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Sven Harlfinger "sharlfinger" (bonn)
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Der blaurote Methusalem, Band 40 der Gesammelten Werke
Der blaurote Methusalem, Band 40 der Gesammelten Werke
von Karl May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn einer eine Reise tut - Brilliant und humorvoll erzählte Studentenreise durch China, 10. Oktober 2012
Der blaurote Methusalem, erstmals 1888/89 in der Zeitschrift Der Gute Kamerad als Fortsetzungsroman Kong-Kheou, das Ehrenwort veröffentlicht, ist ein Jugendroman von Karl May. Er trägt den Untertitel „Eine lustige Studentenfahrt nach China“ und wird im Werkverzeichnis von Karl May seit 1914 als Band 40 geführt. Die Buchausgabe mit dem neuen Methusalem-Titel erschien erstmals 1892 im „Union-Verlag“. Methusalem ist der Rufname von Fritz Degenfeld, einer der Hauptpersonen, der aufgrund seiner blauroten Nase diesen Zusatz erhalten hat. [Karl-May Wiki]

DIE GESCHICHTE

Der „ewige Verbindungsstudent“ Fritz Degenfeld unternimmt mit dem jungen Richard Stein eine äusserst abenteuerliche Reise nach und durch China, um dessen verschollenen Onkel zu suchen. So jedenfalls hat er es seinem chinesischen Freund daheim gelobt.

Begleitet werden sie von Degenfelds Faktotum und Wichsier Gottfried von Bouillon und einem Neufundländer, der Degenfelds Bierglas in der Schnauze trägt. Auf der Reise schließt sich ihnen auch der dicke Holländer Mijnherr Willem van Aardappelenbosch und der Kapitän Frick Turnerstick an, der behauptet, er könne perfekt chinesisch sprechen, indem er an alle Worte einfach die Endungen -eng, -ing, -ong, -ung anhängt und sich wundert, daß er nicht verstanden wird. Auf dieser Reise erleben die Freunde einige Abenteuer, unter anderem auch mit einem Bettlerkönig. Am Ende aber wird alles gut, und auch Degenfeld findet endlich seine Bestimmung, nach der er lange vergeblich gesucht hatte.

KOMMENTAR

Wenn man die Erzählung liest ist man zunächst überrascht. So kennt man Karl May gar nicht recht. Die Geschichte ist eigens für Jugendliche geschrieben und dementsprechend "lustig" geht es zu in diesem von May skuril und humorvoll inszenierten Abenteuer. May bietet hier ein grandioses Feuerwerk an Ideen und Figuren. 5 Sterne sind da eigentlich zu wenig.

Er versteht es in seiner kaum nachzuahmenden Weise dem Leser jene damals in Deutschland noch weitgehend unbekannte Welt in prächtigen Farben, spannend und detailiert zu erschliessen. Man stelle sich den Menschen des Jahres 1895 vor ! Was hätte es da exotischeres geben können als spannende Abenteuer in einem Land wie China ?

Das May grosszügig übertrieben oder fabuliert hat, mag man verzeihen.

Auch wenn man die Romane nach vielen Jahren erneut liest werden sie keinesfalls langweilig oder unzeitgemäss. Im Gegenteil, man entdeckt immer wieder neue Facetten im kleinen einzelner Bände wie auch im Zusammenhang des Mayschen Gesamtwerkes, die zeigen, das May an aktualität nichts eingebüsst hat.

Sympatisch ist vor allen Dingen, daß anders als in heutigen Romanen, die meisten Herausforderungen auch ohne die Anwendung von Brachialgewalt gelöst werden können. Menchlichkeit und Achtung vor den Mitmenschen sind immer oberstes Gebot. Zumindest in diesem Roman kommt auch der Humor zu vollem Recht.

WISSENSWERTES

Die Erzählung "Kong-Kheou, das Ehrenwort" wurde September 1887 direkt nach "Der Sohn des Bärenjägers" begonnen (und angekündigt), aber von May nach 100 Seiten zugunsten von "Der Geist des Llano estakado" unterbrochen.

Die jeder Folge vorangesetzten Zeichen sind die Klassenhäupter (Radikale) 55 (rechts) und 30 (links), die es als selbständige Zeichen in der chinesischen Schrift nicht gibt, denn sie können nur einen Teil von Schriftzeichen bilden. Die Übersetzung "Kong-Kheou" (Zeichen von rechts nach links) mit "das Ehrenwort" ist eine Erfindung Karl Mays.

In der Bearbeitung des KMV wurde aus "Heimdall Turnerstick" der sehr verwandte Kapitän "Frick Turnerstick". [Karl-May Wiki]


Der verlorene Sohn, Band 74 der Gesammelten Werke
Der verlorene Sohn, Band 74 der Gesammelten Werke
von Karl May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Wiedersehen mit Franz Arndt, dem Bezwinger des Buschgespenstes, 10. Oktober 2012
Der verlorene Sohn ist nur Teil eines weit grösseren Werkes, welches als Kolportageroman zunächst bei dem Verlag Münchmeyer erschien. Der Handlungsstrang von dem verlorenen Sohn wurde in den vorliegenden Band ausgesondert.

