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Rezensionen verfasst von
P. Timo
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4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Großartige Serie, verbesserungswürdige Veröffentlichung, 1. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zur Serie und auch zur 3. Staffel wurde eigentlich alles bereits gesagt - man kann sie nur empfehlen!

Die Umsetzung in Sachen Ton, Bild und Verpackung sind EIGENTLICH super. Aber wie man in den Kundendiskussionen nachlesen kann, gibt es auch bei dieser Staffel Tonprobleme bei der deutschen Tonspur. Konkret ein blecherner Sound, der die Atmosphäre natürlich ungemein stört.

Mehrere Kunde haben darüber berichtet - bei den meisten scheint es nur die finale Folge zu betreffen.
Jedoch scheint das Problem nicht komplett neu zu sein, einige hatten angeblich auch schon bei den anderen Staffeln derartige Probleme.
Und dass der Support der entsprechenden Firma absolut nichts mehr zum Thema sagt bzw. sich nirgends jemand zu Wort meldet ist wirklich eine Frechheit - schließelich zahlt man ja mehr als genug Geld für eine derartige Veröffentlichungen und sollte auch ein fehlerfreies Produkt erhalten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 2, 2013 4:46 PM CET


Todestage (Ltd.Din A5 Digipak)
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4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts, 15. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Todestage (Ltd.Din A5 Digipak) (Audio CD)
Die Bewertung bezieht sich darauf, dass man bei Eisregen einmal mehr meint, den Fans keine Erklärung für die Tracklist/Coveränderung schuldig zu sein.
Es mag rechtliche Gründe geben usw. und das ist VÖLLIG OK (wenn auch sehr traurig), aber dass man sich NULL dazu äussert und immernoch bei diesem unglaublich schwachbrüstigen Produktionsfehlergelaber bleibt, ist ein Armutszeugnis. Niemand kann mir erzählen, dass sie sich nicht zu äussern dürften. Niemand. Das Verhalten dazu im Forum ist, wie üblich, auch unter aller Würde.

Zum Album: Habe die Originaledition mit allen Tracks und bin froh, diese noch ergattert zu haben, das neue Cover sieht bescheiden aus und man wird auch noch mit ner geringeren Spielzeit bestraft. Die Originalversion ist ziemlich gelungen, wenn auch imo nicht das beste Eisregencover bisher. Das Digi qualiativ gut, aber eben auch wieder ein sehr magereres, fast nutzloses, Booklet.

Wie alle Alben in letzter Zeit bleibt wenig hängen, was unter anderem auch daran liegt, dass man die Texte immernoch nicht abdruckt, und der Fan diese nicht anständig verinnerlichen kann.
Bzw. warum überhaupt eine Veröffentlichung über das Ausland immernoch nicht genutzt wird, z.B. auch für ein Rerelease in kleiner Auflage eines gewissen Albums, ist auch eine gute Frage...
Nunja, genug Gemecker.

Es sind ein paar starke Tracks vorhanden, speziell Lang lebe die Nadel, Oststern am Narbenhimmel, Mitternacht und Höllenfahrt sind gut bis sehr gut.
Der Waldgott ist von der Idee her wirklich stark, ich will hier auch nichts vorwegnehmen, aber ein gewisses Geräusch am Ende, was auch immer es darstellen soll, nervt tierisch.

Im Vergleich zu älteren Alben ist die Produktion irgendwie leiser abgemischt, ansonsten gewohnt solide.
Dafür werden alle Hasser des Klargesangs bzw. fehlender Härte mit diesem Album ein wenig besänftigt. Viele Blastbeats und überwiegend fieses Gekeife dürften hier für Freudentränen sorgen.
Ebenfalls schön ist die Nutzung der Geige/Violine, die in ein paar Tracks endlich wieder Verwendung findet.

Der Bonustrack "Eisenherz" hat für den normalen Hörer keinen wirklichen Mehrwert, dafür aber definitiv eine sehr sympathische Hintergrundgeschichte, die im Booklet erläutert wird.

Was bleibt ist ein gewohnt solides Album, das einen wirklich bitteren Beigeschmack durch die "Produktionsschwierigkeiten" bekommen hat.
Wer immernoch hofft , Eisregen würden sich selbst neu erfinden oder innovativ sein, der wird einmal mehr enttäuscht, ist aber definitiv auch an der falschen Adresse.
Für Beinhartfans, die alles schlucken und auch kein Problem mit der Mundtotpolitik der Band/des Labels haben, dürfte es sich hingegen bei Todestage um ein Highlight des Jahres handeln.

Nachtrag 17.11.13: Mittlerweile gibt es ein grobes Statement, das zwar auch nicht auf Details eingeht, aber zumindest erahnen lässt, dass rechtliche Auflagen der Grund für das Schweigen sind. Auch wenn man das von Anfang an offiziell und nicht nur im Forum hätte erwähnen können... Daher nicht mehr ein kompletter Punkteabzug.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 16, 2013 5:10 PM CET


Maskenhaft (Limitiertes 3CD Box Set)
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Preis: EUR 55,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weniger experimentell, gewohnt stark, 4. August 2013
ASP Rezensionen - immer wieder führen sie auf dieser Plattform zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen zwischen Kritikern und Fans, wobei es auf beiden(!) Seiten sowohl positiv- als auch Negativbeispiele gibt. So existieren Zerrisse, die weder Rechtschreibung noch Argumente vorweisen können und das gleiche gilt für so manche 5 Sterne Lobgesänge, die mit Superlativen und hohlen Phrasen um sich werfen. Aus diesem Grund, und weil man ohne Übertreibung ganze Bücher mit ASP Interpretationen/Rezensionen füllen könnte, hoffe ich mit dieser (zwar im Verhältnis zu vielen anderen Reviews hier immer noch sehr langen) möglichst „neutralkompakten“ Rezension ein bisschen Licht ins Dunkle für die zu bringen, die weder blinde Fanboys, noch stupide Hater (um dem Internetjargon mal treu zu bleiben) sind.

Zunächst will ich klarstellen: Ja, rein „objektiv“ dürfte ich auch eher in die Kategorie Fanboy gehören, da ASP eine mir extrem wichtige Band ist, bei der es fast keine Anlässe zur Kritik gibt. Wer jedoch meinen Rezensionsverlauf ansieht, wird schnell merken, dass ich mehr als einmal durch Äußerungen und Kritik auch auf heftige „Gegenliebe“ aus dem „eigenen“ Lager gestoßen bin.
Nun denn, genug Vorgeplänkel, kommen wir zu „Maskenhaft – Ein Versinken in elf Bildern“. Es stellt das zweite Album des „Fremder-Zyklus“ dar und muss sich daher mit seinem direkten Vorgänger „fremd“ und der diesem gefolgten EP „GeistErfahrer“ messen lassen. Und, soviel sei schon mal an dieser Stelle verraten, diesen Kampf verliert das Album. Dies kann für Leute, denen die beiden vorangegangen Veröffentlichungen zu metallisch, zu depressiv oder zu „unaspisch“ waren natürlich auch von Vorteil sein. Denn Maskenhaft bietet weit mehr klassische ASP Kost als die beiden, stellenweise höchst experimentellen, Vorgänger.

