Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor b2s Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für jdkuchen > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von jdkuchen
Top-Rezensenten Rang: 703.374
Hilfreiche Bewertungen: 232

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
jdkuchen (Cologne, Germany)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
Microsoft Office 365 University - 2PCs/MACs - 4 Jahresabonnement - multilingual (Product Key)  [Download]
Microsoft Office 365 University - 2PCs/MACs - 4 Jahresabonnement - multilingual (Product Key) [Download]

49 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bezahlte Software kann nicht genutzt werden, 2. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zu der restriktiven Lizenzpolitik von Microsoft wurden hier schon genug Worte verloren. Ich habe die Software dennoch gekauft, wohl wissentlich, dass ich sie nur auf zwei Geräten installieren kann. Amazon.de und Microsoft haben mein Geld bekommen, ich kann die Software aber nicht verwenden, da die Lizenzaktivierung auf den Microsoft Webseiten seit über einer Woche nicht funktioniert. Mehrere Telefonate mit dem Kundendienst haben zu nichts geführt; ich wurde immer auf einem späteren Zeitpunkt vertröstet. Microsoft räumt ein, dass ein technischer Fehler ihrerseits vorliegt, trotzdem darf ich den unbenutzten Lizenzschlüssel nicht gegen eine Rückerstattung des Kaufpreises zurückgeben und Amazon weigert sich kategorisch den Kaufpreis für Downloads zurückzuerstatten. Mit der Lizenzpolitik behandelt Microsoft selbst zahlende Kunden wie potentielle Kriminelle; gleichzeitig ist das Unternehmen nicht in der Lage, das Aktivierungsprozedere vernünftig zu gestalten. De facto wurden mir von Microsoft 70 € geklaut. Wer wundert sich da noch über Softwarepiraterie?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 20, 2015 2:41 PM CET


Lmo
Lmo
Preis: EUR 19,43

19 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lauwarm, 2. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Lmo (Audio CD)
Seit dem Eintritt von Victor Smolski bei „Rage“ stehen viele Alben der Band für Technik statt Gefühl, Kitsch statt Epik, pseudo-barocke Virtuosität statt Songdienlichkeit. Auch bei dem „LMO“ Projekt setzt sich diese Tendenz fort. Sicher, „Lingua Mortis“ krankte damals an einer sehr dünnen Produktion, aber der Orchester/Metal Mix hatte eine ganz eigene Magie. Jede Sekunde des Albums wartete mit interessanten Ideen, gekonnten Arrangements und durchaus spannenden Dissonanzen zwischen der Band und den Prager Symphonikern auf. Nicht so auf „LMO.“ Mir ist vollkommen schleierhaft, warum die Band durch die Vermeidung des Namen „Rage“ einen Projektcharakter suggerieren will. Hier handelt es sich meiner Ansicht nach um ein reguläres „Rage“ Album bei dem die beiden Orchester schlichtweg die Rolle der Keyboards übernehmen. Mit dem mystisch-erhabenen „Lingua Mortis“ Album hat "LMO" nicht viel zu tun. Die Orchester sind stellenweise so stark in den Hintergrund gemixt oder überkomprimiert, dass sie über weite Strecken wie eine digitale Sound Library oder generische Overdubs aus der Retorte klingen. Die klassischen Instrumente haben keine Luft zu atmen, es fehlt das organische von "Lingua Mortis" und auch kompositorische Spannung kommt nur selten auf. Die Blechbläser tröten relativ schlicht und vorhersehbar die Hauptriffs nach, die Streicher verstärken die Grundakkorde. Viel mehr ist da nicht. Die Integration von Rock/Metal und orchestralen Sounds haben „Blind Guardian“ und „Nightwish“ auf ihren letzten Alben soundtechnisch weitaus kompetenter und gleichberechtigter hinbekommen. Kein Frage: Die Produktion der Metalkomponenten ist druckvoll, der Mix mächtig und Herr Smolski kann seine Finger ganz super schnell über das Griffbrett bewegen. Einige Songs sind auch recht nett anzuhören (wobei sich die vermeintlich orchestrale Ausrichtung des Albums meistens in „Dream Theater“-mäßigem Gefrickel und arbiträren Songstrukturen manifestiert), kratzen aber viel zu oft am (technisch versierten) Kitsch. Was nützen alle Skalen der Welt, wenn die Musik vollkommen blutleer und homogenisiert bleibt? Eine klassische Ausbildung und technische Kompetenz resultieren leider nicht zwangsweise in guter Musik.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 21, 2013 3:32 PM MEST


