dunkel-lila wird es im treibend lockeren „Califnornia 405“. Aber das war es noch nicht mit den Einflüssen, denn auch wenn ich SABBATH nirgends wirklich finde, so kommt gerade im Keyboard von Mic Michael immer mal wieder etwas RAINBOW zum Vorschein. So machen das locker fröhlich rockende „Days Of Rock N Roll“ oder das episch tönende „Rainbow Bridge“ ebenso Freude wie die obligatorische Ballade „Angels (With Broken Hearts)“. Die abschließenden „Light Me Up“ sowie das Instrumental“ „Vasastan“ sind zwar keine Hits mehr, runden das Album aber gelungen ab.

Auch wenn „War Of Kings“ weder EUROPE noch das Genre revolutionieren, so ist den Schweden ein überraschend frisches und abwechslungsreiches Werk gelungen, das alte Fans und Freunde der genannten Helden ebenso beeindrucken kann. Auch für kommende Live-Taten sollten diese Songs frischen Wind bringen und für Stimmung sorgen.


Generation Steel (Limited Edition)
Generation Steel (Limited Edition)
Preis: EUR 21,77

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stahl und Eisen, 1. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Generation Steel (Limited Edition) (Audio CD)
Seit der Rückbesinnung von Tarek MS Maghery auf MAJESTY – die Umbenennung auf METALFORCE sollte Fans sowieso bekannt sein – geht es bei den deutschen True Metal-Veteranen Schlag auf Schlag, denn nicht nur unzählige Tourneen sowie Festivalauftritte standen bei der Band in den letzten Jahren an, sondern auch schon das dritte Album. Man bedenke nämlich, dass die Jungs trotz einiger Besetzungswechsel 2013 gleich zwei Alben rausballerten, doch „Thunder Rider“ und „Banners High“ waren alles andere als Schnellschüsse, auch wenn man leider die Qualität eines „Sword & Sorcery“ einfach nicht mehr erreichen konnte.

Und so präsentiert man gut 15 Monate später das insgesamt achte Werk (sofern man das METALFORCE-Album mitzählt) mit dem Titel „Generation Steel“ und liefert all das, was man von der Band kennt und liebt. Leider beginnen MAJESTY aber etwas zögerlich. „Hawks Will Fly“ ist zwar ein fröhlicher Stampfer mit vielen bekannten Trademarks und guten Hooks und einem Refrain der zum Mitsingen einlädt, doch so richtig zünden oder mitreißen will das noch nicht, da hat man von der Truppe schon weit Besseres serviert bekommen. „Generation Steel“ rockt im Anschluss ganz gut, will aber auch noch kein Frohlocken hervorrufen. Da kommt die flotte Mitsinghymne „Circle Of Rage“ ganz gelegen, denn das Teil sollte live richtig schön abgehen, während „Shout At The World“ mit seinem poppigen Rhythmus und eingängigen Melodien als Single nur so geschaffen ist.

Alles gute, MAJESTY-würdige Songs, doch so richtig überraschen können Tarek und seine Jungs erst ab dem Mittelteil. Zwar ist ein Kinderchor keine Neuheit mehr im Metal, kamen schon FREEDOM CALL und kürzlich auch BLOODBOUND auf die Idee und erzeugten Gänsehaut, so wissen auch MAJESTY die zarten Stimmchen stark einzusetzen. Da passt der Name „Children Of The Dark“ natürlich perfekt und die angewandte Theatralik am Piano spricht zudem für den tiefgründigen Song, ehe man mit „The Last Reward“ einmal mehr zeigt, dass man weiß wie man richtige Metalballaden schreibt. „Rulers Of The World“ sticht noch mit seinem verdammt eingängigen sowie mir unverschämt bekannt vorkommenden Refrain heraus, während das restliche Material abwechselnd entweder true daherstampft, hymnisch ins Ohr geht oder einfach gut rockt. Ausfälle gibt es keine zu verzeichnen, doch ein paar mehr Hits wären da schon wünschenswert gewesen.

„Generation Steel“ reiht sich mühelos in die überdurchschnittliche Diskografie der Band ein und klingt trotz seiner verhältnismäßig kurzen Entwicklungszeit und erneuten Besetzungswechsel kompakt, fokussiert und einfach durch und durch nach MAJESTY. Einen würdigen Nachfolger zu „Sword & Sorcery“ und „Reign In Glory“ erwarten wir aber immer noch sehnsüchtig. Fans der Band wissen sowieso was auf sie zukommt und machen mit einem Kauf absolut nichts falsch.


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