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Bine Endruteit (Media-Mania)
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Gone 2: Hunger
Gone 2: Hunger
von Michael Grant
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Mischung aus dem Romanklassiker "Der Herr der Fliegen" und der Comic-Legende "X-Men", 11. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Gone 2: Hunger (Gebundene Ausgabe)
"Hunger" ist der zweite Band der "Gone"-Reihe von Michael Grant. Er schließt direkt an den ersten an und um alles verstehen zu können, sollte man den Auftakt der Serie gelesen haben, ansonsten dürfte einem so einiges rätselhaft vorkommen. Die Protagonisten werden als bekannt vorausgesetzt, es werden aber auch einige neue Charaktere eingeführt.

Ein wenig muten die Geschichte an wie eine Mischung aus dem Romanklassiker "Der Herr der Fliegen" und der Comic-Legende "X-Men". Zum einen geht es um die Gewalt und die Feindschaft, die sich schnell unter Kindern entwickelt, wenn keine Erwachsenen mehr da sind, zum anderen darum, dass sie merkwürdige Mutanten-Fähigkeiten entwickeln. Die Kombination aus beidem bietet jede Menge Potenzial, das hier auch voll ausgeschöpft wurde. Natürlich gibt es ein Geheimnis um das "Warum?" und "Wie?", allerdings nimmt das im Vergleich zu den anderen Themen bisher eine eher kleine Rolle ein. Und komplett aufgelöst wird natürlich auch noch nichts, schließlich geht die Geschichte noch weiter.

Während der erste Band "Verloren" die Gewaltbereitschaft zum Thema hatte, geht es nun vorrangig um tatsächlich angewendete Gewalt. Dabei werden die Gedankengänge der einzelnen Kinder immer sehr gut beschrieben, so dass man sie erschreckenderweise sogar gut verstehen kann. Oft bleibt einem aber auch einfach nur der Mund offen stehen und man fragt sich, wie es so weit kommen konnte. "Hunger" ist zwar ein Jugendroman, trotzdem beschreibt der Autor Michael Grant mit voller Wucht und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, was geschieht. Das will etwas heißen, wo doch durchaus gleich mehrere Personen sterben und sogar gefoltert wird. Gleich zu Anfang beginnt der Autor das Buch mit einer grausigen Szene, die einem die Verzweiflung der Kinder vor Augen führt.

"Gone" ist einfach mal etwas anderes, eine neue Idee, die viele Aspekte miteinander verknüpft. Es fällt schwer, die Reihe klar einem Genre zuzuordnen. Es ist ein Jugendabenteuer, aber auch eine Science Fiction-Geschichte, außerdem gibt es deutliche Thriller-Elemente und einen Hauch Fantasy. Insgesamt gesehen kann man den Roman sogar als Drama bezeichnen. Dieser Facettenreichtum macht aber gerade die Faszination aus. Natürlich muss man offen sein für all die Ideen, die hier miteinander vermengt werden. Wer sich darauf einlassen kann, wird mit einer packenden Geschichte belohnt, die einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.


Dixie Road
Dixie Road
von Jean Dufaux
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,80

5.0 von 5 Sternen Ein Comic für Erwachsene - Schonungslos aber mit Gefühl, 11. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Dixie Road (Gebundene Ausgabe)
Der Comic "Dixie Road" spielt in den dreißiger Jahren in den USA. Es ist die Zeit der Rezession. Eine Zeit, in der es ungewöhnlich war, dass eine Frau Auto fuhr und sich zur Wehr setzte und eine Zeit, in der die Menschen Selbstjustiz übten, wenn ihnen ein Unrecht geschehen war. Auch Auftragsmörder waren gang und gäbe und von denen gibt es hier gleich mehrere. Das hier beschriebene Leben ist dem unseren gar nicht so fern und doch absolut unvorstellbar. Vorherrschend sind hier Gewalt und Misstrauen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines vierzehnjährigen Kindes. Allerdings stammen die Worte von einer deutlich älteren Versionen ihrer selbst, die man im Comic selbst nicht zu sehen bekommt. Dieser weibliche Standpunkt, der außerdem von einem noch jungen Mädchen kommt, verleiht der Handlung jedoch eine besondere Schärfe und Dramatik. Die Erwachsenen manövrieren sich oft mit voller Absicht in fragwürdige Situationen, während Dixie ihnen einfach nur folgen kann. Sie hat keine Wahl.

