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Rezensionen verfasst von
C. Pirjol "crispi24" (Berlin)
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Best Of The Ronettes
Best Of The Ronettes
Preis: EUR 8,97

23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Angst vor Mono!, 24. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Best Of The Ronettes (Audio CD)
Die "Beatles in Mono"-Box von 2009 wurde ein großer Erfolg, was als Folge hatte, dass viele andere Plattenfirmen ihre Archive nach alten originalen Mono-Mischungen duchsuchten und veröffentlichten. Sowohl Bob Dylan folgte im Jahr 2010 mit seinen "Original Mono Recordings", als auch andere Wiederveröffentlichungen in kleinerem Rahmen. Diese neuen Ronettes-Zusammenstellung von 2011 ist Teil einer Serie von 4 CDs von Phil Spectors Werk aus den 60ern (die drei anderen sind jeweils eine CD von The Crystals, Darlene Love und eine Art "Phil Spector Best Of"), die alle in hervorragender Klangqualität von den originalen Bändern transferiert wurden von Vic Anesini, einer der besten Mastering-Techniker bei Sony. Viele CDs heutzutage werden möglichst laut gemastert und verlieren dadurch an Dynamikumfang, diese aber hier klingt sehr ausgewogen und klar. Wer die alte "Back to Mono" Phil Spector Box aus dem 90ern besitzt, wird im direkten Vergleich merken, was ich meine.

Warum Mono? Nun, Mono war der Standard schlechthin bis Anfang 1968 in den U.S.A. und ein bisschen später in Europa. Alle Hits wurden in Mono abgemischt und so auch von den meisten Leuten gehört. Stereo-Aufnahmen gibt es, ausgenommen von vereinzelten Experimenten, seit Mitte der 50er Jahren, Ende der 50ern wurde Stereo auf Langspielplatte eingeführt, aber nicht für Singles, die bis Anfang der 70ern immer noch mono waren. Mono und Stereo existierten also parallel etwa 10 Jahre lang, wobei das Mono viel mehr Aufmerksamkeit in der Endmischung bekam und Stereo nur als "Effekthascherei" eingestuft wurde. Manche frühe Stereo-Aufnahmen klingen hervorragend dadurch, dass die meisten Bands damals noch live im Studio gespielt haben, seit den frühen 60ern wurden aber die Aufnahmetechniken immer komplexer und das wiederholte Overdubbing (das Überlagern von mehreren, hintereinander aufgenommenen, Spuren) führte zu Schwierigkeiten in der Stereomischung.

Einer der Pioniere der Overdubbing-Technik in den 60ern war der Produzent der Ronettes, Phil Spector. Er nahm zum Beispiel 4 Spuren Gitarre und 4 Spuren Schlagzeug auf, die, übereindander gelagert, einen Klangeffekt erzeugten, den er "Wall of Sound" nannte. Dieser Effekt funktioniert nur in Mono und konnte mit der rudimentären Technik von damals gar nicht in Stereo hergestellt werden. Außerdem verbrachten die Produzenten viel mehr Zeit damit, eine ausgewogenen und kraftvolle Mono-Mischung herzustellen.

Wenn die Möglichkeiten für Stereo in den 60ern so eingeschränkt waren, warum macht man nicht heute neue zeitgemäße Stereo-Mischungen? Aus mehreren Gründen: der erste wäre, dass die Aufnahme-Bänder verschwunden sind oder irgendwann gelöscht wurden und nur noch die finalen Mischungen existeren. Das ist der Fall mit mehreren Songs auf dieser CD. Ein anderer Grund: mit dem heutigen Equipment kann man den alten Sound nicht reproduzieren, man hat weder die Technik von damals (oft Spezialanfertigungen), noch kennt man Tricks, die damals angewandt wurden, um einen besonderen Sound zu erzeugen. Wer E-Gitarre spielt, wird wissen, dass man den Klang eines alten Röhrenverstärkers nicht simulieren kann, sondern man braucht den echten Verstärker. Der dritte Grund ist einfach: neue Mischungen wären nicht historisch akkurat.

Wie geht man also mit Mono um? Wer Mono nicht kennt, wird am Anfang seine Schwierigkeiten damit haben. Auch so audiophil gemastert, wie auf dieser CD, sind die Songs trotzdem keine Klangwunder. Die Vielschichtigkeit des Sounds wirkt manchmal undurchdringlich. Zweifellos besitzen die Mono-Mischungen aber einen besonderen Charme und sind ganz klar das, was damals als Endprodukt gedacht war. Wenn man sich mit Mono anfreunden möchte, sollte man die Stereo und Mono-Versionen von den Motown-Hits miteinander vergleichen. Die Mono-Mischungen haben mehr Bass, lauteres Schlagzeug und insgesamt viel mehr Kraft und werden jeden überzeugen, der denkt, dass Stereo das Ultimative ist. Stereo mag heute das Standard sein, aber in den 60ern war es Mono.


Love
Love
Preis: EUR 13,98

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Love" lässt Hoffnungen wecken, dass es bald neue CD-Auflagen der Beatles-Alben geben wird!, 23. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Love (Audio CD)
Habe dieses Album bei einem Freund gehört und war begeistert! Der Sound ist exzellent, ich hätte nie gedacht, dass die Beatles so klar klingen können. Als ich "Here Comes the Sun" gehört habe, dachte ich, ich bin im Studio neben den Musikern!
Ich höre viel Jazz und weiß, wie gut Aufnahmen aus den Sechzigern klingen können.

