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ECB

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Elvis: Prince from Another Planet (Deluxe Version)
Elvis: Prince from Another Planet (Deluxe Version)
Preis: EUR 21,69

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nicht der irdische Sound, den ich mir gewünscht hätte, 8. April 2014
Die vorangegangenen Besprechungen lieferten bereits eine Fülle von Informationen. Bei ihrer Vorab-Lektüre wurde mir jedoch wieder einmal bewusst, wie verschieden die Hörgeschmäcker sind. Und da meine Ohren den Sound in wesentlichen Punkten anders wahrgenommen haben, beschloss ich, mich noch einmal aus meiner Sicht nur mit dem speziellen Thema des Sounds der beiden CDs zu beschäftigen.
Den Schlüsselsatz zum Verständnis der vorliegenden Ausgabe, und damit auch zu meinen Problemen damit, finden wir auf Seite 5 des Beilagebuches der CD: "Neu gemischt von Michael H.Brauer, will "Prince From Another Planet" demonstrieren, wie es gewesen wäre, in der vierten Reihe im Publikum zu sitzen, von der Musik in voller Gewalt getroffen zu werden, und alles außer dem Mann und seiner Musik zu vergessen. Spielen Sie es laut."

Die Nachmittagsshow:
Mein Vergleichsmaßstab war die BMG-CD "An Afternoon In The Garden" von 1997. Zunächst eine Anmerkung zur Laufzeit. Die alte Version spielte mit 60:39 min um insgesamt etwa 2 Sekunden länger als die neue. Das Einblenden in den Beifall setzte damals jedoch 5 Sekunden eher ein als jetzt, so dass beim Beginn des ersten Liedes auf der aktuellen CD die Zeitanzeige um gerade diese 5 Sekunden zurück ist. Bis zum Ende des Konzerts hat sich dieser Unterschied jedoch genau ausgeglichen. Die Bandgeschwindigkeit der neuen Version ist also, mit 5 Sekunden auf eine Stunde, ganz geringfügig langsamer. In der Tonhöhe wahrnehmbar dürfte dieser Unterschied auch für ein geschultes Ohr nicht mehr sein. Am Ende lief dann der Beifall auf der alten Version noch um rund 3 Sekunden länger als hier. Wichtiges am Anfang oder am Ende haben wir aber nicht verpasst. Auch während der Show konnte ich keinerlei Schnittunterschiede feststellen. Das Konzert war also vermutlich damals wie heute komplett.

Große Differenzen gibt es dagegen in der Abmischung. Sony ging für die neue Version auf die originalen Mehrspurbänder zurück, und setzte dabei nicht nur einige Instrumente und Stimmen an räumlich andere Positionen. Der Applaus wurde merklich lauter gestellt, und deckt damit manchmal Details in leisen Passagen zu. Auch die Instrumente und der Chor sind jetzt lauter. Innerhalb des Chores erhielten die Frauenstimmen mehr Gewicht, die man an manchen Stellen der alten Abmischung kaum wahrnahm. Ein klarer Nachteil des neuen Mixes ist für mich, dass Elvis' Stimme jetzt deutlich mehr im allgemeinen Klangbild versinkt, und nicht mehr so klar und präsent ist wie in der alten Version. Hinzu kommt, wen wundert das BMG/Sony/FTD, der dort so beliebte Kraftgriff zum Halleffekt. Dieser lässt sowohl Elvis als auch die Begleitung ein Stück im Raum versinken, und sägt damit zusätzlich an der Präsenz des Klanges. Elvis' Stimme allein wurde darüber hinaus sogar noch ein zweiter Effekt übergestülpt, in Form eines leicht verzögerten Echos, das stellenweise so laut ist, dass es seine Stimme zu verdoppeln scheint. Vielleicht soll dieser Effekt Schallreflexionen in der spezifischen Raumakustik des Madison Square Garden nachbilden, denn auch im Originalmaster der Abendshow hört man so etwas - allerdings nur ganz minimal, und nicht über Elvis' Stimme liegend, sondern von den Seiten kommend. Das ist aber nur eine Spekulation.

Erwähnen möchte ich schließlich auch noch die Aussteuerung der Aufnahme. Es gibt leider schon seit Jahren den allgemeinen Trend, die Musik auf CDs so laut wie möglich erscheinen zu lassen - was eigentlich völlig unnötig ist, weil ja jeder, der es lauter wünscht, auch selbst einfach an dem großen Knopf seines Verstärkers drehen kann. Wird das jedoch bereits beim Mastern gemacht, erfordert es den Einsatz von Begrenzern, damit dann die lautesten Stellen nicht übersteuert werden. Die Dynamik, das heißt der Unterschied zwischen den leisesten und lautesten Stellen der Musik, wird damit kleiner, und alles wird mehr oder weniger nivelliert. Schaut man sich die Pegelverteilung der alten und der neuen Version mit einer Audio-Software auf dem PC an, so sieht man bei der aktuellen CD genau diesen Effekt. Bewusst hörbar ist er für das Ohr nicht immer. Aber an einigen Stellen, insbesondere bei den fulminanten Schlusssequenzen einiger Lieder, wenn Elvis' Stimme über sich selbst hinauszuwachsen scheint, bemerkte ich im direkten Vergleich mit Kopfhörern doch deutlich, dass es auf der alten CD noch eine Steigerung des Volumens gab, während auf der neuen CD die Lautstärke schon am Anschlag war, und nichts mehr zulegen konnte. Und noch ein weiteres Problem fiel mir auf: Trotz des Begrenzers kommt es an einigen besonders lauten Stellen der aktuellen CD, wenn Elvis' Stimmgipfel sich mit dem zu laut gestellten Applaus vereint, zu mit dem Kopfhörer wahrnehmbaren Verzerrungen, die es auf der alten Version nicht gab.

Unter all diesen Gesichtspunkten ist mein persönlicher Favorit mit klarem Abstand die alte Version.

Die Abendshow:
Hier fällt mir die Wahl meiner bevorzugten Version deutlich schwerer. Das liegt allerdings nicht an der Güte des jetzt Gebotenen, denn auch hier hat der Mix dieselben, in meinen Ohren negativen Eigenschaften wie die Nachmittagsshow. Das Problem besteht vielmehr darin, dass es keine guten Alternativen gibt. Der originale LP-Master, von dem später auch die CDs hergestellt wurden, klang vergleichsweise dumpf, war bereits für die LP in seiner Dynamik komprimiert worden - schon unter dem Aspekt, über 50 Minuten auf einer einzelnen LP unterbringen zu wollen - und hatte auch technische Mängel wie gelegentliche leichte Verzerrungen sowie einige kurze Tonschwankungen auf der einen oder anderen Stereospur. Die europäische und die amerikanische CD nahmen sich dabei qualitativ nichts. Relativ noch am besten kam für meinen Geschmack der Sound auf der japanischen CD herüber, deren 1985er Ausgabe hier für mich der Vergleichsmaßstab war. Und diese japanische Version ist es auch, die am Ende trotz ihrer technischen Grenzen sowie der nachfolgend beschriebenen leichten Kürzungen bei mir noch um einen Hauch nach Punkten gewinnt. Denn sie vermittelt einfach ein präsenteres und authentischeres Hörgefühl, als der diffuse neue Mix. Da gab es Elvis, die Bläsergruppe, den Chor, James Burtons Gitarre und Jerry Scheffs Bass, alle klar im Stereopanorama positioniert, so dass man mit dem Finger auf sie hätte zeigen können - und nicht wie jetzt mehr oder weniger aus dem Raumhall kommend, so wie die Geister, die ich nicht rief.

