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Beiträge von Dr. Horst Wolf...
Top-Rezensenten Rang: 1.637
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Rezensionen verfasst von Dr. Horst Wolfgang Boger (Berlin & Potsdam, Germany)
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Entmythologisierung der Populär-, Vulgär- und Pop-Psychologie, 18. November 2009
Das vorliegende Buch hat einen Vorgänger in Rolf Degens Lexikon der Psycho-Irrtümer: Warum der Mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt. 12 von insgesamt 29 amazon-Rezensenten haben ihm nur * oder ** zuerkannt und ihm vorgeworfen, es sei unwissenschaftlich, vorwiegend journalistisch, reißerisch, nicht auf dem Stand der Forschung. ( I c h dagegen finde, dass Degen sehr gut recherchiert hatte, und würde seinem Buch ohne zu zögern ***** geben.) Die gleichen Vorwürfe wird man diesem Buch nicht so leicht machen können, schon allein deshalb nicht, weil die Autoren keine Journalisten, sondern ausgewiesene, an Universitäten forschende und lehrende Wissenschaftler sind. (Vgl. die vorzüglichen Sammelbände Science and Pseudoscience in Clinical Psychology und The Great Ideas of Clinical Science: 17 Principles That Every Mental Health Professional Should Understand. Diese Bücher sind wirksame Antidota gegen Dummheit, Ignoranz und Anmaßung in der Psychologie.) Die 50 Psychomythen, die kritisiert und deren Falschheit gezeigt wird, verteilen sich auf 11 Bereiche und damit auch auf 11 Kapitel: 1. Brain Power: Myths about the Brain and Perception 2. From Womb to Tomb: Myths about Development and Aging 3. A Remembrance of Things Past: Myths about Memory 4. Teaching Old Dogs New Tricks: Myths about Intelligence and Learning 5. Altered States: Myths about Consciousness 6. I've Got A Feeling: Myths about Emotion and Motivation 7. The Social Animal: Myths about Interpersonal Behavior 8. Know Thyself: Myths about Personality 9. Sad, Mad, and Bad: Myths about Mental Illness 10. Disorder in the Court: Myths about Psychology and the Law 11. Skills and Pills: Myths about Psychological Treatment Ein Postscript ("Truth is Stranger than Fiction"), ein Appendix ("Recommended Websites for Exploring Psychomythology"), ein Literaturverzeichnis mit ca. 1000 Titeln und ein Index beschließen den Band. Stellvertretend für die 50 Psychomythen, die hier widerlegt werden, möchte ich die folgenden 11 kurz vorstellen: Mythos # 1 (Kapitel 1): Die meisten Menschen machen nur von 10 % ihrer Gehirnkapazität Gebrauch. Mythos # 6 (Kapitel 2): Das Vorspielen von Mozart-Musik macht kleine Kinder intelligenter. Mythos # 11 (Kapitel 3): Das menschliche Gedächtnis arbeitet wie ein Tonbandgerät oder eine Videokamera und zeichnet jedes Ereignis, das wir erleben, genau auf. Mythos # 17 (Kapitel 4): Dyslexie besteht definitionsgemäß darin, dass Buchstaben vertauscht werden. Mythos # 20 (Kapitel 5): Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Träume symbolische Bedeutung aufweisen. Mythos # 24 (Kapitel 6): Glück wird zum größten Teil durch äußere Umstände determiniert. Mythos # 27 (Kapitel 7): Gegensätze ziehen sich (bei der Wahl der Liebespartner) an. Mythos # 33 (Kapitel 8): Geringes Selbstwertgefühl ist die Hauptursache seelischer Probleme. Mythos # 39 (Kapitel 9): Schizophrene haben eine multiple Persönlichkeit. Mythos # 43 (Kapitel 10): Die meisten psychisch kranken Personen sind gewalttätig. Mythos # 49 (Kapitel 11): Alle wirksamen Psychotherapien zwingen Personen