Day by Day Armageddon
Day by Day Armageddon
von J. L. Bourne
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,24

1 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Reaktionärer Survivalist Porno, 28. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Day by Day Armageddon (Taschenbuch)
Das Buch ist nichts weiter als erzreaktionärer und stilistisch infantiler Survivalist Porno. Der waffenhordende Erzähler bezieht alle seine Nachrichten von Fox News, ergötzt sich in endlosen masturbativen Passagen über jedes kleinste Detail seiner umfangreichen Waffensammlung und die inkompetente liberale Regierung und die Chinesen sind natürlich an allem schuld. Hinzu kommen unzählige Rechtschreibfehler, eine vollkommen gesichtslose Erzählstimme und klischeehafte Actionszenen. Dann lieber "World War Z" von Max Brooks, der tatsächlich interessante Ideen innerhalb des Zombie Genres entwickelt.


Completion Makes the Tragedy
Completion Makes the Tragedy
Preis: EUR 16,96

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Belanglos, 6. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Completion Makes the Tragedy (Audio CD)
Ein Album, das wahrscheinlich nur veröffentlicht wurde, weil der "Soilwork"-Sänger und der Ex-"Blind-Guardian"-Drummer involviert sind. An der Musik kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn die ist langweilig, melodien-arm, steril und mit einer ebenso dünnen wie kalten Produktion versehen. Das mag jetzt alles sehr modern klingen, aber während andere Modern-Metal Bands wie Slipknot oder Disturbed wenigstens noch gut abgehen, wird hier fast ausschließlich mononotes Midtempo geboten, das zu keiner Sekunde begeistert. Die Songs haben keinen Charakter, der Gesang ist oftmals clean aber folgt keinen überzeugenden Melodienbögen, die Gitarren klingen flach, das Schlagzeug synthetisch und das Songwriting vollkommen belanglos. Ein weiteres Nebenprojekt, bei dem zwei mehr oder weniger große Namen das einzige Kaufargument sind.


24 - Complete Series 4 [UK Import]
24 - Complete Series 4 [UK Import]
DVD ~ Kiefer Sutherland
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 5,81

35 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für Krypto-Faschisten und S/M Fans, 12. September 2005
Rezension bezieht sich auf: 24 - Complete Series 4 [UK Import] (DVD)
Staffel 1 und 2: super! Staffel 3: holprig aber ansehnlich. Staffel 4: alter Schwede! Gefoltert wird viel, gerne, ohne ethische Bedenken und erzielt natürlich immer brauchbare Resultate. Und wenn einer doch mal unschuldig gefoltert wird, dann ist er/sie natürlich gerne bereit, die ganze Sache gegen eine kleine Gehaltserhöhung zu vergessen. War ja schließlich gut gemeint und für's Vaterland. Spätestens wenn der Verteidigungsminister seinen pazifistischen Sohn mit den Worten "Son, I have a duty to my country" foltern läßt, können sich wohl nur noch die ganz harten S/M Fetischisten an der Sache erfreuen. Reaktionär war "24" schon immer, doch diese Töne wurden in Staffel 1-3 drehbuchtechnisch durch eine eher linke/demokratische Gesamtpolitik (afro-amerikanischer Präsident, gemäßigte Außenpolitik, durchaus positive muslimische Charaktere, Kritik am militärisch-industriellen Komplex) ausgeglichen. In der vierten Staffel wird aber nun ganz laut auf der rechten Propagandatrommel gespielt: Sätze wie "Politik ist komplexer als Michael Moore es dich glauben läßt" sind da nur die offensichtlichen Pro-Bush Verweise. Viel schlimmer sind da die mehr oder weniger versteckten Subtexte: der einzige Friedensaktivist ist ein fauler und kiffender Luxuspenner aus gutem Hause, eine integrierte muslimsiche Mittelklassefamilie ist natürlich eine terroristische Schläferzeller, fundamentalistische Moslems killen sogar ihre eigenen Kinder für die "Mission," der Verteidigungsminister ist ein pensionierter Rambo der Realpolitik mit einem standhaften christlichen Glauben, der lieber sterben würde als sein Land zu verraten, wer gegen Krieg und Gewalt ist, outtet sich automatisch als feiger Opportunist, im Krieg gegen den Terror muß jeder persönliche Opfer bringen (auch mal die eigene Mutter), und alle gucken Fox-News weil die so super objektiv berichten. Leider fehlen in der 4. Staffel auch die tollen narrativen Twists aus den ersten drei Staffeln: kein Charakter entwickelt sich anders als erwartet (die bösen Moslems bleiben böse Moslems, die guten Amerikaner bleiben gute Amerikaner). Hinzu kommen eine Terroristenbande, die so hoffnungslos inkompetent agiert, dass es erstaunlich ist, wie sie es überhaupt geschafft haben, die Flugtickets in die USA zu kaufen und eine nicht minder dämliche CTU, die offensichtlich kein Verhör ohne Elekroschocks durchführen kann. Natürlich gibt es in der Serie noch viele Spannungsmomente, aber die rechtfertigen noch lange nicht diesen kryptofaschistischen Propagandamüll.


