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Rezensionen verfasst von
Valentin Korab "Cineast" (Wien)
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Toy Story Sheriff Woody DEUTSCH Sound FX Interactive
Toy Story Sheriff Woody DEUTSCH Sound FX Interactive
Wird angeboten von MANAGERTOYS
Preis: EUR 49,99

35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1:1 Woody! Genau wie aus den Filmen!, 17. August 2010
= Haltbarkeit:4.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:4.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Normalerweise mag ich Disney's Merchandising-Überflutung nicht! Aber bei den Helden von Toy Story bin ich schwach geworden - ein großes Kind eben! Bereits vor etwa fünf Jahren habe ich in Italien je eine Nachbildung von Woody und Buzz gekauft, die beide sehr nah am Original waren und mit den englischen Originalstimmen von Tom Hanks und Tim Allen einige Sätze sprechen konnten. Aber sowohl der hier angebotene Woody, als auch die Buzz-Puppe des Herstellers Giochi Preziosi, stellen diese Nachbildungen in den Schatten. Bis hin zur Verpackung wurden die Details aus dem Film übernommen. Beide können reagieren, wenn man sie anspricht, treten sogar in einen freilich zusammenhanglosen Dialog und das Wichtigste: Bei dieser Woody-Puppe hat man die Stimme von Ulrich Frank verwendet, welche der von Woody's Original-Synchronstimme von Peer Augustinski zum verwechseln ähnelt und nicht die, im dritten Teil der Filmreihe trauriger Weise eingesetzte Stimme von Bully Herbig, die meiner Meinung nach so gar nicht zum Charakter Woody passte. Bis ins Detail wurde jedes Kleidungsstück der Filmfigur nachempfunden. Wenn man besonders Detailverliebt ist, so kann man der Woody-Puppe höchstens zwei Schwächen ankreiden. Zum Einen ist der Ring an der Reissleine größer als im Film, zum Anderen lächelt die Puppe und hat somit nicht den starren Gesichtsausdruck den Woody im Film hat, wenn Menschen im Raum sind. Dafür sieht er aber auch sympathischer aus. Die einzige Schwäche die mir bei Buzz aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass man seinen Helm nicht vollständig öffnen kann, sodass er komplett im Oberkörper der Puppe verschwindet, wie man das aus dem Film kennt. Aber ich glaube das wäre technisch auch kaum machbar. Wie gesagt, diese Kritikpunkte sind winzige Details, an eigentlich fast perfekten Figuren und fallen nicht ins Gewicht. Mein kleiner Sohn hat, obwohl noch keine zwei Jahre alt nun ebenfalls Gefallen an den Figuren aus Toy Story gefunden, die momentan in Spielzeugläden ja omnipräsent sind und nun, da ich diese perfekteren Nachbildungen habe, lasse ich ihn mit meinen alten Woody- und Buzz-Figuren auch spielen. Da er sie eher so behandelt, wie die Kinder im Raupenraum (wer Film Nummer 3 gesehen hat, weiß was ich meine), werde ich die beiden neuerworbenen, perfekteren Nachbildungen leider noch einige Jahre vor ihm verstecken müssen. Das mag zwar kindisch sein, aber dazu sind sie mir zu lieb und wertvoll. Ein echtes Sammlerstück für Fans der Filme, kindische Erwachsene und Kinder die dem "Raupenalter" entwachsen sind und somit ihr Spielzeug mit ein wenig Vorsicht behandeln. Jedem echten Toy-Story-Fan kann ich die Woody- und Buzz-Nachbildung von Giochi Preziosi ans Herz legen. Leider werden die beiden bei mir eher ein Dasein wie im Büro von "Al's Toy Barn" fristen, als gemäß ihrer Bestimmung als Spielzeug verwendet zu werden, da ich sonst befürchten muss, dass einer der beiden einen Arm verlieren könnte. ;)
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach fantastischer Neuinterpretation ein Rückschritt, 12. November 2008
Als 2006 "Casino Royal" in unseren Kinos anlief war meine Neugier geweckt, obwohl ich mir bereits nach "Der Morgen stirbt nie" geschworen hatte nie mehr einen Bond-Film im Kino anzusehen. Timothy Dalton und die mit ihm eingeleitete Neuinterpretation von Bond zurückzufahren und mit Brosnan eine Rückkehr zum Moor-Stil einzuleiten war in meinen Augen ein echter Fehltritt. Aalglatt, zu sauber und mit zu viel abgedroschenen Sprüchen auf den Lippen verdarb mir Brosnan von Film zu Film mehr meine infantile Freude auf kommende Bondfilme. "Stirb an einem anderen Tag" war schließlich der Gipfel des Schwachsinns und führte mich zu dem Schluss, dass ich nun eifach zu alt für Bondfilme geworden war. Entgegen meines Entschlusses wagte ich mich, mit den schlimmsten Erwartungen doch in "Casino Royal" und wurde mehr als angenehm überrascht. Daniel Craig verband den Charme eines Sean Connery mit der Härte zeitgemäßer Actionfilme, ohne, dass sich die Macher aus der mir verhassten "Matrix-Schublade" (Bullettime-Effekte, Martial-Arts-Overkill) bedienen mussten.