Zur Laufzeit: Der Beginn der Aufnahme liegt in alter und neuer Version an derselben Stelle. Innerhalb des LP-Masters gab es zwei minimale Kürzungen, die jetzt wieder komplett sind. Zum einen handelte es sich um rund 5 Sekunden reinen Applaus zwischen "Love Me Tender" und "The Impossible Dream", also an der Übergangsstelle zwischen den beiden Seiten der LP. Auf der LP blendete man dort aus, und für die CD ließ man die Ausblendung einfach weg, um eine durchlaufende Show ohne Unterbrechung zu präsentieren. Dann kam auf der LP noch ein merkwürdiger Schnitt von knappen 2 Sekunden direkt vor Beginn der Bandvorstellung, bei dem ein völlig harmloses Räuspern von Elvis entfernt wurde. Bis zum Ende der LP nach dem bekannten "Elvis has left the building" beträgt die Laufzeit der alten Version 52:46 min, und die der neuen (wenn man die beiden zusätzlichen Teile wieder herausrechnet) 52:55 min. Es gibt also von Sony auch hier eine ganz geringfügige Verlangsamung. Für wirklich hörbar halte ich diese aber nicht. Insofern denke ich, dass die in manchen Kommentaren zu dieser Veröffentlichung angeführte "Geschwindigkeitskorrektur" für die Wahl des persönlichen Favoriten keine große Rolle spielt. Zusätzlich zur LP geht es am Ende jetzt noch NEU genau eine Minute weiter, und zwar mit der dem "Elvis has left the building" folgenden Werbeansage aus dem Konzertsaal: ein paar Restkarten für die morgige Nachmittagsshow sind noch vorhanden, und natürlich stehen auch speziell für dieses Gastspiel gefertigte Souvenirs zum Verkauf bereit.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass es in der Abendshow beim neuen Mix nicht nur räumliche Veränderungen gibt, sondern man jetzt auch noch stellenweise neu einzelne Bestandteile hört, die auf der LP nicht mit abgemischt wurden. Konkret handelt es sich dabei einerseits um eine (echte) zweite Gesangsstimme hinter Elvis (vermutlich Charlie Hodge - nicht zu verwechseln mit dem bereits früher genannten doppelten Echo auf Elvis' Stimme), die früher in "Never Been To Spain" und "Suspicious Minds" gar nicht und in "For The Good Times" nur viel kürzer auftauchte. Zum anderen betrifft es die Geiger, die auf der LP in "Suspicious Minds" ganz fehlten, sowie in "You've Lost That Lovin' Feelin'" und "An American Trilogy" stark gekürzt waren.

Mein Fazit: Bereits mit der DVD und insbesondere dem schönen Büchlein im Schuber ist der Kaufpreis dieses Teils sicher schon abgegolten, und die Box somit allemal ein Kauftipp. Mit den CDs kann ich mich nicht anfreunden. Ihr Sound wirkt auf mich modern, nicht historisch - vielleicht muss man dafür schon einer anderen, jüngeren Hörergeneration angehören, die mit solchen Mixen aufgewachsen ist, und den originalen Sound der 70er Jahre nicht mehr kennt. Wer die alten Versionen der beiden Konzerte noch besitzt, sollte sie sich - gegebenenfalls als Ergänzung zur neuen Box - vielleicht lieber gut bewahren, als sie billig zu verramschen. Eine gute und preiswertere Alternatibve ist auch die "Legacy Edition" Doppel-CD.

Falls Sie sich für das Thema Elvis Presley interessieren, finden Sie auch weitere meiner Rezensionen zu speziellen Sammler-Veröffentlichungen auf der Homepage unseres Vereines, des "Elvis Club Berlin e.V.".
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 6, 2014 9:59 AM MEST


Elvis: As Recorded at Madison Square Garden
Elvis: As Recorded at Madison Square Garden
Preis: EUR 8,97

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Könnte auch für Besitzer der "Prince From Another Planet" noch interessant sein, 8. April 2014
Diese "Legacy Edition" erschien etwa zeitgleich mit der CD/DVD "Prince From Another Planet", die sich dem gleichen Thema widmete. "Sparversion" möchte ich sie nicht direkt nennen, denn mit 2 CDs im doppelt aufklappbaren Digipack und 24-seitigem Booklet entspricht sie durchaus dem Standard für eine gut ausgestattete Veröffentlichung, und überflügelt damit so manche booklet-lose FTD CD. Nur ist halt eben das Bessere der Todfeind des Guten, und die edle Gestaltung der "Prince" mit ihrem Großformat und ihrem dicken Buch zu schlagen, ist schwer, ganz zu schweigen von deren zusätzlicher DVD. Doch auch diese CD in die Hand zu nehmen, macht Spaß. Im Inneren des Klappcovers finden wir die grafische Gestaltung der Vorder- und Rückseite von "An Afternoon In The Garden", und das Booklet zeigt auf Vorder- und Rückseite recht originalgetreu die beiden Seiten der LP, komplett mit der seinerzeit darauf enthaltenen Werbung für weitere Platten. Drinnen finden wir neben einem Vorwort von Ernst Joergensen und Roger Semon den bereits in der "Prince" abgebildeten Artikel "Like A Prince From Another Planet", sowie eine Auswahl passender Fotos.

Aber braucht man nach der "Prince" wirklich noch eine weitere Ausgabe dieses Konzertereignisses? Ja, meiner Ansicht nach braucht man die definitiv. In meiner Besprechung der "Prince" hatte ich meiner großen Enttäuschung über den Sound Ausdruck gegeben, diesen unangenehm modernisierten Mix, mit dem ich mich einfach nicht anfreunden konnte. Als meinen klanglichen Favoriten hatte ich für die Nachmittagsshow eindeutig die alte BMG-CD "An Afternoon In The Garden" von 1997 gefunden, und für die auf der LP veröffentlichte Abendshow, trotz der nicht überhörbaren technischen Mängel, die japanische CD-Version von 1985. Diesem Geschmacksurteil kommt die vorliegende "Legacy Edition" wirklich sehr weit entgegen. Doch das perfekte Nonplusultra ist sie leider immer noch nicht - dazu gleich mehr.

Keine Kritik habe ich an der Nachmittagsshow. Diese klingt nicht nur genau so wie auf "An Afternoon In The Garden", sondern stimmt nach Meinung meines PCs sogar Bit für Bit mit dieser überein. Insofern gilt hier dieselbe Beschreibung, die ich bereits im Vergleich zur "Prince" gab. Manchmal ist Sparen durch Nichtstun eben wirklich besser, als verschlimmbessernder Aktionismus.
Getan wurde dagegen etwas an der Abendshow. Hier war ich, wie üblich mit Kopfhörern und im direkten Vergleich, zunächst sehr erfreut über das, was ich hörte. Als Ausgangspunkt verwendete Sony dieses Mal den Originalmix, wie wir ihn von der LP und den alten CDs kennen, und der mir im Vergleich zum Remix der "Prince" deutlich besser gefällt: Elvis, die Bläsergruppe, der Chor, James Burtons Gitarre und Jerry Scheffs Bass - alle klar im Stereopanorama positioniert, so dass man mit dem Finger auf sie zeigen könnte, und nicht wie auf der "Prince" so diffus und mehr oder weniger aus dem Raumhall kommend, wie die Geister, die ich nicht rief. Durch das wirklich gelungene Remastern klingt dieser Originalmix jetzt aber deutlich sauberer und brillanter, und bei weitem nicht mehr so muffig wie früher. Stark reduziert wurden zudem dessen technische Probleme, wie gelegentliche leichte Verzerrungen sowie mehrfache kurze Tonschwankungen auf der einen oder anderen Stereospur. Anders als auf der "Prince" wurde jetzt die Abspielgeschwindigkeit des Tonbandes nicht verändert. Und wie auf der LP endet das Programm mit "Elvis has left the building", ohne die danach folgenden und auf der "Prince" zusätzlich zu hörenden Werbeansagen im Saal.

