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Beiträge von Falk Müller
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Rezensionen verfasst von
Falk Müller
(TOP 50 REZENSENT)   

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Die Krebs-Industrie: Wie eine Krankheit Deutschland erobert
Die Krebs-Industrie: Wie eine Krankheit Deutschland erobert
von Karl Lauterbach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ermutigend und ernüchternd zugleich, 30. August 2015
Die Botschaft des Buches ist ermutigend und ernüchternd zugleich. Ja, die Medizin macht bei Krebs Riesenfortschritte. Neue Therapien auf Basis von Antikörpern oder Hormonen sind aktuell schon in der Lage, gezielt nur die Krebszellen anzugreifen und deren Wachstum zu stoppen - so dass die gefürchtete "Chemokeule" vielleicht irgendwann ausgedient hat.

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist: Die neuen Therapien sind um ein Vielfaches teurer als die alten. Zwischen 50 000 und 150 000 Euro muss man pro Patient rechnen, so Lauterbach. Und wenn man dies auf das gesamte Gesundheitsssystem hoch-, und dabei noch steigende Erkrankungsraten aufgrund der alternden Bevölkerung einrechnet, kommt man auf beängstigende Zahlen: die Gesamtausgaben für Krebs pro Jahr könnten von derzeit 5 Mrd Euro auf vielleicht 45 Mrd Euro in zehn Jahren steigen - wohlgemerkt nur für diese eine Krankheit!

Die Frage ist natürlich: Wie soll das bezahlt werden? Eigentlich unmöglich. Die einzige Möglichkeit ist, dass die Kosten in der vorhergesagten Höhe erst gar nicht anfallen. Und hier bringt Lauterbach die großen Pharmakonzerne ins Spiel. Die sollen nämlich auf einen Großteil Ihrer derzeitigen, völlig unverhältnismäßigen Profite verzichten. Bisher ist es so, dass nur wenige Megakonzerne überhaupt die wirtschaftliche Macht und den politischen Einfluss haben, neue Medikamente durch die Zulassungsbehörden und auf den Markt zu bringen - und dann "Mondpreise" verlangen können. Dies muss sich dringend ändern, schreibt der Autor. Etwa indem die wichtigen Industrieländer sich auf eine gemeinsame Preispolitik einigen und Zulassungsverfahren so geändert werden, dass auch kleine innovative Firmen eine Chance haben und so überhaupt erst mal ein fairer Wettbewerb entsteht.

Aber auch wenn die Kosten auf diese Weise teilweise gesenkt werden können, wird es einen Verteilungskampf in der Gesellschaft geben, so Lauterbach. Derzeit werden die neuen, teuren Therapien oft auch Patienten verschrieben, denen sie kaum nutzen - aus Unwissenheit, finanziellen Anreizen (aufgrund hoher Fallpauschalen) oder weil die Patienten darauf drängen. Letztlich ist es auch eine schwierige moralische Frage: Wie viel darf ein zusätzliches Lebensjahr kosten: 50 000, 100 000 oder noch mehr? Der Autor hat natürlich auch keine fertigen Antworten darauf. Aber er hat mit dem Buch zumindest eine schwierige, aber notwendige gesellschaftliche Diskussion in Gang gesetzt.


Um es kurz zu machen: Über das unverschämte Glück, auf der Welt zu sein
Um es kurz zu machen: Über das unverschämte Glück, auf der Welt zu sein
von Meike Winnemuth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich lass das jetzt so, 25. August 2015
Eigentlich ist das Buch ja weitestgehend "nur" eine Sammlung von Kolumnen, die die Autorin bereits veröffentlicht hat - hauptsächlich für den "Stern" aber auch bei anderen Zeitschriften wie Geo oder Cosmopolitan. Und wenn dann diese Sammlung mit so einem wohlklingenden Titel wie "Über das unverschämte Glück, auf der Welt zu sein" versehen wird, könnte man leicht den Verdacht bekommen, dass hier einfach nur ein neues "Wohlfühlbuch" auf den Markt geworfen werden sollte.

