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Beiträge von Falk Müller
Top-Rezensenten Rang: 54
Hilfreiche Bewertungen: 8959
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Rezensionen verfasst von Falk Müller
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Mehr als ein Buch zum Sprung, 25. Mai 2013
Zunächst fragt man sich natürlich, ob die Schilderung von Baumgartners Rekordsprung ausreicht, um ein ganzes Buch zu füllen. Und dann merkt man, dass das Buch noch viel mehr zu bieten hat. Denn man lernt einen Mann kennen, der alles andere als ein reiner Adrenalinjunkie ist, sondern jemand, der Risiken sehr genau abschätzen und Gefahren daher minimieren kann. Vor allem erfährt man auch, dass Felix Baumgartner vor seinem Weltraumsprung schon viele andere spektakuläre Aktionen erfolgreich gemeistert hat. Eine war z.B. Der Sprung von den Petronas-Towers 1999 in Malaysia - damals das höchste Gebäude der Welt. Wobei hier das Gefährliche gar nicht der Sprung selbst war, sondern überhaupt unbemerkt auf das Dach des Gebäudes zu kommen, ohne vorher verhaftet zu werden. All das wird spannend geschildert. Über seinen berühmten Sprung im Oktober 2012 wird natürlich auch in großer Ausführlichkeit berichtet. Und hier erfährt man manch interessante Detail, etwa dass es kurz vor dem Sprung noch Probleme mit der Heizung am Visier des Helmes gab, und er überlegte, den Versuch im letzten Moment abzubrechen, weil ein beschlagenes Visier ohne Sicht lebensgefährlich hätte sein können. Fazit: Ein sehr interessantes Buch, dass auch für Laien verständlich geschrieben ist und deshalb wohl jeden fesseln sollte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Schwanken zwischen Aversion und Anziehung, 22. Mai 2013
Wenn man erfährt, dass John F Kennedy vor seiner berühmten Berlin-Rede 1963 schon während der Zeit des Nationalsozialismus dreimal in Deutschland war, fragt man sich natürlich, ob das irgendeinen Einfluss auf seine Politik gehabt haben könnte. Eine eindeutige Antwort wird man wohl im Buch nicht finden. Dafür sind seine auf den 3 Reisen über die Deutschen gesammelten Eindrücke zu widersprüchlich, zu ambivalent - es ist ein Schwanken zwischen Aversion und Bewunderung. Einerseits schwärmt er fast von den Deutschen, lobt ihren technischen Verstand, bewundert ihre Autobahnen. Andererseits fühlt er sich vom deutschen Obrigkeitsdenken abgestoßen. Dadurch, dass die Reisen in den Jahren 1937, 1939 und 1945 stattfanden, lernte er auch jeweils ein anderes Deutschland kennen - einmal in relativ ruhigen Friedenszeiten, einmal kurz vor- und einmal kurz nach dem Krieg. Aber auch er selbst wandelte sich natürlich innerhalb dieser 8 Jahre - quasi vom jugendlichen Touristen bis zum reflektierenden Erwachsenen. So dass sich auch sein Deutschlandbild veränderte. Umso erstaunlicher ist es, dass er noch 1945 nach dem Krieg und Hitlers Tod schrieb, dass dieser der Stoff wäre, aus dem Legenden gestrickt sind. So dass man sich schon fragt, ob das jetzt eine heikel-naive Verehrung ist, oder er nur auf etwas befremdliche Weise versucht, die Abgründigkeit der Deutschen zu verstehen. Dass er offenbar etwas Probleme hatte die Deutschen zu verstehen, deutet Egon Bahr im Vorwort an. Bahr betont nämlich, wie außergewöhnlich gelöst Kennedy beim Gala -Dinner nach seiner Berlin-Rede war. Offensichtlich war er sich vorher nicht sicher, einen Draht zu den Deutschen zu finden - und war dann um so erleichterter, es geschafft zu haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Das Buch beschreibt nicht Wagners Werk, sondern seine Wirkung, 18. Mai 2013
