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Rezensionen verfasst von
Falk Müller
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Brasil 2014. Die Weltmeisterschaft. Das Buch.
Brasil 2014. Die Weltmeisterschaft. Das Buch.
von Klaus Hoeltzenbein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schönes Buch, 22. Juli 2014
Das Buch ist nicht vergleichbar mit etwa den WM-Büchern von Sport- Bild oder Kicker, die ja nach jeder WM entsprechende Rückblicke in Buchform veröffentlichen. Und es ist auch nicht vergleichbar mit der beliebten WM-Bibliothek der Süddeutschen Zeitung, von der ja bis 2002 nach jeder WM eine Ausgabe erschien, und die immer die gleiche Aufmachung und immer 160 Seiten hatten. Das Buch ist also keine "Serienproduktion", sondern ein Liebhaberstück.

Von den genannten Rückblicken unterscheidet sich das aktuellen Buch schon durch den Umfang. Auf 434 Seiten hat man wahrlich genug Raum, alle Aspekte einer Fußball-WM zu beleuchten, das Gastgeberland vorzustellen, seine Stadien, seine Menschen, seine Mentalität. Und man hat auch Raum für eine historische Zeitreise angefangen von der ersten WM 1930 bis heute. Eine WM wird ja auch geprägt vom Zeitgeist, der im Austragungsjahr herrschte. All das wird im Buch schön und lebendig aufbereitet. Mir hat z.B. gefallen ein Interview mit dem Weltmeister von 1954 Werner Liebrich, welches er 1994, wenige Monate vor seinem Tod gab. Natürlich ist es eine Art "Konserve" aber es spiegelt authentisch den Zeitgeist von 1954 wieder. Und beim Empfang der damaligen Weltmeister auf dem Münchner Marienplatz sind eben nicht nur jubelnde Menschenmassen zu sehen, sondern auch die damals immer noch vorhandenen Kriegsruinen, so dass man sich viel besser vorstellen kann, was der WM-Titel für die Deutschen damals bedeutete.

Anders als bei Kicker oder Sportbild wird der Aspekt viel stärker betont, dass diese WM 2014 in Brasilien stattfand, einem Land, das den Fußball lebt und liebt, wie kaum ein anderes Land. Und so kommen auch Menschen des Gastgeberlandes zu Wort, für die Fußball oft eine der wenigen Freuden in Ihrem schwierigen Alltag ist. Anhand schöner Fotos wird aber auch gezeigt, das Brasilien ein Land mit einer faszinierenden Natur ist - so dass man Lust bekommt, da irgendwann mal hinzufahren -auch ohne Fußball.

Auch was die Spiele und den Turnierverlauf angeht, geht das Buch über die Spielberichte, Fotos und Statistiken hinaus, die ohnehin in jedem WM-Rückblick enthalten sind. So wird z.B. Beim Finale nicht nur Götzes Tor gezeigt, sondern auch die genaue Entstehung in den Sekunden vorher. Es gibt also eine Grafik, die genau zeigt, welchen Weg der Ball und alle beteiligten deutschen und argentinischen Spieler kurz vor dem entscheidenden Schuss zurücklegten. Sicher ein Hightlight für jeden Fußballkenner.

Es gibt im Buch aber auch schöne Einzelstorys über einzelne Themen. Hier nur zwei Beispiele: etwa der WM-Pokal. Man erfährt, was mit dem echten Pokal bei einer WM passiert, wo er ansonsten aufbewahrt wird und wie viel er überhaupt wert ist - also rein vom Materialwert. Oder das Maracana-Stadion. Es kommen Brasilianer zu Wort, die beklagen, dass man ihm mit dem neuesten Umbau seine Seele, seine Unverwechselbarkeit genommen hat - oder wie es an einer Stelle heißt: "Aus dem Stadion wurde eine Arena gemacht" (die sich kaum noch von den vielen anderen Arenen unterscheidet)

