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Zeitblom

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Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar
Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar
von Daniel Bühling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In and out im Seminar, 17. November 2013
Dies soll natürlich eine Rezension des Buches werden. Dennoch möchte ich ihr vorausschicken, dass ich selbst mal kurze Zeit in einem Seminar war. So schlimm wie Herr Bühling habe ich es aber nicht erlebt. Den ein oder anderen Erzkonservativen gab es und gerne getrunken wurde auch. Soweit kann ich Herrn Bühling also Recht geben. Gerne getrunken wird aber eigentlich überall, wo junge Männer gesellig zusammensitzen. Von Doppelleben, sexuellen Beziehungen zwischen Seminaristen und dergleichen habe ich aber überhaupt nichts mitbekommen, wobei ich ja auch nicht so lange dabei war. Die meisten Mit-Seminaristen kamen mir persönlich damals eigentlich auch nicht homosexuell vor, vielleicht eine Hand voll, bei denen ich es wirklich merkte, aber für so was hatte ich wohl auch keine Antennen. Der wahre Anteil an Homosexuellen mag durchaus höher sein, was aber an sich noch keinen Skandal darstellen sollte. Über so manch einen Priester in unserem Bistum habe ich aber schon so manches gehört. Von einem verklärten Bild des "Herrn Pfarrer" habe ich mich also auch schon längst verabschiedet.

Jedenfalls glaube ich Herrn Bühlings Bericht, weil ich es durchaus für realistisch halte, dass man in so einem Setting solche Erfahrungen machen kann. So wahnsinnig viel scheint Herr Bühling dann in all den Jahren aber doch nicht erlebt zu haben. Das Buch ist ja doch recht dünn und viele Seiten füllt er mit - für mich langweiligen, weil schon bekannten - Erklärungen darüber, was der Unterschied zwischen Diakon und Priester und Subregens und Regens ist, welche Wege der Ausbildung es gibt etc. Viele weitere Seiten füllt er mit seinen Kindheitserinnerungen. Marcel Reich-Ranicki hat mal gesagt, es gäbe in der Literatur nichts Langweiligeres als Kindheitserinnerungen. Auch Bühling straft ihn mit seinem Buch nicht Lügen. Gelungen finde ich aber die Schilderung der eigenen Berufung, wie sich so was anfühlt, wenn man vom Engagement in der Gemeinde ausgehend plötzlich mehr will, wie sehr einen das packt und wie schwer es einen wieder loslässt. Im Falle von Herrn Bühling übrigens nach eigenem Bekunden niemals. Er fühlt sich immer noch berufen, nur lebt er es anders. In die Welt des Priesterseminars führt er dann aber nicht wirklich anschaulich ein. Ich hätte mir z. B. konkretere Schilderungen des Tagesablaufs und solcher Dinge gewünscht. Für den Nicht-Kenner der "Szene" muss die Vorstellung eines Lebens im Seminar auch nach Lektüre dieses Buches diffus bleiben.

Die Kapitel, derentwegen man sich dieses Buch letztendlich zu Gemüte führt, halten dann auch nicht ganz das, was versprochen wird. Herr Bühling hat selbst keiner einzigen Sexorgie beigewohnt... Oh wie schade ;-) Bereitwillig erzählt er aber, wie er ein schwules Verhältnis mit einem anderen Seminaristen hatte und regt sich darüber auf, dass dieser nicht "zu ihm stehen" wollte - wo doch beide Priester werden wollten. Gleichzeitig prangert er dann aber andere, die ein Doppelleben führten, an und regt sich darüber auf, dass das die Hausleitung nicht interessiert habe. Also so ganz nachvollziehen kann ich ihn ehrlich gesagt nicht. Er schien doch schnell kapiert zu haben, wie's läuft und hatte sich offensichtlich ja eingelebt und "gut" eingerichtet. Man muss ihm aber zugutehalten, dass er letztendlich dann doch merkte, dass er so bigott nicht leben will, und natürlich nötigt es mir Respekt ab, dass er so schonungslos ehrlich auch über sich selbst geschrieben hat.

Bei aller Kritik freue ich mich, dass Herr Bühling dieses Buch geschrieben hat. Er hat das 11. Gebot gebrochen und nicht geschwiegen, sondern mit seinem Gesicht und unter seinem echten Namen veröffentlicht, und das ist mutig. Das Buch hätte man besser machen können und es verdient eigentlich nur drei Sterne. Wegen der Originalität des Projekts gebe ich ihm aber einen vierten.


Through the Language Glass: Why The World Looks Different In Other Languages
Through the Language Glass: Why The World Looks Different In Other Languages
von Guy Deutscher
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,70

55 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit Mängeln behaftet, 25. Juni 2011
An dem Buch habe ich zwei Dinge zu bemängeln: zum einen geht es überwiegend um Farbadjektive. Das ist an sich zwar nicht unbedingt schlecht, allerdings verspricht der Titel eine ausgewogenere Abhandlung. Natürlich werden auch noch ein paar andere Themen angeschnitten, wie z.B. grammatisches Genus in den verschiedenen Sprachen, allerdings sind die meisten dieser Kapitel, in denen es nicht um Farben geht, recht kurz.