Aber nach der Lektüre des Buches muss ich sagen: Es hat sich wirklich gelohnt. Das Besondere bei Meike Winnemuth ist nach meiner Meinung, dass sie mit ihrer Sprache einfach den Nerv der Leser trifft. Statt belehrend oder erzieherisch zu wirken, schildert sie mit einfachen Sätzen und viel geistigem Augenzwinkern ihren eigenen Alltag, eigene Unzulänglichkeiten, ihre täglichen Ängste und Freuden. Und damit schafft sie es, den Leser aus dessen Alltag abzuholen und mitzunehmen auf ihre geistige Reise.

Im Kapitel "Weniger müssen müssen" nimmt sie z.B. den typisch deutschen Perfektionszwang aufs Korn - etwa das Rasenmähen. Sie schreibt: " Dass der Rasen gemäht werden muss, steht weder in den 10 Geboten noch im BGB." Um den (unnötigen) Optimierungswahn geht es z.B. auch im Kapitel: : "Ist mir egal, ich lass das jetzt so" Da stellt Frau Winnemuth nämlich aus eigener Erfahrung fest, dass dieser Perfektionszwang mit zunehmenden Alter gütigerweise abnimmt. Sie schreibt: " Eine der fabelhaftesten Dinge des Alterns ist doch, dass der Lebensotimierungswahn der jungen Jahre abnimmt. Deshalb habe ich beschlossen: das wird nichts mehr, so ein Prachtexemplar der Menschheit zu werden - war ne bescheuerte Idee von Anfang an!"

Und ehe ich als Rezensent jetzt noch weiter über meine Rezension nachdenke, die mir irgendwie noch nicht so optimal erscheint, nehme ich jetzt einfach den Rat von Frau Winnemuth an, und sage mir: Schluss, Aus - Ist mir egal, ich lass das jetzt so!


Wie wir Deutschen ticken: Wer wir sind. Wie wir denken. Was wir fühlen.
Wie wir Deutschen ticken: Wer wir sind. Wie wir denken. Was wir fühlen.
von Holger Geißler
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch zeigt interessante Trend in der Mentalität der Deutschen, 13. August 2015
Das Buch ist sicher keine tiefschürfende Lektüre, die der deutschen Seele bis auf den letzten Grund gehen will. Es ist mehr eine Zusammenstellung der Meinung der Deutschen zu vielen Dingen des Lebens, welche auf der Basis von mehreren repräsentativen Umfragen gewonnen wurde. Natürlich geht es auch um die "großen" Probleme, also etwa der Frage mehr Nationalstaat oder nicht, Euro - ja oder nein. Interessanter waren aber für mich Fragen, die sich mit persönlichen Vorlieben, Wünschen und Sehnsüchte befassen. Und hier wird oft deutlich, dass zwischen Klischee und Selbstwahrnehmung manchmal eine Diskrepanz besteht. So gelten die Deutschen ja im Ausland oft als penibel und humorlos. Sich selbst sehen die Deutschen aber viel offener und entspannter.

Es werden im Buch auch Trends deutlich, wie sich die deutsche Mentalität in den letzten Jahren und Jahrzehnten diesbezüglich gewandelt hat. War vor 30-40 Jahren noch das etwas distanzierte Händeschütteln als Begrüßung üblich, so wurde dies in den letzten Jahrzehnten immer mehr durch die Umarmung abgelöst. Wir lassen also mehr persönliche Nähe zu. "Die Deutschen werden südländischer" stellen die Autoren gar im Buch fest. Ein anderes Beispiel für sich wandelnde Mentalitäten ist das Vereinswesen. So galt ja Deutschland lange Zeit als Land der Vereinsmeier. Das ist so nicht mehr zutreffend. Die Umfragen haben nämlich ergeben, dass Vereine von den Deutschen inzwischen zunehmend als einengend empfunden werden, der allgemeine Trend zur Individualisierung macht also auch hier nicht halt.

