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Rezensionen verfasst von
Silent Man

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A Dramatic Turn of Events
A Dramatic Turn of Events
Preis: EUR 7,99

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Theater wird wieder geträumt, 10. September 2011
Rezension bezieht sich auf: A Dramatic Turn of Events (Audio CD)
Noch nie ist es so einfach gewesen, ein Dream Theater Album innerhalb weniger Hördurchläufe in Gänze aufzusaugen. Das mag zum einen an der musikalischen Vertrautheit liegen, oder aber auch daran, dass man nach dem Ausstieg von Drummer Mike Portnoy wieder verstärkt auf das gesetzt hat, was diese Band seit Anbeginn Ihrer Karriere so außergewöhnlich werden ließ: und das ist diese besondere Verschmelzung der progressiven Elemente mit Musikstilen unterschiedlichster Couleur, letztenendes natürlich mit dem verstärkten Fokus auf Metal und Rock. Und ganz besonders, quasi der Motor eines jeden Künstlers: die Emotionen; unterstützt durch Melodien, die suchtgleich immer und immer wieder ins Bewußstsein gerufen werden müssen, um dieses Glücksgefühl aufrechtzuerhalten.
Ich gebe den Rezensenten recht, denen auf den letzten beiden Alben "Systematic Chaos" und "Black Clouds And Silver Linings" noch das gewisse Etwas fehlte. Diese Alben waren weit davon entfernt schlecht zu sein, doch mussten sie dem von Portnoy oft zitierten, in den vergangenen Jahren zur Eintönigkeit verkommenen Enstehungsrozess in Form einer Endlosschleife ohne größere Pausen von Touraktivitäten, anschließendem Schreiben und Aufnehmen der Alben hörbar Rechnung tragen. Dabei war es eben Portnoy, dem aufgrund seiner Chefposition innerhalb der Band wohl vieles aus den Händen zu gleiten und seine Kreativität, die er den verbliebenen Bandmitgliedern nach zu urteilen äußerst dominant vertreten hat, im Stich zu lassen schien. Wie dem auch sei, mit Mike Mangini hat man nicht nur einen äußerst sympathischen, sondern auch virtuosen, aber jederzeit songdienlichen Ersatz gewählt, der das Gefühl, einen Dream Theater Song zu interpretieren, unbewusst eingepflanzt bekommen haben muss. Das neue Album atmet eine Aufbruchstimmung, wie sie zuletzt bei Alben wie "Scenes From A Memory" oder auch noch "Six Degrees Of Inner Turbulence" zu spüren war.
Die epischen Songs wie "Lost Not Forgotten", "Bridges In The Sky", "Outcry" oder das überirdische "Breaking All Illusions", sind die musikalischen Meilensteine dieser Produktion. Hier vereinen Dream Theater all ihre Trademarks, die über Jahre hinweg für Aufsehen gesorgt haben. Wechselbäder der Gefühle, träumerische Klangteppiche, brachiale Gitarrenriffs, Tempiwechsel und halsbrecherische Soli im gefühlten Sekundentakt. Über allem stehen die Melodien, die scheinbar zuletzt unterdrückt in einem einzigen gewaltigen Strom über dieses Werk hinwegfegen.
Für weitere Abwechselung sorgen drei Balladen, von denen das gitarrenorientierte "This Is The Life" eine sehr angenehme floydsche Melancholie verbreitet. Das einzig von Piano und synthetischen Streichern umgarnte "Far From Heaven" fällt musikalisch etwas aus der Reihe, besticht aber durch seinen überzeugenden dramatischen Aufbau und offenbart eines der vielen neuen Glanzstunden von James LaBrie auf diesem Album. Das akustische "Beneath The Surface" ist eines der schönsten Dream Theater Balladen der letzten Jahre. Zwar radiotauglich aufbereitet, schlägt der beigesteuerte Text von John Petrucci aber so sehr auf Herz und Nieren, dass es für den alltäglichen, schnellen Konsum zu kostbar erscheint, um überhört zu werden.
Mit dem dem sehr modernen Metalkracher "Build Me Up, Break Me Down" hat die Band ein wenig Neuland betreten, was Ihr aber durchaus gut zu Gesicht steht. Diese geradlinige Heaviness war nicht zwangsläufig zu erwarten, zeigt sie jedoch, dass anscheinend auch ohne Portnoy der ein oder andre Häretgrad weiterhin konserviert wird.
Das bereits gemeinhin bekannte "On The Backs Of Angels" war die perfekte Wahl als Einstieg in dieses neue Album. Ein klassischer Dream Theater Song, der von dem Kommenden nicht zuviel vorwegnimmt, aber dem geneigten Hörer bereits eine deutliche Marschroute vorgibt. Nicht zu Unrecht wurde diese erste Single als beste Vorabauskoppelung nach "Constant Motion" und "A Rite Of Passage" bewertet.
Von einer Auferstehung zu sprechen wäre sicherlich des Guten zuviel, aber man kommt nicht umhin der Band eine wiedererlangte Spielfreude zu attestieren, die nicht zuletzt auf die wiedergewonnene bandinterne Harmonie zurückzuführen ist. Dream Theater haben mit "A Dramatic Turn Of Events" gleich mehrere Schritte vorwärts getätigt und es bleibt Ihnen zu wünschen, dass dieser Wendepunkt eine noch kreativere Blütezeit nach sich zieht. Dream Theater leben!


