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Rezensionen verfasst von
derruckersfelder
(TOP 500 REZENSENT)   

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Our Time in Eden
Our Time in Eden
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterschätztes Album aus den 90ern, 10. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Our Time in Eden (Audio CD)
Our Time In Eden war das letzte Album der US-Band 10.000 Maniacs mit Sängerin Natalie Merchant, die sich danach für eine mehr oder weniger erfolgreiche Solokariere entschied (Album Tigerlily) und stammt aus dem Jahr 1992.
Die Stimme von Natalie Merchant ist neben dem Songwriting und den traumhaften Arrangements (z.B. die flirrenden Gitarren auf Eden) der Grund sich Our Time In Eden zuzulegen. Sie hat da eine ähnliches warmes Timbre wie Carly Simon. Außerdem muss man gehört haben wie sie in These Are Days und Tolerance ihre Stimme hochschraubt.
Musikalisch ist die Platte eine Mischung aus Folk und Rock, wobei die ruhigeren Stücke auf dem Album dominieren. Mit Few And Far Between und Candy Everybody Wants (die Single und Shiny Happy People von R.E.M. nicht unähnlich) gibt es noch ein bisschen Soul und Funk.
Insgesamt ist das Album aber sehr entspannt. Lediglich auf These Are Days, Few And Far Between, If You Intend und Tolerance geht es etwas rockiger zu Sache. Rein musikalisch ist das Album recht zeitlos ohne Anbiederungen an den damaligen Zeitgeist arrangiert.
Textlich war Natalie Merchant immer politisch bzw. sozialkritisch sehr engagiert, was man auch hier in Tolerance und Gold Rush Brides hört.
Irgendwie ist es mir unverständlich, dass das Album nicht erfolgreicher (UK Top 30, USA Top 40) war. Candy Everybody Wants, These Are The Days, Stockton Gala Days und If You Intend sind sehr eingängige perfekte Popsongs. Jezebel könnte der beste Song des Albums sein. Er fängt als Piano-Ballade an und steigert sich dann in der Bridge und Chorus. Einen Aussetzer gibt es unter den 13 Songs nicht. Nach über 20 Jahren lege ich die CD immer noch gerne auf.

Fazit:
Ein Album aus den 90ern das unbedingt wiederentdeckt gehört. Von daher volle Sternezahl.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 11, 2014 1:40 PM MEST


A Singles Anthology 1968-76
A Singles Anthology 1968-76
Preis: EUR 78,21

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 11 CDs mit den britischen Singles A- und B-Sides, 10. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: A Singles Anthology 1968-76 (Audio CD)
In dieser Pappschachtel bekommt man 11 CDs mit jeweils 2 Songs. Es sind die britischen Singles von Deep Purple aus den Jahren 1968-1976. Dadurch dass hier nur die britischen Singles vertreten sind fehlen einige bekannte Kracher, die vielleicht nur in anderen Ländern als Single erschienen sind. Deshalb sei darauf hingewiesen, dass Deep Purples bekanntester Song (gab es irgendwo bestimmt als Single) Smoke On The Water hier fehlt und diese 11 CDs auch keinerlei Best Of Anspruch haben. Dafür fehlt zu viel, u.a. Child In Time, Burn, Stormbringer, Sail Away, Highway Star etc.
Diesbezüglich ist man besser mit der Best Of Doppel-CD zum 30sten Jubiläum bedient. Außerdem gibt es mittlerweile die wunderbare Doppel-CD Singles & E.P. Anthology 1968-80, die so ziemlich alle Songs (35) bietet die irgendwo auf Singles erschienen sind. Dort braucht man nach 2 Songs auch nicht die CD zu wechseln.
Die Songs sind hier auch in den Versionen zu hören, in denen sie damals als Single erschienen. Mit Emmaretta und Hallelujah gab es auch 1969 zwei A-Seiten die nie auf einem regulären Studioalbum der Band erschienen.
Die B-Seite Wring That Neck schaffte es auf zwei Singles (Kentucky Woman und Emmaretta).
Da die Singles von Deep Purple in Großbritannien zu dieser Zeit selten mit Cover-Bild daherkamen, hat man sich entschlossen rare Cover-Bilder aus allerlei Ländern zu verwenden. Der Box liegt ein Blatt bei, welches Auskunft über die Songs und die Herkunft des jeweiligen Covers gibt.
Da man sich schon inkonsequenterweise dazu entschieden hat die Cover aus anderen Ländern zu verwenden, hätte man auch noch ein paar andere Singles mit bekannten Songs dazupacken können.