Diese Beschreibung liest sich so gut, dass sich der geneigte Leser jetzt fragen mag: was hat der Rezensent denn nun noch daran zu bemeckern? Tja, es ist halt wie mitunter beim Fußball. Nach einer tollen ersten Halbzeit ist der Schwung weg, und nach dem (auch hier wörtlich zu nehmenden) Seitenwechsel kommt die Ernüchterung. Nach meinem Höreindruck wurde nämlich dieses ganze schöne Remastern nur mit der A-Seite der LP durchgeführt. Die B-Seite dagegen klingt für meine Ohren noch immer genau so wie auf der japanischen CD. Dafür, dass A- und B-Seite getrennt bearbeitet wurden, spricht die Tatsache, dass die Überblendung zwischen den beiden jetzt anders erfolgt als früher. Sie passiert glatter, während sie auf der japanischen CD noch etwas sprunghaft wirkte. Ob man vielleicht auch die B-Seite remasterte, und dann einfach beim abschließenden Mix alte und neue Version verwechselte? Selbst wenn es so war, werden wir es wohl nie erfahren.

Darum zum Schluss mein Fazit. Schon Konfuzius sagt: Ein halbes verbessertes Konzert ist besser als gar keins, aber schlechter als ein ganzes verbessertes. Wer die alte "Madison Square Garden" oder "An Afternoon In The Garden" noch nicht hat, und mit dem Sound der "Prince" unzufrieden ist, für den ist die vorliegende CD ein klarer Kauftipp. Ob es sich lohnt, nur die alte "Madison Square Garden" durch die vorliegende halb verbesserte Fassung zu ersetzen, die fast soviel kostet wie die "Prince", muss sicher jeder für sich selbst entscheiden. Nach zwei nahezu gleichzeitigen Neuausgaben dieser Konzerte halte ich es allerdings für fraglich, ob es sich für Sony oder FTD lohnen wird, so bald mit einer erneuten verbesserten Ausgabe auf den Markt zu kommen. Da heißt es dann vermutlich lange warten, vielleicht bis zum 50. Jahrestag.

Falls Sie sich für das Thema Elvis Presley interessieren, finden Sie auch weitere meiner Rezensionen zu speziellen Sammler-Veröffentlichungen auf der Homepage unseres Vereines, des "Elvis Club Berlin e.V.".


Aloha From Hawaii via Satellite (Legacy Edition)
Aloha From Hawaii via Satellite (Legacy Edition)
Preis: EUR 8,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einmal flott und einmal Schrott, 25. März 2014
Sony ist etwas schneller geworden. Ließ man sich mit der "Legacy Edition" des Madison Square Garden Konzerts noch bis fünf Monate nach dem Jubiläum Zeit, so schaffte man es nun in zwei Monaten. Aber was hat man da nur angestellt...

Zuerst zur offiziellen "Aloha-Show" auf CD 1. Gleich vorab: klanglich die Enttäuschung überhaupt. Zunächst ein paar Hintergründe. Vom dieser Show gab es bisher zwei wesentlich verschiedene CD-Fassungen. Die erste erschien bereits irgendwann in den 1980er Jahren (mein Vergleichsexemplar für diese Besprechung hatte ich zu Wendezeiten erworben) und noch auf dem originalen RCA-Label, ohne das BMG-Logo. Sie enthielt den Original-Master, so wie wir ihn auch von der Doppel-LP kennen. Da das Konzert dort bekanntlich auf vier LP-Seiten verteilt wurde, gab es am Ende einer jeden Seite eine Ausblendung, die so auch auf die CD übernommen wurde.

Die zweite Fassung war die "25th Anniversary Edition" vom April 1998. Für diese hatte man das Konzert komplett neu von den Mehrspurbändern abgemischt. Zu den wesentlichen Unterschieden im Vergleich zum Master zählte dabei: Der Mix wurde räumlich neu angeordnet, einige Instrumente wechselten ihre Plätze. Besonders auffällig war, dass die ursprünglich kraftvollen Bläser nun wesentlich verhaltener klangen, während man den Streichern deutlich mehr Raum einräumte. Das machte den Sound weicher, nicht so "aggressiv" wie im Original. Der Applaus wurde stärker nach vorn gezogen, und erklang nun mitunter auch an Stellen, bei denen er auf der LP gar nicht vorkam. Elvis' Stimme litt bei dieser Prozedur glücklicherweise nicht, denn man verzichtete darauf, ihr zusätzliche Halleffekte überzustülpen, wie sie unter anderem auf "Prince From Another Planet" (Madison Square Garden Konzert) bitterlich zu beklagen sind. Auffällig war auch, dass das Konzert nun komplett durchlief, da man ja keine Rücksicht mehr auf den Wechsel der LP-Seiten nehmen musste. Neben den an diesen Wechseln weggelassenen Passagen mit Applaus und Ansagen von Elvis hatte es beim Original noch mindestens zwei weitere Schnitte gegeben: nach "An American Trilogy", wo man rund 10 Sekunden Applaus entfernte, sowie während der Bandvorstellung, als Elvis seinen Kumpel Charlie Hodge als "my flunky" ("mein Knecht" oder "mein Handlanger") bezeichnete. All diese Passagen wurden wieder eingefügt, und summierten sich auf rund eineinhalb Minuten. Andererseits blendete man die Schlussmusik aber bereits 20 Sekunden früher aus, als auf der LP. Insgesamt kann man sagen, dass der "25th Anniversary Edition" Mix zwar anders, moderner, klang als das Original, aber nicht notwendig schlechter. Eben Geschmackssache. Mit dem Erscheinen dieser CD verschwand die Originalversion vom Markt, und war lange Jahre nicht mehr erhältlich.

Auf der vorliegenden CD hören wir jetzt wieder den Originalmaster, im selben Mix und mit denselben Kürzungen. Eigentlich wäre das eine gute Sache geworden, denn mein persönlicher Favorit war immer die alte CD mit ihren kraftvollen Bläsersätzen gewesen. Doch aus welchen Schuhkarton man das Tonband zog, von dem die aktuelle CD hergestellt wurde, ist mit ein Rätsel. Der Sound ist, verglichen mit der RCA-CD, extrem dumpf, fast schon tot. Nahezu alle Höhen fehlen, und damit auch jede Brillanz. Das ist bitter.

