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Rezensionen verfasst von
Jürgen Pern "Buchwurm.org - Redaktion" (NRW)

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Hui Buh, 3, Das mysteriöse Geisterbuch (Hui Buh Das Schlossgespenst, Band 3)
Hui Buh, 3, Das mysteriöse Geisterbuch (Hui Buh Das Schlossgespenst, Band 3)
von Ulrike Rogler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

5.0 von 5 Sternen Nebelwerfer, 30. Januar 2015
_Zur Story_

Tommy und HUI BUH arbeiten an einer "Spulktur", deren Erstellung sich das Schlossgespenst in den Kopf gesetzt hat, um am diesjährigen Kunstwettbewerb der Geisterwelt teilzunehmen. Ein wildes Gebilde aus Rüstungsteilen entsteht nächtens, welches - natürlich! - dank HUI BUHs Ungeschick mit lautem Getöse zusammenbricht und die restlichen Schlossbewohner erstens weckt und zweitens erzürnt. Vor allem Julius. Der verdonnert die beiden Missetäter zu Aufräumarbeiten, bei denen sie - inzwischen von ihrer Freundin Sophie unterstützt - auf eine Geheimkammer stoßen. Darin lagert ein offenbar mächtiges Geisterbuch, dessen Gebrauch den ebenso neugierigen wie prahlerischen (selbsternannten) "Spukprofi" selbstverständlich in den gespenstischen Fingern juckt. Ein Aufräumspuk, das wärs! Ebenso selbstverständlich geht die Sache in die Hose. Der herbei beschworene Putzteufel meint es zu gründlich und beim Versuch den Schlamassel wieder gerade zu biegen, sorgt eine falsch ausgesprochene Zauberformel dafür, dass noch viel größeres Unheil über Schloss Burgeck sowie das Dorf hereinbricht: Ein unheimlicher, aggressiver Nebel, der Aufzeichnungen aller Art inklusive menschlicher Erinnerungen förmlich ausradiert. Nun müssen HUI BUH, Tommy und Sophie rasch einen Gegenspuk finden, bevor alle dem totalen Vergessen anheim fallen.

_Eindrücke_

Im inzwischen dritten Abenteuer aus HUI BUHs neuer Welt, braucht man die Figuren eigentlich gar nicht mehr groß vorstellen - die meisten Leser des Buches werden die voran gegangenen Bände sicherlich ebenfalls gelesen haben. Falls nicht, beinhaltet jedes Buch eine Art Intro, damit auch Quereinsteiger sich zurechtfinden können. Kenner können diese ersten Seiten -inklusive des stets gleichen Vorworts mit herein gekritzelten HUI-BUH-Kommentaren - getrost übergehen und sofort in die Story einsteigen. Alle anderen, vor allem die Fans des "alten" HUI BUH, werden bemerken, dass das Setup wesentlich moderner daher kommt, als es in der Originalserie aus den Siebzigern der Fall war. Königs sind eine Patchworkfamilie, bestehend aus Julius, dem 111., Konstanzia seiner Gattin und deren in die Ehe mitgebrachten, etwa zehnjährigen, Sohn Tommy. Zu den Hauptdarstellern gehört natürlich auch der olle Kastellan, der jahrelang die meist fruchtlosen Spukversuche des absolut ungruseligen Schlossgespensts HUI BUH stoisch ertrug, bis schließlich König Julius als letzer Erbe von Schloss Burgeck einzog. Der stets großmäulige, fast 500 Jahre alte Geist, der sich selbst oft grandios überschätzt, ist zwar weiterhin Titel- aber längst nicht mehr Leitfigur. Das sind eben Prinz Tommy und seine Freundin aus dem Dorf: Sophie - die Nichte der arg spiritistisch angehauchten Dorfwirtin Roswitha Rosenbach. Allerdings ist dies nicht selten auch hilfreich.

Die Hörspielvorlage zum "mysteriösen Geisterbuch" stammt aus dem Jahr 2008 und ist von Nesrin Samdereli für das Hamburger EUROPA-Label (heute zu Sony Music gehörend) erdacht worden. Die Lektüre dieser, erneut von Ulrike Rogler und Simone Veenstra 2010 in Textform gegossenen, Romanadaption soll offenbar die Zielgruppe in Tommys und Sophies Alter ansprechen. Das haut auch hin. Das Schriftbild ist großzügig, die Sprache flockig-modern und die kurzen Kapitel-Einleitungen geben bereits einen Teil der darin vorkommenden Handlungselemente preis. Gelegentliche S/W-Illustrationen lockern den Inhalt zusätzlich auf. Gute Karten also, das junge Publikum zu unterhalten und dabei nicht zu überfordern - wiewohl der Nebel schon vergleichsweise finster und gefährlich herüberkommt, sodass die humorigen Einlagen es schwer haben für den ausgleichenden comical relief zu sorgen. HUI BUH selbst bleibt hier ziemlich blass und hat bis auf ein paar lustige Buchstabenverdreher keine wirklichen Glanzmomente. Dennoch sind manche Dialoge und Verhaltensweisen höchst witzig. Besonders das Geturtel von Julius und Konstanzia, die sich unter Einfluss des durchtriebenen Vergessenszaubers quasi neu kennenlernen bzw. anbaggern. Gleichzeitig ist die Geschichte auch Auftakt zu einem weiteren (späteren) Abenteuer, was ganz am Schluss erwähnt aber nicht genauer ausgeführt wird. Es sei auch in dieser Rezi der Mantel des Schweigens generös darüber ausgebreitet.

_Fazit_

Die Storys aus der neuen Welt HUI BUHs sind grundsätzlich mit mehr Ernst und Nähe zur Realität ausgestattet. Ganz anders als die im Vergleich dazu geradezu lächerliche scheinende Naivität in der klassischen Originalserie. So auch ist auch hier im dritten Band der ein bedrohliches Problem für ganz Burgeck zu beseitigen, was für einen durchgängigen hohen Spannungsbogen sorgt. Man ist neugierig, was mit dem Geisterbuch (wie angedeutet) in Zukunft noch so passiert. Selbstverständlich bedient auch der Roman, wie schon das zugrundeliegende Hörspiel, bestimmter, inzwischen etablierter Serienklischees, sodass unter anderem auch der Humor nicht zu kurz kommt. Der ist ein wichtiges Element in der Neuauflage. Allerdings fehlen einem in der Textform doch irgendwie die markanten Stimmen und Soundeffekte (vor allem der stets filmreife Score) der Audiofassung. Damit kann ein Buch natürlich nicht dienen und die netten Illustrationen sind ein eher schwacher Ersatz dafür. Trotzdem macht die Lektüre Spaß - und das sicher nicht nur jungen, sondern auch den junggebliebenen, Lesern. Letztere müssen vielleicht zunächst den "alten" HUI BUH aus dem Kopfkino verbannen, doch das klappt ziemlich mühelos. Der blätternde Rezensentendaumen zeigt jedenfalls hinauf zur altehrwürdigen Fledermausturmkammer.

130 Seiten, Hardcover
Erzählt von Simone Veenstra und Ulrike Rogler
Nach einem Hörspiel von Nesrin Samdereli (EUROPA/Sony 2008)
basierend auf Motiven von Eberhard Alexander-Burgh
Illustration: Sebastian Meyer
Redaktion: Claudia Steinke
KOSMOS, 2010
ISBN 9783440121184


171/und das Phantom aus dem Meer
171/und das Phantom aus dem Meer
Preis: EUR 6,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wassermann, 25. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: 171/und das Phantom aus dem Meer (Audio CD)
Im Küstenort Paradise Cove, unweit von Rocky Beach, ereignen sich seltsame Dinge. Ein unheimlicher Mann steigt quasi wie auf einer Leiter aus der Meeresbucht und verschwindet genauso wieder. So berichtet es jedenfalls der junge Colin Salas seinem Vater Harry. Der hat von Mrs. Harkinson (vgl. "Der tote Mönch") erfahren, dass Justus, Peter und Bob auf solche Fälle spezialisiert sind und bittet die drei Fragezeichen um Hilfe. Die sind natürlich sofort interessiert und stoßen vor Ort auf eine gruselige wie tragische Legende, welche die Bucht und speziell den alten Leuchtturm dort umwittert. Dessen neuer Bewohner, der Schriftsteller Mr. Cristobal, scheint jedenfalls von einigen komischen Vorfällen, zu wissen. Allerdings wird das Gespräch plötzlich unterbrochen. Als dann nämlich die kleine Fiona am Strand verschwindet und - nach einer groß angelegten Suchaktion - vollkommen verängstigt aus einer Höhle am Ufer geborgen wird, verdichten sich die Hinweise, dass Colin nicht gelogen hat und hier etwas faul ist. Vielleicht kann der schräge, versoffene Seebär Jimmy Blue Eye in der Hafentaverne etwas zur Klärung beitragen, doch der faselt nur in düsteren Rätseln von der "Devil's Tooth"-Klippe, einem Schiff namens "Kassiopeia" und einem Arzt, der an irgendetwas Schuld hat. Vielleicht doch ein rachsüchtiger Geist, der dort sein Unwesen treibt? Und welche Rolle spielen der reiche Kunstsammler Goodstein und seine Tochter Vanessa, bei deren küstennahen Anwesen die Jungs einen Eindringling auf der Flucht beobachten und beinahe stellen können?