Beginnen wir aber an der Oberfläche: Die Ultimate Edition, zum stolzen Preis, hält, was sie verspricht: ultimativ zu sein. Auch wenn ASP nicht müde werden, sich immer und immer wieder über die schwierigen Umstände des Musikerdaseins im aktuellen Jahrtausend auszulassen (erstaunlich, dass wesentlich kleinere Bands hier nicht ständig jammern), so folgt mit dieser Veröffentlichung definitiv das mächtigste ASPsche Werk, was den Umfang der ltd. Edition angeht. Die schiere Größe der edlen Schachtel schüchtert beinahe schon ein. Öffnet man sie, kommt der äußerst löbliche Kalender zum Vorschein, der von August bis zum Ende nächsten Jahres Seite um Seite mit Bildern und Textzeilen aus sowohl alten als auch neuen Stücken gespickt ist. Ein tolles Beiwerk! Dazu gibt es das übliche Zertifikat, bei dem ich nie wirklich verstanden habe, was es den Leuten geben soll. Zumindest bei Auflagen im Bereich über 1000 Stück. Naja. Legt man dies zur Seite, hat man auch schon das gigantische Buch vor sich liegen, das 3 CDs und 90 Seiten Artwork und Texte enthält. Timo Würz zeichnet sich für die (gezeichnete) Bilderwelt verantwortlich und diese ist es wahrhaft wert, in solch einem Format veröffentlicht zu werden. Ich würde wirklich allzu gern detailliert darauf eingehen, wie wunderbar sie die Texte ergänzen, wie genial der Stil ist und welch hohe Qualität hier vorliegt. Nicht umsonst besitzt das Album den Untertitel „Ein Versinken in elf Bildern“. Aber diese würde, wie eingangs erwähnt, den Rahmen einer CD Besprechung auf Amazon definitiv sprengen. Noch erwähnen muss ich auch die enthaltende Bilderserie: Zum einen Bilder mit der titelgebende Maske und zum anderen eine (poe‘sche) gespenstisch anmutende Bilderreihe, die eine großartige Atmosphäre aufweisen kann. Aber leider gibt es auch hier 2 Kritikpunkte: 1. Warum zum Teufel packt man dieses (bewusst) hässliche Bild auf Seite 39 neben einen Text wie „Schneefall in der Hölle“? Nicht falsch verstehen, das Bild selbst ist verdammt cool, aber absolut unpassend an dieser Stelle… 2. Grüne Rahmen um manche Songtexte lassen auf einen Fehler bei der Herstellung schließen (was bei dem Preis recht traurig wäre), anders erklären sie sich mir nicht. Weiterhin wartet das Buch mit zusätzlichen Textzeilen und einzelnen Gedichten auf, die das Gesamtbild bzw. die Botschaften einiger Lieder extrem bereichern und definitiv kein inhaltsaufblasendes Beiwerk sind. Speziell der Einführungstext (der auch als hidden Track auf der Platte versteckt ist – an welcher Stelle verrate ich aber nicht) gefällt mir sehr, da er die Stimmung des Albums bzw. eigentlich des gesamten Kunstwerkes ASPscher Alben gut einfängt. ASP bietet uns durch die Texte und Lieder Schilderungen, Hinweise, Anregungen, aus denen wir unsere eigenen Bilder spinnen (können) und unsere eigenen Schlüsse ziehen. Zu guter letzte hat Kai Meyer ein Vorwort geschrieben, das sowohl die Deutungsmöglichkeiten von Masken aufzeigt, als auch eine direkte Verbindung der Thematik zum Künstler Asp herstellt. Und das ist der perfekte Ansatz, um auf die Musik bzw. das Album selbst zurückzukommen.
Denn das Album bietet einige Ebenen, die man interpretieren kann. Es gibt das Konzept hinter den einzelnen Liedern (die Reise vom Augenaufschlag des Protagonisten bis hin zur Klippe), die Deutungsebene der Texte bzw. der Geschichte des Albums im Bezug auf die Band selbst (dazu später mehr) und natürlich die vielen (möglichen) Verweise auf die Verbindung zum großen Ganzen: Dem schwarzen Schmetterling. Somit bietet das Album allein auf diesem Level verdammt viel für sein Geld, sofern diese Dinge den Zuhörer interessieren.

Wer rein auf die musikalische Seite von ASP scharf ist, den erwarten etwas über 60 Minuten Gothic Novel Rock mit der ein oder anderen Härte und verdammt viel Melodie bzw. Eingängigkeit. Im Vergleich zu „fremd“ gibt es weniger Abwechslung in den Songstrukturen (mehr nach Schema Text, Refrain, Text, Refrain, abgewandelter Text/Refrain, Refrain) und keine Experimente ala „Angstkathedrale“. Ebenfalls fehlen Übersongs wie“ Unverwandt“, die mit Leichtigkeit die 10 Minutenmarke knacken und an Melancholie kaum zu überbieten sind. Die metallische Härte der „GeistErfahrer“EP kommt an einzelnen Stellen zum Vorschein, überwiegend ist die Richtung des Albums aber mehr mit „Requiembryo“ bzw. „Aus der Tiefe“ zu vergleichen. Der Fokus liegt viel mehr auf eingängigen und teils zum Sterben schönen Melodien und generell längeren Liedern, die sich meist im 6 Minuten Bereich befinden. Wer jetzt denkt, ASP würden deshalb 0815 Goth Rock abliefern oder groß an Qualität einbüßen, der liegt jedoch mächtig falsch. In meinen Augen haben aber „fremd“ und die „GeistErfahrer“ EP durch die oben genannten Punkte mehr zu bieten, aber wir befinden uns hier grundsätzlich auf derart hohem Niveau, dass selbst der Abstieg auf diese Weise noch in den Wolken endet. Die allgemeine Stimmung ist nicht mehr so depressiv wie auf „fremd“ und nicht so aggressiv wie auf der „GeistErfahrer“ EP, sondern viel mehr von Melancholie und Sehnsucht geprägt – ich würde sie (auch vom Sound her) als luftig bezeichnen. Apropos Sound: Man hat die Wahl zwischen der Relief und der Plakat Abmischung – ersteres speziell für hochwertige Anlagen abgemischt, zweiteres für Unterwegs und am PC. Entgegen meinen Erwartungen steht der Plakativ Mix dem Album weit besser, dies muss aber jeder für sich selbst entscheiden und obliegt stark dem eigenen Geschmack. Löblich ist das Vorhaben allemal und der Mix ist in beiden Fällen angenehm weit entfernt davon, überproduziert zu klingen.

Die Reise des Albums beginnt mit einem unglaublich stimmungsvollem Intro, „Augenaufschlag“, das musikalisch von Percussions und Chören geprägt ist. Wunderschön, geheimnisvoll und der perfekte Einstieg ins Album. Textlich sowohl eindeutig (in Kombination mit dem Artwork) als auch sehr mysteriös – kann man doch wunderbar Assoziationen zum Schmetterlings-Zyklus herstellen (ich beschränke mich aus genannten Gründen auf das Anreißen derartiger Bemerkungen). „Die Kreatur mit der stählernen Maske“ sind 7einhalb Minuten typisches ASP Liedgut – eingängig, textlich extrem stark und mit wunderschönen Melodiebögen gespickt. So manch eine Gesangslinie gegen Ende ist angenehm anders, als man es sonst gewohnt ist. „Aufbruchstimmung (Herzjagd)“ folgt und bietet ähnliche Zutaten, verwebt diese aber mit einer dem Album sehr eigenen Stimmung (die nur von einer bizarren, wie auch immer zum Lied passende, verrückten Lache am Ende etwas getrübt wird), die auch das gänsehautbereitende „Wanderer“ zu einem Highlight der Platte macht (Klavierklänge und akustische Gitarren sind eines der Markenzeichen des Albums in meinen Augen). Beide Lieder bieten ebenfalls wie das Intro eine Menge Querverweise auf den Schmetterlins-Zyklus und lassen so manche Frage aufkommen. Asp hatte vor dem Album angekündigt, einige Fragen zu beantworten – hier wüsste ich doch zu gern, wo diese Antworten zu finden sind… Aber zweifelsohne werden einige (meiner) Theorien bestätigt und befeuert. Mit „Schneefall in der Hölle“ verabschieden wir uns kurze Zeit für die eigentliche Geschichte auf dem Album (oder haben es mit einer Beobachtung des Protagonisten zu tun) um die wohl kitschigste (das Wort ist neutral zu verstehen an dieser Stelle) Version eines One-Night-Stands in der Geschichte der Musik zu bestaunen. Bizarr und wunderschön zugleich. Aber kein Vergleich zu Liedern wie „Und wir tanzten (ungeschickte Liebesbriefe)“. „Die Löcher in der Menge“ ist musikalisch wohl das klassischste ASP Stück auf der ganzen Platte und behandelt eine Thematik aus der Arkadienreihe von Kai Meyer, wobei der Text auch so sehr gut verständlich ist und als gesellschaftskritisch durchgehen kann. Hätte auch gut auf der „Requiembryo“ stehen können, wie es sich aber in die eigentliche Geschichte des Albums einfügen soll ist mir ein Rätsel. „Reflexionen“ ist wohl mein persönliches Lieblingsstück der Platte – es berührt mich sowohl musikalisch, als auch textlich und versprüht herrlichste Melancholie. Ganz groß, der Refrain ist pure Gänsehaut und der Gesang war selten derart gefühlvoll, dazu gesellt sich ein wiederkehrendes Riff, welches endlos weitergehen könnte. Stichwort Gitarren… „Das Märchen vom Wildfang-Windfang (Schlüpftanz)“ ist sowohl tanzbar elektronisch, als auch heftig metallisch (im Refrain wurde immerhin für ein paar Sekunden mein Wunsch nach Growls [wenn wohl auch nur verzerrter Gesang…] und Double Bass Attacken aus der letzten Review erfüllt) und erinnert stark an Clubkracher wie „Kokon“ oder „Schwarzes Blut“, wenn ich mir das Lied auch absolut nicht als Tanzflächenhit vorstellen kann, da es zu sperrig scheint. Mit „Panzerhaus (FremdkörPerson, zweitens)“ bekommt der gleichnamige Song auf „fremd“ eine Art Fortsetzung, welche ähnlich wie „Die Löcher in der Menge“ ein klassisches, sehr rockiges, ASP Stück ist. Ein bisschen untypischer ist „Per aspera ad aspera“, welches vor allem in der langen Version (siehe Bonus CD) ein mächtiges Stück Musik darstellt. Episch und textlich in meinen Augen eine Art Hymne an die Band und ihren steinigen Weg, der sie trotz so mancher Rückschläge zu einer der erfolgreichsten Bands (nicht nur aus) der schwarzen Szene gemacht hat. Leider krankt auch dieses Lied ähnlich wie die gesamte Platte an repetitiven Elementen. Wie auch andere Rezensenten fällt mir das besonders auf der Maskenhaft auf, ob dies nun rein objektives Empfinden ist, sei mal dahingestellt. Den Abschluss der sowohl musikalischen, als auch geschichtlichen Reise bildet der Zweiteiler „Die Klippe“. „Teil 1: Stimmen im Nebel“ ähnelt dem Intro in Sachen Stimmung und mündet schließlich im „Hang zum Dramatischen“ - welcher ungewohnte Gesangslinien (ziemlich hoch) bietet und mit einem Cliffhanger (im wahrsten Sinne des Wortes) endet. Ein interessantes Stück Musik, das ebenfalls sehr gut als Spiegelung der Bandsituation fungiert und offen lässt, ob man wohl die Klippe ersteigen, oder in die Tiefe fallen wird. In meinen Augen (und Ohren) ein guter Schluss (vor allem das Geigenspiel ist großartig), der aber weit abgeschlagen hinter Rauschmeißern wie „Die Ruhe vor dem Sturm“, „Nie mehr“, „Unverwandt“ oder „Danach“ liegen bleibt. Dazu ist er nicht mitreißend bzw. berührend genug (und das Geräusch eines stockenden Atems am Schluss sagt mir auch gar nicht zu…). Das Album endet also schwächer, als es beginnt. Und das führt mich auch zum (vorläufigen) Fazit: Maskenhaft ist ein großartiges Album, das sowohl sein Geld wert ist, als auch die Diskographie der Frankfurter definitiv positiv bereichert – aber irgendetwas fehlt oder irgendetwas nagt wie eine Stimme im Kopf an den Glücksgefühlen. Ich empfinde keine Euphorie wie bei der „GeistErfahrer“ EP und werde auch nicht derart tief berührt, wie auf „fremd“. Es fehlen Überlieder, es fehlen Klassiker und es gibt zu viele Punkte, an denen man Kritik anbringen kann. Und ich weise zur Sicherheit noch einmal darauf hin – all das ist der Vergleich zu alten Werken von ASP! Im Vergleich zu vielen, vielen anderen Künstlern da draußen stellt auch dieses ASP Werk etwas dar, das andere nie und nimmer erreichen können. Also bitte keine endlosen Diskussionen, ich spreche weder irgendjemand seine Freude am Album ab (die ich ja ebenfalls habe!), noch prophezeie ich irgendeinen Mist, von wegen die Band würde kommerziell oder wäre nicht mehr wie ASP einmal waren (ganz im Gegenteil). Das Album bekommt 5 Sterne, weil es 5 Sterne verdient hat, ich will nur im Vergleich zu anderen auch die Punkte aufzeigen, die mich etwas enttäuscht haben oder die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Außerdem denke ich, dass ich durch die unfassbare Leistung auf den letzten 2 Werken zu hohe Erwartungen hatte. Dafür spricht allein, dass ich mir insgeheim immer noch wünsche, dass es irgendwann einen geistigen Nachfolger zur „fremd“ geben wird, der mehr Lieder vom Kaliber eines „Unverwandt“, einer „Angstkathedrale“ und mit der Härte/Wut der „GeistErfahrer“ EP geben wird.