Fazit:
Für den Gelegenheitshörer ist das Set weniger zu empfehlen. Den Sammler könnte das eher ansprechen.
Das Set hat eine Spielzeit von ca. 90 Minuten, wovon Wring That Neck noch doppelt zu hören ist.
Leider fehlt ein Hinweis auf der Verpackung, dass es sich nur um die britischen Singles handelt. Das ergibt sich erst aus dem beiliegenden Blatt. Alle Songs sind aber auf der Rückseite der Box mit Cover gelistet.
Knappe 4 Sterne sind in der Bewertung aber drin.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 11, 2014 1:43 PM MEST


1999
1999
Preis: EUR 13,81

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweites gelungenes Frühwerk von Prince, 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1999 (Audio CD)
1999 war das erste Doppelalbum von Prince und stammt aus dem Jahr 1982. Es ist für mich das Album auf dem Prince seinen Sound fand. Dieser war natürlich auch durch die damalige Zeit geprägt. So hört man besonders auf diesem Album im Keyboardbereich einige New Wave Einflüsse, die Drums klingen seltsam künstlich und die Drummachine wird auch ordentlich bedient. Diese Sounds (Minneapolis-Sound) wurden in Zukunft häufig kopiert oder Prince benutzte sie für andere Künstler die er produzierte.

Mit dem Song 1999 (sehr interessante Aufteilung der Vocals, Prince kommt erst an dritter Stelle) gibt es seinen größten Partykracher gleich zu Beginn zu hören, gefolgt von Little Red Corvette mit der unfassbaren brillanten Eröffnungstextzeile I guess I should have known by the way you parked your car sideways that it wouldn't last". Auf so etwas muss man erst einmal kommen.
Delirious ist ein kurzer quietschiger funky Popsong.
Mit Let's Pretend We're Married, D.M.S.R. (Dance Music Sex Romance, Prince erklärt hier im Titel praktisch seine Musik) und Automatic kommen dann 3 tanzbare funky Songs.
Ab Song 7 wird das Album dann etwas seltsam für mich. Something In The Water ist ein sehr minimalistischer Song mit programmierten Rhythmus, gefällt mir aber trotzdem.
Free ist eine Ballade mit fast schon politischem Text, die etwas kitschig geraten ist, aber doch irgendwie schön.
Mit dem letzen Drittel der Platte kann ich aber recht wenig anfangen (ähnlich bei Sign 'O The Times). Lady Cab Driver und All The Critics Love U In New York sind minimalistischer Funk und viel zu lang und vor allem monoton langweilig geraten.
Zum Schluss gibt es noch eine typische Schlafzimmerballade (International Lover) von Prince, mit denen ich noch nie etwas anfangen konnte.

Mit 11 Songs und einer Spielzeit von über 70 Minuten fallen aber einige Songs auf dem Album zu lang aus. Allen voran Let's Pretend We're Married, D.M.S.R., Lady Cab Driver und Automatic, alle zwischen 7-9 Minuten.
Thematisch geht es auf dem Album so ziemlich wieder nur um das Eine. Wie sich Prince hier durch manche Texte durchstöhnt (das Ende von Let's Pretend We're Married oder auch International Lover) ist schon sehr witzig. Dass das Album diesbezüglich noch keinen Warnhinweis hat ist kaum zu erklären.
Insgesamt ist mir das Album etwas zu lang geraten. Die ersten 8 Songs gefallen mir aber. Auf Vinyl gab es damals das Album auch als Einzel-LP auf der Automatic, D.M.S.R., All The Critics Love U In New York und International Lover gestrichen wurden. Die CD-Erstausgabe hatte nur 10 Tracks, dort fehlte das Highlight D.M.S.R..
Klanglich ist die CD nicht so besonders, auch nicht die SHM-CD aus Japan, bei der speziell die zweite Hälfte auch nicht besser klingt als die normale CD. Die alte Doppel-LP klingt aber immer noch gut. Ein Remaster der CD ist langsam überfällig, vielleicht tut sich da was in Zukunft, nachdem sich Prince mit seiner alten Firma Warner geeinigt hat.