Das andere, was ich eigentlich als den weitaus größeren Mangel ansehe, ist, dass Guy Deutscher an ein paar Stellen Dinge behauptet, die z. T. umstritten und abwegig sind. Zudem wertet Deutscher an ein paar Stellen auch. Dies ist mir besonders im Kapitel zu den grammatischen Genera aufgefallen, wo er die englische Sprache als "careless" bezeichnet, da es keine grammatischen Genera mehr hat. Dies ist eigentlich unprofessionell und erinnert an Sprachwissenschaft im 19. Jh., die er, ironischerweise, ja selbst ausführlich abhandelt in seinem Buch.

Da ich nicht wie Deutscher einfach was behaupten möchte, ohne Beispiele anzuführen, gehe ich hier konkret auf einen Punkt ein, wo sich Deutscher irrt: In einem Kapitel, in dem es um die Komplexität von Sprachen geht, behauptet Deutscher, dass Deutsch sowohl morphologisch als auch syntaktisch komplexer als das Englische sei. Während er für die höhere morphologische Komplexität wenigstens noch Beispiele anführt, unterfüttert er seine Behauptung im Bezug auf die Syntax nicht. Kein Wunder! Denn eigentlich ist Englisch syntaktisch komplexer, eben weil es ja weniger Morphologie hat. Der geneigte Leser möchte sich bitte mal die folgenden zwei Sätze ansehen:

"John's refusing the offer." (John weist das Angebot zurück.)
"John's refusing of the offer" (Johns Zurückweisung des Angebots)

Im ersten Satz ist "John's" die Abkürzung für "John is" und "refusing" eine Verbform, die zusammen mit dem Hilfsverb "is" ein present progressive konstituiert. Im zweiten Satz hingegen ist "refusing" ein Substantiv und "John's" ist ein Genetivattribut, das zu diesem Substantiv gehört. Der zweite Satz enthält also gar kein Verb, ist so gesehen also auch kein richtiger Satz, sondern eine Nominalkonstruktion. Doch woher wissen wir das? In den deutschen Entsprechungen weist die Morphologie selbst auf die Unterschiede hin. Man sieht im Deutschen direkt an den Wörtern selbst, dass im ersten Satz ein Verb steht, im zweiten "Satz" keins, sondern ein Substantiv (mit Endung "-ung"). Im Englischen aber wird der Unterschied nur durch das "of" deutlich. Wenn das "of" da steht, dann kann der "Satz" sinnvoll nur als Nominalkonstruktion interpretiert werden. Welcher Wortart "refusing" angehört, wird also nicht am Wort selbst, sondern durch die Syntax gekennzeichnet. Und das ist es, was "syntaktische Komplexität" eigentlich meint. Englisch hat tatsächlich insgesamt gesehen eine komplexere Syntax als das Deutsche (was nicht heißen soll, dass die deutsche Sprache für sich genommen nicht auch eine komplexe Syntax hätte).

Man sieht, dass also ein paar Dinge, die Deutscher schreibt, mit Vorsicht zu genießen sind. Alles in allem enthält das Buch aber natürlich viele interessante Infos, auch zur Wissenschaftsgeschichte. Man kann in jedem Falle einiges lernen, weswegen ich das Buch trotz der einseitigen Fixierung auf Farbadjektive und trotz der sachlich- fachlichen Mängel empfehlen kann.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 28, 2013 12:01 PM MEST


MC Timetrend Herren-Armbanduhr Chronograph Quarz komplett Edelstahl 25704
MC Timetrend Herren-Armbanduhr Chronograph Quarz komplett Edelstahl 25704
Preis: EUR 74,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen TOP- Qualität für diesen Preis!!, 4. Januar 2011
Die Uhr sieht wirklich gut aus und wird von manch einem wahrscheinlich sogar für teurer gehalten werden, als sie eigentlich ist.

Die Funktionalität ist gegeben: ich habe die Chrono- Funktion schon oft benutzt und bin damit zufrieden. Die Uhr geht stets genau; normalerweise muss man die Zeiger nie nachstellen. Es genügt, wenn man sie jedes halbe Jahr zur Sommer- Winterzeitumstellung z. B. mit einer Funkuhr abgleicht. Ich persönlich lege nämlich immer großen Wert darauf, dass meine Armbanduhr die exakte Uhrzeit anzeigt, und überprüfe deswegen alle paar Wochen mal, ob sie noch synchron mit entsprechenden Kontrolluhren läuft. Bis jetzt, wie gesagt, musste ich noch keine größeren Abweichungen feststellen. Die Uhr geht genau!

Besonders zu loben ist ihre Robustheit; einmal ist sie mir zu Boden gefallen und einmal bin ich mit der Uhr am Handgelenk gestürzt, sodass durch den Aufprall der Verschluss aufging und mir die Uhr von der Hand flog. Die Uhr hat den Sturz jedenfalls besser verkraftet als mein Arm... Auch kann man die Uhr bedenkenlos beim Händewaschen und Geschirrspülen tragen.

Also, ich habe meinen MC Chronographen jetzt seit genau einem Jahr und bin damit sehr zufrieden. Die Uhr ist alltagstauglich und kann strapaziert werden, ist zweckmäßig und das alles bei schönem Design. Mehr kann man von einer Armbanduhr dieser Preisklasse nicht erwarten. Wem die Uhr auf der Abbildung gefällt, kann also bedenkenlos zu diesem Preis zugreifen.


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