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Beiträge von Leopold Berger
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Rezensionen verfasst von
Leopold Berger "Klassiker" (Germany)

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Madrigali Guerrieri et Amorosi
Madrigali Guerrieri et Amorosi
Preis: EUR 35,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschen werden zu Musik, 11. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Madrigali Guerrieri et Amorosi (Audio CD)
Gibt es einen größeren Komponisten als den göttlichen Claudio Monteverdi? Nach dem Hören dieser Aufnahmen möchte man es verneinen. Die Kunst, menschliche Emotionen durch literarisch höchst stehende Dichtung in unfassbarer Musik zum Leben zu bringen - und dies in der formalen Miniaturform von Madrigalen - erscheint mindestens so meisterlich als das Komponieren etwa einer großen Oper.
Doch müssen diese Schätze in Notenbüchern aus dem 17. Jahrhundert auch zum Leben erweckt werden. Concerto Italiano unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini tun dies - und wie!
Diese Künstler sind nicht Menschen, die Musik "machen", sondern Menschen, die zu Musik werden ...
Die gesamte Gefühlsskala von tiefstem Leid bis zu höchster, ja transzendenter Begeisterung wird hier dem Zuhörer dargeboten. Alles kommt, wie bei Monteverdi, aus dem Text und kann doch auch ohne diesen "verstanden" werden.
Zu solchen Wundern ist nur die Musik genialer Meister fähig, die von nicht minder genialen Künstlern "übersetzt" und zum Leben gebracht wird.
Alle Madrigalbücher, die Alessandrini mit seinem Ensemble aufgenommen hat, sind Meilensteine in der Monteverdi-Interpretation, die meiner Meinung nach alle Vorgänger weit hinter sich lassen.
Hier wird nämlich nicht nur schön gesungen, hier wird ein Mikrokosmos menschlichen Lebens und Fühlens durch Stimmen und Instrumente eröffnet, der einen nur noch fragen läßt, wie das überhaupt möglich ist.
Dabei wird hier nie mit Berechnung oder Kalkül gearbeitet, sondern mit schonungsloser Offenheit, die das Hören dieser Kostbarkeiten dem Gang durch eine der berühmten "Wunderkammern" der Renaissance und des Barock gleichen läßt, deren musikalische Entsprechung in den Werken Monteverdis zu finden ist.
Wer Ohren hat, der höre!!


Le quattro stagioni
Le quattro stagioni
Preis: EUR 20,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Un-erhört ..., 11. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Le quattro stagioni (Audio CD)
"Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit über 'Le Quatro Stagioni'" verspricht Rinaldo Alessandrini in seinem Einführungstext im Booklet (wie immer bei Naive leider nicht auf deutsch).
Und dieses Versprechen wird mit der vorliegenden Aufnahme aus dem Jahr 2002 mehr als eingelöst!
Wie viele Aufnahmen dieses Zyklus gibt es wohl? Unzählige. Aber diese hier ist nicht eine unter vielen - sie ist die eine schlechthin! Concerto Italiano musiziert mit einer Genauigkeit, einer Einfühlsamkeit, einer Brillianz und Virtuosität ohne jede Allüre, ohne jede Zurschaustellung von Künstlertum, dass es eine wahre Offenbarung ist.
Die Musik Vivaldis war zu ihrer Zeit un-erhört - sie brachte die Menschen zum Staunen. Hier und heute kann man mit dieser Aufnahme genau das erleben: So hat man diese Musik noch nicht gehört, noch nicht er-lebt.
44 Minuten, die einen in Ehrfurcht versetzen - vor dem Genie des Antonio Vivaldi, aber auch vor dem Genie dieser Musiker, die alles können, alles geben und so den Vorhang des Zeitlichen vor dem Ewigen ein wenig lüften ...
Die Aufnahmetechnik, das soll nicht verschwiegen werden, ist von einer Durchsichtigkeit, die atemberaubend ist.
Unbedingte Kaufempfehlung für alle, die sich von altbekannten Klängen in un-erhörtes Taumeln und atemloses Staunen versetzen lassen möchten.


