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Rezensionen verfasst von
silencia

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Schlusstakt
Schlusstakt
von Arno Strobel
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Einfach nur enttäuschend, 29. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Schlusstakt (Broschiert)
Vicky hat Phase drei der Castingshow Germanys MegaStar erreicht und fliegt mit 49 anderen Kandidaten auf eine einsame Insel. Dort sollen sie sich beweisen, denn es winkt ein unglaublicher Vertrag für den Sieger. Um sie auf das Showbiz vorzubereiten soll es dort hart zugehen und die Kandidaten müssen so einige Prüfungen bestehen. Doch schon bald wird Vickys Freundin Caroline ermordet aufgefunden, wer der Mörder ist, ist unklar. Die Kandidaten stehen nun noch mehr unter Strom, zum einen wollen sie siegen, zum anderen lauert auf der einsamen Insel die Gefahr.

Arno Strobel kann eins: schreiben. Und zwar so, dass man durch das Buch fliegt und immer weiter blättern will. Und das obwohl in diesem Buch nichts, aber auch rein gar nichts passiert. Ausschließlich ein Mord, den der Leser aber schon vom Prolog her kennt. Ansonsten besteht das Buch aus nervigen Klischees und gähnender Langeweile. DSDS lässt hier grüßen, die Kandidaten werden nieder gemacht, alles ist schrecklich unfair und die armen Mädchen fühlen sich mies behandelt. Vicky will sich zwar ihren großen Traum erfüllen, zeigt sich aber - natürlich - völlig selbstlos und kümmert sich lieber um alle anderen als um sich selbst. Eigentlich latscht sie die ganze Zeit über die Insel und jammert.
Auch die restlichen Charaktere sind einfach nur farblos und platt. Einzig Yvana hat mich fasziniert, von ihr erfährt der Leser aber auch ein wenig Background. Alle anderen sind süß, blond und können toll singen. *gähn*
Spannend waren auch die Rückblenden, die ab und an eingestreut werden, aus denen hätte tatsächlich etwas werden können, wären sie noch etwas ausgebaut worden. Doch auch diese enttäuschen am Ende maßlos.
Ich bin mehr als enttäuscht von Strobel. Seine früheren Werke waren großartig, hatten Stil, waren ungewöhnlich und gut durchdacht. Mittlerweile habe ich das Gefühl, er hat keine Lust mehr. "Abgründig" hat mir noch Spaß gemacht, da wurde das beklemmende Gefühl der Protagonisten noch richtig gut rüber gebracht. Bei "Schlusstakt" fehlt dies gänzlich. Ich habe an keiner Stelle mitfiebern können, die Protagonisten konnten mich nicht fesseln und ich konnte keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Das war einfach Mist und ich werde nun definitiv nichts mehr von Strobel lesen.
Angekündigt wurde der Roman als Jugendthriller mit Elementen aus DSDS und Dschungelcamp. Letzteres fehlt im übrigen ganz.

Fazit:
Definitiv keine Leseempfehlung. Das war langweilig und konnte mich an keiner Stelle fesseln. Die Charaktere sind weniger als dürftig skizziert und ein Klischee jagt das nächste. Einfach nur enttäuschend.


ALBINO DEVIL: Roman
ALBINO DEVIL: Roman
Preis: EUR 0,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwartungen erfüllt. :), 28. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: ALBINO DEVIL: Roman (Kindle Edition)
Ich muss ja schon fast sagen: typischer Wegmann.
Eine Gruppe Jugendliche, unberührte Natur und dann kann der Horror auch schon beginnen. :)
Wegmann hat hier mal wieder eine sehr spannende und blutige Story geschaffen, die ich mal eben so an einem Tag inhaliert habe. Inhaltlich war es jetzt nicht unbedingt etwas Neues und ich habe mich permanent an bspw. "The Hills have Eyes" und ganz besonders an "Urban Gothic" erinnert gefühlt. Vor allem letzteres hat mich total geflasht. Wer Brian Keene kennt, weiß, was ich meine. Und "Albino-Devil" steht dem in nichts nach. Es ist blutig, düster und rasant.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Ich hätte mir ein bisschen mehr Hintergrund zu den Albinos gewünscht. Als Leser erfährt man zwar etwas über die Legende, aber gerade zum Schluss hätten mir ein paar mehr Infos wirklich gefallen.


