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Beiträge von Falk Müller
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Rezensionen verfasst von
Falk Müller
(TOP 50 REZENSENT)   

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The Guardian and the Observer
The Guardian and the Observer
Preis: EUR 11,99

5.0 von 5 Sternen Man lernt durch so eine Zeitung nicht nur englisch lesen, sondern auch englisch denken, 31. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sprachen zu lernen hat ja nicht nur mit Grammatik und Rechtschreibung zu tun. Sondern man muss auch ein Gefühl für die Mentalität und den Alltag der Menschen bekommen, die ja auch in eine Sprache einfließen. Ansonsten wird man wohl manche englische Ausdrücke nie verstehen. Und dabei hilft so eine Zeitung wie der Guardian wunderbar, weil man dadurch einen Querschnitt des Alltagslebens der Menschen bekommt, deren Sprache man lernen will. Natürlich wird man nicht alle Artikel interessant finden - aber das tut man ja bei einer deutschen Zeitung auch nicht. Mancher interessiert sich halt nicht für Sport oder für Politik. Aber ich denke für jeden sind in jeder Ausgabe genug interessante Beiträge dabei, so man die englische Sprache lernt und gleichzeitig einen Einblick in die Mentalität der Menschen bekommt.


Einbruch der Wirklichkeit: Auf dem Flüchtlingstreck durch Europa
Einbruch der Wirklichkeit: Auf dem Flüchtlingstreck durch Europa
von Navid Kermani
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zutreffende Beschreibung des verfehlten europäischen Asylsystems, 24. Januar 2016
Jeder kennt inzwischen die sogenannte "Balkanroute". Aber was man dabei wirklich erlebt, wissen nur die Flüchtlinge selbst. Navid Kermani hat sich deshalb auf diese Route begeben, um es beschreiben zu können. Lesbos, Piräus , Belgrad, Budapest und Kölner Hauptbahnhof waren seine Stationen.

Kölner Hauptbahnhof? Das weckt natürlich inzwischen bei jedem Leser sofort Assoziationen. Aber das Buch ist natürlich vor Silvester 2015 geschrieben worden. So ist es auch ein unbeabsichtigtes Zeugnis dafür, wie sich die Flüchtlingsdiskussion in den letzten Wochen gewandelt hat. Aber es spricht für den Autor, dass er schon damals, also im September 2015 bestimmte Entwicklungen vorausgesehen hat.

So berichtet er zwar einerseits über Menschen in Todesangst, Existenznot, die voller Dankbarkeit sind, und der seinerzeitigen Willkommenskultur entsprachen. Aber er macht sich gleichzeitig schon Gedanken darüber, wo das alles hinführen wird. Viele seiner Sorgen haben sich inzwischen als richtig erwiesen. So nennt er das europäische Asylsystem "Wahnsinn", weil es ungewollt eine Auslese der körperlich Stärksten und damit eigentlich am wenigsten Schutzbedürftigen betreibt und es im Prinzip eine staatliche Förderung der Schlepperindustrie ist.

Fazit: Natürlich ist das Buch nicht mehr ganz aktuell. Das merkt man schon daran, dass in ihm etwa Budapest noch Duchgangsstation auf der Balkanroute war. Aber dadurch, dass der Autor direkt mit vielen Betroffenen auf der Balkanroute gesprochen hat, hat er auch ein sehr realistisches Bild ihrer Motivation und den Fluchtursachen generell bekommen, was man dann an seiner absolut zutreffenden, und nach wie vor aktuellen Analyse der verfehlten europäischen, und vor allem deutschen Asylpolitik in diesem lesenswerten Buch merkt.


Bestimmt wird alles gut
Bestimmt wird alles gut
von Kirsten Boie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Weltpolitik aus der Sicht eines Kindes, 23. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Bestimmt wird alles gut (Gebundene Ausgabe)
Wie soll man Kindern etwas erklären, was man als Erwachsener selbst kaum versteht? Wie soll man Kindern die Ursachen von religiösen Kriegen und Flucht nahebringen, ohne sie mit komplizierten Hintergründen zu überfordern? Am besten so, dass man die große Weltpolitik auf eine einzelne Familie, ihr Umfeld und ihr Schicksal herunterbricht. Und genau das hat die Autorin in ihrem Buch gemacht.

