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Bine Endruteit (Media-Mania)
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Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo: Roman
Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo: Roman
von Rick Yancey
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur selten bekommt man einen Unterhaltungsroman auf so hohem Niveau präsentiert., 9. März 2012
"Der Fluch des Wendigo" ist der zweite Band aus der Buchreihe um den Monstrumologen und seinen jungen Assistenten Will Henry. Und auch wenn die Geschichte komplett in sich abgeschlossen ist, sollte man den ersten Teil kennen, da die zwischenmenschliche Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren sehr tiefgreifend ist und man ihre Handlungen nur dann verstehen kann, wenn man begreift, wie sie zueinander stehen.

Im Vergleich zum vorangegangenen Band ist dieser noch ein wenig härter und grausamer geworden. Man kann ihn getrost als Horror-Fantasy bezeichnen, denn mit der Schilderung von Grausamkeiten, wie der Häutung von Menschen, geht der Autor Rick Yancey nicht gerade zimperlich um und schildert schonungslos, was seinen Charakteren zustößt und was sie zu Gesicht bekommen. Dabei verlässt er sich auf die Beschreibung aus Sicht seines Protagonisten Will Henry. Er lässt ihn die Geschehnisse äußerst sachlich schildern, was den Horror noch verstärkt. Sein kindliches Gemüt beschwört zusätzlich eine gewisse Tragik herauf.

Das Besondere an diesem Band ist, dass bis zuletzt nicht ganz klar ist, ob man es denn nun wirklich mit einem klassischen Monster zu tun hat oder nur mit einem psychisch und physisch übermäßig stark erkrankten Menschen. Dabei werden schon fast philosophische Denkansätze thematisiert. Gerade die Dialoge unter den Monstrumologen unterschiedlicher Ansicht haben es in sich.

Der Sprachstil ist kein einfacher. Rick Yancey benutzt Worte, die etwas altertümlich sind und bedient sich einer gehobenen Sprache, die unterstreicht, in welcher Zeit die Handlung spielt (etwas über einhundert Jahre in der Vergangenheit). Trotzdem liest er sich flüssig und ohne Schwierigkeiten. Es ist bloß so, dass ein Leser, der tief in die Bedeutung der einzelnen Wörter und Sätze einzutauchen versteht, noch etwas mehr geboten bekommt.
Das gleiche gilt auch für den Inhalt der Geschichte: So gibt es zahlreiche Anspielungen auf historische Figuren, die wirklich existiert haben. Ihre Namen sind allerdings oft abgewandelt und man muss sich schon ein wenig auskennen, um sie erkennen zu können.

Abschließend kann gesagt werden, dass man nur selten einen Unterhaltungsroman auf so hohem Niveau präsentiert bekommt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 18, 2013 6:49 PM CET


Wired
Wired
von Robin Wasserman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannend und voller Gefühl, aber das enttäuschende Ende überschatten die Stärken, 9. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Wired (Gebundene Ausgabe)
"Wired" fängt genauso spannend an wie der letzte Band "Crashed" geendet hat, allerdings zeigen sich schnell einige kleine Schwächen. An Action hatte "Crashed" eindeutig am meisten zu bieten und auch wenn es die Romanreihe deutlich nicht darauf anlegt, hätte man stellenweise doch erwartet, dass etwas mehr passiert. Gleichzeitig zeigt das aber auch eine große Stärke der Autorin Robin Wasserman auf; sie versteht es nämlich, sich tiefgreifend mit der Gefühlswelt ihrer Protagonistin und deren Freunden zu beschäftigen, so dass man sich Lia sehr verbunden fühlt und ihre Taten nachvollziehen kann. Besonders gelungen ist dabei die Wechselhaftigkeit der Menschen (und Mechs) in den Roman eingeflossen. Es gibt niemanden, der wirklich "der Gute" oder "der Böse" ist, Charaktere verändern sich, entwickeln sich und zeigen ganz verschiedene Facetten. Und all die zwischenmenschlichen Probleme, die die Autorin aufzeigt, finden ihre Parallelen durchaus in der realen Welt, denn auch bei uns existieren die Angst vor dem Unbekannten oder der Hass dem Fremden gegenüber, auch wenn diese sich in der Realität zum Beispiel auf Ausländer beziehen.

