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Rezensionen verfasst von
Reinhold Reither "reinir" (österreich)
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This Present Wasteland
This Present Wasteland
Preis: EUR 11,88

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Erschreckend!, 9. September 2008
Rezension bezieht sich auf: This Present Wasteland (Audio CD)
Autsch! Nach der A Light in the Dark hatte ich doch gewisse Hoffnungen, dass METAL CHURCH und ihr neuer Shouter Ronny Munroe doch irgendwie die Kurve kratzen könnten. Sicher, Göttergaben wie die ersten fünf Alben verlangt heutzutage sowieso nur mehr der kühnste Optimist, aber ein derartig zahnloses Dahingeplätscher wie "This Present Wasteland" ist schon eine der Enttäuschungen dieses Jahres.

Es ist zwar mittlerweile müßig einem Ausnahmetalent wie Mike Howe noch immer nachzuweinen, auch kann man Ronny Munroe nicht wirklich einen Vorwurf machen, das vorliegende Material hätte auch Howe nicht mehr retten können, kranken tut es bei METAL CHURCH anno 2008 hauptsächlich an der kompositorischen Leere und Eintönigkeit eines Kurdt Vanderhoof! Ein derart zähes, dahin kriechendes und zudem noch Sturz langweiliges Stück wie Deeds of a Dead Soul würde ich nicht einmal bei einer totalen Newcomerband ohne Plattenvertrag goutieren können.

Einmaliger Ausrutscher? Wo denkt ihr hin. Kaum eines, ja wirklich kaum ein einziges Stück auf This Present Wasteland schwimmt sich für eine klitze-kleine Sekunde aus dem Durchschnittstrott frei. Vielleicht noch am ehesten der akustische Zwischenpart in Meet Your Maker, das anfängliche Gestampfe in Crawling to Extinction (welches dafür im Refrain jeglichen Kredit gleich wieder verspielt!) und der wirklich bemerkenswerte Beginn von A War Never Won - das soll es dann aber schon gewesen sein. Der Rest: Ideenarm, irgendwie lustlos rausgenölt, zumeist auch von der Songlänge zu lange ausgefallen und - wie schon bei - The Weight Of The World (2004) - einer Veröffentlichung unter dem Banner METAL CHURCH einfach nicht würdig!

Mit jeglichem für möglich gehaltenen Augenzudrücken, auch weil diese Band meine Jugend wirklich prägend beeinflusst hat, kann ich nicht mehr als eine wackelige zweieinhalb vergeben, dass da in der Zukunft noch was Großartiges von METAL CHURCH zu erwarten sei, daran hab ich seit "This Present Wasteland" jeglichen Optimismus verloren - Auflösen bitte!


Our Darkest Days
Our Darkest Days
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen wichtig und gut obendrein, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Our Darkest Days (Audio CD)
Ignite, jene fünf Herren aus Orange County - die im übrigen mit dem 2000 erschienenen A Placed Called Home" Album einen Meilenstein der melodischen Rock/Punk Ausrichtung fabrizierten - sind wieder da, gut ist das, wichtige Band, hervorragende, meist politische Texte und ein Stilmix der Hardcore, Rock und auch Punkeinflüsse verspüren lässt, dabei zu jeder Sekunde die ultimative Melodie aufzuwarten weiß und somit den idealen Soundtrack für den hoffentlich bald einsetzenden Sommer bietet.

Die Mannen um Melody King" Zoli Teglas (was für ein Organ!) haben das nötige Gespür für Eingängigkeit, die sich spätestens nach wenigen Sekunden im Gehirn festmacht, aber auch die Klasse und Abgebrühtheit diese an sich einfach gestrickten Muster niemals auch nur im Ansatz mit Abnutzungserscheinungen zu assoziieren. So knallen dann auch Songs wie der speedige Opener Bleeding", das nicht minder aktive Poverty For All" oder die Kurzeruption Are You Listening" ebenso in die Magengegend, wie die hitverdächtigen Stücke der Sorte Let It Burn", "Slowdown", Three Years" usw. zu überzeugen wissen. Auch die ins Punkgewand gekleidete Coverversion des U2-Smashers Sunday Bloody Sunday" fügt sich in punkto Homogenität perfekt in das Gesamtwerk Our Darkest Days" ein und hinterlässt nach 35 Minuten einen mehr als zufriedenen Rezensenten.