DIE GESCHICHTE

Ein dem Spiel ergebener Leutnant, auf dessen Gewissen eine alte Schuld lastet, verstrickt sich immer mehr in ein Netz von Verbrechen. Detektiv Franz Arndt, der schon in das Buschgespenst als Helfer in der Not auftrat nimmt sich der Sache an und bemüht sich erfolgreich um die Rehabilitierung Unschuldiger.

KOMMENTAR

Die Geschichte ist wie eine klassische Kriminalgeschichte mit gesellschaftlich tragischen Hintergründen ausgestaltet. Der Erzählstil hat noch wenig mit dem der späteren Reiseerzählungen gemeinsam, wenn auch bestimmte Elemente hier bereits deutlich werden. May beschreibt hier nicht zuletzt die Mißstände der Gesellschaft jener Zeit.

Dabei erweisst er sich einmal mehr als guter Beobachter und Erzähler. Grundsätzliche Kritik an dem Konzept der Gesellschaft übt May hier aber eher nicht. Erscheint es doch so als seien die Verhältnisse nicht den grundsätzlichen Problemen der damaligen gesellschaftlichen Strukturen geschuldet, sonderen der Boshaftigkeit und dem Mißbrauch von Macht einiger weniger. Diese werden dann "folgerichtig" durch hervoragend gute Akteure wie Arndt wieder "korrigiert".

Da der Roman aus einem sehr viel grösseren Gesamtwerk von mehr als 2000 Seiten ausgegliedert wurde, fehlen leider einige durchaus wichtige und interessante Zusammenhänge,welche dann erst in weiteren Einzelbänden, die mit dem vorliegenden aber nicht unmittelbar verknüpft sind deutlich werden. Dies ist durchaus ein echtes Manko, das auch durch eine sorgfältige Redaktion nicht vermieden werden konnte.

Insofern sollte man auch die übrigen originär zu dem Lieferungswerk Der verlorne Sohn oder Der Fürst des Elends (Details siehe in WISSENSWERTES) gehörenden und in Einzelbände ausgelagerten Erzählungen wie Der Eremit, Der Fremde aus Indien usw. lesen.

WISSENSWERTES

Mays dritter Kolportageroman erschien zuerst auf 2.411 Seiten in 101 Lieferungen als Der verlorne Sohn oder Der Fürst des Elends. Roman aus der Criminal-Geschichte.

Seine Veröffentlichung begann mit der Schlusslieferung des Waldröschens im August 1884 und lief bis Juli 1886. Die Geschichte spielt vor allem in Dresden und enthält neben Lokalkolorit auch Skizzen sozialer Verhältnisse seiner Zeit.

In dem ursprünglichen Gesamtwerk wird Förstersohn Gustav Brandt des Doppelmordes an seinem Gönner, dem Baron von Helfenstein, und dem Verlobten von dessen Tochter Alma angeklagt. Mit Hilfe zweier Schmiede, die den wahren Mörder, Helfensteins Neffen Franz, beobachtet haben, kann er fliehen. In Madagaskar wird er durch Diamentenfunde reich und kehrt 20 Jahre später als „Fürst von Befour“ in seine Heimat zurück. Dort nimmt er den Kampf gegen Franz von Helfenstein auf. Dieser fungiert im Verborgenen als ominöser „Hauptmann“, der arme Menschen systematisch ruiniert und dann in seine Dienste zwingt. Als dessen Widersacher stilisiert sich Gustav Brandt zum ebenso geheimnisvollen „Fürst des Elends“, der die Opfer dieser Machenschaften rettet und ihre soziale Not lindert. Außerdem findet er Alma von Helfensteins Bruder Robert, der angeblich bei einem Brand umgekommen ist. Am Ende besiegt er seinen Erzfeind Franz von Helfenstein, heiratet Alma und wird vom König zum Baron Brandt von Brandtenstein geschlagen.

Ein Teil der Geschichte spielt bei den Webern des Erzgebirges. Bei der Beschreibung des Elends griff Karl May hier auf die Erlebnisse und Erfahrungen seiner Kindheit zurück, z. B. den Hungertod seiner Großmutter oder die verheerende Blatternepidemie in seiner Familie. Die Zustände, die der beschreibt, gleichen in vielem durchaus denen in Gerhart Hauptmanns einige Jahre später geschriebenem Werk Die Weber. May wirbt sogar um Verständnis für das aus der Not geborene Schmuggeln. Schuld an der Misere sind bei ihm aber immer nur einzelne Bösewichte. [Karl-May Wiki]


Der Mir von Dschinnistan, Band 32 der Gesammelten Werke
Der Mir von Dschinnistan, Band 32 der Gesammelten Werke
von Karl May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karl May auf dem Höhepunkt seines Schaffens, 9. Oktober 2012
Ardistan und Dschinnistan ist eine zweiteilige Romanreihe (Ardistan und Der Mir von Dschinnistan). Dieses Alterswerk Karl Mays erschien erstmals unter dem Titel Der 'Mir von Dschinnistan in zwei Jahrgängen des "Deutschen Hausschatzes" in den Jahren 1908 und 1909.

Der Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld brachte 1909 die Buchfassung unter dem Titel Ardistan und Dschinnistan heraus. Dafür wurde der Hausschatz-Text von Karl May selbst an über 100 Stellen bearbeitet. Diese Version übernahm auch der Karl-May-Verlag bis 1928, erst im Jahre 1955 wurde eine neuerlich überarbeitete Fassung herausgegeben (Band 31 der Gesammelten Werke). [Karl-May Wiki]

DIE GESCHICHTE

Die Reise führt uns in die fiktiven Lande Ardistan und später dann auch nach Dschinistan.