Was hier erzählt wird, ist bewegend und weiß den Leser zu berühren. Es gibt nicht nur Dixie und ihre Familie, sondern noch viele andere Charaktere, die kleine oder größere Rollen einnehmen. Selbst wenn es nur die durchschnittliche Arbeiterfamilie ist, die um jeden Doller kämpft, um zu überleben, man kann mit ihnen fühlen und ist ihnen für einen Augenblick nahe, auch wenn man sie nur wenige Bilder lang begleitet. Hier haben die Macher ein großes Talent bewiesen. Sie dringen intensiv zu den Gefühlen ihrer Leser vor und das auf eine eindringliche Weise.

Und obwohl es eine schmutzige Welt ist, in die man eintaucht, wird sie in großartigen und farbenfrohen Bildern dargestellt. Die Zeichnungen sind sehr realitätsnah und man merkt, dass hier sehr gut recherchiert wurde. Nicht nur das große Ganze stimmt, sondern auch auf Details wurde geachtet.

"Dixie Road" ist ein Comic für Erwachsene, der schonungslos, aber mit viel Gefühl vom Leben in einer Zeit und Umgebung erzählt, die wir uns heute nur noch schwer vorstellen können. Diese Gesamtausgabe enthält alle vier Bände und ist somit komplett und in sich abgeschlossen.


Siebengestirn: Band 2. Angusalem
Siebengestirn: Band 2. Angusalem
von André Houot
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,80

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein mittelmäßiger zweiter Teil, der sich hauptsächlich auf das Kampfgeschehen konzentriert, 11. Oktober 2011
"Angusalem" ist der zweite Band der "Siebengestirn"-Reihe. Insgesamt ist diese Comic-Serie von André Houot auf vier Bände angelegt. Erneut wird man in die bizarre Welt entführt, die er sich erdacht hat. Houot zeigt sich sowohl für die Geschichte als auch für die zeichnerische Umsetzung verantwortlich. Bei vielen Comics geht ein solches Unterfangen schief, hier beweist der Macher allerdings in beiden Bereichen sein Talent. Trotzdem merkt man dem Band deutlich an, dass es sich lediglich um einen Mittelteil handelt. Tatsächlich erfährt man eher wenig, was die komplexe Geschichte voranbringen würde. Ganz im Gegenteil hat Houot sich besonders auf das Abenteuer der Befreiung der Gefangenen aus dem mehr als ungewöhnlichen Krankenhaus beschäftigt.

Das besondere Interesse für diesen Comic entwickelt sich sicherlich gerade bei solchen Lesern, die ein außergewöhnliches Setting und bizarre Wesen mögen. Von beidem gibt es hier jede Menge. Aufzüge, die auf Plasmastrahlen fahren, Roboter auf Gefährten mit riesigen, ballonartigen Rädern, Tentakelmonster, organische Maschinen, die wie Menschen handeln, geheimnisvolle Apparaturen und vieles mehr bevölkern die Bilder. In diesem Bereich wurden viele neue Ideen umgesetzt, die zu begeistern wissen. Dafür werden die einzelnen Charaktere quasi nicht weiterentwickelt. Chronover und seine Freunde werden als aus Band 1 bekannt vorausgesetzt und müssen sich lediglich im Kampf beweisen. Viele seiner Begleiter aus der Karawane kommen nur am Rande vor. Man gewinnt lediglich einen Einblick in das "Krankenhaus" und erfährt etwas über die Verantwortlichen. Was wirklich hinter all dem Geschehen steckt und warum Chronover verfolgt wird, bleibt weiter fraglich und wird leider auch nicht weiter enthüllt. Etwas mehr Weiterentwicklung in der Geschichte hätte man sich hier durchaus gewünscht.

Gerade aufgrund zu einem großen Teil fehlender Weiterentwicklung der Hintergrundgeschichte ist der zweite Band von "Siebengestirn" leider nur ein gutes Mittelmaß. Bleibt zu hoffen, dass sich das nach dem interessanten Auftakt in den noch folgenden Teilen ändert.