Was besonders enttäuschend ist, ist jedoch das Ende. Als Leser hat man natürlich mehr über die Zukunft der einzelnen Charaktere erfahren wollen, allerdings wird man, was das angeht, mit ziemlich wagen Andeutungen abgespeist. Der Roman endet abrupt und lässt viele Fragen offen. Von Lia erfährt man, was ihr passiert, allerdings erscheint ihr Schicksal nur zum Teil befriedigend besiegelt. Auf der letzten Seite angelangt fragt man sich, ob das nun wirklich schon alles war und fühlt sich ein wenig so, als hätte einem jemand mitten in der Lektüre das Buch weggenommen.

Die Autorin hat zwar ein komplexes, aber doch immer noch gut zu durchschauendes Netzwerk von Intrigen geschaffen, das man durchaus noch hätte auflösen können. Mit dem Abschluss, den sie gewählt hat, bleibt das jedoch der Fantasie des Lesers überlassen.

Fazit: "Wired" liest sich ebenso wie die ersten beiden Teile der Trilogie schnell, spannend und flüssig und überzeugt durch intensive Gefühlswelten. Das Ende ist jedoch so enttäuschend, dass es all die Stärken des Romans überschattet.


Sukkubus, Bd. 2: Roxelane
Sukkubus, Bd. 2: Roxelane
von Thomas Mosdi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,80

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sex und Historie? In diesem Fall keine gute Verbindung, 16. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Sukkubus, Bd. 2: Roxelane (Gebundene Ausgabe)
"Roxelane" ist der zweiten Band aus der Comic-Reihe "Sukkubus", er ist allerdings völlig unabhängig vom ersten zu lesen und enthält eine eigenständige, in sich abgeschlossene Erzählung. Der rote Faden der Reihe sind die "Töchter der Liliths", eine fiktive Organisation von Frauen, die mit Hilfe von politischen Intrigen und Sex so weit in Machtpositionen vordringen, dass sie sich über die Männer stellen können. Diese Gemeinschaft spielt auch im ersten Band eine Rolle und hier sind es ebenso Liliths Töchter, die letztendlich für den Ausgang der Geschichte verantwortlich sind.

Tatsächlich ist es so, dass sowohl Alexandra Lisowska, Sultan Süleyman I. und viele andere der hier vorkommenden Figuren tatsächlich gelebt haben. Alexandra, die später unter dem Namen "Roxelane" bekannt war, ist eine historisch wichtige Figur, die es in der Tat geschafft hat, in eine Machtposition zu gelangen. Doch ob sie tatsächlich die eher unsympathische Intrigenspinnerin war, die man in diesem Comic präsentiert bekommt, muss stark bezweifelt werden. Autor und Zeichner nehmen sich da viele Freiheiten für ihre Geschichte.

Worauf es in erster Linie anzukommen scheint, sind Erotik und sexuelle Macht.
Ist es zuerst noch Alexandra, die sich dieser Macht fügen muss, wird sie immer mehr selbst zu einer skrupellosen Frau, der es nur darum zu geht zu herrschen. Wirklich glaubwürdig wirkt dieses Setting nicht, gerade durch die unglaubliche Freizügigkeit hat man eher das Gefühl, dass man auch eine x-beliebige Erotikgeschichte hätte lesen können. Schade, dass so viel Potenzial verschenkt wurde. Die beiden Hauptaspekte des Comics stehen sich sogar gegenseitig im Weg: Wer Erotik und Sex sucht, wird das Ganze ein wenig zu seicht finden und mit den historischen Hintergründen nicht viel anfangen können, ja vermutlich noch nicht einmal wissen, dass vieles von dem, was man hier liest, sich auf historische Fakten stützt. Will man jedoch eine Geschichte über Alexandra/Roxelane und ihren Lebensweg lesen, wird man mit zu viel Fiktion und nackter Haut abgespeist.

