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Beiträge von Leopold Berger
Top-Rezensenten Rang: 1.119
Hilfreiche Bewertungen: 1287
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Rezensionen verfasst von Leopold Berger "Klassiker" (Germany)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Ein Minenfeld, wie wahr., 24. April 2013
"Jetzt wagnerts wieder! Niemand soll ihm entkommen. Nicht im Jahr seines zweihundertsten Geburtstags." So schreibt Urenkel Gottfried gegen Ende seines Buches. Er selbst fühlte sich wohl daran gebunden; denn auch er entkommt seinem "Über-Urgroßvater" scheinbar nicht! Richard Wagner wird von ihm fast für jede schlechte menschliche Eigenschaft verantwortlich gemacht, die sich nur denken läßt. Nun hatte der Mensch Richard Wagner im 19. Jahrhundert gewiss eine Reihe schlechter Eigenschaften. Da er permanent unter Geldnot litt, was nicht zuletzt an der mangelnden Bezahlung für seine musikalischen Werke lag, mit denen sich derweil andere eine goldene Nase verdienten, schnorrte er bei Freunden. Der Antisemitismus war nicht seine Erfindung, aber er hat ihn Zeit seines Lebens immer wieder in ziemlich geschmackvoller Weise zur Erklärung seiner und anderer Probleme benutzt. Er hatte ein altmodisches Frauenbild und war aufgrund seiner schwierigen Lebensgeschichte auf Leiden und Erlösung programmiert. All das sei zugestanden! Aber der Versuch, in der Musik Wagners und in seinen Operntexten all das auch und unmissverständlich vorzufinden, ist und bleibt lächerlich! Man kann vieles so deuten (wenn man boshaft genug ist), muss es aber keineswegs! Dazu ist genügend gesagt und geschrieben worden. Wer sich wirklich über Wagners schillernde Person, sein Leben und Werk umfassend informieren will, dem sei Joachim Köhlers große Biografie "Der letzte der Titanen" empfohlen. Leider ist sie vergriffen und scheint im Jubiläumsjahr auch nicht neu aufgelegt zu werden. Gottfried Wagner ist ein durch seine Familiengeschichte zutiefst verletzter Mensch. Ich kann verstehen, dass er alles, was mit "Wagner" und "Bayreuth" zu tun hat, aus tiefstem Herzen hasst. Aber dies immer wieder neu zu formulieren und es gleichsam als objektive Erkenntnis aller Welt anzutragen, halte ich für unangebracht. Bei einer Sache aber gebe ich ihm Recht: bei der Forderung nach rückhaltloser Aufklärung der Festspielgeschichte im Dritten Reich. Hier gibt es noch viel zu tun. Und die Büsten von Arno Breker im Festspielpark sind und bleiben ebenfalls ein Ärgernis. Doch um das festzustellen, hätte ein Feuilleton-Beitrag auch gereicht.
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5.0 von 5 Sternen
Bach at home, 5. Januar 2013
Diese wundervolle Aufnahme der H-Moll-Messe des großen Thomaskantors Bach unter der Leitung seines Nachfolgers Georg Chr. Biller wurde in der Thomaskirche Leipzig live aufgenommen. Das Konzert fand im Rahmen der Feierlichkeiten zu Bachs 250. Todestag statt. Hier wird mit großer Hingabe musiziert - und das auf höchstem Niveau. Die Solisten sind handverlesen und singen mit großer Perfektion. Besonders möchte ich auf die wirklich besonders schöne Stimme des Altus Matthias Rexroth hinweisen. Ausser von Andreas Scholl habe ich die Soli der H-Moll-Messe (vor allem das "Agnus Dei") noch nie so klangschön erlebt. Der Thomanerchor singt mit großer Anteilnahme. Die Stimmen sind leuchtend und können die geniale Partitur auf bewegende Weise hörbar machen. Unterstützt werden sie von Mitgliedern des Gewandhausorchesters, die zwar mit modernen Instrumenten spielen, aber sich in der Spieltechnik an barocken Vorgaben orientieren. Georg Christoph Biller, der Thomaskantor, steuert einige Gesangsteile bei, so z.B. die Präfation vor dem "Sanctus", was der Aufführung einen liturgischen "Touch" gibt, den ich für sehr passend halte. Eine herrliche Aufführung und eine sehr schöne DVD, leider ohne Specials. Da hätte man doch gerne noch einen kleinen Film über das Bach-Jubiläum 2000 gehabt ... ;-)
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein überzeugender Film, den man nicht vergisst, 20. Dezember 2012
Zum Inhalt ist ja schon alles gesagt worden. Der Film versteht es auf eindringliche und sehr überzeugende Weise die Situation der Jugendlichen, ihre Verzweiflung und schließlich ihr Aufbegehren nachzuzeichnen. Was mich besonders begeistert, ist die schauspielerische Qualität der jungen Laiendarsteller, die jeden Profi glatt an die Wand spielen. Das ist Kino von einer Wahrhaftigkeit, die zwar schmerzlich und schwer zu ertragen ist, aber fasziniert - und einen mit der Gewissheit entlässt, dass man diesen Film nie vergessen wird. Absolut empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Wie schön!, 3. Dezember 2012
Ich möchte mich den hervorragenden Rezensionen dieser wirklich besonderen Aufnahme uneingeschränkt anschließen. Den Kaufpreis empfinde ich nicht zu hoch. Was ich noch erwähnen möchte, sind die wunderschönen Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen die ganz im Stil der 50er Jahre blondierte Romy Schneider mit dem glänzend gestylten Herbert von Karajan zu sehen ist. Die Aufnahmen dürften in Salzburg entstanden sein. Leider werden im Booklet dazu keine Angaben gemacht.