Vespro Della Beata Vergine
Vespro Della Beata Vergine
Preis: EUR 21,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchste Emotion, 4. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vespro Della Beata Vergine (Audio CD)
Diese Aufnahme der Marienvesper ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.
Sie ist sowohl in vokaler als auch instrumentaler Hinsicht solistisch besetzt.
Die Sänger/innen besitzen einen sehr hohen Grad an stilistischer Vertrautheit und Virtuosität.
Sie wurde zudem im Palazzo Farnese, einem des bedeutendsten Bauwerke der italienischen Renaissance, aufgenommen.
Die Musik Monteverdis wird hier mit einem Feuer und einer südländischen Erregtheit dargeboten, dass man nachvollziehen kann, wie sehr die Werke dieses Meisters damals die Menschen "aus dem Häuschen" brachten.
Bei keiner anderen Aufnahme, und ich habe schon sehr viele gehört, kommt dieses Feuer so sehr zum Tragen wie bei dieser unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini.
Ausserdem weist der Dirigent in einem höchst lesenswerten Bookletaufsatz (leider nicht auf deutsch) nach, dass Monteverdis Vesper aus dem Gesangsstil seiner Madrigale hervorgegangen ist und dementsprechend auch gesungen werden darf bzw. muss.
Hier wird die Vesper weniger als abgeklärte liturgische Musik mit gleichsam meditierendem Charakter aufgeführt (was durchaus ebenfalls legitim ist!), sondern als tönendes Lob von vor Liebe und Verehrung brennenden Menschen, die mit allen Fasern ihres Leibes und ihrer Seele Töne und Worte zum Klingen bringen.
Ein aufregendes, absolut faszinierendes Hörerlebnis!


Vespro Della Beata Vergine
Vespro Della Beata Vergine
Preis: EUR 16,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die dramatischere Schwester, 25. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vespro Della Beata Vergine (Audio CD)
Diese anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums der Teldec-Serie "Das Alte Werk" wieder herausgegebene zweite Aufnahme der Marienvesper durch Nikolaus Harnoncourt ist im Vergleich zur ersten, etwa 20 Jahre zuvor mit dem Monteverdichor Hamburg aufgenommenen, die dramatischere Schwester.
Sie hat nicht nur liturgisches Flair, sondern - was in der römisch-katholischen Welt nie ein Widerspruch war - auch opernhaftes! Die Sänger sind ausgezeichnet und alle Spezialisten für Barockmusik (Ausnahme Thomas Hampson, der sich aber hervorragend hält).
Der Arnold-Schönberg-Chor Wien singt mit emotionaler Begeisterung. Die Knaben aus Bad Tölz dürfen bei ihrem Auftritt so richtig loslegen - hier sind eher großartig singende Bengel am Werk als Engel ...
Der Concentus Musicus spielt einfach himmlisch, aber mit starker Erdung, virtuos und brillant.
Hier erreicht Harnoncourt mit seinen Künstlern etwas, was schon im Titel des Erstdrucks der Vesper vermerkt ist, aber oft übersehen wird: dass nämlich die Marienvesper nicht nur in Kirchen, sondern auch in fürstlichen Schlafgemächern aufgeführt werden könne ...
Ein allumfassendes Kunstwerk also für gebildete, fromme Menschen, die den Kontakt zur Schöpfung Erde und ihren Schönheiten noch nicht verloren haben!