Olympos (GollanczF.)
Olympos (GollanczF.)
von Dan Simmons
  Taschenbuch

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 1950s Space Opera, 11. August 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Olympos (GollanczF.) (Taschenbuch)
I really, really don't want to, but I still have to agree with some the previous review. After the quite engaging and interesting "Illium" the sequel comes as a major disappointment. Whereas in Simmons's "Hyperion"/"The Fall of Hyperion" novels the second instalment really concluded the narrative - not just by coherently tying up loose ends, but also by offering stunning plot-twists and a deeper exploration of the world created in the fist novel - "Olympos" turns out to be a complete waste of potential. None of the mysteries generated in "Illium" are satisfyingly resolved, nor does this novel offer any new perspective on the world of "Illium" and its inhabitants. Besides some lame and positively colonialist intertextual references to Shakespeare and Homer (apparently the only authors next to some other white males who will survive the test of time) the novel does not have much to offer. The plot just goes nowhere, the characters, especially Hockenberry, are reduced to caricatures, and the complex context story hinted at in the first novel gradually disintegrates into nothingness. Simmons is too much of a classicist to grand him an experimental excurse into postmodern narrative techniques of controlled incoherence. The arbitrary, illogical, and sometimes nonsensical plot construction (what the hell was this whole submarine storyline all about?) is not an attempt at ironic self-deconstruction, it is just bad plotting. Additionally the racist-undertones, anti-Islamic resentments, homophobic/sexist one-liners, and soft-porn sex scenes give the novel a reactionary 1950s SF touch. It's a shame to see the very author who revolutionized the space opera in the late 1980s return the genre to its male/white/conservative origins without offering any of its excitements.
Two points for some nice set-pieces. But that's all there is in the end.


Quicksilver, English edition
Quicksilver, English edition
von Neal Stephenson
  Broschiert