Unterm Strich kann auch der zweite Band von "Sukkubus" nicht überzeugen.


Schiffbrüchigen von Ythaq, Die: Band 9. Die unfassbare Wahrheit
Schiffbrüchigen von Ythaq, Die: Band 9. Die unfassbare Wahrheit
von Christophe Arleston
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,80

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Insgesamt ein gelungener Abschlussband, 10. Februar 2012
Im vorangegangenen Teil nahm die Story noch mal deutlich an Schwung zu und wird hier zu einem (nicht ganz unerwarteten) Ende gebracht. Einige der Handlungsfäden wurden bereits zusammengeführt, alle Fragen, die noch offen waren, werden hier abschließend beantwortet. Tatsächlich fügt sich alles eher unspektakulär ineinander und man hat einen großen Teil bereits in den vorangegangenen Bänden vermittelt bekommen. Lediglich die große Frage nach der fremden Macht, die Narvarth beeinflusst, wird hier in aller Gründlichkeit behandelt.

Dadurch, dass immer wieder einige Charaktere von der Bildfläche verschwunden und durch neue ersetzt wurden, sind am Ende relativ wenige noch relevante Figuren übrig geblieben. Es wird einem erst jetzt richtig bewusst, wie viele Details man doch bereits kennt. Es fällt leicht, die letzten Zusammenhänge mit diesem Wissen zu kombinieren. Gleichzeitig sorgt das aber auch dafür, dass man zu einem kleinen Teil enttäuscht ist, denn einige richtig "große" und fulminante Szenen, wie sie besonders in der Mitte der Handlung vorkamen, sucht man hier vergeblich. Panels, die es durchaus verdient hätten, großformatig gezeigt zu werden, wird ein eher kleinerer Bereich zugeordnet und sie sind auch nicht ganz so detailreich gezeichnet, wie man das von den ersten Bänden kannte und sich natürlich auch für das Finale gewünscht hätte. Trotzdem ist "Die unfassbare Wahrheit" ein gelungener Abschluss, fügt sich doch alles zu einer Geschichte zusammen, die in sich stimmig ist.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich nicht mehr weiter, allerdings wird die Beziehung zwischen Narvarth und Granit zu einem Schlüsselelement und ist ausschlaggebend für die endgültige Entwicklung. Natürlich bekommt der Leser auch endlich das lang erwartete Happy End zwischen den beiden geboten, auch wenn es sich nicht ohne einige Komplikationen ergibt.

Insgesamt ist der Ythaq-Abschlussband natürlich für all die Fans ein Muss, die die Serie bisher treu verfolgt haben. Aber auch denen, die erst wissen wollten, wie sich die Geschichte entwickelt, kann man die Lektüre klar empfehlen. In ihrer Gesamtheit gesehen hat sie zwar einige Schwächen und der Abschluss ist nicht ganz so tiefgreifend, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte, trotzdem lohnt die komplexe und fantastische Geschichte, die hier in eindringlichen und farbenfrohen Bildern erzählt wird.