Das Dorf: Psychothriller
Das Dorf: Psychothriller
Preis: EUR 9,99

1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pageturner mit einigen Schwächen, 13. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Das Dorf: Psychothriller (Kindle Edition)
Bastian erhält von seiner Exfreundin einen Anruf, in dem sie ihm panisch mitteilt, dass sie in Lebensgefahr schwebt. Jemand wolle sie töten. Sie nennt noch den Namen des Dorfes, dann wird das Telefonat unterbrochen. Nachdem Bastian sich von der Polizei keine große Hilfe verspricht, macht er sich mit seinem besten Freund Safi selbst auf die Suche und landet schließlich in einem kleinem Dorf voller Geheimnisse. Etwas Gruseliges geht dort vor sich...

Nachdem ich während der meisten Zeit des Lesens recht zwiegespalten war, ob ich es nun gut oder schlecht finden soll, muss ich nach Ende der Lektüre sagen, dass meine Meinung doch ins Positive driftet. Dies liegt vor allem am letzten Drittel des Buches, in dem die Geschichte volle Fahrt aufnimmt, sehr spannend wird und ich als Leser gar nicht mehr anders konnte, als immer weiter zu lesen, bis ich endlich die Auflösung des Ganzen erfahren hatte. Und dies muss man dem Autor wirklich lassen: Er schreibt sehr gut. Sicherlich ist sein Stil eher einfach, man wird kaum Schachtelsätze und Fremdwörter finden - aber das muss auch nicht unbedingt sein. Denn dadurch (und durch die kurzen Kapitel) erzeugt Strobel eine hohe Lesegeschwindigkeit.

Der zweite positive Punkt ist, dass es sich tatsächlich um einen Psychothriller handelt. Der Autor treibt hier sein Spiel mit Wahn und Wahnvorstellungen, lässt den Leser eine Theorie nach der anderen aufstellen, nur um diese dann zum Platzen zubringen und einen am Ende noch zu überraschen. Ich habe tatsächlich bis zum Ende mitgerätselt und wäre nie auf diese Auflösung gekommen. Sehr, sehr gut.

Dennoch gibt es zwei Punkte, die mir missfallen haben und die ich von Strobel so nicht gewohnt bin. Zum einen ist dies der Protagonist Bastian. Er ist einfach nicht ausreichend skizziert, sodass er flach, farblos und ab und an auch recht dümmlich wirkt. Er ist kein Sympathieträger, wollte dies aber sicher gerne sein. Seine Gedankengänge sind schwerfällig und wirken konstruiert und die ewigen Fragen und stoischen Wiederholungen von Bekanntem nerven irgendwann unheimlich. Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob der Autor meint, es mit einem Vorschulkind als Leser zu tun zu haben. Ich habe es recht schnell verstanden, dass Anna am Telefon wirklich, wirklich, wirklich viel Angst hatte.....

Der Zweite Kritikpunkt ist der Mittelteil des Buches. Irgendwann dreht sich die Handlung im Kreis, kommt nicht voran und verheddert sich in endlosen Wiederholungen. Das wird leider irgendwann recht langweilig. Ein paar weniger Seiten und Ereignisse hätten sicherlich auch verdeutlicht, was da vor sich geht. Das fand ich sehr schade. Denn sonst hätte ich das Bedürfnis gehabt das Buch in einem Rutsch durchzulesen, so habe ich mich etwas quälen müssen.

Alles in allem fand ich aber, dass es ein gutes und spannendes Buch war. Flüssig zu lesen, spannend und mit einigen Wendungen, die ich so nicht erwartet habe. Ein echter Pageturner, der aber für meinen Geschmack zu viele Kritikpunkte hatte, um mehr als 3 Sterne vergeben zu können.


Lebt: Roman
Lebt: Roman
Preis: EUR 17,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen engmaschig, anspruchsvoll, geschichtsträchtig, 31. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Lebt: Roman (Kindle Edition)
Can Evinman ist ein Ghostwriter für die Biografen der "Stars". Und gerade arbeitet er mit der Schauspielerin Anna an ihrer, als er auf einen älteren Mann trifft, der ihm seine brisante Lebensgeschichte erzählt. Und diese scheint eng mit Cans eigener Vergangenheit und Familiengeschichte verknüpft zu sein. Nach anfänglicher Gegenwehr, lässt sich Can aber gemeinsam mit Anna nach Thessaloniki locken, wo er mehr und mehr erschreckende Details seiner Vergangenheit erfährt. Und irgendwie scheint seine und Annas Geschichte miteinander zusammen zu hängen, sodass sich beide immer tiefer hineinziehen lassen und natürlich auch um ihr Leben fürchten müssen.