Ignite lassen wieder einmal ihre Marktbegleiter" ziemlich alt aussehen, wissen nicht nur mit absolut herausragender Musik zu überzeugen, sondern verbuchen auch etliche Aktiva auf Grund Ihrer politisch-sozialen Komponente auf der Habenseite! Sollte Mann/Frau gehört haben!


Gasoline
Gasoline
Preis: EUR 22,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nickelback soundalike, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Gasoline (Audio CD)
THEORY OF A DEAD MAN, jenes kanadisches Trio, das von NICKELBACK Zampano Chad Kroeger entdeckt, gefördert und sogar plattenfrimatechnisch (das Debüt erschien auf Kroegers 604 Records Label) hochgepusht wurde, versucht mit ihrem zweiten Release den dringend notwendigen Schritt der Emanzipation. Dafür hat man sich nach intensivem Touren ganze vier Jahre Zeit gelassen, in LA mit Howard Benson einen namhaften Produzenten geschnappt und auch teilweise eine Kurskorrektur vorgenommen.

Sicher klingt auch anno 2006 Tyler Connolly noch immer wie der kleine Bruder von Mr. Kroeger, aber großteils der härteren Nummern kommen einfach erwachsener rüber, Better Off", sei hier zu nennen, und die Band macht keinen Hehl daraus, dass Ähnlichkeiten zu AC/DC und BAD COMPANY in dieser Nummer durchaus bewusst gewählt wurden. Aber auch die beiden Eröffnungsnummern Hating Hollywood" und No Way Out" entfernen sich vom großen kanadischen Bruder doch sehr, sehr weit. Nichts desto trotz sind die aufs Radio schielenden Songs teilweise eine Spur zu platt ausgefallen, Beiträge wie No Surprise" oder das durch Streicher Arrangements unterlegte Since You've Been Gone" ziehen zwar in Nordamerika mächtig Air Play, dürften in hiesigen Breiten aber eher nur" zur Kenntnis genommen werden. Auf der anderen Seite kann - mir zumindest - eine sehr nah an CREED angelehnte Ballade wie Santa Monica" doch gefallen und all jenen, die mit mainstream kompatiblen Rock etwas anfangen können, sei die Hörprobe von Gasoline" auf jeden Fall ans Herz zu legen.


Oh Martha!
Oh Martha!

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen glorreiches Comeback!, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Oh Martha! (Audio CD)
14 Jahre haben es die Splatterrocker aus den US of A geschafft, Ihre verrückt gewordene Martha Splatterhead unter Verschluss zu halten, doch gerade im Wonnemonat Mai des Jahres 2006 ist dieser leibhaftige Alptraum wieder aus der Versenkung aufgetaucht.