Smoke City: Band 2
Smoke City: Band 2
von Mathieu Mariolle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,80

4.0 von 5 Sternen Dieser Mystery-Krimi ist ein gezeichneter "Film Noir", 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Smoke City: Band 2 (Gebundene Ausgabe)
"Smoke City" ist eine nicht allzu lange, aber durchaus vielschichtige mystische Kriminalgeschichte. Im Mittelpunkt stehen der Protagonist Cole, der geheimnisvolle Auftraggeber Law und die Mumie, die gestohlen werden sollte. Wird man im ersten Teil noch weitestgehend im Unklaren über die Hintergründe gehalten, entfalten sich hier nach und nach die Zusammenhänge. Der Trick dabei ist die mystische Komponente der Handlung, die es absolut unmöglich macht, als Leser selbst auf des Rätsels Lösung kommen und die zudem noch ausgesprochen clever durchdacht ist. Natürlich erwartet den Leser auch die Geschichte der Mumie, von der bereits zu erwarten war, dass sie mehr als nur ein Artefakt aus einem Museum ist.

Der Titel "Smoke City" ist nicht zufällig gewählt, gibt er doch bereits einen Eindruck von der grauen Großstadt, in der man sich hier wiederfindet. Außerdem lässt sie an "Sin City" denken, und tatsächlich ist die Art, eine Geschichte zu erzählen, in Ansätzen sicher der berühmten Vorlage nachempfunden. Die oft tristen Farben, die der Zeichner Benjamin Carré für seine Szenarien verwendet hat, lassen trotzdem nicht den Detailreichtum vermissen, der sich besonders in den Hintergründen der einzelnen Panels findet und der fiktiven Stadt erst zu ihrer Eigenständigkeit und einem Eindruck von Lebendigkeit verhilft.

Dieser Mystery-Krimi ist ein gezeichneter "Film Noir", der unter Freunden dieses Genres sicher Anklang finden wird. Seine große Stärke ist die Unvorhersagbarkeit.


Zeit der Asche
Zeit der Asche
von Bruno Chevalier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Zeit der Asche" ist ein Comic für Erwachsene, er ist voller Brutalität und bizarrer Schönheit., 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Asche (Gebundene Ausgabe)
Der Comic-Klassiker "Zeit der Asche" ist zwischen den Jahren 1987 und 1992 entstanden und erscheint hier in einer Komplettausgabe, die alle ursprünglichen Einzelteile enthält. Erzählt wird eine recht typische High Fantasy-Geschichte, die jedoch einige Überraschungen bereithält. Es gibt die Zwerge, den "Elfen" und den Riesen, die gemeinsam eine Reisegruppe bilden, allerdings sind sie nur zum Teil so stereotypisch, wie man es erwartet. So ist der elfenhafte Fin ein gewinnsüchtiges Schlitzohr und der Riese kann eigentlich nichts anderes als kämpfen und bleibt ansonsten ein eher oberflächlich ausgearbeiteter Charakter. Auch die Zwerge wirken nicht unbedingt heldenhaft, sondern sind versoffen und unbeholfen, das Einzige, was sie auszeichnet, ist ihre besondere Zielstrebigkeit.

Ungewöhnlich ist die Entwicklung der Handlung, denn es wird eine große Intrige im Hintergrund gesponnen, die für den Leser auf keinen Fall zu durchschauen ist und durchaus mit einigen überraschenden Wendungen aufwartet. Teilweise erinnert die Geschichte, gerade in der Art, wie sie zeichnerisch dargestellt wird, eher an eine Science Fiction-Story aus den 1970er Jahren als an eine typische Fantasy-Geschichte.

Insgesamt sind die Zeichnungen das vielleicht ungewöhnlichste an "Zeit der Asche", denn sie sind sehr bunt und zu einem großen Teil in Pastelltönen gehalten. Was im ersten Moment unpassend erscheinen mag, verhilft dem Comic jedoch zu seiner Einzigartigkeit, denn durch die Farben wirken die Darstellungen sehr organisch und lebendig. Alles scheint zu pulsieren und eine eigene Dynamik zu haben. Außerdem sieht man hier, dass jedes einzelne Bild von Hand gezeichnet wurde und nicht mit Unterstützung von Photoshop oder anderen Hilfsmitteln digital erzeugt wurde.