Welches Buch soll man in Bezug auf das Wagner-Jubiläum lesen? Hier bietet sich das vorliegende Buch an, weil es mal eine etwas andere Sichtweise auf Richard Wagner eröffnet. Es geht nämlich mal ausnahmsweise nicht um sein Werk. Auch von seinen Lebensstationen ist wenig die Rede - eine Biografie ist es also auch nicht. Im Buch geht es stattdessen vor allem um die Wirkung Richard Wagners in der deutschen Gesellschaft. Es wird gezeigt, welchen Veränderungen das Wagnerbild über die Jahrhunderte unterworfen war, und wie sich die Wirkung seines Werkes und seiner Person von Epoche zu Epoche änderten. Und so sind auch die Kapitel, die im Buch Aufzüge heißen, gegliedert: 1) Viel Feind, viel Ehr - Deutsches Kaiserreich 2) Verletzter Stolz - Wagner und die Weimarer Republik 3) Verherrlichung und Zwang - Wagner und Nationalsozialismus 4) Schuld und Sühne - Wagner in der Bundesrepublik und in der DDR 5) Sinn und Sinnlichkeit - Deutschland nach der Wiedervereinigung Das Buch beschreibt dabei auch, wie Wagner nach seinem Tod zu einem Phänomen, zu einer Art Marke (Wagnerismus) wurde, wie es sie in Deutschland in Bezug auf Musik kaum ein zweites Mal gibt. So ist es ein recht interessantes Buch geworden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Plädoyer für das Kulturgut Buch, 13. Mai 2013
Der Autor macht in der Einleitung einen schönen Vergleich - er vergleicht das Lesen mit dem Zugfahren. Beides ist ein Abenteuer - wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Im Buch wirbt er dafür, sich öfter auf das spannende Abenteuer Lesen einzulassen. Er zeigt aber nicht nur, wie spannend das Lesen sein kann, sondern dass es auch hilft, unser Leben, unseren Alltag besser zu bewältigen und zu gestalten. Hier nur ein paar Fähigkeiten, die durch das Lesen gefördert werden: - Wer liest, lernt denken - Wer liest, übt sein Gedächtnis - Wer liest, lernt besser sprechen - Wer liest, lernt schreiben - Wer liest, lernt erzählen Fazit: Ein schönes und notwendiges Plädoyer für das Lesen, gerade angesichts der Flut von digitalen Medien, durch die das Kulturgut Buch in den letzten Jahren zunehmend in die Defensive geraten ist.
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28 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Egal, was man von den Geissens hält, das Buch hat eine Chance verdient, 11. Mai 2013
Im Gegensatz zu vielen anderen fand ich das Buch lesenswert und möchte dies auch sachlich begründen. Ich denke, man kann von jedem Menschen und von jedem Lebensentwurf etwas lernen, auch wenn man sich in anderen Lebenswelten als die Geissens bewegt - wie wohl die meisten von uns. Und unter der genannten Prämisse ist das Buch durchaus lehrreich. Schon der Aufbau des Buches ist sehr interessant. Die Besonderheit ist nämlich, dass Herr und Frau Geiss immer abwechselnd ein Kapitel beisteuern. Beide sind von ihrer Mentalität her sehr verschieden. Und deshalb entsteht eine Art Zwiegespräch zwischen den beiden. Ein Zwiegespräch wohlgemerkt, wo keiner den anderen unterbricht, sondern jeder immer ein Kapitel lang Zeit hat, seine Sicht darzustellen. Fangen wir mal mit ihm (Robert) an. Natürlich will er im Buch auch etwas cool rüberkommen. Etwa wenn er Sprüche bringt wie: "Geld allein macht nicht glücklich - es gehören auch Aktien, Gold oder Grundstücke dazu." Oder wenn er beschreibt, wie er seinen ersten Golf GTI zu Schrott gefahren, oder sich seinen ersten Porsche gekauft hat. Und dann natürlich die ganzen Partys. Aber es gibt eben auch andere Stellen im Buch, die beschreiben, dass es auch in seinem Leben Alltag und Mißerfolge gab. Etwa wenn er von Geschäftspartnern betrogen wurde, oder sein Leben zeitweise nur aus tristen Textilmessen, Vertragsverhandlungen, Katalogprogrammen bestand. Wenden