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TheGame2493 (Deutschland)

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Operation: Kingdom [Blu-ray]
Operation: Kingdom [Blu-ray]
DVD ~ Jamie Foxx
Preis: EUR 8,73

4.0 von 5 Sternen zu Unrecht vergessen, 25. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Operation: Kingdom [Blu-ray] (Blu-ray)
Operation: Kingdom zählt leider zu den eher unbekannten Filmen von Peter Berg und Jamie Foxx, was ich nicht verstehen kann.

In einer Wohnsiedlung in Saudi-Arabien wird ein Anschlag verübt, bei dem über 100 Menschen sterben. FBI-Agent Ronald Fleury schnappt sich sein Team, um den Anschlag auf den Grund zu gehen und den Drahtzieher auszumachen. Dabei werden ihnen aber einige Hürden in den Weg gestellt.

Peter Berg ist ein Regisseur, den ich eigentlich ganz gerne mag, weil mich sein Filme bis jetzt immer gut unterhalten haben (Hancock, Welcome to the Jungle und Battleship) und Operation: Kingdom, obwohl er nicht so bekannt ist, zählt auch dazu.
Er greift hier natürlich ein heikles Thema auf, wird aber meines Erachtens nicht zu politisch. Er konzentriert sich wirklich nur auf sein Ermittlerteam, und lässt die Politiker aussen vor, was sehr angenehm ist. So macht man sich mit dem namenhaften Cast auf eine Spurensuche in einem gebeutelten Land.
Überrascht hat mich die Konsequenz mit der Berg die Ermittlungen vorantreibt. Beginnt der Film noch mit dem Anschlag, wird er dann eher ruhig und verzichtet bis zum Finale auf etwaige Schießereien und Explosionen. Er konzentriert sich voll und ganz auf seine Charaktere, die, Berg typisch, zwar mehr ausgearbeitet hätten sein können, aber dennoch nicht negativ auffallen. Man nimmt Jamie Foxx (Django Unchained), Jennifer Garner (Alias), Chris Cooper (American Beauty) und sogar Jason Bateman (Hancock) ihre Rollen ab. Noch dazu wird die Suche nach dem Täter auch nachvollziehbar und interessant vorangebracht, zumal man immer wieder das Gefühl bekommt, dass die Situation jeden Moment eskalieren wird.
Und wie man Peter Berg kennt, lässt er die Situation auch wieder in einem wahnsinnigen Finale eskalieren. Im letzten Drittel fährt er alle Geschütze auf und inszeniert wirklich verdammt wuchtige Schießereien und Explosionen, was zu einem Teil an der Kameraführung liegt und daran, dass man hier echte Explosionen zeigt und auf CGI verzichtet. Das Finale zieht einen mitten in das Gefecht rein und ist wuchtiger als jeder Computer es je darstellen könnte. Zudem ist Berg hier kompromisslos und hält mit der Kamera einfach drauf, wenn Menschen erschossen werden, was eine realistische Konsequenz ist und dem ganzen Film nur zugute kommt.

Fazit:
Operation: Kingdom ist ein zu Unrecht vergessener Film. Man verzichtet hier auf die Politik, was einigen Zuschauern sicher böse aufstößt, für mich aber sehr angenehm war, da man sich so komplett auf die Spurensuche konzentrieren kann, die das Leitmotiv des Films ist. Noch dazu ist das Finale an Wucht und Konsequenz kaum zu übertreffen und bleibt im Gedächtnis.


Blackthorn - Butch Cassidys letzter Ritt [Blu-ray]
Blackthorn - Butch Cassidys letzter Ritt [Blu-ray]
DVD ~ Sam Shepard
Preis: EUR 6,19

4.0 von 5 Sternen überschätzte Leistung, in einem guten Film, 7. Januar 2015
Blackthorn ist mir nur ins Auge gestochen, ob der wohl guten Performance Sam Shepards. Letztendlich war ich aber vom Film mehr überzeugt, als von der Performance.

Butch Cassidy alias James Blackthorn hat sich in Bolivien zur Ruhe gesetzt. Als er zurück in die USA reist wird er von seinem Pferd geschossen und so seiner Ersparnisse beraubt. Er nimmt sich dem Schützen an, ein spanischer Ingenieur, und die beiden einigen sich, dass Blackthorn ihm hilft, eine Mine auszurauben, um sich danach mit dem Geld endgültig zur Ruhe zu setzen. Dies verläuft aber natürlich alles andere als unbemerkt und bald schon haben die beiden Verfolger an ihren Fersen.