Die Blutgabe
Die Blutgabe
von Franka Rubus
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine ungewöhnliche, spannende und absolut lesenswerte Vampirgeschichte, 11. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Blutgabe (Taschenbuch)
"Die Blutgabe" ist der erste Teil einer Romanreihe, die auf mindestens zwei Teile angelegt ist. Allerdings ist der Handlungsfaden des ersten Bandes in sich abgeschlossen und für sich verständlich. Wie die Autorin Franka Rubus selbst in ihrem Dankestext sagt, ist die Idee für "Die Blutgabe" aus der Frage heraus entstanden, was passieren würde, wenn jeder Vampir jeden Tag von einem Menschen trinken würde und sich jeder Gebissenen wiederum in einen Blutsauger verwandeln würde. Daraus ist eine fiktive Welt entstanden, die fast nur noch von Vampiren bewohnt wird. Ihre Nahrung, also Menschen, werden in speziellen Lagern gezüchtet. Das bietet die Grundlage zur Handlung.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht zunächst Red, ein Mensch, der zusammen mit dem Leser die Welt der Vampire kennenlernt, denn bisher hat er gut behütet, wenn auch unfrei, hinter Mauern gelebt. Mit Spannung verfolgt man, wie er nach und nach immer stärker wird. Man lernt die vier Vampire kennen, bei denen er lebt und begleitet ihn letztendlich in die Stadt zu den Blutern. Nach ungefähr der Hälfte der Handlung ändert sich die Erzählweise jedoch. Die Autorin wechselt zum Vampir Kris und seinem Arbeitgeber. Besonders ungewöhnlich dabei ist, dass auch ein Zeitsprung zurück vollzogen wird. Man erfährt noch mal von Anfang an, wie sich die Dinge aus Kris Sicht entwickeln. Dadurch, dass man einige Abläufe bereits kennt, wird es jedoch nicht weniger spannend, denn auch der Schauplatz ändert sich. Während sich der erste Teil fast ausschließlich auf das Ressort der Bloodstalkers beschränkte, wechselt der Schauplatz nun zu der Forschungsstation, in der Kris arbeitet. Man wird also mit einem komplett anderen Setting konfrontiert.

Im ersten Augenblick wirkt dieser Wechsel etwas verwirrend. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, wird man jedoch mit einer ungewöhnlich vielschichtigen und tiefgreifenden Geschichte belohnt. Das Vampirthema wird hier mal auf eine ganz andere Art behandelt. Die einzelnen Charaktere wurden gut ausgearbeitet und wirken glaubwürdig. Lediglich zu der titelgebenden "Blutgabe" hätte man sich mehr Informationen gewünscht. Im Gegensatz zu vielen anderen Dingen wird weder erklärt, woher die individuellen, manipulativen Fähigkeiten, von denen jeder Vampir eine spezielle besitzt, kommen, noch wie sie funktionieren. Außerdem finden sie zwar Erwähnung, werden aber verhältnismäßig wenig eingesetzt.

Jeder, der den Roman mochte, wird sich sicher darüber freuen, dass für das nächste Jahr eine Fortsetzung geplant ist. Allerdings wird es für die Autorin schwer sein, das großartige und in sich absolut zufriedenstellende Ende, das sie dem Leser hier bietet, annehmbar weiterzuentwickeln. Man darf also gespannt sein, wie sich diese ungewöhnliche, spannende und absolut lesenswerte Geschichte noch entwickelt!


Dance in the Vampire Bund 04
Dance in the Vampire Bund 04
von Nozomu Tamaki
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine spannende Fortsetzung mit Fokus auf den Werwölfen, 4. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Dance in the Vampire Bund 04 (Broschiert)
In diesem Band von "Dance in the Vampire Bund" geht es wieder voll zur Sache. Und das nicht nur, was die Kämpfe angeht, sondern auch emotional. Akira muss sich sowohl seinen Gegnern stellen, was nicht immer leicht ist, als auch seinen eigenen Gefühlen. Das ist manchmal sogar noch schwieriger, wenn im Kampf Menschen verletzt werden oder sterben, die ihm etwas bedeuten. Es werden hier zwei neue Geschichten erzählt, die jedoch sowohl miteinander als auch mit den vorangegangenen Ereignissen direkt zusammenhängen. Wie für einen japanischen Manga typisch ist die Struktur der Geschichte kompliziert und man sollte die bisherigen drei Bände kennen, bevor man diesen liest.

