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Rezensionen verfasst von
Niklas Morgan "History Reader" (Berlin, Germany)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Sex Without Bodies
Sex Without Bodies
Preis: EUR 18,68

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super CD!, 10. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Sex Without Bodies (Audio CD)
Ich muss schon sagen, diese CD hat mich ziemlich begeistert. Ich höre eine Menge "female Jazz", doch dieser Zufallskauf war ein Volltreffer. Was für eine Stimme! Die Texte sind gut, die Band ist gut (das Saxophon!) und ob man gerade gut drauf ist oder etwas melancholisch, die Musik passt. Stimmungsvolle Einspielungen. Mein Lieblinstitel ist "Stormy", und ob da über eine Frau oder einen Mann gesungen wird, mag jeder selbst entscheiden. Ich kenne die neueren Einspielungen dieser Band noch nicht, aber jeder sollte mit dieser Platte einsteigen, da kann man nicht viel falsch machen.


Corelli a la Mode-Sonaten Op.5,7-12
Corelli a la Mode-Sonaten Op.5,7-12
Preis: EUR 15,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Interpretation, 10. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die eigentlich für Violine geschriebenen Sonaten von Corelli werden hier mit einer Altblockflöte interpretiert. Kann das funktionieren? Auch absolute Puristen wird diese Aufnahme überzeugen. Wunderbare, klare, virtuose Interpretation mit komplexen Verzierungen. Mir hat diese Aufnahme klar gemacht, wie sehr doch die Blockflöte als virtuoses Instrument unterschätzt wird. Die Interpretation ist keine lasche Kopie der Violine, sondern fast schon ein anderes Werk, wobei einem natürlich die bekannten Harmonien, vor allem bei der berühmten Folia, sofort vertraut vorkommen. Wer hier einmal Neuland entdecken will, der sollte zugreifen. Bei mir läuft die CD überraschend häufig, häufiger als andere Einspielungen mit Violine. Ich hoffe noch ähnliche Blockflöten Interpretationen anderer Werke von diesem begabten Solisten hören zu dürfen. Klare Kaufempfehlung ohne Einschränkung.


Das Gold von Sparta: Ein Fargo-Roman
Das Gold von Sparta: Ein Fargo-Roman
von Clive Cussler
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kaugummi fürs Hirn, 19. Mai 2011
Dies war mein erster Clive Cussler Roman, gekauft aus Verlegenheit auf dem Flughafen, um ein paar Stunden Zeit zu überbrücken. Daher war meine Erwartungshaltung relativ bescheiden. Das Buch liest sich auch flott, ist jedoch nur Kaugummi fürs Hirn. Gut für lange Flüge, langweilige Arztwartezimmer oder für den Strandurlaub.

Die Rahmenhandlung weckt das Interesse des historisch interessierten Lesers. Zu Beginn stolpert Napoleon bei einer Alpenüberquerung auf einen versteckten Goldschatz aus der Zeit der Perserkriege. Im Rest des Buches finden die Helden des Buches, ein für Amerikaner überdurchschnittlich gebildetes Schatzsucherehepaar, nach und nach Hinweise auf diesen versteckten Schatz in Form von seltenen Weinflaschen aus dem berühmten und verschollenen Weinkeller Napoleons. Jede gefundene Weinflasche ergibt verschlüsselte Hinweise auf die nächste Fundstelle. Zur Steigerung der Spannung beteiligt sich an dieser Schnitzeljagd auch ein böser Mafiaboss aus einem der vielen Splitterländer des untergegangenen Sowjetreiches, der sich als legitimen Erben von Xerxes sieht.

Die Verstecke der Weinflaschen sind de facto über die halbe Welt verstreut, von einem zufällig in einem Sumpf der USA gesunkenen Mini U-Boot der Nazis aus dem 2. Weltkrieg, über alle möglichen Verstecke in Europa. Indiana Jones trifft auf Dan Brown, verfolgt von einem typischen fiesen Bösewicht. Wenn man das alles nicht zu ernst nimmt, liest es sich amüsant genug, doch man sollte bitte nicht versuchen irgendeine tiefere Logik zu suchen. Die verschlüsselten Hinweise sind in ihrer konstruierten Gedichtform voll von anscheinend sinnlosen Sätzen, die sich jedoch per iPHONE und Google von jedem gebildeten Amerikaner mal so locker lösen lassen. Das Katz und Maus Spiel des Ehepaars mit den Schurken lässt James Bond alt aussehen, und die historischen Fakten werden locker wie Pizza Zutaten über die Geschichte verstreut und fügen sich dennoch alle in einen scheinbar logischen Zusammenhang.

Der Autor hat ja mit verschiedenen Co-Autoren eine regelrechte Schreibfabrik etabliert, mit diversen Serienhelden. Auch zu unserem Indiana Jones Ehepaar gibt es wohl schon weitere Bücher. Sollte ich mal wieder ohne Lektüre auf dem Flughafen stehen, könnte es sein, dass ich danach greife. Gezielt danach suchen werde ich jedoch nicht.