Orkun Ertener erschafft hier einen unglaublich eng gewebten fiktionalen Thriller, der auf geschichtlichen Begebenheiten aufbaut und so Realität und Fiktion geschickt verbindet. Man erfährt als Leser sehr viel über die Dönme, eine Religionsgemeinschaft, die nach außen hin vom Judentum zum Islam konvertierten, die aber dennoch während der Zeit des Antisemitismus verfolgt und getötet wurden. Außerdem steigt man tief in die Geschichte Thessalonikis, der Besatzung durch die Nazis, den Völkeraustausch zwischen Griechenland und der Türkei und natürlich der Deportation und Massenvernichtung der Juden ein. Man sollte also wirklich geschichtlich interessiert sein, sonst zieht sich der Roman sicherlich für den ein oder anderen extrem in die Länge, da Ertener wirklich sehr detailliert erzählt. Für mich war es unheimlich interessant, da mir dieser Teil der Vergangenheit absolut neu war und ich bis dato nichts von den Dönme gehört habe.

Weiterhin lässt sich Ertener viel Zeit mit dem Ausbau seiner Figuren und er hat sich erfolgreich bemüht, diese so lebendig wie möglich erscheinen zu lassen. Obwohl mir ehrlich gesagt, keiner von ihnen wirklich ans Herz gewachsen ist und ich nicht "mitleiden" konnte, war diese etwas entfernte "Vogelperspektive" in der ich mich befand (trotz ich-Perspektive), irgendwie spannend. So konnte ich besser beobachten und die Entwicklung der Figuren besser erfahren.

Ertener erschafft ein eng gewebtes Spinnennetz, springt in den Zeiten hin und her, gibt dem Leser immer einen neuen Faden, von dem man nicht weiß, wo dieser endet und mit wem er sich noch verwebt. Erst zum Ende hin werden die ganzen Parallelen und Verbindungen sichtbar und es lässt sich das große Ganze erahnen. Zu Beginn hat mich das noch genervt, da ich bei so vielen Personen, Schauplätzen und angedeuteten Details kaum noch den Überblick hatte. Lässt man sich aber darauf ein und lässt sich treiben und von der Geschichte mitreißen und vertraut darauf, dass der Autor einem schon noch des Rätsels Lösung präsentieren wird, geht es dann.

Außerdem ist dies definitiv kein Buch zum nebenbei lesen. Es ist durchaus anspruchsvoll und erfordert die absolute Aufmerksamkeit des Lesers. Mitdenken ist hier angesagt und ich fühlte mich von der Fülle an Infos sehr gefordert, was mir durchaus gut gefallen hat.

Fazit:

Ein sehr anspruchsvolles Buch, das eine eng gewebte Story erzählt, die auf realen geschichtlichen Begebenheiten aufbaut. Super skizzierte Figuren und eine spannende und erschreckende Handlung machen das Ganze für mich sehr rund. Auch wenn ich wirklich sehr lange für das Buch gebraucht habe (und mir auch die Rezi sehr schwer fällt), kann ich es nur jedem empfehlen, der auf dicht gewebte Thriller und Geschichte steht.


Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Ein feiner dunkler Riss: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Joe R. Lansdale
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Eine unglaublich toll erzählte Abenteuergeschichte., 20. März 2014
Texas in den 50ern. Der 13-jährige Stanley hat gerade Sommerferien, als er die Überreste eines Hauses im Wald entdeckt sowie alte Tagebucheinträge und Briefe. Die Aufzeichnungen klingen geheimnisvoll und so beginnt Stanley sich gemeinsam mit seiner Schwester auf Spurensuche zu machen. Buster - ein farbiger Angestellter seiner Eltern - war früher eine Art Polizist und hilft Stanley das Geheimnis aufzudecken. Doch die beiden ahnen noch nicht, worauf sie sich eingelassen haben.