Fazit: Ein schönes Buch, in dem es nicht nur um den Fußball geht, sondern alles das, was zum Erlebnis einer WM auch dazu gehört: den Gastgeber, die Fans, die Stadien und viele kleine Geschichten die den Fußball erst interessant machen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 23, 2014 10:24 PM MEST


Brasilien 2014: Die Fußball-Weltmeisterschaft. Der Triumph von Rio
Brasilien 2014: Die Fußball-Weltmeisterschaft. Der Triumph von Rio
von Ullrich Kühne-Hellmessen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gelungener WM-Rückblick, 20. Juli 2014
Natürlich gibt es auch die üblichen Spielberichte und Statistiken. Aber was mir bei dem Buch gut gefallen hat, war eben, dass es darüber hinaus geht. Hier mal ein Beispiel. Anhand der dramatischen Elfmeterschießen, die es bei dieser WM gab, gibt es gleich noch einen geschichtlichen Rückblick zur Geschichte des Elfmeterschießens, es kommen prominente Torhüter und Schützen zu Wort die aus ihrer Sicht beschreiben, wie sie sich gefüllt haben und es gibt auch Fotos von entscheidenden Elfmetern (natürlich auch von Breitner und Brehme, die Deutschland ja jeweils zum Weltmeister gemacht haben)

Was ich im Buch schön fand war, dass nicht nur das rein fußballerische beleuchtet wird, sondern auch das Gastgeberland Brasilien, die Fans und das ganze Drumherum, das eine Fußball-WM ja erst zu dem Ereignis macht, was es ist. Bei Brasilien gibt es auch solche Fotos zu sehen, die nicht so zur Feierstimmung passen, etwa von Protesten vor den Stadien oder die Slums in Rio. Aber gleichzeitig gibt es auch Bilder, die die Lebensfreude der Menschen dort und ihre Begeisterung für den Fußball zeigen.

Zum Fußball gehören ja nicht nur die Spieler, sondern genauso die Fans. Und hier gibt es schöne Bilder, die illustrieren, wie die Fans in den Heimatländern mitfiebern gerade auch in Deutschland. Ich fand zum Beispiel ein Foto vom Public Viewing auf Usedom schön, wo die Leinwand im Meer stand und die Leute am Strand von Strandkörben umgeben auf die Leinwand schauten - und aufs Meer.

Man erfährt sogar einiges Interessante und vor allem Neue über das deutsche Team. Die Fotos von Kloses Salto oder Götzes entscheidenden Tor hat wahrscheinlich jeder WM-Rückblick. Aber welcher hat schon ein Foto vom deutschen Manschaftskoch bei seiner Arbeit, der dann gleich noch erzählt, dass Mertesacker am liebsten jeden Tag Tomatensuppe isst, und Schweinsteiger darauf achtet, dass mindestens einmal pro Woche Spaghetti Bolognese auf den Tisch kommt. Es sind solche kleinen, liebenswerten Geschichten am Rande, die man nur hier erfährt, und die das Buch zu einer lesenswerten Lektüre machen.


SportBild Fußball-WM 2014
SportBild Fußball-WM 2014
von Alfred Draxler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Fotos, interessante Geschichten, etwas zu viel Statistik, 20. Juli 2014
Am besten haben mir die Fotos gefallen. Man hat bei vielen davon den Eindruck, dass sie genau im richtigen Augenblick und aus genau der richtigen Perspektive gemacht wurden. Beim dramatische Elfmeterschießen zwischen Brasilien und Chile etwa werden alle 10 Schüsse gezeigt, und zwar immer genau in dem entscheidenden Moment, wo der Ball gerade ins Tor geht, neben den Pfosten oder ihn der Torwart hält. So dass man die Spannung, die man schon am Bildschirm hatte, nochmal durchlebt. Das schönste Foto im Buch ist aber für mich das, was genau in der Sekunde des Abpfiffs des Finals entstand und einen Großteil der deutschen Spieler zeigt. Man spürt die Erleichterung und die Last, die gerade von ihnen abfällt. Und man sieht vor allem, wie individuell jeder Spieler reagiert: Müller und Schürrle etwa recken die Fäuste, Lahm schaut in den Himmel und scheint sich für den Beistand von ganz oben zu bedanken, bei Höwedes reicht es sogar noch zu einem Freudensprung, während Schweinsteiger so kaputt ist, dass er sich erstmal auf den Rasen fallen lässt. Wirklich ein tolles Foto, weil alles darauf zu 100 % authentisch ist.

