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Bine Endruteit (Media-Mania)
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Das UPgrade 1: Wunder, Würfel, Weltfestspiele
Das UPgrade 1: Wunder, Würfel, Weltfestspiele
von Ulf Graupner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

5.0 von 5 Sternen Ein DDR-Superhelden-Science-Fiction-Abenteuer. Was für eine Idee!, 3. Mai 2015
Ein DDR-Superhelden-Science-Fiction-Abenteuer. Was für eine Idee!
"Das UPgrade" von Ulf S. Graupner und Sascha Wüstefeld ist ein in jeder Hinsicht ungewöhnlicher Comic. Wie anhand des Settings bereits zu erahnen ist, stammt er nicht nur aus Deutschland, sondern nimmt sich auch die deutsche Geschichte rund um den Mauerfall vor, wenn auch auf eine völlig abgedrehte Weise. Schließlich ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Gabe sich selbst und andere Menschen und Dinge teleportieren zu können für die Bürger der DDR von unschätzbarem Wert ist. Wie Ronny sie in Zukunft einsetzen soll, wird zwar schon angedeutet, detaillierter wird es aber erst in den zukünftigen Bänden. Vorerst geht es darum, Ronny vorzustellen und es gibt auch schon einen kleinen Einblick, wie er seine Fähigkeit erhalten haben könnte. Noch sind die Hintergründe für den Leser unverständlich und von Geheimnissen umrankt. Anders sollte es bei einer auf insgesamt zehn Bände angelegten Reihe auch nicht sein.
Die gelungene Mischung zwischen alt und neu macht besonderen Spaß. Dem Team Graupner und Wüstefeld ist es gelungen gleichzeitig die typischen Klischees der DDR aufleben zu lassen, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen, und ein abgefahren modernes Design zu kreieren. Die Zeichnungen und Farben sind von durchgehend hochwertiger Qualität und erinnern (gerade bei dem Charakter Frau Bellmann) an den Comic "Skydoll" und die Bilder von Barbara Canepa. Sie stellen eine perfekte Symbiose aus DDR-Feeling und hypermoderner Gestaltung dar.

Besonderen Spaß macht die Darstellung der DDR. Ronnys Akzent ist hervorragend gelungen und jeder, der auch nur eine grobe Idee davon hat, wie es in der DDR zuging, wird seine wahre Freunde an den Details haben, von "echten DDR-Kindern" mal ganz zu schweigen.
Übrigens: Dass das Comicmagazin Mosaik immer wieder vorkommt, ist kein Zufall. Es war nicht nur sehr beliebt, sondern die Macher des "UPgrades" haben selbst dafür gezeichnet.

Die ersten drei Bände von "Das UPgrade" wurden bereits bei einem anderen Verlag (beziehungsweise der dritte als Eigenveröffentlichung) herausgebracht. Mit dieser Neuauflage erfährt die Serie jedoch ein absolut gelungenes (Achtung, Wortspiel!) Upgrade. Mit Cross Cult als Verlag wird die Reihe einem noch viel breiteren Publikum nahegebracht. Außerdem wurde der Band noch einmal deutlich überarbeitet. Er liegt jetzt als edles Hardcover vor, in der Gestaltung wurde mit Farben und Spotlack experimentiert. Selbst für Leser, die die Erstveröffentlichung schon besitzen, lohnt sich der neue Band, denn er enthält nicht nur zahlreiche Skizzen, sondern auch einige zusätzliche Seiten mit einer Bonusepisode.

Fazit:
"Wunder, Würfel, Weltfestspiele" der Auftaktband zu einer zehnbändigen Reihe ist hervorragend gelungen und macht einfach nur Spaß. Einen so hochwertigen Comic aus Deutschland sieht man nur selten. Hier stimmt einfach alles. Die Geschichte ist facettenreich und spielt auf verschiedenen Zeitebenen. Es gibt jede Menge Humor, hinter dem sich die spannende Geschichte aber nicht verstecken muss. Wenn die Fortsetzungen halten, was hier versprochen wird, wird "Das UPgrade" garantiert zum Kult.


