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Rezensionen verfasst von
Falk Müller
(TOP 50 REZENSENT)   

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Wer A sagt ... muss noch lange nicht B sagen: Lebensfallen und lästige Gewohnheiten hinter sich lassen. Vorwort von Jeffrey Young, Begründer der Schematherapie
Wer A sagt ... muss noch lange nicht B sagen: Lebensfallen und lästige Gewohnheiten hinter sich lassen. Vorwort von Jeffrey Young, Begründer der Schematherapie
von Eckhard Roediger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reiseführer zum eigenen Ich, 20. August 2014
Im Buch geht es darum, eingefahrene Denkschemata zu hinterfragen, die uns daran hindern, unser Verhalten zu verändern und uns weiter zu entwickeln. Gleich zu Beginn stellt Eckhard Rödiger klar, dass nicht jedes eingefahrene Muster per se schlecht ist. Viele Automatismen erleichtern das Leben ungemein. Der Autor bringt etwa das Beispiel des Schuhezubindens. Einmal im Leben gelernt muss man eigentlich nie mehr darüber nachdenken, man macht es einfach - automatisch. Schemata entlasten also unsere Denkprozesse, sie sind eine Art "Autopilot".

Problematisch werden sie aber, wenn sie uns geistig unbeweglich und starr machen, so Rödiger.Und dies passiert in der Regel dann, wenn eine Veränderung im Leben hinsichtlich Denken oder Verhalten notwendig ist, man diese aber nicht schafft, weil man in alten Denkmustern gefangen ist, welche sich oft schon seit der Kindheit in unser Gehirn eingebrannt haben. Wenn wir uns dieser Prägungen und Einflüsse nicht bewusst sind, so der Autor, bleiben wir Sklaven im Gefängnis unser alten Denkmuster, sitzen also in unserer Lebensfalle fest.

Und hier kommt jetzt die vom Autor empfohlene Schematherapie ins Spiel. Diese versucht nämlich bei jedem Menschen die alten Muster erst mal kennen zu lernen, um sie zu verstehen und verändern zu können. Man erfährt im Buch viel über neurobiologische Grundlagen, also darüber, wie unsere früheren Erfahrungen unser Leben prägen und welche Veränderungen möglich sind. So ist das Buch also eine recht nützliche Hilfe dabei, notwendige Veränderungen im Leben mental anzugehen um sich selbst weiter entwickeln zu können.


Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt!: Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf
Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt!: Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf
von Christiane Stenger
  Broschiert
Preis: EUR 17,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gebrauchsanweisung für den Kopf, 17. August 2014
Leistungsfähiger und motivierter leben und denken, möchte sicher jeder. Und deshalb hat sich die Autorin mit dem Buch zum Ziel gesetzt, die Erkenntnisse der Gehirnforschung in die Praxis umzusetzen und zu zeigen, wie wir die Funktionen unseres Gehirns effektiver nutzen können. Sie geht hier auf viele Aspekte unseres Denkens ein, und entsprechend gibt es etwa Kapitel zu den Themen Lerntechniken, "Information Overkill", Stressbewältigung, Motivation, Kreativität und vieles andere mehr. Hier sei nur mal beispielhaft auf 2 Aspekte eingegangen.

INFORMATON OVERKILL
Jeder kennt es aus eigener Erfahrung: Menschen, die in jeder Pause wie gebannt auf ihr Smartphone schauen. Sie alle unterliegen dem Trugschluss, dass es zur Entspannung beiträgt, in jeder freien Minute nach neuen Infos und in sozialen Netzwerken zu stöbern. Dabei ist dies grundfalsch, stellt die Autorin fest. Denn dieses geistige Zappen verbraucht viel Energie. Viel besser ist es, mal aus dem Fenster zu schauen, sich einen Kaffee zu holen oder mit Kollegen zu plaudern. Denn nur so erhält das Gehirn die notwendige Erholung, die es für die Verarbeitung von aufgenommenen Informtionen benötigt.