Aber nicht nur die Fotos, auch manche Geschichten am Rande haben mir gefallen - gerade weil man sie oft gar nicht so mitbekommen hat. Bei mir war das z.B. beim Spiel Kolumbien gegen Japan so. Was dort außer 5 Toren noch passierte? In der 85. Minute wurde der Ersatztorwart von Kolumbien eingewechselt und wurde mit seinen 43 Jahren und seinem Sechs-Minuten-Einsatz zum ältesten WM-Spieler aller Zeiten. Nebenbei erfährt man gleich noch, dass der älteste deutsche WM-Spieler kein geringerer als Fritz Walter war (mit 37 Jahren 1958 in Schweden) Oder man erfährt im Buch auch, dass der Italienische Torwart Buffon erst der 3. Spieler war, der bei 5 Weltmeisterschaften eingesetzt wurde. (neben dem Mexicaner Carbacal und unserem Lothar Matthäus) Oder man erfährt, dass die deutsche Mannschaft nun schon zum 3.Mal hintereinander das torgefährlichste Team war. Wer solche Details liebt, für den ist das Buch eine Fundgrube.

Bei allem Lob seien 2 Kritikpunkte auch noch erlaubt. Zum einen hätte ich mir mehr Informationen über das Gastgeberland gewünscht, seine Menschen, seine Mentalität. Denn gerade bei so einer Fußballnation wie Brasilien wäre das ja interessant gewesen. Und hier hätte ich mir eben etwas mehr gewünscht als nur 3,4 schöne Fotos und die Vorstellung der WM Stadien auf 2 Seiten. Aber auch was die Begeisterung über die WM anderswo, gerade hier in Deutschland angeht, kommt nach dem viel versprechenden Bild auf dem Cover im Buch selbst eigentlich nicht mehr viel. Gerade der grandiose Empfang der Weltmeister in Berlin hätte man sich als Teil im Buch gewünscht. Sicher wollte der Verlag seinen WM-Rückblick so schnell wie möglich in die Läden bringen - hier hätte sich aber eine "Verlängerung" um ein paar Tage aus meiner Sicht gelohnt.

Der zweite kleine Kritikpunkt ist aus meiner Sicht, dass das Buch mit etwa zu viel Statistik überfrachtet wird. Dass etwa bei jedem Spiel für jeden einzelnen Spieler aufgelistet wird, wie viele Pässe von ihm angekommen sind, wie oft er gefoult hat oder wurde, mag bei den deutschen Spielen noch manchen interessieren. Ob sich aber solche Statistiken bei nicht so tollen Spielen (etwa einem 0:0 zwischen Iran und Nigeria) wirklich jemand genauer anschaut, wage ich zu bezweifeln. Ich hatte also bei mancher Tabelle und mancher Statistik den Eindruck, dass es eher "Füllmasse" ist.

FAZIT: Das Buch ist vielleicht ein wenig zu sehr auf den Fußball zentriert und zu wenig auf die Fans und das ganze Drumherum. Auch erschien mir manche Statistik entbehrlich. (deshalb 1 Stern weniger) Aber die vielen tollen Fotos und vor allem die interessanten Geschichten abseits der reinen Spielberichte machen dies wieder wett. So dass sich die Lektüre für jeden lohnen sollte.