dazu, den Wurzeln ihrer Probleme in ihrer Kindheit ins Auge zu blicken. Um die Art und Weise zu illustrieren, mit der die Autoren diese Mythen (oder Legenden) präsentieren und kritisieren, möchte ich auf "Mythos # 27 (Kapitel 7): Gegensätze ziehen sich (bei der Wahl der Liebespartner) an" etwas näher eingehen. Wir sitzen im Kino. In der ersten Szene ist Joe Cantgetadate zu sehen, ein 37 Jahre alter, übergewichtiger, ungepflegter, schüchterner, intelligenter, aber sozial unbeholfener Mann mit geringem Selbstwertgefühl. Er ist ein arbeitsloser Bibliothekar. Seit drei Jahren hat er kein 'date' mit einer Frau mehr gehabt. Er liegt auf dem Bett, liest eine Ronald-Reagan-Biographie und fühlt sich dabei hoffnungslos und einsam. In der zweiten Szene stößt Joe versehentlich mit einer hinreißend schönen, 25-jährigen Frau, Candice Blondebombshell, zusammen. Bei dem Zusammenstoß fallen die Einkaufstüten, die Candice in den Händen hatte, auf den Boden, ihr Inhalt ergießt sich über den Bürgersteig. Candice, so erfahren wir Zuschauer, ist nicht nur schön, sondern auch sehr kontaktfreudig und bei anderen Menschen sehr beliebt. Sie arbeitet halbtags als Kellnerin in einem Feinschmeckerrestaurant und verbringt einen großen Teil ihrer übrigen Zeit als Model für eine Mode-Agentur. Anders als Joe ist Candice keine Anhängerin der Republikaner, sondern eine flammende Linksliberale. Joe versucht der Situation Herr zu werden, indem er sie um ein "date" bittet. Dabei sagt er aber nicht "date", sondern "mate" (was einen Paarungswunsch ausdrückt). Candice lacht hell hinaus und teilt Joe höflich, aber sehr bestimmt mit, dass sie mit dem berühmten Filmschauspieler Brad Crowe-Cruise zusammen ist. 48 Szenen, zweieinhalb Stunden und drei Tüten Popcorn später wird aus Joe und Candice doch ein Paar. Candice hat sich von Brad Crowe-Cruise getrennt und findet Joe gerade wegen seiner Unbeholfenheit und Schüchternheit umwerfend attraktiv. Joe geht vor ihr auf die Knie und bittet um ihre Hand und sie nimmt sein Angebot an. Als der Abspann über die Leinwand flimmert, bleibt kein Taschentuch trocken. Das ist die Welt des Kinos, mit dem tatsächlichen Leben hat diese Geschichte nichts zu tun. Die "Komplementarität" (wie man in der Wissenschaft sagt) von Liebes- und Ehepartnern ist eine Legende. Die empirische Forschung hat eindeutig gezeigt, dass Ähnlichkeit sowohl für die Partnerwahl als auch für die Stabilität einer Partnerbeziehung der beste Prädiktor ist. Im tatsächlichen Leben wäre Joe gut beraten gewesen, nach einer pummeligen Bibliothekarin Ausschau zu halten. Parallel zu diesem sehr guten Buch kann mit Gewinn das Buch How to Think Straight About Psychology gelesen werden. Es macht die Leser mit den grundlegenden M e t h o d e n der w i s s e n s c h a f t l i c h e n Psychologie vertraut.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Schnörkelloses Nachdenken über die Psychologie als Wissenschaft, 17. November 2009
Die Psychologie ist wohl die Wissenschaft, von der sich Laien die verzerrteste Vostellung machen. Man frage Nicht-Psychologen nach den bedeutendsten Psychologen oder nach den wichtigsten psychologischen Theorien, Methoden, Forschungsrichtungen oder -befunden und man wird garantiert v ö l l i g falsche oder gar keine Antworten erhalten. Von Physik wissen Laien immerhin, dass Albert Einstein wichtige Beiträge zu dieser Wissenschaft geleistet hat, auch wenn sie sich meistens völlig verquere Vorstellungen von der Relativitätstheorie ("Alles ist relativ!") machen. Das öffentliche Bild der Psychologie wird geprägt von PsychotherapeutInnen, die in Talkshows als allwissende Gurus auftreten, und von Ratgeberbüchern wie "Festhalten oder Loslassen?", "Alles, was dir fehlt, bin ich: Ein psycho-astrologischer Ratgeber für gelingende Partnerschaften", "Wird mein Sohn ein Macho? Und was kann ich dagegen tun?", "Ge-Bär-Mutter: Die langen Schatten der vorgeburtlichen Kindheit", "Aschenputtel oder Dornröschen? Probleme weiblicher Identität", "Vergiftete Beziehungen ... und wie frau sich aus ihnen lösen kann", "Bachschale und Klangblüte - Wege aus der Sinnkrise", "Richtig träumen - Gut leben!". (Ich gebe sogleich zu, dass ich diese Titel erfunden habe. Erfunden habe ich sie, weil ich keine Werbung für lieferbare Bücher d i e s e r Art betreiben möchte.) Wer dagegen das Buch "How to Think Straight About Psychology" des an der University of Toronto (Department of Human Development and Applied Psychology) lehrenden Psychologen Keith E. Stanovich aufschlägt, das Vorwort liest und das Inhaltsverzeichnis anschaut, erkennt sofort, dass hier von einer g ä n z l i c h anderen Psychologie die Rede ist. Und diese Rede ist "straight", nämlich geradlinig, unumwunden, denn sie handelt von w i s s e n s c h a f t l i c h e r Psychologie. In den ersten drei Kapiteln wird grundlegende Wissenschaftstheorie behandelt (z. B. der Charakter systematischer, empirischer Forschung, Poppers Falsifizierbarkeitskriterium, Operationalismus vs. Essentialismus). Darauf aufbauend werden nacheinander vorgestellt und diskutiert - Die Wertlosigkeit anekdotischer Daten ("testimonials": "bei meiner Tante hat's aber geholfen"), - Korrelation versus Kausalität, - die Notwendigkeit experimenteller Kontrollen (am Beispiel des Falles des klugen Hans), - die populäre Kritik an der angeblichen "Künstlichkeit" wissenschaftlicher Experimente, - die Bedeutsamkeit konvergierender empirischer Befunde, - das Problem der multiplen Verursachung, - Wahrscheinlichkeitstheoretisches Argumentieren als die Achillesferse des menschlichen Geistes, - die Rolle des Zufalls in der psychologischen Forschung, - das Image-Problem der Psychologie und seine Ursachen. Ein Literaturverzeichnis auf dem neuesten Stand, ein Personenindex und ein Sachwortverzeichnis beschließen den Band. Geeignet und zu empfehlen ist das Buch allen Leuten, die Englisch auf dem Abiturniveau beherrschen und sich für w i s s e n s c h a f t l i c h e Psychologie und ihre Methodik interessieren. Anfänger im Psychologiestudium sollten es unbedingt lesen. Das Buch ersetzt aber weder ein Methodenlehrbuch (z. B. Methods in Behavioral Research von Cozby), noch ein Lehrbuch der Statistik (z. B. Learning from Data: An Introduction to Statistical Reasoning [With CDROM] von Glenberg und Andrzejewski), aber es ist ein vorzügliches Propädeutikum, dessen Lektüre beträchtliches Vergnügen bereitet, falls man an Wissenschaft Interesse hat. Sehr empfehlen kann ich auch 50 Great Myths of Popular Psychology: Shattering Widespread Misconceptions about Human Behavior. by Scott O. Lilienfeld ... [Et Al.]. Wer sich speziell für Klinische Psychologie interessiert, greife zu den von Scott O. Lilienfeld herausgegebenen Sammelbänden Science and Pseudoscience in Clinical Psychology und The Great Ideas of Clinical Science: 17 Principles That Every Mental Health Professional Should Understand. Diese Bücher sind wirksame Antidota gegen Dummheit, Ignoranz und Anmaßung in der Psychologie. Wer von der Psychologie Trost, unmittelbare Lebenshilfe, Antworten auf die Frage nach dem Lebenssinn oder gar den Erwerb eines psychodiagnostischen Röntgenblicks erwartet, wird allerdings von all diesen vorzüglichen Büchern herb enttäuscht werden.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Das Buch zur Musik, 5. November 2009
