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Rezensionen verfasst von
Falk Müller
(TOP 50 REZENSENT)   

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Gekaufte Journalisten
Gekaufte Journalisten
von Udo Ulfkotte
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer dieses Buch gelesen hat, sieht die Medien mit anderen Augen, 18. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Gekaufte Journalisten (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch wird wohl viele Leser in dem bestätigen, was sie ohnehin schon ahnten. Dass nämlich das, was heute in der Zeitung steht, keinesfalls unabhängiger, sauber recherchierter Journalismus ist, sondern oftmals das Produkt von Begünstigung oder gar Bestechung.

Ulfkotte beschreibt in seinem Buch, wie Journalisten gekauft und im Interesse von Politik, Geheimdiensten und großen Wirtschaftsunternehmen gelenkt werden. Er zeigt an Beispielen, wie Journalisten etwa mit Hotelkostenübernahmen, Flugreisen, oder sonstigen Geschenken dazu bewegt werden, für Diktaturen, Regierungen und Firmen tendenziell zu berichten. Und das für mich Erschreckende dabei war, dass er dabei keinesfalls nur den Boulevard-Journalismus meint, sondern auch öffentlich rechtliche Rundfunksender oder sogenannte "Qualititätsblätter". Ulfkotte muss es wissen, hat er doch selbst von 1986-2003 bei der FAZ gearbeitet.

Fazit: Das Buch ist für den Leser eine dringend notwendige Aufklärung und wird ihm die Medien nach der Lektüre mit ganz anderen Augen sehen lassen.


Sie wissen alles: Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen
Sie wissen alles: Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen
von Yvonne Hofstetter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist uns unsere Selbstbestimmung wert?, 17. September 2014
Wenn von künstlicher Intelligenz die Rede ist, denkt man wahrscheinlich meist an Computer und Programme, die einem das Denken zumindest teilweise abnehmen, weil sie eigene Entscheidungen treffen können. Dabei ist das nur die eine, die angenehme Seite der Medaille, meint die Autorin in ihrem Buch.

Die unangenehme ist, dass sich hochleistungsfähige Computer dabei allmählich menschlicher Kontrolle entziehen, weil die Maschinen mithilfe von Algorithmen selbstständig Entscheidungen treffen, die selbst der Programmierer in all ihren Abzweigungen und Konsequenzen nicht vollständig durchdacht hat - die also ein Eigenleben führen, das vom Menschen kaum noch kontrolliert werden, dafür aber von den großen Internetfirmen missbraucht werden kann. Genau davor will Hofstetter warnen. Sie schreibt: "Wir sind alle gläsern, erpressbar und manipulierbar geworden. Im Informationskapitalismus trifft eine neue Elite, die mit Daten-Macht und Reichtum die Kontrolle übernimmt, auf eine gefährliche bürgerliche Gleichgültigkeit." Es geht also um nichts weniger als um die Bewahrung der menschlichen Autonomie, der Abwehr einer Informations-, und Vehaltenskontrolle, der unser demokratisches Gemeinwesen zum Opfer fallen würde.

Doch gibt es überhaupt noch Hoffnung, dies alles abzuwenden? Für die Autorin durchaus, obwohl das Zeitfenster immer kleiner wird. Sie schreibt: "wir haben noch rund fünf Jahre Zeit, eine Balance zwischen Internetunternehmen und den Verbrauchern herzustellen." Und hierbei sieht sie die Politik in der Pflicht. Sie fordert eine dringende Debatte darüber, welche Gesetze die Fremdbestimmung des Menschen durch Big Data verhindern können. Mit dem Buch hat sie einen wichtigen Beitrag für diese notwendige Diskussion erbracht.


Der Fluch der bösen Tat: Das Scheitern des Westens im Orient
Der Fluch der bösen Tat: Das Scheitern des Westens im Orient
von Peter Scholl-Latour
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rückblick auf ein journalistisches Lebenswerk, 13. September 2014
Der Buchuntertitel "Das Scheitern des Westens im Orient" deutet es schon an: das Buch ist eine Abrechnung des Autors mit dem Westen, der mitschuldig ist an einem Nahen Osten, welcher uns wahrscheinlicher nie kriegerischer und konfliktreicher vorkam als heute. Ob der Autor vielleicht schon ahnte, dass es sein letztes Buch wird, sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall nimmt er er bei seiner Kritik keinerlei Rücksichten mehr auf die USA oder Europa.

