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Rezensionen verfasst von
Ste Zun

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Of Doom and Death
Of Doom and Death

5.0 von 5 Sternen gänzehautrefrain, headbangriffs und lange solos, 6. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Of Doom and Death (Audio CD)
zunächst zum produkt selbst: vorsicht! es gibt zwei versionen dieser cd, eine von 2009 und eine von 2010. zwar ist auf beiden exakt das selbe drauf, aber die von 2010 ist deutlich billiger gestaltet, was die hülle angeht. es gibt darin außerdem kein heftchen mit den texten!!! man erkennt diese version auch an dem schwarzen rand um das cover. ich empfehle deshalb die version von 2009, auch wenn sie teurer ist.

zum album: das album "dreamland manor" (vorgänger von diesem album) ist meiner meinung nach eines der genialsten powermetal-alben der jüngeren powermetal-generation. "of doom and death" schließt hörbar daran an und ist für diejenigen, welche das erste album mögen, sicher geeignet. dennoch muss man sich vielleicht in einzelheiten etwas umgewöhnen, um den reiz von "of doom and death" auch als fan des ersten albums zu erfassen. die stücke sind hier deutlich härter. es wurden verstärkt die bereits in liedern wie "when hell awakes" angekündigten progressiven riffs eingesetzt, weiterhin verbunden mit den bekannten epischen harmonie- und melodiefolgen. hier mussten sich die komponisten übrigens anstrengen, neue kombinationen zu finden, da aufgrund ihrer unglaublichen harmoniefülle bereits im ersten album für ein zweites schon gar nichts mehr übrigzubleiben schien. dies ist auf verschiedene weise gelungen, teils durch den einsatz noch komplexerer chaotischer harmoniefolgen (die beim ersten hören oft gar nicht zu verstehen sind), teils durch geschicktes verändern von elementen aus dem ersten album oder wiederaufgreifen der riffs in diesem, was meist allerdings eher interessant als einfallslos wirkt.
die solos sind wie zuvor lang und harmonisch interessant, etwas, das bei anderen bands sehr rar, ja gar unauffindbar ist. die steigerungen, überleitungen und modulationen oder brechungen werden ähnlich wie im ersten album auf geniale weise aneinandergereiht. respekt!!!
ich kann jedem dieses album empfehlen, der etwas für anspruchsvolle metal-musik mit all ihren kleinigkeiten und versteckten einzelheiten und genialitäten übrig hat, aber auch jedem, der einfach einen schlagkräftigen, epischen powermetal zum headbangen haben will.
(meine bewertung 5* gilt ausschließlich den musikstücken. die oben genannten einzelheiten zur hülle und dem textheftchen sind nicht inbegriffen)


A Night at the Opera
A Night at the Opera
Preis: EUR 18,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A Night at the Opera, 4. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: A Night at the Opera (Audio CD)
Zum neuen Jahrtausend scheint sich auch ein neues Blind Guardian zu entwickeln. Mit A Night at the Opera beginnt eine neue Phase der melodisch-symphonischen Powermetalband. Damit meine ich jedoch nicht die immer mehr wachsende Zunahme von elektronisch eingefügten Orchesterausschmückungen, die schon in den Alben vor ANatO vorhanden waren, sich eben nur steigertern und verbesserten und dann in diesm Album am stärksten eingesetzt wurden, sondern den neuen Einschlag der Band durch ihr vermehrtes Verwenden progresiver Gitarrenriffs. Zwar spielen die atmosphärischen und melancholischen für BG typischen Melodien der mehrstimmigen Leadgitarren immer noch eine große Rolle, doch einige Stellen sind bereits, wie es in dem darauf folgenden Album A Twist in the Myth vier Jahre später extremisiert wurde, von progressivem Riffing gekennzeichnet. Fühlte man sich also beim Hören von Nightfall in Middle-Earth noch durchweg in eine andere Welt versetzt, so geht dies durch diesen Einschlag in diesem Album teilweise etwas verloren.
Man muss hierbei einwenden, dass sich auch die Themen, die BG hier in ihrer Musik aufgegriffen haben, von denen unterscheiden, die in den 90ern behandelt wurden: Es geht jetzt nicht mehr um Mittelerde oder andere phantastische Stetten, sondern meist um Geschichten der griechischen Sagenwelt oder um biblische Erzählungen.