Die Beschreibung liest sich wie ein Krimi um einen Mordfall und prinzipiell geht es auch im gesamten Buch um diesen ungeklärten Fall. Allerdings rückt er für mich eher in den Hintergrund, denn Lansdale erzählt noch viel mehr als nur eine Detektivgeschichte. Es geht mehr um Stanleys Entwicklung, der in diesem Sommer nicht nur aufgeklärt wird sondern auch gänzlich den Wandel von einem Kind zu einem Mann vollzieht. Außerdem wird die Unterdrückung der farbigen Bürger thematisiert und ein kleiner Schimmer der aufkommenden Bürgerrechte und das Ende der Diskriminierung ist zu erfühlen.
Lansdale ist ein unglaublich begnadeter Erzähler. Er erschafft nicht nur umwerfende Charaktere, sondern er haucht ihnen so viel Leben ein, dass sie zu wirklichen Menschen werden mit denen der Leser mitfühlt, mitlacht und sich mit ihnen fürchtet. Besonders berührt hat mich die Geschichte von Rosy Mae, die auch für Stanleys Familie arbeitet. Ihr Mann verprügelt sie ständig und dennoch ist sie ein unglaublich sanftmütiger und guter Mensch. Auch der Umgang der Familie mit Rosy geht einem ans Herz. Hier kann man echte Gleichberechtigung erfahren und auch, dass ein Familienmitglied nicht unbedingt die gleiche Hautfarbe haben muss.
Der Schreibstil ist immer an die Personen angeglichen, um die es geht. Auch dadurch wirken die Figuren noch authentischer. Und auch die Umgebungsbeschreibungen lassen einen in die Welt des damaligen Texas eintauchen. Der Leser kann förmlich die trockene Sommerhitze auf der Haut spüren.

Ich bin immer wieder begeistert von Lansdale. Und dieses Buch lässt sich nur schwerlich in ein bestimmtes Genre pressen. Es ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Abenteuer, Geschichte und Beziehungen. Es ist jetzt schon eines der Highlights in diesem Jahr für mich.


Mandela. Mein Gefangener, mein Freund
Mandela. Mein Gefangener, mein Freund
von Christo Brand
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz besondere Freundschaft, 20. März 2014
Christo Brand war viele Jahre Nelson Mandelas Wärter in verschiedenen Gefängnissen. In diesem Buch erzählt er wie er Mandela all die Jahre erlebt hat, was sie gemeinsam durchgemacht haben und wie er versucht hat, den politischen Gefangenen das Leben ein kleines bisschen angenehmer zu machen.

Dabei bleibt Brand die ganze Zeit über sehr bescheiden, denn er ist sich bewusst, dass er trotz aller Freundlichkeit und allen Zugeständnissen immer noch ein Gefängniswärter war und in gewisser Weise das Apartheidsregime unterstützt hat. Er berichtet vom ersten Satz an sehr bewegend und gefühlvoll über diese Zeit und man merkt permanent die enge Verbundenheit zwischen ihm und Mandela. Und auch die Hochachtung seitens des Lesers wächst von Seite zu Seite vor diesem großen Mann, der immer seiner Linie treu geblieben ist, nie nachgegeben hat und schlussendlich sein Land versöhnen konnte.

Brand gibt einen einzigartigen Einblick in all das Leid, dass Mandela erfahren muss, all die Missstände im Gefängnis auf Robben Island und die Regierung, die jahrelang versucht hat, Mandela zu brechen, es aber nie geschafft hat. Und wie viel es bedeutet, dass es jemanden gibt, der einem wohlgesonnen ist obwohl er als Feind gilt und wie viel selbst ein Stückchen Schokolade in einem tristen Alltag ausmachen kann.

Das Buch hat mich gleichzeitig erschüttert und begeistert. Es ist nicht einfach nur eine Biographie, sondern es gibt einzigartige Einblicke "hinter die Kulissen" und das nicht einfach von einem Geschichtsschreiber, sondern von einem Menschen, der zu einem engen Freund geworden ist. Sehr empfehlenswert!