Hier sind schon genügend Rezensionen von "Kind of Blue" erschienen. Ich möchte keine weitere hinzufügen. Wohl aber möchte ich auf ein vorzügliches Buch hinweisen, das alle lesen sollten, die "Kind of Blue" kennen und lieben: Kind of Blue: The Making of the Miles Davis MasterpieceWer nicht so gerne Englisch liest, mag zu der - recht guten - deutschen Übersetzung von Michael Hein greifen: Kind of blue: die Entstehung eines MeisterwerksDer Verfasser Ashley Kahn hat eine immense Materialfülle zusammengetragen und sie übersichtlich, vorwiegend chronologisch, geordnet. Man erfährt sehr viel über die beteiligten Musiker, den Aufnahmeprozess, den Produzenten Irving Townsend, den Toningenieur Fred Plaut, die Plattenfirma Columbia/CBS, den musikalischen Einfluss und die beispiellose Karriere der Platte. (Sechs Millionen Exemplare sollen weltweit verkauft worden sein.) Von den beteiligten Musikern ist nur noch der Schlagzeuger Jimmy Cobb am Leben. John Coltrane (Tenorsaxophon, später auch Sopransaxophon) ist 1967 gestorben, Paul Chambers (Bass) 1969, Wynton Kelly (Klavier) 1971, Cannonball Adderley (Altsaxophon) 1975, Bill Evans (Klavier) 1980 und Miles Davis (Trompete) 1991. Die Musik, die sie am 2. März und am 22. April 1959 in New York aufgenommen haben, aber lebt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Keine Plastikträume, sondern fantasievolle und beseelte Musik!, 5. November 2009
Das MJQ, nämlich John Lewis (Klavier, Cembalo), Milt Jackson (Vibraphon), Percy Heath (Bass) und Connie Kay (Schlagzeug & Perkussion), wird auf dieser hoch interessanten Platte durch eine hochkarätige Bläsergruppe, bestehend aus Snooky Young und Joe Newman (Trompeten), Garnett Brown (Posaune), James Buffington (Waldhorn) und Don Butterfield (Tuba) zu einem Nonett erweitert. Das musikalische Material ist sehr abwechslungsreich. "Walkin' Stomp" das Eröffnungsstück ist purer Funk, bei dem Percy Heath einen soliden Groove erzeugt und Milt Jackson ein brillantes Solo beisteuert. "Trav'lin" ist eine Übung in minimalistischem time keeping, das mit schnellen, repetitiven Bassfiguren und Lewis' linker Hand kontrastiert. Das Titelstück, "Plastic Dreams," zeichnet sich durch eine nachdenkliche, ruhige Stimmung aus, die - wie die von "Variations on a Christmas Theme" und "England's Carol" - nicht zuletzt von Lewis' Cembalospiel erzeugt wird. Überhaupt ist "England's Carol" wohl das impressivste Stück dieser Platte, obwohl hier gar keine Bläser mitwirken. Jacksons Vibraphonsolo gehört zu den glanzvollsten, die Jackson jemals gespielt hat. Es ist so beseelt und so flüssig, dass einem ganz warm ums Herz wird. Das durchgängig gute, weil swingende Spiel der Rhythmusgruppe und die vorzügliche Arbeit des Aufnahmeleiters Lewis Hahn und das ihr ebenbürtige Remastering durch Ed Barton tragen wesentlich zur Hörfreude bei. Wer Gefallen an dieser Musik findet, sollte unbedingt auch Blues on Bach anhören. Die Mitglieder des MJQ sind alle schon tot. Connie Kay ist 1994 gestorben, Milt Jackson 1999, John Lewis 2001 und Percy Heath 2005. Die dankbare Erinnerung bleibt, nicht zuletzt dank solcher Aufnahmen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein vorzüglicher Führer durch die Welt des Jazz, 5. November 2009