Dresden [2 DVDs]
Dresden [2 DVDs]
DVD ~ Felicitas Woll
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 22,50

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterbewertet, 9. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Dresden [2 DVDs] (DVD)
Es ist schade zu sehen, daß dieser Film die Kritikerlager doch so sehr spaltet, denn die Umsetzung weiß gerade nach den Erfahrungen mit filmischen Verwertungen wie beispielsweise der Luftbrücke oder aktuell der Hindenburg wesentlich mehr zu imponieren.
Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut und überzeugend, was ebenfalls für das Dialogskript gilt. Das Drehbuch hält für mich eine durchaus realistische Handlung um das Hauptereignis bereit, bei der auch die vielgescholtene Liebesbeziehung zwischen einer deutschen Krankenschwester und einem englischen Piloten nicht hanebüchen daherkommt. Vermeintliche Logik- und / oder Dartellungsfehler sind letztenendes auch immer zu einem großen Teil dem eigenen Interpretationsspielraum geschuldet. So sei es keinem verwehrt, wenn er mit dem Gezeigten unter Berücksichtigung des geschichtlichen Transports der Ereignisse kritisch ins Gericht geht.
Was man dem Film abgesehen davon aber in keiner Weise vorwerfen kann, ist, daß er der Tragik und dem Leiden der Menschen nicht gerecht würde. Natürlich arbeitet man mit Stereotypen, aber nur dort, wo es für die Abgrenzung von politisch und gesellschaftlich Agierenden unbedingt notwendig ist. Daß man sich hier schnell verlaufen kann steht außer Frage, aber dennoch weisen für mich viele Charaktere wesentlich mehr Nuancen auf, die es einem ermöglichen, die alptraumhafte Atmosphäre der letzten Kriegsmonate weitestmöglich nachzuempfinden. Natürlich haben auch die wirklich guten Effekte einen großen Anteil an der Begreifbarkeit des Schreckens, die aber glücklicherweise nicht zum Alleinunterhalter verkümmern.
Dieser Film ist letztenendes ein Beweis, daß es möglich ist, ein so komplexes wie weitreichendes Thema der Ereignisse des zweiten Weltkrieges zwar massenkompatibel, aber dennoch glaubhaft und vor allen Dingen würdevoll aufzuarbeiten.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2012 8:09 PM CET


Frequency
Frequency
Preis: EUR 25,22

33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die alten Hasen geben Gas..., 27. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Frequency (Audio CD)
Alles hatte ich erwartet, nicht aber, daß IQ ihre beiden letzten sehr, sehr guten Alben "The Seventh House" und "Dark Matter" mal eben locker in die Tasche stecken würden. "Frequency" ist ein wahres Feuerwerk der progressiv-melodischen Rockmusik geworden. Dabei klingt die Band insgesamt wieder melancholischer und düsterer, mit ungewohnten Ausflügen in härtere Gefilde.

Allein "The Province" ist derart abwechselungsreich und heftig ausgefallen, daß man ungläubig auf die CD-Hülle schielen muß, ob man sich vielleicht doch nicht beim Einlegen des Silberlings vergriffen hat.

"Frequency" (der Song) und "Stronger Than Friction" sind vielen IQ Fans bereits durch vergangene Touraktivitäten, sowie eine veröffentlichte Tour-CD bekannt. Für mich als Nichtbesitzer letztgenannter entfaltet sich hier zum ersten Mal die ganze Epik und Tragweite der Songs, die in punkto Melodie und Dramatik schon allein ihr Geld wert gewesen wären.

"Life Support" beginnt mit einem einfachen, aber herrlich verträumt-trauigen Klavier-bzw. Keyboardintro, welches sich wunderbar mit der lyrischen Melancholie Peter Nicholls verbindet, ehe im weiteren Verlauf ein IQ typischer, atmosphärischer, leicht bedrohlich wirkender Instrumentalteil das Lied zu seinem Ende führt.

"One Fatal Mistake" ist eine schöne, straff gehaltene Ballade mit zunächst gewöhnungsbedürftiger Melodieführung, die aber schon nach dem zweiten Durchlauf zündet.

"Ryker Skies" ist für seine fast zehn Minuten ein recht geradliniger Song mit wuchtigen Drums geworden, dessen Refrain ebenfalls den ein oder anderen Durchlauf benötigt, sich aber dann unwiderbringlich in den Hirnwindungen festsetzt.

Mit "Closer" setzen IQ dann nocheinmal ein großes Ausrufezeichen. Eine Ballade im bandtypisch elegisch, epischen Stil und ein zu Herzen gehender Text irgendwo zwischen Verzweifelung, Aufgabe und Lebenswillen: großartig!