Sie beschreibt, wie die 10 Jahre alte Rahaf, die einmal friedlich mit ihrer Familie in einem großen Haus gelebt hat, jetzt Menschen sterben sieht in einem Krieg, in dem Bombenangriffe selbst für Kinder schon zur Gewohnheit werden. So dass man den Wunsch ihrer Familie nachvollziehen kann, sich in Sicherheit zu bringen und die Flucht nach Europa zu wagen - obwohl sie viel zurücklassen muss, was ihr lieb und teuer ist - für Rahaf sind es etwa ihre Oma und die beste Freundin.

Und auch bei der Flucht und der Ankunft in Deutschland versucht die Autorin gar nicht erst, die Wahrheit zu beschönigen, nur weil es ja ein Kinderbuch ist. So erzählt sie von der nervenaufreibenden Flucht von Rahaf und ihrer Familie durch verschiedene Länder und über das Mittelmeer. Und sie erzählt von der Ankunft in Deutschland, wo sie zwar nicht mehr um ihr Leben fürchten muss, aber doch angstvoll in die Zukunft blickt, weil ihr Vater keine Arbeit findet und ihr die Schule so fremd vorkommt.

Aber das Buch macht auch Mut. Denn Raha behält ihre Hoffnung und ihr Vertrauen auf eine bessere Zukunft - so wie das vielleicht nur Kinder können. Und so ist auch der Buchtitel zu verstehen: "Bestimmt wird alles gut:" Und weil sie ihren Mut nicht verliert, stellen sich bald auch erste Erfolge ein, lernt sie Deutsch findet neue Freunde. Natürlich ist manches im Buch auch etwas idealisiert - aber soll man den Kindern Angst vor Ihrer Zukunft machen, in dem man alles schwarzmalt?

Das Buch ist gut geeignet, Kindern die aktuelle Fluchtlingsproblematik nahe zu bringen, vor der man sie als Erwachsener ja ohnehin nicht mehr abschirmen kann, weil alle Medien ununterbrochen davon berichten. Und es hilft Kindern sicher auch in ihrem weiteren Leben. Denn in den nächsten Jahren wird wohl jedes Kind Flüchtlingskinder kennenlernen, so dass es für sie wichtig ist zu wissen, was diese alles durchgemacht haben.


Immer noch ich: Mein Weg zurück ins Leben
Immer noch ich: Mein Weg zurück ins Leben
von Monica Lierhaus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Im tiefsten Innern haben wir alle geglaubt, dass sie es schafft, 16. Januar 2016
Das Buch ist unglaublich bewegend und ergreifend. Und zwar nach meinem Gefühl dadurch, dass das Schicksal von Frau Lierhaus, und die dramatische Ereignisse der verhängnisvollen Gehirn-OP von verschiedenen Personen aus ihrem familiären Umfeld, und damit aus mehreren Ebenen erzählt werden. Jeder berichtet über seine eigenen gemeinsamen Erlebnisse mit Monica Lierhaus und die persönliche Angst vor dem Verlust des so nahestehenden Menschen. Das ergibt in der Gesamtheit eine emotionale Dichte, der man sich kaum entziehen kann.

Da ist etwa ihr damaliger Ehemann, der am Operationstag die schlimme Nachricht, dass seine Frau in Lebensgefahr schwebt, beim Frisör erfuhr und der dann mit nassen Haaren in die Klinik eilte. Oder die Schwester, die in den USA wohnte. Schon an der Uhrzeit des Anrufs ihres Vaters, sowie an der Tatsache, dass er sie erstmalig mit ihrem vollständigen Vornamen ansprach merkte sie, dass etwas ganz Ernstes passiert sein musste. Oder die Mutter, die fast zusammenbrach als sie erfuhr, dass ihr Kind wahrscheinlich sterben wird.

Es wird jedenfalls im Buch deutlich, dass nicht nur Monica Lierhaus selbst, sondern auch ihre Familie, ihr Umfeld aus dem bisherigen Leben gerissen wurde. Es wird allerdings auch deutlich, wie so ein dramatisches Ereignis eine Familie zusammenschweißen kann. Da Monica Lierhaus im Koma lag, musste die Familie alle wichtigen Entscheidungen für sie treffen und dabei erwägen, was sie selbst gewollt hätte - etwa ob man das Risiko einer zweiten OP eingeht.