Zur Bonus CD:
Eine Remix/Bonus CD gehört bei einem ASP Album eigentlich fest zum guten Ton und so findet man auch auf der Maskenhaft eine Scheibe mit 6 alternativen Versionen aktueller ASP Stücke. Zunächst gibt es den „Circadiane Rhythmik Remix von Carpe noctem“, dem Wave Rocker der genialen „GeistErfahrer“ EP. Lutz Demmler zeigt sich hierfür verantwortlich und wie auch der Remix von „Wechselbalg“ auf „fremd“ krankt dieser erste Remix daran, dass er eine dahinplätschernde Version eines rockigen Liedes darstellt, wodurch die eigentliche Wirkung des Liedes ad absurdum geführt wird und eine (zwar passend zur Arkadien Reihe von K.M.) bedrohliche Stimmung erzeugt wird, die allerdings absolut nicht zum Text passt, welcher viel mehr aufmunternd/tröstend ist. Der Klimax gegen Ende geht in dieser Version total unter. Wie ein guter, passender Remix klingen muss beweisen die Szenegrößen Zeromancer mit ihrer Version von „Panzerhaus“. Die elektronischen Klänge erinnern sofort an die Band und auch hier wird eine tendenziell bedrohliche Stimmung genutzt, um den Lied einen besonderen Anstrich zu geben. Jedoch passt dies hier wunderbar zum verzweifelten/mahnenden Text und Höhepunkte kommen trotzdem zur Geltung. Von einem Dahinplätschern kann nicht die Rede sein. Gerade der Refrain kommt beinahe episch daher – dieser wird nur noch von dem rein instrumentalen Part ab 2.22 übertroffen, welcher dem eigentlichen Lied auch zu etwas mehr Abwechslung verholfen hätte und sich in einen schönen Klimax um 3. 27 ergießt. Richtig, richtig gut! Auch wenn mir der Name Patrick Damiani nichts sagt – der gute Mann scheint laut den weiten des Internets des Öfteren auf Trisolplatten tätig zu sein – beschenkt er uns mit einer unheimlich starken akustiklastigen/minimalistischen Version von „Wanderer“. Stimmungsvoll und mit sehr viel Gänsehautpotential. Gefällt mir mit der Zeit sogar besser als das ohnehin schon großartige Original – allen voran das „Ohhhooo“ im Refrain gibt dem Lied meiner Meinung nach das gewisse Etwas. Erneut versucht sich Lutz Demmler an einem Remix, diesmal wieder ein Lied der letzten EP: „Weichen[t]stellung im Spießrutentanz Remix“. Elektronischer als das Original und definitiv auch die schwächere Version (das Metallische fehlt dem Song und damit auch viel seiner starken Wirkung), jedoch definitiv hörbar und mit ein paar coolen elektronischen Spielereien versehen. Kurz vor Schluss gibt es einen „langes Elend-Schnitt“ von „Per aspera ad aspera“, der mich meine nicht vorhandenen Haaren raufen lässt. Warum um alles in der Welt ist nicht diese Version auf der CD? WARUM?! Während das Original um Minute 4 ein kurzes, tolles Gitarrensoli einlegt, aber recht schnell wieder zur gewohnten Songstruktur übergeht, wartet diese Version mit einem richtig fetten Gitarrensoli auf, das noch wesentlich länger ist und dem Song a) Abwechslung und b) verdammt nochmal ein richtig episches Gitarrensoli beschert! Die knappe Minute hätte die Länge der CD nicht künstlich gestreckt oder gar gesprengt – es gibt also absolut KEIN Argument, diese Version nicht zu verwenden. Wirklich, wirklich schade, dass nur die Käufer der Ultimate Version in diesen Genuss kommen, denn das Lied – ja, sogar das ganze Album würden damit aufgewertet. Der Abschluss der Bonus CD kommt in Form einer (damals, bei der Enthüllung der Tracklist bei mir für Freudenschreie sorgend) unerwarteten Cover Version: „Die Kreatur mit der stählernen Maske“ im Samsas Traum Akustik Gewandt. Herrschte lange Zeit eine Eiszeit zwischen den Künstlern, hat nun entweder durch das Drängen des Labels, gegenseitiges Ausnutzen oder weiß der Teufel was der Fan beider Künstler das Glück, diese Version genießen zu dürfen. Der ohnehin eingängige Song profitiert wie damals schon „Schwarz“ auf der „Zusammenkunft EP“ von Kaschtes Vision: Das Lied muss sich vor dem Original nicht verstecken – im Gegenteil. Das Akustikgewandt steht dem Lied, Kaschtes Stimme ist sowieso über jede Zweifel erhaben und es werden hübsch eigene Akzente gesetzt (Abwandlung des Refrains z.B.). Kaufgrund für die Ultimate Edition (oder die MP3 Versionen für Käufer der normalen Edition) sind die Titel auf alle Fälle – allein wegen dem „Per aspera ad aspera Lang Schnitt“ und der Samsas Traum Cover Version. Einzig bitter ist der Umstand, dass es per MP3 Deluxe Version hier bei Amazon noch einen weiteren Song zu erstehen gibt, obwohl Asp doch gerade im Forum (damals beim Thema Download Single) keine besonders guten Worte für den Großhändler finden konnte… Was auch immer hier geschehen ist, wirklich vermissen muss man den Eclosion Dance Remix von „Das Märchen vom Wildfang-Windfang“ nicht – elektronischer als das Original, aber ohne Mehrwehrt oder sonstige Besonderheit. Und wer ihn der Komplettierung wegen kaufen mag, kann dies ja bequem über ein, zwei Mausklicks tun.