Butch Cassidy und Sundance Kid. Nur aus dieser Kombo kenne ich den Namen des Butch Cassidy. Cassidy gab es wirklich weswegen auch schon etwaige Filme diesen Robin Hood des Wilden Westens als Charakter thematisierten. Die berühmteste Darstellung von Butch Cassidy und Sundance Kid sind wohl die von Paul Newman und Robert Redford in dem gleichnamigen Film. Jetzt nahm sich Sam Shepard dieser Herausforderung an und ich bin nicht restlos von ihm begeistert. Ich kenne Shepard eigentlich nur in Nebenrollen aus z.B. Black Hawk Down und war deswegen überrascht ihn einmal in einer Hauptrolle zu sehen. Ich muss auch gleich sagen, dass ich seine Darstellung des Butch Cassidy als alten, grantigen Mann, der einfach seine Ruhe haben will, gut finde, aber nicht überragend. Er spielt die Rolle gut und zufriedenstellend, zeigt aber keine heraus stechende Leistung, die man als Höhepunkt seiner Karriere bezeichnen kann. Dies muss natürlich auch nicht sein, aber wenn ich die Lobeshymnen auf seine Performance lese, werde ich ein bisschen sauer, weil ich dem überhaupt nicht zustimmen kann.
Viel mehr zustimmen kann ich aber dem Film an sich.
Dies ist ein klassischer Western, der aber ohne viel Schießereien auskommt. Regisseur Mateo Gil verlässt sich hier auf seine Darsteller und die Geschichte und inszeniert lieber kleine aber gut aufgebaute Gefechte. Er zeigt einige wunderschöne Panoramen Boliviens, die nicht unbedingt den typischen Western-Landschaften entsprechen, kommt aber auch auf solche Landschaften zurück.
Er präsentiert hier einige sehr schöne Bilder und weiß seine Geschichte mit eben jenen aufzufüllen.
Die Geschichte ist eher schlicht, reicht für diesen Film aber aus, da die Darsteller eben ganz gut sind.
Neben dem guten Shepard ist hier noch Eduardo Noriega (The Devil's Backbone) als spanischer Ingenieur, der ohne Shepard sterben würde und auch Game of Thrones- Star Nikolaj Coster-Waldau als jüngere Version Cassidys zu sehen.
Ab und an werden hier nämlich Zeitsprünge gemacht, in denen man Cassidy und Sundance Kid sieht, bevor sie in den Ruhestand gingen. Diese Szenen sind zwar kurz, füllen den Film aber gut mit Background wissen auf.
Der Film ist im Ganzen kein besonders reißerischer Western, sondern eher ruhig und verlässt sich auf seine vereinzelten Momenten zwischen den Charakteren, macht aber wegen der Landschaften und guten Inszenierung Spaß.
Sehr gut gefallen haben mir auch die gesungenen Parts. An einigen Stellen werden im Film bekannte Lieder eingespielt bzw. von Shepard selber gesungen, wie z.B. Ain't no grave can hold my body down von Johnny Cash, was für einige sehr schöne Momente sorgt.

Fazit:
Blackthorn ist ein schöner, aber wenig reißerischer Western, der sich mehr auf seine Charaktere und schönen Schauplätze verlässt, als auf wilde Schießereien.
Ich hatte als jemand, der mit Western nicht viel anfangen kann, sehr viel Spaß mit diesem Film.


Oldboy [Blu-ray]
Oldboy [Blu-ray]
DVD ~ Yu Ji-tae
Wird angeboten von High Voltage Multimedia
Preis: EUR 29,00

4.0 von 5 Sternen mehr als nur eine Gewaltorgie!, 7. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Oldboy [Blu-ray] (Blu-ray)
Oldboy ging seiner Zeit um die ganze Welt und hat viele Anhänger gefunden. Deswegen wollte ich ihn jetzt endlich einmal sehen und ich bin begeistert von ihm.

Oh Dae-su ist ein versoffener Familienvater und Ehemann, der sich plötzlich in einem Raum wiederfindet, den er nicht verlassen kann. Die nächsten 15 Jahre fristet er dort sein Dasein, bevor er freigelassen wird und sich auf die Suche nach den Menschen macht, die ihn wegsperrten.

Oldboy habe ich immer wegen seiner Gewalt gescheut, von der ich dachte, dass sie den Film beherrschen würde. Allerdings erzählt hier Regisseur Park Chan-Wook (Sympathy for Mr. Vengeance) eine deutlich tiefere Geschichte als anfangs gedacht.
Ich hatte schnell den Eindruck, dass der Film zu einem einfachen, bildgewaltigen Rachefeldzug wird. Immer schneller gewinnen aber die Charaktere an Profil und Persönlichkeit. Choi Min-Sik wird immer wahnsinniger und sich seiner Vergangenheit bewusst. Er kann diesem Charakter mehr Facetten geben, vergisst es aber nicht, ihn unsympathisch zu porträtieren. Man kann seine Motive verstehen, dennoch ist er einfach irre und wird es auch bleiben. Die Geschichte gibt den Charakteren eine gewisse Bedeutung und bleibt abwechslungsreich. Das Gesamtbild wird immer weiter gezeichnet und letztendlich zu einem sinnigen, aber natürlich verrückten, Ganzen. Die Story hat mich wirklich interessiert und machte diesen Film für mich zu mehr als nur einen sinnfreien Rachefeldzug.
Hier spielt die Gewalt also keine übergeordnete, aber wichtige Rolle.
Hier wird schonungslos und kompromisslos dem Zuschauer gezeigt, was mit diesen Menschen geschieht, wenn sie beispielsweise mit einem Hammer verdroschen oder ihnen mit selbigen die Zähne gezogen werden. Dies mag zwar makaber klingen und macht den Film auch für Leute mit schwachen Nerven eher ungeeignet, gibt ihm aber auch eine gewisse Konsequenz, die durch die gute Geschichte nicht vollkommen sinnlos ist. Es wird halt nun einmal gezeigt, was diese Charaktere bereit sind zu tun. Diese Konsequenz gibt dem Film auch ein unglaublich tragisches Ende, dass man so schnell sicher nicht vergessen wird.
Überhaupt ist Oldboy ein Film, der sich durch seine Bildsprache ins Gehirn frisst. Nach dem Schauen fühlte ich mich zwar etwas unangenehm, aufgrund bestimmter Szenen, konnte aber nicht aufhören an den Film zu denken. Bestimmte Szenen sind einfach so stark und einprägsam.
Dennoch habe ich den Film nicht gleich gemocht. Erst nachdem ich eine Weile über ihn nachgedacht und nochmal revue habe passieren lassen, fand ich ihn richtig gut.

