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Thondras Kinder: Die Zeit der Sieben
Thondras Kinder: Die Zeit der Sieben
von Aileen P. Roberts
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schwach und ohne Tiefgang, 13. Oktober 2013
Das Buch ging, als es auf dem Markt erschien, komplett an mir vorbei und auch während meiner zahlreichen Streifzüge durch die örtlichen Buchhandlungen, weckte das einfache Cover nie wirklich mein Interesse. Irgendwann fand es dann als Mängelexemplar seinen Weg in mein Bücherregal. Dass ich von dem Buch nie sonderlich viel mitbekommen habe, liegt wohl daran, dass es auch nicht gerade zu einem der guten Vertreter im Fantasygenre gehört.

Schon nach dem Prolog war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich überhaupt weitermachen soll, denn die beschriebene Szene hat man in der Form schon tausende Male zuvor gelesen und mir war danach von Anfang an klar, welchen Verlauf die Geschichte nehmen würde. Dabei sollte ein Prolog doch eventuell eine offene Frage stellen und den Leser somit auf das Folgende aufmerksam und neugierig machen, und nicht das verraten, was man auf den nächsten 600 Seiten zu lesen bekommt.
Zwei Liebende, die auf dem Schlachtfeld sterben und sich dabei versprechen im späteren Leben aufeinander zu warten. Einfallsreichtum sieht anders aus und selbst wenn man sich für dieses altbekannte Format entscheidet, hätte man wesentlich mehr daraus machen können.
Weiter geht es mit der Geschichte zweier Kinder, Ariac und Rijana, die sich durch mehr oder weniger glückliche Umstände anfreunden, voneinander getrennt werden und zuvor noch ewige Freundschaft schwören. Das Mädchen wächst wohlbehütet auf einer Art Internat auf, das sich darauf spezialisiert „Die Sieben“, wiedergeborene Seelen damaliger Helden, unter gewöhnlichen Kindern zu finden und sie anschließend für den Kampf gegen das Böse auszubilden. Ariac verschlägt es natürlich ins feindliche Lager, wo er unter harten Bedingungen zu einem gefühlslosen Soldaten erzogen werden soll, es aber irgendwie als Einziger schafft, sich der bösen und manipulierenden Macht des dunklen Zauberers zu entziehen.
Dass die beiden sich irgendwann erneut gegenüber stehen und in einander verlieben, weiß man bereits, nachdem man den Prolog und die ersten 50 Seiten gelesen hat.

Abgesehen davon, dass die Autorin sich vollkommen an Stereotypen und altbekannten Elementen des phantastischen Genres aufhängt, springt sie ständig zwischen den Charakteren und Schauplätzen hin und her. Las man im ersten Absatz noch aus der Sicht von Rijana, hat man plötzlich den Gedankengang eines alten Zauberers schwarz auf weiß stehen, nur um danach lesen zu müssen, dass es dem älteren Kameraden gar nicht gefällt, wenn das Mädchen so viel Zeit mit gleichaltrigen Jungen verbringt. Die Sprünge kommen nicht etwa zu Beginn eines neuen Kapitels oder Absatzes, sondern passieren vollkommen willkürlich, was dem Leser absolut keine Chance gibt, sich intensiver auf einen Charakter einzulassen. Ihre Handlungen, Beweggründe und ihr daraus resultierendes Verhalten sind von Anfang an vorhersehbar und keine einzige Figur handelt überraschend oder macht eine nachvollziehbare, geschweige denn bemerkbare, Entwicklung durch.
Auch die Fantasywelt an sich bleibt das ganze Buch über eindimensional. Ja, es gibt verschiedene Reiche, Herrscher und es tauchen auch mal Elfen, Zwerge, Orks und was man sich sonst so vorstellen kann, auf, aber die Autorin geht absolut nicht weiter darauf ein oder baut eigene, neue Ideen ein. Alles passiert ganz plötzlich, bedient sich den gewohnten Elementen und stellt überhaupt nicht dar, wie die Völker zueinander stehen. Es wird immer nur leicht an der Oberfläche gekratzt, bevor die Geschichte weiterhetzt, dabei aber furchtbar langatmig wirkt, denn während wichtige Ereignisse nur in einem kleinen Nebensatz erwähnt werden, ziehen sich die tagelangen Reisemärsche über mehrere Kapitel und die Liebe der Autorin zu Pferden bleibt dabei keineswegs unbemerkt. Ständig werden die Tiere bewundert und bei jeder kleinen Gelegenheit satteln die Charaktere ihre Pferde und „preschen“ davon. Selbst wenn man selbst reitet, kann man darüber irgendwann nur noch genervt den Kopf schütteln und überspringt die Passagen gerne.
Hinzukommt, dass sich die Geschichte in einem viel zu großen Zeitrahmen bewegt. Man erfährt etwas von irgendwelchen Kriegen, die 3000 oder gar 5000 Jahre vorher geherrscht haben sollen und in der Zeit hat sich im Land absolut nichts verändert. Steppenvölker leben seit Jahrtausenden abgeschieden im Nirgendwo, Gut und Böse haben sich in der Zeit auch nicht weiterentwickelt und alle warten von Jahr zu Jahr nur darauf, dass „Die Sieben“ wieder auftauchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Langatmige, von Anfang an vorhersehbare Geschichte mit wenig Tiefgang, platten Charakteren und einer flachen Spannungskurve, die nur an der Oberfläche kratzt, es aber zu keiner Zeit schafft, dem Leser das Gefühl zu geben, dass er Teil der Geschichte ist oder sich zumindest in die Figuren hineinversetzen kann.