Pfandsammler: Erkundungen einer urbanen Sozialfigur
Pfandsammler: Erkundungen einer urbanen Sozialfigur
von Sebastian J. Moser
  Broschiert
Preis: EUR 22,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Sozialstudie, 9. Juli 2014
Man kann es kaum glauben, dass es heutzutage Themen gibt, über die noch kein Buch geschrieben wurde. Das Pfandsammeln ist aber so ein Phänomen, das bisher in der Literatur noch völlig unbeachtet blieb.

Der Grund, warum der Autor mit dem Buch sozusagen wissenschaftliches Neuland betreten konnte, liegt wahrscheinlich darin, dass es das Pfandsammeln erst seit wenigen Jahren in dieser Form gibt. Im Buch erfährt man nämlich nochmal, wie der Gesetzgeber 2003 das Pflichtpfand einführte und wie 2006 die EU dafür sorgte, dass Supermärkte nicht nur bei ihnen gekaufte, sondern alle leeren Einwegflaschen zurücknehmen müssen. Und so entwickelte sich binnen kurzer Zeit das Phänomen der Pfandsammler, das jeder heute in deutschen Städten beobachten kann.

Mosers Kernthese könnte man etwa so formulieren, dass es den Pfandsammlern nicht so sehr um das Geld geht, sondern vielmehr darum, eine Aufgabe zu haben, Struktur in den Tagesablauf zu bringen, Leute zu sehen, mit ihnen zu reden und so wieder Teil des sozialen Lebens zu werden.

Pfandsammeln als Beschäftigungstherapie? Das werden natürliche viele als zynisch empfinden und sagen, die Sammler sind oft alte oder einsame Menschen, die bitter auf das Geld angewiesen sind. Und solche kommen im Buch entsprechend auch zur Sprache, etwa HartzIV-Empfänger die beschreiben, was sie sich durch das Sammeln alles leisten können, worauf sie sonst verzichten müssten.

Aber das Buch ist nicht einseitig. Es kommt nämlich auch die andere Seite zur Sprache, die sagt: In Deutschland muss doch keiner verhungern! Warum müssen diese Leute wegen ein paar Euro im Dreck rumwühlen ? Und wenn sie unbedingt was Sinnvolles machen wollen - warum machen sie dann kein Ehrenamt?

Man merkt, die Sache ist nicht so einfach. Wer hat nun recht? Wahrscheinlich jeder etwas. Im Buch erfährt man etwa, dass man mit Flaschensammeln so ca. 100 - 150 Euro verdienen kann. Das ist natürlich auch Geld. Aber man bekommt bei der Lektüre schon den Eindruck, dass es die wenigsten unbedingt nur wegen dem Geld machen. Sondern sie wollen auch etwas Sinnvolles und Nützliches machen, Teil der Gesellschaft sein. Und das kann man gut nachvollziehen.

Fazit: Das Buch ist sachlich und ausgewogen. Vielleicht ist der Schriftstil etwas zu wissenschaftlich verklausuliert. Der Titel "Erkundungen einer urbanen Sozialfigur" deutet es ja schon etwas an. Aber man muss hier bedenken, dass es ja ursprünglich auch eine Doktorarbeit war, die praktisch in ein Buch umgewandelt wurde. Insgesamt ist es aber doch eine interessante Lektüre über ein soziales Phänomen, das viel über unsere heutige Gesellschaft aussagt.


Mammoth Book Of The World Cup (Mammoth Books)
Mammoth Book Of The World Cup (Mammoth Books)
Preis: EUR 8,35

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr umfassender WM - Führer, 28. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir das Buch gekauft, um mich auf die Fußball-WM einzustimmen, und gleichzeitig mein Englisch aufzufrischen. Beides hat geklappt. Der Autor gibt einen detaillierten Bericht von jeder WM und bringt zu jeder WM noch Einzelstorys. So etwa über besondere Spiele (etwa das Halbfinale
Deutschland - Italien 1970, besondere Spieler, oder besondere Überraschungen. (etwa Italiens Niederlage 1966 gegen Nordkorea) Man spürt beim
Autor viel Liebe zum Detail.