Madame Terror: Sonderauftrag für Hamilton<br>Thriller
Madame Terror: Sonderauftrag für Hamilton
Thriller
von Jan Guillou
  Taschenbuch

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Untypischer Agententhriller mit gutem Unterhaltungswert, 6. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Handlung ist schnell erzählt. Russen und Madame Terror, die wunderschöne, extrem intelligente Chefin des palästinensichen Geheimdienstes (der wie immer auf absoluter Augenhöhe zum MI6 und CIA agiert), rekrutieren ein paar in die britische Oberschicht integrierte Exil Palästinenser mit Cambridge Abschlüssen im High Tech Bereich und bauen ein Super-U-Boot mit Science Fiction Waffen, das praktisch unbesiegbar ist. Der schwedische Agent Hamilton, "Vater aller Agenten" und Held der vielen Coq Rouge Bücher, wird von seiner alten Flamme (eben Madame Terror) aus dem Ruhestand aktiviert und erhält als Vize-Admiral den militärischen Oberbefehl über das Boot. Gemeinsam zerstören sie die israelische Flotte und was man ihnen sonst in den Weg wirft, erpressen den UNO Sicherheitsrat, um einen freien Hafen, eine eigene 3 Meilenzone und einen Flughafen für den Gazastreifen zu bekommen.

Wie bei den anderen Coq Rouge Büchern merkt man auch hier, dass es Jan Guillou einfach Spaß macht seine eigene Wunschvorstellung einer Agentenwelt zu beschreiben. Hier schreibt ein Champagnesozialist, über einen linken adeligen Superhelden, der jedem Menschen edle Weine und gutes Essen gönnt, so sehr, dass er nicht einmal in diesem fiktiven U-Boot darauf verzichten will, und dort unter Wasser eine multiethnische Gourmet Kombüse betreiben lässt.

Die Handlung des Buches ist natürlich Nonsens. Eine Art Wunschtraum des Autors, in der sich der langwierige Nahostkonflikt seinem Gerechtigkeitsgefühl anzupassen hat. Ich finde das Buch, im Gegensatz zu anderen hier, allerdings nicht anti-israelisch, sondern ganz einfach pro-palästinensisch. Ich denke das ist ein Unterschied. Guillou bezieht klar Partei für die Underdogs aus dem Gaza Streifen, die endlich einmal so etwas wie eine militärische Überlegenheit haben, die sie dann auch pedantisch ausnutzen, bis wirklich jedes israelische Kriegsschiff zerstört ist. Weil die Helden hier so rein gar nichts mit dem sonst verbreiteten Gut-Böse-Denken der anglosächsischen Schreiber, westlichen Medien und Hollywood Produzenten zu tun haben, ist es auch durchaus erfrischend, wenn mal die Russen und "die Moslems" die Guten sind, und die Amerikaner (während der Regierung von George W.) als wilde Militaristen charakterisiert werden, die von einer zusammengewürfelten Bande vorgeführt werden. Allerdings wird dies natürlich wie bei seinen bisherigen Coq Rouge Abenteuern auch hier weder eine Übersetzung ins Englische, noch eine Verfilmung außerhalb Schwedens oder des Gazastreifens erlauben.

Zudem ist die Beschreibung der perfekten militärischen Kompetenz und Ritterlichkeit des russisch-palästinensischen U-Boots ungefähr so glaubhaft wie die Legende von den irakischen Massenvernichtungswaffen (um mal einen Vergleich aus der geographischen Region zu nehmen). Nicht einmal die Heilsarmee würde sich so verhalten. Zudem schlägt auch hier die Kenntnis vom üblichen Ablauf der Cog Rouge Romane auf den Spannungsbogen durch. Man weiß relativ schnell, dass die Sache für unsere Helden gut ausgehen wird, und am Ende wieder Medaillen und Ehrungen wichtiger Politiker für Hamilton und Madame Terror winken. Dennoch liest man natürlich flüssig bis zum erwarteten Ende, und kauft dem Autor zumindest teilweise ab, dass die Palästinenser so etwas wie die über die Erde verstreute und von allen unterdrückte Intelligenzija der Araber sind, und kein Volk von wütenden Männern, die anti-israelische Parolen in westliche Kameras brüllen und dabei mit der Kalaschnikow in die Luft ballern.

Guillou scheut sich ja nie, lebende Personen in die Romane einzubauen. So bekommen Dick Cheney und Donald Rumsfeld und bedingt auch George Doubleyou ihr Fett weg, wohingegen die Sympathien des Autors (und wohl auch des Lesers) bei Condoleeza Rice und Wladimir Putin liegen.

Nachdenklich stimmen jedoch die Überlegungen zur Definition von Terrorismus vs normaler Armee. Sogar im Klappentext des Buches oder in Rezensionen wird vom "größten Terroranschlag" oder vom "Terror U-Boot" gesprochen. Dahingegen ist ja die Hauptaussage des Buches, dass es sich hier eben NICHT um ein Terrorkommando handelt, das wahllos unschuldige Zivilisten umbringt, sondern um die "Flotte der Palästinenser" unter dem politischen Oberkommando des gewählten palästinensischen Präsidenten. Hier kann und wird man unterschiedlicher Meinung sein, je nach politischen Standpunkt.