It's only Martha" tönt es da gleich zu Beginn des Openers Martha Will", und wie sie will, die gute Martha. All jene Trademarks die diese unvergleichliche Band auszeichneten sind auch diesmal wieder am Start. It's the final unspeakable Horror", Piece by Piece, they are ready to eat you alive, Victim by Victim they butcher until nothing has left but a stench of death" heißt es da in Fast Zombies Rule" und augenscheinlich ist auch, dass die Accüsed'ler metallischer geworden sind, sicher ist das Ganze noch immer eine Mixtur aus 80ies Thrash, Hardcore und Punk, aber diesmal donnert das Songmaterial - auch ob der enorm druckvollen Produktion von Jack Endino - um einiges heftiger durch die Gehörgänge. The story of a trail of butchery is so evil that newpapers refuse to print horrorfing details" - das Intro zu Hooker Fortified Pork Products" einem Punk angehauchten high Speed Gebolze, gwürzt mit der charakteristischen, knarzigen Stimme von Frontsicko Blaine Cook und einem Wahnsinnsriff nach dem anderen von der guten Seele" der Band Tommy Niermeyer ergeben ein herausragendes Album voller Kurzeruptionen, die vor Wut, Verzweiflung und Hass nur so triefen, dabei durch die einzigartigen, interessanten und auch wahnsinnig komischen Lyrics aber zu jeder Zeit ein Schmunzeln auf den Lippen haben (hauptsächlich durch die bereits zitierten Einspielungen diversester Horrorfilme). Sogar zwei Coverversionen verirrten sich in diesem tonalen Wahnsinn - einerseits eine rotzige Adaption des NWOBHM Meilensteins Filth Hounds Of Hades" und als Abschluss des regulären Soundgebräus die Umsetzung des Olivia Newton John (sick!) Tracks Have You Never Been Mellow?".

Aufgemotzt wird das an sich schon nahezu perfekte, lediglich ein wenig kurz geratene Album durch massiges Bonusmaterial - ein re-Recording der 5-Song Martha Splatterhead EP", diverse Livesongs and so on.

Conclusio: Was für ein Comeback, Was für eine scheiß-geniale Band, die selbst in ihrem 20. Jahr noch immer einen unvergleichlichen Sound zu produzieren im Stande ist - Yes! Martha Splatterhead and The ACCUSED live again, so Dirtbags Beware!


The Sickest of Society
The Sickest of Society

4.0 von 5 Sternen HAMMER aus Tirol!, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: The Sickest of Society (Audio CD)
Ein sehr gutes Demo (The Natural Sound of Violence aus dem Jahr 2005) hat genügt um das österreichische Label Burnside Records von der Qualität der Tiroler Oberlandler zu überzeugen. Die Innsbrucker Mirror Studios wurden als Aufnahmetempel auserkoren und Frontman Maggo (nebenbei noch sangestechnisch für den Tristwood Ausnahmeteil The Delphic Doctrine verantwortlich) samt Mitstreitern machten es sich zur Aufgabe ihren Bulldozing Deathcore für die große Welt sattelfest zu verankern.

Gelungen ist dies den Herren in mehr als eindrucksvoller Manier - stilistisch das ein ums andere Mal frappierend als die besseren, überzeugenderen Six Feet Under durchgehend, scheuen die Mannen auch nicht davor zurück Temposteigerungen hochzuhalten. The Humachinery klöppelt ebenso ganz ordentlich ins Gebälk, wie die Kurzvernichtung, das knapp 50-sekündige I.H.Y." (S.D.O. lassen dezent grüßen!!). Ihre wahre Größe offenbaren Inzest aber dann, wenn sie grooven wie die Sau. Sei es jetzt beim Opener 100% Underground (The Great Rise of Anger), dem Hassbatzen Shut Da Fuck Up, dem ultra-slowen Reincarnation Suffering oder dem Übersong und uneingeschränkten Albumhighlight Body Shock, dies unterstützt von Maggo's variablen Organ, der zwischen Hatebreed mäßigen Geschrei (manchmal), Deicide ähnlichen Gegröle (sehr oft) bis zu ultra tiefen Gegrunze (man höre bitte Body Shock) eine unglaubliche Vielfalt an den Tag legt.

Mehr als nur im grünen Bereich bewegen sich die Tiroler mit ihrem ersten regulären Silberling, ein Album das nicht nur national, sondern auch auf Grund der nicht weg zu diskutierenden Klasse international durchaus standhalten wird können. Und sollte ein gewisser Mr. Barnes dieses Teil je zu Gehör bekommen, wird er sich geflissentlich in den Arsch beißen, warum seine Combo so ein grandioses Album schon seit Jahren nicht mehr in der Lage war zu veröffentlichen - ist eigentlich Kompliment genug für Inzest und jetzt sag ich nur mehr Welcome to the Body Shock, fuckin' Body Shock!!!