Es gibt aber auch Kapitel, die sich nicht direkt auf eine WM beziehen, sondern bestimmte Aspekte des Fußballs allgemein abdecken. (etwa über Schiedsrichter, Einwechselspieler oder die Olympischen Fußballturniere) Auch das ist sehr interessant zu lesen. Insgesamt ist es ein lesenswertes
Buch.


Weizenwampe - Das Kochbuch: Gesund und schlank ohne Weizen. Mit 120 Rezepten - Vom Autor des SPIEGEL-Bestsellers "Weizenwampe" -
Weizenwampe - Das Kochbuch: Gesund und schlank ohne Weizen. Mit 120 Rezepten - Vom Autor des SPIEGEL-Bestsellers "Weizenwampe" -
von Dr. med. William Davis
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Nachfolger vom ersten Buch, 25. Juni 2014
Nach seinem Bestseller "Weizenwampe" kommt der Autor nun mit diesem Folgebuch zurück. Aus meiner Sicht muss man das erste Buch nicht unbedingt gelesen haben, um dieses zweite, was sich ja vor allem mit weizenfreien Rezepten beschäftigt, zu verstehen.

Denn im ersten Teil des neuen Buches gibt der Autor nochmal eine Zusammenfassung seines weizenfreien Ernährungsprinzips. Er schreibt u.a., dass das Weizenprotein Gliadin süchtig macht, als Appetitanreger wie ein Opiat wirkt. Und das nutzt die Ernährungsindustrie bewusst aus, indem sie Weizen in irgendeiner Form fast allem beimischt. Natürlich führt das zu hohem Kalorienverbrauch bei den Konsumenten und zu solchen Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetis, aber auch Leiden wie etwa Migräne oder Depressionen. Aber davon profitiert dann gleich die nächste Branche - die Pharmaindustrie nämlich...

Im zweiten Teil des Buches kommen dann die eigentlichen, weizenfreien Rezepte. Ich war erstaunt, dass viele Sachen enthalten waren, wo man sich eigentlich gesagt hätte: na, die müssten doch wohl auf jeden Fall Weizen enthalten (etwa Pizza oder Kuchen)Davis Prinzip ist es eben, Weizenprodukte durch andere Produkte zu ersetzen, die hinsichtlich Konsistenz und Geschmack gleichwertig sind. Für eine Soße nimmt er eben als Bindemittel nicht normales Mehl , sondern Kokosmehl.

Fazit: Ein interessantes wichtiges Buch. Einen Stern habe ich aber doch abgezogen, weil mir der Autor etwas zu "missionarisch" ist. Mit Empfehlungen wie: "Machen sie ihr Haus zur weizenfreien Zone", oder Sätzen wie: "Wir jagen den Weizen zum Teufel und verbreiten die Botschaft der Ernährungsrevolution" wirkt das Buch stellenweise eher wie eine Verhaltens- Bibel denn wie ein Ratgeber. Vielleicht mag es da auch kulturelle, oder Mentalitätsunterschiede zwischen Amerika (woher der Autor ja stammt) und Deutschland geben.

Ich lasse mich jedenfalls, bei aller Richtigkeit einer Reduzierung des Weizenskonsums nicht vollständig bekehren und werde auch zukünftig noch ab und an morgens zu einem knusprigen (weizenhaltigen) Brötchen oder abends zu einem herzhaften Vollkornbrot greifen - einfach weil es schmeckt und weil ich denke, dass mit gesundem Augenmaß man alles in Maßen genießen darf. (gilt ja nicht nur für Weizen, sondern auch für manch andere "Sünden" wie Alkohol oder Süßigkeiten...)