Der Film ließ genug Platz für geschliffene Dialoge, Charakterentwicklung und hatte eine spannende Handlung, in der endlich mal wieder nicht die ganze Erde vor einem Superschurken beschützt werden musste, der über eine Weltvernichtungsmachine verfügt. Solche Themen erscheinen mir heute selbst bei Connery-Bonds irgendwie lächerlich. Die Actionszenen nahmen nicht überhand und waren durchwegs "State-of- the-Art." Ich war mehr als überrascht und erfreut und selbst meine Frau, die mich nur wenig begeistert ins Kino begleitete mochte den Film, obwohl sie bislang Bond-Filme verachtete und hat sich "Casino Royal" daher sogar ohne mich noch ein zweites Mal im Kino angesehen. Meine pessimistische Erwartungshaltung stellte sich als falsch heraus. Craig hat es geschafft, dass ich mit einer (über)hohen Erwartung dem nächsten Film entgegensah. Wiederum habe ich mich - diesmal leider im negativen Sinne - geirrt.

"Ein Quantum Trost" ist, trotz eines weiterhin großartigen Daniel Craig - dessen Bondinterpretation in meiner Bewertung mindestens eineinhalb Sterne ausmacht - im Vergleich zum Vorgänger eine Enttäuschung. Bondgirl Olga Kurylenko offenbart bereits in ihrer ersten Szene ihr schauspielerisches Nulltalent, während Charakterdarsteller Mathieu Amalric, als Bösewicht, vom Drehbuch keine Chance bekommt, sein Können unter Beweis zu stellen. Die Geschichte hat, trotz guter Grundidee, unübersehbare Handlungslücken und besonders die Motivationen von Bond oder M bleiben mitunter unklar. Zu hektisch wechseln die Schauplätze, zu schnell entwickelt sich die Story. (Den Höhepunkt der Verworrenheit stellt die Bregenzszene dar.)

Die vielen Action-Sequenzen sind zwar im Stakatostil geschnitten und verhindern damit häufig klare Nachvollziehbarkeit, jedoch überschreiten sie die Glaubwürdigkeitsgrenze seltener als dies bei anderen Filmen der Fall ist und bleiben daher durchwegs gut und vor allem hart. Besonders gelungen sind sowohl die Autoverfolgungsjagd als auch die Sienna-Szenen zu Beginn, obwohl der direkte Handlungseinstieg in eine Actionszene nicht unbedingt als dramaturgische Glanzleistung angesehen werden kann. Es mangelt leider an Ruhemomenten und guter Charakterzeichnung, wie eben in "Casino Royal", der für mich nun die Messlatte extrem hoch gelegt hat und mit dem ich jeden kommende Bondfilm wohl oder übel vergleichen werde.