Fazit:
Nach Dirty Mind ist 1999 für mich das zweite empfehlenswerte frühe Prince-Album. Wie für die meisten Doppel-Alben gilt auch für 1999 dass nicht alles gelungen ist, Zweidrittel aber schon. Auf Purple Rain wurde es dann mit The Revoltion etwas rockiger, poppiger und auch kommerzieller. 1999 ist noch etwas minimalistischer, da Prince auch den Großteil selbst einspielte. Die Höchstwertung gibt es von mir nicht, da ich seine nächsten 4 Alben besser finde.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 11, 2014 8:07 PM CET


Navajo Joe - Western Unchained No. 3 [Blu-ray]
Navajo Joe - Western Unchained No. 3 [Blu-ray]
DVD ~ Burt Reynolds
Preis: EUR 15,99

4.0 von 5 Sternen Solider Western von Corbucci mit dem jungen Burt Reynolds, 9. Juni 2014
Regisseur Sergio Corbucci hat mit Django, Leichen Pflastern Seinen Weg und Mercenario mindestens 3 große Klassiker des Italo-Westerns geschaffen. Im Vergleich zum anderen großen Sergio (Leone) war bei Corbucci die Handlung oft noch düsterer und die Gewalt noch expliziter. Während Leone sehr stilistisch bezüglich der Bildkomposition und des Handlungsaufbaus war, kann man Corbucci da meines Erachtens eher als soliden Handwerker betrachten, der aber ein Gespür für Action hatte.

Navajo Joe entstand 1967 direkt nach Django. Er wurde auch in Spanien gedreht, einiges davon in Almeria, aber auch teilweise in Nordspanien. Vom Look ist der Film kein typischer Italo-Western. Hier sieht alles zu sauber und aufgeräumt aus, die Männer sind rasiert und tragen keine dreckige zerlumpte Klamotten. Das hat mehr den klassischen US-Western-Look.

Thematisch geht es um eine unbewaffnete kleine Stadt, die auf einen Geldtransport wartet. Dieser wird überfallen. Der Indianer Navajo Joe rettet das Geld. Die Motivation dafür wird erst zum Schluss aufgedeckt. Die Stadt muss sich gegen die Banditen verteidigen und lässt sich dabei von Joe helfen.
Der Handlungsaufbau und die Story werden von Corbucci sehr geradlinig erzählt, was ein großer Pluspunkt des Films ist und nicht unterbewertet werden darf. Nachdem ich zuletzt die Italo-Revolutions-Western Töte Amigo und Tepepa gesehen habe, die diesbezüglich sehr chaotisch sind, fiel mir das um so mehr auf. Thematisch sind dafür beide Revolutions-Filme auf einem ganz anderen Niveau.
Sozialkritik gibt es in Navajo Joe weniger. Der Film ist zwar einer der ersten, der einen Indianer in den Mittelpunkt seiner Geschichte stellt. Kritik an der Gesellschaft kommt aber kaum auf. Diesbezüglich ist vielleicht nur eine Szene interessant, in der Joe fragt, ob er Sheriff werden könne und ein Dorfbewohner meint, das sei nur Amerikanern vorbehalten. Joe gibt ihm dann die passende Antwort.

Navajo Joe dürfte eine der ersten Hauptrollen für Burt Reynolds gewesen sein. War er in seinen späteren Erfolgen häufig auf seine Coolness reduziert, konnte er hier speziell seine Physis zeigen. Er reitet, springt, fällt, befreit sich aus einer Fesselung etc. Das ist alles sehr beeindruckend und sieht wenig gedoubelt aus.

Der Film ist ab 18. Der Grund dafür können nur 3 Szenen sein:
-die Skalpierung der Indianerin zu Beginn, was aber nicht ausdrücklich gezeigt wird
-das Einritzen des Navajo-Zeichens auf die Stirn (Tarantino hat sich hier für Inglorious Basterds bedient)
-der Wurf mit dem Beil auf den Kopf

Corbucci bietet im Film einige toll fotografierte Action-Szenen, wovon die Überfälle auf den Zug und die Stadt, sowie der Showdown auf dem Berg besonders hervorzuheben sind.