Alles in allem bieten uns ASP hier einmal mehr qualitativ hochwertige Musik, die mit Sicherheit mit viel Herzblut hergestellt worden ist. Wem „fremd“ und „GeistErfahrer“ nicht zugesagt haben, der sollte auf alle Fälle einen Blick riskieren – es ähnelt den alten Alben mehr als seine 2 Vorgänger. Alle anderen werden sowieso zugreifen oder Abstand nehmen – je nach Fraktion ;)


Best Of-Leben bedeutet kämpfen (7'' Digi Limited Edition)
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Preis: EUR 22,99

24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sinn - mehr als fraglich, 28. Juni 2013
Bevor ich jetzt sofort downgevotet oder anderweitig angegangen werde: Ich LIEBE diese Band, ich vergöttere Kaschtes Texte und sein gesamtes musikalisches Schaffen.
Dennoch bin ich kein blinder Fan, der sämtliche Äußerungen oder Handlungen Kaschtes befürwortet. Und leider gehört dieses Release zu den Veröffentlichungen, bei denen man meiner bescheidenen Meinung nach wirklich viel falsch gemacht hat.

Das Cover ist Geschmackssache, der Titel durchaus passend und die Stücke imo gut gewählt (wobei ich absolut nicht verstehe, warum man bei Satanshimmel voller Geigen nicht die grandiose 2005er Version genommen hat. Aber vermutlich wollte man einfach die Originalversionen der jeweiligen Alben nutzen, um das Album unverfälscht zu repräsentieren, was legitim ist). Die Qualität des Digis etc. gewohnt hoch. So weit, so gut.

Doch nun kommen wir zum essentiellen Teil einer Best-of Scheibe: Der Zielgruppe.
Und da versagt die Scheibe auf ganzer Linie - wer auch immer hier kalkuliert hat, baut auf die Naivität und blinde Treue mancher Hardcorefans oder hatte nie eine Stunde BWL/Marketing im Leben...
Denn wen sollen Best-ofs in der Regel ansprechen? Zögerliche Käufergruppen wie Spontankäufer oder Leute, die bisher nur ein Album besitzen und im besten Fall noch Fans, die mit raren Titeln oder ähnlichem gelockt werden. Ein Paradebeispiel hierfür ist die alte Best-of "Endstation.Eden": Prall gefüllt mit damals unveröffentlichten Liedern/Vertonungen (Angst I + II), alternativen Versionen (akustische Stücke) und natürlich den entsprechenden Best-of Liedern. Das alles zu einem erschwinglichen Preis unter 30 Euro. Für Fans war mehr als genug Material vorhanden, das selbst einen höheren Preis gerechtfertigt hätte und Neueinsteiger mussten nicht zu tief in die Tasche greifen. Ein gelungenes Produkt!

Hier haben wir auf musikalischer Seite absolut nichts Neues für Fans der Band, die a) entweder die Alben bereits besitzen oder b) wissen, dass ST keine Band ist, bei der man die konzeptlastigen Alben auseinanderpflückt und man somit das Geld lieber in die entsprechenden Komplettreleases steckt. Das einzige neue Lied auf dem Album ist ein (nettes, aber nicht weltbewegendes) Instrumental, ergo kann man getrost zum einzel MP3-Kauf greifen und sich satte 32 Euro sparen. Denn die Linernotes und Bilder bieten im Vergleich zu neuen Musikstücken und Alternativversionen keinen großartigen Kaufgrund. Und auch die Kurzgeschichte reicht mir da nicht wirklich. Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass auch Bilder und Linernotes für manch einen ausreichen, 33 Euro auf den Tisch zu legen - dem will ich auch gar nicht widersprechen. Das muss schließlich jeder für sich selbst entscheiden. Aber wenn man das wie geschrieben mit Endstation.Eden vergleicht, dann kann man nur verbittert eingestehen, wie viel Potential hier verschwendet wurde. Ein paar Notizen geschrieben, ein paar Bilder benutzt und ZACK - deftig Geld verlangen. Wenig Mühe - hoher Preis. Ergo für die meisten Fans uninteressant.

Für Spontankäufer ist der Preis hingegen eindeutig zu hoch - niemand gibt 33 Euro für eine Band aus, die er nicht kennt. Und wenn, dann ist die Anzahl derer äußerst niedrig.

Was bleibt also? Eine große Enttäuschung, die sich zusammen mit den Releases von "Vernunft ist nichts, Khaos ist aber auch eher schlecht" und "Viva Vienna Vol. I" in ein Trauerspiel von Nebenveröffentlichungen einreiht, die einen daran erinnern, wie viel einem zu Zeiten von Endstation.Eden, Ipsissima Verba, Einer gegen Alle oder Arachnoidea geboten wurde.

Wo bleibt eine Akustik-EP, wo eine anständige Live-DVD oder eine Coverscheibe? So viele Möglichkeiten, so wenig Umsetzung. Das ist sehr schade, aber es bleiben ja trotzdem noch die unbeschreiblich wunderbaren Hauptalben und tolle Nebenveröffentlichungen wie Käfer.Maden.Würmer.Spinnen, die ihren Kauf und Preis auch zu rechtfertigen wissen.

Die 2 Sterne gibt es einzig und allein dafür, dass die Stückauswahl toll getroffen ist und der musikalische Inhalt ja trotz allen Umständen genial bleibt.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 13, 2013 12:06 PM MEST


Niemand, Niemand Anderem Als Dir (Limited 2CD im Buchformat)
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Preis: EUR 22,99

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das (beinahe) stumme Schwesterchen, 3. Mai 2013
"Asen'ka - ein Märchen für Kinder und solche, die es werden wollen" war ein unglaublich starkes Album, welches eine der größten Stärken Kaschtes - Märchen wunderbar zu erzählen - perfekt repräsentierte und mit dem verspielten Artwork, orchestralem Bombast der Marke Samsas Traum und großartigen Texten die Fans begeistern konnte. Nun ist es mittlerweile fast gang und gäbe, dass ein Schwesteralbum erscheint (ein böser Schelm würde meinen, Kaschte wolle seinen Anhängern nur möglichst viel Geld aus der Tasche ziehen, jedoch empfand ich die Schwesteralben bisher immer als schöne Ergänzung/Erweiterung der jeweiligen Alben) und so geschehen auch mit "Niemand, niemand anderem als dir" - das Gegenstück zu "Asen'ka".

Anders als bei "Arachnoidea" oder "z.Ahn um z.Ahn" handelt es sich bei diesem Schwesteralbum jedoch nicht um eine durch den elektronischen Fleischwolf getriebene Version, die andere Aspekte der Musik hervorhebt, sondern viel mehr um eine "nackte" Version des Hauptalbums - befreit von harten Gitarren, treibendem Schlagzeug und harschen Gesängen. Und oh, wie bietet sich dieser wundervolle Körper aus liebreizender Musik auch dazu an ihn "nackt" zu begutachten und zu bewundern. Umso mehr fallen Details auf und vorallem die kompositorische Stärke des Albums kann wahrhaftig gewürdigt werden. Kaschte sollte dringend einmal mit einem echten Orchester aufnehmen oder gar auftreten! Weitere Worte zur Musik sind eigentlich nicht von Nöten, da diese ebenso wie auf dem Hauptalbum weit über jeden Zweifel erhaben ist und wer "Asen'ka" mochte, wird auch hier auf seine Kosten kommen, sofern er etwas mit gesangsfreier Musik anfangen kann.

Hier kommen wir zum einzigen Kritikpunkt: Wieso um alles in der Welt musste man an manchen Stellen dann trotzdem Gesang einbauen? Das wirkt inkonsequent und will in meinen Augen einfach nicht passen. Es zerstört das Erlebnis ein kleines bisschen und das ist so schade wie unnötig. Vielleicht waren diese Stellen Kaschte besonders wichtig, ich weiß es nicht. Es ist ja auch sein Werk und er darf machen was er will - mir hätte ein komplett gesangsfreies Album besser gefallen. Aber es ist natürlich nicht so, als würde es die Stücke verschlechtern - es wirkt halt wie ein kleiner Fremdkörper.

Die Bonus CD beinhaltet ein Schmankerl für all jene, die nicht genug von "Im Ursprung der Schatten" bekommen können, das Gesangsduett mit Liv Kristin zu kitschig fanden oder sich besonders an anderen Sprachen erfreuen. So hat man 2 Versionen des Originals, jeweils mit nur einer Gastsängerin (entweder My Engström-Renman oder Vic Anselmo), den Duettpart mit Liv Kristine als Ausschnitt unter dem Titel "Niemand, niemand anderem als dir", sowieso eben diesen Ausschnitt einmal rein von My Engström und einmal rein von Anselmo dargeboten (in ihrer jeweiligen Muttersprache versteht sich). Hier kann man nun wirklich nicht meckern - wenn man solche Versionen unnötig findet, hört man sie eben nicht und alle anderen haben nun die Qual der Wahl, welche Version von "Im Ursprung der Schatten" fortan ihre liebste ist. Ich persönlich liebe die russische Variante sehr während ich mit der Version von "My Engström" absolut garnichts anfangen kann.

