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Rezensionen verfasst von
Falk Müller
(TOP 50 REZENSENT)   

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Der Marshmallow-Test: Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit
Der Marshmallow-Test: Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit
von Walter Mischel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Willenskraft kann man lernen, 26. März 2015
Der berühmte Marshmallow-Test ist ja oben bereits erläutert. Dort steht auch geschrieben, dass die getesteten Kinder, die die Willenskraft hatten, 20 Minuten mit dem Verzehr des ersten Marshmallows zu warten, um noch einen zweiten zu bekommen, dann auch im späteren Leben erfolgreicher waren. Also dass sie bessere Karrieren machten, gesünder lebten und ein zufriedeneres Famlilienleben hatten. Die Formel: mehr Willenskraft = mehr Erfolg ist eigentlich nicht so neu. Das Besondere an diesem Buch ist aber die Erkenntnis, dass Willenskraft zu einem großen Teil nicht angeboren ist, sondern erlernt werden kann. So dass es jeder selbst beeinflussen kann, wie erfolgreich er/sie im Leben ist.

Und hier sei noch mal auf Mischels Marshmallow-Test zurückgegangen. Die Kinder die den 20-minütigen Genussverzicht durchhielten, schafften das, indem sie sich auf etwas anderes konzentrierten, indem sie lachten, Musik machten oder sich mit einer anderen Beschäftigung ablenkten. Und so ähnlich funktioniert es auch bei Erwachsenen. Indem wir uns ein schwerer zu erreichendes Ziel vornehmen, was aber größere Befriedigung verspricht, statt uns mit einem leichter zu erreichenden kurzfristigem Ziel zufrieden zu geben, werden wir erfolgreicher - beruflich und privat. Das ist wohl die Hauptthese Mischels - er nennt es Belohnungsaufschub.

Aber sein Buch ist keinesfalls nur eine trockene Psychologievorlesung, der Autor streut auch viele Beispiele und Anekdoten aus dem täglichen Leben ein, um seine Theorie anschaulich zu machen. Wenn man z.B. beruflich ein wichtiges Projekt fertig bringen möchte ist es wichtig, sich eine Zeitlang nur darauf konzentrieren, statt sich mit Internetsurfen und dem Mail-Posteingang abzulenken. Oder wenn man privat einen sehr attraktiven Vertreter des anderen Geschlechts kennenlernt ist es wichtig sich daran zu erinnern, dass man bereits einen Partner hat, mit dem man durch dick und dünn gegangen ist, und mit dem man alt werden möchte - statt der kurzfristigen Versuchung nachzugeben. In beiden Fällen wird man durch kurzfristigen Verzicht mit um so größeren Erfolg und Glück in der Zukunft belohnt.

Fazit: Ein wichtiges Buch das zeigt, dass Willenskraft nicht so sehr von den Genen abhängt, sondern zum großen Teil erlernt werden kann. Auch Menschen, die nicht das Glück der idealen Gene hatten, oder auch aufmerksamer motivierender Eltern, können ihr Gehirn auf Erfolgskurs bringen und viel im Leben erreichen. Das ist die schöne Botschaft des Buches.


Liebeskummerpillen Pocket Chocolate - Notfallschokolade_Blechdose, 1er Pack (1 x 30 g)
Liebeskummerpillen Pocket Chocolate - Notfallschokolade_Blechdose, 1er Pack (1 x 30 g)
Wird angeboten von Stöberland_Impressum/AGB/Widerruf
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Eignet sich als ausgefallenes Geschenk, 22. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe die Notfallschokolade als ausgefallenes Geschenk zum Frauentag bestellt, und sie ist als witziger Gag dann auch gut angekommen. Mag sein, dass der Preis für den Artikel die reinen Materialkosten um ein Vielfaches übersteigt. Schließlich ist es ja nur ein 30g Stück Schokolade eingepackt in einer Blechbüchse. Aber es geht ja hier um die besondere Idee einer lustigen Überraschung. Und die Idee ist wirklich genial. Und auch die Ausführung ist gelungen, schließlich erinnert die Blechbüchse tatsächlich an einen Alarmkasten.