"Zeit der Asche" ist ein Comic für Erwachsene, er ist voller Brutalität und bizarrer Schönheit. Natürlich merkt man ihm sein Alter an, doch wen das nicht stört, erwartet ein einzigartiger Klassiker.


Das Schloss der stummen Schreie
Das Schloss der stummen Schreie
von David Munoz
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absolut spannender Fantasy-Comic über Macht und Monster, 3. Februar 2012
"Das Schloss der stummen Schreie" ist ein Comic, der den Leser in eine düstere alternative Realität des Jahres 1949 entführt. Es gibt Viren, die einen infizierten Menschen verwandeln. Meist wird das Wort "Monster" benutzt, aber genau betrachtet, sind sie eine Art Mensch-Tier-Chimären. Fledermäuse, Wölfe, Affen, aber auch Vögel oder Echsen finden sich in einer Verschmelzung mit dem Menschen wieder und verändern sein ganzes Wesen.

Nach und nach eröffnet sich eine komplexe Welt, in der man nicht immer weiß, wer auf wessen Seite steht und wer für welches Ziel kämpft. Dadurch wird die Spannung bis zum letzten Augenblick gehalten. Was sich zu Anfang noch als simple "Mensch gegen Monster"-Geschichte präsentiert, wird mit jeder Seite mehr zu einem Verwirrspiel zwischen mehreren Lagern, die alle eigene Ziele verfolgen. Der Fixpunkt in der Geschichte ist das Mädchen Sarah. Sie lernt auf sehr unbefangene Art alle Seiten kennen und macht sich ihr eigenes Bild vom Geschehen. Der Leser wird dazu eingeladen, sie zu begleiten und mit ihr eine neuartige, aber faszinierende Welt zu entdecken.

Einige der beeindruckendsten Szenen in diesem Comic sind die Kampfszenen. Besonders die, in denen die verwandelte Sarah eine Rolle spielt, wissen zu beeindrucken. Ein kleines, niedliches Mädchen, dass plötzlich spitze Zähne und eine grauenhaft verzerrte Fratze bekommt, löst ganz andere Gefühle aus als "einfach nur ein Monster".

Der Zeichenstil ist ein sehr zarter, in vielen geschwungenen Linien. Alles hat weiche Kanten, auch wenn das, was man sieht, noch so grausam ist. Wirken manche Gesichter zu Anfang noch ein wenig verzerrt in den Proportionen, werden die Bilder in ihrer Qualität nach dem ersten Teil qualitativ noch mal ein Stück besser. Gerade die Mimik der einzelnen Figuren ist gut gelungen und macht ihre Gefühle gut sichtbar.

"Das Schloss der stummen Schreie" ist bei Ehapa als "All in one" erschienen, einem Sammelband, der alle drei Einzelbände, in denen die Serie ursprünglich erschienen ist, in einer kompletten Ausgabe vereint.

Fazit: Dies ist ein absolut spannender Fantasy-Comic über Macht und Monster, Vampire und Werwölfe und über Kinder, die nicht so hilflos sind, wie es scheint.


Sandman präsentiert: Bd. 4: Destiny
Sandman präsentiert: Bd. 4: Destiny
von Neil Gaiman
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Dieser Band ist ganz in der Tradition von Neil Gaiman angelegt ist und ihm auf jeden Fall würdig., 3. Februar 2012
Neil Gaiman ist als Autor der zehnbändigen Sandman-Comic-Reihe bekannt geworden. Nach den großen Erfolgen, die diese Graphic Novel gefeiert hat, wundert es nicht, dass es jetzt unter dem Namen "Sandman präsentiert" zahlreiche Spin Offs gibt. In diesem spielt der titelgebende Destiny, das personifizierte Schicksal, eine wichtige Rolle. Er ist einer der sieben Ewigen, die es schon so lange gibt, wie das Universum selbst. Doch obwohl er der Dreh- und Angelpunkt in der Handlung ist, ist er auch wie in den Ursprungsbänden keine Figur, die im Mittelpunkt steht.