Fazit: Wer über die letzten 20 Jahre den schwedischen Supermann und Überagenten Hamilton in den Coq Rouge Romanen verfolgt hat, der sollte sich auch diese Reaktivierung gönnen, wenn auch Hamilton erst relativ spät im Buch auftaucht und durch seine Perfektion und Übergröße inzwischen mehr einem Marvelschen Superhelden als einem Menschen gleicht.


The Lost Symbol (Robert Langdon, Band 3)
The Lost Symbol (Robert Langdon, Band 3)
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,68

30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das wahre Geheimnis hinter dem Roman, 4. Oktober 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser Bericht verrät, welche Geheimnisse die meisten Leser beim neuen Dan Brown Roman übersehen haben!!! Auch exklusiv die ersten Eindrücke des nächsten Robert Langdon Buches!!

Man muss es Dan Brown lassen. Er versteht es wirklich aus einem Potpourri an Schnipseln, die er aus den Legenden der ganzen Welt zusammensucht, eine spannende Geschichte zu konstruieren, oder besser gesagt ein spannendes Rätsel. Denn die literarische Qualität des Buches ist (wie bei den Vorgängern) eher dürftig. Das Buch ist konzipiert als "page turner" und basiert auf dem guten alten "cliff hanger" Prinzip. Am Ende jedes der vielen kurzen Kapitel lässt der Autor den Leser in der Luft hängen. Allerdings übertreibt er es diesmal etwas, und schleppt selbst die Auflösung von Trivialitäten hinüber ins nächste oder übernächste Kapitel. Weniger wäre mehr gewesen, kann man nur feststellen. Rätselfreunde werden jedoch auf ihre Kosten kommen.

So will ich auch gerne zugestehen, dass einen das Buch etwa ab der Mitte packen kann, zumindest wenn man sich zusammen reißt, und nicht dauernd über die Ungereimtheiten nachdenkt. Doch leider störten bei mir einige Dinge den Lesegenuss.
Zum einen ist das Buch ein weiterer Robert Langdon Klon. Und wie bei jedem Klon geht einem das identische Muster irgendwie auf den Geist. Wieder ein Psychopath (Illuminati Spinner, Opus Dei Mönch und nun Tätowierter Freimaurer/Okkultist/Zauberlehrling), wieder eine brünette Frau an der Seite des Helden, wieder wissende Mächte um ihn herum, wieder eine Schnitzeljagd von einem Rätsel zum anderen. Muss man sich immer zu 100 % kopieren, um erfolgreich zu sein, und vom Leser Geld zu bekommen?

Was dieses Werk jedoch von den beiden anderen Langdon Geschichten unterscheidet ist die finale Trivialität der ganzen Angelegenheit. War man bei Angels and Demons noch neugierig hinter die Geheimnisse des Vatikans und der Kunstschätze Roms zu blicken, und interessierte man sich beim da Vinci Code noch für die fraglich historischen Hintergründe hinter all dem Jesus und Maria Magdalena Spuk, den gnostischen Evangelien und dem Grals Mythos, so hinterlässt das Thema dieses Romans am Ende der Geschichte nichts als ein Achselzucken.

Vermutlich saßen Dan Brown und sein Verleger über einem guten Rotwein zusammen und der Verleger schlug ihm vor, doch endlich mal was über amerikanische Geschichte zu schreiben, und nicht immer nur dieses europäische Getüdel, von dem die meisten US Leser sowieso keine Ahnung hatten, und das sie sowieso nicht interessierte. Und wenn man schon dabei wäre, das Tourismus Büro aus Waschington DC hat eine großzügige Spende gemacht, und wünscht, dass möglichst viele Gebäude der Hauptstadt darin mit mysthischen Spekulationen auftauchen mögen. Nun inzwischen bereiten sie sicherlich die "Dan Brown - Lost Symbol - Washington DC" Bustouren vor. Nun, leider ist da nicht viel an echter Geschichte zu holen. Gebäude, deren historisches Alter man im direkten Vergleich mit der Walhalla in Regensburg oder dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig vergleichen könnte, sind nun mal nicht in derselben Liga wie der Petersdom in Rom oder das Werk von Leonardo da Vinci.

So entpuppt sich das (zugegeben aufwendig konstruierte) Rätsel um die verborgene Pyramide der Freimaurer am Ende als nichtssagend, und des Rätsels Lösung steht bei jedem daheim im Bücherschrank, wenn auch bislang missverstanden. Lobet den Herren. Und das Göttliche ist in jedem von uns. Am Ende spielt es keine Rolle wie viel von diesem Roman eigentlich halbwegs historische Fakten sind, und wie viel davon erfunden ist. Es interessiert nicht und hat auch keine Relevanz. Der ganze Hype um die Freimaurer ist nach Dan Browns Buch nichts anderes als ritualisiertes Bewahrertum von Binsenweisheiten, als geheime und verlorene Wahrheiten verklärt, deren "Schutz" und Verbergen in einem komplexen Rätsel, das von Generation zu Generation bewacht wird, keinem vernünftigen Menschen auch nur halbwegs einleuchtet. So ist man danach nicht schlauer als davor und vermisst schmerzlich die vielen Stunden Lebenszeit, die einen die Nichterkenntnis gekostet hat.
Anders als im da Vinci Code, wo man sich mit Freunden ganze Abende über die historischen und theologischen Aspekte austauschen konnte, und wo jeder Leser, der danach sich etwas ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hat, auf die eine oder andere Art bereichert wurde.