Der Weg in die Dunkelheit 1: Die Erwählte
Der Weg in die Dunkelheit 1: Die Erwählte
von Erica O'Rourke
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Empfehlenswerter und magischer Urban-Fantasy-Roman!, 27. August 2012
Die junge Maura, meistens Mo genannt, führt ein nicht allzu normales Leben: Der Vater sitzt im Gefängnis und der Onkel ist ein bekannter Mafiaboss. Alldem kann sie dank ihrer besten Freundin Verity entfliehen, doch als diese von seltsamen Kreaturen getötet wird, muss Mo entsetzt feststellen, dass selbst ihre engste Vertraute ihre gegenüber so einiges geheim hielt. Da sie Veritys Tod nicht einfach so hinnehmen möchte, beginnt die Schülerin selbst zu recherchieren und stößt dabei nicht nur auf eine Welt voller Magie, sondern auch auf den äußerst gut aussehenden Luc, der sie schnell in ihren Bann zieht. Zur gleichen Zeit ist Mos Onkel um ihre Sicherheit besorgt und engagiert Colin, der ihr ab sofort nicht mehr von der Seite weichen soll. In kürzester Zeit findet sich Maura als Spielball magischer Prophezeiungen wieder und muss sich zudem zwischen zwei Männern und zwei verschiedenen Welten entscheiden.

Anfangs war ich etwas skeptisch, ob ich mich mit diesem Buch anfreunden könnte, denn der Klappentext versprach eine aufdringliche Dreiecksromanze, auf die ich eigentlich so gar keine Lust hatte. Aber an dem schönen Cover konnte ich dann irgendwann nicht mehr vorbei und noch am selben Nachmittag habe ich angefangen zu lesen. Überraschenderweise konnte ich das Buch auch gar nicht mehr aus der Hand legen, denn die Geschichte zog mich total in ihren Bann und wollte einfach nicht mehr aufhören spannend zu sein!
Die Charaktere, allen voran die Protagonistin, sind schön ausgearbeitet und machen im Verlauf der Geschichte eine tolle Entwicklung durch! Mo ist zu Beginn noch ziemlich verschüchtert, möchte auf keinen Fall auffallen und tut meist das, was man von ihr verlangt. Dies ändert sich jedoch schnell und schon bald wartet sie mit einem frechen Mundwerk auf, was sie mir noch gleich viel sympathischer wirken ließ. Ihre beiden Begleiter sind, wie in den meisten Dreiecksbeziehungen, ziemlich gegensätzlich, aber dennoch gut ausgearbeitet, sodass man als Leser selbst entscheiden kann, wen von beiden man jetzt lieber mag. Ich persönlich hätte mir etwas mehr Onkel Billy gewünscht, denn diesen Charakter kann ich bis zum Ende des Buches nur schwer einschätzen. Mal ist er der nette, zuvorkommende Onkel, zu einem anderen Zeitpunkt wieder ganz der geschäftige Mafiosi, der seinen Machenschaften nachgeht und Mo für seine Pläne gewinnen möchte. Ich denke, dass man von seiner Seite aus in Band 2 noch das eine oder andere Eingreifen in die Geschichte erwarten darf!

O’ Roukes Schreibstil empfand ich als locker und angenehm, passte sehr gut zur Ich-Perspektive der Protagonistin und wirktee zu keiner Zeit gestellt oder zwanghaft lustig. Vor allem die bildhaften Schilderungen der Magie und das Finale waren der reinste Genuss und ich konnte das Buch in diesen Momenten einfach nicht zur Seite legen.

Bleibt nur zu hoffen, dass Band 2 ebenso begeistern kann, ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf und habe ihn mir gleich mal vorbestellt. Wer auf der Suche nach guter Urban-Fantasy und etwas Liebelei nicht abgeneigt ist, sollte sich den Auftakt dieser Trilogie auf jeden Fall mal genauer anschauen.


Die Seelenjägerin: Roman (Magister-Trilogie, Band 26774)
Die Seelenjägerin: Roman (Magister-Trilogie, Band 26774)
von Celia Friedman
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Düsterer Fantasyroman, 27. August 2012
In Celias Friedmans Roman „Die Seelenjägerin“ – der Auftakt einer Trilogie – hat der Gebrauch von Magie einen sehr hohen Preis: Mit jedem einzelnen Zauber wird der menschlichen Seele Kraft entzogen, sodass die wenigsten Hexen und Zauberer an Altersschwäche sterben, sondern ihre gesamte Lebensenergie für ihre magischen Fähigkeiten aufbrauchen. Die einzige Ausnahme bilden die Magister, die ihren Platz meist in unmittelbarer Nähe zu Königen, Fürsten und Adligen finden und ihre Magie mithilfe der Lebenskraft eines anderen, ihnen unbekannten Menschen bezahlen. Dieser verschworene Zirkel besteht nur aus Männern und erst die junge Kamala, in den Armenvierteln aufgewachsen und seit klein auf dort als Prostituierte tätig, beschließt ihrer scheinbar ausweglosen Situation zu entfliehen und einen zurückgezogenen Magister davon zu überzeugen, dass er sie ebenfalls zum Magister ausbildet.
Gleichzeitig spinnen die machthungrigen Magister ihre politischen Spielchen, verfolgen eigennützige Intrigen und hetzen sich gegeneinander auf. Vor allem als der Thronfolger des Großkönigs an einer rätselhaften Krankheit langsam zugrunde geht, reisst sich der Magister Kostas das Vertrauen des Königs und somit die Kontrolle über das Königreich unter den Nagel. Dabei beruft er sich entsetzliche Kreaturen, denen nicht einmal er selbst gewachsen ist ...