Die Charaktere werden konsequent weiterentwickelt, der besondere Fokus liegt diesmal auf Akiras Emotionen. Unter anderem muss er sich auch damit auseinandersetzen, dass er seinen eigenen Bruder aus Angst um ihn so streng behandelt, wie es auch sein Vater mit ihm tut, dem er Gefühlskälte vorwirft. Das sorgt für Einblick in die gesamte Familienstruktur der Regendorfs und man erfährt einiges über die Beweggründe der einzelnen Figuren. Außerdem werden einige neue Charaktere eingeführt, die von brutal und abstoßend bis süß und niedlich reichen.

Besonders auffällig ist bei diesem Band, dass er sowohl einige sehr brutale Szenen enthält, aber gleichzeitig auf Niedlichkeit setzt. Es gibt einige Zeitsprünge in Akiras Vergangenheit, bei denen er und einige seiner Freunde als junge Werwölfe gezeigt werden. Von Brutalität oder monsterhaft verzerrten Gesichtszügen kann hier aber nicht die Rede sein, sie sehen allesamt extrem putzig aus, was einen starken Kontrast zur sonstigen Geschichte bietet, aber auch ihre Verbundenheit optisch unterstützt.

Insgesamt ist der vierte Band von "Dance in the Vampire Bund" für alle Leser spannend, die auch bisher mit Spaß die Serie verfolgt haben. Man dringt immer weiter in die Welt der Vampire und Werwölfe ein und es entsteht nach und nach eine komplexe Gesellschaftsstruktur. Allerdings muss man die Vermischung aus Niedlichkeit und Brutalität ebenso mögen wie die typisch japanische Art der Erzählung.


Ouran High School Host Club - Gesamtausgabe (Premiumbox) [6 DVDs]
Ouran High School Host Club - Gesamtausgabe (Premiumbox) [6 DVDs]
DVD ~ Katja Primel

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niedlich, lustig und total überdreht., 4. Oktober 2011
"Ouran High School Host Club" ist ein Anime, der durch seinen einzigartigen Humor besticht. Nichts ist hier wirklich ernst gemeint. Alleine die Idee des Mädchen an einer Eliteschule, das alle für einen Jungen halten ist für sich gesehen schon komisch, aber was den Machern dazu noch an allerlei Witzigem einfiel, ist wirklich spektakulär.

Da sind zum einen natürlich die sehr unterschiedlichen Figuren. Die Jungs im Club sind durchaus faszinierend. Der eine ist extrem eingebildet und komplett von sich eingenommen, ein anderer noch ein kleines Kind aber fast intelligenter als alle anderen zusammen, es gibt die Zwillinge, die sich so ähnlich sehen, dass sie kaum einer unterscheiden kann und noch ein paar mehr. Jede dieser Figuren hat ihre eigenen Stärken und Schwächen, die auf das äußerste überzeichnet dargestellt werden und deswegen für jede Menge Lacher sorgen.

Zum anderen hat man die unterschiedlichen Begebenheiten an sich. Den Kreateuren sind hier wirklich ulkige Sachen eingefallen. Vom Arztbesuch, bei dem natürlich keiner merken darf, das Haruhi ein Mädchen ist, bis zu dem aufeinander prallen der verschiedensten Lebensweisen ist alles dabei. Es gibt Tragik und Komik. Das tolle ist, dass sich die Serie selbst nicht zu ernst nimmt. Teilweise macht sie sich über sich selbst lustig, weshalb es erst besonderen Spaß macht. Selten hat man bei einem Anime so viel gelacht. Passend dazu werden einzelne Figuren als überniedliche Chibis gezeigt.

Trotz des vielen Humors kommt der gefühlvolle Teil nicht zu kurz. In feinen Untertönen wird es durchaus auch immer wieder etwas ernster oder liebevoller, ansonsten wäre es schließlich reiner Slapstick. Es gibt kleinere Romanzen, die beleuchtet werden und natürlich, als großen Thema, die Durchschnittlichkeit von Haruhi, die sie gegenüber der Elite trotzdem zu etwas ganz besonderem macht.