Eindrücke

Der 171. Fall der drei Detektive erblickte 2013 das Licht der Öffentlichkeit. Marco Sonnleitner ersann die Geschichte, die sich erneut an der Küste abspielt und eine Geistergeschichte zum Thema hat. So weit so gut - daraus kann man sicherlich eine gute Geschichte zusammenbasteln. Nicht, dass dieses Garn Innovationspreise einheimsen würde, denn die Elemente sind sattsam bekannt und wirken - wo wir grade beim Zusammenbasteln sind - wie aus dem Drei-???-Story-Baukasten entnommen. Allerdings wurde das noch mit anderen Versatzstücken angereichert. Erst hat man irgendwie so des kleine deja vu mit dem Fall "Der rote Pirat" und "Der unheimliche Drache", was sich dann aber dann doch alles anders als dort darstellt. Größte Parallele dürfte aber John Carpenter's "The Fog - Nebel des Grauens" sein. Antonio Bay statt Paradise Cove, "Elizabeth Dane" statt "Kassiopeia, Leuchtturm, Nebel und (hier zumindest natürlich vermeintliche) rachsüchtige Wiedergänger, das alles erinnert stark an den cineastischen Gruselklassiker der Achtzigerjahre. Tatsächlich kann der Plot ab und zu einen nette Atmosphäre aufbauen. Leider vaporisiert diese dann in ausufernden Dialogen und unnötigen Wendungen. Dabei geht das von André Minniger gestraffte Hörspiel sogar direkter zu Werke als die Vorlage.

Allein ein Blick auf die Sprecherliste offenbart eine breite Spanne an Figuren, deren Verbindung zueinander man sich erst einmal auseinanderklamüsern (lassen) muss, dabei ist das Hörspiel wiederum prinzipiell zu knapp gehalten, sodass eigentlich eher Verwirrung denn Klarheit herrscht, zumal die Sprecher stimmlich auch nicht optimal voneinander abgegrenzt sind. Sieht man von Jimmy Blue Eye einmal ab, der seine Sache sehr gut macht. Am Ende muss dann eine Menge erklärt werden - natürlich von Justus, der wie üblich (und sehr plötzlich) die volle Checkung hat. Realistisch ist anders. Insbesondere der finale Twist wirkt extrem zurechtgebogen. Unnötig in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass ein eigenständiges Erarbeiten der Lösung dieses Falles unmöglich ist. Zwischenmusik, Geräusche und Intonation gehen jedoch in Ordnung, das Ensemble ist routiniert genug auch solche, storytechnisch und strukturell nicht ganz auf der Höhe befindliche, Vorlagen immerhin ohne Peinlichkeiten einzuspielen und streckenweise spannend zu gestalten - auch wenn diese eben schnell wieder flöten geht. Da fragt man sich am Ende, getreu dem berühmten Herbert Grönemeyer Titel: "Was soll das?!". Und diese Frage ist vollkommen berechtigt.

Die Produktion

Erzählt von Marco Sonnleitner
Nach Motiven von Robert Arthur
Drehbuch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL), Jens-Peter Morgenstern, Betty George, Jan-Friedrich Conrad, Constantin Stahlberg, Händel

Die Sprecher und ihre Figuren:

Thomas Fritsch (Erzähler), Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrzceck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Pat Murphy (Harry Salas), Simone Ritscher (Vanessa Goodstein), Stephan Schwartz (Eliah Cristobal), Manfred Reddemann (Albert Goodstein), Jan-Christof Kick (Ben Kramer), Lilian Körting (Fiona Kramer), Harald Halgardt (Wirt), Ulli Potofski (Jimmy Blue Eye), Achim Schülke (1. Mann), Fabian Harloff (2. Mann), Saskia Weckler (Frau), Gera del Este (Rosaria), Katharina von Keller (Silvie), Manuela Bäcker (Jessy), Alexander Stamm (Sergeant), Gordon Piedesack (Polizist), Toru Takahashi (Rikuo Yamamoto)

Fazit

Die wenigen Momente, in denen tatsächlich die Spannung aufgebaut wird, welche das prinzipiell interessante Gespenstergarn durchaus hergibt, werden durch das ganze Gewusel aus Figuren und plötzlich wandelnde Richtungen die der Plot einschlägt, glatt konterkariert. Für die Atmosphäre ist dies natürlich reines Gift, auch wenn handwerklich betrachtet alles richtig gemacht wurde. Musik, Geräusche und Sprecher passen, dennoch will der Funke nicht so recht überspringen. Die endgültige Auflösung des vergleichsweise wirren Falles mag zwar recht unerwartet - im Sinne von: Das Publikum kann da nie von selbst drauf kommen - sein, der Showdown erscheint aber ganz arg konstruiert und vollgestopft. Höher, schneller, weiter? Wodurch diese neuerdings öfter zu beobachtende Unart, möglichst viel in eine Geschichte zu packen, auch herrührt - hier haut es ganz klassisch nicht hin: Zu viel gewollt, zu wenig erreicht. Außer dass sich der geneigte Hörer hinterher am Kopf kratzt. Es reicht eben nicht erprobte Elemente einfach zusammen zu würfeln, um eine flüssige Story draus zu machen. Der pitschnasse Rezensentendaumen zeigt in die Tiefe des Meeres.


Hui Buh, 2, Entführung in die Geisterwelt (Hui Buh Das Schlossgespenst, Band 2)
Hui Buh, 2, Entführung in die Geisterwelt (Hui Buh Das Schlossgespenst, Band 2)
von Ulrike Rogler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

4.0 von 5 Sternen Schlafwandler, 20. Januar 2015
_Zur Story_

Sophie freut sich wahnsinnig darauf einige Nächte in Schloss Burgeck bei ihren Freunden Prinz Tommy und dem Gespenst HUI BUH verbringen zu dürfen. Doch schon die erste Nacht ist grausig - nicht, dass das sonst so nervige Schlossgespenst daran Schuld trüge. Ausnahmsweise mal nicht. Dem Geist geht das permanente Gequietsche des ollen Gästebetts, in welchem man Sophie untergebracht hat ebenfalls auf den selbigen. Keiner der Schlossbewohner hat demzufolge ein Auge zugemacht. Grund genug für König Julius sich schlussendlich doch breit schlagen zu lassen, um mit dem gesamten Tross in die Kutsche zu steigen und den Dorfschreiner aufzusuchen, wo ein neues Gästebett bestellt werden soll. Doch auf dem Weg dorthin treffen sie einen fahrenden Händler, der neben allerhand Kuriositäten auch ein sehr schönes, wie ausgesprochen günstiges Bett im Angebot hat. Für nur 50 Taler wechselt dieses in den Besitzer. Julius ist selig: Geiz ist scheinbar doch geil. Und alle scheinen zufrieden. Allerdings gibt es ein buchstäblich böses Erwachen, denn am nächsten Morgen befindet sich die Schlafstatt nämlich nicht mehr im Turmzimmer auf Schloss Burgeck, sondern in der Geisterwelt. Mitsamt der darin liegenden Sophie. Das ist überaus gefährlich, denn Menschen sind in der Geisterwelt mehr als nur unwillkommen ...

_Eindrücke_

Basierend auf dem Hörspiel von Autorin Nesrin Samdereli aus dem Jahre 2008 klöppelten Ulrike Rogler und Simone Veenstra 2010 die Buchfassung zusammen. Hierbei handelt es sich um Band 2 aus dem neuen HUI-BUH-Versum, welches von der Ausrichtung her eher dem 2006er Kinofilm näher ist, als der Originalfassung von Eberhard Alexander-Burgh aus den frühen Neunzehnhundertsiebzigern. Alles ist doch ein wenig moderner geworden, auch was die Aufmachung angeht - war das alte Schlossgespenst mit der rostigen Rasselkette stets als bleiches - nicht nur für eine Kinderserie damaliger Prägung schon erstaunlich morbide - Skelett in Büßergewand mit gefiedertem Schlapphut dargestellt, hat der neue HUI BUH pausbäckig-freundliche Züge und trägt ganz Ritter-like Kettenhemd unterm abgewetzten Waffenrock und einen lustigen Schweif auf dem Helm. Die ehemals martialischen Ketten am Handgelenk seines Vorgängers hat man ebenfalls entschärft, sie baumeln jetzt nur noch lose vom Handgelenk und sind nicht mehr wie früher am - ebenfalls weggefallenen - Halsring des Geistes angeschlagen. Kurzum: HUI BUH ist heute ein anderer. Sein Umfeld ebenfalls. Ein weiteres Mitbringsel der filmischen Umsetzung ist auch die - parallel zu der unsrigen existierenden, schrägen - "Geisterwelt", welche diesmal eben (mal wieder) Thema ist.