Ein weiterer interessanter Aspekt war für mich, dass bei den Deutschen das was sie als Meinung äußern, und dass was sie dann wirklich tun, recht weit auseinander liegen kann. So gaben zwar 57 % an, dass sie Wein gegenüber Bier bevorzugen. Tatsache ist aber auch, dass hiezulande fünf mal mehr Bier als Wein gekauft wird. Oder das Körpergewicht. Zwar gaben 59 % an, darauf zu achten und sich regelmäßig zu wiegen - trotzdem haben 43 % der Frauen und 37 % der Männer in den letzen fünf Jahren zugenommen. Tja, Anspruch und Wirklichkeit liegen manchmal doch auseinander. Aber das scheint mehr ein allgemein menschliches, und kein rein deutsches Problem zu sein....


Kann mir bitte jemand das Wasser reichen?: Eine kurze Geschichte der Arroganz
Kann mir bitte jemand das Wasser reichen?: Eine kurze Geschichte der Arroganz
von Ari Turunen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr Demut wagen, 9. August 2015
Der Buchtitel heißt ja eine kurze Geschichte der Arroganz". Und so breitet der Autor eine Fülle an historischen und aktuellen Beispielen aus, bei denen Herrscher an Ihrer Arroganz und ihrem Größenwahn gescheitert sind. Diese reichen vom Untergang Roms, dem Kolonialismus, bis in unsere heutige Zeit, etwa dem Untergang des DDR-Regimes. Dass aber von Hybris nicht nur politische Führer befallen sind, zeigt der Autor etwa an Persönlichkeiten wie John Lennon, der die Beatles für "populärer als Jesus" hielt, oder Richard Fulst der als Geschäftsführer von Lehmann Brothers mit seinen waghalsigen Entscheidungen 2008 eine Weltfinanzkrise auslöste.

So gut und lebendig diese Beispiele erzählt sind, fand ich seine Schlussfolgerung, dass Arroganz ein Laster ist, das mit allen Mitteln bekämpft werden muss, etwas zu schwarz-weiß gemalt. Denn die Grenze zwischen gesunden und notwendigen Selbstbewusstein, und übersteigerter Hybris, sind ja oft fließend. Um wichtige Entscheidungen zu treffen, ist natürlich ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten notwendig, manchmal auch ein zeitweises Ausblenden von realistischen Wahrscheinlichkeiten. Gefährlich wird es aber, wenn diese eigentlichen Tugenden einen bestimmten Punkt überschreiten und zur Hybris werden. Hier sind also Abstufungen hilfreich.

Gut fand ich aber das Rezept des Autors, wie man Arroganz bekämpfen kann, die sich aus einem übersteigerten Selbstbewusstein entwickelt hat. Damit beschäftigt er sich nämlich am Ende des Buches. Das Rezept lässt sich mit einem Wort beschreiben: Demut. Nur wer auch mal still sein kann, sich die Kritik von anderen nicht nur anhört, sondern sie auch beherzigt, entwickelt sich weiter, und minimiert die Gefahr, an seiner Ignoranz und Arroganz zu scheitern. So dass Demut nicht nur eine Frage des respektvollen Umgangs mit anderen Menschen ist, sondern auch ein Erfolgsrezept für das Erreichen von Zielen.


Off The Path: Eine Reiseanleitung zum Glücklichsein
Off The Path: Eine Reiseanleitung zum Glücklichsein
von Sebastian Canaves
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ansprechende Optik, nützliche Tips, aber noch mehr Reiseinspiration wäre schön gewesen, 8. August 2015
Zunächst muss man die farbliche Gestaltung des Buches loben. Text und Bilder bestehen eigentlich nur aus zwei Grundfarben: nämlich Schwarz für die Schrift und Orange für die Überschriften, Hervorhebungen und Bilder (hier mit Abstufungen) Das wirkt sehr übersichtlich, aufgeräumt und angenehm für das Auge - und eben farblich nicht so überladen wie die meisten anderen Reise-Ratgeber. Das Grafische ist also wirklich top.