wir uns nun ihr (Carmen) zu. Sie verkörpert im Gegensatz zu ihm ohnehin mehr den bodenständigen Typ. Davon zeugen schon ihre Kapitelüberschriften wie: "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" oder "Überstrapaziere Dein Glück nicht". Bemerkenswert fand ich auch, was sie über die Erziehung ihrer beiden Kinder schreibt. Die ist nämlich schon fast "spießig" bürgerlich. Von Verwöhnen kann jedenfalls keine Rede sein. So schreibt sie etwa, dass ihre beiden Mädchen aus Prinzip nur 5 Euro Taschengeld in der Woche bekommen, Süßigkeiten und Cola verpönt sind, und es zu Weihnachten das i-phone nur mit Prepaidkarte gab. Fazit: Man kann über die Geissens sagen, was man will. Auf jeden Fall haben sie einige vernünftige Ansichten. Gerade auch, was sie über Ehe und Partnerschaft schreiben. Etwa dass es wichtig ist, den anderen ernst zu nehmen, man aber auch übereinander lachen kann. Oder dass man miteinander sprechen sollte, statt aneinander vorbei zu leben. Der Erfolg gibt ihnen recht, schließlich führen sie seit über 30 Jahren eine recht glückliche Ehe. Nicht jede Partnerschaft hält so lange, gerade im Promi-Bereich...
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Eine höhere Lebensqualität für alle ist möglich, 8. Mai 2013
Wenn der Chairman von Google und sein Abteilungsleiter von Google Ideas ein Buch über die digitale Zukunft der Welt schreiben, dann erhofft man sich natürlich atemberaubende Visionen - und man wird nicht enttäuscht! Spannend, was uns alles erwartet. Hier nur ein Beispiel: Holographie-Projektoren. Mit dieser neuen Videotechnik können wir zukünftig jedes beliebige Bild oder Video dreidimensional darstellen und unser Wohnzimmer in jede denkbare geographische Kulisse verwandeln. Sie sind gelangweilt und wollen einen einstündigen Urlaub einschieben? Warum schalten Sie nicht einfach ihr Hologerät ein und besuchen den Karneval von Rio? Sie sind gestresst? Verbringen Sie doch ein wenig Zeit an einem Strand auf den Malediven. Sie wollen die Olympischen Spiele hautnah erleben? Kaufen Sie sich zu einem vernünftigen Preis ein holographisches Ticket und lassen die Bodenturner live durch Ihr Wohnzimmer turnen! Natürlich ist nichts schöner als die Wirklichkeit, aber die neue Technologie wird ihr sehr nahe kommen. Die Autoren betonen aber auch, dass die Kommunikationstechnik nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle Revolution bedeutet. Die virtuelle Welt wird nicht nur unseren Umgang mit anderen Menschen verändern, sondern auch unsere Selbstwahrnehmung. Wir werden zunehmend mit Menschen jenseits unserer politischen und sprachlichen Grenzen kommunizieren und dabei Beziehungen in der analogen Welt aufbauen. Die Vernetzung, so die Autoren, wird alle Bereiche der Gesellschaft und alle Teile der Welt erfassen. Auch Entwicklungsländer werden vom technischen Fortschritt profitieren und sei es zunächst nur durch die flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk, die ihre Lebensqualität verbessert. So werden sich Menschen in abgelegenen Regionen über die Preise auf dem lokalen Lebensmittelmarkt verständigen können und Urwaldbewohner können sich gegenseitig vor Raubtieren oder sonstigen Gefahren warnen. Fazit: Manchmal machen die Visionen, die die Autoren entwickeln, schon fast ein wenig Angst, man fürchtet sich vor einer unüberschaubar werdenden Welt, sehnt sich nach Einfachheit. Gleichwohl ist es ein spannendes Buch über unsere Zukunft. Den Autoren gelingt es zu zeigen, dass bei richtiger Anwendung die zukünftige Vernetzung eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität und damit ein gesünderes, sichereres und produktiveres Leben für alle möglich macht.