Fazit:
Oldboy ist ein harter, kompromissloser Thriller der keine Gefangenen macht und nicht vor Gewalt zurückschreckt, aber eine interessante und immer abwechslungsreichere Geschichte erzählt.
Durch seine Geschichte und die Bildgewalt brennt sich dieser Film ins Gedächtnis und lässt einen so schnell nicht wieder los.


The Frighteners [Blu-ray]
The Frighteners [Blu-ray]
DVD ~ Michael J. Fox
Wird angeboten von Celynox
Preis: EUR 12,34

5.0 von 5 Sternen eine schaurig schöne, unglaubliche unterhaltsame und lustige Horror-Komödie!, 4. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Frighteners [Blu-ray] (Blu-ray)
The Frighteners wollte ich nur einmal sehen, da es ein Frühwerk von Herr der Ringe-Regisseur Peter Jackson ist. Ich war deswegen auch sehr glücklich, dass der Film wirklich gut ist.

Frank Bannister ist Geisterjäger. Wenn Geister in einer Wohnung herumspuken, ruft man ihn und lässt sie einfangen. Keiner weiß aber, dass er ein Abkommen mit diesen Geistern hat. Eines Tages taucht aber plötzlich ein mordender Geist auf, den nun einzufangen gilt. Dies erweist sich aber als äusserst schwierig und gefährlich.

Auf The Frighteners bin ich schon vor einiger Zeit gestoßen, hatte aber irgendwie nie wirklich Lust ihn zu sehen, da ich vermutete, dass er zu sehr ein Horror-Film sein würde und ich kein Fan solcher Filme bin. Letztendlich ist dies aber eine Komödie mit Horror-Elementen, eine Horror-Komödie.
Als erstes fielen mir die Charaktere auf, die Peter Jackson hier schon zusammen mit seiner Frau Fran Walsh geschaffen hat. Michael J. Fox (Zurück in die Zukunft-Trilogie) in seiner letzten großen Rolle als abgehalfteter Geisterjäger, der plötzlich einen echten Geist fangen muss, ist wirklich eine Freude. Er spielt diesen Charakter wirklich gut und sehr sehr sympathisch und erinnerte mich öfters an seinen Marty McFly-Charakter. Größtes Highlight für mich war aber Jeffrey Combs (Re-Animator) als völlig verrückter Bundesagent mit so vielen Macken, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Er sorgt mit einigen bizarren Momenten für die Highlights im Film und liefert hier wirklich eine denkwürdige Performance. Aber auch Jake Busey (Starship Troopers) in seiner kleinen Rolle und Elizabeth Hawthorne (Underworld – Aufstieg der Lykaner) als exzentrische Chefin einer Zeitung setzen ihre Akzente und machen den Film sehr unterhaltsam.
Dies liegt vor allem an der Art, wie sie geschrieben und gespielt werden. Die Charaktere sind oft überzeichnet, was bei diesem Film absolut Sinn macht, wirken aber nie fehl am Platz, sondern machen den Film erst zu dem, was er ist. Die Charaktere haben einige Super Dialoge und lassen nie Langeweile aufkommen.
Langeweile kann auch gar nicht aufkommen, da Peter Jackson sich hier schon auf seine fantastische Inszenierung verlassen konnte.
Er baut gekonnt einige Szenen in den Film mit ein, die man als Ode an etwaige Horrorklassiker verstehen kann. Diese Szenen sind zwar aufgrund der Art des Films weder gruselig noch erschreckend, passen aber sehr gut. Auch die Szenen mit den Geistern haben etwas gruselig schauriges, ohne dabei den Zuschauer irgendwie verstören zu wollen. Es passieren absolut wahnwitzige Dinge mit den Geistern, die aber eher spaßig sind, als abgefahren verdreht. Noch dazu sehen die Geister auch noch sehr gut aus. Hier waren schon Richard Taylor und sein WETA-Team, mit denen Jackson dann auch Der Herr der Ringe und Der Hobbit gestaltete, für die Effekte verantwortlich, die auch heute noch absolut sehenswert sind. Das Design ist wirklich gut und die reine technische Leistung dahinter ist auch immer noch bemerkenswert.
Bemerkenswert finde ich auch den Humor. Jackson beweist hier, dass er einen wirklich großartigen Sinn für Humor hat, was man in jeder Szene sieht. Seien es die Dialoge oder die Geschehnisse an sich, alles hat einen lockeren Ton ohne dabei zu lächerlich zu sein. Jackson schaffte es hier wirklich sehr gut, humorvoll zu sein ohne dabei über das Ziel hinauszuschießen. Er will hier keine Parodie auf Horror-Filme zeigen, sondern eben eine originelle Komödie mit Horror-Elementen. Und dies gelingt ihm wirklich sehr sehr gut. Ich war die ganze Zeit, von der ersten bis zur allerletzten Sekunde, wirklich sehr gut unterhalten und konnte gar nicht genug von dieser Welt kriegen.

Kleiner Hinweis: bitte mal darauf achten, Peter Jackson hat einen kleinen Cameo-Auftritt, den man nicht nur im Extended Cut sieht.