Nun aber zum Inhalt. Der Untertitel heißt ja "Reiseanleitung zum Glücklichsein". Und so erwartet man dann natürlich auch viele Inspirationen, sich selbst auf Reisen zu begeben. Und die gibt der Autor auch am Anfang des Buches, etwa in dem er naheliegende Vorteile von Reisen beschreibt (Sprachenlernen, Exotische Speisen genießen, neue Freunde gewinnen), aber auch mittelbare Vorzüge, die mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit zusammenhängen (Reisen als Universität des Leben, Entwicklung von mentalen Fertigkeiten , Stärkung des eigenen Selbstvertrauens)

Der allergrößte Teil des Buches beschäftigt sich aber dann doch mit praktischen Tips für das Reisen. Und hier sind nun wirklich sehr viele nützliche Ratschläge dabei. Natürlich sind hier auch viele bekannte Sachen darunter, die man wahrscheinlich so oder ähnlich auch in anderen Reiseratgebern finden kann. Aber klar, der Autor kann natürlich das Reisen nicht völlig neu erfinden. Gleichwohl scheint er manchmal in dem Bestreben, den Leser mit so viel Infos wie möglich zu versorgen, etwas über das Ziel hinauszuschießen. Für mich wirkte er manchmal etwas zu "erzieherisch": etwa wenn er empfiehlt, den Kaffeekonsum zu reduzieren. (als Mittel um Geld für die Reise zu sparen)

Natürlich gibt er auch sehr schöne Reiseempfehlungen von Orten, die ihm besonders gut gefallen haben, die sind dann oft im Buch als Exkurse eingestreut: etwa die Insel Curacoa, Finnlands Süden oder ein stiller See in Myanmar. Das liest sich sehr schön. Gleichwohl scheint mir der Autor in seinem Bestreben, über alle möglichen Formen des Reisens zu schreiben, auch hier ein wenig über das Ziel hinauszuschießen. So gibt er z.B. auch eine Empfehlung für ziemlich teure Kreuzfahrten (etwa Antarktis-Kreuzfahrt für 10000-25000 Dollar für 2 Wochen). Und da das Buch ja eigentlich für kostenbewusste "Backbacker" gedacht ist, wundert man sich als Leser hier schon etwas. Wahrscheinlich wollte der Autor diese, ja doch ziemlich populäre Form des Reisens auch noch mit ins Buch bringen. Hier wäre "Mut zur Lücke" vielleicht besser gewesen.

FAZIT
Das Buch ist optisch sehr schön und enthält viele nützliche Tips. Vielleicht schon fast zu viele für meinen Geschmack. Denn durch die vielen praktischen Dinge, die man beim Reisen beachten soll (schon bei der Planung), geht etwas die Inspiration verloren, also der Impuls, einfach den Alltag hinter sich zu lassen und sich auf große Fahrt zu begeben. Für den, der sich schon für das Reisen entschieden hat, und nützliche Tips hierfür sucht, ist das Buch sicher sehr hilfreich. Für den, der sich erstmal zum Reisen inspirieren lassen will, ist es vielleicht nicht ganz so optimal.


Man möchte immer weinen und lachen in einem: Revolutionstagebuch 1919
Man möchte immer weinen und lachen in einem: Revolutionstagebuch 1919
von Victor Klemperer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwabing spielt Weltrevolution, 26. Juli 2015
Bücher über die Münchner Räterepublik 1919 gibt es sicher schon genug. Das Besondere an diesem Buch ist aber, dass die damaligen Ereignisse in zwei Zeitebenen dargestellt sind, die mehr als zwei Jahrzehnte auseinander liegen. Da sind also zum einen die Reportagen, die Klemperer in den Revolutionstagen für eine Zeitung schrieb. Und zum anderen sind es die Erinnerungen an diese Zeit, die er 1942 im Dresdner "Judenhaus" schrieb, also dem Ort, wo er als Jude das Dritte Reich überlebte.