Der USA etwa wirft er krasse Einmischung in die Machtverteilung eines souveränen Staates wie der Ukraine vor. Scholl-Latour schreibt: "Es ist wohl der Fluch der bösen Tat, dass die globalen Spionage- und Bespitzelungsaktionen von NSA und CIA durch die Entschlüsselungsfähigkeit ihrer Kontrahenten bloßgestellt werden." Denn trotz aller Bemühung um Verschleierung wurde publik, dass der amerikanische Botschafter in Kiew angewiesen wurde, für einen ukrainischen Ministerpräsidenten zu sorgen, der das Wohlwollen der USA hatte. Aber auch mit Europa geht Scholl-Latour hart ins Gericht, wirft ihm etwa in der Ukraine-Krise zögerliches Engagement, Mangel an Courage und Verharren in altmodischen Vorstellungen vor. So zeigt er die Unterwürfigkeit Europas gegenüber seinem amerikanischem Hegemon auf, und dessen Geringschätzung gegenüber seinen europäischen, transatlantischen Verbündeten.

Scholl-Latour geht im Buch aber nicht nur auf die aktuellen Konflikte ein, sondern stellt sie in einen größeren historischen Zusammenhang, wobei er aus seiner über 60jährigen Erfahrung und Präsenz in den Krisenregionen schöpfen kann. Zu Amerika etwa schreibt er, dass es seit dem grandiosen Sieg im 2.Weltkrieg nur noch militärische Rückschläge erlitten hat. Er verweist etwa auf den Koreakrieg, den er selbst an Ort und Stelle miterlebt hat. Und er erinnert auch daran, dass die Verschleierung der wahren Absichten keinesfalls eine aktuelle Tendenz der Politik der USA ist. So führt er als Beispiel etwa die Rechtfertigung für die Bombardierung Nordvietnams 1964 an, bei der der damalige Präsident Johnson eine Falschmeldung über einen angeblichen Überfall im Golf von Tonkien als Rechtfertigung nutzte. Oder er erinnert daran, dass der damalige Präsident Bush Junior seinen Außenminister Powell zwang, vor den Gremien der UNO eine von Bagdad ausgehende Bedrohung Europas durch ein gewaltiges Arsenal von Giftstoffen und Lenkwaffen vorzutäuschen, von denen er wusste, dass sie gar nicht existierten.

FAZIT
Vielleicht ist dieses Buch im Angesichts des kürzlichen Ablebens von Peter Scholl-Latour wirklich eine Art Vermächtnis. Denn er nimmt nochmals Rückblick auf seine jahrzehntelange Arbeit als politischer Journalist, erzählt von den wichtigsten seiner zahlreichen Reisen in die Krisenregionen, etwa 1951 nach Kurdistan, 1978 nach Afghanistan oder 1982 in den Irak, als dort der Iran/Irak-Krieg tobte. Das Buch ist sicher keine einfache Lektüre, die einem die aktuellen Konflikte auf der ganzen Welt im Telegrammstil erklären kann oder will. Aber wer sich wirklich auf das Buch einlässt, in die spannende Welt eintaucht, die der Autor bei seiner journalistischen Arbeit erlebte, der wird sicher mit vielen neuen Erkenntnissen und Einsichten belohnt.


Wir sind die Guten.: Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren
Wir sind die Guten.: Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren
von Mathias Broeckers
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Wahrheit hat immer zwei Seiten, 4. September 2014
Das Buch ist keineswegs nur eine eine Putin-Verehrung wie man nach dem Titel vermuten könnte. Denn dass auch Russland etwa in der Ukraine knallharte wirtschaftliche und politische Interessen verfolgt, stellen auch die Autoren nicht in Frage.

Was sie aber in Frage stellen ist die Schwarz-Weiss-Sicht des Westens auf den Konflikt in der Ukraine. Also dass Putin und Russland an allem allein schuld sein sollen. Diese einseitige Sicht verzerrt die Wirklichkeit, stellen die Autoren fest. Denn dass ökonomische und militärische Ziele in der Ukraine verfolgt werden, gilt nämlich für den Westen und vor allem die USA genauso wie für Russland. Nur das dies dann nicht so genannt wird und stattdessen hinter Begriffen wie "Friedensmission" oder "Demokratieförderung" verschleiert wird.