Ändere die Welt!: Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen
Ändere die Welt!: Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen
von Jean Ziegler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir können die Welt besser machen, wenn wir es wirklich wollen, 18. März 2015
Jeden Tag müssen unzählige Menschen auf dieser Welt sinnlos verhungern. Was uns von diesen Elenden trennt, ist lediglich der Zufall der Geburt. Obwohl wir das wissen, und oft auch ein schlechtes Gewissen dabei haben, finden wir in der Regel doch nicht die innere Kraft, dagegen aufzubegehren. Genau das will Jean Ziegler mit diesem wichtigen Buch ändern. Er möchte nämlich zeigen, dass wir durchaus nicht so ohnmächtig sind, wie wir das selbst glauben oder uns einreden wollen, nur um unser Gewissen zu beruhigen.

Es gibt kein Naturgesetz, dass uns zwingt, uns der neoliberalen Wahnidee zu unterwerfen die sagt: Wirtschaft , politisches Geschehen gehorchen unabänderlichen Gesetzen, unsichtbare Marktkräfte entscheiden über das Schicksal der Menschen und Völker. Denn die Menschheit verfügt heute längst über das Wissen und die Ressourcen, um Hunger, Unterdrückung und Tyrannei zu beenden. Aber was fehlt ist ein gemeinsames Identitäts,- und Solidaritätsbewusstsein, welches bei den meisten Menschen durch die neoliberale Wahnidee verschüttet wurde und erst wieder freigelegt werden muss. Ziegler plädiert deshalb für eine weltweite, vernetzte Zivilgesellschaft.

Und um hier eine kritische Masse zu erreichen, die Veränderungen erzwingen kann, appelliert der Autor an jeden Einzelnen von uns. "Ändere die Welt" heißt deshalb auch der Buchtitel. "Alles was das Böse braucht, um zu triumphieren, ist das Schweigen der guten Menschen" zitiert er den Philosophen Burke. Natürlich haben die Wenigsten Zugang zu den Schalthebeln der Macht. Aber jeder hat die Möglichkeit, einen (seinen) Beitrag dazu zu leisten, den Entscheidungsträgern klar zu machen, dass es nicht wie bisher weitergehen kann.

Und Ziegler führt auch konkrete Beispiele dafür an, wie man in kürzester Zeit Millionen vor dem Hungertod bewahren könnte. So plädiert er etwa für das Verbot von Börsenspekulationen auf Grundnahrungsmittel wie Mais, Getreide oder Reis. Er schreibt: "Millionen Menschen in der Dritten Welt, wo die Mutter mit sehr wenig Geld die Nahrung kaufen würde, wären gerettet". Ein anderer Vorschlag von ihm ist die Totalentschuldung der ärmsten Länder der Dritten Welt, damit in Schulen und Krankenhäuser investiert werden kann, anstatt dass diese von den Auslandsschulden erdrückt werden.

Fazit: Ein wichtiges Buch, das aufrüttelt, und zeigt, dass eine bessere Welt mit weniger Hunger und Elend möglich wäre, wenn sich jeder seiner Kraft und Verantwortung bewusst wäre, dazu seinen Beitrag zu leisten.


Sharp PW-E420 eBook
Sharp PW-E420 eBook
Wird angeboten von haus-der-sprachen
Preis: EUR 79,00

4.0 von 5 Sternen Nützliche Übersetzungshilfe, 15. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sharp PW-E420 eBook (Elektronik)
Für mich das praktischste elektronische Wörterbuch, dass ich je hatte. Das eBook ist schön leicht und die Tasten lassen sich auch leicht betätigen, so dass einem nicht nach einer halben Stunde Dauerbenutzung die Finger schmerzen, so wie bei manch anderen Wörterbuch. Besonders praktisch finde ich, dass einem gleich nach den ersten eingegebenen Buchstaben eine Liste der in Frage kommenden Wörter angezeigt wird, so dass man das gesuchte Wort eigentlich fast nie ganz ausschreiben muss.