Fazit:
The Frighteners ist eine schaurig schöne, unglaublich unterhaltsame Horror-Komödie mit sehr starken Bildern.
Die Charaktere sind allesamt sehr unterhaltsam, genauso wie die Geschehnisse an sich. Peter Jackson erzählt hier eine unterhaltsame Geschichte mit einigen verstörenden, aber sehr lustigen Bildern.
Dies ist eine der besten Komödien, die seit Langem gesehen habe. Für mich ein frühes Meisterstück des neuseeländischen Regisseurs.


Saving Mr. Banks [Blu-ray]
Saving Mr. Banks [Blu-ray]
DVD ~ Emma Thompson
Preis: EUR 11,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen interessante Geschichte einer einmaligen Frau, 2. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Saving Mr. Banks [Blu-ray] (Blu-ray)
Savong Mr. Banks hat mir von Anfang an gefallen, weil es hier einmal um Disney und die berühmte Autorin von Mary Poppins geht.

Pamela P.L. Travers hat nach 20 Jahren dem Drängen Walt Disneys endlich nachgegeben und lässt ihr Buch Mary Poppins verfilmen. Allerdings will sie dabei alles genau übermachen und über alles mitbestimmen, was Disney, die Komponisten und den Drehbuchautor des Films beinahe wahnsinnig. Zusammen versuchen sie, die harte Schale dieser Frau zu brechen.

Mary Poppins ist eine Figur die jeder kennt und mit der viele sicherlich schöne Kindheitserinnerungen teilen. Nicht jeder weiß aber um den Kampf, den der legendäre Walt Disney mit der Erfinderin dieser Figur über 20 Jahre führen musste. Genau dies ist es auch, warum mir der Film so gut gefallen hat.
Hier geht es nicht vorrangig um die Figur der magischen Haushelferin, sondern darum, wie sie auf die Leinwand gekommen ist. Man konzentriert sich voll und ganz auf Pamela P.L. Travers und erwähnt Poppins nur hier und da einmal. Regisseur John Lee Hancock geht hier den selben Weg wie in The Blind Side und inszeniert ein berührendes, aber lockeres Drama.
Den lockeren Tonfall bekommt der Film vor allem durch seine beiden Hauptdarsteller. Emma Thompson (Wiedersehen in Howards End) als ehrgeizige, kaltherzige Autorin, die ihre Figuren ganz anders versteht als jeder andere, sich nichts sagen lässt und alle herumkommandiert und Tom Hanks (Philadelphia) als lieber, stets fröhlicher Walt Disney sind zwei absolut gegensätzliche Menschen. Gerade dadurch wird dieser Film aber auch so leicht, weil die Aufeinandertreffen der beiden wirklich unterhaltsam sind. Thompson treibt diesen erfahrenen Mann und die Komponisten und den Drehbuchautor, beinahe in den Wahnsinn, was immer wieder für einige Momente zum Schmunzeln sorgt.
Zwischendurch wird einem aber immer wieder klar gemacht, dass diese Frau eine schöne, aber auch schmerzliche Kindheit hatte. Mit Flashbacks bekommt man einen Einblick in das Leben der 9 jährigen Travers, deren Vater ihre Fantasie beflügelte und sie herzlichst umsorgte, aber mit seinen Dämonen zu kämpfen hatte. Immer offensichtlicher werden die Qualen ihres Vaters (übrigens super gespielt von Colin Farrell (Brügge sehen... und sterben)) für die kleine Pamela. Diese Momente sind es auch, die den Film Herz geben. Diese Frau ist verbittert, aber aus einem guten Grund.
So bekommt diese Frau noch mehr Tiefe, was dem Film sehr zugute kommt.
Dieser Mix aus emotionalen Szenen in den Flashbacks und den eher lockeren Momenten in den Besprechungen geben dem Film einen sehr lockeren Tonfall, ohne zu lächerlich zu wirken. Er ist auf jeden Fall emotional, versetzt den Zuschauer aber nicht in Depressionen.

Fazit:
Saving Mr. Banks ist ein super gespieltes Drama, dass zwar leichtfüßig daherkommt, die Emotionalität aber nicht missen lässt. Der Film hat einen gute Balance zwischen Emotionalität und Leichtigkeit gefunden, die ihn sehr angenehm macht.


Die Kunst zu gewinnen - Moneyball [Blu-ray]
Die Kunst zu gewinnen - Moneyball [Blu-ray]
DVD ~ Brad Pitt
Preis: EUR 8,48

5.0 von 5 Sternen Home Run!!, 30. Dezember 2014
Moneyball zog nur meine Aufmerksamkeit durch die Oscars auf sich. Wieder einmal bin ich sehr froh darüber, so einen Film durch die Preisverleihung entdeckt zu haben.

Billy Beane ist General Manager der Oakland Athletics und schafft es nicht, ein gewinnbringendes und erfolgreiches Team auf die Beine zu stellen. Als er aber Peter Brand als seinen Assistenten einstellt und die beiden mit einer ganz neuen Taktik an ihr Team herangehen, sehen die Oakland A's langsam aber sicher Licht am Ende des Tunnels.