Meine Begeisterung hielt sich nach den ersten 100 Seiten stark in Grenzen, weshalb das Buch schnell unbeachtet in der Ecke lag und für die nächsten drei Wochen nicht mehr in die Hand genommen wurde. Da ich aber nur ungern Bücher abbreche, hab ich Der Seelenjägerin noch eine zweite Chance gegeben und inzwischen bin ich ziemlich froh, dass ich weitergelesen habe!
Anfangs fiel es mir schwer mich mit den Charakteren identifizieren oder anfreunden zu können, denn keine der Figuren gibt sonderlich viel über sich preis und man weiß nie so genau, auf welcher Seite die Personen stehen. Zudem schleppte sich die Geschichte zu Beginn ziemlich zäh dahin, erst ab knapp 120 Seiten hatte ich erstmals das Gefühl, dass es nun endlich losgeht und ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen. Zwar bleiben die Charaktere auch im weiteren Verlauf ziemlich undurchschaubar, aber genau das passt super zur düsteren Stimmung, die den Rahmen der Erzählung ausmacht. Da der Leser auch keine der Figuren besser kennen lernt und immer nur am Rande mit einzelnen Informationen gelockt wird, überrascht das Buch hin und wieder mit kleinen Wendungen und baut somit einen tollen Spannungsbogen, der bis zum finalen Höhepunkt stetig wächst und zu keiner Zeit abflaut.
Eine kleine Romanze konnte sich die Autorin natürlich nicht nehmen lassen, aber die tritt nur sehr kurz, aber dafür umso intensiver auf. Für mich war es aber ein sehr angenehmer Kontrast zur dunklen Atmosphäre und die Autorin hat sich auch hier nicht zu einer verkitschten Liebesromanze verleiten lassen und gleichzeitig fügt sich die schicksalhafte Konstellation von Kamala und ihrem Geliebten sehr gut in die Geschichte ein.

Die Folgebände werde ich auf jeden Fall lesen, denn ich habe Lust auf mehr düsteren High-Fantasy und hoffe, dass ich endlich mehr über einzelne Charaktere erfahre und die offenen Fragen ganz – oder zumindest ansatzweise – beantwortet werden!


Morgenrot: Roman
Morgenrot: Roman
von Tanja Heitmann
  Taschenbuch

1.0 von 5 Sternen Enttäuschung auf ganzer Linie, 2. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Morgenrot: Roman (Taschenbuch)
Lea, eine junge Studentin, legt ein Auslandssemester ein und trifft dabei auf den geheimnisvollen und attraktiven Adam, als sie von ihrem Professor zu einer Gesprächsrunde in seiner Villa eingeladen wird. Der schöne Mann offenbart ihr schnell, dass er von einem Dämon besessen ist, der sein Denken und Handeln negativ beeinflusst, teilweise sogar vollkommen beherrscht. Davon lässt sich Lea in ihrer Verliebtheit jedoch nicht abschrecken und erst als einige von Adams Artgenossen ihr vor Augen führen, wozu dieser Dämon tatsächlich in der Lage ist, ergreift sie die Flucht.
Nachdem sie wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist und in einem Verlag Karriere machen möchte, taucht Adam plötzlich wieder auf, verstrickt die liebesblinde Lea in seine dunklen Machenschaften und drängt sie dabei immer mehr aus ihrer menschlichen Umgebung. Als Adam feststellt, dass er einen Fehler begangen hat, ist es bereits zu spät, um den mächtigen Kreaturen zu entkommen, die sich Lea und ihm entgegen stellen.