Nicht ganz optimal gelöst finde ich die Suche nach Redewendungen. Es gibt nämlich bei dem eBook keine Leertaste, so dass man einfach 2 oder mehrere Wörter hintereinander eingeben könnte, sondern man muss dafür extra vom normalen Wörterbuch in einen besonderen Modus hineinwechseln. (und natürlich auch wieder zurück) Aber insgesamt ist es doch eine nützliche Hilfe, mit einem umfangreichen Wortschatz, so dass man in der Regel eigentlich jedes Wort findet.


GenderGaga: Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will.
GenderGaga: Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will.
von Birgit Kelle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

60 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frauen und Männer sind von Natur aus unterschiedlich - können wir es nicht dabei belassen?, 10. März 2015
Ein Glück, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde, und nicht von einem Mann. So dass jemand von denen ihre Stimme erhebt, die eigentlich mit dem "Gender-Mainstream" zwangsbeglückt werden sollen und die sich jetzt fragen: Was soll das alles? Jeder weiß doch, dass Frauen und Männer von Natur aus unterschiedlich sind. Können wir es nicht dabei belassen? Genau diese wichtige Frage stellt Frau Kelle im Buch.

"Gender-Mainstream" ist eine jeder Ideen, die ursprünglich mal einen richtigen Ansatz hatten, die sich aber dann durch ideologische Überhöhung und Institutionalisierung völlig verselbstständigt, und komplett von der Lebenswirklichkeit einer erdrückenden Mehrheit (Männer und Frauen!) losgelöst haben. Ja, Frauen werden oft schlechter bezahlt und sitzen zu wenig auf Führungspositionen. Das muss sich ändern, klar. Aber kann es nicht auch so sein, dass Frauen auch deshalb öfter zu Hause bei den Kinder bleiben, weil es sie mehr erfüllt, als ein gutbezahlter, aber "hamsterradmässiger" Job? Dass sie vielleicht deshalb häufiger Germanistik oder Kunst studieren, weil sie es mehr interessiert als ein vielleicht besser dotierter technischer Ingenieurberuf?

Aber was nicht sein kann, darf natürlich auch nicht sein. Frau Kelle beschreibt im Buch, wie ein ganzer Wirtschaftszweig entstanden ist, der von "Gender-Mainstreaming" lebt. Es gibt heute in Deutschland rund 180 Professuren zu dem Thema und 2000 hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte in Ämtern. Die wollen natürlich alle ihren Job behalten, denken sich neue "Projekte" aus und deshalb wird an jeder Ecke nach vermeintlichen Diskreminierungen gesucht - und so gibt es eben bald keine (männlichen) Fußgänger mehr, sondern nur noch "zu Fuß gehende". Hat sich je eine Frau vorher deshalb diskriminiert gefühlt?! Dass dieser Unsinn ein Haufen Geld kostet, weil sämtliche amtlichen Dokumente umgeschrieben, Drucksachen, Broschüren, Gesetze neu aufgelegt werden müssen, scheint dabei egal zu sein. Wenn auch sonst die Infrastruktur verfällt - Hauptsache gendergerecht!

Fazit: Frau Kelle stellt in diesem Buch die richtige Frage, nämlich ob sich die Gender-Debatte nicht längst verselbstständigt hat, sich von der Lebenswirklichkeit von 99 Prozent der Bevölkerung entfernt hat, und vor allem immense Gelder verschlingt, die an anderer Stelle viel besser eingesetzt werden könnten. Danke für dieses Buch!


Die Freihandelslüge: Warum TTIP nur den Konzernen nützt - und uns allen schadet
Die Freihandelslüge: Warum TTIP nur den Konzernen nützt - und uns allen schadet
von Thilo Bode
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Worum es bei TTIP wirklich geht, 10. März 2015
Wenn man die offiziellen Verlautbarungen von Politik und Wirtschaft Glauben schenken soll, dann müsste das geplante Handelsabkommen der reinste Segen sein: geringere Zölle, weniger Bürokratie, Angleichung von Standards, und dadurch neue Absatzmärkte, mehr Jobs, größere Produktauswahl, niedrigere Preise. In seinem Buch erklärt aber Thilo Bode, worum es bei TTIP tatsächlich geht, warum es demokratische Prozesse aushöhlt, und schädliche Auswirkungen auf den Verbraucher hat.