Das Artwork ist Geschmackssache, die gesamte Produktqualität der Veröffentlichung aber wie beim Hauptalbum ausgezeichnet. Der Inhalt umfasst quasi keine weiteren Informationen zur Entstehung des Albums, dafür bekommt man einen kleinen Einblick in die Entstehung des Originalartworks. Bilder der Gastsängerinnen, Kaschtes (mit schrecklichen Frisuren der Marke "Einer gegen Alle Abziehbild") und anderen "Kuriositäten" können hier leider nicht über verschwendetes Potential hinwegtäuschen. Schließlich sind Kaschtes Anmerkungen zu den Umständen einer Produktion immer sehr unterhaltsam und informativ gewesen.

Warum also keine vier Sterne, wenn diese doch berechtigt erscheinen? Ganz einfach: Die Musik! Das Album ist so unfassbar stark, dass schon die instrumentalen Versionen Gänsehaut am laufenden Band erzeugen. Und ich persönlich liebe diese Art von Versionen, welche sich bei "Asen'ka" einfach zur Veröffentlichung angeboten haben und zum Glück auch veröffentlicht wurden, wenn auch leider nicht komplett "stumm".

PS: Mal abgesehen von der grauenhaften Rechtschreibung sollte sich manch ein "Rezensent" vor der Bestellung eines Albums vielleicht die Beschreibung durchlesen, dann weiß er auch, was er bekommt und ist nicht so verwirrt...


Resident Evil 6 - [PC]
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Wird angeboten von ImLaden
Preis: EUR 11,19

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warnschuss, 30. März 2013
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Resident Evil 6 - [PC] (Computerspiel)
Wenn Capcom die zahlreichen Stimmen, welche RE6 (zurecht) als ein schlechtes Spiel bezeichnen, diesmal nicht wahrnimmt, könnte es endgültig mit den qualitativen Zeiten dieser Serie vorbei sein.
Man muss sich das mediale Echo sowohl der Fachpresse, als auch der Spieler zu Herzen nehmen! Denn diesmal sind es nicht nur die verbitterten Resident Evil Fans, die dem Spiel gravierende Mängel attestieren, nein! Denn bereits mit Resident Evil 4 hat sich die Reihe weit von ihren Ursprüngen entfernt (die Diskussion, ob dies nun gut oder schlecht war erspare ich dem Leser an dieser Stelle), jedoch hat Teil 4 zurecht massig gute Rezensionen erhalten, da es einfach ein exorbitant gutes Spiel war. Teil 5 hatte an der Gameplayformel wenig geändert und musste deshalb etwas mehr Kritik einstecken, war aber dennoch (vorallem, wenn man es jetzt mit RE6 vergleicht) ein gutes Spiel, mit weit mehr Actionfokus, als Teil 4.

Teil 6 wurde nun groß als Kompromiss angekündigt: jede Kampagne würde etwas für die verschiedenen Fans enthalten - sei es mehr klassisches RE Feeling in der Leon Kampagne oder von Call of Duty inspirierte Action bei Chris und sogar Schleicheinlagen in der Ada Kampagne. Endlich solle man laufen und schiessen können und Umfang, als auch Aufwand des Spiels seien die Speerspitze der Spielereihe.

Was wurde aus diesen Versprechen? Es ist, als ob ein Koch ein 10 Gänge Menü verspricht, die 10 Gänge auch abliefert, aber keiner davon gelungen ist. Das Spiel versagt hochgradig als Resident Evil Spiel, da die Action Passagen viel zu viel Platz einnehmen, vielversprechende Storysegmente sich als komplett lächerlich und lieblos umgesetzt entpuppen und klassische RE Atmosphäre höchstens für wenige Minuten aufkommt. Soweit eigentlich kein großer Unterschied zu Teil 5, auch wenn ich persönlich dessen Story ziemlich gut fand, speziell im Vergleich zu Teil 6. Der Knackpunkt des Spiels ist viel mehr, dass es auch "objektiv" betrachtet als Spiel überwiegend versagt. Zu viele Füller und sinnlose Passagen hieven die Spielzeit auf ein Level von gut 24 Stunden, weshalb man sich zum ersten Mal wünscht, ein Spiel würde WENIGER Spielzeit bieten. Abschnitte, in denen man eigentlich nur noch den Trigger zum Gasgeben drückt, ohne wirklich auf den Weg achten zu müssen oder sonstige Formen von Gameplay zu bieten nerven von Mal zu Mal mehr und lassen nur noch den Kopf schütteln, wie so etwas ins finale Spiel gelangen konnte. Oder Sequenzen, die ungelogen davon unterbrochen werden, dass man 4 Schritte zu einem Gerät macht, um nur wieder in einer Sequenz zu enden. Man kann kommt aus dem Kopfschütteln manchmal nicht heraus. Entgegen der Meinung vieler stören mich da die zahlreichen QTEs garnicht mehr, auch wenn diese natürlich auch relativ wenig Sinn ergeben und das Gameplay null bereichern. Dann ist da noch die Sache mit der Munition und dem Nahkampf: Der Nahkampf ist viel zu übermächtig, man kann selbst auf höheren Schwierigkeitsgraden ganze Gegnerhorden damit plätten, was auch nötig ist, da man selbst in Actionsequenzen mit vielen Gegnern kaum Munition zur Verfügung hat, was die Action/Baller Komponente, die man ja angeblich anstrebt, auch sehr obsolet macht. Das Spiel stellt sich also selbst ein Bein.

Auf die lächerliche Geschichte will ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen, aber sie hat mir oftmals Kopfschmerzen verursacht und glänzt durch Klischees, zahlreiche Ungereimtheiten und dürfte vorallem Resident Evil Fans weh tun. Da treffen Charaktäre nach JAHREN mal wieder aufeinander und agieren komplett unnachvollziehbar btw. emotionslos (wobei das schon seit Teil 4 extrem weh tut...). Jedenfalls war Teil 5 (Teil 4 war, wenn man es genauer betrachtet, auch extrem lächerlich) hier wesentlich ausgereifter. Man wurde nicht alle 2 Minuten für dumm verkauft. Zumal sich auch in den 4 Kampagne viel wiederholt, was sich auch auf das Gameplay auswirkt (in fast jeder Kampagne kommt eine Stelle vor, an der man vom selben Gegnertyp fliehen muss und entsprechende Gegenstände einsammeln oder Schalter aktivieren muss, ein gewisser Endgegner kommt gefühlte 100 Mal wieder aus dem Reich der Toden zurück). Mehr will ich mich hier auch nicht auslassen, weil es die Zeit nicht wert ist und natürlich auch auf den Anspruch eines jeden ankommt.

Weswegen trotzdem 3 Sterne? Weil man dem Teil manches auch anrechnen muss: Die Leon Kampagne bietet viele tolle, atmosphärische Momente, das Gameplay enthält meiner Meinung nach ein paar sinnvolle Neuerungen, wie die Nahkampffinisher, die Äxte oder die Umgebung nutzen, das Schiessen und Laufen und vorallem die Wendigkeit, wenn man am Boden ist (das Rollen). Das Artdesign der Umgebungen und vorallem der neuen Monster ist richtig, richtig gelungen in meinen Augen und auch der Soundtrack kann sich hören lassen. Die Portierung auf den PC ist gelungen, einen Controller vorausgesetzt. Ich hatte weder Abstürze, das Spiel lief absolut flüssig und die Menüs bieten mehr als genug Anpassungsmöglichkeiten. Auch positiv finde ich das Grundprinzip der 4 Kampagnen und Perspektiven bzw. das Vorhaben, für jeden etwas zu bieten. Die Coop-Komponenen und weitere Modi sind durchaus toll gedacht, teils auch umgesetzt, leiden aber noch unter wenig Spielern bzw. Verbindungsproblemen. Der Mercenaries Modus ist so genial wie eh und je.

Ja, was bleibt... Ein unglaublich enttäuschendes Spiel, das sehr viel Potential besaß, das beste Spiel seit Teil 4 zu werden bzw. diesen sogar noch zu übertrumpfen. Aber Capcom hat den negativen Höhepunkt der gesamten Reihe abgeliefert und lernt in kommenden Teilen hoffentlich daraus, ohne gleich einen Reboot starten zu müssen. Es gibt noch so viele Storystränge, die endlich einen würdigen Abschluss oder eine Implementierung verdient hätten (diesmal aber bitte nicht auf Teletubbies Niveau). Niemand hasst sinnvolle Neuerung, aber das nächste Mal bitte durchdacht umsetzen, dann wird es vllt. wieder mit dieser einst so großartigen Spielereihe.


