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Rezensionen verfasst von
Andreas Dallinger "A.Dallinger" (Wien)
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Tristan Und Isolde
Tristan Und Isolde

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Tristanverfehlung, 28. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Tristan Und Isolde (Audio CD)
Der Olymp der Tenöre musste bestiegen werden. Wie sonst hätte er seine überragende Karriere noch krönen können. Also hat Placido Domingo nun auch den Tristan eingespielt. Von einem Gipfelsieg aber ist seine Aufnahme weit entfernt. Zu sehr ist die Anstrengung dieser Partie zu hören. Mit viel, leider hörbarem Krafteinsatz kämpft sich Domingo durch die verzwickte Chromatik des Tristan. Seine Stimme, wohl immer wieder glänzend, ist beständig unter Druck. Das macht vor allem den zweiten Akt mit seinen lyrischen Bögen, in denen man Domingos Stärke vermuten konnte, zu einer einzigen Enttäuschung. Auch hier führt der permanente Überdruck zu einer verblüffend "scheppernden" Tongebung, die mehr enerviert als berührt. Sein vergleichsweise heller Stimmklang ist in dieser Partie Geschmacksache. Ich bevorzuge die baritonaleren, verhangeneren und damit leidenderen Stimmen eines Vickers oder Vinay. Domingos markanter Akzent, der oftmals sinnstörend den Text verfärbt, ist ein weiteres Manko und so wird man als Zuhörer Zeuge der Bewältigung einer Partie, aber nicht deren Gestaltung und schon gar nicht einer überzeugenden Interpretation. Schade, denn mit Nina Stemme hat diese Aufnahme eine strahlende, jugendliche Isolde, die in ihrer Frische an die Dernesch erinnert, aber darüber hinaus über hinreißend Kraft und Energie verfügt. Eine tolle Isolde, rundum gelungen. Rene Pape hat mächtig Stimme und hervorragende Stimmführung und Artikulation. Ein wenig mehr Gestaltung täte seinem Marke gut. Olaf Bär kann als Kurwenal seine liedgeschulte Stimme nur bedingt zur Geltung bringen. Zu sehr verleitet die Partie zum "bellen". Die Brangäne der Fujimura ist bestens disponiert und reicht fast an die großen Vorgängerinnen in dieser Rolle heran. Bostridge und Villazon sind als Comprimarii Luxusbesetzungen und verkaufsfördernd. Und Antonio Pappano erweist sich als eifriger Heizer der Partitur. Allein das Ergebnis ist mehr Aufgeregtheit als Leidenschaft, eine Hitze, die nicht zu wärmen vermag, weit entfernt von Erschütterung.
Man suche sich eine passendere Umgebung für Nina Stemme. Und einen Regisseur, der den Sängern und Sängerinnen den Text nahebringen kann. Vielleicht können sie dann auch den Hörern eine überzeugende, bewegende Geschichte erzählen. Dieser Aufnahme fehlt das nämlich am allermeisten.


Marijana Mijanovic - Händel Affetti barocchi
Marijana Mijanovic - Händel Affetti barocchi
Preis: EUR 7,99

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unter den Möglichkeiten, 21. Juni 2007
Über die Besonderheit der Stimme von Frau Mijanovic ist bereits hinlänglich viel geschrieben worden. Die androgyne Anmutung, die verblüffende Tiefe, die virtuose Technik, der satte Klang - all diesen herausragenden Attributen konnte man bislang selbst und in den Rezensionen ihrer Auftritte und Opernaufnahemen begegnen. Und weil sie auch noch über eine einnehmende Bühnenpräsenz verfügt, hat sie die Sympathien schnell auf ihrer Seite. Auf ihrer nun ersten Solo-CD, die man mit großer Vorfreude erwarten durfte, offenbart sich aber eine Schwäche, die man zutiefst bedauern darf. Zwar präsentiert Frau Mijanovic alle genannten Vorzüge ein weiteres Mal beeindruckend. Aber ihr Gesang ist nicht erzählend. Eine Gleichförmigkeit des Ausdrucks zieht sich durch alle Gesangsnummern. Spezifika der inneren Zustände der jeweiligen Rollen bleiben blaß und farblos. Die Stimme scheint erst ab einem gewissen Druck zu schwingen zu beginnen und so vermißt man die zarten, die zerbrechlichen, verletzlichen Töne, ganz besonders in den lyrischen Passagen. Die gesanglichen Portraits bleiben distanziert und profillos. Und Frau Mijanovic bleibt unter ihren Möglichkeiten. Schade.