Alles in allem ist "Ein Quantum Trost", zwar besser als jeder Brosnan-film der Reihe, aber bleibt weit hinter "Casino Royal" zurück. Allein Daniel Craig bleibt ein Lichtblick in einem Film, der für mich mehr versprochen hat als er dann halten konnte und der mit einem etwas besseren Drehbuch und mehr Verschnaufpausen auch durchaus besser hätte werden können. Dennoch - Craig ist vielleicht der beste Bonddarsteller von allen und die Hoffnung, auf einen besseren Bondfilm, beim nächsten mal bleibt bei mir aufrecht. Wie gesagt, ein großer Anteil meiner positiven Bewertung begründet sich auf seiner großartigen Neuinterpretation der Kultfigur. Möglicherweise wollte man mit diesem Film die Qualitäten von "Casino Royal", mit dem typischen Bond-Charme der Vorgänger (viele Schauplatzwechsel, mehr Action, bombastische Showdown-Szenerie, weniger Raum für die weiblichen Charaktere) vermischen. Dies hat aber leider nur Rückschritte zur Folge, wie ich meine. Obwohl "Ein Quantum Trost" im Vergleich mit "Casino Royal" enttäuscht, sollte man letzteren unbedingt gesehen haben um Handlung und Motivationen in diesem Folgefilm verstehen zu können. Wie gesagt - ohne Daniel Craig hätte ich dem Film nur unter größter Überwindung drei Sterne geben können. Der immer noch positive, anhaltende "Nachgeschmack" von "Casino Royal" und meine Meinung, dass es noch einige schlechtere Bondfilme gibt haben zu dieser guten Bewertung geführt.


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3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut, aber von den Medien zu hoch gelobt!, 21. August 2008
"The Dark Knight" ist sicher ein gelungener Film, aber der beste aller Zeiten ist er nun wirklich nicht. Die beste Comicverfilmung käme schon eher hin. Aber diesen Spitzenplatz muss er sich, in meinen Augen, nicht nur mit seinem mindestens ebenso guten Vorgänger (Batman Begins), sondern auch mit der Spiderman-Trilogie und "Road To Perdition" teilen, die jeweils eigene Qualitäten haben. Die gesamte Besetzung ist großartig, der Soundtrack mehr als stimmig, die Bilder versprühen morbid-düstere Atmosphäre und die Actionszenen sind nicht nur fulminant, sondern auch etwas realistischer, als in so gut wie allen anderen modernen Superhelden-Filmen. All diese positiven Eigenschaften täuschen aber nicht darüber hinweg, dass die Handlung Löcher hat wie ein Schweizer Käse. Die Geschichte nimmt zwar ständig unerwartete Wendungen, diese gehen aber mitunter, mit erheblichen Erklärungsrückständen einher. Während "Batman Begins" langsam die Figur Bruce Wayne einführte und tiefer charakterisierte, sieht man den großartigen Christian Bale diesmal häufiger unter der Latexmaske und zu wenig als Privatperson. Heath Ledgers lustvoll-anarchische Darstellung des Jokers ist sicherlich grandios aber auch das kann die dramaturgischen Löcher nicht kitten. Auch Michael Caine, Morgan Freeman und Gary Oldman sind, wie im Vorgänger großartig besetzt. Twoface, verkörpert von Aaron Eckhart, lässt endlich die grauenvolle Performance von Tommy Lee Jones in Schumachers trashigem "Batman Forever" vergessen und sieht nun so furchterregend aus, wie man sich das anhand der Comicvorlage vielleicht vorstellen könnte. Leider ist Gotham, im Vergleich zu "Batman Begins" zu einer anonymen amerikanischen Großstadt geworden und sieht nicht mehr so futuristisch und düster aus wie im Erstling. Auch dies hat der Vorgänger der Fortsetzung voraus. Es ist mir immer noch unbegreiflich wie eine Gesamtspieldauer von zweieinhalb Stunden, so wenig Platz für Figurencharakterisierung und so viele offene Handlungslücken beinhalten kann. Auch in diesem Fall sind es die guten Schauspieler, die den fehlenden Platz für Dialoge und Tiefgang durch ihre lebendige Performance vergessen machen. Die enorme Dauer lässt den Zuseher häufig das Ende des Films erwarten, und dann treibt eine neue Wendung die Handlung doch weiter voran, obwohl sich für mich kein klarer Showdown erkennen ließ. Eher beinhaltet der Film, ab der Mitte eine Kette von mehreren Showdowns. Obwohl "Batman Begins" seine Spieldauer, im Sinne einer geschlossenen Geschichte und guten Charakterzeichnungen zu nutzen wusste, hatte er Schwachpunkte wie die überflüssigen Martial-Arts-Szenen. Schade fand ich, dass Cillian Murphy, der Liam Neeson als Batmans Gegenspieler Scarecrow die Show stahl, hier nur einen kurzen Gastauftritt hatte. "The Dark Knight" glänzt durch diabolischere Bösewichte und bessere Action-Szenen als im Original, übertrifft es aber nicht. Alles in allem eine sehr gut inszenierte Comic-Verfilmung, die mit ein paar Drehbuchkorrekturen wirklich das Glanzlicht dieses Genres hätte sein können. Mein Dank an Christopher Nolan, dem es nun schon zum zweiten Mal gelungen ist den größten Comic-Helden meiner Kindheit endlich gebührend auf die Kinoleinwand zu bannen. Aber bei Teil 3 würde ich mir eine nachvollziehbarere Handlung wünschen.