Die Gesamtausgabe in dieser Box ist auch eine besondere Erwähnung wert, denn der Verlag hat sich in mit Gestaltung große Mühe gegeben. Man bekommt eine Pappbox, die sich in zwei Teilen auseinander ziehen lässt. Darin befindet sich die eigentlich DVD-Hülle, die sich aber ebenso ungewöhnlich nach oben öffnen lässt. Da verzichtet man auch gerne auf ein Booklet.

Die Synchronisation ist vorbildlich. Alle Sprecher passen gut zu ihren Rollen. Wer mag, kann sich das Ganze aber natürlich auch im japanischen Originalton ansehen.

Insgesamt eine absolut gelungene Box, die einfach nur Spaß macht.


Der Orksammler
Der Orksammler
von Jens Lossau
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfach mal was anderes - ein Fantasy-Krimi mit jeder Menge Humor, 4. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Orksammler (Taschenbuch)
Die Romanreihe um die beiden IAIT-Ermittler Jorge und Hippolit ist als humoristische Fantasy zu sehen. Natürlich gehen sie in jedem einzelnen Teil der Serie einem Mordfall auf den Grund, im Vordergrund steht aber der derbe Humor. Leider wird der Roman auf dem Klappentext lediglich als "Fantasy-Thriller" gekennzeichnet, wer also wirklich einen knallharten Krimi in einer fantastischen Umgebung sucht, könnte enttäuscht werden.

Die Welt, in der die Handlung spielt, ist eine typische Fantasyumgebung, die an das Mittelalter erinnert. Ein wenig Dampftechnik haben die Autoren außerdem einfließen lassen, so dass es Autos und große Maschinen gibt. Diesmal befindet man sich an zwei Hauptschauplätzen. Zum einen ist das das große Heerlager, das allerdings wenig ungewöhnlich ist. Zum anderen ist es die Stadt der Toten. Alleine die Idee, das sich eine gesamte Stadt ausschließlich um die Beseitigung von Leichen kümmert, ist originell. Details wie die Tatsache, dass hier wirklich alles grau ist oder die mit Thaumaturgie (also Magie) angetriebene "Ewigen Flamme", die das Feuer liefert, mit dem die toten Körper eingeäschert werden, machen beim Lesen einfach Spaß.

Die Mischung aus Fantasy, Thriller und Humor ist einfach mal was anderes in dem ewig gleichen Fantasy-Brei. Man geht gerne gemeinsam mit Hippolit und Jorge auf Verbrechersuche. Irgendwann kann man zwar das nächste Trollsprichwort nicht mehr hören und wer der Endgegner ist, lässt sich für einen erfahrenen Leser erahnen, schlicht, weil man nicht viele andere Charaktere im Buch kennengelernt hat. Die Freude an der Geschichte schmälert das zum Glück nicht.

Hier bekommt man freche Fantasy geboten, die sich einfach mal was traut. Es werden neue Wege beschritten und es wird etwas Alternatives ausprobiert. Natürlich ist das Setting ein altbekanntes, aber genau darauf setzt der Roman. Ansonsten würde es nicht so sehr ins Gewicht fallen, dass das "Drumherum" anders ist. Außerdem erreichen die Autoren Jens Lossau und Jens Schumacher so genau das Publikum, das sie sich wünschen. Alle Fantasyleser, die frischen Wind in den Seiten ihres Fantasyromans wollen, sollten dieser Reihe auf jeden Fall eine Chance geben!


Der letzte Traumwanderer: Pandaemonia
Der letzte Traumwanderer: Pandaemonia
von Christoph Lode
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein vielschichtiger Fantasyroman mit faszinierenden Charakteren, 4. Oktober 2011
In der Pandaemonium-Trilogie von Christoph Lode gibt es viele verschiedene Erzählstränge. Manchmal treffen diese frontal aufeinander, manchmal ist es aber auch nur der Leser, der die Zusammenhänge erkennt. Seine Fantasy-Geschichte erzählt der Autor aus verschiedenen Blickwinkeln und begleitet die unterschiedlichsten Charaktere auf ihrem Weg durch die Stadt Bradost. Das Faszinierende bei seiner Art des Erzählens ist, dass man keine klassischen "Gut und Böse"-Figuren vorgesetzt bekommt. Auch wenn man von manchen Menschen oder Wesen genau weiß, dass ihre Absichten nicht gerade redlich sind, kann man verstehen, was sie antreibt. Dadurch ergibt sich ein äußerst stimmiges und, was zwischenmenschliche Beziehungen angeht, reales Bild.