33 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zeitverschwendung!, 4. Oktober 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver, English edition (Broschiert)
Das Buch wurde in den Staaten als „publishing event" angekündigt, und genau das ist es: weder ein besonders guter, noch sonderlich interessanter Roman, sondern ein Marketingereignis. Dabei ist der 900-seitenschwere Türstopper nur der erste Teil einer auf 3000 Seiten angelegten Trilogie über die „Scientific Revolution" unter Isaac Newton. 900 Seiten klingen nach viel, doch sie klingen nach noch viel mehr, wenn man „Quicksilver" ließt. Kein erkennbares Plot (das Buch setzt sich eigentlich aus drei separaten Romanen zusammen, deren Storylines erst spät eher schlecht als recht zusammengeführt werden), flache Charaktere und ermüdende Beschreibungen von Settings und Kleidung lassen das Buch wie eine schlechte Version der Victorian Novels erscheinen. Wahlweise ließt es sich aber auch wie Pynchon für Arme: enzyklopädisch, monumental und laaaaaangweilig. Wahrscheinlich wollte Stephenson jeden Archivschnipsel, den er recherchiert hat, auch in die „Geschichte" einbauen und daher verläuft er sich in unendlichen Exkursionen, die aber weit weniger interessant sind als z.B. in "Cryptomonicon." Kurzum: „Quicksilver" wäre gerne eine unglaublich clevere postmoderne Dekonstruktion narrativer Konventionen im Sinne von „Ulysses" oder „Gravity's Rainbow," ist aber letztendlich nichts weiter das 900 seitenlange Protokoll eines erzählerisches Versagens. Nach diesem Buch wird der Autor den schweren Beweis liefern müssen, dass er mit „Cryptomonicon" sein kreatives Zenit noch nicht überschritten hat. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass auch nur ein Drittel der Leser bereit sein wird, Geld und vor allem Zeit in die nächsten beiden Teile zu investieren. John Irving hat einmal geschrieben, dass ein guter Roman auf Seite 300 immer besser ist als auf Seite 30. Im Falle von „Quicksilver" macht es keinen Unterschied wo man zu Lesen anfängt oder aufhört. Dieses Nachschlagewerk-Flair mögen fanatische Fans postmoderner Literatur vielleicht reizvoll finden, für mich können aber auch die schlausten Wortspiele einen guten Plot nicht ersetzten. Jedenfalls nicht, wenn damit 900 Seiten gefüllt werden sollen.


Quicksilver (Baroque Cycle 1)
Quicksilver (Baroque Cycle 1)
von Neal Stephenson
  Gebundene Ausgabe

3 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zeitverschwendung!, 4. Oktober 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch wurde in den Staaten als „publishing event" angekündigt, und genau das ist es: weder ein besonders guter, noch sonderlich interessanter Roman, sondern ein Marketingereignis. Dabei ist der 900-seitenschwere Türstopper nur der erste Teil einer auf 3000 Seiten angelegten Trilogie über die „Scientific Revolution" unter Isaac Newton. 900 Seiten klingen nach viel, doch sie klingen nach noch viel mehr, wenn man „Quicksilver" ließt. Kein erkennbares Plot (das Buch setzt sich eigentlich aus drei separaten Romanen zusammen, deren Storylines erst spät eher schlecht als recht zusammengeführt werden), flache Charaktere und ermüdende Beschreibungen von Settings und Kleidung lassen das Buch wie eine schlechte Version der Victorian Novels erscheinen. Wahlweise ließt es sich aber auch wie Pynchon für Arme: enzyklopädisch, monumental und laaaaaangweilig. Wahrscheinlich wollte Stephenson jeden Archivschnipsel, den er recherchiert hat, auch in die „Geschichte" einbauen und daher verläuft er sich in unendlichen Exkursionen, die aber weit weniger interessant sind als z.B. in "Cryptomonicon." Kurzum: „Quicksilver" wäre gerne eine unglaublich clevere postmoderne Dekonstruktion narrativer Konventionen im Sinne von „Ulysses" oder „Gravity's Rainbow," ist aber letztendlich nichts weiter das 900 seitenlange Protokoll eines erzählerisches Versagens. Nach diesem Buch wird der Autor den schweren Beweis liefern müssen, dass er mit „Cryptomonicon" sein kreatives Zenit noch nicht überschritten hat. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass auch nur ein Drittel der Leser bereit sein wird, Geld und vor allem Zeit in die nächsten beiden Teile zu investieren. John Irving hat einmal geschrieben, dass ein guter Roman auf Seite 300 immer besser ist als auf Seite 30. Im Falle von „Quicksilver" macht es keinen Unterschied wo man zu Lesen anfängt oder aufhört. Dieses Nachschlagewerk-Flair mögen fanatische Fans postmoderner Literatur vielleicht reizvoll finden, für mich können aber auch die schlausten Wortspiele einen guten Plot nicht ersetzten. Jedenfalls nicht, wenn damit 900 Seiten gefüllt werden sollen.