So, wer jetzt eine Antwort auf den ersten Satz dieses Berichts erhofft hat, den muss ich enttäuschen. Allerdings hat er nun einen kleinen Vorgeschmack auf das Gefühl erhalten, dass ihn nach dem Ende der Lektüre des Buches erwartet. Ich wünsche mir nun als Berliner als nächsten Dan Brown Thriller einen entsprechenden Robert Langdon Roman über meine Stadt. Hier gibt es genug schöne Inschriften voller Symbole und jede Menge Geschichte. Sicher kann man Siegessäule und Brandenburger Tor, mit dem Deutschen Dom verbinden, vor allem wenn morgens der Schatten des Fernsehturms auf das dritte Pferd der Quadriga fällt, der Schlüssel dafür steckt in der Büste der Nofretete, um diesen zu finden muss man in den geheimen Tagebuchaufzeichnungen von Friedrich dem Großen nachlesen, zu finden unter seiner Grabplatte im Schlosspark von Sanssouci, wobei man bedenken muss, dass sein Leichnam noch von den Nazis aus Potsdam verschleppt wurde und sich also das wahre Vermächtnis, der verschwundene Schatz des Priamos von Troja, hinter einer geheimnen Schrankwand von Göhrings ehemaliger Villa im Grunewald verbirgt, die während der Teilung von einem hochrangigen Nato Offizier bewohnt war, der wiederum der extrem geheimen Bilderberger Bewegung angehört und nach dem Mauerfall im Stasi Archiv den unwiderlegbaren Beweis dafür gefunden hat, dass tief unter dem alten Flughafen Tempelhof eine bereits von den Tempelrittern gegründete Kultstädte liegt, in der eine Bestie, der berühmte Berliner Bär, das größte Geheimnis der Menschheit bewacht.

Fazit: Wer sollte das Buch als teure Hardcopy Ausgabe lesen?
- Amerikaner (möglichst mit Hang zu New Age Esoterik), die endlich mal einen Robert Langdon Thriller in Amerika haben wollen
- Hardcore Fans von Dan Brown
- Freunde von Kreuzworträtseln, Sudoku, Verschwörungstheorien

Wer könnte das Buch als billige Taschenbuchausgabe lesen?
- Leser mit viel Zeit
- Sammler, die unbedingt alles von Dan Brown gelesen haben wollen, um darüber mitreden zu können

Wer sollte sich das Buch sparen?
- Leute mit wenig Zeit zum Lesen (es gibt bessere Bücher und wie schon im Buch erklärt wird, unsere Lebenszeit ist endlich...)
- Erstleser von Dan Brown (soweit es die überhaupt gibt), die sollten zunächst den Da Vinci Code lesen
- Leute die hoffen, nach dem Da Vinci Code kommt noch mehr (nun, nicht hier....)
- Leute die hoffen, ähnlich gut unterhalten zu werden wie bei den vorherigen Büchern des Autors (leider nein)
- Europäer, die sich wenig für die Freimaurer und all den amerikanischen Zirkus darum herum interessieren
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 23, 2009 3:38 PM CET


Sony RDR HX D 890 DVD-Festplattenrekorder 160 GB (HDMI, DVB-T Tuner) schwarz
Sony RDR HX D 890 DVD-Festplattenrekorder 160 GB (HDMI, DVB-T Tuner) schwarz

36 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Gesamteindruck, 3. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Recorder erledigt seine Aufgaben wie erwartet. Mit einem Knopfdruck kann man aufnehmen, nebenbei auf einem anderen Programm fernsehen (über TV Tuner!) oder eine DVD ansehen. Die Aufgenommenen Sendungen lassen sich editieren. Werbung rauschneiden ist simpel, weil automatisch bei Werbe Beginn ein neues Kapitel gesetzt wird. Entweder überspringt man einfach die Werbung, oder man schneidet sie gleich raus.

Überspielen von Camcordern analog oder digital ist auch einfach. Mit der Edit Funktion kann man die dann überspielten Sendungen einfach editieren, natürlich lange nicht so wie beim PC, doch dafür plug und play vom Sofa aus mit der Fernbedienung. Brennen auf DVD ist auch einfach. Der Recorder kann auch Music CDs bzw MP3 abspielen. Durch die Vielzahl der Funktionen sollte man aber bereit sein, ab und zu in die Anleitung zu schauen, vieles erschließt sich nicht rein intuitiv.