IQ anno 2009 klingen frisch und innovativ. Dies ist unter anderem auch den beiden Neuzugängen Andy Edwards am Schlagzeug und Mark Westworth an den Keyboards zu verdanken. Ersterer besticht durch sein hochprofessionelles, aber jederzeit songdienliches und überaus abwechselungsreiches Trommelspiel. Mark Westworth speist die ein oder andere neue Klanglandschaft in das IQ Sounduniversum, die unter anderem den Genuß dieses Albums ankurbelt.

Volle Sternausbeute für ein tolles Album, welches auch Fans aus anderen Nischen des Progressivsektors mit Sicherheit gefallen dürfte.


Black Ice (Ltd) (Dlx)
Black Ice (Ltd) (Dlx)
Wird angeboten von Kunoyo
Preis: EUR 15,90

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück aufs Glatteis..., 18. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Black Ice (Ltd) (Dlx) (Audio CD)
Nach Jahren der Bühnen- und Öffentlichkeitsabstinenz hegte man natürlich bestimmte Erwartungen und Hoffnungen an dieses Album, auch wenn man davon ausgehen konnte, daß AC/DC keine Band für großartige Experimente oder gar neue Einflüsse sind.
Standen die bereits zuvor ausgekoppelten "Rock n' Roll Train" und "War Machine" ganz in dieser Tradition, wobei sowohl Gesang als auch Produktion schon aufhorchen ließen, so entfaltet "Black Ice" in seiner Gänze doch völlig ungeahnte Kräfte und Überraschungen. Allem voran sei eben der Gesang von Brian Johnson genannt, dem ich persönlich soviel Frische und Variabilität nicht mehr zugetraut hätte. Derart ausdrucksstark wie in beispielsweise "Rock n' Roll Dream" hat man ihn vielleicht zuletzt in Songs wie "Let Me Put My Love Into You" oder "You Shook Me All Night Long" gehört. Darüber hinaus besticht dieser Song durch eine moderne, aber allem Widerspruch zum Trotz doch zeitlose Melodie, die in Form einer balladesk angehauchten Rocknummer aus den Boxen wummert. Einer der eindrucksvollsten Songs des Albums, weil für AC/DC Verhältnisse eher ungewöhnlich. Dasgleiche Gefühl bekomt man mit "Anything Goes" vermittelt. Soviel Melodie und Mainstreamappeal im besten Sinne gab es ebenfalls lange Zeit nicht mehr zu hören. Auch wenn es andere Bands in dieser oder ähnlicher Form schon etliche Male vorgemacht haben, so ist es für AC/DC etwas Neues und macht einfach Spaß.
Die treibenden Rocknummern fehlen zum Glück auch auf "Black Ice" nicht. Mit "Big Jack", "Smash n' Grab", "Spoilin' For A Fight", "Wheels", "She Likes Rock n' Roll" oder "Rockin All The Way" sind mitreißende Fußstampfer auf der Liste vertreten, wobei "Smash n' Grab" aufgrund seines Ohrwurmrefrains, treibenden Grooves sowie der überzeugenden Gitarrenarbeit ein weiteres Zwischenhighlight darstellt. Die weitestgehend im Slowtempo angesiedelten Nummern wie "Skies On Fire", "Decibel", "Stormy May Day" und "Money Made" entfalten ihre Stärken erst nach mehrmaligem Hören. Und selbst dies ist eine ungewöhnliche Erfahrung mit einem AC/DC Album. "Money Made" stellt erneut unter Beweis, warum Malcolm Young als einer der besten Rhythmusgitarristen der Welt gehandelt wird. Entgegen des Tempos sorgen die Gitarrenriffs für viel Bewegung und laden unweigerlich zum Mitwippen ein. "Stormy May Day" überrascht mit einem an Southern Rock angelehnten Slide-Gitarrenlick, bei dem man einfach mal ganz ungeniert und lässig bei geöffnetem Fenster und aufgedrehter Anlage über die Autostraßen brettern möchte. Mit dem bluesrockgetränkten "Black Ice" endet ein überzeugendes Album, das mit Recht als eines der besten der Bandgeschichte bezeichnet werden kann.
Die Produktion von Brendan O'Brien klingt druckvoll und klar und bewegt sich irgendwo zwischen "The Razor's Edge" und "Stiff Upper Lip". Die gestiegene Zahl der Gitarrenspuren, die unter anderem mit vielen Klangideen gespickt sind, hat man für eine wesentlich dichtere Atmosphäre zu nutzen gewußt. Der wiederentdeckte Einsatz von Shaker und Tamburine sorgen für klassisches und im wahrsten Sinne bewegendes Rock n' Roll Rhythmusgefühl.
Man kann der Band vieles vorwerfen, aber nicht, daß sie es nicht verstünde ihre Anhänger für eine Spieldauer von gut einer Stunde aus einem tristen Alltag zu entführen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 10, 2011 6:12 PM MEST


Soundtrack '96/'06
Soundtrack '96/'06

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magie ohne Zauberei..., 9. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Soundtrack '96/'06 (Audio CD)
Konzerte von Elisa haben sich in den vergangenen Jahren wieder ausschließlich auf ihr Heimatland Italien konzentriert, da der fehlende internationale Durchbruch keine Welt- oder Europatourneen gerechtfertigt hätte. Mit ihrem aktuellen Best-Of-Album "Caterpillar" ist man allerdings bemüht, diesen Zustand endgültig der Vergangenheit angehören zu lassen.