Der Prozess
Der Prozess
DVD ~ Anthony Perkins

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großartiger Film - enttäuschende DVD!, 11. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Prozess (DVD)
Hätte ich die anderen beiden Rezensionen zuvor gelesen, hätte ich den Kauf vielleicht überdacht. Auch ich habe lange auf die deutsche DVD-Veröffentlichung gewartet und bin immer noch sprachlos über den fehlenden Prolog von Orson Welles, der mit düsteren Holzschnitten illustriert war. Was sonst noch rausgeschnitten wurde, hab ich noch gar nicht bemerkt, weil ich nur den Anfang als Enttäuschung erlebt habe und den film nicht bis zu Ende gesehen habe. (10 Minuten!!!! - ist das zu fassen!) Mit E-Mails an Universal habe ich versucht darauf aufmerksam zu machen, dass dieses Meisterwerk noch nicht auf DVD veröffentlicht wurde und nun dies. Trotzdem ist der Film großartig und seiner Zeit weit voraus. Allein die fantastischen Bilder machen einen Kauf für all jene lohnend, die die längere Schnittfassung nicht kennen. Trotzdem bin ich schwer enttäuscht. Manchmal habe ich fast das Gefühl, diese Veröffentlichungspolitik hat System. Wenn nämlich in einigen Monaten eine vollständige Version (Wahrscheinlich mit der Bezeichnung "Special Edition") auf den Markt kommt, muss ich mir den Film wohl oder übel nochmals kaufen, um den Film so in meiner Sammlung zu haben, wie ich ihn kenne und liebe. Trotzdem, dem Film zuliebe, von mir 3 Sterne (Obwohl er mehr als 5 verdient hätte)


Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
DVD ~ Harrison Ford
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,53

19 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Jäger der verlorenen Qualität, 4. Juni 2008
Achtung -Spoiler: Wer den Film noch nicht kennt sollte die Rezension auch nicht lesen:
Ich habe mir den Film gestern, gegen mein besseres Wissen, aus nostalgischen Gründen sogar nochmals mit einem Freund im Kino angesehen. Irgendwie hatte ich gehofft ihm beim zweiten mal doch etwas mehr abgewinnen zu können. Fehlanzeige! Entgegen einigen Vorrezensenten möchte ich den Film nicht wegen seiner infantilen und hirnrissigen Actionszenen abkanzeln. Die sind zwar wirklich ziemlich doof, aber sind noch lange nicht das schlimmste. So gut wie alle Nebenfiguren werden, weder vorgestellt noch bekommen sie Gelegenheit sich irgendwie charakterlich zu profilieren. Ich freute mich Karen Allen wieder als Marion Ravenwood sehen zu können, aber dann hatte sie kaum etwas wichtiges zur Handlung beizutragen. Indy und sie sehen sich wieder, streiten eine Minute und sind dann wieder total verliebt. Beziehungsentwicklung hat Herr Koepp im Autorenkurs wohl geschwänzt. Das Problem liegt aber nicht an Alter und Aussehen von Karen Allen, wie jemand anders hier meinte, sondern daran, dass sie wie die meisten Figuren völlig farblos bleibt. Es beschwert sich schließlich auch niemand über William Shatner als aufgedunsenen Kirk. Frauen auf Aussehen und Alter zu reduzieren ist sexistisch. Die schlimmste Nebenfigur bleibt Mac, den zwar scheinbar eine jahrelange (unerklärte) Freundschaft zu Indy verbindet, der aber von Anfang an nur verschlagen zu sein scheint und dessen Gut-Böse-Hopping wirklich albern wirkt, genauso wie seine Sterbeszene (Warum wirft Indy ihm die Peitsche zu, nur weil er am Boden liegt? Kann er nicht selbst aufstehen?). Toll wäre es gewesen hätte er Indy nicht schon nach drei Filmminuten verraten, sondern später und überraschend. Hätte man ihn vorher als Indys Freund erlebt hätte dieser Teil der Geschichte wohl auch besser funktioniert.
Weiter geht es mit dem vom Einfluss des Schädels geistig verwirrten Oxley, der von Anfang an wie ein seniler Obdachloser für Lacher sorgen soll, in dem er durchs Bild torkelt und ansonsten fast nichts zu sagen hat. Wie viel dramatischer hätte diese Entwicklung gezeigt werden können, hätte man ihn zuvor auch geistig gesund gezeigt.