Azimut: Band 2. Die Schöne soll sterben
Azimut: Band 2. Die Schöne soll sterben
von Wilfried Lupano
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,80

5.0 von 5 Sternen Eine skurril-surrealistische Welt voller Überraschungen, 3. Mai 2015
"Die Schöne soll sterben" entführt den Leser ein zweites Mal in die skurril-surrealistische Welt von "Azimut", die in "Jäger der verlorenen Zeit" ihren Anfang nahm. Die Handlung schließt nahtlos an das Geschehen aus dem ersten Band an.

Zeit spielt in diesem Comic eine ganz besondere Rolle, allerdings verhält es sich mit ihr nicht unbedingt so, wie wir es gewohnt sind. Sie hat deutlich mehr zu bieten, als das sie einfach nur verstreichen kann. Allein die Tierwelt, die Wesen mit merkwürdigen Eigenschaften hervorbringt, weiß den Leser zu überraschen. Zum Beispiel lässt einen der Stich einer Unglücksbremse schlagartig altern. Solche oder ähnliche Überraschung hat "Azimut" immer wieder zu bieten. Manche fügen sich als wichtiges Element in die Geschichte ein, andere machen einfach nur Spaß und kommen nur am Rande vor, ohne dass sie eine besondere Bedeutung hätten. Die wichtigsten dieser Wesen, Chronoptären genannt, werden in einer Art Enzyklopädie in wunderschönen Skizzen auf den Vorsatzblättern vorgestellt.

Die herrlich unergründliche Geschichte stellt alles in den Schatten, was in letzter Zeit auf dem deutschen Comicmarkt erschienen ist. Sie lässt sich von ihrer Art her vielleicht mit den frühen Romanen von China Miéville oder Michael Marrak vergleichen, genau genommen trotzt sie aber jedem Vergleich und ist ein komplett eigenes Universum.
Manchmal erscheint sie völlig poetisch und hintergründig, dann wieder einfach nur skurril. Manche Dinge passieren einfach, andere fügen sich nach und nach zu einem großen Zusammenhang. Aber ganz egal, was für den großen Handlungsbogen wirklich wichtig erscheint, jeder einzelne Moment ist es wert, genossen zu werden. Der Leser wird geradewegs in eine Art lebendig gewordenes Dali-Gemälde teleportiert und kann sich an den vielen, liebevollen Details gar nicht sattsehen.

Für den mittleren Band einer Trilogie ist "Die Schöne soll sterben" unglaublich stark. Gerade mit Herr Kummer zeigen die Macher Wilfrid Lupano und Jean-Baptiste Andreae, was für herrliche Charaktere sie entwerfen können.
Das fulminante und fantastische Spektakel um Zeiten, Orte und lebendig gewordenen Kummer ist einzigartig und für jeden Comic-Fan, der auf der Suche nach etwas Ungewöhnlichem ist, eine absolute Empfehlung.


Aliens: Nekropolis
Aliens: Nekropolis
von John Arcudi
  Broschiert
Preis: EUR 14,80

3.0 von 5 Sternen Fantastische Bilder - Leider schwache Story, 3. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Aliens: Nekropolis (Broschiert)
Wann "Aliens – Nekropolis" spielt, wird nicht ganz klar, aber die Erde musste sich bereits einer Invasion der xenomorphen Lebensform stellen. Allerdings sind die äußeren Umstände auch nicht wichtig für das eigentliche Geschehen, sondern eher für den Fan interessant, der die Geschichte chronologisch einordnen möchte.