Die Hauptfiguren der einzelnen Geschichten sind allesamt Frauen und die Erzählungen entstammen auch der Feder einer Frau, nämlich Alosa Kwitney. Sie hat starke Persönlichkeiten erschaffen, die in einer von Männern dominierten Welt ihren Weg finden müssen. Ruth, die Protagonistin in der zeitgenössischen Episode, die die Handlung einrahmt, hat es da noch am einfachsten, obwohl auch sie auf deutlich spürbare Barrieren trifft.

Am besten gefallen dürfte der Band Fans der Sandman-Reihe, die mit den Hintergründen der Saga vertraut sind. Doch auch wer noch nie etwas von den Ewigen gehört hat, wird schnell verstehen, was es mit der Figur des Schicksals auf sich hat. Die meisten Charaktere sind sowieso unabhängig und extra für diesen Band erdacht worden. Allen voran ist das John Ryder, der Fremde. Er nimmt eine ganz besondere Rolle ein und wird dem Leser nach und nach vertrauter, bis er letztendlich versteht, wen er verkörpert.

"Destiny - Eine Chronik angekündigter Todesfälle" ist keine leichte Comicunterhaltung, sondern eine anspruchsvolle Geschichte in Bildern. Es hilft zu verstehen, wenn man grobe Kenntnisse der Geschichte der Pest besitzt oder macht Lust darauf, sich geschichtliches Wissen anzueignen, um noch tiefer in die Handlung eintauchen zu können. Reale Geschehnisse werden hier gekonnt mit Fiktion verbunden und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Dieser Band ist ganz in der Tradition von Neil Gaiman angelegt ist und ihm auf jeden Fall würdig.


Betelgeuze: Gesamtausgabe
Betelgeuze: Gesamtausgabe
von Leo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 40,00

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weiterer Meilenstein der Comickunst von LEO, 20. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Betelgeuze: Gesamtausgabe (Gebundene Ausgabe)
"Betelgeuze" ist die direkte Fortsetzung zu "Aldebaran". Beide Serien sind zuerst in Einzelbänden erschienen und später dann als Sammelband. In der hier vorliegenden Gesamtausgabe finden sich alle fünf Einzelteile, eine Kurzgeschichte und einige Skizzen der einzigartigen Tierwelt. Zusammen mit "Aldebaran" bildet "Betelgeuze" ein großes Ganzes, die Geschichte ist aber durchaus auch ohne Vorkenntnisse zu verstehen. Die wichtigsten Details der bisherigen Geschehnisse werden am Anfang kurz zusammengefasst.

"Betelgeuze" ist ein Science-Fiction-Abenteuer, bietet aber etwas ganz anderes als die üblichen Weltraumschlachten oder Aliens. Der Zeichner und Autor konfrontiert den Leser mit einer unglaublichen Vielfalt an neuartigen Wesen und Pflanzen, die ihn mit offenem Mund die Bilder betrachten lässt. Leos Stil ist unverkennbar und eine klare Weiterführung der bereits in "Aldebaran" gezeigten Flora und Fauna. Und er gibt allem eine besondere Art von Eigenleben und Intelligenz. Man weiß nie genau, ob etwas, was niedlich aussieht, vielleicht furchtbar gefährlich sein könnte oder umgekehrt. Eine Konstante in dieser immer wieder neuen Welt ist die Mantrisse. Sie kann sich zwar sehr stark wandeln, gibt dem Leser aber etwas Vertrautes an die Hand, das er bereits kennt.