Die Welt in "Pandaemonium" ähnelt einer Stadt des Mittelalters. Die meisten Menschen wissen zwar, dass es Magie und magische Wesen gibt, kommen aber nicht mit ihr in Berührung. Das gilt natürlich nicht für die Protagonisten des Romans. Sie werden in eine verworrene Welt voller Intrigen und Gefahren, aber auch Freundschaft und Liebe hineingezogen, wie sie sie vorher noch nicht kannten. Man trifft auf Alben, Guhle, Incubi und Traumwanderer. Jackon ist einer der letzteren und hat Zugang zu einer Welt, in der Träume fassbar werden und in der er sich bewusst bewegen kann. Eine faszinierende Idee liegt dem zugrunde und wurde hier hervorragend ausgearbeitet. Noch viel verstörender ist das titelgebende Pandaemonium, die Welt der Schattenwesen und Dämonen, in die man jedoch erst einen kleinen Einblick bekommen hat.

Die einzelnen Figuren sind sehr gut erdacht, es sind allesamt faszinierende Charaktere mit individuellen Stärken und Schwächen. Bei manchen ahnt man schon, wie sie sich weiterentwickeln werden, bei anderen ist noch alles offen. Vom Kämpfer über den trauernden Liebenden bis hin zur gnadenlosen Herrscherin und einem mutigen Jungen ist wirklich alles dabei. Eine solche Vielfalt erlebt man in einem Roman selten. Es gibt ihm eine besondere Tiefe.

Das Ende des Romans ist komplett offen, man muss auch Band 2 und 3 der Reihe lesen, um die Geschichte als Ganzes erleben zu können. Als kleinen Bonus gibt es am Ende des Buches eine kurze Leseprobe zum zweiten Teil und zehn Fragen an den Autor, die ein wenig über ihn und seine Arbeit verraten.


Bone: Rose
Bone: Rose
von Jeff Smith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für einen "Bone" gut, aber leider nicht großartig., 24. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Bone: Rose (Gebundene Ausgabe)
Die Comicserie "Bone" wurde von Jeff Smith erschaffen und erfreut seit 1991 ihre Fans. Ursprünglich ist sie in Schwarzweiß erschienen, aktuell gibt es zusätzlich eine kolorierte Fassung. Neben der Originalgeschichte, die in dieser Version neun Bände umfasst, gibt es zwei ergänzende Bände. "Bone: Legenden" und "Bone: Rose". Letzterer erzählt die bewegende Vorgeschichte von einem der Hauptcharaktere, Grandma Ben. Zu Zeiten der Bones ist sie eine alte, unglaublich starke Frau, die mit ihrer Enkelin einen kleinen Hof bewohnt. In dem hier vorliegenden Band erfährt man Details aus ihrer Jugend, die eng mit den späteren Geschehnissen verknüpft sind. Tatsächlich sogar so eng, dass man ganz klar empfehlen kann, ihn erst nach dem Genuss von Band Sechs oder Sieben der eigentlichen Serie zu lesen, wenn man nicht zu viele Infos vorweg bekommen möchte.

Im Gegensatz zu der "großen" Bone-Geschichte, die Jeff Smith nicht nur komplett erdacht, sondern auch gezeichnet hat, entstammt diesmal nur die Handlung seiner Fantasie. Zeichnerisch umgesetzt wurde sie von Charles Vess. Und das ist eine der größten Schwächen dieses Bandes. Natürlich ist "Rose" für alle Bone-Fans ein absolutes "Must have" und man freut sich über das Wiedersehen mit dem großen roten Drachen, gleichzeitig vermisst man aber auch den verspielten Stil, mit dem Jeff Smith seine Figuren umgesetzt hat. Landschaften, Tiere und fantastische Wesen sind Charles Vess unglaublich gut gelungen, Menschen haben in den Details allerdings einige Schwächen. Manche Einzelheiten unterscheiden sich von Bild zu Bild, wie die Kopfform oder die Größe der Augen. Dazu kommt der nicht zu vermeidende "Es ist einfach nicht das Gleiche"-Faktor, der bei einem kultigen Comic wie diesem nicht zu unterschätzen ist, egal, wie gut die Bilder sind. Trotzdem sollte man dem Band eine Chance geben.