Die Zeichnungen von Zach Howard und Mark Irwin sind großartig gelungen. Es sind sehr moderne Bilder mit vielen Details, weichem Strich und breiten Outlines. Besondere Lebendigkeit entsteht durch die Kolorierung von Wes Dzioba. Intensive Licht- und Schattenspiele sowie fast schon metallisch wirkende Farbeffekte bei den Aliens sorgen für sehr plastisch wirkende Panels. Für Leser, die vor allen Dingen nach einem optischen Alien-Vergnügen suchen, ist der Comic ein echtes Highlight.

Leider bleibt die Geschichte von Autor John Arcudi deutlich dahinter zurück, dabei gibt sie sich zu Anfang absolut vielversprechend. Auf den ersten Seiten fällt es zwar noch schwer, die vorweggenommene Szene aus dem späteren Geschehen zeitlich einzuordnen, das macht die Handlung aber eher mysteriöser. Auch der Prolog mit einem kleinen, scheinbaren Horroreffekt ist großartig gelungen. Kaum auf Chione eingetroffen geschieht jedoch etwas Grauenhaftes mit der Crew und ab dem Moment wünscht sich der Leser Antworten auf seine Fragen. Warum sind hier Morde geschehen? Was geht in den Menschen vor, die noch auf dem Planeten sind? Es wird gesagt, wie ungewöhnlich anderes die Aliens aussehen und dass sie sich anders verhalten, es gibt Überreste einer alten, fremdartigen Stadt. Menschen werden manipuliert. Aber warum das Ganze? Was ist der Antrieb, was der Nutzen für die Jäger? Es gibt keinerlei Antworten. Die gesamte Geschichte wirkt wie eine Einleitung oder ein erster Teil, zu einer Fortsetzung gibt der Band aber keine Hoffnung. Falls es der Plan war, auf diese Art eine besonders befremdliche und mystische Stimmung entstehen zu lassen, ist er leider fehlgeschlagen.
Was das Cover und das Setting versprechen, wird nicht gehalten, nämlich eine neue Art von Aliens, die sich aufgrund einer Zivilisation mit Verstand ausgestattet, von den Monstern unterscheiden, die der Alien-Fan bisher kannte. Ganz im Gegenteil werden die Aliens auf reine Jäger reduziert, die schlicht "niedergeballert" werden müssen. Die typische bedrohliche "Alien-Stimmung", die gerade der erste Film vermittelte, fehlt.
Einziger Lichtblick ist die Figur Sereda, der mit einer interessanten Überraschung aufwartet, als er brutal angegriffen wird. Durch sein Anderssein ergeben sich einige spannende Verwicklungen.

Fazit: "Aliens - Nekropolis" liest sich absolut spannend und überzeugt durch fantastische Bilder. Leider ist die Handlung äußerst dürftig und lässt den Leser mit zu vielen Fragen zurück.


Akte X - Staffel 10, Band 3: Pilgrims
Akte X - Staffel 10, Band 3: Pilgrims
von Jano Rohleder
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Akte X-Feeling pur - beste Mystery-Unterhaltung, 3. Mai 2015
Staffel 10 der berühmten Mystery-Serie "Akte X" in Comicform geht weiter. "Pilgrims" ist bereits der dritte Sammelband und schließt nahtlos an den ersten Teil an, in dem ebenfalls der große rote Faden um die Außerirdischen und die Regierungsverschwörung weitergesponnen wurde. Beim Lesen fällt schnell auf, dass der Autor Joe Harris offensichtlich sehr viel Wert darauf gelegt hat, die typische Stimmung der Serie mit all den bekannten Gesichtern wieder einzufangen. Deshalb scheut er auch nicht davor zurück, weiterhin Personen auftauchen zu lassen, die in der Fernsehserie bereits gestorben sind. Aber wer würde ihm daraus einen Vorwurf machen, ist genau das doch bereits mehrfach in unterschiedlichen Staffeln unter der Federführung von "Akte X"-Erfinder Chris Carter geschehen. Das ist für die Mystery-Serie nichts Besonderes und fügt sich gut in die bisherige Erzählstruktur ein. Ganz im Gegenteil werden sich viele Fans freuen, dass sie neue Abenteuer mit liebgewonnen Charakteren erleben können.

