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Rezensionen verfasst von
Ursula G.

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Das Leben annehmen. So hilft die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT)
Das Leben annehmen. So hilft die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT)
von Matthias Wengenroth
  Broschiert

98 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Engagiert, humorvoll, aufschlussreich - ein großer Gewinn, 19. August 2008
Auch wenn man schon das eine oder andere "Psycho-Buch" gelesen hat und in der "Ratschlag-Literatur" nach Lösungen für seine Probleme gesucht hat, ist "Das Leben annehmen" ein großer Gewinn. Ich hab es mit Vergnügen gelesen, der Sprachstil ist schwungvoll, humorvoll, es gibt viel zu lachen - nicht zuletzt über die comicartigen Zeichnungen.

Aber dieses Buch ist keine Unterhaltungslektüre, um ein bisschen Spaß zu haben. Es ist ein engagiert und gut verständlich geschriebenes Buch über eine neue Therapieform, in dem viele hilfreiche Dinge stehen, die man so noch nirgendwo gelesen hat. Der Autor zeigt überzeugend, dass wir immer dann in eine Sackgasse geraten, wenn wir versuchen, das Unkontrollierbare - vor allem die eigenen Gefühle und Gedanken - kontrollieren zu wollen. Ob diese Unfähigkeit zur Akzeptanz tatsächlich den Kern aller möglichen psychischen Störungen - von Depressionen, Panikattacken, Magersucht bis hin zum Alkoholismus - darstellt, ist sicher eine gewagte These, auf der anderen Seite weiß aber jeder aus eigener Erfahrung, wie befreiend und erleichternd es sein kann, einen nicht zu gewinnenden Kampf aufzugeben und zu sagen: "Dann ist es jetzt eben so." Seit ich das Buch gelesen habe, stelle ich mir jedenfalls viel häufiger die Frage, ob es sich lohnt, Energie in Dinge zu stecken, die sich sowieso nicht ändern lassen (einschließlich unangenehmer Gefühle), oder ob ich diese Energie nicht besser einsetzen kann. Das hat überhaupt nichts mit Resignation zu tun - und bringt einen großen Gewinn an innerer Gelassenheit.

Manchmal bin ich in dem Buch über sehr ungewöhnliche Elemente gestolpert: Kann es denn zum Beispiel gut und nützlich sein, sich von den eigenen Gedanken zu distanzieren, oder zu unterscheiden zwischen "sauberem und schmutzigem Leid"? Es hat eine Zeitlang gedauert, bis sich mir der Sinn dieser Übungen erschlossen hat.

Wenn man so wie ich das Buch mit Neugier und viel zu schnell gelesen hat, sollte man sich unbedingt noch einmal Zeit nehmen und sich einlassen auf die verschiedenen meditativen und kreativen Übungen, sollte die originellen Metaphern im Text noch einmal betrachten und vielleicht mit der besten Freundin (dem besten Freund) eine "Wie will ich mein Leben leben?"-Collage anfertigen. An Anregungen und Übungen zur Umsetzung der Grundgedanken der Akzeptanz- und Commitmenttherapie fehlt es jedenfalls nicht und in dieser Hinsicht ist insbesondere auch das letzte Kapitel noch einmal höchst aufschlussreich, in dem der Autor, der selbst Psychotherapeut ist, schildert, wie er Patienten, die unter Depressionen, Ängsten oder anderen psychischen Problemen litten, konkret helfen konnte.

Fazit: Gut lesbares, informatives und sehr lebensnahes Buch über einen besseren Umgang mit den Schattenseiten des Lebens und der eigenen Seele.


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