Wer sich vorab schon einmal von den Livequalitäten und dem Gefühl eines Elisa-Konzertes überzeugen lassen möchte, der hat mit "Soundtrack '96-'06 - Live" die Gelegenheit, Teil einer emotionalen musikalischen Reise zu werden, die ohne Pathos und aufgesetzte Theatralik daherkommt. Hier regiert in erster Linie die Musik, zelebriert von einer siebenköpfigen, spielerisch sowie gesanglich über jeden Zweifel erhabenen Band, dem "Oscar Williams Jr. & Perfected Praise" Gospelchor aus den USA und einer stimmlich perfekt aufgelegten Elisa, die so natürlich und unaufdringlich auf der Bühne agiert, dass dem Hörer und Beobachter trotz der obligatorisch eingesetzten Konzerteffekte viel Raum für seine eigenen Interpretationen dieser Eindrücke bleibt.

Die mit den Audiooptionen PCM Stereo und DTS 5.1 im Bildformat 16:9 versehene DVD beinhaltet das ausverkaufte Konzert im "Datchforum" in Assago, Mailand, welches im April dieses Jahres während der "Soundtrack-Tour" mitgeschnitten wurde. Neben weiteren kleinen choreographischen Einlagen des Gospelchores sorgen mehrere, zu einer riesigen Bildschirmwand zusammengefügte Videoleinwände für die visuelle und emotionale Untermalung. Die Setlist führt gemäß dem Albumtitel bei einer Spiellänge von gut zwei Stunden durch sämtliche Schaffensperioden der sensiblen Musikerin:

1. Stay
2. Swan
3. Heaven Out Of Hell
4. A Feast For Me
5. Teach Me Again
6. Eppure Sentire (Un Senso Di Te)
7. The Waves
8. Una Poesia Anche Per Te (Life goes on)
9. Yashal
10. A Prayer
11. Inside The Flower
12. Together
13. Qualcosa Che Non C'è
14. Gift
15. Rock Your Soul
16. Luce (Tramonti A Nord-Est)
17. Dancing
18. Almeno Tu Nell'Universo
19. Sleeping In Your Hand
20. Broken
21. Rainbow
22. Gli Ostacoli Del Cuore
23. Cure Me
24. Labyrinth

Das Bonusmaterial besteht aus einer rund halbstündigen Tourdokumentation ("Soundtrack Tour/Road Notes"), in der annähernd jeder der Musiker und anderweitig Beteiligten ein Wörtchen zu sagen hat. Hier kann man einen gelungenen Einblick in das Tourleben und einige Charaktere gewinnen, der Beherrschern der italienischen Sprache noch etwas mehr Freude bereiten dürfte.

Die CD beschränkt sich natürlich auf eine Auswahl des kompletten Programms und ist eine nette Zugabe, um dieses Live-Konzert auch abseits der DVD-Anlage genießen zu können:

1. Stay
2. Heaven Out Of Hell
3. A Feast For Me
4. Eppure Sentire (Un Senso Di Te)
5. The Waves
6. Una Poesia Anche Per Te (Life goes on)
7. Qualcosa Che Non C'è
8. Rock Your Soul
9. Luce (Tramonti A Nord-Est)
10. Almeno Tu Nell'Universo
11. Together
12. Rainbow
13. Gli Ostacoli Del Cuore
14. Cure Me
15. Labyrinth

Geliefert wird dieser Doppeldecker in einer kartonierten CD-Box, die mit einem aufklappbaren Textheft, welches auch als Poster verwendet werden kann, komplettiert wird. Das Original-Cover des Box kann man sich auf der Homepage von Elisa ansehen.

Mit "Soundtrack '96-'06 - Live" beweist die sympathische Italienerin erneut, dass sie die internationale Konkurrenz in keiner Weise zu scheuen braucht. Wer melodiebetonter Pop/Rock-Musik mit ausgesprochen viel Herz und Seele aufgeschlossen gegenüber steht, wird mit Elisa eine Künstlerin entdecken, die die eigene Gefühlswelt auf Dauer bereichern kann.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 28, 2013 8:24 PM CET