KREATIVITÄT
Am Schreibtisch über die beste Lösung zu brüten, bringt meist nicht viel, meint die Autorin. Oft ist es besser, sich mal eine Zeitlang mit etwas ganz anderem zu beschäftigen, einen Perspektivwechsel zu machen, sich neue Inspirationen zu holen. Möglichkeiten dazu gibt es viele, oft reicht ein Spaziergang, bei dem man die Sinne schärft. Denn während der Zeit der scheinbaren geistigen Muse arbeitet das Gehirn nämlich trotzdem weiter und aus dem Unterbewusstsein tritt plötzlich manch überraschende, kreative Idee hervor.

FAZIT: Es sind solche leicht im Alltag umzusetzenden Ratschläge, die das Buch wirklich nützlich machen und helfen, unsere geistigen Potenziale besser zu nutzen.


Das Geheimnis der Intuition: Wie man spürt, was man nicht wissen kann
Das Geheimnis der Intuition: Wie man spürt, was man nicht wissen kann
von Jan Becker
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Kreative Ideen kommen nicht unbedingt am Schreibtisch, 16. August 2014
Viele Menschen glauben, erfolgreich wird man nur mit viel Fleiß und Anstrengung. Jan Becker zeigt aber in seinem Buch, dass Intuition für den Erfolg fast noch wichtiger ist.

Und dabei stützt er sich auch auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Denn erst in den 90iger Jahren konnte durch genaue Verfahren zur Messung der Hirnaktivität nachgewiesen werden, dass sich beim bewussten, angestrengten Denken die Hirnaktivität nur minimal, um weniger als 5 Prozent erhöht. Das bedeutete im Umkehrschluss, dass das Gehirn im vermeintlichen "Faulenzermodus" fast genau so aktiv ist, wie beim bewussten Problemlösen - nur eben auf andere Art: nämlich kreativ. Und diese Erkenntnis kann sich jeder zunutze machen, so der Autor in seinem Buch. Mit fortschreitender meditativer Entspannung wird das bewusste und beschränkte Denken ausgeschaltet. An dessen Stelle wird das Vorstellungsvermögen besonders aktiv, das Unterbewusstsein jongliert quasi mit Möglichkeiten. Es kombiniert verspielt wie ein Kind dieses und jenes und kommt so zu unerwarteten Lösungen - wir sind also kreativ.

Kreative Ideen lassen sich also nicht erzwingen, sondern man muss geistig loslassen können, dann kommen sie quasi von allein. Becker bringt etwa
das Beispiel des Post-it-Haftzettels, Arthur Fry. In dessen Team hatte man gerade einen neuartigen Klebstoff erfunden, der zwar stark genug war, um an einer Oberfläche zu haften, sich aber leicht und ohne Rückstände wieder ablösen ließ. Die große Frage war allerdings, wofür das gut sein sollte. Keiner hatte eine Idee. Statt sich weiter den Kopf zu zerbrechen, ging Fry erst mal zu seiner geliebten Freizeitbeschäftigung: dem Kirchenchor. Dabei markierte er die Lieder in seinem Gesangsbuch wie immer mit Papierschnitzeln. An dem Tag war es aber besonders zugig in der Kirche und die Papierstückchen flatterten in alle Richtungen, wenn jemand zur Tür reinkam. Und da kam ihm der geniale Gedanke: Den neuen Klebstoff könnte man dafür verwenden; Lesezeichen zu verwenden, die man in ein Buch einklebt, aber auch wieder herausnehmen kann, ohne dass das Papier beschädigt wird. Die geniale Idee ist ihm also intuitiv gekommen: nicht etwa, als er im Labor saß und grübelte, sondern bei seinem Hobby.

Fazit: Es ist diese Mischung aus theoretischen Grundlagen und praktischen Beispielen, die das Buch zu einer lesenswerten Lektüre machen.


Die Nacht ist Leben: Autobiographie
Die Nacht ist Leben: Autobiographie
von Sven Marquardt
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Mir graut nur vor diesem Hamsterrad", 9. August 2014
Von der etwas wilden Erscheinung auf dem Cover darf man sich nicht täuschen lassen. Denn im Buch lernt man einen sensiblen Menschen kennen, der gut über sich und seine Umwelt reflektieren kann.