Wichtig: Das Gerät hat keinen Tuner für digitales Kabelfernsehen! Also entweder Kabel analog oder digital über Antenne (benötigt entsprechend also eine digitale Antenne). Wer also z.B. einen höherwertigen Fernseher hat, mit dem er bislang digitales Kabel empfangen hat, der kann das Antennenkabel nicht an den Recorder anschließen und einfach durchleiten, sondern er muss sich für den Recorder eine extra Antenne kaufen, und den TV am Kabel lassen (bzw auch an die Antenne hängen, falls ein entsprechender Receiver im TV vorhanden ist). Dies ist an sich kein Problem, doch da die Anzahl der vorhandenen digitalen Programme im Kabel und über Antenne unterschiedlich sind, muss man da bei der Aufnahme dran denken. Wer gerade über den TV Tuner was ansieht, und dann einfach Record drückt, nimmt ggf. einen anderen Kanal auf. Analoges Kabel geht natürlich immer, doch die Qualität ist deutlich schlechter.

Alles in Allem ein gutes Gerät zu einem super Preis.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2009 1:06 PM CET


Sony RHT G 900 TV Stand mit eingebauten 5.1 Lautsprechersystem (470W, FM Tuner, 3 HDMI Eingänge) für 40''-46'' TVs schwarz
Sony RHT G 900 TV Stand mit eingebauten 5.1 Lautsprechersystem (470W, FM Tuner, 3 HDMI Eingänge) für 40''-46'' TVs schwarz

21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die praktische Lösung fürs Wohnzimmer, 3. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Lösung ist für jeden gut geeignet, der im Wohnzimmer möglichst wenig Getüdel mit Kabeln haben will und den Platz nicht mit vielen Boxenmöbeln zustellen kann oder will. Simple, aber effektive Heimkinoanlage. Alle Lautsprecher sind praktisch unsichtbar in der Front des Racks versteckt, der Sub steht zentral in Bodennähe. Von vorne praktisch nichts zu sehen. Einfache HDMI Verkabelung, auch externe Audio Geräte kann man mit extra Kabel (nicht dabei) anschließen (iPOD etc.). TV Sound kommt allerdings nicht per HDMI sondern optisch bzw. analog.

Positiver Gesamteindruck, bei edlem Design im derzeit üblichen Klavierlack Finish, passt perfekt zu den bei mir angeschlossenen Geräten (TV: Sony Bravia 40W4000 sowie Sony DVD Recorder).

Sound: Gegenüber den TV Lautsprechern (auch guten wie bei Geräten jenseits der 1200 Euro) ein Quantensprung. Wenn man richtig aufdreht wackeln die Wände. Verschiedene Soundprogramme lassen sich mit Fernbedienung durchwechseln wie Fernsehkanäle. Movie, Sport, News, Music, Jazz, Games etc.
Bei Movie wird der Sound räumlich und die Star Wars Jäger kreischen kreuz und quer durch das Wohnzimmer. Allerdings muss man realistische Erwartungen haben. Alle Boxen stehen vorne, und virtuelle Technik hin oder her, man dreht nicht den Kopf nach hinten, weil da auf einmal überraschend Geräusche sind. Wer das will, kommt an 5.1 Boxen nicht vorbei.

Die HDMI Vernetzung ist nicht ganz plug and play, zuvor muss man an allen Geräten diese Funktion aktivieren. Dann kann man die Lautstärke des Rack mit der TV oder DVD Fernbedienung steuern. Wenn man den TV ausschaltet, schalten sich auch DVD und Rack aus. Allerdings schaltet sich das Rack nur mit der Rack Fernbedienung ein. Daher ist das aktive Standby beim Rack (mit laut Sony mindestens 1.5 Watt Verbrauch) etwas unnötig, und lässt sich leider nicht abschalten (es sei denn man deaktiviert wieder HDMI).

Fazit: Für mich als normaler Durchschnittsanwender, der eine höherwertige aber einfach zu installierende Lösung gesucht hat, klar die richtige Wahl.


Die sieben größten Rätsel der Wissenschaft. .und wie man sie versteht
Die sieben größten Rätsel der Wissenschaft. .und wie man sie versteht
von David E. Brody
  Gebundene Ausgabe

61 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Relativ oberflächlich und nicht immer fair dargestellt, 19. September 2008
Das Buch ist gut geschrieben und man erfährt über relativ viele Bereiche etwas. Allerdings erfährt man ziemlich wenig, verglichen mit anderen populärwissenschaftlichen Büchern. Daher lohnt sich die Lektüre wirklich nur für Schüler oder den wirklich ahnungslosen Laien, der nicht weiß wer Kopernikus, Galilei, Einstein oder Niels Bohr war bzw. an was sie gearbeitet haben. Nach der Lektüre weiß man zumindest etwas mehr.
Wer jedoch die erwähnten Themen etwas genauer verstehen will (und ich rede hier nicht von Fachwissen, Formeln etc, sondern von simplem Verständnis) sollte andere Bücher zu Rate ziehen. Zu jedem dieser Themengebiete gibt es meines Erachtens bessere Bücher für den wirklich interessierten Laien. A briefer History of Time, Eine kurze Geschichte von fast allem, The selfish Gene, um ein paar zu nennen.