Caterpillar
Caterpillar

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aller guten Dinge sind Zwei..., 2. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Caterpillar (Audio CD)
"Caterpillar" ist der zweite Versuch, nach dem schlicht betitelten Album "Elisa" aus dem Jahr 2002, selbige Dame außerhalb der italienischen Grenzen der Welt bekannt zu machen. Obwohl sich bereits eine weltweit kleine aber stetig wachsende Fangemeinde via Internet- und Mundpropaganda um die zierliche Italienerin gruppiert, hat sich ihr Label dazu entschieden nach der nur in Italien erschienenen Best-Of Scheibe "Soundtrack '96-'06", ein speziell für den internationalen Markt produziertes Pendant auf die Beine zu stellen. Und dieses klingt keineswegs wie ein billiger und lieblos zusammengeworfener Abklatsch des "Originals". Das Album enthält zwar fast sämtliche Songs der "Soundtrack..."-Ausgabe, wurden sie jedoch fast alle neu abgemischt, arrangiert und instrumentiert. Neben aktuellen Songs, wie "Stay", "Gli Ostacoli Del Cuore", auf "Caterpillar" übrigens nicht als Duett mit dem italienischen Künstler Ligabue enthalten, "Qualcosa Che Non C'è" und der Überballade "Eppure Sentire (Un Senso Di Te)", die hier exklusiv als Remix auftaucht, wird älteren Diamanten, wie "Swan" oder "Electricity" neues Leben in Form von melodie- und gitarrenorientierter Versionen eingehaucht. Die Grenze zum Mainstream ist oft in greifbarer Nähe, hat man jedoch mit Corrado Rustici einen absoluten Topproduzenten- und Musiker wiederverpflichtet, der Elisas Musik zwar neue Interpretationsmöglichkeiten einräumt, aber nie die ursprünglichen Emotionen verleugnet und sie teilweise sogar um wenige Prozent steigern kann. Und Emotionen werden auch auf "Caterpillar" wieder ganz, ganz groß geschrieben! Obwohl diese Scheibe beabsichtigter Weise (aber ebenso erfreulich) homogener und eingängiger als sein Vorgänger "Elisa" klingt, bleibt die Musik stets anspruchsvoll und setzt sich damit erneut wohltuend von dem aktuellen Pop- und Rockeinerlei ab. Ausschlaggebend hierfür dürfte ebenso Elisas Hang zu melancholischeren Tönen, musikalischer wie textlicher Hinsicht, sein, die in keiner Weise gekünstelt oder aufgesetzt wirken, sondern direkt aus dem Herzen sprechen und dort auch beim gewillten Hörer wieder ihren Platz finden. Mit "Wild Horses" hat sich Elisa zum Abschluß des Albums an einem Rolling Stones Klassiker versucht, der durchaus aus ihrer Feder hätte stammen können, und mit seinem sehnsuchtsvollen Unterton einen ansprechenden Ausklang eines ungewöhnlichen Best-Of Silberlings bildet, der für Elisa Fans unverzichtbar sein sollte, und für jene, die ihre Musik kennenlernen möchten, vielleicht der ersten internationalen Ausgabe vorzuziehen ist.


Back To Titanic
Back To Titanic
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 10,42

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Erinnerung lebt, 31. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Back To Titanic (Audio CD)
Die Scores von James Horner gelten gemeinhin nicht gerade als musikalische Meisterwerke, vereinen sie jedoch so gut wie alle eines der charakteristischsten, und für mich wichtigsten Merkmale, die letztlich ebenso zum kommerziellen Gelingen eines Filmes beitragen und von wenigen Komponisten beherrscht werden: und das ist die (nachhaltige) emotionale Bindung. Stellvertretend hierfür steht immer noch der Soundtrack zu "Titanic" ganz weit oben auf der Liste. Dem angeprangerten Hollywood Bombast zum Trotz, handelt es sich nach wie vor um eines der besten Liebesdramen vor dem realen Hintergrund eines der bedeutendsten menschlichen Tragödien der Ära des industriellen Zeitalters. "Back To Titanic" war ein von Regisseur James Cameron angeregtes Fortsetzungsprojekt des über alle Maßen erfolgreichen und oscarprämierten ersten Originalsoundtracks. James Horner versammelte extra zu diesem Anlaß das London Symphony Orchestra und die Choiristers Of King's College aus Cambridge um sich, um seinen, teils mit neuen Motiven angereicherten, Kompositionen des ersten Teils noch mehr emotionale Dichte zu verleihen. Herausgekommen sind dabei zum einen die fast zwanzigminütige "Titanic-Suite", die eine musikalische Zusammenfassung und zum Teil Neuinterpretierung der wichtigsten Stationen des Films darstellt, sowie das das Album abschließende "Epilogue-The Deep And Timeless Sea", welche eine überwiegend getragene, fast meditative Ode an die Schönheit und Mystik der Ozeane ist. Eingebettet darin finden sich viele kleine musikalische Leckerbissen, die es aus "Platzgründen" auf die erste CD nicht geschafft haben: so zum Beispiel das an die Feierszenen der dritten Klasse erinnernde und ebenso betitelte "An Irish Party In Third Class", oder "Jack Dawson's Luck", gespielt von der Folkformation Gaelic Storm. I Salonisti interpretieren das schwungvolle "Alexander's Ragtime Band", welches als Begleitmusik der ersten Klasse im Film zu hören ist, sowie das tränenschwere "Nearer My God To Thee", das vereinzelte Passagiere in ihr ergebenes Schicksal an Bord begleitet. Das auf dem ersten Soundtrack nicht enthaltene, aber hier endlich untergebrachte Piano Solo "The Portrait", oder "A Building Panic", und komplette Neukompositionen, wie "Lament", ein melancholisches Folkstück, und das ausschließlich von Bläsern und Uilleann Pipes dominierte "A Shore Never Reached" mischen sich ebenso angenehm unter diese Zutaten, wie das eher traurig anmutende, von Máire Brennan gesungene "Come Josephine, In My Flying Machine", das Jack Rose in der berühmten, in Sonnenuntergang getränkten Bugszene sanft ins Ohr säuselt. Über die Wiederaufnahme der von Celine Dion intonierten Ballade "My Heart Will Go On" kann man geteilter Meinung sein, muß man jedoch anerkennen, daß ihre Version des Titels einen nicht unbescheidenen Beitrag zur Popularität dieses Filmes beitrug. Hier und da werden auf dieser CD noch einige Originaldialoge eingestreut, die allerdings nicht störend oder unangepaßt wirken. James Horner wird mit seinen Arbeiten weiterhin polarisieren. Der Erfolg scheint ihm allerdings recht zu geben. Viele Kritiker forderten damals einen John Williams, da sie Horner für eine dramaturgisch überzeugende Umsetzung nicht geeignet hielten. Für mich hat er sich nach all den Jahren mit diesem Beitrag zur Filmgeschichte sein eigenes Denkmal gesetzt.