Ich habe von Baseball absolut keine Ahnung. Ich kenne weder die Regeln noch berühmte Spieler, weswegen ich mich erst einmal fern gehalten habe von diesem Film. Ich war deswegen dann auch sehr überrascht, wie gut ich den Film dann doch fand.
Regisseur Bennett Miller (Capote) inszeniert diesen Film aus zwei verschiedenen Perspektiven.
Vornehmlich natürlich aus der Sicht des GM, Brad Pitt alias Billy Beane. Hier bekommt man einen sehr guten Einblick hinter die Kulissen eines solchen Sportclubs. Man nimmt an Meetings der Scouts und Coaches teil und merkt hier schon sehr schnell, wie viel Gegenwind Beane entgegenweht. Die Scouts wollen ihre Erfahrung nutzen, um das Potential eines Spielers zu erkennen, wie sie es schließlich schon seit Jahrzehnten machen. Beane und sein Assistent Peter Brand wollen aber einen neuen Weg gehen und werden deswegen praktisch ausgelacht. Es wird aber sehr schön gezeigt, vor allem durch Aaron Sorkin's Drehbuch und Dialoge, mit wie viel Selbstvertrauen und unbeirrbaren Glauben an seine Methoden, sich Beane durchsetzt. Brad Pitt spielt diesen Mann wirklich klasse und sehr glaubwürdig und ist das Gesicht des Films. Noch dazu versteht sich Miller sehr gut darin, ihn auch würdig in Szene zu setzen. Er inszeniert den Film auf eine sehr angenehme Art und Weise und lässt ihn nicht zu dramatisch und deprimierend werden, gestaltet ihn aber interessant und liebevoll, sodass man mit den Charakteren mitfühlt. Die Dialoge machen einfach Spaß und die Charaktere sind nachvollziehbar.
Was mir aber auch sehr gut gefallen hat, ist die zweite Perspektive mit der Miller den Fortschritt des Teams zeigt: die Perspektive der Medien.
Er streut immer wieder längere Archivaufnahmen ein und lässt den (vermute ich) Originalkommentar der Kommentatoren laufen. Dies vermittelt nicht nur eine gute Sicht von Aussen auf die Spieler und das Team generell, sondern spiegelt auch die Meinung der Medien wieder. Diese Szenen sind wirklich klasse in den Film verbaut und sorgen für einige wahre Highlights. Ich war wieder fasziniert von der Leidenschaft, die diese Sprecher dem Sport gegenüber zeigen und sich voll gehen lassen in den Glücksmomenten der Teams. Dies sind wirklich fantastische Montagen, die ich in der Art noch nicht in einem Film gesehen habe.

Fazit:
Moneyball ist ein klasse inszeniertes, super gespieltes Sportdrama mit einem sehr entschlossenem Hauptdarsteller. Hier zeigt man gekonnt aus verschiedenen Perspektiven die Entwicklung eines Teams und eines Sports generell, sodass man nur darin versinken kann, auch wenn man nichts mit Baseball anfangen kann.
Ein wirklich fantastisches Sportdrama!


Zulu [Blu-ray]
Zulu [Blu-ray]
DVD ~ Orlando Bloom
Preis: EUR 12,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen super gespielter, nüchtern, aber effektiv inszenierter Thriller mit guter Geschichte, 28. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Zulu [Blu-ray] (Blu-ray)
Zulu weckte in erster Linie nur mein Interesse, weil es hieß, dass Orlando Bloom endlich mal wieder eine gute Performance liefern würde. Ich bin letztendlich aber sehr froh, dass ich hier viel mehr gesehen habe, als nur eine gute Performance.

In Kapstadt wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Der Chef der Mordkommission Ali Sokhela und sein Partner Brian Epkeen nehmen sich dem Fall an und merken schnell, dass er tiefer reicht als nur ins Drogenmilieu. Bald schon sind auch die Angehörigen der beiden Polizisten in ernster Gefahr.

Ich habe Zulu nur wahrgenommen, weil Orlando Bloom nach seinem unglaublichen Run mit den Herr der Ringe- und Fluch der Karibik-Filmen endlich mal wieder einen Film gemacht hat, indem er zu glänzen scheint. Er spielt hier den schwer einzuschätzenden, umtriebigen und versoffenen Cop, der sich von niemanden etwas sagen lässt und diesen Fall, koste es was es wolle, lösen will. Bloom zeigt hier mal eine Seite von sich, die ich so noch nicht kannte, die er aber gut zu spielen weiß. Er überzeugt voll und ganz in seiner Rolle und drückt dem Film seinen Stempel auf. Zusammen mit Forest Whitaker (Der Butler) als sein absoluter Gegenpol, einen aufrichtigen Mann, der nie böse ist oder ausfällig wird, bilden die beiden die Anker des Films. Ohne Bloom und Whitaker, der diesem einfachen Charakter einige interessante Facetten geben kann und sogar für das finale Highlight sorgt, wäre dieser Film nur halb so gut, weil er im Prinzip sehr ruhig ist.
Regisseur Jérome Salle (Largo Winch) erzählt diese ernste Geschichte eher ruhig und realistisch. Er verzichtet auf ausufernde Dialoge und macht stattdessen von Echten gebraucht, die gerade mit Orlando Bloom sehr unterhaltsam sind. Zudem setzt er das Augenmerk nicht auf die Gewalt im Film, was er durchaus hätte machen können. Er zeigt klare, ungeschönte Gewalt, diese aber nur beiläufig und so selbstverständlich wie es für die Drogenhändler ist, wodurch der Film eine gewisse Härte und Kompromisslosigkeit erfährt, die dem Realismus zugute kommt.
Zu dieser Darstellung gehört auch, bestimmte Szenen nicht herauszustellen und sie ganz offensichtlich als Höhepunkte zu zeigen. Er lässt alles einfach über seine Darsteller ergehen und inszeniert so einen sehr realistischen Film, der dennoch Wucht hat.
Neben den Darstellern hat mir aber auch die Geschichte immer besser gefallen. Wirkt sie anfangs noch eher ordinär, bekommt sie immer mehr Facetten und neue Wendungen, bzw. Offenbarungen, die die Geschichte wirklich interessant machen. Noch dazu ist man auch sehr konsequent bezüglich der Handlung und Charaktere, was nochmal zusätzlich kompromisslos wirkt.
Eine Sache würde ich gerne noch anfügen: ich habe gehört und gelesen (unter anderem auf der Packung) das der Film als Action-Thriller bezeichnet wird. Dem würde ich gerne widersprechen. Der Film hat zwar einige Schießereien, aber diese werden nicht so zelebriert wie in einem typischen Action-Thriller (ála Taken) und sind für die Geschichte auch nicht von Bedeutung. Deswegen würde ich diesen Film als reinen Thriller bezeichnen. Dies ist aber auf jeden Fall auch Ansichtssache.