So schwierig solche Entscheidungen und die vielen Monate zwischen Hoffen und Bangen für alle waren, so ist es doch ermutigend zu sehen, wie jeder aus der Familie über sich hinaus wuchs. Ich möchte deshalb meine Rezension mit einem bewegenden Zitat von Monica Lierhaus Schwester beenden, in dem genau dies deutlich wird: "Ich denke, es war ein großes Glück, dass wir das nicht jeder für sich bewältigen mussten, sondern als Familie näher gerückt sind. Es war immer einer da, der in einem kritischen Moment etwas stabiler war, und die anderen wieder hochziehen konnte. Im tiefsten Innern haben wir alle geglaubt, dass sie es schafft."


Low Carb Küche: Raffinierte Rezepte mit wenig Kohlenhydraten zum neuen Feel Good Programm von Weight Watchers. Jetzt mit der neuen SmartPoints-Formel
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von Weight Watchers Deutschland
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leckere Gerichte und viele Zusatzinformationen die oft hilfreich sind - aber nicht immer, 2. Januar 2016
Das Buch ist wieder in der bewährten Art von WW aufgebaut, also für jedes Gericht eine Doppelseite mit einem den Appetit anregenden Foto auf der einen Seite und den Zutaten und der Zubereitung auf der anderen. Dazu werden dann natürlich auch wieder die jeweiligen WW-Punkte für das Gericht angeben, die sich ja nach der Zahl der Kalorien richten.

Hinzu kommen dann aber oft noch nützliche, zusätzliche Informationen. Wenn bei einem Gericht z.B. das "Update" - Zeichen erscheint, bedeutet das, man kann auch mal Zutaten austauschen, um mehr Abwechslung und Pep reinzubringen. Beim Bauernfrühstück steht z.B. bei den Zutaten eine gelbe Paprikaschote. Als Update wird dann anregt, in der Pilzsaison den Paprika durch 200 g Pfifferlinge zu ersetzen wegen deren besonders würzigen Geschmacks, und weil die Pilze die WW-Punkte für das Gericht nicht erhöhen. Bei anderen Gerichten steht ein Wiedergabe-Symbol. Das bedeutet dann, dass man sich die Zubereitung der Speise auf der WW-Seite als Video noch mal anschauen kann. Also auch ganz nützlich.

FAZIT
Die vorgeschlagenen Gerichte sind wirklich lecker anzuschauen und es gibt neben Zutaten und Zubereitung noch manch nützliche Tipps. Vielleicht macht WW etwas zu viel Eigenwerbung im Buch. (deshalb der Stern Abzug) Die geht manchmal nämlich sogar so weit, dass bei einem Gericht mit Käse nicht einfach Käse als Zutat aufgeführt ist, sondern die Sorte empfohlen wird, wo "Weight Watchers" draufsteht. Aber das soll natürlich den Wert des Buches nicht schmälern, dass durchaus hilfreich ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 25, 2016 8:00 PM CET


Frau Fröhlich sucht die Liebe ... und bleibt nicht lang allein
Frau Fröhlich sucht die Liebe ... und bleibt nicht lang allein
von Susanne Fröhlich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Mischung aus Erheiterndem und Nachdenklichem, 19. Dezember 2015
Obwohl Frau Fröhlich im Buch in Bezug auf Partnersuche aus eigener Erfahrung erzählt, fragt man sich natürlich trotzdem erstmal: Ist sie überhaupt die Richtige für dieses Thema? Verhindert ihr Promistatus nicht, dass ihre Erfahrungen als allgemeingültig für den "Normalsingle" angesehen werden können - bei der Aufmerksamkeit beim anderen Geschlecht, die ihr allein schon aufgrund ihrer Bekanntheit zuteil wird?

Aus meiner Sicht ist sie gerade die Richtige! Weil sie nämlich durch ihr erfülltes Berufsleben so souverän und selbstbewusst ist, dass sie über eigene Unzulänglichkeiten und Misserfolge mit viel Selbstironie und Humor schreiben kann. Etwa wenn sie freimütig berichtet, dass nach einem Speed-Dating außer einem, kein Mann mehr von ihr was wissen wollte. Oder wie sie dabei einen möglichen Partner als Wandmaler eingestuft hatte, obwohl es doch ein Kunstmaler war! Man muss also oft schmunzeln.