Der schon sehr ikonen-, ja fast schon comichafte, Stil des Remakes symbolisiert, dass neue Zeiten in der Serie angebrochen sind. Doch auch die königliche Familie ist nunmehr voll auf Patchwork getrimmt worden. Konstanzia ist eine Bürgerliche und bringt Sohn Tommy mit in die Ehe und Julius wiederum ist ein recht moderner König, der vor der Vermählung mit Konstanzia ein regelrechter Weltenbummler war. Identifikationsfiguren für's (junge) Publikum sind inzwischen Tommy und Sophie, nicht mehr allein das ebenso großmäulige wie stümperhafte Gespenst. Allein der schrullige Kastellan hat den Transfer nahezu unverändert überstanden. Höflicher und noch gesetzter ist er geworden - leider geht der Neuauflage der gute, alte Ton komplett ab, bei dem gerne sehr archaische und nicht mehr gebräuchliche Begriffe verwendet wurden. Stattdessen wird auch mal "gefurzt" oder sich über die "Fleischsäcke" (Sterbliche) lustig gemacht sowie der eine oder andere laxe Spruch geklopft. Zudem lockern nette, manchmal sogar fast seitenformatfüllende Illustrationen, die Geschichte auf. Die haben absoluten Bezug zur Story. Apropos auflockern: Das Schriftbild ist recht groß und mit ordentlich Zeilenabstand gesegnet, sodass Erwachsene sich vielleicht unter-, Leseanfänger aber sicher nicht überfordert fühlen werden.

Fazit

Band 2 greift erneut das Thema Geisterwelt auf und jongliert humorvoll mit dessen verkehrter Welt, wobei erneut auch einige Versatzstücke des 2006er Films aufgegriffen werden. Der Buchumsetzung fehlen natürlich die markanten Stimmen (und der geniale Score) des inhaltlich identischen Hörspiels - was im Falle der "Neuen Welt" HUI BUHs die Regel ist, da diese stets aua dem Drehbuch des Hörspiels entstehen, und was vielleicht von manchem sogar als ein kleines Manko empfunden wird. Zumindest dann, sofern einem die Audiofassung schon bekannt ist. Auf der anderen Seite kann diese Kenntnis das Kopfkino auch unterstützen. Dazu kann das Buch mit netten Zeichnungen aufwarten, was der Fantasie ebenfalls zuträglich ist. Die Story an sich ist straff und flott erzählt, erfährt trotz mancher Gefahrensituation oft genug ein comical relief und lässt den Leser daher eher schmunzeln denn gruseln. So soll es sein, wenn das schusselige Schlossgespenst sein Unwesen treibt und mit seinen menschlichen Freunden Abenteuer erlebt. Leseanfänger (so um 10 Jahre) freuen sich über die lockere Struktur des Textes und dessen großes Schriftbild, wodurch sich die viel erscheinenden 130 Seiten ziemlich relativieren, zumal auch die S/W-Illustrationen noch Platz beanspruchen.

130 Seiten, Hardcover
Erzählt von Simone Veenstra und Ulrike Rogler
Nach einem Hörspiel von Nesrin Samdereli (EUROPA/Sony 2008)
basierend auf Motiven von Eberhard Alexander-Burgh

Jürgen Pern - Buchwurm Redaktion


170/Straße des Grauens
170/Straße des Grauens
Preis: EUR 3,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Road to Nowhere, 14. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: 170/Straße des Grauens (Audio CD)
Zur Story

Ein Anruf in der Zentrale der drei Fragezeichen, lässt nichts Gutes ahnen - wie so oft. Ein "Mitch Palmer" hat angeblich Ex-Kommissar Reynolds entführt, dem es übel ergehen soll, wenn die Jungs nicht nach dessen Pfeife tanzen. Palmers vier Regeln sehen u.a. vor, dass keine Polizei eingeschaltet wird, wenn sich die Jungdetektive auf die Pirsch begeben: Nach ihm. So verrückt wie das klingt, scheint der Ganove es tatsächlich darauf abgesehen zu haben, dass er erwischt wird. Ein Wettstreit also. Als ein mysteriöses Paket eintrifft, wird der Ernst der Lage erst richtig klar, denn sie enthält perfekt gefälschte Ausweispapiere für Justus, Peter und Bob und noch dazu geladene Pistolen! Eine beigelegte DVD auf der ein aktuelles Video mit Reynolds in Gefangenschaft sowie einem Zettel auf dem ein Treffpunkt nebst Uhrzeit enthalten ist, sind der erste konkrete Hinweis, der auf die Spur Palmers führt. Das soll aber nur der Auftakt zu einer perfiden Schnitzeljagd bis in den Staat Nevada hinein sein, welche die drei Detektive mehr als einmal an den Rand der Legalität und zuweilen auch darüber hinaus bringt.

Eindrücke

Autorin Kari Erlhoff hat in letzter Zeit immer ziemlich harte Nüsse für die Jungs auf der Pfanne. Zudem auch welche, die unsere drei Helden stärker aus dem Kinder- und Teenager-Milieu heraus stärker in die Welt der Erwachsenen integrieren. Mit Kätzchen suchen und kleine, harmlose Rätsel knacken, um Erbschaften und Co. aufzuspüren hat dieser Fall nichts mehr gemein. Ohne bereits zu viel zu verraten sei angemerkt, dass "Straße des Grauens" nah verwandt mit "Botschaft aus der Unterwelt" ist. Darauf bezieht sich auch der geschickt gewählte Titel, der durchaus mehrere Lesarten zulässt und doppeldeutig ausgelegt ist, wie man nach Konsum der temporeichen, ungewöhnlichen Story anerkennend eingestehen muss. Nicht jedem wird die Richtung dabei gefallen, da sie doch grenzwertige Verhaltensmuster der Detektive zeigt, die - speziell - vom treuen Publikum schon mit "grenzwertig" angesehen, vielleicht gar geschmäht, werden dürften. Positiv wird bestimmt gewertet, dass Kommissar Reynolds mal wieder eine gewisse Rolle spielt - wenn auch keine sonderlich gewichtige.

Zu sehr darf man hier nicht ins Detail gehen, um die Sache nicht vorab zu spoilern - aber Kfz-Diebstahl und auch scharfe Schusswaffen in den Händen der drei Fragezeichen, wirken doch befremdlich. Natürlich bleiben die Jungs grundsätzlich sauber. Alles andere ging auch nicht konform mit den ungeschriebenen Serien-Richtlinien. Dazu bleibt festzuhalten, dass das Hörspiel auch noch ein wenig gemäßigter (besagte Pistolen haben zum Beispiel, im Gegensatz zum Buch, keine weitere Funktion) daherkommt, als es die Romanvorlage tut. Dort ist die Not und Misere des Trios noch wesentlich deutlicher ausgearbeitet. Allerdings sind dafür ein paar kleine Logik- bzw. Plausibilitätsfehler drin, die der Printversion abgehen. Das Hörspiel trifft die Essenz aber recht gut und ist in manchem Belang sogar atmosphärisch dichter, da der Sound und die Sprecher selbstverständlich ihr Schärflein zum Gelingen beitragen. Diesmal ist der offenbar extra für diese Folge erschaffene Soundtrack besonders bemerkens- und erwähnenswert. Sehr spannend aufgezogen und alles andere als langweilig.

Die Produktion

Buch und Effekte: André Minninger
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte und Bertling (STIL), Stahlberg, George, Conrad
"Living On Third Street"-Song: J.F. Conrad, Gesang: Schirin Kazemi

Sprecher und Figuren:

Oliver Rohrbeck (Justas Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Karin Lieneweg (Tante Mathilda), Wolfgang Draeger (Kommissar Reynolds), Michael Lott (Mitch Palmer), Manou Lubowski (Dimitri), Gosta Liptow (Roy), Henry König (Boss), Konstanze Ulmer (Cindy), Oliver Böttcher (Mike), Peter Lakenmacher (Wirt), Urs Afolter (Mr. Grey), Christian Senger (Rockford), Robin Bosch und Brigitte Böttrich (Casino-Besucher), Dorothea Lott (Rezeptionistin "Black & White"), Marco Spina (Rezeptionist Motel), Tilman Madaus (Fernfahrer), Maria Baptista (Putzfrau)

Fazit

Die Reaktionen auf den Plot waren erwartungsgemäß zwiespältig - auch bei den Rezensenten. Prinzipiell ist an der Geschichte nichts auszusetzen, da sie einmal mehr die etwas ausgelatschten Pfade verlässt und einen fiesen Gegenspieler präsentiert, dem selbst ein Justus Jonas nicht in allen Belangen gewachsen ist. Allerdings ist das Buch hier vorzuziehen, da es die Situation nicht nur genauer, sondern vor allem differenzierter darstellt. Das Hörspiel leidet ein wenig unter den Kürzungen und Anpassungen, welche André Minninger dem Stoff angedeihen ließ, um sie (vermutlich) für die Hörerschaft doch verdaulicher zu gestalten. Dennoch ist es eine sehr temporeiche und spannende Folge geworden, die durchaus Atmosphäre aufbaut und mit lieb gewonnenen Klischees spielt.