Dass dieser Roman recht umstritten ist, war mir nichts Neues, doch ich wollte mir unbedingt selbst ein Bild davon machen und bin inzwischen ehrlich gesagt ziemlich froh, dass ich das Buch endlich wieder zurück ins Regal stellen darf, denn der Lesespaß hielt sich ziemlich in Grenzen.
Abgesehen davon, dass dem Leser keinerlei Informationen über Ort und Zeit des Geschehens gegeben werden, stößt man gleich zu Beginn auf den einen oder anderen Logikfehler: Lea studiert in Osteuropa (reine Spekulation, die Beschreibungen im Buch lassen dies jedoch vermuten), beherrscht die dortige Sprache jedoch nur sehr bruchstückhaft und ist dennoch in der Lage die Bücher in der Bibliothek ohne Probleme zu lesen. Nur selten käme wohl jemand auf die Idee, derart unvorbereitet im Ausland studieren zu wollen, aber vielleicht spricht das auch nur für Leas grenzenlose Naivität, die sie das ganze Buch über an den Tag legt. Ihr Verhalten ist teilweise absolut nicht nachvollziehbar, oftmals auch total fragwürdig. Auch sonst konnte ich mich mit der Protagonistin überhaupt nicht anfreunden und im Grunde war es mir ziemlich egal, was jetzt mit ihr passiert oder wie die Geschichte ausgeht.
Adam ist weder geheimnisvoll, noch anziehend oder mysteriös. Stattdessen verzweifelt man als Leser an seiner krankhaften Wortkargheit und wartet vergeblich darauf, dass auch nur ein einziger vernünftiger Dialog zwischen ihm und Lea zustande kommt. Somit gibt es auch absolut keine Chemie oder Verbindung zwischen den Protagonisten, was der Geschichte wenigstens etwas mehr Leben eingehaucht hätte.
Die übrigen Figuren treten nur selten und zu kurz in Erscheinung, als dass man irgendetwas über sie aussagen könnte. Gerade sie hätten die Geschichte um einiges interessanter gemacht, vor allem Pi schien etwas Potential zu haben, doch den lässt die Autorin einfach wortlos verschwinden und nie wieder auftauchen, schade.
Zwar wird im ganzen Buch kein einziges Mal das Wort 'Vampir' erwähnt, doch der Dämon ist einfach nur eine nette Umschreibung für das, was wir alle schon von der Twilight-Reihe kennen. Tatsächlich treten immer wieder Parallelen auf, die sehr deutlich machen, wovon sich die Autorin 'inspirieren' ließ.
Dies alles ließe sich ja noch verzeihen, wenn das Buch wenigstens mit etwas Spannung überzeugen könnte, aber auch hier wird man ziemlich enttäuscht. Selbst gegen Ende wartet man vergeblich auf den finalen Höhepunkt und wird stattdessen mit einem konfusen Ende abgespeist, das mich als Leser mit viel zu vielen offenen Fragen zurücklässt.
Hinzu kommt der gestellte Schreibstil der Autorin, der es, in dem Versuch besonders bildhaft und poetisch sein zu wollen, sehr anstrengend machte das Buch über einen längeren Zeitraum zu lesen. Ich musste immer wieder eine Pause einlegen, weil es mir einfach zu viel wurde und ich mich stellenweise gefragt habe, ob diese Umschreibung nun wirklich notwendig war.

Ob ich noch einmal etwas von der Autorin lesen werde, weiß ich jetzt noch nicht. Vorerst ist mir der Appetit auf mehr jedoch vergangen.


Alera - Geliebter Feind
Alera - Geliebter Feind
von Cayla Kluver
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett, aber nicht überwältigend, 2. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Alera - Geliebter Feind (Gebundene Ausgabe)
Die junge Alera wird seit ihrer Kindheit auf die Rolle als Kronprinzessin - und somit nachfolgende Königin des Reiches Hytanica - vorbereitet, doch mit zunehmendem Alter fragt sie sich, ob sie diesen Weg überhaupt beschreiten möchte. Denn ihr Vater hat ganz genaue Vorstellungen, was die Wahl eines Schwiegersohns und zukünftigen Königs betrifft, Alera ist vom arroganten Schönling und Mädchenschwarm Steldor jedoch überhaupt nicht begeistert.
Gerade als sie beginnt, ihre Zukunft zu akzeptieren, taucht der geheimnisvolle Narian aus dem verfeindeten Reich Cokyri auf und stellt ihre Welt, die sich bisher auf den Palast und die damit einhergehenden Verpflichtungen beschränkte, gehörig auf den Kopf. Als dann auch noch der Krieg zwischen den beiden Königreichen ausbricht, muss sich Alera entscheiden, auf wessen Seite sie steht und für wen ihr Herz schlägt.

Ich war auf der Suche nach leichter und kurzweiliger Unterhaltung und bin deshalb mit recht niedrigen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Wie sich schnell herausstellte, war dies ein ziemlich guter Ansatz, denn Cayla Kluvers 'Alera ' Geliebter Feind' riss mich als Leser nicht wirklich vom Hocker.
Irgendwie ging ich davon aus, dass dieses Buch etwas fantasylastiger wäre, musste aber schnell feststellen, dass außer den Namen nichts an einen Fantasyroman erinnerte. Die Geschichte und die beiden Königreiche lassen sich 1:1 in das Europa der frühen Neuzeit/ Renaissance verfrachten und niemand hätte es großartig bemerkt, denn der Schauplatz des Geschehens beschränkte sich zum größten Teil auf den Königspalast und einige Anwesen von Adligen, die dem Königshaus nahe standen. Mir war das zu wenig Abwechslung, aber ich denke, es verdeutlicht ganz gut, dass es der Protagonistin auch ziemlich langweilig vorkommen musste, weshalb Narians Rolle umso wichtiger wurde.
Leider konnte ich das gesamte Buch über keinerlei Gefallen an Alera finden. Stattdessen weckten die Nebencharaktere in mir mehr Sympathie, allen voran Tadark als nerviger Leibwächter und Steldor, der zwar unausgesprochen arrogant war, aber im Verlauf der Geschichte wenigstens unterschiedliche Charakterzüge zeigte.
Obwohl das Buch die eine oder andere Länge aufweist und sich der Spannungsbogen ebenfalls ziemlich flach hält, ließ sich das Buch dank des lockeren und flüssigen Schreibstils der Autorin sehr gut lesen. Die Geschichte selbst ist recht vorhersehbar und bietet keinen einzigen Moment, der den Leser überrascht oder eine vollkommen unerwartete Wendung verspricht.

Für einen verregneten Nachmittag war das Buch gut geeignet und ich bin durchaus bereit den zweiten Teil der Trilogie zu lesen. 'Alera ' Geliebter Feind' war für mich weder besonders gut, noch schlecht, sondern vielmehr guter Durchschnitt. Wer es lesen möchte, kann das natürlich gerne tun, aber es ist definitiv keines der Bücher, das man als (Romantic-) Fantasyleser und -liebhaber im Regal stehen haben muss.