Fazit:
Zulu ist ein super gespielter, nüchtern, aber effektiv inszenierter Thriller.
Der Film sieht sehr gut aus, Orlando Bloom und Forest Whitaker spielen hier wirklich gut und die Geschichte wird mit der Zeit immer interessanter und kompromissloser.
Alles in allem ein wirklich guter, unterhaltsamer Thriller!


Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere [Blu-ray]
Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere [Blu-ray]
Preis: EUR 17,99

5 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein krönender Abschluss einer fantastischen Trilogie!!, 13. Dezember 2014
Peter Jackson beendet mit der Schlacht der Fünf Heere seine zweite Trilogie in J. R. R. Tolkien's Mittelerde und verabschiedet sich damit aus dieser Welt. Wie sollte es aber anders sein, geht ein Peter Jackson natürlich wieder auf eine einmalig epische Art und Weise.

Nachdem der Drache Smaug erlegt ist, wird Thorin Eichenschild endlich zum König unter dem Berge. Leider verfällt er aber schnell der selben Krankheit, die auch schon seinen Vater und Großvater in den Wahnsinn trieb. Bilbo versucht zwischen Thorin und den eingerittenen Elben zu vermitteln, weil die Orkscharen bald eintreffen werden.

Peter Jackson hat sich mit der „Herr der Ringe“-Trilogie schon verewigt. Als er dann mit den Hobbit-Filmen anfing, war ich Feuer und Flamme dafür und von den ersten beiden Teilen total begeistert. Jackson versteht sich einfach sehr gut darin, diese Geschichte so zu erzählen, dass sie sehr groß und einfach episch wirkt. Deswegen war ich nach der Einführung und dem Drachen jetzt sehr gespannt darauf, die heißersehnte Schlacht zu sehen und Jackson hat nicht enttäuscht.
Der Film kommt natürlich schnell zur Sache und führt nur wenige neue Charaktere ein, was aber auch nicht schlimm ist, da man schon genug Charaktere kennengelernt hat. Man wird auch nicht an so viele neue Schauplätze geführt, wie in den ersten beiden Teilen, da es hier fast ausschließlich nur um besagte Schlacht geht. Nichtsdestotrotz werden die etablierten Charaktere aber sehr gut eingesetzt und haben einige sehr schöne Szenen abseits der Schlacht. Vor allem Hugo Weaving, Cate Blanchett und Sir Christopher Lee sorgen für eine der besten Szenen im ganzen Film abseits des Schlachtfeldes.
Bevor diese dann anfängt, konzentriert man sich auf die Charaktere. Diese sind natürlich mittlerweile deutlich definiert und machen keine nennenswerten Wandlungen durch, ausser Thorin, spielen aber gut zusammen und haben mächtiges Konfliktpotential. Am besten gefallen hat mir aber natürlich wieder Thorin Eichenschild gespielt von Richard Armitage. Armitage zeigt hier wieder, dass er über viel Charisma und Präsenz verfügt und den Screen komplett für sich beanspruchen kann.
Den Screen komplett für sich beanspruchen kann aber auch zu Beginn Smaug. Diesen Drachen möchte ich natürlich nicht unerwähnt lassen. Der Film startet sofort mit Smaugs Angriff auf die Seestadt. Wie dieser endet möchte ich nicht verraten, aber es ging mir ein bisschen zu schnell. Ich habe einen längeren und krasseren Kampf mit ihm erwartet. Dennoch hatte ich meinen Spaß mit dem Anfang.
Nun aber zur Schlacht!
Jackson baut sie langsam auf, deutet immer wieder an, dass sie riesig wird und lässt die Parteien schließlich aufeinander los. Dabei inszeniert er eine wirklich großartige Schlacht voller kreativer Ideen, neuer Geschöpfe und visueller Pracht. Sie ist wirklich super inszeniert und verdeutlicht stets ihre Größe. Zudem sind die Effekte wieder super, zwar nicht mehr so beeindruckend und sauber wie in den Vorgängern aber immer noch einige der Besten die es gibt.
Jackson wechselt immer wieder auf die verschiedenen Fronten der Schlacht und bringt so nochmal mehr Abwechslung in den Film. Zu meiner Überraschung ist er dabei auch sehr konsequent, bezüglich der Charaktere. Der finale Kampf gegen Azog den Schänder ist dann auch hart und dieser Figur würdig.
Was ich aber auch nochmal betonen muss, ist, dass die Epik in diesem Film anders ist, als in HdR. HdR ist deutlich erwachsener und weniger fantastisch als Der Hobbit, wodurch die epischen Kämpfe im zweiten und dritten Teil viel realistischer und bodenständiger wirken. Hier wiederum nimmt man sich nicht so ernst und lässt die Schlacht nicht zu kompromisslos wirken und spikt sie mit Dingen und Kreaturen, die man in HdR so nie gesehen hätte. Ich will damit nur sagen, dass die Schlacht denen in HdR nicht unbedingt ähnelt und einfach ganz anders ist.