Und so beschreibt er einfühlsam das Leben in der DDR, die Zeit der Wende und das folgende Vierteljahrhundert bis heute. Und so wie es manch gesellschaftliche Umbrüche in dieser Zeit gab, beschreibt er auch die eigenen Brüche in seiner Biografie. Man sieht das schon an den Fotos. So sieht man ihn z.B. auf einem Bild schüchtern mit Anzug und Krawatte zwischen seinen Eltern zur Jugendweihe sitzen. Und ein paar Jahre später in seinem Leben bzw. ein paar Seiten später im Buch sieht man ihn dann schon als Punk, der herausfordernd in die Kamera schaut. Welch ein Wandel!

Überhaupt die Fotos, die fand ich gut. Marqurdt ist ja Fotograf, hat schon eigene Ausstellungen gemacht. Und das merkt man auch an seinen Fotos im Buch. Atmosphärisch dicht etwa die Bilder von verfallenden Straßenzügen und Hinterhöfen im damaligen Ost-Berlin, die besser als Worte die resignative Endzeitstimmung der letzten Jahre der DDR einfangen.

Fazit: Man muss und wird nicht alle Ansichten des Autors teilen. Aber man merkt, dass er authentisch ist, dass er sein Leben genau so lebt, wie er es leben will. Und das nötigt schon Respekt, vielleicht gar Bewunderung ab - weil die meisten sich das eben nicht trauen. Aber lassen wir ihn selbst das Schlusswort halten: " Mir graut nur vor dieser Routine, diesem Hamsterrad, in dem die meisten verschwinden und bis zu ihrem Tod nicht mehr herauskommen."


Amandas Suche: Roman
Amandas Suche: Roman
von Isabel Allende
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein Krimi, 8. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Amandas Suche: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das ist ja Isabel Allendes erster Krimi. Und wenn so eine erfolgreiche Autorin sich zum ersten Mal in einem ganz neuen Genre versucht, fragt man sich natürlich: Kann Frau Allende auch Krimi? Meine Meinung dazu: sie kann!

Denn der Plot ist handwerklich gut gemacht. Durch die Ankündigung einer Wahrsagerin, dass der Stadt San Francisco ein Blutbad bevorsteht, wird zunächst Spannung aufgebaut. Und als dann wirklich eine Serie von Morden geschieht, steigert sich die Spannung immer mehr, bis es dann zu einem überraschenden Finale kommt. Und wie bei einem richtig guten Krimi erscheint einem als Leser manch zunächst Merkwürdiges hinterher völlig logisch. Aber mehr sei dazu nicht verraten.

Auch wenn es nach meiner Meinung also ein gelungener Krimi ist, so werden sich wahrscheinlich doch manche Stammleser schwertun, mit der Autorin solch gefühlvoller Bücher wie "Paula" nun zusammen auf "Mörderjagd" zu gehen. Denen sei gesagt: es ist ohnehin mehr, als ein Krimi - die geistige Handschrift von Isabel Allende bleibt trotz des ungewohnten Genres klar erkennbar. Und hier meine ich vor allem die Zeichnung ihrer Figuren.

Sie schafft mit der liebenswerten, aber bedrohten Indiana und ihrer klugen, kriminalistisch veranlagten Tochter Amanda zunächst zwei starke Frauenfiguren, um die herum sich die Handlung dreht. Doch auch viele Nebenfiguren im Familien- und Freundeskreis werden mit ihren Schrullen von Frau Allende liebevoll gezeichnet. So entsteht eine Art "Menschenzoo", der dem Roman das Düstere nimmt, das Krimis oft anhaftet. Und der zweite Vorteil dabei ist, dass sie in diesem bunten Menschenzoo den Serienmörder ziemlich unauffällig mitlaufen lassen kann - so dass man bis zum Schluss wirklich nicht ahnt, wer es war.