Auf CD 2 hören wir die Probeshow vom Vorabend des eigentlichen Konzerts. Diese gab es offiziell erstmals 1988 auf der BMG-CD "The Alternate Aloha". Im Vergleich dazu setzt das Konzert jetzt erst gut 30 Sekunden später ein. Die ursprünglich enthaltene Anfangspassage mit ganz leisem Geklimper und Raunen des Publikums wurde entfernt. Trotzdem beträgt die Gesamtlaufzeit jetzt eine Minute mehr. Das liegt daran, dass die alte CD mehrere Kürzungen aufwies. Konkret betrifft das Applaus und eine Ansage vor "Love Me", eine lange Ansage am Ende der Bandvorstellung zum Spendenergebnis für den Kuiokalani Lee Krebsfonds, ein kurzes "Danke" von Elvis nach "I'll Remember You", sowie ein Stückchen vor "Can't Help Falling In Love". Zusätzlich kürzte man auf der alten CD die Schlussmusik um rund eine Minute, indem man einen Mittelteil davon unauffällig herausschnitt. Jetzt hören wir das Ende komplett. Andererseits gab es früher noch die Saalansage, in der man das Publikum bat, wegen der vielen anstehenden Vorbereitungen für die morgige Fernsehübertragung den Saal möglichst schnell zu verlassen. Diese fehlt jetzt.

Vom Sound her tat man hier erstaunlicherweise das genaue Gegenteil dessen, was auf "Prince From Another Planet" und teilweise auch auf der "25th Anniversary Edition" passiert war. Während der Mix auf "The Alternate Aloha" hohl, diffus und hallend klang, wirkt er jetzt präzise und transparent, sehr stark angeglichen dem Klang des originalen "Aloha From Hawaii" Masters, aber im Gegensatz zu meiner obigen Kritik auch technisch in Ordnung. Wichtig ist mir der Hinweis, dass im neuen Mix das Publikum extrem zurückgenommen wurde. Auf "The Alternate Aloha" applaudierte, pfiff und johlte es fast ständig, was mich persönlich besonders während der leisen Passagen mancher Lieder schon nervte, und auch Ansagen von Elvis zwischen den Liedern mitunter schwer verständlich machte. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall. Klanglich ist diese neue Version mein eindeutiger Favorit.

Bleibt noch ein Wort zum Bonus. Er besteht aus den fünf Liedern, die in den Morgenstunden des 14.1.1973 im Konzertsaal aufgenommen wurden, nachdem das Publikum diesen verlassen hatte. Wir hören hier andere Abmischungen als auf der "25th Anniiversary Edition", die ebenfalls diese fünf Lieder enthielt. Den perfekten Studiosound hatten die Aufnahmen zwar noch nie, doch Sony macht es hier besonders schlecht. Im Gegensatz zu den alten Versionen rauschen diese Lieder jetzt stärker. Zudem wirkt Elvis' Stimme bei einigen Liedern auf unangenehme Weise verändert. Es klingt, als ob ihr fast alle Höhen und Tiefen fehlen, so dass der verbleibende Mittenbereich an einen Klang wie aus dem Telefon erinnert.

Die drei Bonuslieder "Blue Hawaii", "Hawaiian Wedding Song" und "Ku-u-i-po" gab es auch auf "The Alternate Aloha", und sogar mit Fehlstarts und Studiogespräch dazu. Sie hatten allerdings ein ähnliches Problem mit Elvis' Stimme. Dieses fiel lediglich nicht so auf, weil sie insgesamt so platt gefiltert waren, dass sie zwar nicht rauschten, aber ansonsten kaum noch ein klangliches Lebenszeichen von sich gaben.

Die Verpackung der neuen Doppel-CD ist ansprechend: ein doppelt aufklappbarer Digipack mit einem 24-seitigen Booklet. Dieses zeigt recht ähnlich die originale Vorder- und Rückseite des Doppelalbums, während die Innenseiten der LP mit der gezeichneten Weltkarte zweigeteilt im Digipack unter den CDs liegen. Das Booklet enthält neben schönen Fotos auch einen längeren Text. Dieser berichtet über das historische Verhältnis von RCA zu Livealben überhaupt, über Elvis' Beziehungen zu Hawaii, die Organisation und den Ablauf der beiden Konzerte, sowie die spätere Veröffentlichung der Doppel-LP. Meinem Exemplar lag zudem noch ein kleines Faltblatt mit Werbung für weitere CDs bei, sowie einem Rabattgutschein über 4 Dollar für die nächste Museumstour durch Graceland.

Mein Fazit ist heute besonders schwierig zu ziehen. Top und Flop - das ergäbe im Durchschnitt - Durchschnitt? So einfach ist es aber nicht. Denn wer meine Probleme mit dem Klang der "The Alternate Aloha" CD teilt, für den ist die vorliegende Neue tatsächlich ein echter Kauftipp. Wer jedoch auf die originale Show aus ist, sollte tunlichst die Finger davon lassen, und lieber versuchen, noch ein Original der ersten CD-Ausgabe aufzutreiben, oder wenn er Wert auf das ungeschnittene Konzert legt, die "25th Anniversary Edition" kaufen. Dort gibt es auch die Bonuslieder in vernünftigerer Qualität.

Falls Sie sich für das Thema Elvis Presley interessieren, finden Sie auch weitere meiner Rezensionen zu speziellen Sammler-Veröffentlichungen auf der Homepage unseres Vereines, des "Elvis Club Berlin e.V.".


Elvis at Stax (Deluxe Edition)
Elvis at Stax (Deluxe Edition)
Preis: EUR 32,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für den Sammler nicht der Renner, 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Elvis at Stax (Deluxe Edition) (Audio CD)
Mit einer luxuriösen Ausgabe feiert Sony den 40. Jahrestag von Elvis' Sessions im renommierten Stax Studio in Memphis 1973. Nach dem Sun Studio 1954/55 und dem American Sound Studio 1969 war dies sein drittes großes Heimspiel. Präsentiert wird es uns in einer kleinen aber feinen Box von 20 Zentimetern im Quadrat, das ist etwas mehr als die große FTD-Verpackung der "Classic Album"-Serie. Die Box ist als Schuber gestaltet, und beherbergt in ihrem Inneren ein 44-seitiges Büchlein zum Thema (der Aufkleber auf der Verpackung verspricht nur 40 Seiten), sowie drei CDs eingesteckt in den Papptaschen eines doppelt aufklappbaren Digipacks. Das Ganze ähnelt der vor einiger Zeit erschienenen "Prince From Another Planet". Als nette Gestaltungsidee schaut Elvis' Titelbild auf dem Büchlein durch ein Fenster aus dem Schuber heraus.

Der Inhalt der Box besteht jeweils zur Hälfte aus den bekannten Mastern, sowie aus ebenso bekannten Outtakes. Inhaltlich wirklich NEUes gibt es nicht zu vermelden. Allerdings finden wir immer wieder veränderte Abmischungen oder Schnitte der Outtakes, wie unten beschrieben. Auch an den Gesprächen vor vielen, aber nicht allen Outtakes nahm man Veränderungen vor. Dabei hören wir manches noch Unbekannte, während andererseits einige bekannte Passagen von früheren Veröffentlichungen verschwunden sind. Da es zu diesen Sessions bisher keine Bootlegs gab, lässt sich nicht feststellen, wo da geschnippelt wurde, und ob die Gespräche eher damals oder eher jetzt authentisch sind, wenn überhaupt. Fehlstarts sind, im Gegensatz zu den FTDs, kaum vertreten. Dies mag daran liegen, dass die Zielgruppe dieser Veröffentlichung der Massenmarkt sein soll, und nicht so sehr die Fans.