Ennio Morricone, der hier aber nur unter einem Pseudonym arbeitete, steuert wieder einen fantastischen Soundtrack bei, wobei er aber auf viele Motive aus seinen früheren Western-Soundtracks zurückgreift. Der Titelsong mit seinem Indianer-Geschrei geht einem nach dem Film nicht mehr aus dem Kopf.

Die Blu-ray bietet den Film in kompletter Länge. Im Vergleich zur alten DVD-Version wurde da beim deutschen Ton auch nichts textlich geschönt. Eine kurze Szene im Film wurde anscheinend damals nicht synchronisiert und liegt nur auf Italienisch mit deutschen Untertiteln vor.
Das Bild ist etwas grobkörnig, aber sonst recht sauber und scharf. Die Farben wirken sehr natürlich.

Das Bonusmaterial bietet zwei interessante Featurettes in denen einige Beteiligte von damals zu Wort kommen, dazu Trailer, eine Bildergalerie und Drehortvergleiche.
Die Western-Unchained-Edition kommt ohne Booklet im Digipack in DVD-Hüllen-Größe daher. Der FSK-Aufkleber ist nicht leicht zu entfernen. Diesbezüglich Obacht. Ich habe mir mein Cover deswegen schon etwas versaut, da beim Abziehen des Aufklebers der Glanz des Covers am Aufkleber hängen blieb.

Fazit:
Navajo Joe ist kein typischer Italo-Western und als Klassiker des Genres würde ich ihn auch nicht bezeichnen. An Corbuccis 3 oben genannte Meisterwerke kommt er bei weitem nicht heran. 4 Sterne kann ich aber vor allem wegen der guten Blu-ray-Umsetzung in der Bewertung geben.


Tepepa - Western Unchained No. 4 [Blu-ray]
Tepepa - Western Unchained No. 4 [Blu-ray]
DVD ~ Tomas Milian
Preis: EUR 9,97

4.0 von 5 Sternen Revolutions-Western, interessant aber wenig spannend, 8. Juni 2014
Ich habe in letzter Zeit einige Italo-Western gesehen und gekauft (z.B. Töte Amigo, Navajo Joe, Lauf Um Dein Leben). Tepepa ist kein Western im klassischen Sinn. Er spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in Mexiko und behandelt die Auswirkungen der Revolution auf das Land und dessen Bevölkerung. Auch nach der Revolution hat sich da nicht viel geändert. Das Volk ist immer noch arm, an der Macht in der Politik und beim Militär sitzen ähnliche Personen. Dazu machen sich die Reichen immer noch die Taschen voll. Das alles wird wunderbar damit geschildert, wenn Tepepa einen Brief an den Präsidenten diktiert.

Handwerklich ist der Film gut gemacht. Auch die Landschaft von Almeria wird gut in Szene gesetzt. Die Szenerie der Berge und die kleinen Orte sind bekannt aus einigen anderen Italowestern. So gibt es immer wieder diese kleinen Orte mit den flachen weißen Häusern die auch schon in den ersten beiden Leone-Western zu sehen waren, den runden Platz und auch die Stadt in der Tepepa am Anfang erschossen werden soll, taucht später in Leones Todesmelodie auf.
Morricones Soundtrack ist auch wieder die halbe Miete.