Ich persönlich finde es wichtig, gute Aufnahmen zu hören, dann merkt man erst richtig, wie frisch diese Musik ist. Und "Love" ist auf alle Fälle frisch.
Ich würde den Kauf empfehlen, sogar Beatles-Fans, die denken "dieses Rumgemixe ist nichts für mich, ich will die Original-Alben". Jetzt kann man erst richtig erleben, wie die Beatles klingen und das ist es auf alle Fälle wert!


Agharta
Agharta
Preis: EUR 8,97

29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Sound ist NICHT perfekt // Besser warten, 1. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Agharta (Audio CD)
Ich habe diese CD hier bei Amazon gekauft, da ich von vielen Seiten gehört hab, dass es eines der besten Alben von Miles Davis sei. Ich kenne fast 70% seiner Alben von vor 1980, war von diesem hier aber enttäuscht.
Kein Zweifel, es gibt wunderbare Passagen, die Musiker sind klasse und Miles selber ist in guter Stimmung. Die Tracks klingen sehr futuristisch und funky.
Was mich davon abgehalten hat, die Musik zu genießen, war der Sound! Die CD klingt flach und steril, eher wie eine billige 80er-Produktion. Da hab ich mich auf einer Internet-Recherche begeben.
...Und tatsächlich... Die Agartha-CD gilt in vielen Foren als das beste Beispiel für schlechtes "Remastering". Sie stammt aus 1991, unerklärlicherweise haben die Toningenieure damals an den Equalisern und an dem Stereomix so lange rumgedreht, bis der Ton zeitgemäß (für damals) aber langweilig wurde.
(Generell hab ich schlechte Erfahrungen mit der Soundqualität der frühe-90er Reissues von Columbia gemacht - die mit dem "Columbia-Jazz"-Kreis und dem roten Rahmen.)
Zweiter Punkt: Was ist mit dem Originalcover passiert? Waren die Columbia-Chefs zu prüde und haben das Cover von 1975 (mit zwei halbnackten Frauen von hinten) geändert?
Alternative zur Zeit ist nur die Japan-Version, mit gutem Sound (angeblich, kann es leider nicht bestätigen, da ich es nicht habe) und Orginalcover. Bei Amazon aber ziemlich teuer!
Ich hoffe, dass bald eine Version rauskommt, die so klingt, wie sie klingen sollte. Dann kann ich vielleicht auch mehr über die Musik selbst sagen.


Panthalassa
Panthalassa
Wird angeboten von for-collectors-only
Preis: EUR 29,92

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine gute Einleitung zu Miles Davis' Fusion Jazz, und mehr, 20. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Panthalassa (Audio CD)
Miles Davis, restrukturiert. So könnte mann diese CD nennen. Es handelt sich um 9 Tracks aus "In A Silent Way", "On The Corner" und "Get Up With It", alles Alben aus Miles Davis' elektrischer Periode.
Um zu verstehen, wie und warum dieses Album entstanden ist möchte ich Ihnen erklären wie die Originalaufnahmen zustande kamen. Miles hat in der Zeit oft an einem oder zwei Tagen mit seiner Band Material im Studio aufgenommen, in langen Takes, was dann später vom Produzenten Teo Macero zusammengemixt und -geschnitten wurde und in die Form der heutigen Songs gebracht, die man von den LPs kennt.
Bill Laswell hatte 1998 Zugang zu den originalen Multitrack-Tapes der jeweiligen Aufnahmesessions und hat daraus seinen eigenen Mix erstellt. Warum nicht? Mit den Originaltracks ist dasselbe passiert.
So sind die unterschiedlichen Soundebenen (Trompete, Rhythm-section, Keyboards) mal anders zusammengemixt, die Übergänge flüssiger, Reihenfolge der Lieder und der Liederfragmente geändert worden. Das Resultat ist extrem hörbar, für heutige Ohren leichter zu verdauen als die Originale. Und durch die Neubetonung der Basslinie und des Beats ist noch deutlicher zu erkennen, wie unglaublich modern diese Musik wirkt. Siehen speziell das hip-hoppige "Black Satin" oder "Rated X", was wie Proto-Drum'n'Bass klingt. Dazu kommen noch die ruhigen und atmosphärischen "In A Silent Way" und "He Loved Him Madly".
Die Aufnahmen stammen aus dem Zeitraum 1969-1974 und werden Ihnen die Ohren aufmachen und Ihre Auffassung über diese Zeit ändern. Es gibt mehr als "Flower Power" und Simon & Garfunkel. Das hab ich als 22-jähriger mit Erstaunen entdeckt nachdem ich den ersten Sprung in diese höchst interessante Musikperiode machte. DIE interessanteste, meiner Meinung nach.
Kaufen Sie diese CD und danach tasten Sie sich an die anderen Alben ran. Es lohnt sich.
Hier die vollständige Tracklist:
1. In A Silent Way / Shhh/Peaceful / It's About That Time (15:20)
2. Black Satin / What If / Agartha Prelude Dub (16:06)
3. Rated X / Billy Preston (14:34)
4. He Loved Him Madly (13:38)


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