Die Handlung ist äußerst komplex und nicht auf Anhieb leicht zu verstehen. Wer ab und an der Versuchung nachgibt ein paar Seiten zurückzublättern, um noch mal etwas nachzusehen, kann sich sicher sein, dass er nicht alleine ist. Es werden neue Zusammenhänge und Personen eingeführt, von denen noch nicht ganz klar ist, wohin das führen wird. Wie für "Akte X" typisch werden einige Fragen beantwortet, aber noch mehr neue gestellt. Das Ende ist verwirrend und präsentiert sich als Auftakt zu neuen Verschwörungen, in denen die Karten neu gemischt werden.

Besonders gelungen ist die grundsätzliche Stimmung der Serie und das in jeder Facette. Angefangen vom typischen Aufbau einer Folge mitsamt der Einleitungsszene über die Art und Weise, wie die Charaktere reden bis hin zu den mystischen Zusammenhängen stimmt einfach alles. Sogar ein paar sehr schöne, humorvolle Dialoge zwischen Mulder und Skully sind dabei und runden das Comicerlebnis ab. Außerdem sind die Figuren zeichnerisch sehr gut getroffen und meist sehr gut zu erkennen. Nur die Zeichenqualität an sich dürfte, wie auch schon in den letzten Bänden, etwas besser sein. Die Bilder sind insgesamt sehr detailarm, zum Beispiel gibt es auf einer Zeitungsseite keinerlei Text. Da die Geschichte ansonsten aber so extrem stimmig ist und jedem Fan ein echtes "Akte X"-Gefühl vermittelt, kann über dieses Manko hinweggesehen werden. Im Vergleich ist "Pilgrims" der bisher stärkste Comicband der zehnten Staffel, der den Leser mit vielen Fragen zurücklässt und neugierig auf mehr macht.


Shakes & Fidget
Shakes & Fidget
von Marvin Clifford
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Quitschbunte Fantasywelt mit viel Humor - Für alle WoW-Fans, 16. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Shakes & Fidget (Gebundene Ausgabe)
Oskar Pannier und Marvin Clifford sind nicht nur der Autor und Zeichner dieses Comics, Shakes und Fidget sind ihre humorvollen Alter Egos, die ihnen tatsächlich auf eine gewisse Art ähnlich sehen. Ursprünglich als Webcomic veröffentlicht, haben die Comicstrips schnell eine große Fangemeinde gefunden. Nicht selten wurde während eines Spielerchats ein Link zu einer neuen Geschichte gepostet, so verbreitete sich der Comic schnell. Inzwischen sind die Abenteuer von "Shakes & Fidget" abgeschlossen und die Künstler arbeiten an neuen Projekten; das Interesse ist aber längst noch nicht eingeschlafen und in der Szene sind die lustigen Abenteuer zu einem echten Kult geworden. Deswegen gibt es vom Zauberfeder Verlag die hier vorliegende Printveröffentlichung.

Der Band ist großformatig und äußerst edel gebunden. Das stabile Hardcover hat eine besondere, samtweiche Beschichtung. Auf über achtzig Seiten prügeln und plaudern sich unsere Abenteurer durch ihre Fantasy-Welt. Selbst auf den Vorsatzblättern gibt es eine kleine Episode zu sehen. Die einzelnen Geschichten wurden teilweise noch einmal aufgearbeitet und für den Druck optimiert. So ist ein Comic in gleichbleibend hochwertiger, zeichnerischer Qualität entstanden, der einfach Spaß macht.

Der potenzielle Leser sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass sich die Geschichten besonders an "World of Warcraft"-Spieler richtigen. Einige Figuren aus dem Game tauchen in leicht abgewandelter Form auf und es wird das Spiel ebenso parodiert und persifliert, wie das Spielerleben. Besonderen Spaß machen die Episoden, in denen dem Leser vor Augen geführt wird, wie absurd so ein Browsergame ist, wenn alles für bare Münze genommen würde. Aber auch Tischrollenspieler oder LARPer werden ihren Spaß haben, "fantastischer Humor" ist schließen in allen Genres Zuhause.