Asen'ka - Ein Märchen für Kinder und solche, die es werden wollen (limitierte 2CD im Buchformat)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weiteres bezauberndes Märchen aus Utopia, 25. November 2012
„Doch Märchen sind für Menschen da, uns Träume zu bereiten,
Und Träume sind zum Leben da, die Wahrheit sie begleiten“

Zeilen aus dem wundervollen Stück „Thanathan und Athanasia“ (auf dem „Oh Luna Mein“ Album zu finden, für all die Unwissenden), die eine passende Botschaft zum neuesten Samsas Traum Meisterwerk beinhalten: Märchen und Träume sind wichtig, ohne Phantasie und ein klein wenig naive Hoffnung wäre das Leben doch wirklich unerträglich. Selbst wenn diese Dinge mit zunehmendem Alter immer schwerer aufzufinden sind (schafft es die karge Realität doch wunderbar, jede Farbe ergrauen zu lassen und die Traumblasen in lähmenden Schaum zu verwandeln). Da wünscht man sich doch in diese kleine, meist noch unschuldige Welt eines Kindes hinein, in der jeder Tag neue Abenteuer birgt, die erlebt werden wollen und es keine Vorurteile oder Ängste gibt. Diese romantisierte Vorstellung scheint (siehe Orkus Interviews mit K. der letzten Monate) auch das zu sein, was den Käferkönig unter anderem zu diesem Album inspiriert hat. Anmaßungen hin oder her – man spürt diese Elemente auf jeden Fall deutlich auf „Asen’ka, ein Märchen für Kinder und solche, die es werden wollen“.

Noch vor „Anleitung zum Totsein“ wurde „Asen’ka“ angekündigt und doch mussten Fans von Kaschtes Märchenerzählkünsten noch etwas länger warten, laut Booklet aufgrund noch nicht fertig gestellter Texte. Dafür sollten sie mit (laut Pressetexten und der Aussage Kaschtes) dem, anscheinend von manchen auf den letzten Werken vermissten, Samsas Traum Zauber alter Tage belohnt werden. Ob dies zutrifft, muss jeder selbst entscheiden. Ich hatte mit keinem der letzten Alben ein Problem, im Gegenteil, aber „Asen’ka“ gleicht in vielerlei Hinsicht tatsächlich mehr „a.Ura“ oder „Tineoidea“ als „Heiliges Herz“ oder dem letzten Output. Am auffälligsten ist natürlich das Konzept des sich im Walde verlaufenden kleinen Mädchens, das auf seiner Reise ins sichere Elternhaus auf Waldgeister, Feen, Bären, Frösche, Wölfe und andere Wesen trifft. Ergo keine unzusammenhängende Lieder. Dieses Märchen ist sowohl von russischen Märchengestalten, als auch grimmartigen Fabelwesen bewohnt und entfaltet seine einzigartige Stimmung in stolzen 76 Minuten, die einen auf wunderbare Weise aus der Realität entführen.

Im schicken Büchlein (mit deftigem Preis, wenn man es mit vorherigen Veröffentlichungen vergleicht, aber der Herr war ja auch so fein… und meinte, ohne Konzerte sein Künstlerdasein finanzieren zu müssen, [was wirklich schade und schwer nachvollziehbar ist] irgendwo muss er es dann ja auch wieder reinholen) verpackt, mit einer interessanten Bonus CD (9 überwiegend instrumentale Lieder aus 2 Theaterstücken, die Kaschte komponiert hat) und erneut wundervollem Artwork von Anastasia Kaschte. Dies liegt in seiner ursprünglichen Form (zusammenhängende Bilder, wirklich schön) auch noch als kleines Poster samt Liedzitat bei – sehr löblich. Das Artwork ergänzt die Geschichte in einem wirklich hübschen Stil und hätte kaum besser ausfallen können, Kaschtes Herzdame hat einmal mehr tolle Arbeit geleistet. Weiterhin sehr positiv ist auch, dass die Bonus CD nicht liebloses Beiwerk darstellt, sondern auch deren Texte abgedruckt wurden und Notizen zur Entstehungsgeschichte vorzufinden sind.

Musikalisch könnte man nun mit Floskel um Floskel (hallo Orkus!) um sich werfen, dies würde aber weder dem Album gerecht, noch wären diese Worthülsen wahrhaftig dazu in der Lage, dem Interessierten ein (Klang)Bild dessen zu verschaffen, was ihn erwartet, wenn er sich auf „Asen’ka“ einlässt.

Daher will ich gar nicht allzu sehr auf die einzelnen Lieder eingehen, sondern mehr auf das Gesamtbild, das sie erzeugen. Und das ist wahrhaftig wunderschön. Die Werke des Käferkönigs waren stets immer sehr divers, was ihr Klangspektrum angeht, und kein Album glich dem vorherigen. So auch „Asen’ka“: seine Atmosphäre bleibt einzigartig, aber es ist unverkennbar Samsas Traum – jedoch ähnlich der „Anleitung zum Totsein“ mit so ziemlich jedem Stilmittel der bisherigen Discographie erschaffen. So ziehen sich die unverkennbaren Synthieklänge Kaschtes durch das ganze Album, andere Elemente wie die Double Bass Attacken von Herr Beck durchziehen nur bestimmte Pegelspitzen, erinnern aber trotzdem daran, dass Samsas Traum keine Kuschelband geworden sind. Auffällig sind die vielen Gesangsspuren, die oftmals eine Choratmosphäre wie zu besten „Tineoidea“ oder „Utopia“ Zeiten zu Tage fördern, ebenso wie die vielen Gesangsarten, die zum Einsatz kommen. So bedächtig, wie sie im Opener „Von Sieg zu Sieg“ daherkommt, so aggressiv gibt sich seine Stimme, wenn sie den Wölfen z.B. während des 15 Minüters „Im Ursprung der Schatten“ als Sprachrohr dient. Aber auch Trolle und tückische Untote wollen mit jeweils passenden Stimmen vertont werden und so kommt auch auf „Asen’ka“ die gesamte stimmliche Bandbreite des Käferkönigs zum Tragen. Dessen Leistung ist gewohnt gut, aber an manchen Stellen klingt die Stimme etwas künstlich, was mir persönlich sauer aufstößt, ich kann aber nicht sagen, ob dies durch die vielen Stimmspuren verursacht wird, oder hier trauriger Weise unsinnig viel bearbeitet wurde. Denn allgemein ist dies wohl die beste Produktion, die ein Samsas Traum Album je erfahren durfte. Sie ist kräftig und klar, ohne künstlich zu wirken (was beim Vorgänger etwas der Fall war) und allen voran äußerst dynamisch. Dies passt hervorragend zum Spannungsbogen der Lieder, die oft von unglaublich sanften, zerbrechlichen Tönen in stürmische oder epische Momente umschlagen.

Durch die eben erwähnten ruhigen Stellen sind auch Elemente aus „Wenn schwarzer Regen“ vorhanden, ganz besonders das wundervolle „Ich, dein Wolfsblut“ erinnert im Positiven an „So wie die Wellen“. Stücke wie das treibend poppige „Igel im Nebel“ oder das dem geneigten Fan auch als „All die toten Spiegel“ bekannten „Schenk mir deine Flügel“ sind klassische Samsas Traum Ohrwürmer ala „Ein Foetus wie Du“ oder „Endstation.Eden“. Bei ersterem besticht vor allem der geniale Schluss, der einfach so überraschend und genial in die fortlaufende Geschichte eingefädelt ist, dass er mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Der gewohnte Refrain wird abgebrochen bzw. dem Erstaunen Asen’kas angepasst, als sie den korpulenten Froschkönig entdeckt und als Elefant bezeichnet. Köstlich!

Eine weitere kleine Besonderheit der Scheibe sind die 3 Gastsängerinnen, die jeweils „Stirb, Kindlein, stirb“, „Der Froschkönig“ und „Im Ursprung der Schatten“ bereichern. Während die Damen auf den beiden erstgenannten Stücken eigene Textpassagen haben und diese (trotz etwas gewöhnungsbedürftigem Deutsch bei „Stirb, Kindlein, stirb“) sich wunderbar ins Gesamtbild einfügen, finde ich es schade, dass die russisch singende Dame bei „Im Ursprung der Schatten“ nur eine bereits davor von Kaschte vorgetragene Strophe nochmal wiederholen darf. Da entzieht sich mir einfach der Sinn… Ob das Duett mit Liv Kristine nun etwas zu viel des Guten ist oder nicht, das ist wiederum Geschmackssache. Das sind aber auch schon die einzigen Kritikpunkte (zusammen mit dem manchmal künstlich wirkenden Gesang Kaschtes), die sich finden lassen. Ansonsten offenbart sich bei jedem Hördurchgang ein Stück mehr dieser wundersamen Märchenwelt, in die man beim Hören und Lesen eintaucht. Auch noch positiv ist, dass der aufgesetzte Solizwang der Vergangenheit angehört und nur noch dann welche vorhanden sind, wenn sie einem Stück den letzten Feinschliff verpassen.