Auf rund 800 Seiten werden die wichtigsten Repräsentanten (beiderlei Geschlechts) kenntnisreich vorgestellt, nicht nur von John Abercrombie bis Joe Zawinul, sondern auch von Ahmed-Abdul Malik bis Axel Zwingenberger. Jeder der rund 1800 (!) Musiker erfährt eine biographische Präsentation, seine Bedeutung für die Entwicklung des Jazz wird dargestellt, und selbstverständlich werden die wichtigsten Aufnahmen nicht nur aufgezählt, sondern auch jeweils auf etwa 6 Zeilen besprochen. Wer seine Sammlung von Jazzplatten an diesen Empfehlungen orientiert und genügend Geld und hinreichend viel Zeit und Muße zu verständigem Hören hat, kann sich mit Fug und Recht als Jazz-Connaiseur (oder -connaiseuse) fühlen. 3000 (!) Alben (nicht nur CDs, sondern auch LPs) werden rezensiert. Die Sprache ist nicht zu trocken, aber auch nicht gewollt tiefsinnig oder aufdringlich trendy. Auch hüten sich die Autoren vor all zu vielen Superlativen. Auffällig ist ein gewisser Anglozentrismus bei der Auswahl der vorgestellten Musiker. Kommt dem Saxofonisten Dick Heckstall-Smith tatsächlich so viel Bedeutsamkeit zu, dass man ihm eine halbe Seite widmen muss? Oder muss man unbedingt John Chilton oder Denys Baptiste kennen? Aber dieser Bias ist zu verschmerzen. Schließlich gilt nach Billy Wilder ( Some Like It Hot [UK Import]): "Nobody is perfect." Der Gerechtigkeit halber sei hinzugefügt, dass z. B. auch Michael Naura (dessen Quintett für den Jazz in Deutschland sehr bedeutsam war, der aber im United Kingdom keine Spuren hinterlassen konnte) gewürdigt wird. Dass darüber hinaus nicht nur Albert Mangelsdorff, Klaus Doldinger, Ernst-Ludwig Petrowsky, Christof Lauer und Joachim Kühn (Deutschland), sondern auch René Thomas (Belgien), Barney Wilen und Michel Petrucciani (Frankreich), Ingrid Jensen (Dänemark), Zbigniew Namyslowski (Polen), Tete Montoliu (Spanien), Fred van Hove (Niederlande) und Eje Thelin (Schweden) vorgestellt werden, um nur einige zu nennen, zeigt hinlänglich, dass die Autoren ihren monierten Anglozentrismus nicht völlig haben ausufern lassen, wenn auch das Fehlen von Eddie Louiss schon schmerzt. Und der Preis ist wirklich sehr kundenfreundlich. Viel besser kann man 29,95 Euronen nicht anlegen. PS: Ian Carr ist am 25. Februar 2009 im Alter von 75 Jahren gestorben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
"Unsere Mauspad haben wiesses Oberseite mit 100% genuine schwarze gummi Basis", 5. November 2009
Dieses Mousepad bedarf keiner Rezension durch mich, da die präzise Produktbeschreibung, eine sprachliche Meisterleistung, völlig genügt. Man lese sie noch einmal: "Diese professionelle Mauspad sind sehr wirkungsreich und durabel, und ermöglichen wunderbare Graphik Reproduction für Spot-Farb-oder Farbdruck Druck. Diese langlebige Polyester-Oberfläches sind höher als industrielle Standards, und so repraesentieren eine höherwertig Produkt. Unsere Mauspad haben wiesses Oberseite mit 100% genuine schwarze gummi Basis (nicht der billige Feim den Sie in anderer Werbungen). 230 mm x 190 mm x 3 mm (9" x 7.5" > x 0.1"). Lieferung können bis zu 5 Arbeitstage dauern." Wenn die Produktbeschreibung auch nur annähernd zutrifft, kann man dieses Mousepad offensichtlich blind kaufen. Wer Thoren ist, bleibt allerdings etwas unklar. Ob damit die schweizerisch-deutsche Plattenspielerfirma THORENS gemeint ist?