Jürgen Pern - Buchwurm Redaktion


Aukey® 10W Bluetooth Stereo Lautsprecher mit DSP-Technologie (2 x 50mm 5W Treiber), 10 Stunden Spielzeit mit eingebauter Freisprecheinrichtung Bass Enhancement silbrig
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Wird angeboten von AukeyDirect
Preis: EUR 89,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krawallschachtel, 13. Januar 2015
Prinzipiell höchst skeptisch eingestellt, was allzu vollmundige Versprechungen angeht, wurde der Aukey Apollo SK-A1 mal pro forma auf die Wunschliste gesetzt und jene pyramidenförmige Boombox mit dem Namen des griechischen Kriegsgottes schließlich tatsächlich zum Test angefordert. Der hiesige Vertrieb findet ausschließlich über den gleichnamigen Amazon-Shop statt, wobei Amazon die Versandabwicklung übernimmt. Der Hersteller selbst firmiert im fernen chinesischen Shenzen/Guangdong. Der Support ist via Website und Mail erreichbar (support@aukey.com). Die Garantiezeit für alle Produkte - darunter weitere Lautsprecher sowie diverses Smartphone-, Tab- und anderes Computer-Zubehör - beträgt 18 Monate. Der Link zum Shop: http://www.amazon.de/Lautsprecher-DSP-Technologie-eingebauter-Freisprecheinrichtung-Enhancement/dp/B00NIP26CE/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1419907090&sr=8-1&keywords=aukey+apollo

Features Überblick

Beim Gehäuse der rund 700 Gramm schweren Box handelt es sich im Grunde um ein leicht asymetrisches, dreieckiges Aluminium-Strangprofil an dessen offenen Enden passive, natürlich ebenfalls dreieckige, Subwoofermembranen eingelassen wurden, deren Mittelflächen die Form, sowie auch die gebürstete Alu-Optik aufnehmen. Sehr ungewöhnlich und sehr stylisch. Die Hauptaufgabe der Schallumwandlung übernehmen allerdings 2 getrennte 5cm-Kalotten, die als Breitbandtreiber ausgelegt sind. Diese werden von einer Verstärkerendstufe mit einer elektrischen Leistung von je 5 Watt versorgt. Die beiden Lautsprecher sind nebeneinander hinter einem Metallgitter auf der Vorderseite untergebracht. Versteckt dahinter sind ebenfalls die Betriebsdioden sowie das Mikrofon für integrierte Mobiltelefon- Freisprecheinrichtung. Die verschiedenen Bedien- und Anschlusselemente befinden sich auch auf der Frontseite, leicht abgesetzt mit Ausrichtung nach oben. Die Signalaufbereitung wird elektronisch via DSP vorgenommen, was sich auch in dem anwählbaren "3D"-Klangmodus wieder spiegelt. Anbindung an Signalquellen geschieht entweder drahtlos über BT4.0 oder AUX in Form eines Klinkensteckers. Zur akustischen Entkopplung, sowie wohl auch zum Oberflächenschutz, ruht das Gehäuse auf Moosgummistreifen an der Unterseite..

Lieferumfang

Neben dem eigentlichen Lautsprecher befinden sich noch weitere Zubehörteile im Karton. Ohne Ladekabel zum Beispiel läuft buchstäblich schon mal nichts. Klar. Dabei handelt es sich technisch um ein typisches USB auf Mini-USB Kabel nach USB2.0-Standard. Dies ermöglicht das Laden des internen Li-Ion-Akkus eben über einen herkömmlichen USB-Port eines Rechners, der 5V/1000mA liefert bis hin zu den inzwischen bei Mobilgeräten sehr weit verbreiteten, entsprechenden 240V/5V-USB-Steckernetzteilen (hier meist: Adapter eines iPad Mini). Das ebenfalls mitgelieferte 3,5mm-Klinke-auf Klinke-Verbindungskabel sorgt dafür, dass beispielsweise auch ältere, BT-lose Geräte Anschluss finden. Beide Kabel sind je 1 Meter lang und machen einen stabilen, wertigen Eindruck. Sie präsentieren sich (grün/schwarz) Gewebe ummantelt, sind aber vergleichsweise steif und unflexibel. Zur Aufbewahrung und Transport liegt ein Velour/Textilbeutel mit Zugband bei. Darin ist die Box beim (längeren) Nichtgebrauch gut aufgehoben, sie geht ziemlich spack rein – also: nichts für ständiges rein-und-raus. Das beigelegte Manual ist mehrsprachig und ausreichend informativ, das Deutsch ist zwar ein wenig holprig, bleibt aber verständlich. Die Erstinbetriebnahme dürfte damit niemanden für unlösbare Probleme stellen.

Praxis

Für gewöhnlich wird man die Lautsprecherbox wohl im Bluetooth-Modus betreiben wollen, was ein Pairing voraussetzt. Bei sämtlichen im Haushalt vorhandenen Geräten mit BT-Funktion haute dies nach der Initialladung des Akkus ohne Komplikationen auf Anhieb hin. Codeeingaben waren nirgends erforderlich, sobald das Kästchen erkannt wird, kann es quasi sofort angesprochen werden. Ein (leider weder abschalt- noch in der Lautstärke veränderbarer) recht aufdringlicher Bestätigungston quittiert die etablierte BT-Verbindung – bisweilen trötet’s auch zwischendurch, wenn zum Beispiel die Verbindung auch nur kurz unterbrochen und hernach dann wieder erfolgreich aufgebaut wurde. Oder beim Senden von Steuerbefehlen vom Quellgerät aus, sofern die BT-Verbindung schwach/instabil ist.

Ein paar Kleinigkeiten fallen auch beim Handling gleich auf, die vielleicht nicht an allen Stellen ganz optimal gelöst wurden. Klinke- und USB-(Lade)buchse sind zwar durchaus griffgünstig von vorne/oben erreichbar, die dort eventuell auch im laufenden Betrieb eingesteckten Kabel sind optisch dann sicher alles andere als elegant. Das ist allerdings nur ein Problem fürs Auge. Dagegen war der fisselige Ein/Aus-Schiebeschalter anfänglich etwas störrisch, besserte sich aber im Laufe des Gebrauchs. Die Funktionsknöpfe sind, im Gegensatz zum ausgesprochen schicken Rest, vergleichsweise schmucklos, erfüllen aber ihren Zweck und haben einen definierten Druckpunkt. Ansonsten gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen, im Gegenteil. Die stylische Kiste macht allein durch ihr edel wirkendes Alu-Gehäuse schon was her und ist auch vom funktionalen Konzept her gut durchdacht und designed.

Ein vollständiger Ladevorgang dauert etwa 4-5 Stunden, wodurch bis zu 10 Stunden Laufzeit erreicht werden können - theoretisch. Das ist natürlich von allerlei Faktoren abhängig. Die durchschnittliche Spielzeit via Bluetooth beträgt in der Alltagspraxis tatsächlich rund 8 Stunden in moderater Lautstärke und Entfernung zueinander. Das ist ordentlich. Weniger prickelnd ist die effektive Reichweite. "Bis zu 20 Meter" klingt in der Produktbeschreibung natürlich erst einmal prima - sind aber stabile Wände o.ä. dazwischen, ist nach 3 bis 4 Metern Abstand schon mit Aussetzern zu rechnen, die sogar bis hin zum kompletten Verbindungsabbruch führen können. Etwa 5 Meter sind eine realistische Entfernung, wenn nichts die Funkstrecke blockiert. Es kommt offenbar auch auf das Quellgerät an: Das iPad Mini ist diesbezüglich beispielsweise empfindlicher als unser MacBook oder gar das olle Nokia X2-00 Handy. Alternativ könnte man den Klinkenstecker verwenden, allerdings beträgt dessen serienmäßige Reichweite auch nur einen Meter, man muss auf den Drahtlos-Luxus verzichten und überdies gehen dann die Steuerungsfunktionen flöten.

Die Steuerung via Bluetooth funktioniert übrigens in beide Richtungen: Lautstärkeregelung, Track-Skip und Freisprechen können sowohl direkt am Apollo, als natürlich auch über das jeweilige Endgerät angesprochen werden. Pairing sowie die 3D-Klangfunktion funktionieren hingegen nur von der Box aus, bei entsprechend gedrückter Taste bzw. Tastenkombination. Die aktivierte Verbindung erkennt man an der linkenden blauen Diode knapp oberhalb des AUKEY-Schriftzuges auf dem Lautsprechergitter. Apropos Gitter: Die seitlichen Passivmembranen sind frei liegend, weswegen man die Box besser nicht links und rechts an den Enden anfasst. Hier wären Schutzgitter oder Bügel angeraten gewesen, das sieht zwar so ganz bestimmt wesentlich effektvoller aus, praxisnah in Sachen Anfassen und vielleicht spontan mal anders hinstellen/umpositionieren, ist das allerdings weniger. Wer schön sein will muss manchmal eben leiden ...