Und wie der Buchuntertitel bereits andeutet, spielen dabei die Medien eine entscheidende Rolle - bzw. deren Manipulation der öffentlichen Meinung. Die Autoren sprechen von einer gelenkten westlichen Presse, die die Wirklichkeit verzerrt abbildet und einseitig Meinungen und Stimmungen erzeugt. Ein Beispiel ist hier der Abschuss der malaysischen Maschine mit hunderten Toten, der vor allem Putin angelastet wird - obwohl die genauen Umstände bis heute nicht vollständig geklärt sind.

Fazit: Ein nützliches Buch für Leser, die die täglichen Meldungen aus der Ukraine, aber auch aus anderen Krisengebieten wie dem Irak oder Syrien besser verstehen und einordnen möchten. Und die vielleicht durch das Buch ein Gefühl dafür bekommen, dass die Wahrheit immer zwei Seiten hat.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2014 1:30 AM MEST


Stadt - Land - Überfluss: Warum wir weniger brauchen als wir haben (Fischer Paperback)
Stadt - Land - Überfluss: Warum wir weniger brauchen als wir haben (Fischer Paperback)
von Jörg Schindler
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Warum weniger mehr sein kann, 3. September 2014
Wir waren als Gesellschaft noch nie so vermögend wie heute, die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung waren noch nie so groß. Und trotzdem werden wir nicht glücklicher - im Gegenteil. Selten waren wir so gestresst und frustriert. Warum das so ist, damit beschäftigt sich Jörg Schindler in diesem lesenswerten Buch.

Sein Hauptansatz im Buch ist, dass an die Stelle des materiellen Mangels ein anderer Mangel getreten ist: der Mangel an Sinn und Nutzen. Es bleibt keine Zeit mehr nachzudenken was wir wirklich wollen, keine Zeit zur Ruhe zu kommen. Doch wie konnte es dazu kommen? Der Autor macht dafür einen Zeitgeist verantwortlich, der ausschliesslich auf Wachstum ausgerichtet ist: alles wird mehr: die Kommunikationsmöglichkeiten, die Bildschirmdiagonalen, die Auswahl im Supermarkt. Aber der Zwang, sich dem Diktat des "immer mehr" zu unterwerfen, macht krank, stellt der Autor fest. Weil immer mehr Arbeit, immer mehr Leben in die gleiche Zeit gepackt werden soll. Er nennt es "Effizientdiktat", dem wir alle ausgesetzt sind.

Doch wie kommt man raus aus dieser Spirale? Patentlösungen hat Schindler natürlich auch nicht zu bieten. Er fordert aber auf, sich dem Wachstumsdiktat des "immer mehr" zu widersetzen und darüber nachzudenken, ob nicht weniger mehr ist: weniger Dinge, die uns belasten, weniger Stress, weniger Sorgen, weniger Abhängigkeit, weniger Frustration. Dafür aber mehr Freiheit das zu tun, was wir wirklich wollen, mehr Einfachheit, mehr Entspannung.

Fazit: Obwohl natürlich die Empfehlungen des Autor nicht kurzfristig so einfach umzusetzen sind, so regt das Buch doch zu einem langfristigen Umdenken an - und das ist schon viel wert.


Sechs Jahre: Der Abschied von meiner Schwester
Sechs Jahre: Der Abschied von meiner Schwester
von Charlotte Link
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hommage an die Schwester - und an das Leben, 2. September 2014
Wenn man die attraktive, fröhliche Frau auf dem Cover sieht, und dann die ersten Seiten im Buch liest, wenn Charlotte Link einen der letzten Tage beschreibt, den sie zusammen mit Ihrer Schwester Franziska erlebte, ist man irgendwie fassungslos und kann nicht glauben, was der Krebs aus einem Menschen machen kann. Auch wenn man es als "Nicht-Krebskranker" wohl nie ganz nachfühlen kann, so kann man es doch zu zumindest ahnen, wie schlimm es sein muss, nicht mehr ohne Qualen essen oder atmen zu können.

Man ist irgendwie nur noch traurig und wütend gleichzeitig. Und dies vor allem auch deshalb, weil man dann im Buch einen sympathischen, und hilfsbereiten Menschen kennenlernt, einen Menschen, der etwa einen kranken Hund aus dem Urlaub mit nach Hause bringt und ihn gesundpflegt - und der trotzdem schon mit 46 Jahren von dieser Welt gehen musste. "Was habe ich nur getan, dass ich so sterben muss" fragt die todkranke Franziska an einer Stelle. Eine Frage, die wohl keiner beantworten kann.