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4.0 von 5 Sternen
Ein wunderbares Juwel, 26. November 2012
Lucia Valentini-Terrani gehört neben Marilyn Horne sicher zu den allerbesten Interpretinnen der Isabella, also der Titelpartie dieser wunderbaren Oper von Rossini. Es gibt von ihr auch noch eine Aufnahme unter Gabriele Ferro. Diese in Dresden mit einem rein italienischen Ensemble entstandene Version unter Gary Bertini mit den hervorragenden Kräften der Staatsoper Dresden (Chor und Staatskapelle) ist musikalisch hervorragend. Mit einer kleinen Ausnahme (die Sängerin der Elvira) sind alle Interpreten erstklassig! Leider ist der Klang ein wenig hallig, aber gerade noch tolerabel. Das Cembalo in den Rezitativen klingt etwas blechern ... Deshalb nur vier Sterne. Dennoch möchte ich diese Aufnahme wegen ihrer großen Qualitäten von Solisten, Chor und Orchester nicht missen. Gary Bertini trifft wunderbar die von Rossini unnachahmlich genial geschaffene Komödienatmosphäre dieser absolut liebenswerten Oper.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Köstlich, 19. November 2012
Dario Fos Inszenierung vom Rossini-Festival in Pesaro ist ein Feuerwerk von witzigen Ideen. Die Darsteller sind erste Klasse - ohne Ausnahme singen sie nicht nur exzellent, sondern sprühen vor Spielfreude. Ich kann diese DVD nur uneingeschränkt empfehlen.
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4.0 von 5 Sternen
Interessant wegen der Bonustracks, 6. Oktober 2012
Der Mitschnitt des Verdi-Requiems aus Los Angeles (1967) leidet etwas unter der mangelnden Tontechnik, bei der die Stimmen immer zu leise sind. Dennoch bieten Gwyneth Jones, Grace Bumbry, Franco Corelli und Ezio Flagello eine sehr gute Leistung. Aber die Bonustracks mit Franco Corelli sind es wert diese Doppel-CD zu kaufen. Arien und Lieder, die Franco Corelli in der Ed-Sullivan-Show und bei einem Konzert in Providence singt, sind phänomenal und auch klangtechnisch gut. Das Duett aus Boheme mit Dorothy Kirsten zeigt Corelli in absoluter Höchstform!
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5.0 von 5 Sternen
Von antiker Größe, 6. Juli 2012
Carl Orffs OEDIPUS DER TYRANN wurde 1959 in Stuttgart uraufgeführt. Einen klanglich sehr guten Mitschnitt dieser Aufführung bietet Myto mit dieser Aufnahme an, die in jeder Hinsicht überragend ist. Kaum jemand hat die vielschichtige und gesanglich mörderische Titelpartie so kongenial verkörpert wie Gerhard Stolze. Astrid Varnay ist eine wundervolle Jokasta, überragend Fritz Wunderlich als blinder Seher Tiresias (die große Szene mit ihm und Ödipus ist unvergesslich!). Das Instrumentalensemble unter Ferdinand Leitner ist hervorragend. Lediglich die Genauigkeit des Chores der thebanischen Alten läßt ein paar kleine Abstriche zu. Da die grandiose Studioaufnahme der DGG von 1966 leider nicht mehr zu haben ist, stellt diese Aufnahme der Uraufführung die derzeit einzige Audioproduktion auf CD dar, die man unbedingt gehört haben muss, wenn man dieses geniale Werk liebt.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Na, na, na ..., 5. Juni 2012
... nur nicht sooo streng! Natürlich ist diese CD mit großem Vorbehalt zu hören. Das Orchester ist aber wirklich nicht drittklassig, der Hall kommt von der Stiftskirche St. Florian, in der die Aufnahme entstand. Die Selbstbeweihräucherungen des Dirigenten und Finale-Komponisten Marthé habe ich mit einem Augenzwinkern gelesen. Ich finde, dass er mit viel Liebe zu Bruckner sich an dieses Finale gemacht hat. Dass es letztlich nicht befriedigt, lieg wohl daran, dass er dem vorhandenen Material Bruckners nicht den Raum gibt, der ihm zustünde, sondern viel zu viel seine eigene Intuition walten läßt, ob nun vom Meister aus dem Himmel angeleitet oder nicht... Die von Samale & Co. erstellte Fassung, die erst kürzlich äusserst überzeugend von Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern eingespielt wurde, ist und bleibt die wesentlich bessere Lösung! Wegschmeissen werde ich diese Aufnahme von Herrn Marthé aber nicht!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ein bemerkenswertes Dokument, 25. Mai 2012
Dass Leonard Bernstein nur wenig barocke Musik aufgenommen hat, ist bekannt. Diese 1962 in der New Yorker Carnegie Hall entstandene Einspielung ist schon allein deshalb bemerkenswert. Bernstein hat die große Passion stark gekürzt und stellt sie in einer englischen Übersetzung vor, was schon damals bemängelt wurde. Dennoch ist diese Aufnahme hörenswert, da sie eine sehr persönliche Sicht des großen Dirigenten auf eines der absoluten Meisterwerke der Musikgeschichte ist. Musikalisch überzeugt mich die Aufnahme - mit einer Ausnahme: David Lloyd als Evangelist ist für meine Ohren eine Zumutung. Sein flackerndes Timbre geht schlicht mit der Zeit auf die Nerven. Hier hätte Lenny besser einen andern Sänger genommen ... Deshalb der eine Stern Abzug!
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