Soundcheck

Was nutzt all die Schönheit, wenn es bei den inneren Werten hapert? Nix. Nun kann man allein von den Abmessungen der Schallwandler her schon keine brachialen Bass-Orgien erwarten, die einem das Mark aus den Knochen vibrieren. Natürlich auch keine Pegelexzesse. Was die relativ kleine Kiste tonal rausholt ist jedoch Anerkennung wert. Am wohlsten fühlt sie sich in den mittleren Frequenzen, das ist einfach eine Sache der Physik - bei nur 5cm durchmessenden Treibern auch kein Wunder. Nun kommen aber die weich aufgehängten Passivmembranen zum Zuge, die durch ihr Schwingungsverhalten das Bassfundament nennenswert erweitern, und das ohne dabei selbst elektrisch betätigt zu werden. Allein durch Kompression bzw. Luftverdrängung – ein überaus genialer und auch energieeffizienter Schachzug. Hat aber auch die Kehrseite, dass (speziell bei dieser dreieckigen Bauform) die Membran bei sehr hohen Pegeln ins Taumeln gerät, sprich: Der Tiefbass wird dann dröhnig-matschig und unpräzise. Logisch, denn die lineare Auslenkung einer Lautsprechermenbran wird ansonsten ja elektrisch geregelt. Hier können sie mitunter unkontrolliert ins Schwingen gebracht werden. Das ist selbstverständlich auch wieder eine Sache des abgespielten Mediums.

Merke: Je dynamischer das Musikmaterial, desto niedriger sollte der Pegel ausfallen. In der Regel kann man den Aukey Apollo bis auf ca. 85% seiner Maximallautstärke hochjubeln ohne dass er aus dem Tritt gerät – bei manchen Musikrichtungen (und abhängig von der Aufnahmequalität/Samplingrate) mehr, bei anderen weniger. Eine wahre Belastungsprobe stellen hier sicherlich die Genres (Hard-)Rock, Heavy Metal und Klassik dar, deren Frequenzspektrum naturgegeben sehr breit ist und die Unterschiede zwischen Laut und Leise (Dynamik) ebenfalls. Der Apollo schlägt sich tapfer durch Nightwishs „Tales from the Elvenpath“ sowie „Dark Passion Play“, wo klassische Elemente genauso anzutreffen sind, wie knackige Riffs und Gitarrensoli, begleitet von zwei stimmlich vollkommen unterschiedlichen Sängerinnen. Das kann die Box überzeugend heraus arbeiten. Selbst bei Wagners Krawumm-und Schmacht-Oper „Der fliegende Holländer“ (Sony Edition) kommt - gemessen an der Größe und technisch-physikalischen Möglichkeiten des Konzepts - gut rüber. Am wohlsten fühlt sich die Box beim Blues, sowohl Stevie Ray Vaughans „In Step“ als auch die beiden „Blues Brothers“-Soundtracks wissen tonal zu gefallen.

Übrigens bringt der DSP-befeuerte 3D-Modus nicht sonderlich viel bzw. kann ja testweise immer mal zugeschaltet werden, obs denn tatsächlich besser klingt. Das ist dann sicherlich sehr subjektiv und stark vom eigenen Hörgeschmack abhängig. Meist wird es meiner Meinung nach einfach nur dumpfer/bassiger und die Höhen wirken beschnitten – von wirklich mehr Räumlichkeit kann man trotz des digitalen sound processing nicht wirklich reden. Im normalen (Stereo-)Modus ist der Klang meinem Empfinden nach grundsätzlich klarer und transparenter – egal womit ich das Apollo gefüttert habe, gab es nie den Moment wo ich sagen konnte: „Jau, hier muss unbedingt der 3D-Modus her!“. Das Freisprechen funktioniert dagegen vollkommen reibungslos und rückkopplungsfrei. Das eingebaute Mikrofon kann bequem bis zu einem halben Meter entfernt sein. Getestet wurde dies mit „Face Time“ auf dem iPad Mini, als auch mit einem Nokia X2-00, wobei letzteres unterwegs auch gerne mit dem Aukey zusammen zum Musik-/Radiohören eingesetzt wird.

Kurz & Bündig

Die Vorteile des Aukey SK-A1 liegen definitiv in seiner bequemen Vielseitigkeit an möglichen Spielpartnern, die via Bluetooth (und ganz archaisch mit Klinke-Stecker) anbindbar sind, gepaart mit der Mobilität dank großzügiger Akkulaufzeit. Gesegnet ist die Box darüber hinaus mit einem erstaunlich guten Klang. Man ist in der Tat überrascht wie – im Rahmen ihrer Möglichkeiten, versteht sich - homogen und raumfüllend die kleine Kiste klingt. Bei der Pegelfestigkeit und der Dynamik natürlich klare physikalische Grenzen gesetzt. Geschenkt – Naturgesetze lassen sich nicht umgehen. Tipp: Auf einem stabilen, entsprechend schwingfähigen Untergrund (Holzplatte/-tisch o.ä.) positioniert, wird der Klang noch einen Tick satter/runder. Den 3D-Effekt des DSPs kann man fallweise mal ausprobieren – in aller Regel verbessert sich der Sound dadurch aber nicht, was selbstverständlich und letztlich aber reine Geschmackssache ist. Bei alldem sieht die dreieckige-längliche Box originell aus. Im Großen und Ganzen ist sie ordentlich verarbeitet, die Haptik stimmt ebenfalls. Grobe Fertigungsmängel sind bislang keine auffällig geworden. Das ansprechende wie pfiffige Design hat ein paar kleinere Schwächen, so wäre beim Handling (frei liegende Passivmembranen, generelle Steckeranordnung, sowie ein nervtötender Quittierungspiep) sicherlich noch Verbesserungspotential vorhanden, man kann aber recht gut damit leben bzw. sich daran gewöhnen. Alles in allem gibt es am Gesamtkonzept des höchst praktischen Allrounders nichts auszusetzen, es macht optisch richtig was her und klingt zudem auch noch erstaunlich gut.


Die Abenteuer von Tim & Struppi - Das Geheimnis der Einhorn
Die Abenteuer von Tim & Struppi - Das Geheimnis der Einhorn
DVD ~ Jamie Bell
Preis: EUR 5,55

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3.0 von 5 Sternen Modellpflege, 2. Januar 2015
_Zur Story_

Der junge Erfolgsreporter Tim stößt auf den Trödelmarkt auf ein schönes und filigran gearbeitetes Schiffsmodell, welches er sogleich günstig ersteht. Doch kaum erworben tauchen kurz hintereinander noch zwei weitere Interessenten auf, die ihm den schmucken Dreimaster zu einem Vielfachen des Preises abkaufen wollen. Tim bleibt standhaft, vielleicht sogar weil er bereits eine neue Story wittert, denn die "Einhorn" scheint ganz offenbar irgendein Geheimnis zu bergen - einen wichtigen Teil davon kann der findige Journalist schon rasch ergründen: die Recherche in der Bibliothek bringt die hochinteressante Geschichte des Kriegsschiffes und seiner letzten Fahrt aus dem 17. Jahrhundert zutage. Eine mysteriöse Geheimladung, ein erbitterter Kampf mit dem ruchlosen Piraten "Rackham der Rote", der in der Versenkung des Schiffes mündet und ein seither auf der Familie des letzten Kommandanten - Ritter Franz von Haddock - lastender Fluch, klingen vollkommen faszinierend. Was war damals an Bord geschehen, woraus bestand die inoffizielle Ladung?

Doch bevor er seine Studien am Modell vertiefen kann, stellt er fest, dass es inzwischen aus seiner Wohnung entwendet wurde. Die Spur führt nach Schloss Mühlendorf, dem ehemaligen Sitz der Haddocks, wo Tim erfahren muss, dass sein Modell offensichtlich nicht das Einzige ist. Tatsächlich müssen noch zwei weitere existieren, und dass seine Gegner für die Erlangung der restlichen zwei "Einhörner" alles andere als zimperlich vorgehen, wird spätestens dann klar als einer der ominösen Interessenten vom Trödelmarkt vor seiner Tür aus einem fahrenden Auto mit der Maschinenpistole niedergeschossen wird, als er Kontakt zu Tim aufnehmen möchte, um ihn zu warnen. Zu spät. Schon bald wird Tim überfallen, ausgenockt, entführt und wacht als Gefangener erst wieder auf einem alten Frachter auf, der mit bis dato unbekanntem Ziel in den Atlantik schippert. Dieser Kahn wiederum wird - Zufall ?! - von einem gewissen Archibald Haddock kommandiert - normalerweise jedenfalls. Den glücklosen, versoffenen Käpt'n hat man nämlich ebenfalls per Meuterei matt und gefangen gesetzt. Den beiden gelingt die spektakuläre Flucht von Bord und ein Wettlauf mit Gegenspieler Sakharin beginnt ...