Was bleibt ist ein träumerisches Album, das um einiges positiver ist, als die letzten Outputs der Band. Wie sehr man sich nun auf dieses Konzept einlässt, das obliegt dem jeweiligen Hörer. Mich zum Beispiel berührt die Geschichte nicht im selben Maße wie es die Meisterwerke „Heiliges Herz“, „Tineoidea“ oder „a.Ura“ getan haben, was aber einfach auch an der Thematik liegt. Nichtsdestotrotz ist es musikalisch auf dem unglaublich hohen Niveau der bisherigen ST Discographie und der ein oder andere, der mit den Alben seit „Heiliges Herz“ nichts mehr anfangen konnte, dürfte nun zurück in Gregor Samsas wundersame Traumwelt gefunden haben. Für Neueinsteiger eignet sich das Album ebenso, da es eigentlich jeden Aspekt der Band beinhaltet, den es zu schätzen gibt.

Also - ob alt oder jung, ob eingesessener Fan, ehemaliger Begleiter oder Frischling: Kaufen, eintauchen und verzaubern lassen!


GeistErfahrer EP
GeistErfahrer EP
Preis: EUR 7,33

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "... mit Stacheln bewehrt", 16. November 2012
Rezension bezieht sich auf: GeistErfahrer EP (Audio CD)
Die mittlerweile auf 2 „Stammmitglieder“ geschrumpften Frankfurter Gothic Novel Mannen von ASP bescheren dem geneigten Freund ihrer Kunst mit der „GeistErfahrer EP“ den ersten musikalischen Nachschlag (in Form von gänzlich neuen Liedern) seit letztes Jahr das Meisterwerk „fremd“ Kritiker und Fans begeistert hatte. Verdienter Erfolg, einiger missmutiger Stimmen zum Trotz, bewies, dass die Trennung von Matze (und später auch Himmi) keine tieferen Spuren im Felse ASP hinterlassen hat.

Aber ASP wären nicht ASP, wenn sie sich auf schnöden Lorbeeren ausruhen würden, denn schließlich gibt es noch so viel zu sagen, so viel zu schreiben und so viel zu veröffentlichen. Und vor allem zu sagen hat Bandkopf Asp scheinbar viel, denn die GeistErfahrer EP ist ein Weckruf, gerichtet an eine Gesellschaft, die sich scheinbar immer mehr einem Abgrund nähert, der selbige unweigerlicher verschlucken wird – wenn wir nicht endlich damit beginnen gegen den Strom zu schwimmen…

Entstehen bei diesen Worten Bilder im Kopf? Mit Sicherheit. Und genau diese Vorstellung hat der renommierte Künstler Timo Würz, der auch schon das Cover der „fremd“ Platte entworfen hatte, in einem wunderbaren Artwork umgesetzt, welches die limitierte Edition der 40 minütigen EP ziert. Bedrohliches Rot, Blitze, Sturm – eine apokalyptische Szenerie umgibt die Menschenmassen, die eine Klippe hinauf marschieren, von der sie am Ende in die Tiefe stürzen. Fast schon unscheinbar erkennt man mitten unter ihnen einen verängstigten Asp, der gegen die Massen, fort vom Abgrund, rennt. Besser hätte das Cover nicht ausfallen können, aber auch das normale Coverartwork (unter dem Schuber der ltd. Edition) untermalt die Botschaft und den Titel der EP passend.
Aber gut, anspruchsvolles Artwork und eine tolle Verpackung – gewohnte ASP Kost (im positiven Sinne!), doch sobald die ersten Töne des doppeldeutigen Titeltracks ertönen könnte der ein oder andere Fan denken, er habe eine Eisbrecher- oder gar Rammsteinplatte erwischt. Kräftige, abgehackte Gitarrenriffs und verzerrter (oder tatsächlich gegrowlter, man weiß es nicht) Gesang empfangen und packen den Hörer. Doch schon kurz danach entfaltet das Lied unverkennbare ASP Stimmung, wenn auch härter und direkter, als man das gewohnt ist. Dies ist aber nicht nur passend zum roten Faden der EP, es ist auch ein Teil der positiven musikalischen Entwicklung, die die Band seit „fremd“ zu durchleben scheint. So düster, hart und bisweilen gar metallisch wie auf der GeistErfaher EP war die Band noch nie. Während man auf „fremd“ mit der Angstkathedrale gar Doom Atmosphäre versprühte, fehlen auf der EP bei manch einem Titel nur noch mehr Growls und Double Bass und man hätte wunderbarsten deutschen Metal mit herrlichen Texten. Also schon an dieser Stelle die Bitte an Asp: MEHR davon und ruhig noch etwas härter (natürlich nur, wenn es passt, man muss sich ja niemandem anbiedern)! Doch zurück zum Lied: Ein mahnender Text (auf den ich nicht viel näher eingehen will, da die Botschaft hier eindeutig ist und man über ASP Texte alleine schon ganze Aufsätze verfassen könnte, die jeglichen Rezensionsrahmen sprengen würden), treibende Gitarren und eingängige Melodiebögen zaubern einen der besten ASP Songs der letzten Jahre hervor, der besonders live eine unglaubliche Energie an den Tag legt.

Aus der Mitte der Gesellschaft hinein in des Poeten ängstlichen Kopf geht es mit „In Sack und Asche“. Laut Asp handelt der teilweise recht kryptische Text von Schreibblockaden und anderen Ängsten, die wohl jeder kennen dürfte, der selber Gedichte oder ähnliches verfasst. Begleitet von einem der tollsten Refrains der Bandgeschichte arbeitet sich der Song über gut 7 Minuten hin zu einer fulminanten Klimax, weshalb ich hier auch noch darauf aufmerksam machen möchte, wie schön lang fast alle Lieder auf der EP sind. Klar, ASP müssen hier auch extrem viel Text verarbeiten, aber lange Lieder waren schon immer eine Disziplin, die die Band extrem gut beherrscht hat und so freut mich das persönlich sehr, dass man hier mit einem langen Lied nach dem anderen belohnt wird. Wer sich von der Magie des Liedes losreißen kann, entdeckt nebenbei ein Artwork, das wie bei jedem Titel der EP genau auf das Lied zugeschnitten ist. Im Fall von „In Sack und Asche“ sind dies äußerst reizvolle Musen, ein gequälter Asp und einfach unglaublich stimmige Fotos, die jeder selbst begutachten muss, um nachvollziehen zu können, wie gut diese zum Stück passen.

Nach den letzten ruhigen Tönen zeigt Bassmeister Tossi auf "ÜberHärte" wie eine fette Bassline auszusehen hat und schon ist man wieder umhüllt von (für Gothic Rock Verhältnisse) harten Gitarrenklängen und treibendem Schlagzeugspiel. Die Musik und der Text ergänzen sich hier wunderbar, geht es doch um die Härte, die man an den Tag legen muss, um in einer Ellenbogengesellschaft bestehen zu können.

„Niemand teilt mehr deine Werte,
deshalb wirst du so menschenscheu.
Darum die Wut, die in dir gärte
so wie ein giftiges Gebbräu.“

Als gute Lösung wird diese Konsequenz jedoch nicht angesehen, im Gegenteil. Spätestens hier sollte jeder erkennen, dass die EP einen eindeutigen roten Faden hat und die verschiedenen Facetten des Niedergangs der angeblichen Krone der Schöpfung misstrauisch begutachtet.

Damit man aber nicht völlig der negativen Seite des Lebens erliegt, spendet die Band mit „Carpe noctem“ etwas Trost. Denn wenn alles im Licht des grellen Tages trist und deprimierend aussieht, „Dann bleibt dir immer noch die Nacht!“. Eine fast schon träumerische Melodie umhüllt den wohl klassischsten ASP Song der EP. Auch textlich ist man hier wiedermal ganz oben dabei, was deutsche Lyrik angeht, aber das braucht man bei ASP eigentlich schon nicht mehr erwähnen, da diese seit jeher zusammen mit Adversus, Samsas Traum und Das Ich der Szene zeigen, wie anspruchsvolle, gehaltvolle Texte auszusehen haben. Dem ein oder anderem könnten ein, zwei untypisch „einfache“, direkte Zeilen auffallen, dies passt aber einfach besser zum Konzept (Stichwort klare Ansagen/Aussagen treffen) der EP und ebenso zur musikalischen Untermalung.

Vor dem letzten Lied spannt „Weichen[t]stellung (GeistErfahrer Reprise)“ nochmal den Bogen zum Titelstück und bietet einen weiteren Live Kracher mit viel Energie und einer wichtigen Botschaft. Lass dich nicht lenken, übernehme selbst das Steuer.