Das Besondere an dem Buch ist aber auch, dass es in Allendes Wahlheimat San Francisco spielt. Mit viel Lieb zum Detail lässt sie Stimmungsbilder aus ihrer Stadt mit einfließen, etwa wenn sie die in Nebel gehüllte Bucht von San Francisco beschreibt, oder ihre Figuren ein paar Mal die Golden Gate Bridge überqueren lässt. So dass man durchaus sagen kann, dass der Krimi eine Art von "Lokalkolorit" besitzt.

Fazit: ein gelungener erster Krimi von Isabel Allende, weil es nicht nur um die Taten geht, sondern sie auch, wie von ihr gewohnt, viele interessante Charaktere zeichnet und diesmal sogar Stimmungsbilder ihrer Wahlheimat mit einfließen lässt, so das ihre literarische Handschrift trotz des neuen Genres klar erkennbar bleibt.


Im großen Krieg: Leben und Sterben des Leutnants Fritz Rümmelein
Im großen Krieg: Leben und Sterben des Leutnants Fritz Rümmelein
von Ralf Georg Reuth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte hautnah, 6. August 2014
Das Buch ist einzigartig. Und zwar nicht deshalb, weil man grundlegend Neues über den 1. Weltkrieg erfahren würde. Dies dürfte praktisch ohnehin unmöglich sein, so intensiv, wie diese Epoche bereits erforscht ist, und angesichts der Fülle an Literatur, die es gerade zum 100-jährigen Jubiläum darüber bereits gibt.

Das Alleinstellungsmerkmal des Buches ergibt sich aus meiner Sicht aus etwas anderem. Während es bei der bisherigen Büchern über den 1.Weltkrieg meist um Zusammenstellungen von allen möglichen Dokumenten, wie etwa Feldpostbriefen, Fotos oder Tagebüchern von verschiedensten Kriegsteilnehmern handelte, stammen sie hier alle von einem einzigen, der praktisch den ganzen Krieg vom Anfang bis Ende miterlebt hat.

Und so verdichtet sich im Buch ein geschichtliches Ereignis wie der 1. Weltkrieg praktisch in einer einzigen Person. Man kann also als Leser alle Phasen des Krieges in der Person des Fritz Rümmelein hautnah miterleben: die Euphorie und Kriegsbegeisterung am Anfang, der Drill in der Ausbildung, der erste Fronteinsatz und die ersten Ernüchterungen, die großen Abnutzungsschlachten wie Verdun und schließlich das bittere Kriegsende, das tragischerweise mit dem Ende des Lebens von Fritz Rümmelein zeitlich zusammenfiel.

Durch die zahlreichen Foto und handschriftlichen Kriegsschilderungen erlebt man als Leser den Krieg praktisch genau so, wie Rümmelein ihn als Soldat erlebt hat. Genau wie er wird man quasi in das Räderwerk des Krieges mit hineingezogen, und erlebt seinen tödlichen Mechanismus, aus dem es oft kein Entrinnen gab - so wie im Fall des Fritz Rümmelein. Und so entsteht eine Art Sogwirkung, der man sich als Leser kaum entziehen kann, das Buch lässt einen praktisch nicht mehr los, wenn man einmal mit Lesen angefangen hat.


Gelassenheit to go: Im Handumdrehen entspannt
Gelassenheit to go: Im Handumdrehen entspannt
von Ashley Bush
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie man lernt loszulassen, 5. August 2014
"im Handumdrehen entspannt" - das klingt so einfach, dass man es kaum glauben kann. Denn normalerweise verbindet man mit Dingen wie Meditation eigentlich viel Zeitaufwand und Geduld. Dass das nicht sein muss, zeigt Ashley Bush in diesem Buch.

Der Ansatz ist nämlich, einfache, leicht auszuführende Übungen in den Lebens-, und Arbeitsalltag quasi "reinzuschmuggeln", so dass man sie gar nicht als Pflichtübung oder Belastung empfindet. Und sehr hilfreich ist hierbei, dass jeweils auch der tiefere Sinn jeder Übung erläutert wird, so dass man sie nicht nur als kurzfristig wirkenden "Entspannungstrick" begreift, sondern als Teil einer generellen Transformation in Richtung eines entspannteren Lebensstils.