_Eindrücke_

Die Vorgeschichte wie es zur Verfilmung der Kult-Comics von Hergé durch zwei Koryphäen des Filmbusiness kam, kann man dem Bonusmaterial entnehmen. Auch das warum es ein kompletter Animationsfilm geworden ist, wiewohl Spielberg ursprünglich mit einer Realverfilmung geleibäugelt hatte, wo nur "Struppi" digital gefaked sein sollte, wird erklärt. Tenor: Die Kunstfiguren kann man einfacher (und dadurch natürlich auch wesentlich kostengünstiger, was man wiederum allerdings nicht so sagt) durch allerhand Action-, Klamauk- und Was-auch-immer-Szenen jagen. Und das relativ bequem am Rechner, ohne Außenlocations aufzusuchen, bzw. aufwendige Props und Kulissen herstellen zu müssen. Das muss kein Nachteil sein, Jackson weiß schließlich was er tut und seine - bzw. die der neuseeländischen WETA-Design Trickschmiede - Technik des Motion-Capturing (auch und gerade was Mimik angeht) ist höchst ausgereift. So kann man dem Streifen schon einmal nicht vorwerfen handwerklich schlecht gemacht worden zu sein. Der Mix aus dem ikonenhaften Comicstil und dem pseudorealen Look hat unbestreitbar was. Zumindest optisch. Auf der anderen Seite wirkt es auch ziemlich kalt und steril - trotz aller Versuche das Ganze mit humorigen Einlagen aufzulockern. Der Funke will meist nicht überspringen.

Das mag vielleicht daran liegen, dass Kenner von "Tintin" (so der wesentlich bessere Originalname der Figur) und speziell der hauptsächlich zugrunde liegenden Comics "Der Schatz Rackhams des Roten" und "Das Geheimnis der Einhorn", nicht mehr viel dieser beiden - zurecht! - beliebten Top-Storys wiederfinden. Stattdessen würfelt die NZ/USA-Connection mehrere Plots aus weiteren Geschichten zusammen und quirlt das Ganze dann kräftig durch, gewürzt mit jeder Menge zusätzlicher Action und Slapstick. Untermalt übrigens von einem nicht sonderlich interessanten, ja fast schon erschreckend farblosen, Score aus der Feder von John Williams. Bei all dem Brimborium und nettem Eye-Candy geht letztendlich leider die Handlung genauso baden, wie die titelgebende "Einhorn". Der Hauptteil des zugrundeliegenden Comics gleichen Namens - nämlich etwa der Tauchfahrt zum Wrack - fehlt komplett. Die Figuren haben hier und da ein paar Momente, wo man sich ans Original erinnert fühlt, dummerweise ist das zu selten der Fall. Insgesamt ist die Figurenzeichnung aufgesetzt-flach mit wenig Identifikationspotenzial. Das Ende ist gar ein veritabler Cliffhanger, der Appetit auf den zweiten Filmauftritt machen sollte, der seinerzeit bereits geplant aber bislang nie ausgeführt wurde. Angeblich soll dieser 2015/2016 tatsächlich in Angriff genommen werden - sollte dies wahrhaftig geschehen, so wäre es besser einige grundlegende Dinge zu ändern.

_Die DVD und das Bonusmaterial_

Vom handwerklichen her gibt es an der Typ-9-DVD nichts auszusetzen, wer mag kann inzwischen auch auf andere Versionen des Films zurückgreifen. Etwa eine 3D-Blu-ray, wobei die einfache Single-DVD demgegenüber sicherlich das überagendere Preis-Leistungsverhältnis aufweist. Diese ist für deutich unter 10 Euro zu haben und lässt bild- wie soundtechnisch nichts anbrennen - sie verzichtet natürlich auf 3D. Inwieweit dies positiv oder negativ zu werten ist, muss der Rezensent in Ermangelung des entsprechenden Mediums schuldig bleiben. Wirklich vermisst wurde es beim gemütlichen Familienfilmabend jedoch von niemandem. Apropos: Das jüngste (siebnejärige) Familienmitglied wurde nach kurzer Zeit bereits vom Schauen ausgeschlossen - zu gruselig und auch der Einsatz von Waffen, etwa Maschinenpistolen, sind definitiv nichts für Kinder unter 10 - 12 Jahren. Die FSK6- Einstufung ist somit absolut nicht nachvollziehbar. Dies ist beileibe kein harmloser "Familienfilm", wie es die Marketingleutchen (und die ihnen offenbar hörige Presse) gerne propagier(t)en.

Insgesamt 50 Minuten spendiert Sony der Single-Disk-Version als Bonusmaterial. Dies ist ansehnlich, hat aber durchweg diesen leichten Promo-Beigeschmack, der zugleich eine kleine Apologetik aufweist, warum das Gespann Spielberg/Jackson erstens überhaupt auf die Idee kam den Stoff zu verfilmen und warum es ausgerechnet ein Werk der Animation sein sollte. Wenigstens bekommt der Unkundige einen Einblick ins Who is Who der (Original-)Serie (tatsächlich nennt sich ein Menüpunkt auch so), wobei der Verantwortliche der Übersetzung seine Hausaufgaben gemacht hat: Die vor langer Zeit eingedeutschten Namen sind -bis in die Untertitel des Bonus hinein - allesamt korrekt übertragen worden. Struppi heißt in Wahrheit ja "Snowy" und die beiden vertrottelten Polizisten eigentlich Thomson & Thompson, was im Deutschen bekanntlich zu Schulze & Schultze wurde. Heute würde man das vermutlich generell nicht mehr so machen, da es authentischer klingt die Eigennamen unangetastet zu lassen.

_Kurz & Bündig_

Der altgediente Fan der Serie stemmt sich gegen die augenscheinliche Hollywoodisierung der Geschichte - diese hätte im Prinzip gar kein Aufbohren nötig gehabt. Die beiden zugrundeliegenden Comics gelten nicht umsonst als Glanzstücke der Serie. Dabei entfernt man sich filmisch arg weit vom Original und packte Handlungen hinein, die zwar actionreich sind, den Plot aber mitnichten immer voran bringen. Dabei schleicht der Film bis zu Tims Entführung dermaßen träge vor sich hin, sodass man schon fast abschaltet. Physisch wie mental. Dabei ist Jacksons favorisierte Motion-Capturing-Technik inzwischen zweifelsohne eine Klasse für sich (siehe nicht zuletzt auch bei "Der Hobbit") und verleiht den digitalen Figuren optisch schon glaubhafte menschliche Züge. Ab und zu blitzt sogar ein wenig von Hergés liebenswerten Charakteren und Dialogen vor der 1950er-Jahre-Kulisse durch, allerdings zu selten. Die Handlung verliert sich stattdessen allzu oft leider in einer quitschbunten Mischung aus Indiana Jones, Fluch der Karibik, gewürzt mit einer Prise James Bond und Slapstick - eindeutig Spielbergs Handschrift. Nichtsdestoweniger ist das Ganze optisch ansehnlich und nett gemacht, jedoch kein Kinderfilm. Die sonst oft so überstrenge FSK-Einstufung ist ausnahmsweise mal zu lax gewählt. Zum einmal Ansehen und eigene-Meinung-bilden reicht die einfache DVD-Fassung allemal, welche durchweg günstig zu bekommen ist und sogar halbwegs brauchbares Bonusmaterial mitbringt.


Die drei ??? und der 5. Advent
Die drei ??? und der 5. Advent
von André Minninger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Und wenn das fünfte Lichtlein brennt ..., 27. Dezember 2014
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Zur Story

Lydia Candle ist eine enge Freundin von Tante Mathilda. Wie immer zur Weihnachtszeit schnürt Mathilda ein kleines Päckchen für sie, welches bei der deutschstämmigen Weihnachtsfanatikerin auch immer sehr gut ankommt - dieses Jahr ist Justus, der Bote und wird direkt am 1. Dezember Zeuge des für ihn seltsamen Adventskalender-Brauchtums. Doch in dem Säckchen befindet sich nicht allein das erwartete Leckerli (schließlich hat sie sich den Kalender selbst gepackt) sondern auch eine persönliche Botschaft. Ihr vor 5 Jahren von der Mafia angeblich grausam hingerichteter Enkel Edward, ist offenbar gar nicht so tot wie angenommen. Die rüstige, alte Dame ist darob verständlicherweise vollkommen aus der Spur und bittet das junge Detektivtrio um Hilfe. Kann es sein, dass es sich beim Nachrichtenschreiber wirklich um Edward handelt? Es sind tatsächlich weitere Hinweise im Kalender versteckt, die kaum einen Zweifel daran lassen. Doch warum kommt der - nicht immer auf dem rechten Weg gewesene - Enkel ausgerechnet jetzt aus der Versenkung und welchen Racheplan hat er für den "5. Advent" ausgeheckt? Die nächsten 24 Tage dürften jedenfalls die aufregendste und geheimnisvollste Vorweihnachtszeit in der Geschichte der drei Fragezeichen sein.