Bloodred Salvation
Bloodred Salvation
Preis: EUR 17,45

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ausbaufähig, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Bloodred Salvation (Audio CD)
Spielt eine Band melodischen, schwedisch beeinflussten Todesmetal, ist sie noch dazu im Dunstkreis von HEAVEN SHALL BURN angesiedelt (mit denen man sogar 99 eine Split LP rausbrachte), kann man den musikalische Rahmen schon mal im Vorfeld grundlegend ausloten. Die Fünf aus Thüringen machen aber nicht den Fehler jetzt eine 1:1 Kopie von HSB abzuliefern, sondern klotzen ganz ordentlich mit ihrem Death Metal umher, verstehen es blendend mit dem Intro Blood Starts Running" und dem Titeltrack für ruhige Momente zu sorgen (die allerdings bei den an sich etwas zu gleich klingenden Songs auch bitter nötig sind) und auch Raise Your Remorse", ein wenig böser geartet, trägt seines dazu bei, dass man das vorliegende blutrote Seelenheil" (sehr frei übersetzt!) als durchaus gut einzustufen in der Lage ist.

Einerseits sind mir neuerdings sowieso alle Bands ähnlicher Coleur sympathisch, die gänzlich den Bombast und/oder cleane Vocals außen vor lassen, andererseits hab ich für Interessierte folgende Anspieltipps parat: das mächtige As I Watch", das leicht Thrash inspirierte Out Of The Clouds" (in der Tracklist downloadbar), sowie der lediglich mit Klavier begleitete, rein instrumentale Titelsong (einfach weil er so schön anders ist!).


Below the Line
Below the Line
Preis: EUR 17,58

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gutes teil, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Below the Line (Audio CD)
Ja ja, die Jutta - seit über 30 Jahren im Business und dennoch klingt Below the Line" knackig und frisch. Sicher auch ein Verdienst von den METALLIUMŽlern Lars Ratz (Producer) und Michael Ehre (co-Producer), die im Tornado Studio in der Hansestadt einen amtlichen Sound zusammengezimmert haben.

Fuckin Hell" schreit sie die Jutta im Opener Storyteller", der auch gleich die Richtung für die restichen 10 Stücke vorgibt: stampfender Metal, der auch dramaturgisch einiges zu bieten hat. Geschwindigkeitsvariationen gibt es eher marginal (sieht man einmal vom balladesk beginnenden Eternity" ab), Qualitätsunterschiede - Gott sei Dank - ebenso wenige. Wer sich allerdings beim über 22-minütigem The Master's Work" auf ein Monumentalopus sondergleichen freut wird bitter enttäuscht sein, denn nach sechseinhalb Minuten ist Schicht im Schacht und der Rest ist Silence".

Stampfend hab ich schon erwähnt, Blueseinflüsse gibt's auch noch, auf die obligatorische Nennung von Zed Yago und/oder Velvet Viper verzichte ich hier mal (das gehört so und so zur Metal Allgemeinbildung, meine Lieben!!), aber einen Anspieltipp hab ich noch im Köcher Memories Reminder" acht Minuten lang, und noch einen Zacken besser als der Rest der Scheibe, wobei die auch ohne genanntem Track eine Gute wäre!