Das Schwert der Wahrheit 5: Die Seele des Feuers
Das Schwert der Wahrheit 5: Die Seele des Feuers
von Terry Goodkind
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

2.0 von 5 Sternen Das Schwert der Langeweile, 24. Juli 2012
Kahlan und Richard ist ihr Glück als frisch verheiratetes Liebespaar natürlich nicht vergönnt und schon am Morgen nach der Hochzeit treten die ersten Probleme auf. Dabei wird schnell klar, dass Kahlan versehentlich die Chimären aus der Unterwelt gerufen hat, um ihren Geliebten vor dem Tode zu bewahren und diese Kreaturen nun den gesamten Midlands und ihren Bewohnern die Magie entziehen. Gleichzeitig rückt Kaiser Jagangs gewaltige Armee der Imperialen Ordnung unaufhörlich weiter und sitzt Richard Rahl gehörig im Nacken.
Während sich Zedd sofort auf den Weg nach Anderith macht, um sich der Chimärenproblematik zu stellen und es auch Lord Rahl und die Mutter Konfessor zufällig dorthin verschlägt, versucht Prälatin Ann die übrigen Schwestern des Lichts aus Kaiser Jagangs Klauen zu befreien.

Genau in diesem kleinen Königreich, das sich Anderith nennt, spielt die hauptsächliche Handlung. Dort unterteilt sich die Gesellschaft in zwei Volksgruppen: Den größten Teil der Bevölkerung nehmen die Hakenier ein und diese werden von einer kleineren Gruppe 'Anderier genannt- unterdrückt. Dies äußert sich zum Beispiel dadurch, dass die wichtigen Machtpositionen von Anderiern besetzt werden, wogegen es nur wenige Hakenier gibt, die gesellschaftlich angesehen sind. Grund dafür ist die damalige Eroberung des Landes durch die Hakenier und die anschließende Rückeroberung durch die Anderier, was dem Volk gebetsartig immer wieder vorgepredigt wird: Hakenier böse, Anderier gut.
Doch nicht nur der Schauplatz ist neu, denn Goodkind lässt endlich neue Charaktere ins Spiel und die sorgen erst einmal dafür, dass das Interesse des Lesers geweckt wird. Hier möchte ich anmerken, dass das auch der einzige Grund war, weshalb ich das Buch nicht nach hundert Seiten zur weggelegt habe, denn noch einmal über 1000 Seiten nerviges Richard-Kahlan-Geschmachte wäre mir wirklich zu viel gewesen. Wer aber genau das möchte, sollte diesen Band vielleicht überspringen, denn die beiden treten kaum in Aktion und das Buch konzentriert sich wirklich hauptsächlich auf die Geschehnisse in Anderith.
Meine anfängliche Freude legte sich aber ganz schnell wieder, denn auch hier tritt das altbekannte Goddkind-Phänomen auf: Der Mann schafft es 200 Buchseiten zu füllen, auf denen kaum etwas passiert! Endlose Dialoge über Politik, die keine Spannung aufkommen lassen, sondern ziemlich anstrengend und teilweise auch furchtbar einschläfernd sind, füllen hier ganze Kapitel.
Durch die ersten beiden Drittel des Buches habe ich mich gequält, denn das politische Gefasel war teilweise nicht zum aushalten, die ständigen Wiederholungen trugen auch nicht gerade dazu bei, dass das Lesen leicht von der Hand ging. Die Handlung schleppte sich von Kapitel zu Kapitel, ohne jemals an Fahrt aufzunehmen. Erst das letzte Drittel verspricht ein spannenderes Ende, auf das der Leser sich die ersten 600 - 700 Seiten hingearbeitet hat, aber genau darauf wartet man vergeblich. Das scheinbar unlösbare Chimärenproblem lässt sich in weniger als fünf Seiten aus der Welt schaffen, Goodkind lässt die interessantesten Charaktere nebenher auf unspektakuläre Weise sterben und nachdem man die letzten Sätze gelesen hat, fragt man sich, ob man denn überhaupt zum nächsten Band greifen möchte, denn das Ende ist ziemlich lahm, furchtbar kitschig und lässt absolut keine Vorfreude auf den nächsten Teil aufkommen.

Das Buch fing interessant an, floss spannungslos dahin, bäumte sich kurz zu einem lächerlichen Höhepunkt auf und endete im unausweichlichen Happy End, das eigentlich niemand bräuchte.


House of Night, Band 1: Gezeichnet
House of Night, Band 1: Gezeichnet
von P.C. Cast
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verschenkte Idee, gewollt und doch nicht gekonnt, 23. März 2012
Das Buch stand nie wirklich auf meiner Wunschliste, da der ganze Hype um Vampirromane mir schon immer suspekt war und ich mit der Vampirfigur an sich nur wenig anfangen kann. Trotzdem landete das Buch zufällig als preiswertes Mängelexemplar in mein Regal, schließlich wollte ich schon verstehen, weshalb die House of Night-Reihe vor ein paar Jahren so sehr gelobt und beworben wurde.