Monteverdi: L'incoronazione di Poppea [2 DVDs]
Monteverdi: L'incoronazione di Poppea [2 DVDs]
DVD ~ Cynthia Haymon
Preis: EUR 36,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast vollkommen ..., 23. Januar 2010
Dieser Mitschnitt aus Amsterdam von 1994 bringt Pierre Audis Inszenierung unter der musikalischen Leitung von Christophe Rousset. Auf einer fast leeren Bühne, die allerdings immer wieder mit kubischen und anderen abstrakten Versatzstücken versehen wird, agieren die Darsteller durchwegs glaubwürdig und vom Gesang her makellos.
Nero wird von einer Sängerin, Brigitte Balleys, verkörpert, was insofern Sinn macht, da die Rolle ursprünglich für einen Sopran-Kastraten geschrieben war. Sie zeigt uns Nero als verwöhnten jungen Kaiser, der sich seiner Macht wohl bewusst ist, jedoch noch keineswegs souverän seine Entscheidungen trifft. Er wankt auch noch hin und her in seiner erotischen Orientierung ... Denn dieser Nero liebt nicht nur Poppea, sondern auch seinen Freund, den Dichter Lucano (Mark Tucker). Wenn er mit ihm im 2. Akt über die Liebe spricht, dann ist hier keineswegs Poppea gemeint (wie in vielen Inszenierungen), sondern die Beziehung der beiden jungen Männer zueinander.
Als Poppea singt Cynthia Haymon, die das ganze Register von fast noch kindlicher Verliebtheit bis hin zu höchst weiblicher Berechnung beherrscht.
Hervorragend sind auch Michael Chance als Ottone und Heidi Grant Murphy als Drusilla.
Ein Kunststück der besonderen Art vollbringt Jean-Paul Fochecourt als Poppeas Amme Arnalta in einem bizarren Kostüm. Die Sorge um das Kind und um die eigene Würde wird hier wunderbar auf die Szene gebracht - diese Leistung ist wahrlich der Bewunderung wert.
Stimmlich gut, aber eigentlich von der Erscheinung noch zu jung ist der weise Seneca von Harry van der Kamp.
Exzellent die Ottavia von Ning Liang, deren ergreifendes "Addio Roma" zu den Höhepunkten der Aufführung gehört.
Was mir persönlich weniger gefällt ist, dass die so zentrale Rolle des Amore von einer Sängerin gegeben wird, von der zugegeben hervorragenden Sandrine Piau. Bei Harnoncourt/Ponnelle wird ein Tölzer Sängerknabe eingesetzt, der die sehr schwere Rolle großartig meistert und dabei auch noch die "physique du role" glänzend zum Besten gibt.
Auch hier - wie schon bei Audis ORFEO - ist die Inszenierung nicht am prallen Barocktheater orientiert, sondern von antiker, archaischer Größe; - was das Anschauen sicher nicht so spannend macht, wie etwa bei Ponnelle mit seinen 1000 Einfällen, aber dafür mehr zum Hören der so wunderbaren Musik von Monteverdi anregt ...


Monteverdi, Claudio - L'Orfeo (NTSC, 2 DVDs)
Monteverdi, Claudio - L'Orfeo (NTSC, 2 DVDs)
DVD ~ John Mark Ainsley
Preis: EUR 27,87

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Antike Größe, 19. Januar 2010
Dieser Mitschnitt von Monteverdis ORFEO aus Amsterdam (1998) ist vollkommen anders gestaltet als die berühmte Verfilmung durch Harnoncourt/Ponnelle. Regiert dort überschwängliches Barock, so dominiert hier klassische Strenge und antike Größe.
Die Bühne ist fast kahl; ein rundes Wasserbassin, einige Felsbrocken ... Aber was Pierre Audi mit seinen Darstellern, allen voran dem großartigen John Mark Ainsley in der Titelpartie, auf die Bühne bringt, vermag nicht minder zu beeindrucken.
Die Musik wirkt umso mehr als die Bühne mit dem Nötigsten auskommt. Auch die Besetzung ist in manchen Punkten anders als bei Harnoncourt. So ist Orfeo hier ein Tenor, Musica und Speranza werden von versierten Countertenören gegeben.
Steven Stubbs und sein Musikerensemble, der Chor und alle Mitwirkenden bringen Monteverdis Genie in meinen Augen genial zur Geltung. Der brennende Feuersee, der den Styx symbolisiert; der Feuerregen am Schluss, wenn Orfeo mit seinem Vater Apoll zum Himmel aufsteigt - das alles sind unvergessliche Eindrücke, die sich auch dem Betrachter der DVD erschließen.
Für mich bietet diese Aufnahme die ideale Ergänzung zur "barocken" von Ponnelle und Harnoncourt. Ich möchte sie nicht missen!


Vespro della beata vergine & Magnificat I/II, Missa "In illo tempreo"
Vespro della beata vergine & Magnificat I/II, Missa "In illo tempreo"