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
"Underground"? Eher nicht, aber trotzdem teuflisch gut!, 3. November 2009
Dass diese Platte mit Aufnahmen aus den Jahren 1967/68 "Underground" genannt wurde, hat weniger mit der darauf zu hörenden Musik, mehr aber mit PR-Ideen und der in der damaligen Zeit kurrenten Revolutionsromantik zu tun. Das berühmt gewordene und mit einem GRAMMY ausgezeichnete Cover zeigt einen nicht-uniformierten Kämpfer am Klavier, dargestellt von Monk, und etwas weiter hinten links einen gefesselten Wehrmachtsoffizier. Rotweinflaschen, Käse, Weißbrot, ein Foto von Charles de Gaulle und vor allem das an die Wand gepinselte "VIVE LA FRANCE!" verraten uns, dass es sich um eine Szene aus dem französischen Widerstand (Résistance) gegen die deutsche Besatzung in den Jahren 1940 ff. handeln muss. Produziert worden war diese Platte, wie schon Monk'S Dream, von Teo Macero für die damals größte Plattenfirma Columbia/CBS. Wollte man auch nur ein ganz wenig spitzfindig sein, so müsste man wohl fragen, warum Columbia/CBS Untergrund- und Widerstandsmusik auf den Markt bringen sollte. Aber wie schon gesagt: 1968 und in den Jahren danach kursierte Revolutionsromantik und Columbia/CBS wollte daran verdienen. Erfreulich ist, dass der Musik, die man hier hören kann, nichts Modisches anhaftet. Monk und sein Quartett, d. h. er selbst als Leiter, Komponist und Pianist, Charlie Rouse am Tenorsaxophon, Larry Gales am Kontrabass und Ben Riley am Schlagzeug spielen Bebop, wie er kaum besser gespielt werden kann. Wer seinen Jazzklaviergeschmack an der Piano-Klangästhetik von Bill Evans, Oscar Peterson oder Keith Jarrett geschult hat, muss kräftig umschulen. Monk ist als Pianist ein mit sperrigen Läufen und entlegenen Akkorden hantierendes enfant terrible, aber eines, das nach etwas Gewöhnungszeit viel Freude bereitet. Es handelt sich um vorzügliche Musik, die in keiner Jazzsammlung fehlen sollte. Wer weitere Schritte in Monks Welt tun möchte, sollte sich unbedingt Monk S Music, Thelonious Monk With John Coltrane (Original Jazz Classics), Mulligan Meets Monk (Original Jazz Classics), Brilliant Corners/Thelonious H und Live at Carnegie Hall anschaffen. Sehr nützlich ist auch die Lektüre des Buches Thelonious Monk: His Life and Music.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Schnörkelloser, gereifter Bebop!, 3. November 2009
"Monk's Dream" von 1962 war die erste Platte, die das Thelonious Monk Quartet, also Monk (p), Charlie Rouse (ts), John Ore (b und Frankie Dunlop (dr) für Columbia/CBS aufgenommen hat. Produziert wurde sie von Teo Macero, den wir vor allem von seiner Zusammenarbeit mit Miles Davis kennen. Es handelt sich hier um schnörkellosen, gereiften Bebop, der von Monks kompositorischen Ideen und seinem extravaganten Klavierspiel und von den traumwandlerischen Interaktionen aller vier Musiker lebt. Diese Musik swingt mächtig und wurde von Tom Geelan sorgfältig aufgenommen. So macht Bebop richtig Freude. Der Höhepunkt ist sicherlich "Bolivar Blues", wo der Mönch Thelonious zeigt, dass sein Ideenreichtum keine Grenzen kennt. Und die Revue-Nummer "Just a Gigolo" wird von den Händen Monks gegen den Strich gebürstet, so dass alles Revuehafte abfällt. Vorzügliche Musik, die in keiner Jazzsammlung fehlen sollte. Als Einführung in Monks Welt ist sie unüberbietbar. Wer Gefallen an dieser vorzüglichen Musik gefunden hat, wird auch an Underground von 1967/68 ihre/seine Freude haben. Sehr nützlich ist auch die Lektüre des Buches Thelonious Monk: His Life and Music.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Als Einsteiger in die Welt der Plattenspieler unschlagbar!, 2. November 2009