Religion ohne Gott
Religion ohne Gott
von Ronald Dworkin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man kann auch ohne Gott ein moralisches Leben führen, 23. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Religion ohne Gott (Gebundene Ausgabe)
Der Buchtitel ist nur scheinbar ein Widerspruch. Denn Dworkin zeigt in seinem Buch, dass man auch ohne Gott ein moralisches Leben führen kann. Er hebt die Grenzen auf zwischen religiösen und nicht-religiösen Menschen, zwischen Christen und Atheisten. Und er beschreibt, dass es eine religiöse Grunderfahrung gibt, die man als Ehrfurcht oder Demut bezeichnen könnte, und die für eine humane Kultur unverzichtbar ist: Dankbarkeit für die Schönheit unserer Welt und Demut für die Kostbarkeit des Lebens. Und diese Grunderfahrung ist universell, unabhängig von einem Gott.

Im Buch geht es auch um Unsterblichkeit. Gerade, weil wir wissen, dass wir sterben müssen, ist es wichtig, dass wir richtig leben, schreibt Dworkin. Für ihn wird der Mensch unsterblich durch das Gute, was er in seinem Leben zustande bringt. Der Autor und sein Buch selbst sind dafür ein bewegendes Beispiel, war es doch das letzte Werk, was er vor seinem Tod uns Weiterlebenden hinterlassen hat. Ein wichtiges Buch wohlgemerkt, weil es zeigt, dass Religion, in einem breiter gefassten Sinn, immer noch eine wichtige Angelegenheit des Menschen ist.


Die schrecklichen Kinder der Neuzeit
Die schrecklichen Kinder der Neuzeit
von Peter Sloterdijk
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,95

32 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dieses beunruhigende "Zuviel von allem" oder: "Das Zeitalter der Nebenwirkungen", 22. Juni 2014
Das Buch war mein erster Sloterdijk, und so fand ich die Lektüre ziemlich gewöhnungsbedürftig, ja herausfordernd. Sloterdijk schreibt ja in einem Essaystil. Er arbeitet viel mit Wort- und Gedankenspielen, jongliert mit historischen Vergleichen und Aussagen früherer Philosophen. Für den, der den ausreichenden intellektuellen Hintergrund dafür hat, sicher ein Hochgenuss - für alle anderen (wie mich) : nun ja, etwas herausfordernd...

Aber wer die Lektüre durchhält, der wird auch belohnt. Es gibt nämlich durchaus Kapitel und Stellen, die (zumindest für mich) richtig packend sind, wo Sloterdijk in seiner ihm eigenen intellektuellen Schärfe Probleme unserer heutigen Zivilisationsgesellschaft benennt und auf den Punkt bringt. Für mich war z.B. Kapitel 3 so eine Passage, welches sich "Dieser beunruhigende Überschuss an Wirklichkeit" nennt. Da geht es also um die Feststellung, "dass die Summe der Freisetzungen von Energien in Zivilisationsprozessen regelmäßig die Leistungsfähigkeit kultivierender Bindekräfte übersteigt." Einfacher ausgedrückt könnte man es vielleicht auch so sagen: Unsere heutige Zivilisation produziert von allem zu viel, und dieser Überfluss könnte ihren Niedergang bedeuten. Sloterdijk nennt hierfür 25 Beispiele, von denen ich nur ein paar aufzählen möchte:

- Es werden in aller Welt viel mehr Wünsche nach Objekten des Konsums und des Genießens stimuliert, als durch real erarbeitete Güter bedient
werden können
- Es werden mehr Fahrten angetreten, mehr Transfers durchgeführt, als durch Vorkehrungen zur Kollissionsvermeidung schadlos abzuwickeln sind
- Es werden ständig mehr einklagbare Rechte von Inhabern formal gültiger Ansprüche geltend gemacht, als sich durch Prozesse vor bestehenden Gerichten bestätigen lassen
- Es werden ständig mehr Krankheiten entdeckt, beschrieben und diagnostiziert, als je durch bestehende Einrichtungen behandelt werden können
- Es werden ständig mehr Kunstwerke auf den Markt gebracht, als jemals durch Kennerschaft, Sammlungen und kunstwissenschaftliche Resümees gewürdigt werden können
- Es werden im aktuellen Kulturbetrieb ständig mehr Kandidaten auf Prominenz mit entsprechenden Wahrnehmungsprivilegien produziert, als durch die vorhandenen Aufmerksamkeitskapitale honoriert werden können
- Es werden von Schuldnern (namentlich Regierungen) stets mehr Kredite aufgenommen, als sich jemals mit Rückzahlungsabsichten rechtfertigen lassen
- Es werden viel mehr Abfälle aus konsumorientierten Lebensformen generiert, als sich auf absehbare Zeit in Recycling-Prozessen resorbieren lassen.