Was mich persönlich auch gestört hat, ist die doch sehr tendentielle Erzählweise mit Betonung angelsächsischer (bzw. in die USA emigrierter) Wissenschaftler. Ein krasses Beispiel ist das Kapitel über die Kernspaltung. Hier wird die Entdeckung doch tatsächlich dem späteren Manhatten Project Mitarbeiter Enrico Fermi zugesprochen, dessen Entdeckungen von der "österreichisch-schwedischen Physikerin Lise Meitner" mit zwei "Kollegen" mehr oder weniger bestätig wurden. Nun, die zwei "Kollegen" waren Otto Hahn und Fritz Straßmann, und Hahn bekam für die Entdeckung der Kernspaltung 1945 den Nobelpreis für Chemie. (mal bei Wikipedia nachlesen wie es wirklich war!)
Klar wurden Lise Meitner und Straßmann bei der Verleihung damals übergangen, aber muss man deswegen praktisch leugnen, dass die Kernspaltung zuerst in Berlin von Deutschen durchgeführt wurde? Das ist nicht besonders seriös und diese Art des "USA Wissenschafts-Chauvinismus" setzt sich tendentiell durch das ganze Buch fort. Praktisch nichts von Max Planck oder Werner Heisenberg in einem Buch über die Rätsel der Physik! Hier fällt das Buch sogar hinter viele Wikipedia Artikel zurück.
Daher nur eine durchschnittliche Bewertung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 28, 2010 9:03 AM MEST


Der Zweiklassenstaat: Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren
Der Zweiklassenstaat: Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren
von Karl W. Lauterbach
  Taschenbuch

26 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sozialutopie eines Gutmenschen, 25. August 2008
Ja, die Welt ist ungerecht, und Lauterbach bringt dies in seinem provokativ geschriebenen Essay auf den Punkt. Er kennt sich aus, besser zumindest als viele Talkshower, die man sonst bei diesen Themen hört. Das Buch ist flüssig geschrieben und legt an vielen Stellen den Finger in die Wunde. Nach dem Durchlesen hat man ein schlechtes Gefühl im Bauch, vor allem, wenn man wie vermutlich 99 % der Käufer und Leser zu den Leuten gehört, die nach Lauterbach auf Kosten Anderer in den Genuss von besserer Gesundheit und höherer Rente kommen: Die Privilegierten. Wer genau die sind? Praktisch alle Beamte, Selbständige und Angestellte ab einem gewissen Gehaltsniveau, de facto das obere Einkommensdrittel der Bevölkerung. Also jenes Drittel, das derzeit ca. 80 % der Einkommenssteuer bestreitet und damit den Sozialstaat in seiner jetzigen Form unterhält.

Wenn Sie, lieber Leser, nach Abitur und Studium nun als Angestellter, Selbständiger oder Beamter tätig sind, ist dies in erster Linie nicht ihr persönlicher Verdienst, sondern Sie hatten nur das Glück, in eine bildungsnahe Familie des Bürgertums geboren worden zu sein. Nun leben Sie auf Kosten der weniger Privilegierten, auch wenn Sie es sind, der durch Steuern eben diesen Menschen nicht nur Harz IV sondern auch die Krankenversicherung bezahlt. Das ist nicht etwa lobenswert, nein, Sie müssten eigentlich noch viel, viel mehr Steuern zahlen. Wieso? Damit die Welt wirklich gerecht wird, und es keine Rolle mehr spielt, aus welchem sozialen Umfeld oder aus welchem Land dieser Welt man kommt. Soweit die schöne und sicherlich löbliche Utopie des selbst privilegierten Gutmenschen Lauterbach.

So ein Buch kann eigentlich nur in Deutschland geschrieben werden, und nur hier legt es sich wie Balsam auf die wunde Seele. Im Rest der Welt wird die schändliche Realität fatalistisch hingenommen. Ja, es gibt Arme und Reiche. Ja, als Nachkommen dieser Reichen wird man vermutlich im späteren Leben eher reich als arm, und im Umkehrschluss gilt das auch für die Nachkommen geringerer Einkommen. Ja, Reiche leben länger als Arme. Ja, es liegt vermutlich nicht nur daran, dass Arme ungesünder leben (z.B mehr Rauchen) als Reiche. Ja, es ist logisch, dass jemand der länger lebt absolut gesehen auch mehr von seiner Rente hat.

Doch all das ist kein Deutsches Problem. Es ist ein Problem der menschlichen Natur und liegt nicht zuletzt auch am kapitalistischen System der Marktwirtschaft, und die Globalisierung macht es sicher noch schlimmer. Doch damit dies abgemildert wird, gibt es übrigens die soziale Marktwirtschaft in Deutschland. Nein, damit werden die Unterschiede zwischen Arm und Reich nicht wirklich aufgehoben, aber in sehr, sehr vielen Ländern der Welt sind diese Unterschiede noch viel, viel schlimmer, was gerne ignoriert wird. Übrigens bezeichnend, das Lauterbach eben jenen bereits vorhandenen Sozialstaat eher als ausbeuterische Ausgeburt des Manchesterkapitalismus denn als soziale Errungenschaft darstellt. Gibt es ein Menschenrecht auf Wohlstand für alle, auf Nivellierung sämtlicher Unterschiede?