Den Kern seiner Kritik verrät schon der Buchtitel: "Die Freihandelslüge" Befreit werden sollen nämlich vor allem die Konzerne vor unliebsamen Regulierungsvorhaben. Bode schreibt: "Bei diesem Abkommen geht es nicht um Freihandel, sondern um Freibeuterei. Das Recht der Konzerne auf ungestörtes Beutemachen würde ins Völkerrecht geschrieben und die Gesetzgeber würden sich in Teilen selbst abschaffen: Regulierungsvorhaben könnten nur noch durchgesetzt werden, wenn der Handelspartner USA zustimmt."

Was das für Deutschland und Europa bedeuten würde, beschreibt er etwa im Kapitel "Die Demontage der Vorsorge" Während in Amerika das Nachsorgeprinzip gilt, wo also erst reagiert wird, wenn ein bereits auf dem Markt befindliches Produkt sich als schädlich oder problematisch erweist, gilt in Europa das Vorsorgeprinzip. D.h. wenn in Europa ein Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt bringen will, muss es zuvor die Unschädlichkeit nachweisen. Das Vorsorgeprinzip hat sich bewährt, garantiert den Verbrauchern Gesundheitschutz und spiegelt einen Kompromiss zwischen den Schutzinteressen von Menschen und Umwelt einerseits und den Wirtschaftinteressen andererseits wieder. Warum sollte man also jetzt dieses bewährte Prinzip zur Disposition stellen, fragt der Autor zu Recht.

Fazit: Der Autor wendet sich nicht gegen fairen Freihandel per se, er bestreitet auch nicht dessen Vorteile. Aber er zeigt im Buch, dass es bei dem geplanten Abkommen eigentlich gar nicht um Freihandel geht, sondern um das Bestreben der großen Konzerne, Einfluss auf die gesetzgeberischen Gestaltungsmöglichkeiten der EU zu nehmen und zu verhindern, dass der Staat zu viel reguliert - zu Lasten von Verbrauchern und Umwelt. Das gezeigt zu haben, ist das wichtige Verdienst des Buches.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2015 1:18 AM CET


No-Carb-Smoothies: Die Drei-Stufen-Diät für mehr Energie, Gesundheit und eine schlanke Linie
No-Carb-Smoothies: Die Drei-Stufen-Diät für mehr Energie, Gesundheit und eine schlanke Linie
von Ulrich Strunz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht so viel Neues, aber die Empfehlungen für die Smoothies machen Appetit, 7. März 2015
Der Kern dieser Diät ist die sogenannte Ketose. Ketose ist eigentlich ein natürlicher Zustand des Körpers, der sich aber aufgrund der heutigen, kohlenhydratreichen Ernährung nur selten einstellt. Wenn man durch die Smoothie-Diät eine Zeitlang sehr wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt, wird entsprechend das Insulin gesenkt, und dadurch werden Ketone gebildet. Das sind Energiemoleküle, die Körper und Geist zu höherer Leistung bringen und die Fettverbrennung steigern.

Im Buch werden dann auf über 60 Seiten Rezepte für schmackhafte Smoothies in Wort und Bild präsentiert. Für jedes Smoothie-Rezept wird gezeigt, welche positiven Auswirkungen die jeweiligen Bestandteile auf das körperliche und geistige Wohlbefinden haben. Hier mal ein paar Beispiele, um Lust auf die Diät zu machen:

Cocktail für gute Nerven: Himbeer-Mandel-Shake
Glückselexier: Schoko-Erdnuss-Shake
Wachmacher Cocktail: Kaffee-Frappé
Doping für die Abwehr: Passionsfrucht-Soja-Mint
Bringt die Verdauung auf Trab: Tee-Smoothie mit Pfirsich

Fazit: Das Buch zeigt gut, wir man durch Verzicht auf Kohlenhydrate wie Brot oder Süßigkeiten den Stoffwechsel umstellt, und so zu mehr körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit kommt. Und durch die vielen leckeren Smoothies im Buch wird einem der Umstieg im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft gemacht.