Zur Handlung (Spoiler !!!):
Thematisch ist der Film neben der ganzen Revolutionsproblematik ein Rachefilm. Tepepa (Tomas Milian gefällt mir hier gut, da kein Overacting seinerseits wie so oft) will sich mit seiner Kampftruppe beim Militär rächen. Orson Welles (etwas lustlos, nicht gerade ein Highlight in Welles Karriere, zur Finazierung eigener Projekte spielte er aber alles) spielt da einen Oberst, den Tepepa ausschalten will.
Auf der anderen Seite gibt es eine Rachestory zwischen dem englischen Arzt und Tepepa. Der Arzt will sich an Tepapa rächen, da er eine Frau (seine?) vergewaltigt hat. Tepepas fragwürdige Meinung dazu, dass alle Frauen gleich und dafür da seien.
Ein Manko des Films ist, dass man mit den Figuren nicht so richtig warm wird. Tepepa ist der gewitzte Revolutionär, der aber auch vor Vergewaltigungen und kaltblütigen Morden nicht zurückschreckt. So erschießt er den handlosen Vater eines Jungen vor dessen Augen.
Die Figur des englischen Arztes (sehr blass John Steiner) und dessen Handlungsweise kann ich in Bezug auf seinen Feind Tepepa auch nicht so wirklich nachvollziehen.
Besonders spannend ist Tepepa auch nicht. Er hat zwar einige herausragende Szenen (das Diktat, das Erschießungskommando, der Angriff auf die Kolonne, der Verlust des Autos und der Schluss), das wirkt alles irgendwie planlos aneinandergereiht. Die Rückblenden verstärken dieses Chaos nur noch. So richtig auf ein Ziel oder einen Showdown arbeitet er nicht. Da passieren die wesentlichen Sachen nebenbei. So sehr man auch Leone seine Langatmigkeit vorwerfen kann, wußte er aber wie man einen Showdown in Szene setzt. Diesbezüglich versagt Petroni etwas.

Zur Blu-ray:
Der Film liegt in vollständiger Fassung vor. Einige geschnittene Szenen (meistens mit politischem Dialog) liegen in italienischer Fassung mit deutschen Untertiteln vor. Das Bild ist etwas grobkörnig, was am Filmmaterial liegt, aber sehr scharf. Die Farben wirken sehr natürlich. Die Schlussszene (fehlte laut Petroni in vielen Fassungen) mit dem Lied scheint aus einer anderen Kopie zu stammen und wirkt im Vergleich zum Rest des Films etwas weichgezeichnet und weniger grobkörnig.
Der Ton ist etwas dumpf und verrauscht, aber klar verständlich.
Das Bonusmaterial bietet noch eine geschnittene (nicht genutzte) Szene, die aber nie vertont wurde, so dass man diese nicht einfügen konnte, dazu noch eine Doku, Audiokommentar des Regisseurs, einen alternativen Anfang, Trailer und eine Bildergallerie. Da gibt es also einiges zu bestaunen.

Fazit:
Innerhalb des Italo-Westerns ist Tepepa thematisch einer der interessantesten Filme. An der Umsetzung hapert es aber an so mancher Stelle. Als Prototyp des Revoltionswesterns (vgl. Todesmelodie) ist er aber knappe 4 Sterne wert. Auch das Bonusmaterial ist ordentlich. Bei meinem Kaufpreis von knapp 9 € kann ich mich auch nicht beschweren.


Afterburner (1985) [Vinyl LP]
Afterburner (1985) [Vinyl LP]

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kontroverses Album mit 80er-Sound, 5. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Afterburner (1985) [Vinyl LP] (Vinyl)
Die 80er hatten wie bei so vielen anderen Rockbands (Yes, Genesis, Van Halen etc.) auch vor ZZ Top soundästhetisch nicht Halt gemacht. Das fing 1983 mit Eliminator an. Da gab es schon Sequencer, Keyboards und elektronische Drums. Der Erfolg von Eliminator führte dazu, dass das alles auf dem 1985er Nachfolger Afterburner ausgebaut wurde.

Kein Album der Band dürfte in Fankreisen so kontrovers diskutiert sein wie Afterburner. Von ihrem Blues/Boogie/Rock-Mix der 70er und frühen 80er hat sich die Band hier doch ziemlich entfernt. Es rockt zwar immer noch, Blues ist kaum hörbar (vielleicht in Rough Boy), Boogie fast gar nicht, dafür tendiert die Platte Richtung härterem Rock und auch Pop. Dazu hat das alles noch diese künstliche Produktion der mittleren 80er.
Man muss die 80er schon sehr mögen um Afterburner etwas abzugewinnen. Ich hätte also auch eine 1-2 Sterne Rezension schreiben können. Da ich aber in den 80ern groß geworden bin und Afterburner mein erstes ZZ Top-Album war, mag ich die Platte. Zu den wichtigsten und besten Platten der Band möchte ich aber Afterburner nicht zählen. Wichtig ist Afterburner nur insoweit, dass die Platte ein Wendepunkt war. Mit Recycler wurde der Sound dann wieder etwas erdiger.