Eindrücke

Ursprünglich handelte es sich bei diesem Projekt André Minningers - seines Zeichens seit etlichen Jahren nicht nur selbst Autor, sondern hauptamtlich der Skript-Schreiber der Hörspielfolgen - um eine reine Online-Sache. Eine Weihnachtsgeschichte in insgesamt 24 Kapitelchen, von welchen sich die Nutzer jeden Tag eins streamen/downloaden und anhören konnten. Ein virtueller Drei-???-Adventskalender eben. Anno 2011 war das, ein Jahr später folgte das gesammelte Päckchen als CD-Fassung und wiederum fast ein Jahr drauf, lag die Story denn nun auch in der seither vorliegenden Printversion zum Nachlesen auf dem Gabentisch. Also ging "Der 5. Advent" den umgekehrten Weg bei der Publikation - kein Novum und Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Serie, jedoch eher die seltene Ausnahme. Natürlich wirkt die gesammelte, literarische Ausgabe längst nicht mehr so geheimnisvoll und der Haben-Muss-Effekt der scheibchenweisen Veröffentlichung ist logischerweise ebenso absent. Statt des prä-weihnachtlichen Jagdfiebers sind die einzelnen Kapitel/Tage nett grafisch (sogar in bunt) mit dem Titelmotiv gegeneinander abgegrenzt, sodass doch ein klitzekleines Bisschen das Törchen-Feeling eines handelsüblichen Adventskalenders entsteht. Naja. Fast. Zumindest sorgt es dafür, dass man von den 174 Seiten schon mal 24 abziehen kann.
Storytechnisch gibt das Ganze durchaus einen passablen Fullsize Fall ab, dem alle Elemente innewohnen, die man als Leser der Serie sicherlich zurecht auch erwartet. Denn es dürfte klar sein, dass dieses Spezial wohl eher altgediente Fans der drei Detektive aus Rocky Beach anlockt - womit nicht gesagt ist, dass Neueinsteiger sich hier nicht auch wohlfühlen könn(t)en. Eine ganze Reihe kleiner Serienklischees werden - selbstverständlich! - verwurstet und gleichzeitig so mancher europäisch/deutscher Weihnachtsbrauch erklärt. Was sich vor der Kulisse des sonnendurchfluteten Kalifornien schon recht amüsant ausnimmt. Aber da die Serie ohnehin seit Mitte der Neunziger fest in deutscher Hand ist, bewegt sich Autor Minninger diesbezüglich auf sicherem Terrain und läuft nicht Gefahr etwaige amerikanische Fehlsichtweisen auf den german way of christmas zu verbreiten. Pädagogisch ist also ebenfalls noch etwas aus dem Buch zu ziehen. Auch von allzu gefühlsduseligem Weihnachtskitsch ist er gottlob ein Stück entfernt, seine offensichtliche Vorliebe für Zimtsterne und Christstollen vermeint man aber irgendwie herauslesen zu können. Es gibt sicherlich Schlimmeres. Doch davon bleibt das geneigte Publikum weitgehend verschont, zwar ist so mancher Ablauf und die ein oder andere Storywendung nicht zu 100% plausibel, am Ende kriegt er aber die Kurve und kann die losen Enden zufriedenstellend zusammenführen bzw. die letzten Rätsel auflösen.

Fazit
Der Fall "5. Advent" hat seine positiven Seiten auch abseits der Vorweihnachtszeit, passt dort aber natürlich thematisch perfekt hinein. Ansonsten ist der Plot mysteriös genug, um zum Weiterblättern zu animieren, sodass die 24 bunten Zwischenseiten recht flott an einem vorbei wandern und dazwischen eine spannende Geschichte erzählt wird. Am besinnlichen Ende darf freilich wieder gelacht werden. Verdient. Die Buchfassung ist jedoch ein wenig trockener als das sehr gut umgesetzte Hörspiel - welches ja die Gnade der früheren Geburt innehatte bzw. als solches schließlich konzipiert ward. So bleibt es jedem selbst überlassen, ob er/sie sich dieses Weihnachts-Special auch ins Bücherregal stellen möchte, etwa der Vollständigkeit halber, zumal inhaltlich nur minimale bis gar keine Unterschiede bestehen. Grundsätzlich gibt es aber nichts zu mäkeln, weswegen der festlich geschmückte Rezensentendaumen auch in Wuchsrichtung des Tannenbaums deutet.

174 Seiten, Hardcover
Erzählt von André Minninger basierend auf den Figuren von Robert Arthur
© 2013 - Franckh-Kosmos, Stuttgart
Redaktion: Anja Herre
ISBN 9783440134696
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Eschenbach 4270826 Fernglas Adventure 8x26 B active
Eschenbach 4270826 Fernglas Adventure 8x26 B active

4.0 von 5 Sternen Kleinkram, 19. Dezember 2014
ESCHENBACH lässt zwar auch nicht mehr ausschließlich in Deutschland fertigen, hat aber immerhin einen entsprechenden Qualitätsanspruch und ein recht ordentliches Preis-Leistungsverhältnis. Das Adventure B 8x26 richtet sich u.a. an die Zielgruppe der Vogelbeobachter, die eher ein weiteres Gesichtsfeld gegenüber brachialer Vergrößerung bevorzugen da so ein Piepmatz seine Position für gewöhnlich sehr schnell wechseln kann. Mit einem fetten Feldstecher verliert man so ein flinkes Objekt ruckzuck aus den Augen - daher gilt bei "Ornis" ein Vergrößerungsfaktor von 10x schon fast als oberste Grenze. Mit 8x ist das kleine Adventure also perfekt für die primäre Aufgabe, die ihm bei uns zugedacht ist. Zudem ist sein Gewicht wirklich buchstäblich kindgerecht. Leicht nämlich. Die Lichtstärke ist - wie Kenner sicherlich schon erkannt haben - mit seinen 26er Eintrittslinsen selbstverständlich ein Kompromiss aus Lichtausbeute contra Kompaktheit. Wobei Letztere hier siegt. Wer auch in der Dämmerung gute Abbildunsleitung sucht, müsste zu den größeren Modell-Schwestern greifen.

Da allerdings Mobilität und sicheres Handling speziell für Kinderhände gefragt war, kam nur dieses Modell wirklich infrage. Dabei lässt Eschenbach bei der Austattung und optischen Güte nichts anbrennen und präsentiert sich klassentypisch gut aufgestellt. Mehrschichtvergütete Linsen sind ja Usus, doch die beschlaghindernde Stickstoff-Füllung der wasserdicht (3 Min. in 1m Tiefe) versiegelten Tuben in Dachkantbauweise sind aber schon eher in Richtung Oberklasse anzusiedeln. Der rechte Tubus ist mit einem Dioptrien-Ausgleichsring ausgestattet, dessen Schwergängigkeit durchaus gemische Gefühle hervorruft. Zum einen verstellt sich der Kamerad nicht unbeabsichtigt, aus der anderen Seite ist eine schnelle Korrektur damit nicht möglich - doof, wenn mehrere Benutzer "mal eben" einen Blick durchwerfen wollen, die nicht zufällig grade die gleiche Fehlsichtigkeit haben. Nicht ganz ohne Kritik bleibt auch die Spanne des ansonsten griffgünstig, zentral am hinteren Ende der durchgängigen Brücke gelegenen, Fokussierrades. Um den kompletten Schärfebereich zu durchwandern muss man zum Drehen mit dem Finger ab- und neu ansetzen. Nicht sehr praktisch, aber man gewöhnt sich dran.

Von der optischen Leistung her gibt es indes wenig zu bemängeln. Wieder gilt: Ein Fernglas dieser Preisklasse ist keine Ausgeburt an optisch-visueller Hightech. Die Vergütung unterbindet Chromatische Abberationen jedoch ordentlich, sodass fiese Farbsäume kaum bis gar nicht festzustellen sind. Entsprechende Lichtverhältnisse vorausgesetzt, ist das Bild kontrastreich und plastisch. Den Augenabstand richtig hinzubekommen, um beispielsweise keine Doppelbilder zu sehen, ist nicht ganz einfach, da die vergleichsweise kleinen Austrittslinsen der (ausziehbaren) Okkulare eine sehr genaue Ausrichtung auf die eigene, individuelle Augengeometrie erfordern - zudem erschwert seitlicher Lichtanfall diese Aufgabe, denn eine stülpbare Augenmuschel um Störlicht abzuhalten, findet sich in dieser Preis- und Größenklasse nicht. Wer teurere Gläser gewohnt ist, fühlt sich speziell in manchen Komfortpunkten zunächst in eine andere Welt zurückversetzt. Doch dem "Kleinen" deswegen Unfähigkeit oder Schlechtigkeit zu diagnostizieren wäre ungerecht - im Rahmen seiner Möglichkeiten kann man durchaus gut damit arbeiten, wenn man sich darüber klar ist, was geht und was nicht.

Fazit

Summa Summarum kann man dem Adventure B 8x26 durchaus Outdoor-Tauglichkeit attestieren, die Ausstattung vom angenehm leichten, kompakten und griffig mit Gummi armierten Gehäuse angefangen bis hin zur Stickstoff-Füllung spricht alles dafür dieses Dachkant-Binokular locker flockig auf Wanderungen in der Tasche mit sich zu führen. Für ornithologische Beobachtungen hat es gar das perfekte Format. Gerne auch für die Kinder - oder generell als Zweitglas. Das Adventure macht so manchen Unsinn mit und hat eine akzeptable Abbildungsqualität, wobei das Handling gerne etwas betriebssicherer ausfallen hätte dürfen. Der Dioptrien-Ring und das Fokussierrad hätten leichte Modellpflege nötig, deren Bedienung ist etwas suboptimal - jedenfalls für ein designiertes Markenglas. Aber: Es ist wenigstens eines und somit meilenweit besser als der teils grausige No-Name-Schrott vom Discounter, Kaffeeröster oder so mancher Gurke aus dem (Online-)Versandhandel. Vergessen darf man nicht, dass unter 250 Euro keine wirklichen Oberklasseambitionen erwartet werden können und dürfen. Linsenabdeckungen, Tragriemen und Hardcase gehören übrigens zum Lieferumfang, was das Preis-Leistungsverhältnis sogar noch verbessert.