Mythos Redemacht: Eine andere Geschichte der Rhetorik
Mythos Redemacht: Eine andere Geschichte der Rhetorik
von Karl-Heinz Göttert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reden können ist keine Gnade der Natur, sondern eine Kunst, die man erlernen kann, 3. März 2015
Den Titel "Mythos Redemacht" hat der Autor bewusst gewählt. Göttert wendet sich nämlich in seinem Buch gegen den Glauben, dass es den geborenen Redner geben würde, der allein aufgrund seiner Ausstrahlung, seines Charismas die Massen in den Bann zieht. Stattdessen steht bei erfolgreichen Rednern oft eine Technik dahinter - oder anders gesagt eine Kunst, die man erlernen kann.

Als Beispiel für seine These bringt der Autor etwa den auf dem Buchcover abgebildeten Barack Obama. In dessen Siegesrede nach seiner Wahl als US-Präsident begeisterte er seine Zuhörer mit Sätzen wie etwa: "Ich habe heute vielleicht nicht Eure Stimme erhalten, aber ich höre euren Ruf" Fast jeder Satz der Rede war rhetorisch perfekt durchstilisiert. Die Stilmittel, der sich Obama bediente, sind weitgehend die gleichen, die schon vor über 2000 Jahren ein Perikles oder ein Cicero verwendeten, so Göttert.

Und um zu zeigen, dass sich das sich das Erfolgrezept für eine gute Rede seit der Antike kaum geändert hat, bildete er sogenannte Rednerpaare, Dort treten dann fiktiv etwa Cicero gegen Joschka Fischer, Demosthenes gegen Charles de Caulle oder Augustinius gegen Bismarck gegeneiander an. Also alles Redner, die zeitlich viele Jahrhunderte voneinander getrennt lebten bzw. leben. Aber allen ist gemeinsam, dass sie ihre Reden logisch kunstvoll aufbauten, mit Stilmitteln wie Antithesen und Paradoxen arbeiteten und so ihre Zuhörer fesselten.

Fazit: Der Autor räumt in diesem Buch mit dem Mythos auf, dass Redetalent quasi eine Gnade der Geburt wäre, dass also manche Menschen ihre Zuhörer automatisch in den Bann ziehen - egal was sie sagen. Stattdessen gehört zu einer guten Rede auch eine gute Technik, sowie eine Beherrschung der Stilelelemente. So dass Reden eine Kunst ist, die man zu einem großen Teil lernen kann. Insofern macht er uns allen Hoffnung.


Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
von Gabriele Krone-Schmalz
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

115 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Tadele Deinen Nachbarn nicht, bevor du nicht eine Meile in seinen Mokassins gelaufen bist", 21. Februar 2015
Frau Krone-Schmalz geht in diesem Buch der wichtigen Frage nach, woher das gegenseitige Misstrauen und Missverstehen zwischen Russland und dem Westen eigentlich wirklich kommt und geht hierbei zeitmäßig zurück zum Zusammenbrechen der Großmacht Sowjetunion. Sie schreibt: "Schon in der ersten Hälfte der 90iger Jahre wurde es versäumt, eine Sicherheitsarchitektur zu schaffen, in der auch Russland als Nachfolger der Weltmacht SU seinen Platz hätte finden können. Stattdessen verhielt sich der Westen wie der Sieger des Kalten Krieges und glaubte, über russische Interessen hinweg gehen zu können."

Ein Knackpunkt ist und bleibt für sie die NATO-Osterweiterung. 1999 traten Polen, Tschechien und Ungarn bei, 2004 folgten das Baltikum, Bulgarien und Rumänien, 2009 schließlich Albanien und Kroatien. Kann man da nicht nachvollziehen, dass sich Russland durch diese Expansionspolitik der NATO bedroht fühlen muss? Der Westen macht es sich zu einfach, so die Autorin, wenn er die Umzingelung Russlands als "freie Entscheidung souveräner Staaten" bezeichnet. Die "freie Entscheidung" beruhte nämlich oft auf Macht-, und Wirtschaftsinteressen. Frau Krone-Schmalz bringt hier das Beispiel der Stationierung von NATO-Waffen in Polen - ein gutes Geschäft für die entsprechenden westlichen Firmen.