Der anspruchsvollste und damit auch teuerste Plattenspieler, der hier bei amazon angeboten wird, ist wohl der Thorens TD-350/TP250 Esche Schwarz Massivholz. So viel Geld, nämlich EUR 2.599,00, werden vor allem Leute, die noch niemals einen Plattenspieler betrieben haben, nicht ausgeben wollen. Für sie bietet sich als Einsteigermodell der THORENS Mini geradezu an. Alle Funktionen sind manuell, der Antrieb erfolgt über einen innenliegenden Flachriemen, der Motor ist ein elektronisch geregelter Gleichstrommotor, die Umschaltung zwischen 33 1/3 und 45 U/Min geschieht elektronisch, der Plattenteller hat eine Masse von 0,4 kg und besteht aus antimagnetischem Auminium, die Abmessungen (B x H x T) betragen 360 x 95 x 350 mmm, das Gesamtgewicht beläuft sich auf 4,5 kg. Zur Ausstattung gehören ein vormontierter Tonabnehmer DN 251S, ein Steckernetzteil, eine Staubschutzhaube aus Acryl, ein Cinch-Kabel und - selbstverständlich - eine Bedienungsanleitung. Das Klangniveau ist nicht zu beanstanden, die Bedienung ist angenehm, der Preis ist angemessen. Mit dem TD-350 hält dieses Modell keinen Vergleich aus, aber es ist - THORENS-spezifisch! - kenntnisreich, sorgfältig und liebevoll konstruiert und gebaut. Mehr kann man nicht erwarten.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Kultige Erlebnisse garantiert!, 29. Oktober 2009
Wer Musik noch niemals von Vinylschallplatten, gespielt von einem guten Plattenspieler, gehört hat, weiß nicht, was ihr/ihm entgangen ist. Es ist ein Erlebnis! Allein schon das Auflegen der schwarzen Vinylscheibe und das sachte Absenken des Tonarms in die Einlaufrille sind Kulthandlungen. Notiert werden sollte auch: Schallplattenspieler und Vinylscheiben sind seit einigen Jahren wieder im Kommen. Einen gewichtigen Anteil an dieser Entwicklung hat das schweizerisch-deutsche Unternehmen THORENS, das in seinem über 100-jährigen Bestehen HiFi-Geschichte geschrieben hat. Der Plattenspieler TD-350 mit Tonarm TP250 ist geeignet, diese Geschichte glanzvoll weiterzuführen. Es handelt sich hier nicht um ein Masselaufwerk, sondern um eine Subchassis-Konstruktion, was man sogleich daran erkennt, dass der Plattenteller nur 4,2 kg wiegt. Insgesamt bringt es das Gerät auf 10 kg. (Masselaufwerke bringen leicht 30 kg und mehr auf die Waage!) THORENS hat mit dieser Bauweise besonders viel Erfahrung. Selbstverständlich verfügt dieser Spieler nicht über Automatikfunktionen, also nicht über eine Start-Taste, die den Teller rotieren lässt, den Tonarm zur Einlaufrille führt und dort auf die Platte absenkt. Auch eine automatische Abschaltung fehlt. Man muss alles selbst machen. Auf eine Fernbedienung muss man ebenfalls verzichten. Wer nur CD-Spieler kennt, muss sich also gewaltig umstellen. Das Ausmaß der notwendigen Umstellung ist damit noch nicht vollständig beschrieben. Der Spieler wird nämlich ohne