Irgendwie erscheint mir der ganze Film so, als wäre er mit dem Holzhammer, aus bekannten Zutaten zusammengezimmert. Grundformel: Harrison Ford mit Peitsche und Hut + exotische Schauplätze + irgendein mystisches Artefakt + viel Action = Indy-Film. Sean Connery hat keine Lust mehr den Vater zu spielen? Na dann nehmen wir einerseits einen Sohn für das witzige Zusammenspiel, andererseits brauchen wir irgendeinen älteren britischen Charakterdarsteller als schrulligen Zausel. Warum nicht John Hurt, aber den machen wir noch viel, viel schrulliger als Sean Connery – das wird lustig. John Rhys Davies ist irgendwie zu alt für die Salah-Rolle und hat auch viel zu viel abgenommen, dann nehmen wir doch einen anderen Dicken, aber der ist diesmal ein undurchschaubarer Typ, bei dem man nie weiß auf wessen Seite er steht, sowie Elsa im letzten Kreuzzug und könnte auch so ähnlich sterben. Die Nazis gab’s in den Fünfzigern nicht mehr! Dann nehmen wir die Russen, die kann man auch in Uniformen packen. Aber Indy muss auch als Ami-Patriot dargestellt werden, damit man klar sieht, dass er diesen Kommunisten nur widerwillig hilft. Damit noch irgendein Charakter aus den alten Filmen dabei ist, nehmen wir doch Marion, die kann gleich die Mutter vom Sohn sein. Aber damit Indy so richtig zur Geltung kommt, braucht sie keine so große Rolle zu spielen, wie in „Jäger des verlorenen Schatzes.“ Dazu noch Grabbeltiere, Eingeborene und Tempelanlagen. Am Schluss, eine lehrreicher Showdown mit der altbewehrten Botschaft, dass man sich nicht mit Mächten einlassen sollte, die man nicht versteht. Weil’s nix mehr spannendes aus der Bibel gibt, nehmen wir halt Außerirdische. Hätte man den Figuren nur ein wenig mehr Raum gegeben, also Dialogszenen und Ruhemomente im Handlungsverlauf, so hätte der Film selbst mit der hahnebüchernen Alienstory besser werden können. Weniger ist manchmal mehr, Herr Lucas! Schließlich noch ein Lob an Harrison Ford, der Indy weiterhin gut verkörpert und Shia LaBeouf der als einzige Nebenfigur (so schablonenhaft sie ist) irgendwie ein bisschen Charme versprüht. Für das Bemühen nochmals einen Indy-Film auf die Beine zu stellen, der leider kaum einer geworden ist gibt es von mir trotzdem zwei Sterne. Immerhin gibt es ein paar nette nostalgische Anspielungen. David Koepp's und George Lucas Einfluss allerdings haben dem Film nachhaltig geschadet und so ist er nicht mehr als die meisten doofen Pop-Corn-Filme der Neuzeit geworden und braucht sich neben Schrott wie "Die Mumie 2", "Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen" oder "Alien vs. Predator" nicht zu verstecken, ist also am Puls der Zeit. Meine Hoffnung, endlich wieder einen Unterhaltungsfilm im Stile der 80er sehen zu können, mit Magie, Spannung und halbwegs intelligenten Dialogen, sowie nachvollziehbarer Handlung ging leider nicht in Erfüllung und eine Ikone hat ihren guten Ruf eingebüsst.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 4, 2008 2:30 AM MEST