Die Entwicklung der Geschichte versinnblidlicht die Entwicklung des Menschen von seinem durch niedere Instinkte und Ideen geprägten „irdische Leben" (Ardistan) zu einem „erhabeneren“ durch den erkennenden, bewussten Geist erfüllten Leben. Dem „geistigen“ oder Edelmenschen (Dschinnistan). Entsprechend Mays eigener Auffassung ist der Edelmensch ein zugleich monotheistisch-religiös und humanistisch handelnder Intellektueller für den Menchlichkeit und Achtung vor den Mitmenschen immer oberstes Gebot sind.

Bei ihrem Aufenthalt in Sitara, wo sie Gäste von Marah Durimeh sind, werden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar auf eine Mission nach Ardistan geschickt um den Frieden zwischen Ardistan und Dschinistan zu erhalten.

Sie gelangen auf Ihrem Weg an die Küste des Landes der Ussul wo sie die Auseinandersetzungen zwischen den Ussul und den Tschoban wie auch den Dschunub lösen müssen, ehe sie durch neue Gefährten verstärkt den Mir von Ardistan aufsuchen. Dieser ist von intrigierenden Höflingen umgeben und versucht einen Krieg mit Dschinistan zu beginnen.

Seine innere wie äussere Wandlung ist Inhalt des zweiten Bandes. Er erkennt, das der Mir von Dschinnistan, den er für seinen ärgsten Feind gehalten hatte doch sein bester Freund ist.

Hier führt die innere Abkehr des Mirs von Ardistan von seinen niederen Beweggründen und der Hinwendung zu den idealen Dschinistans dazu, das er die Verantwortung für die Missetaten seine Ahnen übernimmt und damit jene Vergebung erhält, auf die seine Vorfahren vergeblich gehofft hatten. Damit ermöglicht er den Frieden von Dschinnistan.

KOMMENTAR

Die Abenteuer in Sitara sind spannend und aufwendig inszeniert und verbinden die klassischeren Abenteuerelemente auf gelungene teilwese recht humorvolle Weise mit den Eigenschaften des Spätwerkes.

May versteht es auch hier in seiner kaum nachzuahmenden Weise die fiktive Welt Sitara in prächtigen Farben, spannend und detailiert zu erschliessen. Damit löst er sich von seinen vorigen Werken in denen er die reale Welt als Bühne genutzt, doch dabei grosszügig übertrieben oder fabuliert hatte, was ihm im Nachhinein viele übelnahmen.


Ardistan, Band 31 der Gesammelten Werke (Gesammelte Werke, Band 31)
Ardistan, Band 31 der Gesammelten Werke (Gesammelte Werke, Band 31)
von Karl May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karl May auf dem Höhepunkt seines Schaffens, 9. Oktober 2012
Ardistan und Dschinnistan ist eine zweiteilige Romanreihe (Ardistan und Der Mir von Dschinnistan). Dieses Alterswerk Karl Mays erschien erstmals unter dem Titel Der 'Mir von Dschinnistan in zwei Jahrgängen des "Deutschen Hausschatzes" in den Jahren 1908 und 1909.

Der Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld brachte 1909 die Buchfassung unter dem Titel Ardistan und Dschinnistan heraus. Dafür wurde der Hausschatz-Text von Karl May selbst an über 100 Stellen bearbeitet. Diese Version übernahm auch der Karl-May-Verlag bis 1928, erst im Jahre 1955 wurde eine neuerlich überarbeitete Fassung herausgegeben (Band 31 der Gesammelten Werke). [Karl-May Wiki]

DIE GESCHICHTE

Die Reise führt uns in die fiktiven Lande Ardistan und später dann auch nach Dschinistan.

Die Entwicklung der Geschichte versinnblidlicht die Entwicklung des Menschen von seinem durch niedere Instinkte und Ideen geprägten „irdische Leben" (Ardistan) zu einem „erhabeneren“ durch den erkennenden, bewussten Geist erfüllten Leben. Dem „geistigen“ oder Edelmenschen (Dschinnistan). Entsprechend Mays eigener Auffassung ist der Edelmensch ein zugleich monotheistisch-religiös und humanistisch handelnder Intellektueller für den Menchlichkeit und Achtung vor den Mitmenschen immer oberstes Gebot sind.

Bei ihrem Aufenthalt in Sitara, wo sie Gäste von Marah Durimeh sind, werden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar auf eine Mission nach Ardistan geschickt um den Frieden zwischen Ardistan und Dschinistan zu erhalten.

Sie gelangen auf Ihrem Weg an die Küste des Landes der Ussul wo sie die Auseinandersetzungen zwischen den Ussul und den Tschoban wie auch den Dschunub lösen müssen, ehe sie durch neue Gefährten verstärkt den Mir von Ardistan aufsuchen. Dieser ist von intrigierenden Höflingen umgeben und versucht einen Krieg mit Dschinistan zu beginnen.

Seine innere wie äussere Wandlung ist Inhalt des zweiten Bandes.

KOMMENTAR

Die Abenteuer in Sitara sind spannend und aufwendig inszeniert und verbinden die klassischeren Abenteuerelemente auf gelungene teilwese recht humorvolle Weise mit den Eigenschaften des Spätwerkes.