...And the Angel with Television Eyes
...And the Angel with Television Eyes
von John Shirley
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,76

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein cooler Trip!, 22. Februar 2002
Das mag sich zwar wie ein altes Klappentext Klischee anhören, aber John Shirleys neuer Roman „...And the Angel with Television Eyes“ hat nicht nur einen der coolsten Titel aller Zeiten, sondern ist eine echte tour de force auf der dunkleren Seite der Literatur. Bei einer recht knappen Länge von 240 Seiten ist das Buch vollgestopft mit herrlich bizarren Szenen, brillant geschriebenen Passagen (die stellenweise danach schreien, laut vorgelesen zu werden) und Geschöpfen, die direkt aus einem H.R. Giger Gemälde entsprungen zu sein scheinen. Der Autor kombiniert dabei gekonnt die neo-barocke Bildersprache seiner Frühwerke mit dem kondensierten, rasiermesser-scharfen Stil seiner jüngeren Arbeiten. Und obwohl er immer an der Grenze des Vorstellbaren schreibt, erweckt Shirley die Hybridenwesen aus antiker Mythologie und industriellen Rohmaterialien, die seinen Roman bevölkern, mit einer erstaunlichen sprachlichen Ökonomie zum Leben. Der Plot ist zwar nicht wirklich spektakulär, wird aber mit der halsbrecherischen Geschwindigkeit einer Achterbahn erzählt und lebt von Shirleys Blick für abgefahrene Details. Wer an den seltsamen Kreaturen aus China Miévilles „Perdido Street Station“ gefallen gefunden hat, der wird vor Geschöpfen wie den Vinyl-Harpien, Thanatos und dem Discoball Guy, der nach einer Überdosis E-Gitarren Akkorde explodiert, in die Knie gehen. Hinzu kommen noch ein paar geschickte narrative Gimmicks (man betrachte nur die Kapitelüberschriften), Shirleys Insiderwissen um die Medienbranche und eine angenehm ironische Erzählstimme, die aus dem Roman einen echten Trip machen.


Der Weber: Perdido Street Station, Bd. 2
Der Weber: Perdido Street Station, Bd. 2
von China Miéville
  Taschenbuch

40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 15. Februar 2002
Ich habe vor ein paar Jahren Mieville's Debütroman „King Rat" gelesen und fand ihn so langweilig, daß ich mich trotz überragender Kritiker- und Leserstimmen gesträubt habe, „Perdido Street Station" zu kaufen, obwohl mich das Buch thematisch gereizt hat. Zum Glück habe ich es doch getan, denn dieser Roman ist ein wahres Meisterwerk. Trotz der Tatsache, daß ich ca. 4 Bücher pro Monat lese, wobei die Genres von „echter Literatur" über Horror/Thriller bis hin zu Si-Fi und Fantasy reichen, hat mich in den letzten drei bis vier Jahren kein Roman so vom Hocker gehauen wie dieser hier. Hinsichtlich seines Ideenreichtums würde ich ihn als Steampunk-Variante von Stephensons „Snow Crash" bezeichnen, allerdings ohne dessen narrative Schwächen. Außerdem hat Mieville einen besseren Erzählstil und verliert die Handlung nie aus den Augen. Die urbane Fantasywelt von „Perdido Street Station", die stellenweise an eine dampfgetriebene Version von Scott's „Blade Runner" erinnert, bietet den atemberaubenden Hintergrund für eine komplexe und mitreißende Geschichte, deren Nacherzählung jeden Rahmen sprengen würde: es geht um Traumplagen, die Einheitliche Feld Theorie, Mutanten, hochentwickelte Insektenkulturen, Verbrechersyndikate, Drogen, Dampfmaschinen-Cyborgs, interdimensionale Wesenheiten, die Kunst des Fliegens, politische Unterdrückung, Rebellion etc. etc. Mieville gelingt es mit einer poetischen, aber niemals gekünstelt oder überladen wirkenden Sprache, das alltägliche Leben der gigantischen Stadt und ihrer exotischen Bewohner detailliert zu schildern und ergründet gleichzeitig beinahe spielerisch komplizierte philosophische Fragen. Natürlich kommen haarsträubende Actionszenen und perfekt komponierte Spannungsbögen auch nicht zu kurz und trotz einer epischen Länge von über 900 Seiten wünscht man sich, der Roman würde nie enden. Kurzum: Brillant!


Seite: 1 | 2