Mozart - Le Nozze di Figaro / Gens, Ciofi, Kirchschlager, Regazzo, Keenlyside, Concerto Köln, Jacobs
Mozart - Le Nozze di Figaro / Gens, Ciofi, Kirchschlager, Regazzo, Keenlyside, Concerto Köln, Jacobs
Preis: EUR 39,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zeitgemäßer Figaro, 9. August 2006
Der Reiz des reinen Hörens besteht darin, dass die Optik "fehlt". Die Geschichten müssen sich also allein durch das Musizieren, den Orchesterklang, seine Strukturierung, seine Akzente, Tempi und Dynamik sowie über den Gesang, den Stimmklang, die Stimmcharakteristik, Linienführung etc. erzählen. So vermitteln die vielen Aufnahmen, die von Le Nozze di Figaro vorliegen auch immer wieder unterschiedliche Geschichten, die bei weitem nicht alle zu überzeugen vermögen. Die vorliegende Aufnahme unter der Leitung von Rene Jacobs gehört zu den überzeugendsten und bietet vor allem eine zentrale Erfahrung, die scheinbar ein Paradoxon darstellt. Jacobs spielt Mozart mit dem Concerto Köln auf Originalinstrumenten in kleiner Besetzung. Das Sängerensemble hatte die Freiheit, die historisch geübte Kunst des verzierten Gesanges quasi "ad libitum" einzusetzen. Und das Ergebnis ist ein Mozart der so "modern", so "jung", frisch, elastisch und mit großer innerer Spannung überrumpelt, als hörte man die Oper zum ersten Mal. Gegen diesen Figaro hören sich die meisten Aufnahmen der letzten Jahre (Gardiner vielleicht ausgenommen) tatsächlich alt an. Zum Klangbild des Orchesters, das hörbar mit enormer Freude bei der Sache ist und so wunderbar frei in alle Schichten der Musik eindringt und solche zum klingen bringt, die man bisher noch nicht zu hören bekam fügt sich ein SängerInnenensemble, das eine zeitgemäße Geschichte von Liebe, Verrat, Verletzung, Übergriff, Bedrängnis und Sehnsucht mit jungendlichen Stimmen in allen Facetten darzustellen vermag. Da ist Simon Keelyside ein nachgerade idealer Graf, ein von sich und seiner Männlichkeit und was er dafür hält unzweifelhaft überzeugter Erfolgsmensch. Veronique Gens ist ihm eine leidenschaftliche, stolze und kämpferische Partnerin. Beide singen ihre Rollen mit tadellosem Sitz und idealer Balance zwischen Linienführung und Ausdruck. Lorenzo Ragazzo ist ein etwas ruppiger, auch im Stimmklang rauher Figaro und damit ein passender Konterpart zum Grafen. Die Susanna der Patrizia Ciofi, singt einwandfrei, die Zeichnung ihrer Rolle ist mir eine Spur zu putzmunter. Angelika Kirchschlager, schlicht ein Traum von einem Cherubin, wenn man sicht der Rollenauffassung des hormongetriebenen, pubertierenden Knaben anschließt. Die kleineren Rollen sind durch die Bank bestens besetzt. Was will man mehr? Einen Don Giovanni dieses Ensembles.