Ja, mag sein, dass es in einzelnen Ländern punktuell besser ist als bei uns, doch hier ein Cherry picking zu betreiben, und sich in jedem Land das Beste herauszusuchen, wie Lauterbach es fleißig macht, ist nicht wirklich hilfreich. Die Krankenversicherung der Schweden, die Rentenversicherung der Schweiz, die elitären Spitzenforscher der USA, das Schulsystem von Finnland etc.

Die von Lauterbach beweinte Ungerechtigkeit ist leider die Triebkraft der menschlichen Zivilisation. Man muss das nicht unbedingt gut finden, aber man sollte es zumindest nicht in Abrede stellen. Die meisten moralisch/religiösen Systeme fordern zwar die Unterstützung der Schwachen durch die Starken, doch wenige sind so naiv eine generelle Gleichmacherei auf Kosten der eigenen Privilegien zu fordern. Wie gut vermeintliche Gerechtigkeit durch Gleichmacherei funktioniert konnte man an Ländern wie der DDR sehen. Dort wurden die Söhne der Arbeiter und Bauern auf die Universitäten geschickt, und die Söhne von Ärzten durften nicht, oder nur unter großen Schikanen studieren. So richtig gut ging es in diesem System allerdings nur der politischen Elite. Im kommunistischen China zeigen sich wirtschaftliche Fortschritte erst, seitdem Deng Xiaoping Ende der 80er Jahre die Devise an alle Chinesen herausgegeben hat: "Werdet reich". Inzwischen sind die sozialen Ungerechtigkeiten im "kommunistischen" China vermutlich neben den USA am Größten auf dieser Welt. Aus Gutmenschen Sicht ist das sicherlich bedauerlich, aber welchem Land wird wohl die Zukunft gehören?

Interessant wäre, ob der Champagner Sozialist Lauterbach, seine gepredigten Ideale selbst vorlebt. Sendet er seine Kinder in die Gesamtschule oder ins Gymnasium? Seine Wasser predigende und Wein trinkende hessische Parteigenossin jedenfalls wettert für die Abschaffung der Gymnasien und sendet ihren Sohn in die Privatschule. Ein Schelm, der Arges dabei denkt. Gesamtschule fürs Volk und Privatschulen für die Privilegierten?
Die wirklich Reichen ignorieren diese ewige Diskussion um das Gymnasium achselzuckend. Sie werden schon in Eliteschulen in der Schweiz die notwendige Ausbildung für ihr Kinder bekommen können. Doch gerade für durchschnittliche Einkommen sind die Gymnasien in Deutschland die einzige Möglichkeit zu einer international vergleichbaren, höheren Schulbildung. Gerade jene Familien, die sich keine teure Privatschule angelsächsischer Prägung leisten könnten, profitieren davon. Im gesamtschulgeschädigten Berlin gibt es großen Zulauf auf die wenigen grundständigen Gymnasien. Vier Bewerber auf einen freien Platz sind keine Seltenheit. Und jetzt kann man einmal raten, welche Bevölkerungsgruppe wohl besonders gut im Auswahlgespräch abschneidet. Die Verknappung begehrter Schulen ist sicherlich nicht die Lösung, um möglichst vielen Migrantenkindern eine höher Schulbildung zu ermöglichen. Doch Lauterbach ist sich durchaus bewusst, dass seine Vorschläge der Gleichmacherei auf Widerstand stoßen. Daher fordert er immer wieder ein konsequentes Eingreifen der Politik. Konkret heißt dies nichts anderes als eine Politik gegen die Interessen der erwähnten 30 % der Bevölkerung. Eine Politik gegen die Leistungsträger der Gesellschaft, gegen jene, die in anderen Ländern mit Handkuss genommen werden, und die dieser Staat zum Überleben dringend braucht.

Hier zeigt Lauterbach, dass er zwar ein zorniger Utopist, aber kein Politiker ist. Zudem macht er den Fehler vieler wirklich intelligenter Menschen: Er ist davon überzeugt, das seine Lösung die einzig Richtige ist. Dabei finden sich im Buch viele Widersprüche. Die Realität der Länder um uns herum, passt irgendwie nicht zu den Lauterbachschen Utopien. Wieso wandern die Klugen aus armen Ländern ins kalte Herz des Kapitalismus, in die USA, aus? Wieso findet die Mehrheit der Amerikaner (also eindeutig auch die Armen und Unterprivilegierten) ihr System am Besten? Vielleicht ist es ein menschliches Bedürfnis, etwas mehr haben zu wollen als der Nachbar. Vielleicht wollen Menschen für ihre Kinder nur das Beste, wohl wissend, dass nicht jeder das Beste haben kann. Daher ist im Ausland der neue Mercedes des Nachbarn auch ein Ansporn für mehr eigene Leistung, in Deutschland wird er dem Nachbarn im Wesentlichen geneidet. Lauterbach möchte denjenigen, die sich einen Mercedes leisten können dazu zwingen nur Golf zu fahren, damit alle Menschen in Deutschland zumindest Fiat fahren können. So ein Vorschlag erntet im Ausland nur Kopfschütteln, in unserer oft auf Heuchelei aufgebauten Konsensus Gesellschaft wird er öffentlich viele Anhänger finden, die dann heimlich schon für ihre eigenen Interessen sorgen werden.