Doch was folgt nun aus diesem "Zuviel von allem"? Sloterdijk nennt unsere Zivilisation das "Zeitalter der Nebenwirkungen". Mit dem Ausdruck Nebenwirkung meint er also die Tatsache, dass die bewusst herbeigeführten Effekte von Unternehmungen und Innovation zu einen nicht beabsichtigten, ausufernden, und vor allem nicht mehr zu beherrschenden Konsumexzess geführt haben.

Und dies hat Konsequenzen für den modernen Staat. Dieser muss zur Einhegung der beschriebenen, entfesselten Nebenwirkungen von einer Gestaltungs- zu einer Kompensationspolitik übergehen. Sloterdijk schreibt: "War die Moderne das Zeitalter der Projekte, erweist sich die Postmoderne als das Zeitalter der Reparaturen. Größere Politik scheint nur noch als ausgeweiteter Pannendienst möglich - als defensives Hinterher-Regieren nach Zwischenfällen und Notständen" So wie Sloterdijk es beschreibt, dürften wohl die meisten Politik heutzutage empfinden, deshalb ist seiner treffenden Beschreibung von mir als Rezensent nichts mehr hinzu zu fügen.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 11, 2014 4:17 PM MEST


Ganz oben Ganz unten
Ganz oben Ganz unten
von Christian Wulff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Wahrheit hat immer zwei Seiten, 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
Man kann zu Christian Wulff stehen, wie man will. Aber jeder Mensch hat nun mal das Recht, die Dinge aus seiner Sicht darzustellen. Dass andere dies dann anders sehen, gehört zur Meinungsfreiheit. Ich möchte deshalb an ein paar Beispielen versuchen darzustellen, dass die Wahrheit immer mehrere Seiten hat, und es kein Schwarz oder Weiss gibt.

RICHTIG IST: Dass Wulff sich auch durch eigene Fehler in seine damals ausweglose Lage gebracht hat. So schreibt er im Buch etwa, "dass er niemals dem Bild-Chefredakteur auf dem Anrufbeantworter den Satz hätte hinterlassen dürfen, in der Berichterstattung über ihn, den Präsidenten, sei der Rubikon überschritten" Ein Bundespräsident darf nunmal nicht drohen.
WAHR IST ABER AUCH: Dass gegen Wulff einen Medienkampagne stattfand und er praktisch vorverurteilt wurde. Für jeden Menschen gilt aber in einem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung - egal für wie sympathisch oder fähig man ihn auch halten möge. Und dass er gelitten hat, das glaubt man ihm wohl auch ohne sein Buch. Denn ich persönlich habe selten einen Menschen gesehen, der in 2 Jahren so gealtert ist.

RICHTIG IST: Dass Christian Wulff als Bundespräsident nur bedingt geeignet war, auch wenn er trotzig meint: "Ich wäre heute noch der Richtige im Amt" Herr Wulff hat offenbar nie begriffen, dass zu einem Bundespräsidenten mehr gehört, als nur einen Staatsbesuch unfallfrei über die Bühne zu bringen, dass es Ausstrahlung und Charisma braucht, damit seine Worte als Präsident auch wirken. Viele seiner Vorgänger hatten diese Ausstrahlung (Weizsäcker oder Herzog) und Wulff eben nur bedingt (von seinen persönlichen Verfehlungen mal abgesehen)
WAHR IST ABER AUCH: dass Christian Wulff ja nicht aufgrund eigener Qualitäten zum Amt gekommen ist, sondern durch Frau Merkel ins Amt gehievt wurde, um einen Präsidenten Gauck zu verhindern, welcher ihr hätte gefährlich werden können mit seiner Beliebtheit und Ausstrahlung (im Gegensatz zu Wulff) Fast alle wussten doch schon damals, dass Gauck die bessere Wahl gewesen wäre - und trotzdem haben sie Wulff als Bundespräsidenten abgenickt - und sind damit mitschuldig, wenn Wulff das Amt beschädigt hat