May versteht es auch hier in seiner kaum nachzuahmenden Weise die fiktive Welt Sitara in prächtigen Farben, spannend und detailiert zu erschliessen. Damit löst er sich von seinen vorigen Werken in denen er die reale Welt als Bühne genutzt, doch dabei grosszügig übertrieben oder fabuliert hatte.


Agatha Christie Miss Marple Collection (6 DVDs)
Agatha Christie Miss Marple Collection (6 DVDs)
DVD ~ Michael Culver
Wird angeboten von rockmusikfreak
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Miss Marple * 12 - Alle Folgen der Fernsehserie mit Joan Hickson in einer Box, 8. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Alles in allem ist diese Box eine gute Gelegenheit sich alle Episoden für einen güstigen Preis zu sichern. Wer solide Englische Krimiunterhaltung aus alten Fernsehtagen mag, sollte hier zugreifen, auch wenn es an der Bildqualität ein paar Kritikpunkte gibt.

Man erhält hier eine insgesamt ordentlich gemachte, Komplettausgabe der 12 mit Joan Hickson als Miss Marple produzierten Episoden. Anders als die zugegebenermassen besseren Verfilmungen mit Margareth Rutherford sind die Vorliegenden für eine Fernsehserie produziert worden.

Vielen mag die Figur die Hickson hier gibt altbacken und langweilig, ja regelrecht lahm vorkommen. Und tatsächlich ist ihre Rolle in einigen der Folgen wirklich sehr passiv. Es sind allerdings auch Folgen dabei, wo sie recht vehement und aktiv in das Geschehen eingreift und die sind dann auch richtig gut gelungen. Das liegt auch daran, das sie wesentlich näher am Original ist.

Die DVD Box ist gut und solide gemacht, es gibt ein kleines Booklet mit zusatzinformationen. Die Menüführung ist einfach und intuitiv, Extras sind nicht enthalten. Leider sind die Bild- und Tonqualität teilweise eher bescheiden, was vermutlich an der Fernsehauflösung liegt.

Enthalten sind die Folgen:

Die Tote in der Bibliothek

Die Schattenhand

Ein Mord wird angekündigt

Das Geheimnis der Goldmine

Mord im Pfarrhaus

Ruhe unsanft

Das Schicksal in Person

Bertrams Hotel

16 Uhr 50 ab Paddington

Karibische Affäre

Mord im Spiegel

Fata Morgana


Der Löwe der Blutrache
Der Löwe der Blutrache
von Karl May
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abenteuer um den Geheimbund der Schatten in Persien, 8. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Löwe der Blutrache (Gebundene Ausgabe)
Die hier genannten Erzählungen sind herausgelöste Episoden aus den ursprünglichen ersten beiden Bänden des Silberlöwen-Romans sowie Erzählungen, die nichts mit diesem

zu tun haben. Die Haupthandlung war mit jener des zweiten Bandes in "Bei den Trümmern von Babylon" zusammengefasst worden. Die Kapitel sind:

To-kei-chun
Auferstehung
Himmelslicht
Es Ssabbi, der Verfluchte
Der Löwe der Blutrache
Ein Rätsel

Seit 1999 enthält dieser Band wieder die ursprüngliche Handlung von "Im Reiche des Silbernen Löwen I" mit den Episoden "To-kei-chun" und "Der Löwe der Blutrache". Die restlichen Erzählungen fielen fort.

DIE GESCHICHTE

Die Reise führt uns diesmal von durch verschiedene Schauplätze in Amerika und dem Orient. Ereignisse werden geschildert, in die Old Shatterhand nach dem Tode Winnetous verwickelt wurde und den geheimnisvollen Perser Dschafar kennenlernt. Auch gibt es ein Wiedersehen Kara Ben Nemsis mit Hadschi Halef Omar. Die darauf folgenden Erlebnisse bilden die Einleitung für die ungemein spannende mehrteilige Geschichte um den Geheimbund der Sillan als Kara und Halef auf ihrer Reise die Abgesandten des Ämirs der Schatten treffen.

KOMMENTAR

Die Zusammensetzung der Geschichten welche als Einleitung für die Abenteuer in Persien geschrieben wurden mutet etwas holprig an. So wird zum Beispiel nie überzeugend geklärt warum Kara Ben Nemsi Dschafar so zwingend in Amerika kennenlernen musste. Das tut dem gesamtwerk aber keinen Schaden. Insgesamt sind die Geschichten spannend und aufwendig inszeniert. Selten schrieb May so detailiert und oppulent, wie für diesen Mehrteiler.

Es empfiehlt sich unbedingt alle Bände zu lesen, denn die Geschichten um den Bund der Schatten gehört zum spannendsten was May geschrieben hat.

Auch nach beinahe 25 Jahren habe ich diesen "zweiten Orientzyklus" gern ein weiteres Mal gelesen. Das interessante dabei ist, das man immer wieder neue Facetten im kleinen einzelner Romane, wie auch im Zusammenhang des Mayschen Gesamtwerkes finden kann, wenn man diese Werke heute nicht mehr mit den Augen eines Jungendlichen liest.

Sympatisch ist vor allen Dingen, daß anders als in heutigen Romanen, die meisten Herausforderungen auch ohne die Anwendung von Brachialgewalt gelöst werden können. Menchlichkeit und Achtung vor den Mitmenschen sind immer oberstes Gebot.