Der Großteil des Songmaterials ist in Ordnung. Das ist alles sehr kommerziell geschrieben und die Songstruktur ist sehr klassisch Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Solo, Refrain und Solo bis zum Schluss.
Die Platte bietet einige Powerrock-Nummern wie Sleeping Bag, Stages, Woke Up With Wood, Planet Of Women, Can't Stop Rockin' und Delirious. Teilweise scheint auch etwas Funk wie bei Velcro Fly durch. Rough Boy ist die Ballade auf Afterburner und so ziemlich der einzige Song im Bandrepertoire der auch Kuschelrock-Sampler-tauglich ist.
Das Songwriting ist wie schon oben beschrieben nicht das Originellste. Das wirkt etwas eintönig und es klingt auch einiges recht ähnlich auf dem Album. Trotzdem ist es gut durchhörbar, wenn man den Sound der Platte mag. Große Aussetzer gibt es nicht. Mit Dipping Low, I Got The Message und Delirious hat die recht kurze Platte von noch nicht einmal 38 Minuten aber ein paar Füller.

Das Weltraumcover inkl. Rückseite (hier hätte ich mir ein Klappcover gewünscht) ist mein Favorit unter den Album-Covers der Band. Schon allein hierfür lohnt es sich die Vinyl-Fassung zu kaufen. Der Klang der LP ist sowieso sensationell. Auf CD wurde Afterburner noch nicht als Remaster veröffentlicht. Dementsprechend dünn klingt die CD. Es gibt aber die besten Tracks davon remastered auf der Compilation Rancho Texicano und dem Boxset Chrome, Smoke & BBQ zu hören, die sehr gut klingen.

Fazit:
Afterburner ist das Hightech-Album von ZZ Top mit einem typischen Sound der mittleren 80er. Wer das mag sollte zugreifen. Allen anderen die auf den erdigeren puristischen Sound der Band stehen seien die Alben der 70er oder ab Antenna zu empfehlen.
Wegen der paar Füller gibt es aber 1 Stern weniger in der Bewertung.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 6, 2014 11:33 AM MEST


Longmire - Die komplette erste Staffel [2 DVDs]
Longmire - Die komplette erste Staffel [2 DVDs]
DVD ~ Robert Taylor
Preis: EUR 14,97

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ruhige Wild West Krimi Serie, 3. Juni 2014
Walt Longmire ist ein Sheriff in Wyoming im Hier und Jetzt. Eine Wild West Serie im 19. Jahrhundert kann man also nicht erwarten und alle Vergleiche mit Deadwood oder Hell On Wheels sind von daher nicht gestattet.

Zur groben Handlung:
Walts Frau ist gestorben, er macht sich deswegen Vorwürfe und säuft. Dazu hat er noch andere dunkle Geheimnisse aus seiner Vergangenheit. Als Type ist er eher knorrig, wortkarg, hat einen Sinn für Gerechtigkeit, Technik meidet er und regelt alles selbst so weit das geht.
Die Serie ist ein Krimi. Es geht fast immer um die Aufklärung von Mordfällen. Das ländliche Idyll ist die halbe Miete der Serie. Die Landschaft und deren Weite werden sehr gut in Szene gesetzt. Dazu hat die Serie auch eine gewisse Ruhe. Hektik kommt kaum auf. Longmire könnte all denen gefallen die auch die Jesse Stone Filme mit Tom Selleck gemocht haben. Longmire ist da ein ähnlich geradliniger gestrandeter Kerl, an den man sich aber erst gewöhnen muss. Die erste Folge hatte mich noch nicht überzeugt.
Originell ist das zwar alles nicht, hier werden auch einige Klischees über die mittleren USA bedient. Auf der anderen Seite gibt es in der Serie aber auch ein Reservat der Cheyenne mit dessen Einwohnern und mit deren Problemen es Longmire auch des Öfteren zu tun bekommt, was auch nicht oft in Filmen oder Serien gezeigt wird. Sein dortiger alter Freund Henry (Lou Diamond Philipps) hilft ihm dann auch schon einmal.
Auf der Arbeit hat Walt es mit seinen 3 Deputies zu tun, von denen Katee Sackhoff (u.a. Battlestar) die bekannteste Schauspielerin sein dürfte. Ein Deputy macht Walt dann noch das Amt des Sheriffs streitig.