Doch jeder Kampf ist einmal verloren, jede CD einmal am Ende und (fast) immer wird es ein „Danach“ geben… Wie das laut Asp in unserem Fall wohl einmal aussehen wird, das mag nicht jedem gefallen… Was zuvor geschehen ist überlässt der Text dem Leser, jedoch dürften hier die meisten zum selben Schluss kommen: Die Menschheit hat sich selbst besiegt, die Konsequenz unseres Handelns erleben nur noch wenige und genau diese Situation greift das Lied äußerst stimmungsvoll auf. Winterhauch, Akustikklänge, Asps unvergleichliche Stimme und gegen später sogar ein waschechtes Gitarrensolo der atmosphärischen Oberliga kreieren einen melancholischen Abgesang auf das Ende der Menschheit und die Reinigung der geplagten Mutter Erde. Auf einer Stufe mit Klassikern wie „Die Ruhe vor dem Sturm“ oder „Fading away (a Vision)“ entlässt die Band ihre Hörerschaft zurück in die eisige Wirklichkeit (wahrscheinlicher ist jedoch der Druck auf die Replay Taste), vielleicht mit der Hoffnung, dass die Botschaften der Lieder so manchen doch noch zu einer Kehrtwende bewegen können und andere merken, dass sie nicht allein sind.

Als Rezensent und Fan bleibt mir nur ein ehrliches „Danke!“ für diese unglaublich wundervolle CD. Egal ob die Botschaften, die man nur mit einem lauten „JA!“ bekräftigen kann, das tolle Artwork oder die umwerfende Musik: ASP haben einmal mehr gezeigt, warum sie mit zum Besten gehören, was die deutsche Musiklandschaft zu bieten hat. Außerdem beweisen sie, dass sie trotz einer so langen und erfolgreichen (auch wenn man sich immer gern schlechter darstellt, als man ist) Karriere nicht auf der Stelle treten, sich weiterentwickeln und gleichzeitig treu bleiben. Ganz im Gegensatz zu so manchem Kollegen…

Noch zu erwähnen sei die tolle Bonus CD, die einige mit der wunderschönen und talentierten Ally dargebotene Stücke der „fremd“-Tour II bereithält. Produktionstechnisch ist die EP glasklar, ohne künstlich zu wirken, jedoch verbleiben ASP dabei, ihre Stücke, Gott weiß wieso, unnötig laut abzumischen (Stichwort Loudness War). Und an der ein oder anderen Stelle ist der Gesang für meinen Geschmack etwas zu weit im Hintergrund, Wörter werden von der Musik „geschluckt“. Das ist aber nun wirklich Kritik auf schwindelerregendem Niveau und stößt kaum sauer auf.

Wer auch immer ASP Fan ist, der braucht diese CD sowieso – allen anderen kann man das schmucke Stück aber ebenso empfehlen, denn viel besser wird deutsche Musik nicht, liebe Leute, also: KAUFEN!
PS: Asp, bitte, wirklich, ich warte auf den Double Bass und echte Growls! :D


Last Moment
Last Moment

5.0 von 5 Sternen Geheimtipp aus Down Under, 30. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Last Moment (Audio CD)
Musik ist höchst subjektiv. Daher ist die Wirkung von gewissen Melodien, Texten und Stimmen auch selten vorhersehbar. Doch manche Bands beherrschen das transportieren von gewissen Stimmungen und Gefühlen einfach besser als andere. Ein Meister der Kategorie „Suizid-Musik“ kommt definitiv aus dem eigentlich eher für sengende Hitze und tödliche Tiere bekannten Auswandererparadies Australien, welches für Kenner aber auch großartige Bands wie Ne Obliviscaris, Grey Waters oder die schon prominenteren Woods of Desolation beherbergt. Aus eben jenem Land stammen auch Elegeion, welche 1995 (damals noch unter dem Banner Transcendence) gegründet wurden.
Ungewöhnlich, aber passend: Der Titeltrack befindet sich hier an erster Stelle und verdeutlicht auch sofort die Markenzeichen der Band, denen man in den folgenden 40 Minuten lauschen darf: Elegischer, verletzlicher Frauengesang, krächzende, distanziert und schwach wirkenden Growls, die von schwermütigen Gitarren, Cello, Klavier und Violine untermalt werden. Was sich heutzutage fast nach Genrestandard anhört, verwebt sich zu einem relativ einzigartigen Klangbild, das einen in die Tiefe zieht, jedoch auf eine gute Art, wie es nur wenige Künstler beherrschen. Lyrisch erwartet einen was der Track verspricht: Die letzten reuevollen Gedanken eines Selbstmörders. Doch wer denkt, depressiver könnte es nicht werden, der kommt anschließend in den „Genuss“ eines der wohl melancholischsten Stücke der Musikgeschichte. Nur von Klavier, Cello und Violine begleitet, entführt „Scars“ den Hörer in einen Abgrund aus Verzweiflung, Dunkelheit und dennoch eine Art von Schönheit, aus dem man so schnell nicht wieder hochkommt. So fragil trägt Sängerin Dieudonne den tragischen Text vor, so schön und sehnsüchtig klingt die dargebotene Klangwelt. Wem das zu sanft ist, dürfte mehr mit „Solitude“ anfangen können, herrschen doch wieder schwere Gitarren und die Growls von Bandchef und Gründungsmitglied Anthony Kwan vor, wobei erneut weder Cello, noch Violine fehlen dürfen, die im Mittelteil das Ruder übernehmen, nur um in ein unsagbar schwermütiges Riffing überzugehen.

„How many deaths must I endure
Before I see the light?
Always awakening in darkness
Where hope's a diminishing light
...where's the light?“

Schallt es gerade noch aus den Boxen, doch Elegeion können durchaus auch anders und verleihen The last Moment mit Stücken wie dem folgenden “Taste” genug musikalische Abwechslung. Hier wirken sie eher träumerisch / sehnsüchtig, was sich auch im Text widerspiegelt. Doch auch diese Ebene scheinen sie perfektioniert zu haben, denn ebenso mitreißend gestaltet sich „Heaven’s Torment“, das auch eher durch seine beinahe verspielte wirkende Melancholie besticht, als durch tonnenschwere Gitarrenwände. Die bekommt man dafür wieder in den letzten zwei Stücken „Wallow“ und „Confusion“ zu spüren, die dem Album zum Ende hin nochmal jegliches Licht rauben und das Grab der Hoffnung zuschütten.

Damit endet die Erfahrung, welche einem hier geschenkt wird, vorerst. Doch das Echo dieses Meisterwerkes hallt lange noch nach. Elegeion sind eine der Bands, die das Gefühl der Verzweiflung nicht nur perfekt umsetzen, sondern den Hörer auch wirklich diese aktiv spüren lassen. Und das ohne Kitsch, ohne Gejammer – einfach ehrliche Düsternis in Reinform. Wer hier von keinem einzelnen Lied berührt wird, der befindet sich auf jeden Fall im falschen Genre oder besteht aus Stein. Ein Geheimtipp, der weit mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihm bisher zuteilwird.


Ultimate Ears triple.fi 10 Ohrhörer blau
Ultimate Ears triple.fi 10 Ohrhörer blau

4.0 von 5 Sternen Extrem guter Hörer, WENN er passt, 18. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bei diesen In-Ears stimmt beinahe alles: Der Klang ist bei jeder Musikrichtung gut, hat einen knackigen Bass, klare Höhen und gute Mitten. Man kann sie wunderbar hinter dem Ohr führen, was für einen festen Sitz (theoretisch) und wenig Kabelgeräusche sorgt. Der Look ist edel, auch wenn die guten Dinger ein bisschen groß sind und hervorstechen. Hier kommen wir zum Nachteil, der den triple.fi 10 das Genick bricht: Sie sind absolut nicht für jeden Gehörgang geeignet.

Ich habe alle beiliegenden Aufsätze ausprobiert, bei M war zwar die Abschirmung am besten und damit auch guter Bass etc., diese hielten jedoch nicht lange und wurden nach gewisser Zeit immer wieder locker. Das bringt einfach nichts, In-Ears müssen SITZEN und zwar ständig und das auch noch gut, sonst wird der Klang unweigerlich verfälscht (in diesem Fall kein Bass mehr vorhanden).
Bei der kleinsten Größe flutschten sie zwar nicht mehr aus dem Gehörgang, waren dafür jedoch nicht so "dicht", haben also nicht mehr genug abgeschirmt, wodurch ebenfalls Bass verloren ging und man mehr Außengeräusche wahrnimmt, als man will/erwartet.

Deshalb musste ich diese genialen Hörer leider zurückschicken, gebe aber wegen dem theoretisch genialen Klang in dieser Preisklasse 4 Punkte. Kaufen! Wenn sie passen, werdet ihr froh sein, sie gekauft zu haben. Alle anderen müssen weiter nach bequemeren und besser passbaren Ear-Buds suchen.


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