RICHTIG IST: Dass über 200 000 Euro Ehrensold pro Jahr gegenüber dem Steuerzahler einfach nicht zu rechtfertigen ist
WAHR IST ABER AUCH: Dass Wulff diese Regelung ,die längst auf dem Prüfstand hätte gebracht werden müssen, ja nicht selbst geschaffen hat. Die jetzige Ehrensoldregelung stammt vom Juli 1959 - damals war Christian Wulff erst wenige Wochen auf der Welt! Viele andere haben auch davon profitiert. Etwa ein Walter Scheel, der sich nach seiner Amtszeit als Bundespräsident mit 59 Jahren in den Ruhestand verabschiedet hat, seit 35 Jahren auch den Ehrensold erhält, und jetzt Christian Wulff empfiehlt, auf seinen zu verzichten.

Fazit: Man sieht also an meinen wenigen Beispielen, dass die Wahrheit immer mehrere Seiten hat und man dies in der hitzigen Debatte über das Buch auch beachten sollte.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 22, 2014 10:01 AM MEST


Entscheidungen
Entscheidungen
von Hillary Rodham Clinton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wird Hillary Clinton die neue US-Präsidentin?, 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Entscheidungen (Gebundene Ausgabe)
Im englischen Original heißt der Titel ja "harte Entscheidungen" und in der deutschen Version nur "Entscheidungen". Vielleicht hätte man besser den englischen Titel ganz übernommen, den er macht recht gut den Charakter des Buches deutlich. Frau Clinton will nämlich mit dem Buch zeigen, welch harte Entscheidungen sie in ihrer vierjährigen Amtszeit als Außenministerin treffen musste, warum sie aber im Interesse des Landes nicht anders handeln konnte.

Zunächst geht es im Buch aber darum, wie sie 2008 überhaupt ins Amt kam. Sie musste ja erst von Obama überredet werden, gegen den sie damals als Präsidentin angetreten war. Und sie erwähnt im Buch manche politische Wunden, die sie im Wahlkampf 2008 erlitt. Als Obama ihr z.B. immer wieder vorhielt, dass sie 2002 als Senatorin für den Irak-Krieg gestimmt hatte. (er selbst hatte ja damals das Glück, nicht im Senat zu sein und deshalb nicht mit abstimmen zu müssen)

Dann geht es im Buch um ihre eigentliche Tätigkeit als Außenministerin. Und hier beschreibt Frau Clinton, wie sie die ganzen Konfliktherde in Afghanistan, Syrien oder Libyen unter Kontrolle bringen sollte und dabei manch harte Entscheidung treffen musste. Nach ihrer eigenen Meinung machte sie keine gravierenden Fehler, was ja auch stimmt. Gleichwohl kann man im Rückblick wohl auch nicht sagen, dass sie am Ende ihrer Amtszeit eine wesentlich stabilere Welt hinterlassen, bzw. das Ansehen der USA in der Welt bedeutend erhöht hätte.

Und ja, das Buch ist sicher auch eine Art Empfehlungsschreiben für eine Präsidentin Clinton ab 2016. Denn sie lässt durchblicken, dass sie sich das durchaus zutrauen würde, und versucht sich im Buch schon als recht präsidiabel zu präsentieren. Man bekommt jedenfalls den Eindruck, dass sie sich zu Höherem berufen fühlt, als nur Ministerin unter einem Präsident, bzw. Ehefrau eines solchen zu sein.


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