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6 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut gemeinte Satire mit unübersehbaren Schwächen!, 5. Dezember 2007
Regisseur Hans Weingartner, dem wir so großartige Filme wie "Das weisse Rauschen" und " Die fetten Jahre sind vorbei" verdanken, versucht hier eine filmische Brandbombe in die Verblödungsmaschinerie der Fernsehlandschaft zu werfen. In vielen Szenen freut man sich spitzbübisch mit ihm über die krotesken Persiflagen von Sendungen aus dem Privatfernsehen und die schamlose Entblößung der dahinter stehenden Macher als charakterlose Geldhaie. Es war längst an der Zeit einen solchen Film zu machen, denn man fragt sich schließlich immer öfter wohin all dieser Talkshow- und Reality-Soap-Müll denn noch führen soll. Leider hat der Film dennoch einige Schwächen. Will man die Medien kritisieren so muß man vorrangig eines verstehen: Medien wie Film und Fernsehen präsentieren uns mehrheitlich eine Scheinrealität. In dieser Scheinrealität gewinnt fast immer das Gute und ist deutlich vom Bösen zu unterscheiden. Ehrlichkeit macht sich bezahlt, Treue ist gut, Untreue dagegen schlecht und selten fragt jemand nach einem Kontext. Dieses moralische Wertegerüst wird einem jeden Tag als Realität präsentiert und lässt die Welt und unsere Mitmenschen so berechenbar erscheinen, was aber in der Realität so nicht stimmt. In fast allen Hollywoodfilmen genauso wie in Talkshows und Reportagen bekommen wir täglich diese berechenbare Scheinrealität präsentiert. Dort werden uns dann auch Philosophien wie der "American Dream" (man kann alles erreichen, wenn man nur will) vorgesetzt und wir sind bitterlich enttäuscht wenn die Realität dann nicht so funktioniert.

In Weingartners Film sind die Grenzen zwischen Gut und Böse fast überdeutlich gezeichnet und so hebt sich "Free Rainer" zu wenig von den Medien ab, die er zu kritisieren sucht. Die mediale Scheinwelt braucht um kritisiert werden zu können einen glaubhaften Gegenpol, der unsere Welt so darstellt wie sie tatsächlich ist. Der Vorgesetzte Rainers, ein gelackter, überheblicher und cholerischer Fersehproduzent, gespielt von Gregor Bloéb wirkt wie eine Karikatur eines kapitalistischen Yuppies und könnte als Bösewicht Darth Vader Konkurenz machen. Die Verbündeten die sich um Rainer scharen um die Quoten zu manipuliern sind ausschließlich sozial schwache Aussenseiter und wirken als solche viel zu trollig und platt, nach dem Motto "lieb aber dumm". Rainers Wandel vom arroganten Kokser zum medienkritischen Anarchisten wirkt ziemlich unglaubwürdig, obwohl Moritz Bleibtreu eine großartige schauspielerische Leistung abgibt. Schließlich äußert sich die große Freiheit, die Rainer mit seinen Verbündeten nach seiner Kündigung genießt als fortwärendes Alkoholgelage, was mir nicht sonderlich lebensbejahend erscheint (oder doch?).