Fazit:
Peter Jackson krönt seine zweite Mittelerde-Trilogie mit einem fantastischen, epischen Finale! Sowohl visuell als auch inhaltlich hat diese Schlacht wahnsinnig viel zu bieten und ist dieser Trilogie nur würdig. Obwohl man dem Film einiges ankreiden und anlasten könnte, war ich einfach zu tief in dieser so vielfältigen, detaillierten und liebevoll geschaffenen Welt drin, als dass ich hier meckern könnte.


Im August in Osage County [Blu-ray]
Im August in Osage County [Blu-ray]
DVD ~ Meryl Streep
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die gebeutelste Familie der Filmgeschichte sorgt für einen denkwürdigen Film!, 3. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Im August in Osage County [Blu-ray] (Blu-ray)
Im August in Osage County ist ein kleiner Film, den leider wieder nur sehr wenige Leute kennen, obwohl hier einige sehr namenhafte Schauspieler sehr emotional aufeinandertreffen.

Violet leidet an unheilbarem Zungenkrebs. Sie ist eine alte, verbitterte, tablettensüchtige Frau, die den letzten Halt im Leben verliert, als ihr Mann stirbt. Sie ruft daraufhin ihre 3 Töchter und deren Familien zu sich, um dem Vater die letzte Ehre zu erweisen. Das Familientreffen verläuft allerdings alles andere als ruhig und selig und verwandelt das Familienhaus in ein Irrenhaus.

Im August in Osage County hat nur aufgrund des Casts mein Interesse geweckt. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es wesentlich mehr zu bieten hat, als nur gute Darsteller.
Hier erzählt Regisseur John Wells eigentlich nur, wie eine Familie nach mehreren Jahren durch einen Todesfall wieder zusammenkommt. Ich benutze mit Absicht nicht die Worte „wieder zusammenfindet“, weil das ja andeuten könnte, dass die Familie sich im Guten trifft. Dies ist hier aber auf keinem Fall so!
Von Anfang an wird klar, dass alle Charaktere, ausnahmslos alle, ihre Probleme und Macken haben und gar nicht daran denken, diese irgendwie aus irgendeinem Grund zu verstecken. Und den Anfang macht natürlich Meryl Streep (Der Teufel trägt Prada)!
Streep ist die tablettensüchtige, alte, verbitterte, unglückliche Frau, die jede negative Emotion in diesem Film einmal durchmacht, ohne dabei schwach zu wirken. Sie hat natürlich gegen Ende ihre Momente, in denen sie trauert, ist aber ansonsten den gesamten Film über eine starke Frau. Stark ist hier auch Julia Roberts (Erin Brockovich) in ihrer wohl aggressivsten Rolle. Sie spielt Streep's älteste, sehr dominante und harte Tochter, die mit jedem in der Familie ein Problem hat, auch mit ihrer Tochter und ihrem Mann. Roberts spielt diese Frau äusserst aggressiv und unberechenbar. Ihre beiden Filmschwestern, Julianne Nicholson (Boardwalk Empire) und Juliette Lewis (Kap der Angst), spielen ihren Rollen zwar auch gut, gehen aber im Vergleich unter. Stärker sind da schon Chris Cooper (American Beauty) und Margo Martindale (Million Dollatr Baby) als Schwester bzw. Schwager von Streep. Während Cooper anfangs noch der schüchterne Ehemann ist und unter der Fuchtel seiner über selbstbewussten Frau steht, entsteht auch hier schnell Konfliktpotential. Benedict Cumberbatch (Sherlock) und Abigail Breslin (Zombieland) spielen hier nur vergleichsweise kleine Rollen, tragen aber auch ihren Teil zum Film bei und gehen keinesfalls unter.
Dies liegt auch sehr stark daran, dass John Wells und Drehbuchautor Tracy Letts (der die Pulitzer-Preis gewinnende Bühnenvorlage ebenfalls verfasste) das gesamte Konfliktpotential der Charaktere vollkommen auszuschöpfen wissen. Hier entstehen zwischen so vielen verschiedenen Charakteren so viele echte Konflikte, wie in manch anderen Filmen zusammen nicht. Noch dazu werden die Charaktere hier auch noch allesamt wirklich großartig gespielt, vor allem Meryl Streep und Julia Roberts liefern hier denkwürdige Performances, für die sie auch zurecht für den Oscar nominiert wurden.
Es ist aber nicht nur das reine Ausschöpfen der Konflikte, sondern wie sie ausgeschöpft werden. Ehrlichkeit spielt dabei eine große Rolle. Selten habe ich Charaktere in einem Film so ehrlich und direkt erlebt wie Roberts und Streep. Sie sprechen einfach aus, was sie wollen und scheren sich dabei einen Dreck um die Auswirkungen auf andere. Die Charaktere haben einfach zu viel erlebt und ihr Leben ist so schon schlimm genug, dass es einfach egal ist, ob sie jetzt noch jemanden verletzen oder nicht. Diese Ehrlichkeit und der damit verbundene Hang zur Wahrheit sorgt für einige tief bewegende Momente.
Mehr als einmal habe ich mich ob der Ehrlichkeit und schonungslosen Art und Aggression erschrocken und war einfach nur überwältigt von dem, was ich da sah. Letztendlich ist der Film nämlich nicht nur schonungslos ehrlich, sondern auch gefühlvoll. Die Gefühle stehen hier an erster Stelle und ziehen einem in ihren Bann. Die Emotionen sind einfach so unglaublich stark.