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast perfekt ..., 17. Januar 2010
Diese Aufnahme der Marienvesper von Claudio Monteverdi entstand Mitte der 70er Jahre im Westchor der Basilika St. Emmeram in Regensburg in Zusammenarbeit mit einem handverlesenen Ensemble für alte Musik und dem weltberühmten Regensburger Domchor, den "Domspatzen".
Hans-Martin Schneidt ist wohl weniger ein Spezialist für Monteverdi, bringt aber mit seinen Künstlern ein fast durchweg überzeugendes Ergebnis zustande. Leider ist die Aufnahme nach dem Erscheinen auf CD 1995 schon lange wieder aus dem Katalog verschwunden!
Schade, dass die gregorianischen Antiphonen fehlen, ein m.E. unverzeihliches Manko.
Diese Aufnahme kann aber dennoch überzeugen, nicht zuletzt wegen der Klarheit und Virtuosität der Domspatzen, die teilweise auch solistisch in Erscheinung treten.
Die Akustik des Aufnahmeortes tut ein übriges - sie ist perfekt!
Ich hatte mir die Aufnahme als LP schon gleich nach dem Erscheinen gekauft, jetzt als CD - sie begleitet also seit mehr als 30 Jahren meine Liebe zu Monteverdi. Auch wenn es noch viele hervorragende Aufnahmen dieses grandiosen Werkes der Kirchenmusik gibt - ich höre mir diese doch immer wieder gerne an. Als nicht zu verachtende Zugaben gibt es übrigens noch eine zweite Version des Magnificat aus der Marienvesper und die überaus hörenswerte "Missa 'In illo Tempore'", ebenfalls von C. Mnteverdi.


Monteverdi, Claudio - Il Ritorno d'Ulisse in Patria [2 DVDs]
Monteverdi, Claudio - Il Ritorno d'Ulisse in Patria [2 DVDs]
DVD ~ Nikolaus Harnoncourt
Wird angeboten von Tolle Unterhaltung
Preis: EUR 17,18

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervoll!, 16. Januar 2010
Harnoncourt und Ponnelle haben in den 70er Jahren Claudio Monteverdis unsterbliche Meisterwerke für die Bühne nicht nur neu entdeckt und einem großen Publikum nahegebracht. Sie haben die drei Opern ORFEO, ULISSE und POPPEA mit dem Zürcher Ensemble auch als Opernfilme verewigt - und dafür kann man ihnen nur in Ewigkeit dankbar sein!
Was sich hier dem Auge und dem Ohr des Zuschauers darbietet, ist Musiktheater von einer Pracht, einer Begeisterung, einer Schönheit, die berührt und zutiefst beeindruckt.
Dazu muss man wissen, dass gerade der ULISSE nur in einer Art Skizze überliefert ist. Harnoncourt hat in akribischer Arbeit eine Aufführungsversion erarbeitet, die absolut überzeugt.
Die tragische Geschichte des Odysseus, der nach vielen Jahren endlich wieder nach Hause kommt und dort noch nicht einmal von seiner Gattin wiedererkannt wird, ist nur das Grundgerüst für ein Bühnenwerk, in dem menschliche Leidenschaften, Ängste und Eitelkeiten wie ein Spiegel allen Betrachtern entgegengehalten werden.
Das Ende ist zwar "happy" - aber irgendwie hat man das Gefühl als ob hier ein Ehepaar nochmals von vorne anfangen muss.
Die Sänger sind allesamt handverlesen, bilden ein Ensemble, bei dem sich keine noch so guten Stimmen als Stars hervordrängen, sondern alles sich letztlich dem großen Genius Claudio Monteverdi unterordnet. Die Instrumentalisten spielen nicht nur im erhöhten Orchestergraben, sondern interagieren häufig. Das führt nicht selten zu höchst drolligen Effekten, aber auch zu drastischen: etwa wenn der Vielfraß Iro nach dem Tod der Freier ohne "Sponsoren" ist und den Freitod beschließt und ihm kein Geringerer als Nikolaus Harnoncourt vom Dirigentenpult aus den Dolch reicht ...
Ponnelle geizt nicht mit einer barocken Vision, zu der sogar echte Tiere gehören.
Die Oper, die auf CD bisweilen gewisse Längen haben kann, wird hier derart spannend und abwechslungsreich aufgeführt, dass die Stunden wie im Flug vergehen!
Bild und Ton (1978) sind zufriedenstellend; der DTS Klang hat mich hier allerdings weniger überzeugt, ich habe mir die DVD lieber in "normalem" Stereo angehört.
Fazit: Wundervoll, dass es diese Verfilmung wieder gibt!