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34 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Der Titel passt nicht recht zum Inhalt des Buches, 7. Mai 2013
Ich habe selten ein Buch gelesen, wo der Buchtitel so wenig zum Inhalt gepasst hat wie bei diesem. Ich gebe zu, dass mich der Titel angelockt hat: "Bibelfälscher" klingt schon ziemlich spektakulär. So dass man sich erstmal fragt, ob die Lektüre wirklich seriös ist und Tiefgang hat. Und dann stellt man fest, dass eher das andere Extrem zutrifft. Dass es also wissenschaftliche Fachliteratur ist, für den interessierten Laien nur bedingt geeignet. Natürlich werden viele interessante Thesen im Buch aufgeworfen: etwa ob Maria wirklich Jungfrau war, Betlehem der Geburtsort Jesu oder ob Paulus Frauenfeind war. Alles Fragen, die so spektakulär klingen wie der Buchtitel selbst. Aber wer sich hier spannende neue Erkenntnisse erhofft hat, wird wohl eher etwas ernüchtert. Denn natürlich kann auch der Autor keine Sensationen bieten, die bisher noch niemand entdeckte. Stattdessen wird zu einem Thema jedes Wort aus der Bibel dreimal hin- und hergedreht, werden theologische Fachaufsätze der letzten Jahrzehnte diesbezüglich zitiert - die Sache ist also recht mühsam, ein rascher Erkenntnisgewinn stellt sich eher nicht ein. Fast fühlt man sich manchmal wie in einem Priesterseminar. Davon zeugen auch solche Überschriften im Buch wie: "Irritationen durch jüdische und pagene Parallelen" oder "Von der beständigen Vertiefung des Ostergrabens". Es ist aber auch nicht so, dass ich gar nichts aus dem Buch mitnehmen konnte. Stellenweise schreibt der Autor durchaus interessant und auch allgemeinverständlich. Hier nur ein Beispiel: Die letzten Worte Jesus am Kreuz. Erst durch das Buch ist mir bewusst geworden, wie sehr die Evangelien hier voneinander abweichen: Matthäus : "Mein Gott, warum hast du mich verlassen" Lukas: "Vater in deine Hände lege ich meinen Geist" Johannes: "Es ist vollendet" Diese Versionen sind so verschieden, dass eigentlich nur eine stimmen kann - oder gar keine. Der Autor selbst meint dazu, dass die verschiedenen Versionen vor allem zeigen, dass für die jeweiligen Evangelisten unterschiedliche Dinge wichtig waren. Eine sehr interessante Frage jedenfalls. Fazit: Es fällt mir sehr schwer, dieses Buch objektiv zu beurteilen. Dafür bin ich zu sehr theologischer Laie. Und für solche ist das Buch wohl eher nicht geschrieben worden, sondern mehr für Wissenschaftler. Dass "unbedarftere" Leser wie mich angelockt wurden, hat der Autor oder sein Verlag aber durch den Buchtitel auch selbst ein wenig provoziert. Ich fand die Lektüre jedenfalls etwas ermüdend. Gleichwohl möchte ich nicht ausschließen, dass das Buch für Theologen eine Fundgrube, ja gar eine Schatztruhe ist.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Das Problem ist nicht die Inflation, sondern die Angst davor, 4. Mai 2013