Tonabnehmer geliefert. Die Käuferin/der Käufer muss also zusätzlich ein solches Teil kaufen und auch selbst einbauen. Empfehlenswert ist z. B. Ortofon MC Rondo Low-Output MC-Tonabnehmer für Plattenspieler rot. Mit einem Preis von EUR 388,45 ist dieses System ganz gewiss nicht billig, aber billigere Systeme würden dem Laufwerk wohl kaum gerecht werden. In der Bedienungsanleitung wird die Prozedur des Einbaus so beschrieben: "3. Montage des Tonabnehmers Montieren Sie den Tonabnehmer in die dafür vorgesehenen Bohrungen des Tonabnehmerkopfs. Belassen Sie den Nadelschutz bei dieser Grundmontage, wenn möglich, noch auf dem Tonabnehmer, um Beschädigungen an der Abtastnadel zu vermeiden. Sie können jeden Tonabnehmer mit Halbzollbefestigung montieren. Verbinden Sie den Tonabnehmer mit der Tonarm-Innenverkabelung wie folgt: rot Signal rechter Kanal (R) grün Masse rechter Kanal (RG) weiß Signal linker Kanal (L) blau Masse linker Kanal (LG) Ziehen Sie die Montageschrauben zunächst nur lose an. Die Feinjustage des Tonabnehmers erfolgt nach Einstellen des Kröpfungswinkels und Überhangs (Kapitel 6)." Laien sollten den Einbau und die Justierung wohl dem Händler überlassen. Notwendig wird in den meisten Fällen auch der Kauf eines Phono-Vorverstärkers sein, da die meisten Vollverstärker über ein solches Teil nicht verfügen. Es bietet sich naheliegenderweise der Thorens MM 005 Phonovorverstärker für MM/MC Tonabnehmersysteme schwarz an, der zu einem günstigen Preis, nämlich EUR 138,40, über amazon zu beziehen ist. Zum Zubehör gehören ein externes Netzteil mit Netzkabel, eine Staubschutzhaube aus Acryl, ein hochwertiges Cinch-Kabel, eine Dosenlibelle und eine Tonarmwaage. Die Haube sollte beim Abspielen von Platten nicht aufgelegt werden, da sie resonanzanfällig ist und damit die Klangqualität beeinträchtigt. Mit Hilfe der Dosenlibelle wird der Spieler exakt waagerecht ausgerichtet. Die Tonarmwaage dient der präzisen Einstellung der vom Tonabnehmersystemhersteller empfohlenen Auflagekraft. Mit dem TD-350 Schallplatten hören zu können setzt also einige Vorbereitungen voraus. Aber diese Mühe lohnt sich. In dieser Qualität hat man Musik, egal ob Bildungsmusik, Pop, Rock oder Jazz, noch niemals gehört. Man hat unabweisbar ein Gefühl analoger Verführung. Kein Plattenspieler dieser Preisklasse bietet eine solche Klarheit der Abbildung, der Schönheit und der Schattierung der Klangfarben, eine solche Ruhe und eine solche Tiefenstaffelung der Klangbühne. Man braucht nur noch die dazu passenden Schallplatten. Über das Stichwort "Vinyl" sind sie hier bei amazon zu Tausenden zu finden. PS. Wer mit dem THORENS TD-350 auch nur liebäugelt, sollte den Karcher KA 8050 Plattenspieler mit eingebauten Lautsprechern silber für EUR 29,97 auf keinen Fall in Erwägung ziehen. Sie/er wird damit nicht richtig glücklich werden. Wem der TD-350 erheblich zu teuer ist, möge sich z. B. das Einsteigermodell Thorens Mini Plattenspieler (DC-Motor, TP 17 Tonarm, DN 251S Tonabnehmer, Acryl Staubschutzhaube) schwarz für EUR 254,98 anschauen. Mit dem TD-350 hält es keinen klanglichen Vergleich aus, aber es ist immerhin - THORENS-spezifisch! - kenntnisreich, sorgfältig und liebevoll konstruiert und gebaut.
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