WISSENSWERTES

Als sich im Frühherbst 1898 abzeichnete, dass der als "Jubiläumsband" XXV der Gesammelten Reiseerzählungen konzipierte Roman Am Jenseits auf keinen Fall mehr rechtzeitig für das gewinnträchtige Weihnachtsgeschäft zur Verfügung stehen würde, sollte die soeben in den letzten beiden Jahrgängen des Deutschen Hausschatzes veröffentlichte Reiseerzählung Im Reiche des silbernen Löwen die Lücke füllen. Fehsenfelds Vorschlag, die beiden geplanten Bände in die fortlaufende Numerierung einzuordnen und damit als Band XXV/XXVI an "Weihnacht!" (Bd. XXIV) anzuschließen, wurde von May abgelehnt.

Am 19. November 1898 erschien im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld als Band 26 von Karl May's Gesammelten Reiseerzählungen der erste Band von Im Reiche des silbernen Löwen. Der zweite Band folgte Mitte Dezember 1898. Band III wurde erst am 9. August 1902 (nach der Orientreise) veröffentlicht. Am 1. Oktober 1903 erschien dann die Buch-Erstausgabe von Band IV. Der Silberlöwe-Zyklus war abgeschlossen.

Die einzelnen Textteile der ersten beiden Bände entstanden in den Jahren 1893 bis 1898 und stehen für unterschiedliche Entwicklungsstufen Mays Schreibweise. Das erste Drittel von Band I übernahm May aus seiner im Deutschen Hausschatz veröffentlichten Erzählung Im Reiche des silbernen Löwen. Die Überschrift der Ersten Abteilung lautete Die Rose von Schiras und beschrieb die Erlebnisse Old Shatterhands unmittelbar nach dem Tode Winnetous.

Bald nach dem Beginn des dritten Kapitels von Band I unterbrach May den Hausschatz-Text und fügte für die Buchausgabe eine Erzählung ein, die bereits 1895 entstanden und unter dem Titel Scheba et Thar im Regensburger Marienkalender 1898 erschienen war. Die Übersetzung des Titels gab dem Kapitel die Überschrift: Der "Löwe der Blutrache".

Mit dem vierten Kapitel übernahm May wieder den Hausschatz-Text aus dem 24. Jahrgang des Blattes (1897/98), der dort unter dem Titel Im Reiche des silbernen Löwen – Am Turm zu Babel erschienen war. Mit diesem umfangreichen Text konnte er nun den ersten Band abschließen und den zweiten bis zur Seite 452 füllen. Die Fehsenfeld-Bände umfassten aber mehr als 600 Seiten. Also arbeitete May die Erzählung Die "Umm ed Dschamahl", die er wiederum für den Regensburger Marienkalender geschrieben hatte, um und fügte das Ergebnis als sechstes Kapitel Ein Rätsel an. Damit erreicht der zweite Band des Silberlöwen die erforderliche Seitenzahl.

Das erste Kapitel des dritten Bandes (In Basra) war noch im Stil der abenteuerlichen Reiseerzählungen geschrieben. Es stammte auch noch aus der Zeit vor der Orientreise und war ursprünglich für den Deutschen Hausschatz bestimmt, die Zeitschrift, in der May den Hauptteil des bisherigen Silberlöwe-Textes vor der Buchausgabe veröffentlicht hatte. Mittlerweile war es aber zum Bruch mit der Zeitschrift gekommen, May forderte das noch nicht gedruckte Manuskript (Der Löwe von Farsistan sollte es ursprünglich heißen) zurück und erhielt es im Juli 1901.

Das Buch wird in Mays ursprünglicher Chonik unter Im Reiche des silbernen Löwen I geführt.

Nach dem Tod Karl Mays 1912 wurden die Silberlöwe-Bände im neu gegründeten Karl-May-Verlag (KMV) vorerst unverändert weiter ediert. Ab 1922 erschien dann eine gekürzte Fassung des ersten Bandes mit neuer Kapiteleinteilung, die anderen Bände blieben bis auf Rechtschreibungsanpassung von Bearbeitungen verschont. Ein umfassendes Bearbeitungskonzept lag allerdings schon in den 1920er Jahren vor, kam aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg zur Ausführung: Die beiden ersten Bände erhielten die Titel Der Löwe der Blutrache (in der österreichischen Lizenzausgabe "Im Banne der Rache" mit teilweise anderem Text) und Bei den Trümmern von Babylon. Im Babylon-Band
vereinigte der KMV die bisher auf beide Bände verteilte Haupthandlung, die von May eingestreuten Einzelerzählungen wurden im Blutrache-Band zusammengefasst. Band III und IV erhielten die Titel Im Reiche des silbernen Löwen und Das versteinerte Gebet sowie den Reihentitel Die Schatten des Ahriman. Diese Bearbeitung ist inzwischen weitgehend wieder auf das Originalkonzept zurückgeführt worden.