Die Abenteuer sind in einzelne, kleine Episoden aufgeteilt, jede für sich lesbar. Erst am Ende gibt es einen etwas ausführlicheren "Zyklus", der sich über mehrere Episoden erstreckt.
Autor Oskar Pannier bringt mit seinem Humor immer genau auf den Punkt, worum es geht. Wildes Kichern ist während des Lesens nicht ausgeschlossen und ausdrücklich erwünscht. Die Zeichnungen von Marvin Clifford stehen dem in nichts nach. Mit seinem typischen, weichen Strich und den satten Farben haucht er den Figuren Leben ein.

"Shakes & Fidget" ist ein insgesamt sehr hochwertiger Band, der sich allerdings an eine etwas spezielle Leserschaft richtet. Für alle, die dazugehören ist es ein kultiger Spaß.


Richard Löwenherz
Richard Löwenherz
von Jano Rohleder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Die Geschichte von Richard Löwenherz mit Tiermenschen, 16. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Richard Löwenherz (Gebundene Ausgabe)
Der Comic "Richard Löwenherz" lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Autor Frédéric Brémaud und Zeichner Federico Bertolucci haben sich bei der historischen Figur Richard Löwenherz bedient, kratzen aber höchstens an den Fakten und haben stattdessen eine ganz eigene Geschichte entworfen. Teilweise gibt sich der Band als echter Funny, mit lustigen Prügeleien, humorvollen Dialogen und im Hintergrund Zigarette rauchenden Pferden, doch kurz darauf kippt die Stimmung und der Leser finden sich plötzlich in einem düsteren Rückblick bei einer Verfolgungsjagd oder inmitten einer blutigen Schlacht ohne Erbarmen wieder. Es scheint fast, als hätten die Macher sich nicht recht für einen klaren Weg entscheiden können. Gerade die Härte des Comics wirkt stellenweise deplatziert, schließlich erscheinen sogar die Figuren eher wie aus einem Disneyfilm entsprungen und nicht wie knallharte Kämpfer.

Sieht man von dieser Schwäche ab und ist bereit, sich auf eine kurzweilige Reise in eine unterhaltsame Welt von Tiermenschen zu begeben, macht der Comic trotzdem eine Menge Spaß. Ein echtes Highlight sind die Zeichnungen von Federico Bertolucci. Die Figuren werden allesamt als vermenschlichte Tiere dargestellt, Richard Löwenherz natürlich als starker, junger Löwe. Die zweite Hauptperson, die zwar nicht viel spricht und als Charakter eher flach bleibt, ist Paranoia. Sie ist immer spärlich bekleidet und geizt nicht damit, dem Leser auch in Kampfszenen ihre körperliche Attraktivität zu präsentieren.

Als Comic, der sich nicht so recht einordnen lässt, fällt es schwer, "Richard Löwenherz" bestimmten Lesern zu empfehlen. Wer besondere Freude an fantastisch gezeichneten Tiermenschen hat, sollte aber auf jeden Fall einen Blick riskieren. Darin weiß er voll zu überzeugen. Den Mix aus Komik und Gewalt muss man mögen oder wohlwollend über die Stellen, die sehr aus dem Rahmen fallen, hinwegsehen. Dann bleibt eine kurzweilige Unterhaltung, die Spaß macht.

Enthalten sind beide im Original als Einzelbände erschienenen Teile. Als kleines Extra enthält der Comic einige Seiten mit Skizzen.


Aliens: Der Comic
Aliens: Der Comic
von Walter Simonson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,80

5.0 von 5 Sternen Neuauflage der Comicadaption des SF-Klassikers "Alien", 16. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Aliens: Der Comic (Gebundene Ausgabe)
"Im Weltraum hört dich niemand schreien."