Le Nozze de Figaro (Gesamtaufnahme)
Le Nozze de Figaro (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von text_und_toene
Preis: EUR 26,91

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine ernste Sache, 8. August 2006
Harnoncourt auf dem Weg nach Salzburg 2006. Man hört schon in dieser Aufnahme von 1996 wie ernst es Harnoncourt mit Le Nozze ist. Das Drama von Ehe und Betrug, die Traurigkeit der Liebesillusion, das vergebliche Streben nach haltbarem Glück, all die Aspekte des Scheiterns, die er heuer so bestürzend zu musizieren vermag, sind in der vorliegenden Aufnahme schon angelegt. Heiter ist das nicht, leicht und tändelnd schon gar nicht. Nein, die Liebe, die Ehe, das sind ernste Dinge und Harnoncourt gerät das stellenweise ein bißchen schwergewichtig und unausgeglichen. Da tritt die Musik manchmal auf der Stelle, als würde die Ratlosigkeit der Personen in Lähmung kippen, um dann wieder Anlauf und Aufschwung zu wunderbar transparenten, erzählenden Seelengesängen zu nehmen. Eine auch dadurch brüchige Aufnahme, in der man die Richtung erkennt, aber auch erlebt, dass der Weg dorthin (noch) nicht zu Ende geklärt ist und die Radikalität (noch) nicht konsequent gewagt wird. Die Stimmen sind durchwegs ausgezeichnet, technisch hervorragend abgesichert, wohlklingend und eine Ohrenfreude. Aber Stil und Ausdruck der Sängerinnen und Sänger fügen sich nicht zu einer geschlossenen Dramaturgie. Hampson ist um einige Grade zu viel um differenziert abgetönten Schöngesang bemüht und macht damit keinen Charakter lebendig. Scharinger klingt wie ein Städter am Land: ein bißchen zu laut, ein bißchen zu kumpelhaft, der Naturbursch im Nobelloden. Bonney singt eine Traum-Susanna aber ohne Spezifikum. Ch. Margione ist bestens als Gräfin besetzt und die wohl berührendste Figur einer Aufnahme, die sich lohnt zu kennen, zu der es doch einige (wenige) Alternativen gibt, die die Geschichte schlüssiger zu erzählen vermögen


Mozart: Don Giovanni (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Salzburger Festspiele 1956)
Mozart: Don Giovanni (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Salzburger Festspiele 1956)
Wird angeboten von baagad
Preis: EUR 39,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachtstück, 4. August 2006
Von Don Giovanni, der Oper der Opern, liegen nun wirklich viele Aufnahmen vor. Und auch viele gute bis hervorragende. Das macht die Auswahl schwer, aber vielleicht geht es ja nicht um die Feststellung der "Besten". Mit wechselnden Besetzungen und Dirigaten wird hörbar, wie viele unterschiedliche Zugänge zu diesem Werk möglich sind und gleichermaßen zu überzeugen vermögen. In der vorliegenden Aufnahme wird Don Giovanni zum dämonischen Nachtstück. Der Dramatiker Mitropolus holt aus der Partitur alle Wucht und Schwärze heraus. Schon die ersten Takte der Ouvertüre stoßen uns in ein finsteres Drama der Verlockung, ein böses Spiel von sexuellem Übergriff und Verbrechen. Und mit nie abreißender Spannung entwickelt sich die Geschichte gegenseitigen Belauerns, gegenseitigen Mißtrauens. Alle Personen bewegen sich auf brüchigem Boden, ihre Welten erfahren Erschütterung und die Verunsicherung packt sie im Genick und beutelt sie so kräftig durch, dass sie sich nicht mehr davon erholen werden. So klingen die Zukunftspläne der nach Giovannis Tod verstört Zurückgebliebenen zaghaft, ängstlich, fast traumatisiert. Das alles bildet sich in einem hervorragenden Ensemble ab. Siepi, ein durch und durch (be-)drängender, betörender, leidenschaftlich unmoralischer Giovanni mit schon hinreichend gelobter Stimme. Elisabeth Grümmer als eine der besten Donna Annas, ein Musterstück traumhaft schönen und zugleich erzählenden Gesanges. Lisa della Casa, eine intensive Elvira über deren Stimmqualität man nichts mehr sagen muß. Der kanadische Tenor Leopold Simoneau ist die stimmliche Antithese zu Don Giovanni. Sonnenhell leuchtend, edel geführt, strahlend und sauber geht er seinen Weg der Moralität. Fernando Corena ist als Leporello eine Spur überzogen in seiner Don Pasquale-bewährten Spaßigkeit. Walter Berry als Masetto auf dem Weg zum Leporello und Rita Streich als denn doch etwas sehr putzige Zerlina vervollständigen ein Ensemble, dass mit dieser Aufnahme eine große Aufführung lebendig hinterlassen hat. Da es sich um eine Live-Aufnahme handelt, soll man sich auf alle Arten Bühnengeräusche, ein etwas halliges Klangbild und eine unstete Balance von Stimmen und Orchester einstellen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2015 7:23 PM MEST