Grundsätzlich finde ich die Idee eines Vampirinternats, in dem Teenager nach Harry Potter-Manier leben, gar nicht einmal so schlecht und empfinde dies vor allem für Jugendliche sehr ansprechend und passend. Leider war es den beiden Autorinnen nicht möglich, dem Leser diese Idee überzeugend näher zu bringen und spannend zu gestalten.
Ich habe schon viele Jugendbücher gelesen, die vom Wortlaut her recht locker geschrieben waren und ein jüngeres Publikum deshalb genau ansprachen. Aber 'Gezeichnet' ist eine einzige Katastrophe und aufgrund des wirklich sehr freien Gebrauchs der deutschen Sprache wirkt dieses Buch einfach nur noch lächerlich und man sucht vergeblich nach irgendetwas, das noch an den sorgfältigen Gebrauch von sprachlichen Mitteln erinnert. Hinzu kommen Ausdrücke wie "Stiefpenner" und Teenager, die sich, bei dem Versuch möglichst rebellisch und aufgeklärt zu klingen, ständig die Worte "Penis", "Schlampe" und "Miststück" an den Kopf werfen. Ebenso nervig waren die ständigen Einschübe mithilfe von Klammern, das hätte man durch Spiegelstriche lösen oder einfach ganz weglassen können, denn in den meisten Fällen war es einfach unnötig. Es interessiert mich als Leser nicht, von welchem Highschoolteam der Pullover stammt, den Zoey gerade trägt und ich muss auch kein "Igitt!" in Klammern lesen, wenn das Mädchen gerade daran denkt wie es ist, Blut zu trinken.
Ja, die Ich-Perspektive kann unheimlich nützlich sein, um den Leser tiefer in eine Geschichte eintauchen zu lassen und das Ganze mithilfe von Gedanken lustig zu unterstreichen, aber hier wirkt es doch ziemlich erzwungen und meistens eher nervig und billig als lustig. Versucht, aber nicht gekonnt.

Die Charaktere blieben auch ziemlich farblos. Ja, da gibt es das unheimlich tolle blonde Mädchen, das Anführerin der tollen Clique ist; die Protagonistin, die sich selbst nicht hübsch findet, der aber alle Jungs nachlaufen; die nervige und naive beste Freundin; den schwulen besten Freund; die sich ständig zankenden Freundinnen; den unheimlich gottgleichen Jungen aus der Oberstufe und die Freundin, die etwas "freakig" ist. Und ja, alle Charaktere bedienen sich perfekt den allseits bekannten Klischees. Keine einzige Figur versucht sich auch nur irgendwie charakterlich weiterzuentwickeln oder überrascht den Leser mit neuen Facetten, unbekannten Ecken und Kanten. Selbst mit der Protagonistin kann man sich in keiner Weise identifizieren, denn die bleibt bis zum Ende oberflächlich und gleicht mehr einer Puppe, die nur einen Sinn hat: Erstaunlicherweise schnell übernatürliche, starke Kräfte zu entwickeln. Auch die Liebesromanze ist vollkommen eintönig und hier fehlt es eindeutig an Tiefe, die dem Ganzen vielleicht etwas Leben eingehaucht hätte. Sie findet ihn unwiderstehlich, er kreuzt zufällig immer auf, wenn sie alleine ist, sie küssen sich, mehr darf man auch nicht erwarten.

Wie bereits erwähnt finde ich ganze Idee um ein Vampirinternat und eine Welt, in der die Vampire mehr oder weniger von den Menschen akzeptiert werden, sehr ansprechend und man hätte so einiges daraus machen können. Dennoch fand ich die Geschichte stellenweise zu aufgesetzt. Das Ganze beginnt schon mit den Namen: Die Teenager dürfen sich nämlich beim Einzug in das Internat auch einen neuen Namen geben. Heraus kommen dann äußerst kitschige Sachen, wie "Aphrodite", "Steve Rae" oder "Dragon". Mir persönlich hätte es viel besser gefallen, wenn man hier ganz normale Namen genommen hätte, was die Figuren an sich auch ein ganzes Stück glaubhafter wirken ließe.
Zudem fand ich die ganzen Heiligen Kreise schon wieder zu abgehoben und erinnerten mehr an Hexenkult, als an die griechische Mythologie. Die Beschreibungen der mystischen Treffen wirkten ziemlich gezwungen und statt dem Buch einen mysteriösen und geheimnisvollen Nebenklang zu geben, waren sie recht langweilig und nüchtern, wollten auch so gar nicht in die Geschichte selbst passen.

Eine verschenkte Idee, für mich vier vergeudete Lesestunden und ein weiteres Buch, das zwar viel Hype ausgelöst hat, im Grunde aber nur eine vor Kitsch und Klischee triefende Ansammlung von Buchseiten ist und Leseratten mit seinem verschandelten Sprachstil vor den Kopf stößt.


The Best of Brand X Music
The Best of Brand X Music
Preis: EUR 8,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Zusammenstellung, 23. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: The Best of Brand X Music (MP3-Download)
2012 scheint das 'Veröffentlichungs-Jahr' für sämtliche Komponisten und Firmen im Bereich Trailermusik/ Trailer Score/ Epic Music (wie auch immer man dieses Genre bezeichnen möchte) zu werden! Als eingefleischter Fan weiß man schon gar nicht mehr, worüber man sich zuerst freuen soll.
Ich selbst bin seit 2007 bekennender Fan dieser Musiksparte und kann seitdem nicht mehr genug davon bekommen. Umso begeisteter war ich, als ich von einem Public Release von Brand X Music, in Form eines kleinen Best-Ofs, hörte, denn diese Produkionsfirma für epische Klänge zählt zu den ersten, die ich kannte und von Anfang an auf meiner Favoritenliste stehen.