Transcendental
Transcendental
Wird angeboten von music-on-the-web-germany
Preis: EUR 17,75

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine nächste Generation..., 5. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Transcendental (Audio CD)
Die heimische Musikpresse konnten To-Mera bedauerlicherweise noch nicht gänzlich für sich gewinnen. Zu seelenlos, kompliziert und chaotisch lautet das allgemeine Credo. Nach verspielter, innovativer, aber gleichzeitig doch ausdrucksstarker progressiver Musik scheint es der Fanschar allerdings zu dürsten. Und die haben die englischen Newcomer bereits in beachtlicher Größe um sich versammelt. "Transcendental" ist kein Album, das sich nebenbei erschließen lässt. Aber das erwartet man von progressiver Musik auch nicht. Hier werden in fast jedem der neun Tracks gewagte Kombinationen aus Metal, Jazz, Klassik und sogar vereinzelter Weltmusikbruchstücke zu hörgewaltigen Orkanstürmen umgesetzt. Wohlige Schauer laufen einem bei "Parfum" oder auch "Phantoms" über den Rücken. Die vermeintliche Wild-und Unbeherrschtheit wird immer wieder durch erhabene und elegische Melodien gezähmt. Hoffnung und Unschuld gehen einher mit Wut und Trauer ("Blood", einer der eingängigsten Titel des Albums, zu dem bereits ein Video gedreht wurde). "Transcendental" ist u.a. auch ein Statement der technischen Versiertheit geworden. Und wer seine Instrumente eindrucksvoll beherrscht, sollte dies auch zeigen dürfen. Das kann natürlich in Ausdruckslosigkeit enden, sorgt aber in diesem Fall für viele spannende und entdeckenswerte Momente, wie es sie meiner Meinung nach im Metalbereich noch nicht gegeben hat. Strahlender Stern an diesem sich stetig wechselnden Himmel ist Sängerin Julie Kiss, die in ihrer Rolle durchaus als ein Novum dieser Szene anzusehen ist, aber dem Gesamtsound der Platte eine angenehme Balance schenkt. Hier und da wirkt es zwar noch etwas verhalten, vielleicht sogar unglücklich, doch bietet "Transcendental" ihrer Stimme genügend Plattformen, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Für mich persönlich die Neuentdeckung in diesem späten Jahr! Vier Sterne gibt es deshalb nur, weil ich To-Mera musikalisch noch eine ganze Menge zutraue. Und auf die vollen fünf freue ich mich jetzt schon.