Insgesamt bietet die erste Staffel 10 Folgen zu je ca. 40 Minuten.

Fazit:
Für einen gemütlichen Abend ist das entspannte solide Krimikost. 4 Sterne sind in der Bewertung drin.
Die Serie kommt in der ersten Staffel etwas langsam in Schwung. Man muss sich auch erst an den knorrigen Charme des Hauptperson gewöhnen. Mittlerweile habe ich auch schon Staffel 2 gesehen. Ich kann nur empfehlen an der Serie dranzubleiben, da Staffel 2 eine erhebliche Steigerung zu Staffel 1 darstellt. Dort kommt dann auch einiges aus Walts Vergangenheit zum Vorschein.


Orphan Black - Staffel 1 [Blu-ray]
Orphan Black - Staffel 1 [Blu-ray]
DVD ~ Tatiana Maslany
Preis: EUR 18,97

5.0 von 5 Sternen Super Serie ! One-Woman-Show: Tatiana Maslany, 1. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Orphan Black - Staffel 1 [Blu-ray] (Blu-ray)
Orphan Black ist für mich d i e Überraschungsserie der letzten Zeit. Hergestellt für BBC America und in Kanada gedreht. Staffel 1 besteht aus 10 Folgen zu je ca. 40 Minuten. Staffel 2 wird in den USA gerade mit Erfolg ausgestrahlt.

Die Serie handelt von einer kriminellen Frau (Sarah Manning) die zufällig mitansieht wie eine andere Frau (Beth), die ihr sehr ähnlich sieht, sich vor einen Zug wirft und stirbt. Sarah nimmt dann die Identität von Beth an, womit das Geschehen und der Ärger ihren Lauf nehmen. Nach und nach trifft sie auf weitere Ebenbilder und es klärt sich spätestens ab Folge 3 worum es geht. Mehr will ich von der Handlung nicht erzählen. Das Cover der DVD/Blu-ray-Hülle sagt da meines Erachtens schon zuviel.

Vom Stil ist die Serie ein ganz wilder Mix aus Mystery, ein wenig Science Fiction, Action und Thriller. Das Ganze ist dabei dermaßen flott, originell, humorig, spannend und actionreich umgesetzt, dass man ab der ersten Folge dran bleibt und davon gefangen ist.
Das spannende Staffelfinale lässt dann so viele Fragen offen, dass man unbedingt Staffel 2 sehen will.

Dreh- und Angelpunkt der Serie ist Hauptdarstellerin Tatiana Maslany, die nicht nur Sarah Manning sondern alle ihre Ebenbilder spielt, von denen keine charakterlich der anderen entspricht. Alle verhalten sich total verschieden und haben ihre eigene Gestik, Mimik und Sprache. Speziell die Wandlung die sie als Hausmütterchen Allison hinlegt ist ein absolutes Highlight der Serie. Die Serie ist nahezu eine One-Woman-Show. Zu Recht erhielt sie für ihre Darstellungen den Critics Choice Award.
Die anderen Schauspieler sind zwar auch gut besetzt, kommen aber an Maslany bei weitem nicht heran. Der Einzige der sich gegen Maslany behaupten kann ist Jordan Gavaris als schräger "Bruder" Felix.

Fazit:
Schon jetzt eine sehr kultverdächtige originelle Serie mit toller Hauptdarstellerin. Suchtgefahr garantiert. Leider ist die Serie bei uns abseits der Öffentlichkeit auf ZDFneo gelaufen, dafür gibt es sie aber jetzt zum Kauf.