Beginnen wir mit der ersten Zeitebene - die Reportagen, die Klemperer direkt 1919 schrieb. Und hier zeigt er sich als unbestechlicher Chronist einer wirren Umbruchsituation, in der schon erste beunruhigende Zeichen einer kommenden totalitären Realität zeigen. Obwohl er sicher gewisse Sympathie für die linke Räterepublik zeigt, ist ihm schnell klar, wie chancenlos die Protagonisten sind - sei es der Feuilletonist Eisner, der Lyriker Mühsam oder der Anarchist Landauer. Zitat: "Ein politischer Fasching, Schwabing spielt Weltrevolution, starke Lächerlichkeit, alles Komödienspiel"

Nun zur zweiten Zeitebene - die 1942 entstand. Obwohl Klemperer auch im Rückblick sein Urteil über die Revolution von 1919 nicht grundlegend ändert, sind seine Einschätzungen nun illusionsloser und bitterer und mehr autobiografisch geprägt. Man muss dazu wissen, dass Klemperer sich als Jude Zeit seines Lebens bemüht hat, in das deutsche Bürgertum assimiliert zu werden. Er hatte sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet, war als Sohn eines Rabbiners zum Protestantismus übergetreten. 1942 war aber natürlich offensichtlich, dass es ihm niemand dankte, dass er trotzdem um sein Leben fürchten musste - deshalb ist der bittere Grundton, der diesen Teil des Buches durchzieht, wohl allzu verständlich.

Fazit : Dadurch, dass hier zwei Zeitebenen, sowie gesellschaftliche Reportage und autobiografische Erzählung gekonnt miteinander verwoben wurden, ist es ein lesenswertes Zeitdokument über das damalige Revolutionsjahr 1919 geworden.


Domestik
Domestik
von Charly Wegelius
  Broschiert
Preis: EUR 16,80

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie ein Radprofi-Team funktioniert, 23. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Domestik (Broschiert)
Das ist ein Buch über einen Radprofi, der natürlich auch mit diesem Sport angefangen hat, um mal Rennen zu gewinnen, im Rampenlicht zu stehen. Der aber dann irgendwann gemerkt hat, dass er besser dafür geeignet ist, andere zum Star zu machen, als selbst einer zu werden. Das selbstlose Fahren für andere, die dann auf dem Podest stehen, beschreibt er nicht etwa mit Bitternis oder Wehklagen, sondern mit souveräner Gelassenheit.
Und insofern ist er er vielleicht ein größerer Profi als die sogenannten Siegfahrer, weil er eben einen harten und guten Job macht, ohne jedes mal dafür gefeiert zu werden. Man erfährt im Buch auch gut, wie ein Team etwa bei der Tour de France funktioniert, nach welchen Maßstäben die Fahrer für die Team ausgesucht werden, welchen Einfluss der Sponsor darauf hat und natürlich auch, wie in einem Rennen im Team die wichtigen Entscheidungen getroffen werden. Insgesamt ist es also ein interessantes Buch für jeden Radsportfan.


Schwarze Magnolie: Wie ich aus Nordkorea entkam. Ein Bericht aus der Hölle
Schwarze Magnolie: Wie ich aus Nordkorea entkam. Ein Bericht aus der Hölle
von Hyeonseo Lee
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehrere Leben in einem, 22. Juli 2015
Ich weiß nicht, warum für die deutsche Ausgabe ein so vergleichsweise nichtssagender Titel gewählt wurde. Gut, "Schwarze Magnolie" ist die Nationalblume von Nordkorea. Aber der Originaltitel "Das Mädchen mit den 7 Namen" beschreibt den Inhalt des Buches nach meiner Meinung viel besser. Denn die Autorin musste im Verlauf Ihres Lebens schon mehrmals ihre Identität wechseln, so dass sie sozusagen schon mehrere Leben gelebt hat. Und das beschreibt sie auch recht eindrucksvoll.

Das Buch ist daher in mehrere Abschnitte eingeteilt, entsprechend den Abschnitten in ihrem Leben. Es beginnt mit dem Leben der Autorin in Nordkorea, dann kommt nach ihrer Flucht nach China das dortige Leben, wie sie in ständiger Furcht vor Entdeckung und Abschiebung leben muss. Als ihr dann die Ausreise nach Südkorea gelingt und sie dort Asyl erhält, muss sie ihr Leben nochmals komplett umkrempeln und eine neue Identität annehmen. Der Höhepunkt ist dann, als sie unter lebensgefährlichen Bedingungen Mutter und Bruder aus Nordkorea holt.