Die neue Veröffentlichung schmückt sich mit einem Inhalt von gleich drei CDs, und scheint damit im punkto Spielzeit auf den ersten Blick mehr, als sie ist. Die Sache relativiert sich nämlich, wenn man die Laufzeiten der drei Scheiben addiert - dann kommt man gerade einmal auf gute 174 Minuten. Die üblicherweise randvoll gepackten Doppel-CDs von FTD schaffen oft bereits knapp unter 160 Minuten, also kaum weniger. Es ist allerdings möglich, dass die ganze Sache von dem Wunsch getrieben wurde, jedes Lied der Stax Sessions mit einem Master und, so vorhanden, mit einem Outtake vorzustellen. Das hätte dann tatsächlich nicht mehr ganz auf zwei CDs gepasst, selbst wenn man sich bei den beiden Liedern, die mit jeweils zwei Outtakes vertreten sind ("I've Got A Feelin' In My Body" und "Promised Land") auf jeweils einen davon beschränkt hätte.

In besonders großem Maße verwendete man jetzt Takes von der 1998 erschienenen BMG-CD "Rhythm And Country - Essential Elvis Volume 5", die sich damals ebenfalls vollständig den Stax-Sessions widmete. Gleich 15 der 18 dort enthaltenen Takes finden wir auch jetzt wieder. Lediglich bei den drei weiteren damals ebenfalls präsentierten Liedern "You Asked Me To", "Find Out What's Happening" und "Thinking About You" entschied sich Sony nun für später erschienene Versionen. Das heißt aber nicht, dass wir hier nur Duplikate vorfinden, denn oft wurde noch wesentlich an der Abmischung gedreht.

Alle Master erklingen in der uns bekannten Qualität der drei FTD Doppel-CDs "Raised On Rock", "Good Times" und "Promised Land". Unterschiede sind selbst unter Kopfhörern kaum mehr auszumachen.
Bei den Outtakes, die alle ebenfalls (bis auf ganz wenige unten bezeichnete Ausnahmen) auf diesen drei FTD-Alben zu finden sind, tun sich klanglich jedoch häufig enorme Unterschiede auf. Ob zum Guten oder zum Schlechten der vorliegenden neuen CD, das dürfte in diesem Fall wohl so sehr wie bei kaum einer anderen bisher von mir besprochenen CD vom persönlichen Hörgeschmack abhängen. Schon lange wird ja von manchen Experten die Meinung vertreten, dass die originalen Master-Mixe der LPs aus den 70er Jahren mit ihren überbordenden Echos und dem Versenken von Elvis' Stimme in den riesigen Arrangements diesen Werken nicht gut taten. So präsentierte BMG schon 1995 auf der Box "Walk A Mile In My Shoes" den Versuch von Neuabmischungen einiger der hier zu hörenden Master mit deutlich weniger Hall und einer prominenteren Platzierung von Elvis. Diese Versionen ähnelten klanglich eher den Outtakes auf den drei genannten FTDs als den ursprünglichen Mastern.

Auf der vorliegenden CD macht der Tontechniker nun bei vielen Liedern genau den umgekehrten Schritt: er lässt deren Outtakes klingen wie die alten Master, stark verhallt und mit einer oft hinter die Instrumente zurücktretenden Stimme. Besonders extrem und schon unangenehm fiel mir das beispielsweise bei den beiden Outtakes von "Promised Land" (CD 1 Titel 3 und 17) auf. Im Master wurde damals durch einen elektronischen Echoeffekt Elvis' Stimme regelrecht verdoppelt. Genau so klingen jetzt auch die Outtakes dazu. Warum der Tontechniker diesen Weg beschritt, kann ich natürlich nicht erklären. Eine Möglichkeit wäre, dass man nach den auf den Sammlermarkt zielenden FTD-Alben mit ihrem, nennen wir es einmal, "puren" Sound zur Abwechslung mal etwas "poppiges" für den Massenmarkt probieren wollte. Ich persönlich kann damit leider überhaupt nichts anfangen, und werde mit Sicherheit in diesen Fällen bei den Abmischungen von FTD bleiben. Es ist eben reine Geschmackssache. Komisch finde ich allerdings, dass der Tontechniker diesem Konzept nicht komplett durchgängig folgte, sondern vereinzelte Outtakes ganz anders abmischte, wie unten nachzulesen ist.

Das Booklet liefert, wie immer in englischer Sprache, viele Informationen zum künstlerischen Entwicklungsstand und zur persönlichen Situation von Elvis im Jahre 1973, sowie eine detaillierte Beschreibung des Ablaufes der Sessions im Studio. Auf den letzten Seiten werden zu jedem Take Datum und Nummer der Plattenveröffentlichung, sowie bei den Mastern auch Chartplatzierungen angegeben. Dazu gibt es eine zusammenfassende Übersicht der Musiker in den beiden Sessiongruppen im Juli bzw. im Dezember. Die Angaben im Booklet lassen in Einzelfällen etwas an Sorgfalt zu wünschen übrig. So wird zum Beispiel für die im Dezember 2009 erschienene FTD "Good Times" als Veröffentlichungsdatum Dezember 2012 angegeben.

Mein Fazit ist heute wirklich schwierig zu ziehen. Wer bereits die drei FTDs "Raised On Rock", "Good Times" und Promised Land" besitzt, hat eigentlich schon alles, was er inhaltlich braucht. Komplett abraten von dieser CD würde ich dem gut sortierten Sammler allerdings auch nicht, falls er sich wirklich für Details der Abmischung und die verbesserte Tonqualität einiger weniger Outtakes interessieren sollte. Wer dagegen die FTDs noch nicht besitzt, findet hier einen wirklich guten Querschnitt durch Elvis' Studioarbeit des Jahres 1973.

Es gibt auch noch eine Sparversion dieser Veröffentlichung auf einer einzelnen CD im üblichen Kleinformat. Diese lag mir zur Besprechung leider nicht vor. Nach den Inhaltsangaben im Internet handelt es sich dabei aber lediglich um eine Kurzfassung der vorliegenden Box, mit einer repräsentativen Auswahl von 5 Mastern und 12 Outtakes daraus.

Falls Sie sich für das Thema Elvis Presley interessieren, finden Sie auch weitere meiner Rezensionen zu speziellen Sammler-Veröffentlichungen auf der Homepage unseres Vereines, des "Elvis Club Berlin e.V.".