Auch wenn es viele solch lustige Stellen gibt, gibt es auch manch Nachdenkliches und Tiefergehendes. Frau Fröhlich beschäftigt sich nämlich auch mit der Frage der Schnelllebigkeit des Internet und der zunehmenden Bindungslosigkeit in unserer Gesellschaft. Eines der zahlreichen, im Buch eingestreuten Zitate fand ich z.B. hier besonders treffend: "Alle Menschen haben es verdient, dass man sich etwas länger mit ihnen beschäftigt, als für die Dauer eines Mausklicks"

Am Schluss rät Frau Fröhlich allen Singles, nicht nur auf die große Liebe zu warten, sondern sich erstmal selbst zu mögen. Auch hier als Schlusswort noch ein schönes Zitat aus dem Buch: "Wenn ich mich nicht glücklich machen kann, schafft es auch kein anderer"


Habe ich denn allein gejubelt?: Eine Jugend im Nationalsozialismus Neubearbeitete und erweiterte Neuausgabe
Habe ich denn allein gejubelt?: Eine Jugend im Nationalsozialismus Neubearbeitete und erweiterte Neuausgabe
von Eva Sternheim-Peters
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ehrliches Buch, 15. Dezember 2015
Der Titel deutet schon darauf hin, dass das Buch auch eine Art Anklage der Autorin an die eigene Generation ist. Denn im Gegensatz zu den meisten leugnet sie ihre damalige Begeisterung zum Führerstaat nicht, wobei man auch nicht sagen kann, dass sie diese überhöhen würde. Sie bekennt sich zu einer Anziehungskraft zum damaligen System, von der die meisten Deutschen nach dem Krieg nichts mehr wissen wollten.

Die Gründe für diese Begeisterung wirken im Nachhinein recht unpolitisch. Denn obwohl im Buch natürlich auch deutlich wird, dass solche Organisationen wie der BDM politisch vorgegebene Ziele und Leitbilder wie Kameradschaft hatten, schildert die Autorin auch überzeugend, dass es den meisten eher um persönliche Entfaltung ging, als um große Politik. Bei Frau Sternheim- Peters war es z.B. so, dass sie mit den Gemeinschaftserlebnissen beim BDM vor allem der provinzialen Enge des katholisch geprägten Paderborn entfliehen konnte. Sie schildert im Buch auch das gesellschaftliche Klima der damaligen Zeit. So dass man als Leser spüren kann, dass die Menschen damals auch nicht unbedingt politischer waren als in anderen Zeiten, das NS-Regime es aber geschafft hatte, die Menschen aus ihrem Alltag abzuholen und für sich zu gewinnen.

Insgesamt hilft das Buch dabei, den damaligen NS-Staat von innen heraus besser zu verstehen.


Ich bin jetzt zehn: Ein Junge schreibt seinem Vater
Ich bin jetzt zehn: Ein Junge schreibt seinem Vater
von Jonas Kaurek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein emotionaler Hilferuf in Buchform, 11. Dezember 2015
"Ich bin jetzt zehn" - der Buchtitel klingt eigentlich wie eine Art Anklage an den Vater, der sich 10 Jahre fast nicht um seinen Sohn gekümmert hat. Und teilweise stimmt das auch mit der Anklage. Etwa wenn Jonas berichtet, wenn in der Schule über Väter gesprochen wird "fühle ich mich ausgeschlossen, als würde ich gar keinen Vater haben. " Aber im prinzipiell ist das Buch, das ja im Grunde eher ein öffentlicher, langer Brief an den Vater ist, durchaus lebensbejahend und oft auch erbaulich zu lesen. Denn Jonas berichtet einfach nur aus seinem Alltag, seinen Freuden und Sorgen, damit sein Vater weiß, worüber sich Jonas freut, was ihn bedrückt, was er sich wünscht.