[Karl-May Wiki]


Am Stillen Ozean, Band 11 der Gesammelten Werke
Am Stillen Ozean, Band 11 der Gesammelten Werke
von Karl May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Abenteuer vor exotischer Kulisse, 8. Oktober 2012
Am Stillen Ocean ist Band 11 der gesammelten Reiseromane und erschien im April 1894. Es ist ein Sammelband, der fünf verschiedene Einzelerzählungen Karl Mays beinhaltet, die zum großen Teil bereits zuvor an anderer Stelle veröffentlicht wurden. Lediglich die letzte Erzählung, An der Tigerbrücke, wurde von May unmittelbar für diesen Band geschrieben. [Karl-May Wiki]

DIE GESCHICHTE

Der "Old Shatterhand" erlebt zahlreiche Abenteuer an ungewohnten Schauplätzen. Zu seinen Begleitern gehören der Kapitän Frick Turnerstick und der spleenige Engländer Sir John Raffley, der später noch von Bedeuting sein wird.

Die fünf Reiseerzählungen spielen in der Südsee und in China. Nach einer Episode in Sibirien führt der Reiseweg nach Ceylon und in den Indischen Ozean.

Der Ehri
Der Kiang-lu
Der Brodnik
Der Girl-Robber
An der Tigerbrücke

Die Erzählungen „Der Ehri“, „Der Kiang-lu“ und „Der Brodnik“ (1880) wurden unter Im Zeichen des Drachen zusammengefasst, die Erzählungen „Der Girl-Robber“ und „An der Tigerbrücke“ unter dem Titel Die Piraten des indischen Meeres.

KOMMENTAR

Auch in diesen vereinzelten Geschichten finden wir wieder einige altbekannte Motive. Überhaupt greift May ja gern seine zuvor gut ausgearbeiteten Konzepte in späteren Geschichten in abgewandelter Form immer gern wieder auf. Mancher würde das vielleicht als unstatthaft und langweilig empfinden. Dennoch ! Er versteht es in seiner kaum nachzuahmenden Weise dem Leser jene damals in Deutschland noch weitgehend unbekannte Welt in prächtigen Farben, spannend und detailiert zu erschliessen. Man stelle sich den Menschen des Jahres 1895 vor ! Was hätte es da exotischeres geben können als spannende Abenteuer mit erfahrenen Weltenbumlern in der Südsee und in Asien ?

Das May grosszügig übertrieben oder fabuliert hat, mag man verzeihen.

Auch wenn man die Romane nach vielen Jahren erneut liest werden sie keinesfalls langweilig oder unzeitgemäss. Im Gegenteil, man entdeckt immer wieder neue Facetten im kleinen einzelner Bände wie auch im Zusammenhang des Mayschen Gesamtwerkes, die zeigen, das May an aktualität nichts eingebüsst hat.

Sympatisch ist vor allen Dingen, daß anders als in heutigen Romanen, die meisten Herausforderungen auch ohne die Anwendung von Brachialgewalt gelöst werden können. Menchlichkeit und Achtung vor den Mitmenschen sind immer oberstes Gebot.


Winnetou I, Band 7 der Gesammelten Werke Karl Mays
Winnetou I, Band 7 der Gesammelten Werke Karl Mays
von Karl May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Beginn einer denkwürdigen Freundschaft, 5. Oktober 2012
Winnetou der Rote Gentleman. 1. Band. erschien 1893 (ab 1904 mit dem kürzeren Titel Winnetou. 1. Band) und wurde (im Gegensatz zu den bisherigen Bänden dieser Reihe) eigens für die Buchausgabe bei Fehsenfeld geschrieben. Er war der siebte Band der gesammelten Reiseromane.

1908 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Claus Bergen unter dem Titel Winnetou I. Diese Titelkurzfassung, die zudem auch regelmäßig auf den Buchrücken Verwendung fand, hat sich umgangssprachlich durchgesetzt. [Karl-May-Wiki]

GESCHICHTE

In dem für die Buchausgabe – bis auf die Schilderung eines Greenhorns aus der Erzählung Der Scout – neu geschriebenen Roman erzählt der Ich-Erzähler Karl (Old Shatterhand), wie er als Surveyor in den Wilden Westen kommt und Winnetou kennenlernt. Nach anfänglicher Feindschaft und zahlreichen Abenteuern werden sie Blutsbrüder und Freunde.

Er gibt sein Wissen in den Künsten der Indianer an Old Shatterhand weiter wohingegen er von diesem Einblick in dessen christliche Ideale erhält. Old Shatterhand tritt damit zumindest geistig das Erbe des Lehrer der Apatschen, Klikieh Petra an. Nachdem Winnetous Schwester Nscho-tschi und sein Vater Intschu tschuna ermordet worden sind, trennen sich zunächst die Wege der beiden Freunde. Weitere Abenteuer finden sich in W2 und W3 aber auch in weiteren Erzähungen wie "Unter Geiern".

KOMMENTAR

Wie ausser dem Orientzyklus steht vermutlich kaum ein anderes Werk so für Mays gesamtes Schaffen, wie die Figur des Winnetou. Ob dies gerechtfertigt ist mag jeder selbst entscheiden. Meiner Ansicht nach ist die Winnnetou Erzählung insgesamt zwar gelungen, dennoch hat May bessere Erzählungen geschrieben, sowohl mit als auch ohne Beteiligung Winnetous. So zum Beispiel den Orientzyklus oder den Schatz im Silbersee.

Das mag daran liegen, das zumindest die Bände 1 und 2 Versatzstücke älterer Erzählungen sind, die Teils nicht recht zusammengefunden haben. Auch liegen die Ereignisse in den jeweiligen Geschichten teils viele Jahre auseinander. Da fällt es dem Leser, wie auch dem Autor schwer anzuknüpfen.