Sonaten und Partiten für Violine Solo
Sonaten und Partiten für Violine Solo
Preis: EUR 14,99

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus Stein gemeißelt, 27. September 2005
Szeryng hat mit seiner Bach-Interpretation eine der großen Einspielungen der Sonaten und Partiten hinterlassen. Vom ersten Bogenstrich an klingt sein Spiel klar wie ein lupenreiner Diamant, mit ebensolcher Härte, enormer Kraft und nicht abreißendem Zug am Bogen. Bei aller Virtuosität, die jede Note zum Klingen bringt, ist Szeryng nie verspielt. Barock ist zwar die Musik, aber sein Spiel hat die Wucht und Geradlinigkeit der Romanik und die Gottesfurcht der Gotik. Wo Milstein die Eleganz der Musik zum Ausdruck bringt und Menuhin die Schmerzlichkeit, vermittelt sich bei Szeryng die schiere Größe, atemberaubend, ehrfuchtgebietend. Eine gewaltige, wie aus Granit gemeißelte Aufnahme, gespannt und gestochen scharf von der ersten bis zur letzten Note.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2013 3:17 PM CET


Sinfonie 4 & Lieder Eines
Sinfonie 4 & Lieder Eines
Wird angeboten von all my music
Preis: EUR 49,95

6 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schnörkellos, 2. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 4 & Lieder Eines (Audio CD)
Unter den mittlerweile nicht unbeträchtlich vielen Aufnahmen von Mahler`s Vierter, nimmt die Einspielung des Cleveland Orchester unter Szell einen Ehrenplatz ein. Szell, der den Ausdruck der Musik stets in ihr und nicht in ihrer Interpretation gesucht hat, gelingt eine wunderbar einfache, schnörkellose Wiedergabe. Wie von selbst blättert die Musik all ihre Tiefen und Verzweigungen auf. Ohne Überinterpretation (der in der 4. auch der sonst so von mir verehrte Barbirolli nicht widerstehen kann)öffnet sie sich licht und hell, geht mühelos zu Herzen und ist in ihrem ganzen Klanggepräge ebenso schlicht wie vielschichtig und immer natürlich. Als könne sie nur so "richtig" sein. Da tut es dann den Sternen keinen Abbruch, daß die Solistin diesem hohen Standard nicht wirklich genügt. Ein "Muß" in jeder Mahler-Sammlung.
Die Lieder eines fahrenden Gesellen mit der Stade unter Davis hinterlassen hingegen keinen bleibenden Eindruck.