Was eingeschworene Fans der knuddeligen und knubbeligen Bones außerdem stören könnte, ist, dass ausgerechnet diese hier fehlen, denn zu der Zeit, zu der die Geschichte spielt, sind sie im Leben der Menschen, Drachen und Rattenmonster schlicht noch nicht aufgetaucht. Deswegen muss man ebenso auf die bissigen und äußerst humorvollen Dialog-Gefechte verzichten, die sie sich sonst liefern und die einen großen Teil des Charmes der Serie ausmachen.

Für sich gesehen ist der Comic sicherlich ein schönes Fantasy-Märchen und für einen Bone-Sammler führt sowieso kein Weg an seiner Lektüre vorbei. Wer keinen Wert auf eine komplette Sammlung legt und wessen Augenmerk bei der Serie klar auf den Figuren der Bones selbst liegt, kann auf den Band aber auch gut und gerne verzichten.


Deadman Wonderland 01
Deadman Wonderland 01
von Jinsei Kataoka
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schonungslos, originell, brutal, spannend, mystisch und vielschichtig, 24. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Deadman Wonderland 01 (Broschiert)
"Deadman Wonderland" ist ein außergewöhnlicher Manga mit einer mystischen, spannenden und brutalen Story. Den Mittelpunkt bildet der Junge Ganta, der völlig unvorbereitet in eine neue Welt schliddert, in der es ums nackte Überleben geht. Der Ort, an dem die Geschichte spielt, ist das vielleicht skurrilste Gefängnis, das man sich vorstellen kann. Auf der einen Seite wirkt es wie ein riesiger Vergnügungspark, selbst für die Gefangenen wird dieser Eindruck aufrecht erhalten. Das Heft mit den Regeln sieht wie ein bunter Comic aus und den Gefangenen wird von lustigen karikierten Vögeln erklärt, wie es dort läuft. Auf der anderen Seite ist es die reinste Todesfalle und strotzt nur so vor Brutalität. Die Gefangenen scheinen nur dazu da zu sein, wie Spielzeuge eingesetzt werden zu können. Dass die Spiele, zu denen sie gezwungen werden, oft die Leben der Insassen als Preis fordern, scheint nur ein zusätzliches Gimmick für die Verantwortlichen zu sein.

Alleine dieses Setting würde schon für jede Menge interessanter Szenen sorgen, aber wie für einen japanischen Manga üblich, gibt es viele verschiedene Handlungsstränge, die eng miteinander verwoben sind, und man taucht nach und nach immer weiter in ein verworrenes Intrigenspiel ein. Das Mädchen Shiro ist von einem Geheimnis umgeben und Ganta entdeckt im Laufe der Zeit, dass er seltsame Kräfte bekommen hat. Mit Hilfe seines Blutes kann er plötzlich kämpfen und starke Waffen heraufbeschwören. Es gibt außerdem eine geheime Abteilung im "Deadman Wonderland" und was der Drahtzieher hinter all dem mit seinem Tun bezweckt wird, im ersten Band natürlich nur angedeutet, es verspricht noch viel spannender zu werden.

Der großformatige Band enthält insgesamt zwei Teile der Originalserie. Er ist entsprechend umfangreich und enthält zusätzlich ein paar farbige Seiten und einige kleine Bonusgeschichten, die alle nur aus wenigen Bildern bestehen. Mit der Altersempfehlung ab sechzehn Jahren liegt der Verlag auf jeden Fall richtig, denn die Geschichte ist brutal und zeigt eine Menge Gewalt. Allerdings wirkt diese durch die schwarzweißen Zeichnungen etwas abgeschwächt, auch wenn sie erbarmungslos abgebildet wird.

"Deadman Wonderland" ist schonungslos, originell, brutal, spannend, mystisch und vielschichtig. Man bekommt eine Menge geboten, sollte sich aber auf eine absolut eigensinnige Story einlassen können.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 30, 2012 9:31 AM CET


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