Kingdom
Kingdom
Preis: EUR 20,28

4.0 von 5 Sternen saustark, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Kingdom (Audio CD)
War das 2004 erschienen Brett der Eidgenossen namens With Triumph Comes Loss" schon ein ziemlich geniales Album, haben die Mannen um Bandsprachrohr Simon Füllemann diesmal jeglichen unnötigen Ballast über Bord geworfen. Wiederum endveredelt vom - mittlerweile zum Bandfreund mutierten - Produzentengenie Tue Madsen, präsentieren uns die Schweizer 11 Songs voller Straightness, unbändiger Härte, dabei aber zu jeder Sekunde fern ab jeglicher Metal & Core Klischees (obschon die Hardcore Einflüsse nach wie vor präsent sind!) und treffender als Gitarrist Simon hätte ich es auch nicht ausdrücken können: Wir spielen Musik, die ist hart, die ist Metal, die ist Hardcore, die ist alles, Hauptsache hart, that's it" - eben Hauptsache hart - das ist auch das Zauberwort von Kingdom". Tempovariationen, schneidige Riffs, die konsequente und daher unterstützenswerte Verweigerung von cleanen Vocals, all das macht aus dem neuen CATARACT Werk eines der sehr, sehr guten am übersättigten Markt.

Angefangen beim Intro Kingdom's Rise" (ein düster gehaltener, von einem schweren Riff getragener Instrumentaltrack), welches nahtlos in das schnelle, räudige War Of Cultures" übergeht, reiht sich hier in insgesamt knapp über 40 Minuten ein Highlight ans andere, verfeinert durch geschickte Tempiwechsel, dem direkteren Songwriting, weniger Schnörksel und mächtigen, nah am Hardcore angelehnten Refrains. Schreihals Federico Carminitana ist ebenso die enorme Steigerung seit dem letzten With Triumph Comes Loss" Werkel anzumerken, wie die ganze Band als Einheit einen weitaus reiferen, homogeneren Eindruck vermittelt. Obendrein hat man mit dem Midtempo Stampfer March With Your Battleforce" eine Schlachthymne nicht anzunehmender Gigantomie im Gepäck, die selbst nach zig Rotationen nichts an ihrer Genialität verliert.

Das was die Schweizer hier bieten, ist ein bestens umgesetzter, vertonter Tritt in die Fresse - da treffen wahnsinnige Thrash Metal-Riffings (zu Hauf!) auf stets eingängige, aber immerzu brutale Shout Refrains und somit definiert sich der CATARACT Metal anno 2006 quasi von selbst als nicht nur guter, sondern einfach scheiß genialer! Buy It, auch weil das Ding in der Erstauflage mit einer fetten Bonusdisc ausgestattet sein wird - und wer NASTY SAVAGE covert hat bei mir sowieso schon von vornherein gewonnen.


Desiderata
Desiderata
Preis: EUR 17,37

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zeitweise anstrenged, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Desiderata (Audio CD)
Female fronted und aus Norwegen, fünftes Album und früher sollen die mal Gothic gemacht haben - nun gut, Desiderata" hat mit Goth einmal überhaupt nichts zu tun, aber so richtig beschreiben kann man die 55 Minuten an Liedgut auch nicht recht. Hie und da, wenn überhaupt, schweben mir härtere THE GATHERING im Hirn umher, aber ist das jetzt schon ein Einfluss? Nonplusultra dieser Band ist ohnehin Agnete M. Kirkevaag, die jegliche auch nur im Ansatz vorhandenen Gefühlsszenarien perfekt umzusetzen in der Lage ist, sogar den hysterischen Anfall hat die gute Frau perfekt drauf (nachzuhören in M for Malice"). Dazu gesellen sich schon (fast) Nu-Metal Riffs, wobei das die fünf wahrscheinlich nicht unbedingt gerne hören werden, aber modern klingen die alle mal, wie uns der Beginn von The Flood to Come" beweist.

Nicht darüber hinweg täuschen können all die Positivas allerdings, dass auf Dauer diese Mischung, auch ob der doch zu oft eingeflochtenen Heulerei von Frau Kirkevaag, ein wenig an Substanz und damit einhergehend an Klasse verlieren. Freunde, die es gern anders", manchmal sogar ein wenig trippig" mögen sollen durchaus ein Ohr riskieren, auf Albumlänge ist es mir zumindest dann doch eine Spur zu mühsam, bei aller kompositorischer Klasse und Ideenvielfalt, die "Desiderata" ohne Zweifel aufzuweisen hat.