Immer Ärger mit Harry [Blu-ray]
Immer Ärger mit Harry [Blu-ray]
DVD ~ Royal Dano
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwarze Hitchcock-Komödie, gutes Bild auf Blu-ray, 1. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Immer Ärger mit Harry [Blu-ray] (Blu-ray)
Immer Ärger Mit Harry ist eine von Hitchcocks wenigen Kömödien. Mit dem Produktionsjahr 1954 fällt er in Hitchcocks "Goldene Zeit", in der ihm von Mitte der 40er bis Anfang der 60er fast alles gelang.
Der Humor des Films ist rabenschwarz und sehr britisch. Kein Wunder dass der Film zur Zeit seiner Veröffentlichung mehr Anklang in Europa als in den USA fand.
Der Film wurde in Vermont gedreht und nutzte dort die wunderschöne herbstliche Landschaft. Nachdem aber ein kalter Sturm einzog, musste auch viel im Studio gedreht werden, was man auch irgendwie sieht.

Der Film war Shirley MacLaines großes Filmdebüt, die männliche Hauptrolle übernahm John Forsythe, der später noch als Oberhaupt im Denver-Clan größere Berühmtheit erlangen sollte.

Thematisch geht es um eine Leiche die auf einer Wiese gefunden wird. Alle Personen fühlen sich für den Tod verantwortlich....
Der Umgang mit der Leiche ist dann sehr makaber und bringt einige witzige Situationen hervor. Mehr möchte ich nicht erzählen.

Ein Thriller ist dieser Film nicht. Spannung kommt auch kaum auf. Wenn ich aber einen Film von Hitchcock als leichte Familienunterhaltung empfehlen sollte, dann wäre Immer Ärger Mit Harry (und vielleicht noch Mr. Und Mrs. Smith oder Über Den Dächern Von Nizza) erste Wahl.
Sprache und Humor kommen mittlerweile zwar etwas altbacken daher, was aber auch den Charme des Films ausmacht. Der Film bereitet aber immer noch Spaß und darauf kommt es an. Thematisch hat er auch einige Nachahmer gefunden.

Zur Blu-ray:
Das Bild ist im Vergleich zur DVD schärfer. Das natürliche Filmkorn ist aber immer noch deutlich zu erkennen (was keine Kritik sein soll) und ist dem Alter des Films bzw. dem Filmmaterial geschuldet. Die Farben sind klar und deutlich. Die Naturaufnahmen und der bunte Herbstwald sehen sehr gut aus. Bzgl. des Bildes ist die Blu-ray im Vergleich zur DVD ein deutlicher Fortschritt.
Das Bonusmaterial wurde von der DVD übernommen und ist nicht in HD.

Fazit:
Ein immer noch sehenswerter Film in guter Blu-ray-Umsetzung. Für Hitchcock-Verhältnisse ist er leichte Kost. Zu den besten Hitchcock-Filmen zähle ich ihn nicht. Gute 4 Sterne ist er aber wert.


Spacer (1979) / Vinyl Maxi Single [Vinyl 12'']
Spacer (1979) / Vinyl Maxi Single [Vinyl 12'']

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Funky Disco-Kracher, Crying At The Discotheque Original, 1. Juni 2014
Spacer von Sheila & B. Devotion aus dem Jahr 1979 ist einer der größten Discokracher überhaupt.
Die französische Sängerin Sheila hatte in ihrem Heimatland schon seit den frühen 60ern einige Hits zu verbuchen. Ende der 70er nahmen sich ihr dann die Musiker von CHIC an. Musikalisch hört man das deutlich. Spacer hätte auch genausogut von einem CHIC-Album oder Diana von Diana Ross oder dem Sister Slegde Album stammen können, die auch unter Hilfe der CHIC-Mannschaft in etwa zur gleichen Zeit entstanden.
Falls man Spacer noch nicht kennt, könnte einem die Musik und die Melodie aber trotzdem bekannt vorkommen, da Alcazar bis auf den Text alles für ihren Hit Crying At The Discotheque übernahmen.
Sehr zu empfehlen ist die 6,5-minütige Maxiversion, die vor allem gegen Schluss mit unfassbar funky Gitarren, Bass und Drums trumpft.
Die Maxi oder Single dürften mittlerweile sehr schwierig auf Vinyl zu finden sein. Deshalb verweise ich auf die Doppel-CD oder das Boxset Chic-Organization, wo man alle Kracher aus den späten 70ern und frühen 80ern von CHIC & Co findet.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 3, 2014 11:38 PM MEST


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