Die Angst vor Inflation ist besonders bei den Deutschen besonders groß. Und haben sie nicht recht? Überschwemmen nicht die Zentralbanken die Märkte mit billigem Geld, wie ja auch die letzte Zinssenkung der Notenbank zeigte? Andererseits wird die Inflation schon seit mehreren Jahren vorausgesagt und trotzdem bleibt die Inflationsrate relativ stabil. Der Autor möchte durch das Buch zeigen, dass die Angst vor Inflation teilweise bewusst gschürt wird, um daran verdienen zu können. Vor allem die Banken haben das Geschäft mit der Inflation entdeckt. Indem sie ihre Kunden annimieren, in Immobilien zu investieren, die oft an Wert verlieren, in Gold, dessen Preis verfällt, in Land, dass niemand benötigt. Im Kapitel "Immobilienfieber" warnt er z.B. vor dem übereilten Kauf eines Hauses oder einer Wohnung. Und das aus mehreren Gründen. Er warnt z.B. vor dem sogenanten "Klumpenrisiko" - weil das Kapital in einem Objekt gebunden ist, ist es nicht mehr möglich, Risiken breit zu streuen und somit das Vermögen gegen alle Eventualitäten zu schützen. Stattdessen wird alles auf eine Karte gesetzt. Auch weist der Autor auf die Überalterung und Schrumpfung der Bevölkerung hin - dies wird die Nachfrage langfristig senken. Und er weist darauf hin, dass fast alle großen Krisen der vergangenen Jahre durch Preisverschiebungen auf dem Immobilienmarkt ausgelöst wurden, sei es in den USA, in Spanien, Irland oder Japan. Abgesehen von der Inflation räumt der Autor noch mit manch anderem Mythos in Bezug auf den Euro auf - etwa dass Deutschland als Exportnation besonders profitieren würde. Er zeigt es am Beispiel Griechenland. Deutschland lieferte jahrelang Autos und Maschinen und bekam dafür griechische Staatsanleihen. Das ging so lange gut, wie diese Forderungen auch bedient wurden. Doch wenn die Verschuldung aus dem Ruder läuft, ist das Vermögen weg. Bei Griechenland ist geanu das passiert durch den Schuldenschnitt 2011. Zugespitzt formuliert der Autor, dass Deutschland seine Waren im Prinzip verschenkt hat. Fazit: Das Buch ist nicht immer einfach zu lesen. Der Autor handiert mit vielen volkswirtschaftlichen Begriffen, wie etwa Geldmenge M1, M2, M3. Aber man ahnt, dass die Materie wirklich sehr kompliziert ist - und dafür kann ja der Autor nichts. Insgesamt ist es aber ein lesenswertes Buch.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Wunderschöne Reise aus dem Alltag, 4. Mai 2013
Immer wenn sich Reinhard Mey nach 3 Jahren mit einem neuen Album meldet, ergeht es mir so, als ob ein alter, guter Freund wieder zurück gekommen ist. Mag man sich auch in den vergangenen Jahren etwas aus den Augen verloren haben, jeder hat ja irgendwie seinen Alltag zu bewältigen - sobald man seine Stimme wieder hört und die ersten Töne, ist alles wie immer. So als wäre er nie weg gewesen. Und so erging es mir auch dieses Mal. Was könnte das Besondere an diesem Album sein? Vielleicht gibt das Cover einen guten Fingerzeig. Man sieht einen Reinhard Mey, der etwas gedankenverloren am Bahnhof stehend in die Ferne blickt. Ist er vielleicht am Ende einer Reise oder am Anfang? Sucht er etwas oder sieht er etwas? Oder denkt er einfach nur nach über sein Leben? Letzteres könnte vielleicht am ehesten zutreffen. Das ganze Album ist, bis auf 1-2 Ausnahmen, geprägt von einer Nachdenklichkeit, ja fast Melancholie. Aber es ist auch kein wirklich trauriges Album. Nein, in ihm steckt auch viel Dankbarkeit. Dankbarkeit