Nun, für mich sind die Tracks auf dem Album nichts Neues, denn ich kenne sie bereits seit einigen Jahren, aber sie über eine gute Audioanlage zu hören, war dann doch noch einmal ein besonderes Erlebnis! Brand X Music entführt den Hörer auf eine epische, atemraubende, melodische, wunderschöne, träumerische und rasante Reise durch unbekannte Welten und lädt zum tagträumen ein. Ich selbst höre die Musik gerne während ich lese oder zeichne.

Wie beschreibt man die Musik am besten? 'Episch' trifft schon einmal zu, denn Brand X Music verstehen etwas von gezieltem Choreinsatz und setzten diesen sehr bedacht ein. Es klingt nicht so überladen und erdrückend, sondern verführt mit einer gewissen Leichtigkeit und erschafft dabei eine Musik, die in die Weite zu wachsen scheint. Trotzdem gibt es auch Stücke wie z.B. 'Rise Of the Avanger' oder 'Inevitable', die einen wieder wach rütteln und pure Stärke versprühen.

Allerdings war ich etwas enttäuscht, als ich einige meiner Lieblingstracks nicht auf dem Album gefunden habe: 'The Quest', 'Forgotten World' oder 'Legends' hätten noch super auf die Scheibe gepasst, aber so hoffe ich einfach mal, dass die Jungs von Brand X Music es nicht bei einer Veröffentlichung belassen und uns Fans mit einem zweiten Album beglücken!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 1, 2012 12:28 AM CET


Totenbraut
Totenbraut
von Nina Blazon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung, 23. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Totenbraut (Taschenbuch)
Was macht man, wenn man vom nervigen Schnupfen geplagt im Bett liegt und einfach nicht schlafen kann? Richtig, man schnappt sich irgendein Buch von seinem 'Stapel der ungelesenen Bücher' und hofft, dass man nach 20 Seiten doch müde wird und wegdöst - falsch gedacht!
Das Buch hat mich ganze sechs Stunden lang vom Schlaf abgehalten, denn ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen und so habe ich es vorletzte Nacht in einem Rutsch durchgelesen. Und ich bereue meine schlaflose Nacht auf keinen Fall, denn ich wurde mit 'Totenbraut' von Nina Blazon sehr gut unterhalten und die Stunden vergingen wie im Flug.

Zum Inhalt muss eigentlich nicht viel gesagt werden, denn der Klappentext fasst sehr gut zusammen, was den erzählerischen Rahmen dieser Geschichte ausmacht. Meiner Meinung nach würde jegliche Ergänzung zu viel verraten und gerade das wäre bei diesem Buch eher hinderlich, denn es überrascht hier und da mit unerwarteten Wendungen und bleibt bis zum Ende spannend.

Die Charaktere sind auch nichts Neues, aber fügen sich sehr gut in die Geschichte ein, spielen ihre vorgesehenen Rollen,agieren stimmig miteinander und vergessen dabei auch nicht sich selbst weiterzuentwicklen oder verschiedene charakterliche Fassaden zu zeigen. Am sympathischten war mir Drusan, was aber einfach daran liegt, dass mir kleine Landstreicher in der Fantasyliteratur schon immer zugesagt haben und automatisch einen kleinen Sympathiepunkt genießen.
Auch habe ich befürchtet, dass die Liebesgeschichte allzu sehr in den Vordergrund rückt, aber die hält sich erstaunlicherweise angenehm im Hintergrund, wirkt somit nie aufdringlich und trägt gut zur Stimmung des Buches bei, indem sie einen netten Kontrast zur allgemein düsteren Grundstimmmung bildet.
Die Thematik des osteuropäischen Vampirmythos war mir zwar nicht ganz neu, aber so richtig intensiv habe ich mich damit auch nie befasst. Trotzdem vermittelte die Autorin einem stets das Gefühl, ausreichend recherchiert zu haben und konnte ihre Informationen sehr gut in die Handlung verweben, ohne dass es je anstregend oder nervig wurde.

Zugegeben, sonderlich Welt bewegend ist das Buch nicht, aber es hält was es verspricht: Kurzweilige, sehr gute und spannende Unterhaltung. Nicht mehr, aber und auch nicht weniger. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass das auf keinen Fall negativ aufzufassen ist, denn nicht jedes Buch muss einem ewig lang im Kopf rumschwirren und diesen schweren Nachhall mit sich ziehen, der einen noch Tage lang an Inhalt, Charaktere und Handlung denken lässt. Nein, man liest das Buch, erfreut sich an den tollen Lesestunden, aber ist danach sofort bereit für ein vollkommen neues Buchabenteuer.
Positiv anzumerken ist auch, dass die Geschichte in sich geschlossen ist. Es gibt keinen zwanghaften Versuch, doch noch weitere Handlungsstränge einzufädeln und aus dem einen Buch mit Mühe und Not eine Trilogie oder gar Reihe zu basteln. Keine unnötigen Aufhänger am Ende, keine mysteriösen Andeutungen, einfach ein in sich geschlossener Roman, was sehr sehr angenehm ist!

Wieso nur 4 von 5 Sternen? Am Ende war es dann doch 'nur' gute Unterhaltung und 'Totenbraut' wird keines der Bücher sein, die ich mir zwischendurch immer mal wieder aus dem Regal hole, um meine Lieblingsstellen/ Kaptitel zu überfliegen oder es gar ein zweites Mal zu lesen.