Dieser Satz lässt einer ganzen Generation von Science-Fiction- und Horror-Fans umgehend wohlige Grusel-Schauer über den Rücken laufen. Der Filmklassiker ist für mehrere herausragende Leistungen bekannt. Zum einen für die Figur des Aliens, das von HR Giger entworfen wurde, zum anderen für die düstere Horrorstimmung. Außerdem wurde hier die Figur des Offiziers Ripley (gespielt von Sigourney Weaver) hochgelobt, weil erstmals eine Frau als Protagonistin in einem so düsteren Horror-Action-Setting zu sehen war.

"Alien - Der Comic" ist zeitgleich mit dem Film entstanden und wurde 1979 erstmals veröffentlicht. Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um eine Neuveröffentlichung, bei der die Farben restauriert und die Zeichnungen überarbeitet wurden. Somit präsentiert sich der Comic optisch äußerst brillant. Gerade im direkten Vergleich mit dem Film fällt auf, dass die Farben eher bunt und intensiv gehalten sind und regelrecht strahlen, während auf der Leinwand Grautöne dominieren. Dem Zeichenstil ist sein Alter deutlich anzumerken, es handelt sich eben um einen Comic aus den 1970er Jahren. Damit gibt er dem Leser aber auch dieses absolut authentische Gefühl und vermittelt genau die Stimmung, die auch der Film hat. Es fällt lediglich auf, dass die Figur des Aliens im Comic deutlich größer geraten ist, was den Bedrohungseffekt aber noch einmal verstärkt.

Natürlich werden bestimmte Horroreffekte anders umgesetzt. Was in der Kinofassung den Aufbau einer Szene definiert, in der der Zuschauer jede Sekunde damit zu rechnen hat, dass aus irgendeiner dunklen Ecke etwas Schauderhaftes hervorbricht, macht die gezeichnete Version durch den geschickten Einsatz von großformatigen Bildern und ihrer Positionierung wett. Der Schockmoment tritt genau dann ein, wenn umgeblättert werden muss. Eben noch sieht man eine normale Szene auf einem Planeten oder in einem Gang des Raumschiffs und wird *bäm* beim Umblättern von dem neuen Eindruck völlig überrascht. Highlights sind natürlich die Szenen, in denen das Alien selbst auftaucht, besonders gelungen ist aber auch das doppelseitige Motiv des fremdartigen Raumschiffs, welches die Crew findet.

Die Comicadaption ist großartig gelungen. Die Macher Archie Goodwin und Walter Simonson haben ein Händchen dafür selbst auf starrem Papier ein dynamisches Geschehen mit Überraschungseffekten unterzubringen. Schön, dass ein über dreißig Jahre altes Werk hier noch mal in hochwertiger Qualität für die Fans zugänglich gemacht wird.


Außergewöhnliche Reise, Eine: Eine außergewöhnliche Reise - Der komplette erste Zyklus
Außergewöhnliche Reise, Eine: Eine außergewöhnliche Reise - Der komplette erste Zyklus
von Denis-Pierre Filippi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnlicher Comic voller Überraschungen und von durchweg hervorragender Qualität, 16. April 2015
Mit "Eine außergewöhnliche Reise" hat der Toonfish-Verlag einen der schönsten Steampunk-Comics des Jahres veröffentlicht. Für Fans des Genres ist diese Gesamtausgabe ein absoluter Pflichtkauf. Doch was macht ihn so besonders? Unterwasser-Szenen und dampfbetriebene Roboter finden sich schließlich in sehr vielen Steampunk-Geschichten. Das stimmt zwar, aber hier ist auf den ersten Blick zu sehen, wie viel Liebe zum Detail eingebracht wurde und dass sich die Macher ganz genau in der Steampunk-Szene auskennen. Schon alleine einen "Jules-Verne-Wettbewerb" einzubringen spricht für sich, als zusätzliche Hommage an den Autor hat ein U-Boot gewisse Ähnlichkeit mit der Nautilus aus der "20.000 Meilen unter dem Meer"-Disney-Verfilmung der 1980er Jahre. Darüber hinaus ist jedes einzelne Bild unglaublich liebevoll gestaltet und mit vielen Details angereichert. Es ist bestimmt kein Zufall, dass eine Halskette sehr dem Schmuck ähnelt, den man tatsächlich aktuell kaufen kann und die Waffen nicht selten an die typischen, von Bastlern weiterbearbeiteten, NERF-Guns erinnern. Doch auch über das Genre hinaus gibt es einige Besonderheiten zu entdecken, zum Beispiel sind "Tim und Struppi" für denjenigen zu finden, wer ganz genau hinsieht.