Monteverdi, Claudio - L'incoronazione di Poppea [2 DVDs]
Monteverdi, Claudio - L'incoronazione di Poppea [2 DVDs]
DVD ~ Rachel Yakar
Wird angeboten von classicscddvd-L&P Classics Berlin
Preis: EUR 24,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glanzvoll!, 16. Januar 2010
Das ist der dritte Opernfilm aus der Monteverdi-Serie, die Jean-Pierre Ponnelle an der Zürcher Oper mit Nikolaus Harnoncourt und einem ausgewählten Ensemble verwirklicht hat.
Es ist höchst lebendiges Musiktheater, das hier durch einen Bild-Tonträger verewigt wurde - eine wahre Sternstunde!
Wie hier Götter und Menschen miteinander und gegeneinander agieren, ist spannend und bisweilen auch höchst unterhaltsam.
Eric Tappy als Nero ist fast eine Gestalt wie Louis XIV - ein eingebildeter Tyrann mit Sinn für Macht und Schönheit, zugleich extrem beeinflussbar.
Rachel Yakar als exotische Poppea girrt und bezirzt Nero vorwiegend aus Machtkalkül.
Die phänomenale Trudeliese Schmidt gibt eine herrische und verzweifelt einsame Kaiserin Ottavia.
Paul Esswood macht aus dem Schwächling Ottone eine Persönlichkeit.
Der noch am Anfang seiner Weltkarriere stehende Bassist Matti Salminen singt Seneca mit profunder Stimme. Er spielt den lebenssatten alten Philosophen, der gerne aus dem Leben scheidet, als Nero ihm dies befiehlt. Der Moralapostel ist bei ihm weniger zu spüren, obwohl dieser auch in der Rolle angelegt ist.
Einfach köstlich ist die Amme Arnalta von einem Tenor dargestellt - ihr/sein letztes Solo ist ein Kabinettstück der besonderen Art (stimmlich und schauspielerisch) und lohnt schon allein den Kauf der DVD ...
Die Rolle des Amor, der alles andere als ein lieblicher Knabe, sondern eher ein skrupelloser Intrigant ist, wird von einem Solisten des Tölzer Knabenchores äußerst versiert verkörpert. Übrigens schießt er seine berühmten Liebespfeile nicht mit einem Bogen, sondern mit einem Blasrohr, das auch als Zauberflöte dienen kann; nur einer der vielen grandiosen Einfälle des Regie-Genies Ponnelle!
Fazit:
Hier triumphiert nicht nur Gott Amor, sondern auch die Kunst von inspirierten Menschen, die mit großer Begeisterung eines der größten Meisterwerke der Musikgeschichte - und eine der ersten Opern - wieder lebendig werden lassen. Die nicht zu unterschätzende Bedeutung des großen Claudio Monteverdi wird eindrucksvollst dokumentiert.
Ich möchte diese DVD nicht mehr missen!


Monteverdi, Claudio - L'Orfeo
Monteverdi, Claudio - L'Orfeo
DVD ~ Philippe Huttenlocher
Preis: EUR 17,10

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!, 15. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Monteverdi, Claudio - L'Orfeo (DVD)
Dies ist eine Verfilmung der ORFEO-Inszenierung durch das Team Harnoncourt-Ponnelle an der Oper Zürich Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Dazu wurde die Bühne im Studio der Wien-Film nachgebaut und sogar "echtes" Publikum dazugesetzt. Die Instrumentalisten sind zurückhaltend historisch gekleidet und greifen immer wieder auch in das Geschehen auf der Bühne ein bzw. sind Teil desselben, was die Musik ungeheuer lebendig wirken läßt.
Die Besetzung ist exquisit - ich finde alle Protagonisten (auch Philippe Huttenlocher in der Titelpartie) sehr überzeugend. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Dietlinde Turban die Euridice nur spielt. Die Gesangspartie übernahm Rachel Yakar (leider wird sie weder im Booklet noch auf der Box erwähnt).
Das Bild ist für die Zeit hoch anständig! Der Ton wird echtem DTS natürlich nicht wirklich gerecht. Doch ist die Aufnahme ein Dokument jener glücklichen Zeit, in der wirklich begeisterte Musiker und Theaterleute die Opern Monteverdis neu entdeckten und belebten.
Die Phantasie der Bühnenbilder von Ponnelle und der Kostüme von Pet Halmen ist im wahrsten Sinne des Wortes phantastisch!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 28, 2013 5:39 PM CET


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