Der Kuss des Kjer
Der Kuss des Kjer
von Lynn Raven
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Suchtgefahr!, 12. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Kuss des Kjer (Taschenbuch)
Was ich zuerst betonen möchte: Wer auf der Suche nach einer schmalzigen Liebesromanze oder einem dem Twilight-Vampir-Übersinnliche-Liebe-Hype entsprechenden Buch sucht, ist hier eindeutig an der falschen Adresse!
Der Titel war mir selbst zu Beginn auch nicht ganz geheuer, doch innerhalb von einer Nacht und einer zweistündigen Zugfahrt habe ich das Buch nicht mehr aus Hand legen können und verschlungen - nein inhaliert.

Wer auf großartige Action, Kampfesgetümmel und viel Blut steht, sollte auch hier erstmal mit Vorsicht rangehen, denn die eigentliche Geschichte verläuft recht langsam und das Buch lebt viel mehr von der Interaktion zwischen den einzelnen Charakteren, ihren Dialogen und Gedanken.
Lynn Raven wechselt immer mal wieder die Perspektive, sodass man einzelne Geschehnisse aus verschiedenen Sichtweisen nachvollziehen kann und die Gedanken der einzelnen Personen, deren Beweggründe und Handlungen gut nachvollziehen kann, wobei mir das nie auf die Nerven ging oder ich den Überblick verlor (so viele Charaktere kommen ja jetzt auch nicht vor ;))

An sich ist die Geschichte schnell erzählt: Mordan, erster Heerführer der Kjer, erhält den Auftrag die Heilerin Lijanas an den Hof zu bringen, um den König von einem schweren Leiden zu heilen. Wieso oder weshalb er gerade Lijanas holen soll, hinterfragt er nicht. Zusammen mit seinen Vertrauten Brachan, Levan, Ecren und Corfar macht er sich auf den Weg und da Lijanas, die zum Volk der Nivard gehört, natürlich nicht freiwillig mit einer Horde Kjer-Krieger mitgeht, entführen sie sie kurzer Hand.
Irgendetwas, das Mordan sympathisch wirken lässt, sucht man erstmals vergebens, denn seine Methoden und Worte sind ziemlich rau, Ohrfeigen sind auch mit dabei. Erst wenn Lynn Raven aus Mordans Sicht erzählt, kann man erahnen, dass er doch kein so unsympathischer Kerl ist, aber aufgrund seiner Vergangenheit nicht anders handeln kann - oder will.
Während ihrer Reiese ins Kjer-Land gibt's natürlich einige Probleme: Wilde Tiere, Naturgewalten, Salzwüsten und in diesen Momenten merkt man schon, dass Lijanas und Mordan doch nicht so stark von einander abgeneigt sind, wie sie es sich selbst immer einreden.
Lijanas selbst erschien mir zu Beginn recht naiv, kindisch und sehr aufmüpfig. Ihr ständiges "Aber ...", "Wieso?" und "Warum?" hat mich manchmal auch etwas genervt, weshalb ich Mordans kalte Schulter diesbezüglich durchaus nachvollziehen konnte! Das ganze ändert sich gegen Ende des Buches jedoch sehr stark, denn die Heilerin machte eine tolle Entwicklung durch und die Geschichte nimmt einige neue Wendungen.

Bis sich einer der beiden jedoch selbst zugesteht, dass er den/ die andere doch mag, dauert's aber ungefähr 250 - 300 Seiten und auch danach gibt's kein seitenlanges Geschmachte, Liebäugeln oder Gesäusel, was sehr sehr angenehm ist, den Reiz des Buches ausmacht und einen dazu verleitet es nicht mehr aus der Hand legen zu können, denn man will ja schon irgendwann wissen, ob das jetzt heute noch was wird, oder nicht.

Obwohl es sich hier um High-Fantasy handelt, beschreibt die Autorin nur so viel, wie gerade nötig ist. Seitenlange Beschreibungen von Landschaft, Pflanzen-, Tierwelt, Städten und Sonstigem werden einem erspart, aber man bekommt doch genug Informationen, um sich ein eigenständiges und gutes Bild der Welt, in der sich die Geschichte abspielt, machen zu können.

Manchmal hätte ich mir mehr Präsenz von den Nebencharakteren gewünscht, doch die dienen nur so als schmucke Hintergrunddeko und helfen dabei die Geschichte nicht einschlafen zu lassen, mehr allerdings auch nicht. Fand ich etwas schade, denn zwischendurch blitzt schon mal durch, dass sie keine soooo unwichtige Rolle spielen, aber wenn man darauf hofft endlich mehr erfahren zu können, muss man enttäuscht feststellen, dass dem nicht so ist.

Grundsätzlich empfehle ich das Buch doch schon eher der weiblichen Leserschaft, denn es ist und bleibt dann doch eine Liebesgeschichte, die, zum Glück, nicht verkitscht ist, aber schon irgendwie Suchtpotential in sich trägt.

Für mich zählt es auf jeden Fall zu den besten Büchern, die ich bisher im Jahr 2012 gelesen habe und irgendwie hoffe ich schon darauf, dass es eine Fortsetzung gibt, was aber nicht nötig ist, denn das Ende ist in sich stimmig und endet nicht mit einem Aufhänger, der einen nach mehr gieren lässt.

Fünf von fünf Sternen =)


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