CD 1 (59:23 min): Outtakes aus den Rhythm & Blues und Country Sessions

1. I Got A Feelin' In My Body - Take 1: in dieser Form von FTD "Good Times". Auf BMG "Rhythm & Country - Essential Elvis Volume 5" (wie im Booklet angegeben) gab es nur einen Remix ohne den Männerchor. Zudem wurde dort im Mittelteil ein Stückchen von Elvis' Gesangsspur weggelassen, und am Anfang fehlte der Einsatz der Band.
2. Find Out What's Happening - zusammengesetzt aus dem ersten Teil von Take 8 und dem zweiten Teil von Take 7: in dieser Form NEU. Auf FTD "Raised On Rock" gab es Ähnliches schon einmal, allerdings lag dort der Übergangspunkt vom Take 8 zu Take 7 etwa 30 Sekunden später. Dies lässt sich gut nachvollziehen, da auf FTD auch die beiden Takes selbst enthalten waren.
3. Promised Land - Take 4: von "Rhythm & Country".
4. For Ol' Times Sake - Take 4: von "Rhythm & Country", dort irrtümlich als "Take 3" bezeichnet.
5. I've Got A Thing About You Baby - Take 14: von FTD "Good Times". Die frühere Fassung auf "Rhythm & Country" war gekürzt.
6. It's Midnight - Take 7: in dieser Form mit dem durchgehenden und lauten Chor NEU. Auf FTD "Promised Land" war ein Remix, bei dem über die meiste Zeit hinweg der Chor weggelassen wurde.
7. If You Talk In Your Sleep - Take 5: von BMG "Today, Tomorrow And Forever". Klanglich ein Kuriosum, denn hier kehren sich die Verhältnisse komplett um. Sowohl bei BMG als auch auf FTD "Promised Land" klang der Take so hallig und verwaschen, wie üblicherweise die meisten Outtakes auf der vorliegenden CD. Die vorliegende Fassung dieses Liedes klingt dagegen so sauber und klar, wie sonst die meisten anderen Lieder auf der FTD. Zuerst dachte ich, ich hätte einfach nur die beiden Quellen verwechselt, aber es ist tatsächlich so.
8. Loving Arms - Take 2: von "Good Times". Auf "Rhythm & Country" gab es zuvor nur einen Remix ohne Chor. Doch welches Lied trällerte Elvis in Wirklichkeit direkt vor dem Take? Hier und auf "Rhythm & Country" ist es der One-Liner "Softly As I Leave You". Auf FTD übt er dagegen einfach nur "Loving Arms" selbst.
9. You Asked Me To - Take 3A: von FTD "Promised Land". Klanglich ist der Unterschied im Mix von dort zu hier eher weniger auffällig. Dafür klingt der Take jetzt aber an einigen Stellen unsauber, die auf FTD fehlerfrei waren.
10. Good Time Charlie's Got The Blues - Take 8: von "Good Times", hier im Klang noch sauberer. Die zuerst erschienene Version auf "Rhythm & Country" war ein Remix ohne Chor.
11. Talk About The Good Times - Take 3 mit durchgehendem Chor: in dieser Form NEU. Auf "Rhythm & Country" und "Good Times" gab es einen Remix, bei dem der Chor erst in der zweiten Hälfte des Liedes einsetzte.
12. There's A Honky Tonk Angel (Who Will Take Me Back In) - Take 1: von "Promised Land". Auf "Rhythm & Country" war auch dieser Take ohne Chor abgemischt. Etwas klarer als auf den früheren Ausgaben.
13. She Wears My Ring - Take 8: in dieser Form NEU. Auf "Rhythm & Country" und "Good Times" waren Remixe ohne Chor.
14. Three Corn Patches - Take 14 ungekürzt: in dieser Form NEU. Auf "Rhythm & Country" sowie "Raised On Rock" wurde rund 10 Sekunden vor dem Ende ausgeblendet, und auch die danach folgende Ansage für Take 15 hörten wir damals nicht mehr.
15. I Got A Feelin' In My Body - Take 4, von "Today, Tomorrow And Forever".
16. If You Don't Come Back - Take 3: von "Rhythm & Country". Am Ende jetzt etwas zu früh ausgeblendet.
17. Promised Land - Take 5: von BMG "Platinum".

CD 2 (61:48 min)

Outtakes aus den Pop Sessions:
1. Mr. Songman - Nicht der angegebene "Take 2", sondern Take 1, aber trotzdem auch von "Promised Land". Der Chor wurde jetzt deutlich leiser gestellt, ist aber noch während des ganzen Liedes zu hören. Etwas klarer als früher auf FTD.
2. Your Love's Been A Long Time Coming - Take 4: von der Sammler-CD "On A Jet To The Promised Land", offiziell auch auf "Promised Land". "Rhythm & Country" enthielt einen Remix ohne Chor. So gut wie auf der Sammler-CD habe ich den Take aber offiziell noch nie gehört, auch nicht hier.
3. Spanish Eyes - Take 2 (Fehlstart und komplett): von "Good Times". "Rhythm & Country" enthielt einen Remix ohne Chor.
4. Take Good Care Of Her - Takes 1-2 (Fehlstarts) und 3: von "Good Times". Zuvor gab es auf "Today, Tomorrow And Forever" einen Remix der Takes 2 und 3 mit geringfügig anderer Instrumentierung. Insbesondere ließ man dort die Orgel weg. Diese Veröffentlichung vergaß man im Booklet zu erwähnen.
5. It's Diff'rent Now - Ein einerzeit nicht fertig gestelltes Lied. Als Erstveröffentlichung wird die BMG-Box "Walk A Mile In My Shoes" angegeben. Die hier zu hörende Fassung ähnelt jedoch eher derjenigen, die wir auf "Raised On Rock" erhielten. Sie ist 10 Sekunden kürzer als die Erstveröffentlichung bei BMG, aber enthält andererseits mehr von Elvis' Gesang, denn die BMG-Fassung war ein Remix, bei dem ein Teil der Gesangsspur weggelassen wurde. Im Vergleich zur FTD-Fassung ist der Klang jetzt einen Tick klarer.
6. Thinking About You - Hier war es wohl gerade Freitag nach Eins, und jeder hatte schon etwas anderes im Sinn, nur nicht mehr die Arbeit. Das Cover verspricht nämlich "Take 3", während im Booklet von "Take 6 auf FTD "Made In Memphis"" die Rede ist. Letztere enthielt aber die Takes 2 und 3. Und um bei diesen Auswahlmöglichkeiten auch wirklich alles falsch zu machen, presste man am Ende den Take 4 von "On A Jet To The Promised Land" auf die Scheibe, den es später offiziell auch auf "Promised Land" gab.
7. My Boy - Take 1: in dieser Form NEU. Auf "Good Times" gab es zuvor einen Remix, bei dem während des ersten Drittels der Chor entfernt wurde. Hier eben so klar wie auf FTD.
8. Girl Of Mine - Take 9: von "Rhythm & Country".
9. Love Song Of The Year - Take 1: von "On A Jet To The Promised Land", etwas später auch auf "Promised Land". Das abgebrochene Ende wurde jetzt ausgeblendet, so dass man auch das Gespräch danach nicht mehr hört.
10. If That Isn't Love - Mit einem angeblichem "Take 1" zu diesem Lied wurden wir bisher schon reichlich bedient, und jeder davon war anders. Deshalb möchte ich hier ein wenig Ordnung schaffen. Was wir jetzt hören, ist der wirkliche Take 1 von "Rhythm & Country", lediglich in einer Abmischung, bei der der Chor nun ein Stück früher einsetzt. Dann gab es noch eine als "Take 1" bezeichnete Variante auf "Good Times". Dies war allerdings eine Eigenproduktion der Herausgeber, bei der sie (warum eigentlich?) vom Take 1 den Anfang abschnitten, und ihn durch den Anfang des Fehlstarts vor Take 7 ersetzten. Und schließlich bot auch noch 2011 die Sammler-CD "Unedited Masters - Stax 1973" einen "Take 1", der allerdings nirgendwo eine Ähnlichkeit mit den beiden zuvor genannten Versionen aufweist. Der Vergleich zeigt, dass es sich dabei lediglich um den bekannten Take 7 von FTD "Easter Special" handelte.