Hier mal ein Beispiel: wann immer man mit Wasser in Berührung kommt, sollte man den Strom des Wassers eine Zeitlang auf sich einwirken lassen und dabei zu sich selbst sagen: " Ich vertraue dem Universum. Ich stemme mich nicht gegen den Strom des Lebens. Ich lerne loszulassen."
Nützlich am Ende des Buches auch eine Art Referenzliste wo die einzelnen Entspannungsübungen noch einmal kategorisiert sind nach einzelnen Rubriken, z.B. Situationen (Stress, Ärger, Angst) oder Orte (zu Hause, auf Arbeit, im Auto)

Fazit: Ein wirklich hilfreiches Buch. Denn obwohl die Autorin aus ihrer langjährigen Praxis in einem Buddhistischen Zentrum schöpft, hat man im Buch immer das Gefühl, dass ihre Ratschläge alltagstauglich und lebensnah sind.


Italien in vollen Zügen
Italien in vollen Zügen
von Tim Parks
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einblick in die italienische Seele, 3. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Italien in vollen Zügen (Gebundene Ausgabe)
Es ist kein Buch nur für Bahnvielfahrer,die wissen wollen, ob ihre schönen, lustigen und manchmal auch unangenehmen Erfahrungen mit der Deutschen Bahn auch in anderen Ländern wie Italien passieren. Der Autor beleuchtet nämlich etwa auch die Geschichte der italienischen Bahn, zeigt, wie diese Teil des dortigen Staatsapparates ist, und erzählt in netten Episoden auch von den Menschen, die er bei seinen Bahnreisen trifft, ihrer Mentalität und ihren Eigenheiten. So dass es eigentlich schon fast eine Sozialstudie ist, und weniger ein Verbraucherschutzbuch.

Dass Italien ein so gut ausgebautes Schienennetz hat, hängt z.B. eng mit der italienischen Geschichte zusammen. Denn bei der Vereinigung der vielen kleinen Stadtstaaten zu einem gemeinsamen Italien und dem notwendigen Zusammenwachsen, sollte die Bahn eine Vorreiterrolle spielen. Der rasche Ausbau des Schienennetzes war also eine politische Entscheidung, und keine wirtschaftliche. Und die politische Sonderstellung, eine Art Staat im Staate zu sein, hat die italienische Bahn noch heute. Das zeigt sich etwa schon daran, dass ein Schaffner bei Streitigkeiten nicht etwa nur die Polizei herbei rufen kann, sondern selbst Polizei ist, also Leute im Zug notfalls verhaften kann.

Im Buch geht es auch viel um das Land Italien, seinen Schwächen, seinen Stärken und seiner Sehnsucht nach Prestige. Natürlich geht es auch um die oft beklagte italienische Ineffektitivität. So fragt sich der Autor etwa, warum es einen Schalter nur für Beratung, und einen nur für den Kartenkauf gibt. Oder warum etwa das Tarifsystem oft so undurchschaubar ist, dass man zwangsläufig zum Schwarzfahrer wird. Aber der Autor zeigt auf der anderen Seite eben auch, dass etwa der "Roter Pfleil" getaufte Hochgeschwindigkeitszug absolut mit dem deutschen ICE oder dem französischen TGV mithalten kann, und Italien sehr bestrebt ist, nicht als rückständiges Land zu gelten.

Am besten waren für mich die Episoden, die Parks mit den Menschen in den Zügen erlebt hat, weil sie viel von die italienische Mentalität wiedergeben. Etwa wenn er sich über die Erzählfreude mancher Italiener wundert, die sich direkt neben ihn setzen, obwohl der halbe Zug leer ist, und dann ganz selbstverständlich ein Gespräch anfangen. Oder dass die Italiener oft weite Pendlerstrecken jeden Tag in Kauf nehmen, nur damit sie nicht von zu Hause ausziehen müssen.