Masterworks Heritage: Symphonies 1-4,Manfred Ov
Masterworks Heritage: Symphonies 1-4,Manfred Ov

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mitreißende Romantik, 2. März 2005
George Szell waren die Symphonien von Schumann immer eine Herzensangelegenheit. Auch deshalb konnte er sich nicht zurückhalten, sie durch Retouchen in der Orchestrierung zu "verbessern". Das hat seine Aufnahmen der vier Symphonien in Zeiten der Originalfassungen ein wenig in den Hintergrund geraten lassen. Zu Unrecht. Denn für den, dem das Original keine conditio sine qua non ist, eröffnen sie den herrlichsten Schumann. Szell durchläuft mit "seinem" Cleveland Orchestra, das er zu einem Präzisionsorchester geschliffen hat, ohne Leidenschaft, Lebendigkeit und musikantische Freude zu opfern, alle Getriebenheiten der romantischen Seele Schumanns. Die Rastlosigkeit, das stets nur kurze Verharren in der Idylle, das Ausbrechen, Vorwärtsdrängen ohne ans Ziel zu gelangen, die tiefe Erschütterung und die helle Freude, all diese Elemente läßt Szell reich und ebenso überzeugend wie mitreißend erklingen. Eine große Aufnahme.


Wagner: Der Ring des Nibelungen (Gesamtaufnahme)
Wagner: Der Ring des Nibelungen (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von japazon
Preis: EUR 465,07

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel lautstarker Eindruck, 25. Februar 2005
Dieser Aufnahme fehlt die Optik. Ohne Harry Kupfers kluge und wunderbar spielerische Inszenierung in Hans Schavernochs faszinierenden Bühnenbildern sind die Rollengestaltungen fast durchwegs seltsam flach und zu nahe dem Klischee. Dass diese Einspielung trotzdem zu empfehlen ist, geht vor allem auf das Konto von Daniel Barenboim Er legt mit einer wunderbar durchsichtigen Streicherstrukturierung, die dabei ständig sozusagen „auf Zug" ist, also Spannung hält und über ritardando und crescendo immer die Führung im Orchester hat, eine dynamische nie einbrechende Basis auf der Holz- und Blechbläser allen Platz für ebenso feines, delikates und imponierend kraftvolles Spiel finden. Der Tempowechsel macht Wirkung und die daraus resultierende Dynamik ist überwältigend.
Zu den Sängerinnen und Sängern: Hier dominieren die phonstarken tiefen Stimmen und das kann beim Ring viel Freude machen. Thomlinson, Kang, Hölle, Brinkmann und von Kannen haben mächtig was zu bieten und halten sich auch nicht zurück. Das klingt an manchen Stellen ein wenig nach Kräftemessen, und das ist nicht immer einleuchtend und passend.
Die Tenöre sind kaum leiser. Jerusalem singt einen tadellosen Siegfried und ist damit im Katalog einer der wenigen. Schöne besinnliche Momente im Wald, der nötige Nachdruck wenn Siegfried seinem Klischee entsprechen muß, stimmlich nicht wirklich ein Rollenportrait, trotzdem eine saubere Arbeit und nicht so lässig beiläufig wie Windgassen. Elming singt einen heißblütigen, im Widerstand unermüdlichen Siegmund mit einem etwas scharfen Timbre und ohne die Leidensdimension eines Vickers. Dem Jubel über Graham Clark's Loge/Mime kann ich mich nur anschließen, wenn ich Stolze oder Zednik vergesse. Und das kann ich nicht. Die beiden haben sehr viel differenziertere tiefenpsychologische Portraits gesungen.
Die Damen Secunde, Evans, Maier etc. wirken gegen die lautstarken Männer „schwächer", tatsächlich sind sie durchwegs facettenreicher und das macht Freude und ihre Rollen auch wesentlich lebendiger. Eine Brünnhilde muss nicht immer eine Nilsson-Stimme haben.
Insgesamt beeindruckend, dieser Ring, aber auch der Beweis, dass die überzeugende Zeichnung eines Charakters im sensiblen, vielschichtigen Einsatz der Stimme beginnt und nicht allein Regie und Bühne überlassen werden soll.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 20, 2015 9:45 AM MEST


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