Master vom Juli 1973:
11. Raised On Rock
12. For Ol' Times Sake
13. I've Got A Thing About You Baby
14. Take Good Care Of Her
15. If You Don't Come Back
16. Three Corn Patches
17. Girl Of Mine
18. Just A Little Bit
19. Find Out What's Happening
20. Sweet Angeline

CD 3 (53:17 min): Master vom Dezember 1973

1. Promised Land
2. It's Midnight
3. If You Talk In Your Sleep
4. Help Me
5. My Boy
6. Thinking About You
7. Mr. Songman
8. I Got A Feelin' In My Body
9. Loving Arms
10. Good Time Charlie's Got The Blues
11. You Asked Me To
12. There's A Honky Tonk Angel (Who Will Take Me Back In)
13. Talk About The Good Times
14. She Wears My Ring
15. Your Love's Been A Long Time Coming
16. Love Song Of The Year
17. Spanish Eyes
18. If That Isn't Love
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2014 3:18 PM MEST


Elvis Presley - Love me tender [Blu-ray]
Elvis Presley - Love me tender [Blu-ray]
DVD ~ Elvis Presley
Preis: EUR 11,49

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstklassig - Kaufempfehlung!, 18. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Elvis' Videodebüt auf den blauen Scheiben ist ja schon ein wenig her, auch wenn wir in Deutschland von seinen beiden ersten amerikanischen Filmveröffentlichungen "Jailhouse Rock" und "Viva Las Vegas" bisher im Handel noch nichts zu sehen bekamen. Zumindest "On Tour" konnte sich der deutsche Fan aber bereits ins Regal stellen - wenn er es denn angesichts des falschen Eröffnungsliedes wollte. Und nun also gibt es auch bei uns endlich den ersten "richtigen" Spielfilm.

Beginnen möchte ich meine Besprechung natürlich mit dem Wichtigsten, das den Käufer auf einer Blu-ray interessieren wird - der Bildqualität des Filmes. Und die ist wirklich über jeden Zweifel erhaben. Wir sehen ein extrem sauberes und kontrastmäßig gut durchgezeichnetes Schwarzweißbild. Der Bildstand ist ruhig. Verschmutzungen, Kratzer oder Bildrauschen fielen mir überhaupt nicht auf. Da wurde anscheinend nicht nur das originale Negativ oder Interpositiv des Films ordentlich neu in HD abgetastet, sondern auch kräftig in die digitale Restaurierung investiert, obwohl dies nicht ausdrücklich auf der Verpackung steht. Der Film ist im Format 1080/24p codiert, das heißt er läuft mit seiner originalen Kinogeschwindigkeit von 24 Bildern pro Sekunde, während er - durch das europäische PAL-Format bedingt - hierzulande im Fernsehen ebenso wie auf VHS oder DVD stets mit 25 Bildern pro Sekunde zu schnell lief. Das führt dazu, dass seine Spielzeit auf der Blu-ray wie im Kino 1:29:34 beträgt, während es auf der DVD nur 1:25:54 waren, ohne dass es dort etwa Kürzungen gegeben hätte. Durch die korrekte Geschwindigkeit hören wir jetzt auch Elvis' Stimme und insbesondere seine Musik in der richtigen Tonhöhe wie auf den Platten, und nicht um ca. einen halben Ton höher, wie es im PAL-Format technisch unvermeidbar war.

Der deutsche Ton war auf der alten DVD-Ausgabe von 2002 noch unvollständig, weil der Film seinerzeit für den Kinoeinsatz gekürzt wurde, und man darum die entfallenen Szenen gar nicht erst mit Harald Juhnke & Co. synchronisierte. Dies merkte man beim Anschauen schnell, denn während der betreffenden Passagen wechselte der Ton ins Englische, und es wurden automatisch deutsche Untertitel eingeblendet. Eine vollständig eingedeutschte Fassung lief zwar seit den 1980er Jahren im Fernsehen, doch dabei handelte es sich um eine komplette Neusynchronisation mit anderen Sprechern und stellenweise auch etwas anderen wörtlichen Übersetzungen aus dem Englischen. Die vorliegende Blu-ray versucht nun einen Spagat zwischen diesen beiden Extremen. Wo vorhanden, behielt man die Originalfassung mit Harald Juhnke bei, und nur die geschnittenen Szenen synchronisierte man mit neuen Sprechern nach. Diese wurden zwar stimmlich gut passend ausgewählt, doch versuchte man eigenartigerweise nicht, das Klangbild der neuen Tonszenen an das der alten anzupassen. Sie klingen für mich einfach zu "neu" und irgendwie steril, während man dem Originalton trotz guter Restaurierung sein Alter doch anmerkt. Somit ist jeder Wechsel mit einem (zumindest für mein Ohr) deutlichen Sprung des allgemeinen Klangeindruckes verbunden. Als Zugabe erscheinen nach dem Abspielen der deutschen Version noch einige Texttafeln mit den Namen der originalen Synchronsprecher. Wer an der Nachvertonung beteiligt war, wird jedoch nicht erwähnt.

Wer die vielversprechende Werbung zu den gebotenen Tonformaten auf der Verpackung liest, sollte bedenken, dass 1956 nun einmal die Zeit des Mono-Kinos war. Der versprochene deutsche 5.1-Ton ist insofern nicht mehr als eine elektronische Aufweitung der ursprünglichen Monospur. Ton mit echten rechts/links Richtungsinformationen gibt es niemals. Während der Dialoge kommt der Ton fast nur aus dem Center-Kanal, und zusätzlich noch ein wenig aus den beiden vorderen Seitenkanälen, während die beiden hinteren Kanäle komplett schweigen. Das klingt sowohl über Lautsprecher als auch über Kopfhörer praktisch wie ordentliches Mono. Nur bei bestimmten Szenen, wie Musik, einer pfeifenden Lokomotive oder Stimmenecho in den Bergen, wachen die hinteren Kanäle kurz auf und fügen ein wenig elektronisch erzeugten Hall hinzu. Dies ist eine große Verbesserung zur alten 2002er DVD, wo der gesamte Ton zu einem unangenehmen 2.0 Surround-Brei aufgeblasen wurde. Positiv ist weiterhin zu vermerken, dass man sich beim deutschen Ton wenn schon nicht für ein hochauflösendes, so doch zumindest für das DTS-Format entschieden hat. Das ist zwar immer noch verlustbehaftet komprimiert, benutzt aber mehr Speicherplatz auf der Platte als Dolby Digital und klingt somit auch besser.

Für den englischen 5.1 Ton gilt dasselbe wie eben beim deutschen Ton beschrieben. Da ich kein Freund von elektronischen Klangveränderungen bin, habe ich mich besonders gefreut, dass man den englischen Originalton zusätzlich auch noch im Format 1.0 als echte Mono-Tonspur mit auf die Scheibe presste. Das gab es bei der alten DVD noch nicht. Für beide englische Tonspuren wurde als Tonformat DTS HD-MA gewählt. Dieses ist im Gegensatz zum bereits von der DVD bekannten und heute eigentlich veralteten DTS und Dolby Digital verlustfrei komprimiert, und das Beste, was heute auf einer Blu-ray möglich ist. Und wem das alles immer noch nicht reicht, der kann den Film auch noch in Spanisch, in Italienisch oder Polnisch eingesprochen anschauen. Eine weitere Mono-Tonspur enthält einen Audiokommentar von Elvis-Freund und -Kenner Jerry Schilling, mit vielen interessanten Erinnerungen und Hintergrundinformationen. Der Film selbst ist dabei allerdings nur an wenigen Stellen Thema. Zumeist geht es um allgemeine Dinge, wie Schulzeit, Sun-Studio, Fernsehauftritte, den Colonel, die 60er Jahre Filme und ähnliches. Aber trotzdem hörenswert.