Treibland
Treibland
Preis: EUR 12,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt noch Ermittler ohne zerstörte Existenz und Drogenprobleme, 12. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Treibland (Kindle Edition)
Ein Kreuzfahrtschiff läuft im Hamburger Hafen ein. An Bord befindet sich ein toter Passagier, der an einem aggressiven und unbekannten Virus gestorben ist. Die Reederei wollte es am liebsten vertuschen, doch eine anonyme Anruferin gibt einen Hinweis. Eher durch Zufall ermittelt Kriminalkommissar Danowski, der eigentlich nur noch am Schreibtisch sitzt. Er soll ausschließen, dass es sich bei der Todesursache um Fremdeinwirkung handelt. Aber natürlich kommt er einem Verbrechen auf die Spur und muss auf dem unter Quarantäne stehendem Schiff ausharren.

Schon lange lese ich kaum noch Kriminalromane. Einfach, weil es mich nervt, dass der Protagonist immer eine gescheiterte Persönlichkeit ist, möglichst geschieden, mit Alkoholproblem und einem enormen psychischem Knacks. Sehr erfrischend, dass Danowski all dies nicht ist. Intakte Familie, keine Drogen, keine schräge Vergangenheit. Ok, auch er hat ein kleines neurologisches Leiden, welches ihn aber irgendwie sympathischer macht und ihm einen interessanten Touch verschafft. Auch ansonsten handeln die Figuren nachvollziehbar und logisch, ich habe mich an keiner Stelle über sinnentleertes Handeln aufgeregt oder mich fremdschämen müssen. Jede Figur für sich genommen war interessant und ohne Klischees. Raether haucht allen Beteiligten durch gezielte Umschreibungen ordentlich Leben ein, ohne sie überspitzt darzustellen.

Wer hier auf bluttriefende, überzogene One-Man-Shows hofft oder auf einen actiongeladenen Einzelgang-Showdown wird wohl enttäuscht sein. Denn all das braucht Raether nicht, um ein spannendes Buch zu schreiben. Und dafür bin ich wirklich dankbar. Endlich wieder ein Krimi, der auf diesen ganzen Mist verzichtet, sondern allein durch den Plot und die souveräne Ermittlungstätigkeit Danowskis zu überzeugen weiß.

Auch sprachlich gesehen war ich begeistert. Keine Gossensprache, keine Umgangssprache und Sätze, die über drei Wörter hinausgehen. Beinahe könnte ich sagen, dass das Buch sogar ein bisschen Anspruch hat. Man merkt auf alle Fälle deutlich aus welchem Berufsfeld der Autor kommt. Sicher gab es für mich ab und an einige Längen, dennoch war der Spannungsbogen deutlich zu spüren und der Leser fiebert auf die Auflösung des Ganzen hin.

Am ehesten fand ich das Buch vergleichbar mit denen von Tana French, die auch durch Charakterisierungen und Plot zu überzeugen weiß und ebenso auf übertriebene Action verzichtet.

Ich bin restlos begeistert und hoffe, dass es noch mehr über Danowski zu lesen gibt. Lieben Dank, Herr Raether, ich mag nun wieder gerne Krimis lesen. :)


Vierter Stock Herbsthaus
Vierter Stock Herbsthaus
Preis: EUR 3,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts für einsame Nächte, 26. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vierter Stock Herbsthaus (Kindle Edition)
Lena zieht mit ihrer Freundin in ein fast leeres Hochhaus. Sie sollen auf das Gebäude aufpassen, damit niemand randaliert und wohnen dafür für eine unglaublich geringe Miete. Doch im vierten Stock dieses Hauses geht es nicht mit rechten Dingen zu. Schon bald begegnen Lena dort mitten in der Nacht unheimliche Gestalten und sie fürchtet um ihr Leben.

Der Autor erklärt zu Beginn, dass es sich hier um die Nacherzählung einer wahren Geschichte handelt. Und das erhöht natürlich noch einmal den Gänsehautfaktor. Aber auch Susamis Beschreibungen der gruseligen Begebenheiten und die damit erzeugte Stimmung haben es tatsächlich geschafft, dass ich beim Lesen auf dem Kindle - obwohl er beleuchtet ist - noch extra das Licht im Schlafzimmer anmachen musste. Ja, ich habe auch so eine Nische gegenüber meines Bettes und ich konnte nicht anders als immer mal wieder dort hin zu schauen, ob mich nicht doch etwas beobachtet.

Der Schreibstil ist recht einfach, manchmal flapsig und oft umgangssprachlich. Aber auch das trägt natürlich zur Authentizität der Geschichte bei und liest sich dadurch wie ein Tagebuch. Ansonsten ist es recht flüssig geschrieben und bis auf ein paar Längen in der Mitte gut zu lesen. Der Spannungsbogen bleibt nahezu konstant und ich musste mich geradezu zum Aufhören zwingen.