Auch über den reinen "Steampunk-Fanservice" hinaus weiß der Comic auf ganzer Linie zu begeistern. Die Mischung zwischen spannender Kriminalgeschichte und humorvollem Abenteuer ist perfekt gelungen. Bei niemandem ist wirklich klar, auf welcher Seite er kämpft und es gibt immer wieder spannende Enthüllungen zu den Charakteren. Am Ende ergibt sich ein stimmiges Bild und die Geschichte wird aufgelöst, es ist aber trotzdem zu merken, dass die Macher sich ein Hintertürchen offen gehalten haben, falls sie doch noch einmal in diese großartige Welt zurückkehren wollen.
Die Zeichnungen sind unfassbar detailreich und haben einen ganz eigenen Stil. Die Kinder haben zum Beispiel besonders große Augen, sehen dabei aber nicht über Gebühr "typisch niedlich" aus. Um einen guten Eindruck von den Zeichnungen zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick auf die Leseprobe, die der Toonfish-Verlag auf seiner Webseite zur Verfügung stellt.

Fazit:
Dieser Band ist nicht nur "Eine außergewöhnliche Reise", sondern ein wirklich außergewöhnlicher Comic voller Überraschungen und von durchweg hervorragender Qualität. Egal, ob es um die Zeichnungen, die Geschichte oder die Liebe zum Genre geht. Ein Muss für alle Liebhaber von hochwertigen Comics und eine absolute Empfehlung für Steampunk-Fans, auch solche, die bisher vielleicht nicht unbedingt Comics gelesen haben.


Die fünfte Welle: Band 1 - Roman
Die fünfte Welle: Band 1 - Roman
von Rick Yancey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Der letzte Kampf um die Erde wird von Kindern ausgefochten, 16. April 2015
"Die 5. Welle" ist der erste Band der neuen Romanserie von Rick Yancey, der in Deutschland durch die Serie "Der Monstrumologe" bekannt geworden ist. Die Dystopie thematisiert eine Invasion von Außerirdischen. Doch obwohl diese Bedrohung der rote Faden ist, der diese Erzählung erst möglich macht, geht es doch hauptsächlich um etwas ganz anderes, nämlich Vertrauen und Menschlichkeit. Zu Anfang steht Cassie im Mittelpunkt des Geschehens, die dem Leser mit Hilfe von Rückblicken klar macht, was überhaupt passiert ist. Es wird gezeigt, wie sie die Ankunft der Fremden erlebt hat und wie ihr Leben nach und nach komplett zerstört wurde. Mit der Zeit kommen weitere Personen ins Spiel. Zum Beispiel Zombie, ein Jugendlicher, für den sie zu ihrer Schulzeit schwärmte. Ihn hat es in ein militärisches Camp verschlagen, in dem Kinder für den Kampf gegen die Außerirdischen ausgebildet werden. Da sie von der Seuche verschont wurden, die einen Großteil der Menschen vernichtet hat, sollen sie sich jetzt der Bedrohung entgegenstellen. Wie genau das vonstatten gehen soll, bleibt allerdings ziemlich lange im Dunkeln, vorerst steht die Ausbildung mit härtestem Militär-Drill an erster Stelle.