Natürlich besitzt der Film eine Fülle von Untertitelspuren in allen möglichen und unmöglichen Sprachen, darunter auch Deutsch und Englisch. Neben dem Filmton selbst kann man sich dabei erfreulicherweise auch den englischen Audiokommentar von Jerry Schilling deutsch untertiteln lassen. So etwas ist heute auf DVDs und Blu-rays noch immer nicht die Regel, und dürfte vielen Fans, die des Englischen nicht mächtig sind, erstmals einen Zugang zu diesem Material ermöglichen.

Neben dem Audiokommentar enthält die Scheibe eine ganze Reihe von weiteren Extras, die allerdings alle nur in NTSC-Standardauflösung (480i) und nicht in HD zu sehen sind. Dazu gehören zunächst die vier Dokumentationen "Elvis Hits Hollywood" (12:43 min), "The Colonel & The King" (11:03 min), "Love Me Tender - The Birth & Boom Of The Elvis Hit" (8:06 min) sowie "Love Me Tender - The Soundtrack" (7:32 min). Sie alle handeln von genau dem, was ihre Titel versprechen. Als Produktionsjahre werden im Abspann für die ersten beiden 2006, und für die letzten beiden 2007 angegeben. Ob sie aber wirklich schon so zeitig irgendwo anders erschienen sind, ist mit nicht bekannt. Von der Gestaltung her ähneln sich die Dokumentationen sehr, denn sie wurden offensichtlich aus denselben Interviews zusammengeschnitten. Mitunter sehen wir sogar denselben Satz aus einem Interview in zwei verschiedenen Beiträgen. Deutsch untertitelt sind davon aber leider nur die beiden 2007er Dokumentationen.

Abgerundet werden die Zugaben durch den von der alten DVD bereits bekannten amerikanischen Kinotrailer (2:21 min), sowie einen neu gefundenen spanischen Trailer (2:04 min), der bisher auch in Sammlerkreisen nicht bekannt war. Auch diese liegen nur in Standardauflösung vor und sind nicht untertitelt, wobei ihre Bildqualität im Gegensatz zu den wirklich gut und scharf aussehenden Dokumentationen allerdings merklich abfällt. Das dürfte hauptsächlich am Erhaltungszustand des alten Materials liegen. Auffällig ist auch, dass beide Trailer, bedingt durch die Umsetzung von 24 Bildern pro Sekunde Kinogeschwindigkeit auf 30 Bilder pro Sekunde (NTSC-Fernsehnorm), in der Wiedergabe stark ruckeln. Das liegt daran, dass diese Umsetzung üblicherweise durch einen sogenannten "3:2 Pulldown" erfolgt, der aus jeweils 4 Kinobildern durch Überlagerung 5 Videobilder produziert. Für die Amerikaner ist das ganz normal, denn sie kennen es aus dem Fernsehen und von der DVD nicht anders. Unseren europäischen Sehgewohnheiten entspricht es aber überhaupt nicht, denn wir sind es gewohnt, Kinofilme im Fernsehen und auf der DVD etwas beschleunigt mit 25 Bildern pro Sekunde (PAL-Fernsehnorm) statt 24 Bildern pro Sekunde zu betrachten. Deshalb läuft der originale Kinotrailer auf der alten DVD auch nur 2:16 min. Dieser "Ruckel-Effekt" führt dazu, dass der Originaltrailer (zumindest für mich) auf der alten DVD deutlich angenehmer anzuschauen ist, als jetzt auf der Blu-ray. Beim spanischen Trailer haben wir dagegen keine Wahl, da es ihn nur hier gibt. Die technisch beste Lösung wäre gewesen, auch die Trailer wie den Film neu in HD abzutasten. Aber das tun, vermutlich aus Kostengründen, die Filmstudios fast nie.

So schön der Inhalt auch ist, so langweilig wurde er leider verpackt. Das Menü ist an Einfallslosigkeit kaum zu unterbieten. Es besteht aus einem einzigen Standbild von Elvis (für meine Augen eher eine Computergrafik als ein coloriertes Foto), zu dem als Endlosschleife die Endversion von "Love Me Tender" läuft. Angeboten wird neben dem Filmstart noch die Auswahl von Kapiteln, Sprachen und Extras. Der Film wurde in 24 Kapitel unterteilt. Diese sind jedoch leider nicht benannt, sondern nur durch jeweils ein kleines Szenenbild dargestellt. Dadurch ist es schwierig, im Film zu einem bestimmten Lied zu springen, denn man muss vorher wissen, wo es sich im Film befindet. Die betreffenden Kapitelmarken wurden zwar in die Nähe der Liedanfänge gelegt, aber leider manchmal nicht optimal platziert. So kommt beispielsweise der Einsprungpunkt beim ersten Lied "We're Gonna Move" ein paar Sekunden zu spät, wenn die ersten Töne schon weg sind, während bei der Endversion von "Love Me Tender" erst noch mehrere Dialogsätze ablaufen, bis das Lied schließlich beginnt.
Auch die Hülle ist leider nur eine Sparversion. Das Coverdesign ist sicher Geschmackssache - mir gefällt es zumindest. Enttäuscht war ich aber, dass noch nicht einmal ein Wendecover geboten wird, um den hässlichen "FSK 12"-Flatschen auf der Vorderseite verschwinden zu lassen.

Die erste deutsche DVD-Ausgabe von 2002, die in der Folgezeit noch weitere Nachauflagen mit veränderten Verpackungen erlebte, hatte ich bereits oben erwähnt. Diese war noch sehr sparsam ausgestattet, und enthielt neben der englischen und deutschen Tonspur lediglich den originalen US-Kinotrailer, sowie die Trailer zu "Flaming Star" und "Wild In The Country". Im Sommer 2012 gab es dann eine stark erweiterte DVD-Version, die bereits dasselbe Coverbild verwendete wie die aktuelle Blu-ray. Leider konnte ich für die heutige Besprechung kein Vergleichsexemplar davon auftreiben. Nach den Inhaltsangaben im Internet hatten auf jener DVD aber bereits sowohl die komplette deutsche Tonspur (mit einem Extra-Werbeaufdruck "Erstmals komplett synchronisiert!"), als auch der Kommentar von Jerry Schilling Premiere. Des weiteren gab es dort auch die beiden 2007er Dokumentationen sowie den originalen Kinotrailer. Die Beschreibungen listen aber auch noch mehr auf, das auf der vorliegenden Blu-ray leider fehlt: "Die Jukebox" (was auch immer das war), Karaoke-Versionen von "Poor Boy" und "Let Me" (wer auch immer das braucht), sowie eine Fotogalerie. Schade, dass da jetzt gespart wurde.

Mein Fazit: Die kleinen Mängel der neuen Blu-ray wiegen für mich im Vergleich zu ihren Vorzügen so gering, dass ich das Teil mit wirklich gutem Gewissen auch denjenigen Fans zum Kauf empfehlen kann, die bereits die DVD besitzen.

Falls Sie sich für das Thema Elvis Presley interessieren, finden Sie auch weitere meiner Rezensionen zu speziellen Sammler-Veröffentlichungen auf der Homepage unseres Vereines, des "Elvis Club Berlin e.V.", unter [...].


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