für all das und für all jene Menschen, die sein Leben bereichern, ja es eigentlich erst ausmachen. Ein Gefühl, das wohl jeder von uns kennt und deshalb nachvollziehen kann. Jedem dieser Menschen hat Reinhard Mey ein eigenes Lied gewidmet: sei es seine Frau, sein Sohn, seine Tochter, sein Enkel, sein Vater. Aber er beschränkt seine Dankbarkeit nicht nur auf Menschen, sondern zieht den Kreis weiter. Etwa wenn er beschreibt, was die Musik ihm gibt, die ja auch seine Berufung ausmacht (Spielmann). Oder was die Natur ihm bedeutet (Tiergarten). Selbst der Wein bekommt eine Art Hommage von ihm. Manche Vorrezensenten kritisieren, dass das Album musikalisch nicht aufregend, nicht variantenreich genug wäre, dass irgendwie die "Ohrwürmer" wie "Über den Wolken" fehlen würden. Ich mag das als musikalischer Laie nicht beurteilen. Aber vielleicht ist es sogar die Stärke des Albums. Denn dadurch wirkt es für mich wie aus einem Guss - wie eine in sich geschlossene Einheit. Kein Lied "drängelt" sich vor, keins "versteckt" sich. Ja man kann die 17 Lieder hintereinander hören wie ein einziges großes Lied - ein schönes Lied, ein zu Herzen gehendes Lied, das still und gleichmäßig dahinfließt und den Hörer auf eine Reise aus dem Alltag mitnehmen möchte.
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Den 9. Ton gibt es wirklich, 4. Mai 2013
Das Buch beginnt als Biographie und endet auch so. Im 1. Kapitel berichtet Maffey über seine Kindheit in Rumänien, sein Elternhaus und die schwierigen ersten Jahre der Familie in Deutschland. Am Schluss des Buches kehrt er nochmal zu seinen rumänischen Wurzeln zurück. In dem entsprechenden Kapitel "Reise in die Vergangenheit" schildert er, wie er mit seinem Vater in seine Heimat zurückkehrt und wie sich das Land seit damals verändert hat. Man merkt, dass ihn das sehr bewegt. Die beiden genannten Kapitel wirken wie eine Klammer für den eigentlichen Gegenstand des Buches. Diesen verrät schon der Titel: Der 9. Ton". Den gibt es nämlich eigentlich nicht, weil die Tonleiter nur 8 Töne kennt. Aber es gibt ihn doch, den 9. Ton - im übertragenen Sinne. Er steht in der Musik für ein harmonisches miteinander Musizieren. Und das harmonische Miteinander bezieht Peter Maffay nicht nur auf die Musik, sondern auf das Leben, die Gesellschaft ganz allgemein. Der 9. Ton ist der gemeinsame Nenner den wir haben, das menschliche Bindeglied in unserer Gesellschaft. Und weil ihm dies besonders am Herzen liegt, hat er schon vor vielen Jahren eine eigene Stiftung gegründet, von deren Projekten er berichtet. Natürlich ist das Buch auch eine Art Eigenwerbung dafür. Vielleicht hat es manchmal gar zu sehr den Charakter einer Danksagung an die, die seine Stiftung bisher unterstützt haben und deshalb im Buch genannt sind: ob VW, eine Möbelhauskette oder Politiker wie Gabriel oder Steinmeier - man hat bisweilen das Gefühl, dass Maffey auf keinen Fall irgendeinen vergessen wollte. Dessen ungeachtet gelingt es ihm aber gut zu vermitteln, dass er es ehrlich meint mit der Stiftung, weil er von dem Glück, das er im Leben hatte, anderen Menschen etwas abgeben möchte.
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