Das Setting an sich zeigt sich sowieso schon äußerst düster und bedrohlich, dass Kinder die Hauptrollen spielen macht es noch schlimmer. So mancher Leser muss sicherlich das eine oder andere Mal hart schlucken, wenn beschrieben wird, wie Jugendliche und Kinder in den Kampf ziehen. Nach der harten Ausbildung geht es nämlich blutig und tödlich zur Sache. Rick Yancey gelingt es dabei immer, seine Figuren glaubwürdig wirken zu lassen. Selbst wenn es im ersten Augenblick schwer vorstellbar ist, wie Kinder zu Soldaten werden, er zeigt genau, wie es dazu kommt. Die Entwicklung der einzelnen Personen macht sowohl traurig als auch Mut. Und diese Mischung ist es, die das Buch so spannend macht.

Das Ende beschreibt einen wichtigen Einschnitt im Kampf gegen die außerirdische Bedrohung, die Geschichte ist aber deutlich noch nicht abgeschlossen. Weiter geht es in Band zwei "Das unendliche Meer".


Kalimbo - Band 1: Mata-Mata
Kalimbo - Band 1: Mata-Mata
von Jano Rohleder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Ein zauberhaftes Comic-Savannen-Märchen, 16. April 2015
Was für ein zauberhaftes Savannen-Märchen!
Du magst Disneys "Der König der Löwen"? Dann wirst du diesen Comic lieben. Nicht nur der Zeichenstil von Fred Besson erinnert an einen Zeichentrickfilm, auch die Geschichte lässt sich damit vergleichen. Sie ist einfach genug gehalten, um Kinder zu begeistern, hat aber einige Momente, die gerade ältere Leser bewegen.
Die Handlung spielt in einer Welt, in der Elefanten, Löwen und Zebras nicht nur nebeneinander leben, sondern sich unterhalten und miteinander interagieren. Es sind nach wie vor Tiere, aber sie wurden vermenschlicht und mit typischen Klischees versehen, so stecken die Strauße zum Beispiel ständig den Kopf in den Sand, wenn sie sich einer schwierigen Situation entziehen wollen und die Hyänen sind ganz klar die Bösen. Aber auch ein Tier mit den schwärzesten Hintergedanken sieht bei Besson immer noch furchtbar niedlich aus. Das kleine Zebra möchte man einfach nur knuddeln.

Auch wenn Pflanzen oder Steine sehr genau gezeichnet wurden, sind die einzelnen Bilder ansonsten nicht sehr detailreich. Viele kommen mit einem eher einfachen Hintergrund aus. Das stört aber gar nicht, da dadurch die Zeichnungen der Tiere noch mehr in den Mittelpunkt gerückt werden, und genau die sind der Star dieses Comics. Mit intensiven Blicken scheinen sie teilweise direkt auf den Leser zu schauen. Die cartoonartige "Weichheit" verleiht den Tieren eine besondere Liebenswürdigkeit, die perfekt zum Setting passt.

Die Geschichte, die Didier Crisse erzählt ist frei von großen, komplexen Zusammenhängen. Es ist eine kleine Erzählung um Freundschaft und Abenteuer. Jede Menge Humor lässt den Leser immer wieder schmunzeln und sorgt dafür, dass es selbst in den Momenten, wo jemand gefressen werden soll, nie zu düster oder erschreckend wird. Es fließt kein Blut und die Bedrohung bleibt eher abstrakt, sodass der Comic ganz prima auch schon von den jüngsten Comic-Fans gelesen werden kann.

Zwar ist "Mata-Mata" der erste Teil einer Serie, der Band ist aber in sich abgeschlossen und lässt den Leser befriedigt, und ohne Cliffhanger das Album schließen. Als Bonus finden sich auf den letzten Seiten einige Skizzen und Charakterstudien von Fred Besson.


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