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an und versucht diese zu einem Ende zu bringen.

Dennoch wird auch hier bereits sehr deutlich, das es sich hier nicht um den typischen Wildwestroman und bei Winnetou und Old Shatterhand nicht um klassische Protagonisten handelt.

WISSENSWERTES

Während Band 1 für die Buchausgabe der Mayschen Werke neu geschrieben wurde, setzen sich die Bände 2 und 3 aus (umgearbeiteten) älteren Erzählungen zusammen, was teils leider recht deutlich bei der Lektüre des Buches hervortritt.

Zusammengehalten wird die Trilogie hauptsächlich durch die Figur des Santer.

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist stark von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an.


Winnetou II, Band 8 der Gesammelten Werke
Winnetou II, Band 8 der Gesammelten Werke
von Karl May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neue Abenteuer mit Winnetou und Old Shatterhand, 5. Oktober 2012
Winnetou der Rote Gentleman. 2. Band. erschien 1893 (ab 1905 mit dem kürzeren Titel Winnetou. 2. Band) bei Fehsenfeld und wurde (im Gegensatz zum ersten Band und abgesehen vom Schlusskapitel) aus bereits früher veröffentlichten Erzählungen zusammengestellt. Er war der achte Band der gesammelten Reiseromane.

1909 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Claus Bergen unter dem Titel Winnetou II. Diese Titelkurzfassung, die zudem auch regelmäßig auf den Buchrücken Verwendung fand, hat sich umgangssprachlich durchgesetzt.

Die Erzählung Der Scout bildet in bearbeiteter Form mit den Kapiteln 1 bis 4 den ersten Teil des Bandes, die Kapitel 5 und 6 (der zweite Teil) basieren auf der 1879 in Buchform erschienenen Erzählung Im fernen Westen, die wiederum eine Neufassung von Old Firehand darstellt. Das siebente Kapitel schrieb May für die Buchausgabe neu, wobei er versuchte, mit dem erneuten Erscheinen des Mörders Santer einen unmittelbaren Handlungszusammenhang mit dem ersten Band herzustellen. [Karl-May Wiki]

GESCHICHTE

Vornehmlich geht es hier um die Abenteuer der beiden Hauptprotagonisten Shatterhand und Winnetou mit den berühmten Westmännern Old Death und Old Firehand. Die übrigen Geschichten sind eher kleinere Episoden und liegen oft viele Jahre auseinander.

KOMMENTAR

Wie ausser dem Orientzyklus steht vermutlich kaum ein anderes Werk so für Mays gesamtes Schaffen, wie die Figur des Winnetou. Ob dies gerechtfertigt ist mag jeder selbst entscheiden. Im Vergleich zu Band 1 sind sowohl Shatterhand als auch Winneout in ihrer Freundschaft deutlich gereift.

Und doch ! Der Eindruck ist ein zwiespältiger.

Einerseits wird hier stärker als zuvor die moralisch überlegene Haltung der beiden Gefährten insbesondere gegen ihre Gegner deutlich, denen sie im Sinne des christlichen Verständnisses Mays stets Pardon gewähren. Damit wird bis zu einem gewissen Grade auch die bereits voranschreitende Hinwendung Winnetous zum innerlichen Christen deutlich, die er dann in Band 3 selbst ausdrückt.

Andererseits erleben wir in einer der Erzählungen (Erinnerungen an Rhibanna und Paranoh) erstaunlicher- und ausnahmsweise auch einen anderen, den rachedurstigen und widersprüchlichen Winnetou. Dadurch entsteht ein starker Kontrast zu dem durch Klikieh Petra und Old Shatterhand geprägten Blutsbruder, der Old Shatterhand in bares Erstaunen versetzt. Überhaupt sind die Ereignisse selbst im Vergleich zu späteren Erzählungen doch stark gewaltgeprägt.

Wenn auch die Erzählungen an sich, allen voran die beiden Hauptgeschichten sehr gut geschrieben und interessant sind, so erfährt man hier einiges über die Vergangenheit Winneotus und Old Firehands, so merkt man dem Buch doch an, daß es May hier nicht so recht gelungen ist, die zahlreichen einzelnen Episoden zu einem Ganzen zu verschweissen.

Die Romane "unter Geiern" oder "Der Ölprinz" sind für Liebhaber der beiden Protagonisten sicher insgesamt interessanter zu lesen als Winnetou 2. Das mag auch daran liegen, das zumindest die Bände 1 und 2 eben vor allem Versatzstücke älterer Erzählungen sind, die Teils nicht recht zusammengefunden haben.

WISSENSWERTES

Zusammengehalten wird die Trilogie hauptsächlich durch die Figur des Santer.

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist stark von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an.


Winnetou III, Band 9 der Gesammelten Werke
Winnetou III, Band 9 der Gesammelten Werke
von Karl May
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

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4.0 von 5 Sternen Winnetous letztes Abenteuer, 5. Oktober 2012
Winnetou der Rote Gentleman. 3. Band. erschien 1893 (ab 1904 mit dem kürzeren Titel Winnetou. 3. Band) bei Fehsenfeld und wurde (wie schon der zweite Band) aus bereits früher veröffentlichten Erzählungen zusammengestellt. Er war der neunte Band der gesammelten Reiseromane.