Fazit: Ein schönes Buch, weil es nicht nur um die Bahn geht, sondern auch um das Land an sich, seinen Menschen und deren Mentalität.


Stadt, Land, Leben. Fotografien aus der DDR 1967-1992
Stadt, Land, Leben. Fotografien aus der DDR 1967-1992
von Jürgen Graetz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DDR-Alltag wie er war, 30. Juli 2014
Natürlich sind in den letzten 25 Jahren schon zahlreiche Foto-Bände über den DDR-Alltag herausgekommen. Insofern stößt Graetz mit seinem Buch nicht gerade in Neuland vor. Und auch seine eigene Biografie zu DDR-Zeiten war nicht gerade die eines Oppositionellen. Während Kollegen wie Roger Melis oder Harald Hauswald schon mal Ärger mit der Staatsmacht bekamen, durfte Graetz relativ ungestört arbeiten, war sogar Mitglied im Verband Bildender Künstler.

Ist deshalb das Buch uninteressant, weil weder das Thema, noch die Biografie des Autors besonders außergewöhnlich sind? Aus meiner Sicht ist es gerade dieses Unspektakuläre, die das Fotoalbum so authentisch und wertvoll macht. Graetz zeigt den DDR-Alltag, wie er wirklich war, er lässt nichts weg, konstruiert aber auch nichts hinzu.

Da sind auf der einen Seite die offiziellen Anlässe wie Militärparaden, Staatsbesuche, Bilder aus der Produktion. Und da sind auf der anderen Seite die Fotos vom Alltag der Menschen, ihren täglichen Sorgen und Freuden, ihren kleinen Nischen des Glücks. So gibt es einerseits verfallene Häuser, Notbehelfe, Trostlosigkeit zu sehen,aber andererseits eben auch Liebespaare auf der Parkbank, Menschen in Gasthäusern, die tanzen und feiern.

Fazit: Graetz dokumentiert den DDR-Alltag aus meiner Sicht weder zu verbittert-negativ, noch zu verklärend-positiv, sondern wirklich authentisch. Und deshalb ist das Buch ein wertvolles Zeitdokument.


Fussball-Weltmeisterschaft Brasil 2014
Fussball-Weltmeisterschaft Brasil 2014
von Kicker Sportmagazin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fußballerisch gut, aber nicht mehr, 29. Juli 2014
Was das Fußballerische angeht, ist das Buch wieder solide Kicker-Qualität. Alle Fakten werden kompakt und übersichtlich dargestellt und mit schönen Fotos bereichert. Bei vielen Spielen, natürlich auch den deutschen, gibt es zusätzlich auch noch Stimmen zum Spiel durch Trainer und Spieler, sowie Pressestimmen, so dass man nochmal so richtig an den jeweiligen Abend zurückerinnert wird. Besonders die Zitate aus internationalen Zeitungen haben mir gefallen, weil sie teilweise richtig witzig sind und die Sache auf den Punkt bringen. Zum jetzt schon legendären 7 : 1 gegen Brasilien schreibt etwa eine Zeitung: "Im Boxen hätte der Ringrichter den Kampf abgebrochen". Noch besser eine andere Zeitung: "Deine Augen sehen es, aber der Verstand kann es nicht fassen." So werden wohl die meisten an diesem Abend gedacht haben...

Was ich nicht so gut fand war, dass fast nichts über das Gastgeberland Brasilien geschrieben wurde. Es gibt zwar auf 2 Seiten schöne farbenprächtige Fotos von der Eröffnungsfeier, aber ansonsten kommt eigentlich kaum noch etwas. Nun erwartet man von einem Fußballmagazin wie dem Kicker sicherlich nicht, dass dort politsche Probleme gewälzt werden. Aber wenn nicht mal die WM-Städte oder zumindest die Stadien vorgestellt werden, so lässt das aus meiner Sicht doch ein wenig zu wünschen übrig. (deshalb ein Stern Abzug)


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