Beyond Daylight
Beyond Daylight
Wird angeboten von andoja
Preis: EUR 13,76

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weiterer Stern am Proghimmel..., 28. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Beyond Daylight (Audio CD)
Zugegeben: vor noch gar nicht allzu langer Zeit habe ich Vanden Plas gemieden, wie der Deibel das Weihwasser. Zu sehr klangen sie mir nach einem weiteren Plagiat der jenseits des großen Teiches ansässigen Progressive Metal Götter. Mittlerweile bekenne mich jedoch freiwillig und in tiefer Demut zu der musikalischen Erhabenheit der fünf Kaiserslauterner Burschen. Ihr jüngster Output "Beyond Daylight" war auch zugleich die Initialzündung, die noch eventuell vorhandene Zweifel im Nu beseitigte. Denn was die Pfälzer hier vorlegen, ist Musik der gehobenen Klasse; meisterhaft zelebriert und mit einer glasklaren, warmen und druckvollen Produktion veredelt. Dennoch haben die Songs genug Ecken und Kanten, um dem Genre "Progressive Metal" gerecht zu werden. Was den Reiz von Vanden Plas Songs auch erneut auf "Beyond Daylight" ausmacht, ist die gesunde Balance zwischen harten und melancholisch verträumten Passagen. Dabei sollte man als (Neu)-Hörer das Hauptaugenmerk zunächst auf die Refrains richten, um zu entdecken, wieviel musikalisches Potential in dieser Combo steckt. "Scarlet Flower Fields" ist einer dieser Songs, der, mit einem Jahrhundertrefrain ausgestattet, einem bereits nach dem ersten Hördurchlauf nicht mehr aus dem Kopf geht. In die gleiche Kerbe schlagen "Cold Wind" oder auch "Phoenix", die mit ihren angenehmen Stimmungswechseln für garantierte Gänsehaut sorgen. Mit der wunderschönen Ballade "Can You Hear Me" wagen sich Vanden Plas sogar einen Schritt näher Richtung Pop, ohne dabei jedoch den Boden unter den Füßen zu verlieren. Der finale Refrain gipfelt in einem sehnsuchtsvoll klingenden Zusammenspiel zwischen einem Chorensemble und Sänger Andy Kuntz. Im Titeltrack "Beyond Daylight" lässt die Band ihre große Affinität zum Musical durchscheinen. Skeptiker mögen sich beruhigt zurücklehnen, denn hier hat man lediglich versucht, die ohnehin dominierende Solokombination aus Piano, sphärischen Soundteppichen und Gesang songdienlich mit einer bühnenreifen, gesanglichen Charakterdarstellung zu verbinden. Dies ist der Band auch auf ihre ganz eigene Art gelungen. Trotz oder gerade wegen der Spiellänge von über zehn Minuten ist dabei ein abwechselungsreiches und mitreißendes Epos entstanden. Lediglich den Bonus Coversong "Point Of No Return" der Gruppe Kansas hätte man sich getrost sparen können, da er nicht so recht in das musikalische Konzept von "Beyond Daylight" passen möchte. Aber das soll Ansichtssache bleiben und schmälert in keiner Weise den starken Gesamteindruck des Albums. Textlich wandeln Vanden Plas, allen voran Hauptschreiber Andy Kuntz, auf lyrisch hohem Niveau, was den Genuss dieses Silberlings zusätzlich steigert. Auf "Beyond Daylight" setzt man sich spirituell und mystisch mit dem Thema Leben und Tod auseinander. Fans der Truppe, und solche, die es werden möchten, können sich bereits auf das neue Album "Christ 0" freuen, das Anfang 2006 die heimischen CD Player belagern wird. Ansonsten gilt es viel Spaß zu wünschen beim Entdecken dieser großartigen Musik. Es lohnt sich!!