Monotheist-Ltd.-Digipack
Monotheist-Ltd.-Digipack
Preis: EUR 26,77

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahnsinn, 20. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Monotheist-Ltd.-Digipack (Audio CD)
Zu lange waren sie weg, die Schweizer: ganze 14 Jahre sind ins Land gezogen, die Vorproduktionsphase von Monotheist" dauerte noch einmal fünf, aber spätestens beim bewusst gewählten Opener Progeny", der mit den unvergleichlichen, verzerrten Gitarren und Tom's schon legendärem Uhhhhhhhhhhh" startet, hat sich all das Warten, das Spekulieren, das Hoffen und Bangen definitiv ausgezahlt.

CF sind back und ich nehm's gleich mal vorweg, diese CD ist jetzt schon meine Platte des Jahres (ja fallt nur her über mich, aber ich werd's aushalten und daher bleib ich dabei!), obwohl ich anmerken möchte, dass Morbid Tales" Fanatiker wahrscheinlich höchstens mit dem Opener und vielleicht noch mit "Ain Elohim" ins Reine kommen werden. Im neuen Jahrtausend bieten uns die beiden Hauptprotagonisten Thomas Gabriel Fischer und Martin Eric Aim die kongeniale Adaptierung des CF-Sounds, portiert in eine modernere, eine neue Welt, zudem hat bei den Herren der richtig zähe, dicke und unbarmherzig fette Doom zu Hauf Einzug gehalten, der obendrein durch die schon von früheren Veröffentlichungen sattsam bekannten avantgardistischen Einflüsse verfeinert wird.

Das psychedelische Obscured" (mit Sabine Vollenweider on Backing Vocals) passt hier ebenso in das Gesamtkonzept, wie die beiden anderen Female Voice unterstützten Beiträge - Drown In Ashes" mit der engelsgleichen, markanten Darbietung von Lisa Middelhauve (Xandria), sowie der durch die Schweizer Opernsängerin (Cornelia) verfeinerte Übersong Os Abysmi Vel Daath" (bedrohlich, düster, trocken und zäh, aber mit einem Refrain, der sich ohne Umwege festfrisst!!). Generell kann man sagen, dass Monotheist" als eine akribisch entwickelte Einheit betrachtet werden muss, hier passt quasi jede Kleinigkeit, hier fügt sich der old-school gehaltene, mit reichlich Uhhhhhhhhs" versehen, Arschtreter Domain Of Decay" ebenso nahtlos ein, wie das eher flott beginnende (Doublebassdrum olé!) Ain Elohim". Und dann ist da noch das majestätische, das massiv intensive, dabei aber auch minimalistisch gehaltene Epos namens Synagoga Satanae", sicher das aufregendste Stück Musikgut, welches die Frostler je veröffentlicht haben. Umsponnen ist diese, als Triptych" betitelte, Trilogie von Totengott" einem Psychoausflug par excellence und dem abschließenden dritten Teil des Requiems, Winter" genannt. Kernstück ist und bleibt aber das von Martin liebevoll Synagoga" genannte Mammutstück, was hier in über 14 Minuten an Psychodoom vom Stapel gelassen wird, ist bedrohlich und beängstigend dabei aber irgendwie einzigartig und darüber hinaus schlichtweg atemberaubend. Allein die Adaptierung des Vater Unsers" (..Denn mein ist das Leid und die Wut und das Streben bis zum Tode .. Amen), mit verzerrter Stimme, von Dissonanzen unterlegt, erzeugt mehr Gänsehaut als jeder Horrorshocker. Bei aller Slowness, der die "Synagoga" von Anfang bis Ende so auszeichnet, selten hab ich einen Song gehört, der den Begriff Härte derart auffallend definiert hat wie dieser!

Was bleibt ist ein hellauf begeisterter Rezensent, der diese CD seit Wochen nicht mehr aus dem Player bekommt, ein Comeback, welches ich in dieser Form nie und nimmer erwartet hätte.

UUUUUUUUUUUHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!


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