Im Buch wird sehr deutlich, dass die Probleme von Kindern, die ohne Vater aufwachsen, nicht nur materieller Art sind. Bei Jonas ist es z.B. so, dass er mit seiner Mutter in einem schönen Haus zusammen mit ihrem neuen Lebenspartner, sowie mit Hunden und Katzen wohnt, er also nicht einsam ist. Und in der Schule ist er auch gut, in Mathe und Englisch ist er sehr begabt und wird beruflich sicher irgendwann sein Weg machen. Jonas hat also keine direkten existenziellen Sorgen. Sein seelischer Schmerz kommt vor allem daher, dass er sich fragt: Warum will mein Vater so wenig von mir wissen, habe ich für ihn keinen Wert, so dass er keine Zeit für mich übrig hat? Und das fragen sich sicher auch viele andere Tausende Kinder, die vom Vater verlassen wurden. Das Buch berührt also ein generelles gesellschaftliches Problem und ist daher notwendig und wichtig.

Obwohl es natürlich sehr ungewöhnlich ist, dass ein Kind eine Art emotionalen Hilferuf an den Vater in Buchform, also in derart öffentlicher Form richtet, kann man nur hoffen, dass der Vater nun über das Verhältnis zu seinem Sohn nachdenkt. Und vielleicht ist diese Öffentlichkeit sogar sehr gut, weil Jonas dadurch vielen anderen, ebenfalls verlassenen Kindern, eine Stimme gibt.


Dankbarkeit
Dankbarkeit
von Oliver Sacks
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zufrieden auf das eigene Leben blicken, 7. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Dankbarkeit (Gebundene Ausgabe)
Der Titel des Buches sagt schon viel über den Inhalt. Oliver Sacks bedankt sich nämlich - aber weniger bei jemand speziellen , sondern dafür, dass er so ein erfülltes Leben führen durfte. Er bilanziert also sein Leben im Angesicht des nahenden Todes und blickt zufrieden darauf zurück. Als Leser fühlt man sich ermuntert, über das eigene Leben nachzudenken, und eine Art eigene Zwischenbilanz zu ziehen. Und man bekommt den Wunsch, sein weiteres Leben so zu gestalten, dass man irgendwann genau so zufrieden auf sein Leben zurückblicken kann, wie es Oliver Sacks in diesem Buch getan hat.


Die Macht der Geographie: Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt (dtv Sachbuch)
Die Macht der Geographie: Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt (dtv Sachbuch)
von Tim Marshall
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter Blickwinkel, 30. November 2015
Marshalls Ansatz ist es zu zeigen, dass Geschichte langfristig davon geprägt wird, welche natürlichen Ausgangsbedingungen, welche Ressourcen ein Land oder Kontinent hat und weniger dadurch, welcher Herrscher zufällig an die Macht kommt, ob Kriege durch glückliche oder weniger glückliche Umstände gewonnen und verloren werden. Um dass zu zeigen, beleuchtet er einzelne Länder wie Russland oder China, oder ganze Kontinente wie Europa oder die Antarktis.

Hier nur ein Beispiel: Europa. Dass Europa seit vielen Jahrhunderten zu den wohlhabensten Regionen der Welt gehört, verdankt es auch schlichtweg seiner günstigen geografischen Lage. Durch den gemäßigten Golfstrom ist Europa mit einem Klima gesegnet, wo es im Winter nicht zu kalt und im Sommer nicht zu warm ist, das genau die richtigen Mengen an Regen bekommt, wo also der Anbau von landwirtschaftlichen Erzeugnisssen viel ertragsreicher ist, als etwa in Afrika. Außerdem wird Europa viel weniger von Naturkatastrophen wie Tornados, Überschwemmungen oder Erdbeben heimgesucht, als andere Regionen der Erde. Durch solche günstigen klimatischen Bedingungen konnte sich Europa seit Jahrhunderten einen Entwicklungsvorsprung sichern, der nicht nur in der Produktion von Gütern zum Ausdruck kam, sondern auch einem regen Handelsverkehr, der ebenfalls zum Wohlstand beitrug.

Fazit: Ein interessanter Ansatz des Autors, die Bedeutung der Geografie in der Geschichte herauszustellen. Und seine Argumente klingen auch nachvollziehbar. Natürlich kann man aber wohl nicht alle wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Ländern nur damit erklären. Außerdem dürfte die Rolle der Geografie zukünftig eher abnehmen in Volkswirtschaften, die weniger durch die Produktion landwirtschaftlicher Güter geprägt sind, als durch den schnellen Austausch von Informationen im Internet. Gleichwohl ist es eine interessante Lektüre die verstehen hilft, warum sich bestimmte Regionen der Welt in den letzten Jahrhunderten besser entwickelt haben als andere.


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