Octavarium
Octavarium
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Pulver ist noch lange nicht verschossen..., 10. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Octavarium (Audio CD)
Allen vorschnellen Kritikern sei gesagt: bitte genauestens hinhören, bevor hier kräftig und zu Unrecht ausgeteilt wird! Auch ich musste mich nach der ersten großen Ernüchterung dazu aufraffen, dieses Werk nochmals in aller Ruhe auf mich wirken zu lassen. Aber so war es bisher bei allen Dream Theater Scheiben, und für mich ist das ein Garant ihrer Qualität. Spätestens seit "Images & Words" sollte jedem klar sein, dass diese Band weit mehr als nur eine Progressive Metal Combo ist. Dream Theater sind fünf Vollblutmusiker, die sich stilistisch keine Grenzen setzen, und die musikalisch immer noch neue Ziele erreichen wollen im Gegensatz zu vielen Bands, die sich seit Jahren nicht vom Fleck bewegen. Als Fan sollte man sich demzufolge offen geben, auch wenn man sicherlich nicht mit allem konform gehen muss.Und doch ist "Octavarium" ein großartiges Album geworden, welches, den Titeltrack ausgenommen, wie eine Kooperation aus "Falling Into Infinity" und "Train Of Thought" klingt. "The Root Of All Evil" ist eine rifflastige, klassische Midtempo Nummer, die sowohl textlich als auch musikalisch an "The Glass Prison" und "This Dying Soul" angelehnt ist, und damit den dritten Teil der "Saga" um Mike Portnoys Kampf gegen den Alkoholismus darstellt. Diese Nummer ist im engeren Sinne nicht sehr progressiv, aber sie besticht durch ihre effektvoll eingesetzten, knallharten Riffs und einem Gänsehautchorus, der diesen Song zu einem absolut mitreißenden Opener macht.Danach hört man Naturgeräusche, eine Kirchenglocke läutet in der Ferne: man wird sofort an Pink Floyds "High Hopes" erinnert. Ein dezentes, melancholisches Klavierintro ertönt und weiter geht die Reise mit der Ballade "The Answer Lies Within". Vergleichbar mit "Hollow Years" oder "Disappear" braucht es einige Zeit, bis dieser, natürlich für Dream Theater Verhältnisse eher simpel strukturierte Track, in den frickelverwöhnten Hirnwindungen festsitzt. Doch dann offenbart sich die Schönheit der Melodien, die durch den Einsatz eines Streicherensembles und James LaBries ausdrucksstarken Gesang unterstützt wird."These Walls" ist ein sehr melodischer, riffbetonter Song, der Dream Theaters Namen alle Ehre macht. Bratende Gitarren mit toller Keyboardmelodie wechseln mit leicht vernehmbaren, sphärischen Klangteppichen und Cleangitarre, die eine traurige, sehnsüchtige Atmosphere schaffen. Sehr emotional, nicht zuletzt aufgrund James LaBries Gesang und einem sehr schönen Petrucci - Solo.Zu einem weiteren Highlight von "Octavarium" zählt "I Walk Beside You". Auch hier zeigen sich die Songwriterqualitäten dieser Band, die damit wieder einmal beweist, dass sie in der Lage ist, kurze, prägnante Songs mit hohem Wiedererkennungswert zu komponieren. Dieser Song ist für mich eine Art Folgeversion von "Speak To Me", einem Song aus der "Falling Into Infinity" Schreiberphase, der bis dato nur live ,während der '98 "Unplugged" - Show in Rotterdam, zu hören war (und zu sehen auf der "Once In A Lifetime" DVD). Eine lebensbejahende, melodiebetonte Nummer, die im Vorfeld oft mit U2 verglichen wurde. Prima!Doch mit "Panic Attack" wird diese Stimmung gleich wieder zum Einsturz gebracht. Eine flinke Bassmelodie, die spielerisch an Myungs Vorbild Steve Harris erinnert, lässt Ungutes erahnen. Und sogleich rollt eine stampfende, nervenzerfetzende Riffkanonade durch die Lauschlappen des geneigten Hörers. Hier wird von Anfang bis Ende das Gaspedal selbstmörderisch durchgetreten. Ein Track, der unüberhörbar in der Nachwirkungsphase von "Train Of Thought" entstanden ist.Danach geht es ohne Atempause weiter. "Never Enough" ist ein wunderbar hart groovendes Teilchen, das uns Jordan Rudess' neues Continuum erstmals sehr deutlich hörbar vorstellt. Spacige Soli paaren sich mit messerscharfen Riffs und sehr songdienlich peitschenden Drums eines Herrn Portnoy. Hier verzichtet man auf überflüssig viele Tempowechselspielerein, um dem Song nicht seinen "drive" zu nehmen. Die Melodien sind allererste Sahne.Das folgende Intro zu "Sacrificed Sons" ähnelt dem von "The Great Debate". Stimmen - Wirrwarr, zusammengeschnitten aus dem amerikanischen Medienrepertoire, und sogar arabische Kommentare sind zu vernehmen. Dieser Song ist unüberhörbar Dream Theaters Kommentar zum nachhallenden 11. September 2001. Ein Epos, dramatisch und fesselnd umgesetzt. Der balladeske erste Teil glänzt mit einem bombastischen Refrain, dessen Wirkung mit Hilfe eines fünfzehnköpfigen Orchesters unterstützt wird. Teil zwei läutet den harten, verspielten Insrumentalpart ein, in dem sich Rudess und Petrucci ihre obligatorischen Solischlachten liefern. Teil drei führt musikalisch nochmals zurück zum Anfang, aber mit härterem Riffing ausgestattet und einem atemberaubenden Orchestersound. James LaBrie entwickelt sich zum Ende gar stimmlich in Richtung Bruce Dickinson. Klasse!Und schließlich "Octavarium", eine 24 minütige musikalische Abenteuerreise der Extraklasse!!! Hier verbinden Dream Theater 70s angehauchte Melodien mit all ihren eigenen Trademarks, die sie über die Jahre bekannt gemacht haben. Schon das Continuumintro jagt einem Gänsehaut pur über den Rücken. "Shine On You Crazy Diamond" lässt grüßen. Ein trauriges Flötensolo folgt (übrigens natürlich nicht aus der Konserve, wie fälschlicherweise behauptet), und die Geschichte beginnt. Textlich werden bekannte Songtitel von z. B. Genesis oder den Beatles rezitiert. Dream Theater zelebrieren ohne Hemmungen und ohne Einschränkungen progressive Musik. Die musikalische Konkurrenz wird spätestens hier erneut in ihre Schranken gewiesen. Und das gute Ende kommt erst noch. Nach der mehr als erhabenen Instrumental - Achterbahnfahrt erwartet den völlig geplätteten Zuhörer ein rock - symphonisches Finale, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Einen derart melancholischen Bombast ohne jeglichen Kitschfaktor hat man von den Mannen noch nicht zu hören bekommen. Das Orchester leistet fantastische Arbeit und drängt sich zu keiner Zeit in den Vordergrund. Wären Dream Theater so bekannt wie die Beatles, Genesis oder Pink Floyd etc., etc., wäre dies schon jetzt ein Meilenstein für die Ewigkeit. Weltklasse!Dream Theater haben sich mit "Octavarium" sicherlich nicht neu erfunden, aber sie haben ihren Sound hörbar verfeinert und musikalisch erneut ganze Arbeit geleistet. Daher kann die Konsequenz nach intensivem Hörgenuss nur fünf Sterne lauten. Jawoll!


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