Auch die Auflösung des Ganzen treibt dann nochmal den Puls nach oben und bildet einen würdigen Abschluss. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der Spukgeschichten mag und sich gerne mal wieder so richtig gruseln will. Ich bin begeistert und dieses Buch wird sicherlich nicht das letzte von Susami gewesen sein, das ich lese.


DAS SCHLOSS
DAS SCHLOSS
von Tim Svart
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blutiger Pageturner, 23. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: DAS SCHLOSS (Taschenbuch)
Zwei psychopatische Mörder, ein Fotograf mit Model und ein zerstrittenes Pärchen. Alle sechs treffen sich mehr oder weniger freiwillig in einem alten verlassenen Schloss. Was dann folgt ist zwar prinzipiell vorhersehbar; dennoch schafft es Svart, dem Leser eine ordentliche Portion Horror in den Kopf zu pflanzen.

Zugegeben - die Figuren bedienen das ein oder andere Klischee und handeln auch nicht immer nachvollziehbar, dennoch konnten mich die meisten von ihnen überzeugen. In mehreren Handlungssträngen werden sie vorgestellt und schließlich auch zusammengeführt. Das ist dem Autor ziemlich gut gelungen, vor allem auch durch den ein oder anderen Seitenhieb und dem ein oder anderem "Aha"- Effekt mit rückblickendem Schmunzeln. Besonders Kid hat es mir angetan mit seiner oft trockenen Art eines geübten Serienkillers.

Es wird eine wunderbar düstere Atmosphäre erschaffen; nicht zuletzt auch durch die Hintergrundgeschichten zum Schloss, die allein den Leser schon erschaudern lassen und auch für sich allein wohl eine gute Geschichte abgegeben hätten.

Ein ordentliche Portion Erotik und Blut runden das Ganze ab. Vor allem die blutigen Szenen sind derb, brutal und detailliert. Sowas muss man einfach mögen; mir persönlich hat es sehr gut gefallen.

Spannend und rasant und durch die kurzen Kapitel, die Wechsel zwischen den einzelnen Szenen ergibt sich auch immer wieder wieder ein verheißungsvoller Cliffhanger. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und es wird sicherlich nicht das letzte gewesen sein, was ich von Tim Svart gelesen habe.


INFAM - Die Nacht hat tausend Augen
INFAM - Die Nacht hat tausend Augen
von André Wegmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blutig, grausam, erschreckend, 22. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Infam" war für mich mal wieder ein besonderes E-Book. Hat es der Autor doch tatsächlich geschafft, dass ich abends im Bett das Lesen eingestellt habe. Seit langem endlich mal wieder Angst bei einem Buch gehabt! Und das will schon was heißen.

Die Story ist jetzt nicht unbedingt eine Neuheit; dafür aber sehr düster und direkt geschrieben. Kein Schnick Schnack, keine Beschönigungen, sondern Sex, Blutrausch und Gewalt. Wegmann nimmt kein Blatt vor den Mund und das sollte man vor dem Lesen der Lektüre auch berücksichtigen. Trotzdem ist es nicht einfach nur Trash, denn besonders Sid und auch Denise haben mir als Charakter wirklich gut gefallen. Obwohl Sid so unglaublich grausam ist, hab ich ihn durch seine gruseligen Kinderreime und den Daumen im Mund ins Herz geschlossen. Ich würde mich freuen, mehr von Sid zu erfahren, gerne auch aus seiner Kindheit, die ja mehr als traumatisierend gewesen sein muss.

Durch den einfachen Schreibstil liest sich das Buch weg wie nix und bleibt die meiste Zeit auch spannend. Circa zur Hälfte habe ich mich zwar gefragt, wie lange das jetzt noch gehen soll; Wegmann hat mich dann aber durchaus positiv mit dem weiteren Verlauf überrascht und die befürchtete Langeweile blieb aus. Auch die Perspektivwechsel im weiteren Verlauf haben die gruselige Stimmung aufrechterhalten können und waren - menschlich gesehen - ziemlich schockierend.

"Infam" hat mich überzeugt, es war blutig und unterhaltsam und ich brauche dringend mehr von Sid!


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