Wacom Bamboo Stylus solo CS-100 Eingabestift (für iPad, Smartphones & Tablet-PCs) schwarz
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Wird angeboten von Hauseinkauf - mit Sicherheit schneller Versand
Preis: EUR 12,77

5.0 von 5 Sternen Schreibkraft, 19. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
_Kurz und Bündig_

Der Bamboo CS ist ein schnörkelloser Stylus mit dezent-edler Optik, einwandfreier Verarbeitung und sogar auswechselbarer Spitze. Vom Grafiktablett-Marktführer habe ich auch eigentlich nichts anderes erwartet, als ein tadellos funktionierendes Produkt aus dem Segment. Eine Erwartung, welche nicht enttäuscht wird. Egal ob Antippen, Ziehen, Wischen oder handschriftliche Notizen/Skizzen: Der angenehm zu haltende, präzise ansprechende Eingabestift ist definitiv jedem Billigheimer (und in aller Regel auch den eigenen Fingern) vorzuziehen - auch wenn diese Generation nicht mehr die neueste Variante des Stiftes ist, haut das Handling von Touchscreens damit absolut hin. Die (kostenlos über die einschlägig bekannten Kanäle zu beziehende) App dazu ist eine nette Dreingabe, ich persönlich brauche sie aber nur sehr selten. Interessant ist sie aber vielleicht für manche als zusätzlicher Webspeicher. Alles in allem kein Fehlkauf - und seine Verwendung selbstverständlich nicht aufs iPad beschränkt.


Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (Extended Edition)  [+ Blu-ray 3D] [5 Blu-rays]
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DVD ~ Richard Armitage
Preis: EUR 19,97

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwergenaufstand, 19. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
_Zusammenfassung über die Ausstattung der SEE_

Die Extended bietet gegenüber der Theatrical Version in erster Linie ein Plus von 13 Minuten an Filmlaufzeit (169 zu 182 Min.), was für Peter Jacksons Verhältnisse ein recht kleiner Zugewinn ist, legt man zugrunde, dass die SEEs vom "Herr der Ringe" bis zu 40 Minuten aufgebrezelt wurden. Hier beschränkt sich das Mehr auf etwas ausgedehntere Szenen und Dialoge, die für die Kinofassung im Prinzip zurecht auf dem Schneidetisch blieben, wiewohl sie ebenso exzellent umgesetzt sind, wie der Rest. Das Ganze bekommt dadurch selbstverständlich etwas mehr Tiefe, allerdings bremsen die Zusatzminuten die Pace auch ein wenig herunter - besonders die nette (sogar beinahe romankonforme) aber ziemlich überflüssige Gesangseinlage in Ork-Stadt. Apropos: Der Sound ist erwartungsgemäß über jeden Zweifel erhaben. Das grummelt, klirrt, zischt und rumort untermalt von Howard Shores genialem Score ordentlich, wobei die Stimmen nicht untergehen. So gehört sich das für eine anständige Abmischung. Einzig Eckhart Dux als (hervorragender) Ersatz für den verstorbenen Joachim Höppner, als deutsche Stimme von Gandalf, ist gewöhnungsbedürftig.

Den Tolkien-Fan freut das ganze zusätzliche Brimborium und Eye-Candy natürlich besonders. Wobei wir beim ganz wichtigen Thema Auge wären. Vielleicht sogar dem wichtigsten der gesamten Box überhaupt. Ein starkes Argument für diese Box ist nämlich sicherlich 3D. Das lässt nichts anbrennen und fluppt hervorragend, speziell bei entsprechend großen Bilddiagonalen und eventuell vorhandenem/aktiviertem Ambi-Light (ein Schmankerl, welches allerdings nur Besitzern von Philips-TVs zur Verfügung steht), kommt richtig Freude auf. Plastisch und nicht zu überladen kommt "Der Hobbit" daher. Klar, der eine oder andere Boah!-Effekt ist dabei, doch das muss auch so sein. Etwa die wilde Hatz mit den Orks oder die Verfolgungsjagd Radagasts mit den Warg-Reitern. Hautsache nicht zuviel auf Dauer abstumpfende Effekthascherei und davon ist Peter Jackson weit entfernt. Die Räumlichkeit kommt auch erstaunlich gut bei den kleinen, ruhigen Szenen zur Geltung - etwa bei Close-Ups der Figuren oder atemberaubenden Wide Shots mit Landschaften.

Das Bonusmaterial ist ein Riesenbatzen an Informationen, die von der Machart her wiederum an die Zusatzmaterialschlacht der SEEs des Herrn der Ringe erinnert und Sammlern der entsprechenden Boxen sattsam bekannt sein dürfte. Und doch ist die Aufteilung diesmal ein wenig anders. So finden sich auf BD 4 und 5 lustigerweise die „Anhänge Teil 7 und 8“. Eine ganz klare Anspielung auf die Nomenklatur der Anhänge aus den Bücher aus der HdR-Trilogie. Eine kleine „Frechheit“ die sich Peter „Pete“ Jackson einfach einmal herausnimmt – offiziell gibt es diese Anhänge natürlich gar nicht. Größenwahn? Nein. Pete Jackson bleibt trotz allem bodenständig und entgegen all dem was behauptet wird, scheint er sich zunächst nicht um den Job als Regisseur gerissen zu haben. Guillermo del Toro sollte es richten, bis Finanzprobleme bei MGM auftauchten und die gesamte Sache auf der Kippe stand. So kann sich der Zuschauer ein ziemlich genaues Bild von den Dreharbeiten machen und sich rund 9 Stunden quasi auf dem Set und drumherum als Zaungast tummeln. Vieles was vielleicht kritikwürdig an der Umsetzung der Story scheint, wird einem dann zumindest plausibler erscheinen – man muss ja nicht mit allem davon konform gehen.

Apropos Kritik. Die gab es seitens von Kunden der deutschen SEE zumeist aus der Richtung Boxgestaltung. Hier wird häufig bemängelt, dass Warner Home diesem vergleichsweise schmucklosen Pappschuber nur einen halbherziger Prägedruck statt Lentricular (also keins der inzwischen so beliebten, lustigen 3D-Bildchen), wie immerhin bei der „einfachen“ 3D-Blu-ray spendiert hat. Andere bemängeln gar, dass der Film in der 3D-Fassung nun auf zwei Disks vorliegt, was aufgrund der Datenmenge aber nachvollziehbar – und alles andere als selten - ist und wer darob mag, kann ja alternativ die Langfassung entweder die beigelegte 2D- oder die Flixster-Version auch am Stück anschauen. Die anderen „Cineasten“ heulen wegen der (deutschen) Untertitel, welche sich zusätzlich zu den Englischen recht groß im Bild präsentieren, sobald Orkisch oder Elbisch gesprochen wird. Alles Gejammer auf hohem Niveau und nicht dazu angetan der Box mehr als lediglich ein paar kleine Abzüge in der B-Note zu verpassen – wenn überhaupt. Merke: Irgendjemand nölt immer und findet das Zwergenhaar in der Suppe.

_Fazit_

Ganz sicher eine Pflichtanschaffung für alle die Tolkiens und/oder Jacksons Werk auch nur im Geringsten etwas abgewinnen können. Hierbei ist der rundum gelungenen 3D-Version auf jeden Fall der Vorzug zu geben, sofern das Equipment dafür vorhanden ist. Alle anderen können gerne auf die 2D-Blu-ray oder auch die durch „Flixster“ eingeschlossene Digital Copy zurückgreifen. Zum Beispiel fürs Pad. Die Langfassung lohnt sich indes nur für wirkliche Fans, die jeden noch so kleinen, zusätzlichen Schnipsel Mittelerdes genießen. Für die Geschichte als solches ist die Kinoversion prinzipiell absolut ausreichend, weil straffer und schnörkelloser. Was die Machart und Ausstattung der Box seitens Warner angeht, mag man angesichts der Platzierung des SEE im Premiumsegment, zurecht an einigen Stellen nicht 100% zufrieden sein, doch im Großen und Ganzen gibt es daran eigentlich nichts auszusetzen, was den Abzug maximal eines Sterns rechtfertigen würde. Dies sei auch hier somit geschehen. Zum Preis von zwei Standard-BDs darf der Kunde schon eine wertigere Aufmachung erwarten. Inhaltlich gibt’s von meiner Warte aus nichts zu maulen. Macht für die 5-Disk-SEE satte 4 Sterne unterm Strich.

- Für Amazon stark gekürzte Fassung, die vollständige Rezension auf powermetal.de/video sowie ciao und dooyoo -


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