Aber es geht im Buch nicht nur um das Leben und Sterben der Schwester, sondern auch darum, wie Charlotte Link als Angehörige dies erlebt, mit ihr zusammen gegen die Krankheit kämpft und mit ihr leidet. Sie nennt es im Buch "Überlebensschuld". Und damit meint sie, dass man selbst gesund ist, das Leben genießen kann, während das Schicksal gleichzeitig den Menschen, der einem am nächsten steht "durch die Hölle jagt" wie es an einer Stelle heißt. Das Buch ist also auch eine Art von Trauerbewältigung für die Autorin selbst. Und eine Danksagung an ihre Schwester. Denn am Schluss des Buches schreibt sie einen bewegenden, fiktiven Brief an die verstorbene Schwester, in dem sie sich für die gemeinsame Zeit mit ihr bedankt.

FAZIT: Charlotte Link gelingt es sehr gut, die Gefühle aller Beteiligten zu beschreiben, man merkt, warum sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen ist. Und auch wenn der Krebstod ihrer Schwester so ungerecht und sinnlos erscheinen mag, so bleibt wenigstens der Trost, dass nun ein sehr lesenswertes und bewegtes Buch entstanden ist, das uns "Weiterlebende" daran erinnert, wie schnell alles anders sein kann und uns mahnt, unser Leben und jeden einzelnen Tag davon als Geschenk zu betrachten.


Die Frau auf der Treppe
Die Frau auf der Treppe
von Bernhard Schlink
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch über Chancen im Leben - die man nutzt oder verpasst, 29. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Frau auf der Treppe (Gebundene Ausgabe)
Zur Handlung möchte ich nicht mehr so viel schreiben, denn die ist ja schon oben angedeutet und von meinen Mitrezensenten näher ausgeführt. Natürlich ist der Plot aus meiner Sicht etwas konstruiert. Dass 3 Männer sich in dieselbe Frau verlieben ist erstmal durchaus nachvollziehbar. Und dass dabei ein Bild von der Frau eine wichtige Rolle spielt, um das sich zwei der Männer streiten, während der dritte als Anwalt schlichten soll, da kann man als Leser auch noch gut folgen. Und dass dann das Bild und die Frau plötzlich verschwinden - ja so geht es im Leben manchmal zu....

Etwas "märchenhaft" wurde es dann aber für mich, als Jahrzehnte später dieses Bild in Australien, also am anderen Ende der Welt, wieder auftaucht, und der Anwalt es dort zufällig beim Bummeln durch eine Ausstellung wieder entdeckt. Man fragt sich doch als Leser: wie wahrscheinlich ist denn das? Und wie wahrscheinlich ist es, dass dann alle 3 Männer und die Frau sich in deren einsamen Haus an der Ostküste von Australien wieder treffen und die längst vergessenen Konflikte von damals, und von Seiten des Anwalts die Gefühle für die Frau wieder aufleben? Schlink mutet dem Leser also ganz schön viel zu - aber er belohnt ihn auch. Und zwar mit Denkanstößen über das eigene Leben, die vielleicht nur durch durch diese ungewöhnliche Geschichte ausgelöst werden können.

Denn dadurch, dass der Autor neben dem aktuellen Geschehen in Australien, Rückblenden über das erwähnte Geschehen von vor 40 Jahren in Frankfurt einschiebt , ist das Buch auch eine Zeitreise in die Vergangenheit. Der Anwalt, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, blickt zurück auf die vergangenen Jahrzehnte seitdem und beginnt sein eigenes Leben zu hinterfragen. Und kommt dabei zu dem bitteren Schluss, dass er die Freiheit nicht gewagt, sich ein-, und abgefunden und damit sein wahres Leben mehr oder weniger verpasst hat. "Er sei niemand, der etwas riskiert" hatte ihm die Frau damals vorgeworfen - bevor sie plötzlich für Jahrzehnte aus seinem Leben verschwand.

Und die bittere Ironie dieser Geschichte ist, dass es auch nach der erneuten Begegnung mit der Frau keine neue, zweite Chance gibt. Sondern dass er sie nun, 40 Jahre später ein zweites Mal verliert - und zwar diesmal an den Tod, von dem sie bereits gezeichnet ist. Für den Leser ist das eine Mahnung, dass manche falsche Entscheidungen, die man vielleicht nur aus Mutlosigkeit getroffen hat, im späteren Leben nicht mehr korrigierbar sind. Und das manche Chancen im Leben nur einmal kommen, und danach nie wieder, so dass man auch den Mut haben muss, sie zu ergreifen.