Die Geschichte, die erzählt wird, ist vielschichtig und berührend. Es gibt verschiedene Schauplätze: einmal die beiden Lager der Menschen auf Betelgeuze, bekannte Figuren auf Aldebaran und die verlorenen auf dem Raumschiff. Außerdem gibt es da noch das haarlose Mädchen, das sich alleine durch das gefährliche Leben auf Betelgeuze schlägt. Doch alle Erzählfäden werden nach und nach geschickt miteinander verbunden und ergeben ein großes Ganzes. Selten funktioniert es so gut, dass ein Comic den gleichen Autor und Zeichner hat. Leo ist dieses Kunststück mit Bravour gelungen. Alles ist stimmig und sowohl die Geschichte als auch die Zeichnungen wissen auf ganzer Linie zu überzeugen. Die Werke von Leo sind mit Sicherheit Meilensteine in der Welt der Comickunst und uneingeschränkt zu empfehlen.


Die Insel der besonderen Kinder: Roman
Die Insel der besonderen Kinder: Roman
von Ransom Riggs
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Ein ebenso ungewöhnlicher, wie spannender Roman mit mystischen und fantastischen Motiven, 14. Januar 2012
Dieser Roman ist ebenso wie die Geschichte, von der er erzählt, etwas Besonderes. "Die Insel der besonderen Kinder" nimmt den Leser Schritt für Schritt mit in eine Welt voller Geheimnisse, die erforscht werden wollen. Zu Anfang herrscht das Gefühl vor, ebenso abgeklärt zu sein wie Jacob und es ist einem ganz klar, dass es all das fantastische Zeug nicht wirklich geben kann. Gemeinsam mit dem Protagonisten geht der Leser durch eine schwierige Zeit, in der dieser entdeckt, wer sein Großvater wirklich war. Es gibt viele Informationen zum Zweiten Weltkrieg und den grausamen Dingen, die dort passiert sind. Auf eine sehr einfühlsame Weise wird an ganz reale Schrecken herangeführt, die erst nach und nach ein mystisches Geheimnis offenbaren. Denn natürlich ist klar, dass es diese Insel mit den besonderen Kindern wirklich gibt. Wie sie sich dem jungen Jacob letztendlich zeigt, ist jedoch eine echte Überraschung.

Das wirklich Besondere an diesem Buch sind die Fotos. Das vielleicht ungewöhnlichste ist das des schwebenden Mädchens, welches auch auf dem Coverbild zu sehen ist. Fotos dieser Art, einige mit einzigartigen Motiven, deren reale Darstellung nicht ernsthaft angenommen werden kann, bis hin zu recht durchschnittlichen Bildern, sind an vielen Stellen des Romans eingebracht worden. Sie haben immer einen Bezug zu der Geschichte. Wirklich überrascht ist es, wenn man im Nachwort erfährt, dass es sich um reale, alte Fotografien handelt, die aus unterschiedlichen Quellen stammen, deren eigentlich Herkunft oder Geschichte aber unbekannt ist. Da wird genau verständlich, wieso die Fantasie des Autoren davon so stark inspiriert wurde.

Die größte Stärke des Romans sind seine ungewöhnlichen Entwicklungen. Immer passiert noch etwas, das so nicht erwartet werden konnte oder dessen Entwicklung und Hintergründe nicht voraussehbar war. Gleichzeitig ist das aber auch eine kleine Schwäche, denn ein Hauch von Unglaubwürdigkeit ist nicht zu leugnen. Schade ist außerdem, dass in keiner Weise erwähnt wird, dass es sich um den Auftakt zu einer Serie handelt, was aber zuletzt klar wird. Denn sollte dieses offene und leider sehr abrupte Ende nicht einen Folgeroman einläuten, wäre das doch eine arge Enttäuschung.

Fazit: "Die Insel der besonderen Kinder" ist ein ebenso ungewöhnlicher wie spannender Roman mit mystischen und fantastischen Motiven. Zu viel kann nicht verraten werden, wenn das Leseerlebnis nicht zerstört werden soll. Im Zusammenspiel mit den Abbildungen der besonderen Kinder wird er zu einem wirklich einzigartigen Lesevergnügen!


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