Fazit:
Im August in Osage County ist ein tief bewegendes Drama, das seine Konflikte voll und ganz ausschöpft, dabei schonungslos und erschreckend ehrlich ist. Durch die fantastischen Darsteller wird man einfach in einen Bann geschlagen, der einen bis zum Schluss nicht wieder loslässt.
Dieses Drama sollte man unbedingt einmal gesehen haben!


Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1 (Fanedition) [Blu-ray]
Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1 (Fanedition) [Blu-ray]
DVD ~ Jennifer Lawrence
Preis: EUR 18,99

3 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein sehr emotionaler Anfang eines ohne Zweifel bewegenden Finales, 25. November 2014
Suzanne Collins hat mit ihren Hungerspielen einen wahnsinnigen Boom solcher Young-Adult-Verfilmungen ausgelöst. Mit Mockingjay Teil 1 kommt der Anfang des Finales der Trilogie und der hat es in sich.

Katniss ist in District 13. Sie versucht noch die Erfahrungen der Hungerspiele zu verarbeiten, wird aber schnell unter Druck gesetzt. Sie muss sich als Spottölpel, als Zeichen der Rebellion, ihren Leuten und dem Kapitol zeigen. Sie besucht District 8 und macht aus einem Funken ein Lauffeuer, dass sich langsam bis ins Kapitol ausbreitet.

Den ersten Teil der Trilogie habe ich nur durch einen Freund gesehen und war absolut begeistert. Der Ansatz, mit Jugendlichen auf eine erwachsene Art und Weise eine dystopische Geschichte zu erzählen, fand ich einfach klasse. Der zweite Teil hat das Konzept nochmal übernommen, sich aber noch mehr um die Charaktere bemüht, was dem Film wirklich tut tat. Jetzt im dritten Teil verzichtet man auf die Hungerspiele und konzentriert sich auf die Rebellion, wodurch der Film noch erwachsener wirkt.
Jetzt geht es nur noch um die Charaktere und deren Geschichten, vor allem Katniss ihre. Sie ist hier noch zerbrechlicher, unsicherer und geschwächter als jemals zuvor. Sie muss sich langsam der Verantwortung stellen, die einzige Hoffnung für tausende von Menschen zu sein. Sie muss ihren Mut zusammen nehmen und die Rebellion anführen. Noch dazu hat sie mit ungewissen Gefühlen bezüglich allem und unter der ständigen Angst, jemanden zu verlieren, zu kämpfen. Jennifer Lawrence zeigt hier die vielschichtigste Katniss und noch mehr echt wirkende Emotionen als in den Teilen zuvor. Es geht wirklich einzig und allein nur um sie. Alle anderen sind nur noch schmückendes Beiwerk und treten nur noch sporadisch auf, was aber keinesfalls negativ auffällt. Ganz im Gegenteil, es war sehr schön Woody Harrelson als Haymitch und den leider viel zu früh verstorbenen Philip Seymour Hofman als Plutarch Havensbee wieder zu sehen. Negativ aufgefallen ist mir nur Liam Hemsworth als Gale. Hemsworth wird dieser Rolle einfach nicht gerecht. Er schafft es zu keinster Zeit, dieser Figur etwas Emotionalität zu geben, wodurch er neben einer wieder mal fabelhaften Jennifer Lawrence sang und klanglos untergeht. Ich hoffe, dass Josh Hutcherson dies als Peeta im nächsten Teil besser macht.
Wieder nur loben, kann ich Francis Lawrence' Regie. Lawrence erzeugt hier mit kalten, grauen, sterilen Sets eine unangenehme Atmosphäre, die das Thema des Films sehr passend widerspiegelt. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl in einem Endzeitfilm zu sein. Er weiß seine Sets einfach super zu nutzen und nutzt auch die CGI-Effekte nicht nur zum Selbstzweck. Wo andere bombastische, rasante Action inszenieren, bleibt er lieber bei den Darstellern und bodenständig. Er zeigt keine unnötigen Explosionen, sondern konzentriert sich lieber darauf, die Atmosphäre beizubehalten. Er zeigt wirklich einige fantastische Bilder, die allesamt wuchtiger sind als jede Explosion. Wieder ein paar Mal habe ich hier Gänsehaut bekommen.
Dazu trägt auch wieder sehr der fantastische Soundtrack von James Newton Howard, der auch schon die ersten beiden Teile musikalisch untermalte, bei. Er erzeugt mit seiner Musik immer genau die passende Stimmung und untermalt die Bilder wirklich sehr gut, ohne sie dabei zu untergraben. Er trägt einfach zum fantastischen Gesamtbild bei.

Fazit:
Mockingjay Teil 1 ist ein sehr emotionaler Anfang eines ohne Zweifel bewegenden Finales. Der Film ist sehr emotional und konzentriert sich voll und ganz auf seine Hauptfigur, ihre Gefühlswelt und Konflikte. Gerade dadurch entstehen einige Gänsehautmomente.
Hier zeigt man überdeutlich, dass Panem mehr als ein Kinderfilm ist.
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