FAZIT
Die Sprache des Autors mag vielleicht etwas schlicht sein. Dafür ist es ein Buch voller Lebensweisheiten. Es gebt um die großen Fragen: was ist im Leben Zufall, was und wie viel entscheiden wir selbst? Das Buch beantwortet diese Fragen nicht schlussendlich, aber es regt den Leser an, überhaupt darüber nachzudenken, und seine eigene Antwort darauf zu finden.


Schlachtfeld Elternabend: Der unzensierte Frontbericht von Lehrern und Eltern
Schlachtfeld Elternabend: Der unzensierte Frontbericht von Lehrern und Eltern
von Bettina Schuler
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Buch trägt zum geistigen Abrüsten zwischen Eltern und Lehrern bei, 24. August 2014
In Zeiten von PISA und Elite-Unis scheint das humboldtsche Bildungsideal nichts mehr zu gelten, stattdessen sollen die Kinder fit gemacht werden für den globalen Markt. Und so gibt es um das Wohl und die Zukunft der Kinder zwischen Lehrern und Eltern immer wieder erbitterte Kämpfe, die meist ihren Höhepunkt auf den regelmäßig stattfindenden Elternabenden erreichen. Denn darum geht es in diesem Buch.

Zunächst werden erstmal die "Hauptakteure" der Elternabende im Buch vorgestellt: die Eltern und die Lehrer. Es gibt also jeweils eine Typologie, die die verschiedenen Ausprägungen von Eltern und Lehrern beschreibt. Meist verrät schon die jeweilige Bezeichnung, für welche Lebens-, bzw. Arbeitseinstellung sie stehen. Hier mal ein paar Beispiele: Lehrer: Frau Nett, Frau Feierabend, Herr Oberstudienrat, Frau Öko. Eltern: Helikopter-Eltern, "Chantal-Eltern", Alt-Hippis, Lehrer-Eltern.

Danach geht es um Buch um alle möglichen Themen, die bei einem Elternabend besprochen werden: Natürlich die Zensuren, aber auch alle möglichen anderen Themen, die der Schulalltag so mit sich bringt: also etwa die Frage, ob zu viele Hausaufgaben den Kindern nicht ihre Freizeit stehlen, oder der Sinn oder Wahnsinn von Klassenfahrten. Und im Buch gibt es manch drastische Beispiele, wie hier die Meinungen von Lehrern und Eltern aufeinander prallen.

Aber zum Glück gibt es zum Ende des Buches ein Kapital mit Überlebensstrategien für Eltern und Lehrer bei einem Elternabend, die nicht so bierernst gemeint sind, sondern eher mit einem Augenzwinkern präsentiert werden, weil sie ja zum geistigen Abrüsten bei Eltern und Lehrer beitragen sollen. Eltern etwa wird empfohlen, sich wie Ihre Kinder ein paar Spiele - Apps aufs Handy zu laden, weil dann der Elternabend ganz entspannt wie im Fluge vergeht, und Lehrer sowieso gewohnt sind, dass man ihnen nicht zuhört. Und Lehrern wird empfohlen, bei besonders anstrengenden Eltern sich mit den Kindern zu verbünden. Denn wie heißt es so schön im Buch: "Bei den Eltern führt der Weg zum Sieg über das Herz der Kinder - erobern sie die Kleinen, werden sie auch von den Großen geliebt!"


Geschlossene Gesellschaft: Ein Reichtumsbericht
Geschlossene Gesellschaft: Ein Reichtumsbericht
von Dennis Gastmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reichtum hat auch seinen Preis, 24. August 2014
Ob Reichtum glücklich macht, sei mal dahin gestellt. Wie man aber als Milliardär so lebt, möchten wahrscheinlich trotzdem die meisten gern mal wissen. Deshalb hat sich Dennis Gastmann auf die Suche gemacht nach den wirklich Reichen dieser Welt. Dass es sich dabei um eine Geschlossene Gesellschaft (siehe Buchtitel) handelt, hat der Autor dann schnell gemerkt, als er auf seine Gesprächsanfragen fast nur Absagen erhielt: Steffi Graf, Thomas Gottschalk, Günter Jauch, Karl Lagerfeld um nur ein paar Namen zu nennen. Aber trotzdem hat er es geschafft, ein paar Superreiche zum Gespräch zu treffen. Und wie man es fast ahnt: das Leben eines Milliardärs ist auch nicht sorgenfrei, obwohl die Sorgen wohl etwas anderer Art sind, als von uns Normalsterblichen...