FAZIT
Die Autorin bestreitet gar nicht, dass die Kritik an Russland und Putin in vielerlei Hinsicht berechtigt ist. Sie wirbt aber dafür, sich auch in die Lage Russlands hinein zu denken und zitiert dabei einen alten Indianerspruch: "Tadele deinen Nachbarn nicht, bevor du nicht eine Meile in seinen Mokassins gelaufen bist." Russland zu verstehen, ist also sehr wichtig für den Westen. Frau Krone-Schmalz schreibt: "Russland als Partner zu haben, ist im ureigenstem Interesse der EU. Wer diese Chance vertut, riskiert, dass Europa im Machtkampf künftiger Großmächte zerrieben wird.
Kommentar Kommentare (22) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 22, 2015 9:00 AM CET


Kind, versprich mir, dass du dich erschießt: Der Untergang der kleinen Leute 1945
Kind, versprich mir, dass du dich erschießt: Der Untergang der kleinen Leute 1945
von Florian Huber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niemand wird wissen, was wirklich geschah, 18. Februar 2015
Um vollständig zu verstehen, warum 1945 so viele Menschen freiwillig ihr Leben beendet haben, muss man wohl damals alles selbst erlebt haben, um es wirklich zu begreifen. Sicher, es gab die ganzen äußeren Umstände: der verlorene Krieg, der Hunger, das Elend. Aber Florian Huber sieht die Gründe für das Phänomen Massenselbstmord vor allem auch im in psychologischen Bereich. Er schreibt: "Die Selbstmordwelle mit Zehntausenden von Toten war der extreme Ausdruck eines Schmerzes, in dem sich die Menschen angesichts von Irrtum, Niederlage, Demütigung, Verlust, Scham, persönlichem Leid geworfen sahen."

Die Schuld verteilt der Autor nicht einseitig an das deutsche Volk, sondern bemüht sich wohltuend um Ausgewogenheit. So schreibt er einerseits: "Die Deutschen wussten genau, was sie angerichtet haben." Andererseits sieht Huber den Grund für die Selbstmorde auch in der konkret erlebten Gewalt. Er beschreibt, wie die Rote Armee bei ihrem Einmarsch mit großer Brutalität vorging, dass es also tatsächlich Plünderungen, Vergewaltigungen und willkürliche Erschießungen gab, die die Menschen damals nicht mehr verkraften konnten.

Und es gibt im Buch auch drastische Beispiele hierfür, besonders aus der Kleinstadt Demmin, wo sich von 15000 Einwohnern mehrere Hundert das Leben nahmen. Huber führt im Buch Fälle an, die man als Leser wohl kaum mehr vergessen kann. Hier nur ein beispielhafter Auszug aus dem Buch, in Form eines Berichte einer damaligen Einwohnerin.

"Neben dem Gartenzaun lag eine tote Frau, eine Selbstmörderin mit ihren beiden kleinen Kindern. Irene Böker sah Kinderschuhe, Kinderstrümpfchen. Niemand wird wissen, was wirklich geschah. Noch bis zum Abend lagen die drei Toten auf ihrem Platz, dann muss sie jemand notdürftig begraben haben. Damit fanden die Namenlosen aber keine Ruhe. In den Garten kamen tagsüber russische Soldaten, um das Erdreich zu durchwühlen. Sie wussten längst, dass viele deutsche Bewohner vor ihrer Flucht ihre Wertsachen in den Gärten rund um ihre Häuser vergraben hatten, So wurde die Erde über der toten Frau mit den beiden Kindern immer wieder freigelegt, Abends sah Irene Böker ihre bleichen verdreckten Gesichter und scharrte aufs Neue mühsam Erde darüber.

"Schließlich kam ich (Irene Böker) auf die fürchterliche Idee, die Beine der Kinder aus dem Erdreich herausragen zu lassen. So waren vier Kinderbeine mit den Schuhen und den braunen Strümpfchen immer zu sehen, wie sie nach oben zeigten, und als "Mahnzeichen" für die Wühler galten. Dieses grausige Bild erschütterte uns sehr. Kein Soldat suchte an dieser Erdbodenstelle weiter."

Fazit : Ein aufrüttelndes Buch, das zeigt, was Krieg wirklich bedeutet, und das sich mit der Selbstmordwelle nach dem Krieg einem Aspekt widmet, der bisher noch wenig behandelt wurde.


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