Das Buch ist also eine spannende Lebensgeschichte. Darüber hinaus ist es aber auch eine interessante Innenansicht des kommunistischen Nordkoreas, einem Land, dass uns so fremd und merkwürdig erscheint. Es wird dabei deutlich, wie der Staat dort funktioniert, wie die Menschen schon in der frühesten Kindheit indoktriniert werden, und ein Regime von Angst und Unterdrückung herrscht. Insgesamt ist es also ein spannende Lektüre.


Malbuch für Erwachsene: Punkt-zu-Punkt: Zaubern Sie großartige Bilder wie aus dem Nichts
Malbuch für Erwachsene: Punkt-zu-Punkt: Zaubern Sie großartige Bilder wie aus dem Nichts
von David Woodroffe
  Broschiert
Preis: EUR 4,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn man einmal anfängt, kann man nicht mehr aufhören, 10. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In der Ausgangsschablone sieht man ja erst mal nur eine Unmenge an Punkten, ein paar Striche, Kreise. Man kann sich gar nicht vorstellen, was daraus für ein Bild entstehen könnte und ob überhaupt. Aber mit jedem Verbindungsstrich mehr entwickelt sich dann doch eine Vision von dem, was es am Ende werden könnte. Das ist schon sehr spannend, so etwas entstehen zu sehen, hat was Magisches. Und weil man unbedingt wissen will, wie das Bild am Ende aussieht, hat man das Bedürfnis, immer weiter zu machen bis man fertig ist. Ist schon fast eine Art Flow-Erlebnis.


Goodbye Zucker: Zuckerfrei glücklich in 8 Wochen - Mit 108 Rezepten
Goodbye Zucker: Zuckerfrei glücklich in 8 Wochen - Mit 108 Rezepten
von Sarah Wilson
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zuckerverzicht als Gewinn sehen, 7. Juli 2015
Das Hauptanliegen des Buches ist aus meiner Sicht weniger das Verbot von Zucker. Die Autorin konzentriert sich also nicht so sehr darauf zu zeigen, welche Krankheiten man durch Zucker alles bekommen kann. Das könnte sie vielleicht auch gar nicht hundertprozentig, weil sie ja weder Arzt, noch Ernährungswissenschaftlerin ist - wie sie auch selbst mehrfach betont.

Stattdessen versucht sie es eher aus der Sicht des einfachen Nahrungskonsumenten zu sehen - also aus der Sicht des normalen Lesers. Und hier zeigt sie, wie weit wir uns in den letzten Jahrzehnten wegbewegt haben von einer natürlichen und gesunden, zu einer schädlichen, kalorienreichen Kost. Ein Beispiel ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Haben die Menschen in den westlichen Industrieländern vor 100 Jahren noch ein Kilo Zucker pro Jahr konsumiert, so sind es heute schon 60 Kilo. Dass das nicht gut sein kann, und zu solchen, vor 100 Jahren noch fast unbekannten Volkskrankheiten wie Diabetes führt, kann man auch als Laie nachvollziehen.

Und aus solchen Beispielen leitet die Autorin auch ihre wichtigste Empfehlung ab: Nicht Zuckerverzicht als etwas Negatives, als eine Art Selbstkasteiung betrachten, sondern als etwas Positives. Weil nämlich der Verzicht, oder zumindest die starke Einschränkung des Zuckerkonsums wieder unseren natürlichen Appetit freilegt, den wir als kleine Kinder hatten. So dass man wieder zum autonomen, selbstbewussten Nahrungsmittelkonsumenten wird, der sich nicht mehr von den Verlockungen der großen Konzerne abhängig machen lässt, die ihn mit ihren Zuckerprodukten süchtig machen wollen. Und dass der Verzicht auf Zucker kein Verzicht auf Lebens-, oder Essensqualität sein muss, zeigt die Autorin mit ihren zahlreichen schmackhaften Rezepten im Buch.


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