So trifft er etwa in einem Luxushotel in Monaco die Besitzerin der größten Immobilienmaklerfirma dort. (die Dame wohnt in dem Hotel seit Jahrzehnten). Sie bedient erst mal das gängige Klischee, das man von den Superreichen hat. Auf die Frage, warum man in Monaco leben sollte, obwohl es dort inzwischen so viel Plattenbauten gibt, wie in Berlin-Marzahn, antwortet sie: "Man kauft ja nicht die Immobilie, man kauft den Steuervorteil!" Aber hinter der Fassade merkt man auch, dass die Maklerkönigin einen hohen Preis für ihren Reichtum bezahlt. Ihr Lieblingsplatz ist nämlich ein kleiner italienischer Ort gleich hinter der französischen Grenze. Warum? Zitat aus dem Buch: "Dort kann man ganz gewöhnliche Dinge tun, in einem Strandrestaurant eine Pizza essen, über den Markt gehen." Alles Dinge, die für uns Normalsterbliche eigentlich selbstverständlich sind...

Oft merkt man im Buch auch, dass manchen Milliardär sein Reichtum nicht einfach so per Erbe zugefallen ist, sondern harte Arbeit dahinter steckt. So war es z.B. beim "Schraubenkönig" Reinhold Würth - dem siebendreichsten Mann von Deutschland. Mit 19 Jahren musste er die Firma übernehmen, weil sein Vater plötzlich an einem Herzinfakt gestorben war. Die "Firma", das war damals 1954 noch ein kleiner Schraubenhandel mit 2 Mitarbeitern. Heute ist sie ein "Global Player" mit 65 000 Mitarbeitern und 10 Milliarden Umsatz pro Jahr. Da bekommt man schon ein wenig Respekt vor dieser Lebensleistung.

Fazit: Das Buch zeigt, dass man nicht einfach von "den Reichen" sprechen sollte, sondern dass jeder seine eigene, individuelle Lebensgeschichte hat.


Wer A sagt ... muss noch lange nicht B sagen: Lebensfallen und lästige Gewohnheiten hinter sich lassen. Vorwort von Jeffrey Young, Begründer der Schematherapie
Wer A sagt ... muss noch lange nicht B sagen: Lebensfallen und lästige Gewohnheiten hinter sich lassen. Vorwort von Jeffrey Young, Begründer der Schematherapie
von Eckhard Roediger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reiseführer zum eigenen Ich, 20. August 2014
Im Buch geht es darum, eingefahrene Denkschemata zu hinterfragen, die uns daran hindern, unser Verhalten zu verändern und uns weiter zu entwickeln. Gleich zu Beginn stellt Eckhard Rödiger klar, dass nicht jedes eingefahrene Muster per se schlecht ist. Viele Automatismen erleichtern das Leben ungemein. Der Autor bringt etwa das Beispiel des Schuhezubindens. Einmal im Leben gelernt muss man eigentlich nie mehr darüber nachdenken, man macht es einfach - automatisch. Schemata entlasten also unsere Denkprozesse, sie sind eine Art "Autopilot".

Problematisch werden sie aber, wenn sie uns geistig unbeweglich und starr machen, so Rödiger.Und dies passiert in der Regel dann, wenn eine Veränderung im Leben hinsichtlich Denken oder Verhalten notwendig ist, man diese aber nicht schafft, weil man in alten Denkmustern gefangen ist, welche sich oft schon seit der Kindheit in unser Gehirn eingebrannt haben. Wenn wir uns dieser Prägungen und Einflüsse nicht bewusst sind, so der Autor, bleiben wir Sklaven im Gefängnis unser alten Denkmuster, sitzen also in unserer Lebensfalle fest.

Und hier kommt jetzt die vom Autor empfohlene Schematherapie ins Spiel. Diese versucht nämlich bei jedem Menschen die alten Muster erst mal kennen zu lernen, um sie zu verstehen und verändern zu können. Man erfährt im Buch viel über neurobiologische Grundlagen, also darüber, wie unsere früheren Erfahrungen unser Leben prägen und welche Veränderungen möglich sind. So ist das Buch also eine recht nützliche Hilfe dabei, notwendige Veränderungen im Leben mental anzugehen um sich selbst weiter entwickeln zu können.


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