Lauterbachs Lösungsvorschläge bedeuten konkret nichts anderes als massive Steuererhöhungen an allen Fronten. Natürlich will er sich diese Steuern von den vermeintlich Privilegierten holen, also jenen Leuten, die bislang bereits über ihre Einkommenssteuer den Löwenanteil an der Finanzierung des Sozialstaats schultern müssen. Diese werden im Lauterbach Model einfach noch mehr zur Kasse gebeten werden. Dies bedeutet dann in der Realität, dass die Hälfte der Bevölkerung weder Sozialabgaben noch Steuern zu entrichten hat, und von der anderen Hälfte komplett versorgt wird. Moralisch wird dies damit begründet, dass die eine Hälfte der Bevölkerung eben durch die Geburt Glück gehabt hat und deswegen der Hälfte der Pechvögel nun gefälligst die Kranken-, Renten-, Pflegeversicherung samt Sozialhilfe zu bezahlen hat. Kann man natürlich so sehen. Unklar ist nur noch, ob dieses Paradies auf Erden jedem Armen von Portugal bis Rumänien zustehen soll. Vermutlich schon, da die EU Verfassung genau dies ermöglicht. Wer wird nun wohl in dieses Deutschland einwandern?

Lauterbach warnt zu Recht davor, dass der Staat nicht auf dem Rücken breiter Massen regieren könnte, weil dies zur Instabilität führt. Auf der anderen Seite übersieht er, dass es auch keine Lösung sein kann, wenn die Politik eines Landes von denen dominiert wird, die selbst weder Steuern noch Sozialabgaben zahlen, aber entscheiden dürfen, was mit dem Geld der Zahlenden gemacht werden soll.

Fazit: Ein wirklich lesenswertes Buch, das sehr treffend die Ungerechtigkeit der Welt beschreibt. Es suggeriert jedoch unfairer Weise, dass es bei uns ganz besonders ungerecht zugeht, und wenn auch manche der Probleme (insbesondere beim Thema Gesundheit) richtig erkannt und beschrieben werden, so sind die Verbesserungsvorschläge leider fast kommunistische Utopie und folgen dem üblichen sozialdemokratischen Credo von mehr Steuern und mehr Staat.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 23, 2009 10:05 PM MEST


"Aufklärung ist Ärgernis...": Karlheinz Deschner - Leben, Werk, Wirkung
"Aufklärung ist Ärgernis...": Karlheinz Deschner - Leben, Werk, Wirkung
von Hermann Gieselbusch
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,00

52 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Essay Sammlung über Karlheinz Deschner, 10. Oktober 2007
Diese Essay Sammlung widmet sich dem Lebenswerk von Karlheinz Deschner. Deschner ist einer der wichtigsten Kirchenkritiker des letzten Jahrhunderts und seine Mehrbändige "Kriminalgeschichte" des Christentums ist schon beinahe legendär. Natürlich ist er (wie sollte er es auch bei diesem Thema nicht sein) in Kirchenkreisen als Antichrist verhasst.

Im Buch kommen verschiedene Autoren zu Wort. Michael Schmidt-Salomon würdigt in einer Kurzbiographie das vielschichtige Lebenswerk. Deschners langjähriger Lektor plaudert aus dem Nähkästchen. Das Buch ist jedoch keine Sammlung von Lobhudeleien, sondern es lässt auch Platz für kritische Stimmen. So wird auf der einen Seite der Historiker Deschner kritisch hinterfragt, auf der anderen Seite werden die Deschnerschen Aphorismen unter die Lupe genommen.

Es finden sich auch einige Kleinodien wieder, die aus heutiger Zeit ziemlich peinlich für die betroffenen (meist die Kirchen) aussehen. So ein Faksimile eines bischöflichen Briefes, in dem Deschner exkommuniziert wird, weil er es gewagt hatte, eine geschiedene Frau zu heiraten (und sich auch durch priesterliche Drohungen, diese Verbindung wieder zu lösen, nicht beeindrucken ließ). Dieser bischöfliche Brief in seiner schonungslos menschenverachtenden Scheinheiligkeit sagt fast schon mehr über die Perversion der angeblichen Liebesreligion aus, als es so manche Deschner Buch tun könnte.

Oft hat man Deschner Einseitigkeit vorgeworfen, indem er nur die Schattenseiten des Christentums auflistet, und die guten Seiten übergeht. Seine Begründung hierfür ist einfach: Über die guten Seiten mag der geneigte Leser bereits Millionen Schriften in allen Bibliotheken dieser Welt finden. Die Schattenseite wurden bislang eher tot geschwiegen, und genau hier sieht er seine Aufgabe. Die andere Seite der "Religion der Liebe" aufzudecken.

Fazit: Wer schon immer wissen wollte, wer eigentlich Karlheinz Deschner ist, und wie es zu seinem nun mehr als 50 Jahre dauernden aufklärerischen Werk kam, der liegt hier richtig. Die Giordano Bruno Stiftung verleiht dieses Jahr übrigens erstmals den Karlheinz Deschner Preis ... an Richard Dawkins.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 11, 2014 5:44 PM MEST


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