1909 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Claus Bergen unter dem Titel Winnetou III. Diese Titelkurzfassung, die zudem auch regelmäßig auf den Buchrücken Verwendung fand, hat sich umgangssprachlich durchgesetzt.

Der dritte Band ist – wie der zweite – in zwei unabhängige Erzählungen aufgeteilt. Die Kapitel 1 bis 4 gehen zurück auf Deadly dust, erschienen 1880 im Deutschen Hausschatz. Ave Maria, 1890 bzw. 1892 in der Fuldaer Zeitung sowie in der Katholischen Volkszeitung veröffentlicht und seinerseits eine Neufassung von Im "wilden Westen" Nordamerika's (erstmals 1882/83 in Feierstunden im häuslichen Kreise abgedruckt) bildet die Kapitel 5 bis 7. Das achte Kapitel schrieb May für die Buchausgabe neu und brachte damit die sich durch alle drei Bände ziehende Verfolgung Santers zum Abschluss.

GESCHICHTE

Die erste Teil des Bandes erzählt die Abenteuer Old Shatterhands mit dem berühmten Westmann Sans-Ear dabei kommen sie dem Mörder der Familie des Westmanns auf die Spur, Fred Morgan. Nach einer wilden Verfoldungsjagd durch den Llano estacado stellen sie Morgan schliesslich mit Hilfe von Winnetou in der Nähe der Goldfelder von San Francisco.

Recht ähnlich ist der zweite Teil aufgebaut. Er erzählt die Erlebnisse Old Shatterhands mit dem Detektiv Fred Walker der eine Bande Zugräubern verfolgt. Mit Hilfe von Old Shatterhand und Winnetou verhindern sie einen Überfall auf eine große Bahnstation. Im Verlaufe der weiteren Ereignisse wird Winnetou von einem Sioux erschossen. Die restliche Handlung wirkt fast ein wenig deplaziert. Auf dem Weg zu den Apachen, nimmt Shatterhand die Spur von Santer auf dem es gelingt das Testament Winnetous an sich zu bringen am Dunklen Wasser wo Winnetou einst das Gold aus den Nuget Tsil versteckt hatte stirbt er jedoch durch eine präparierte Falle.

KOMMENTAR

Wie ausser dem Orientzyklus steht vermutlich kaum ein anderes Werk so für Mays gesamtes Schaffen, wie die Figur des Winnetou. Ob dies gerechtfertigt ist mag jeder selbst entscheiden. Meiner Ansicht nach ist die Winnnetou Erzählung insgesamt zwar gelungen, dennoch hat May bessere Erzählungen geschrieben, sowohl mit als auch ohne Beteiligung Winnetous. So zum Beispiel den Orientzyklus oder den Schatz im Silbersee.

Es gelingt ihm trotz spannend geschriebener Einzelgeschichten auch in diesem dritten Band nicht, der Erzählung einen geschlossenen Charakter zu geben. Das mag wiederum daran liegen, das er Versatzstücke älterer Erzählungen genutzt hat. Eigentlich hätte man erwartet, das er für sein Lieblingskind etwas besseres ersonnen hätte.

Das denkwürdigste Ereigniss ist hier sicher der Tod Winnetous. Im Sterben vollzieht sich die von ihm selbst ausgesprochene Vollendung der Wandlung zum Christen. Etwas das er auf seine Weise und von Old Shatterhand inspiriert stets vorgelebt hatte ohne es auszusprechen.

Einmal mehr zeigt sich wie schwer es ist eine solche Szene, an die sich ungewöhnlich hohe Erwartungen knüpfen überzeugend darzustellen, denn auch der Tod winnetous, wirkt nicht wirlich überzeugend und ebenso abrupt wie kunstlos. Eigentlich hätte man dem grossen Apatschen einen würdevolleren Tod gewünscht.

Warum musste er eigentlich überhaupt sterben ?

WISSENSWERTES

Während Band 1 für die Buchausgabe der Mayschen Werke neu geschrieben wurde, setzen sich die Bände 2 und 3 aus (umgearbeiteten) älteren Erzählungen zusammen, was teils leider recht deutlich bei der Lektüre des Buches hervortritt. Zusammengehalten wird die Trilogie hauptsächlich durch die Figur des Santer.

Möglicherweise plante May ursprünglich einen anderen Schluss und verwendete den bereits geschriebenen Text dann für den Anfang von Im Reiche des silbernen Löwen (Dschafar-Episode).

1904 wurde (ab der 8. Auflage) das vorhandene Nachwort durch ein anderes ersetzt, das die Gesamterzählung in die Nähe des Spätwerkes rücken sollte.

Das vorherige Nachwort setzt sich mit Leserbriefen - und wohl auch anderen Attacken - auseinander: zu blutrünstig und zuviel Humanitätsduselei lässt May einander gegenüber stehen, seine Religiosität rechtfertigt er bravourös und chronologische Widersprüche zu früheren Veröffentlichungen schiebt er den Redakteuren in die Schuhe.

In der Bearbeitung des Karl-May-Verlages kommt es zu kleineren Abweichungen in der Handlung. Beispielsweise wurde in Band 2 der Überfall auf die Eisenbahnlinie durch einen Überfall auf das Fort Niobrara ersetzt. Auch wurden einige Personen umbenannt (z. B. Fred Walker in Stephen Moody).

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist stark von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an. [Karl-May Wiki]


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