Trotz den oben genannten Entwickklungen, die für einen BG-Fan, der ihren Stil aus den 90ern liebt, vielleicht nicht so ganz einleuchtend erscheinen, kann man dieses Album nur bewundern und so hat es bei mir nach Nightfall in Middle-Earth auf den zweiten Platz meiner BG-Lieblingsalben geschafft. Dies hat folgende Gründe:
Mit der Weiterenwicklung ihrer musikalischen Fähigkeiten haben BG mit diesem Album erneut eine Steigerung geschafft. Die Grundlage ihrer Musik, das Konzept der Rhytmusgitarre und der darauf aufbauenden, polyphonen Melodien, setzten sie fort unter dem ständigen Drang, die darauf aufliegenden Ausschmückungen immer mehr zu verfeinern und zu steigern. So haben sie es geschafft in ANatO daraus ein grandioses Hintergrundorchester zu entwickeln, das der Musik eine Atmosphäre gibt, die die der vorigen Alben erheblich übersteigt. Die epischen Chöre, die BG im Laufe ihrer Geschichte von Album zu Album verbesserten, erreichen hier ein Niveau, das einen nur noch staunen lässt. In wilder Abwechslung treten Kürschs Sologesang und diese Chöre durch eine Art "Frageantwortspiel" auf, wie es zuvor nur in Mirror Mirror stattgefunden hatte. Am besten umgesetzt ist das Feeling dieses Albums meiner Meinung nach in dem Lied Battlefield. Es kombiniert am besten das typische BG mit der oben beschrieben Atmosphäre und ist für mich eines ihrer besten Lieder überhaupt.
And then there was Silence ist sicher das interessanteste und anspruchsvollste Lied des Albums. Denn es ist nicht einfach ein Langversionlied einer Band, die auch mal ein langes Lied machen will und hundert mal das Gleiche wiederholt, nein es ist so gut durchdacht und aufgebaut, dass man nur ins Staunen gerät: Wie man so viel Melodiestoff in ein Lied packen kann, ohne dass es auseinanderbröckelt, ist mir unbegreiflich. Denn eines steht fest: Langweilig wird es in diesen 14 Minuten nicht! Ruhige Phasen wechseln sich mit gigantischen Orchester- und Chorphasen ab, die das Lied fast schon wie Filmmusik klingen lassen, mit dem einzigen Unterschied, dass bei ihm kein Film dazu mehr nötig ist. Aber genug davon, über dieses Lied könnte man eine eigene Rezension schreiben.
Erwähnenswert finde ich noch Punishment Divine, das schnellste Lied des Albums und dazu ein äußerst geniales, wie ich finde. Es erinnert ein bisschen an die Imaginations...-zeit: In den Strofen weniger Chöre, dafür speedige Rhytmen mit Begleitmelodien und Hansis Gesang, von einer vorandschreitende Atmosphäre begleitet, und dann ein epischer Chorrefrain. Ein Lied dessen Feeling an konkreten musikalishen Merkmalen nicht festzuhalten ist.

Zum Abschluss kann ich dieses Album sowohl den Fans des alten Blind Guardian als auch denen, die A Twist in the Myth mögen, empfehlen. Wer allerding symphonische Musik nicht mag, für den ist dieses Album eher nicht geeignet. Allgemein kann ich jedoch allen Menschen, die Sinn für etwas Anspruchsvoles in Sachen Musik haben und nach einer Alternative zu dem täglichen Radiotrott suchen, dieses Album empfehlen.


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