Der Film krankt meines Erachtens letztlich daran Feuer mit Feuer bekämpfen zu wollen. Will man die Unterhaltungsmedien kritisieren, so sollte man sich nicht der Mittel der Unterhaltung bedienen. Da unsere Welt komplexer ist als die Medien uns das weißmachen wollen, sollte man versuchen sie auch in all ihren Facetten und Graustufen darzustellen. Hätte man einige der humoristischen Einlagen und Lacher ausgespart und stattdesssen versucht den Figuren mehr Plastizität und Glaubwürdigkeit zu verleihen, hätte ich dem Film gerne fünf Sterne gegeben. So bleibt er ein satirisches Märchen, das die Bilder von modernen Heldenfiguren und deren Gegenparts einfach negiert, indem er aus sozial Schwachen, trollige Helden macht und gelackte Erfolgsmenschen als ausschließlich böse darstellt, sodass wieder nur ein verfälschtes Bild der Realität entsteht. Auch Obdachlose sind schließlich Kapitalisten, wenn es darum geht einen Euro oder eine Zigarrette zu schnorren und auch Geldhaie, Großindustrielle und Politiker haben Gefühle und Moralvorstellungen, auch wenn es uns schwer fällt das zu glauben (siehe "Nixon" von Oliver Stone oder Bruno Ganz als Hitler in "Der Untergang"). Vielleicht war es Weingartners Ziel mit diesen Stilmitteln ein breites Publikum anzusprechen, was ja im Sinne der Aufweck-Botschaft auch durchaus legitim ist. Andernfalls wäre vielleicht nur ein Film daraus geworden, den sich nur die ansehen, die ohnehin schon immer wussten wie dümmlich die meisten Fersehsendungen sind. Da der Film aber die Behauptung in den Raum stellt, das Fernsehpublikum hätte mehr Anspruch und Intelligenz als man diesen Leuten zutraut, stellt sich die Frage ob Weingartner tatsächlich an diese Aussage glaubt, da der Film sich scheinbar doch an eher einfach gestrickte Zuseher richtet. Hochwertige Filme kauen einem Emotionen nicht vor, sondern überlassen es dem Zusachauer sich eine Meinung zu bilden. Damit macht der Regisseur dem Zuseher das Kompliment, ihm zuzutrauen, daß dieser sich auch mit komplexen und vielschichtigen Themen auseinandersetzen kann. Hans Weingartner ist scheinbar seiner links gerichteten politischen Ideologie so sehr verhaftet, daß es ihm nicht gelingt über deren Tellerrand hinauszublicken und uns ein weniger schablonenhaftes Bild zu präsentieren. Wegen des guten Vorsatzes, der wichtigen Message und dem wahren Kern, vergebe ich trotzdem drei Sterne. Immerhin ein Film über den ich mir Gedanken machen kann. Vielleicht kritisiere ich ihn auch nur wegen der hohen Erwartungen die ich an ihn hatte, da ich bislang Weingartners Filme sehr geschätzt habe.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2008 2:03 PM CET


Inland Empire
Inland Empire
DVD ~ Laura Dern
Preis: EUR 11,99

18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunst muß man nicht verstehen - man muß sie spüren können!, 5. Dezember 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inland Empire (DVD)
Kennt man David Lynchs Gesamtwerk, so ist dieser bislang letzte Film eine konsequente Weiterentwicklung seines künstlerischen Stils. All jenen die Lynch dafür kritisieren, daß seine Werke abstrakt und unverständlich seien, sollte bewußt sein, daß es sich bei Lynch um einen bildenden Künstler handelt, der ursprünglich Malerei studiert hat und durch erste Kurz- & Experimentalfilme so großes Aufsehen erregt hat, daß man ihn für Auftragsarbeiten wie "der Elefantenmensch" und "Dune" verpflichtete. Inland Empire ist nun die konsequente Rückkehr zu seinen Wurzeln, nachdem er sich von oben genannten Großproduktionen und eigenen Filmen mit rational verständlichen Handlungsbögen, schrittweise wieder dem reinen Gefühl zugewandt hat, das sich nun mal nicht rationalisieren lässt. Inland Empire ist eine Studie über die Angst. Ein Patchwork Film, zusammengesetzt aus Impressionen und emotionalen Momenten. Niemand beherrscht es so wie Lynch Traumrealitäten zu erzeugen und zu bebildern. Er verzichtet dabei fast gänzlich auf optische Spezialeffekte und es gelingt ihm mit einfachen Mitteln, wie der Kamaraeinstellung, dem Ton, der Beleuchtung und exzellenten Schauspielern den Zuschauer in surreale Paralellwelten zu entführen. Am Ende eines David Lynch Filmes fühlt sich der Betrachter oft ähnlich entrückt, als sei er gerade aus einem Alptraum erwacht und muß sich erst langsam wieder in dieser Realität einfinden. Er wird mit dem puren Gefühl der Angst vor dem Unerklärlichen konfrontiert.

Als ich mir diesen Film zum ersten Mal im Kino ansah, mußte ich das permanente Rascheln und die Kaugeräusche von Popkorn und Nachos anderer Zuseher ertragen und wurde so der subtilen Einflüsse die durch die exzellente Vertonung erzeugt werden beraubt. Zugleich sah ich noch nie so viele Menschen das Kino verlassen. Trotzdem klammerte sich meine Frau voll Angst mehrmals an mich und wir beide waren uns einig, daß dieser Film Kubrik's "The Shining", unserem Spitzenreiter der angsterzeugenden Filme den Rang abgelaufen hat. Scheinbar waren viele der Zuseher nicht in der Lage sich voll auf den Film einzulassen oder ihnen fehlte schlicht die Sensibilität die man dazu mitbringen muß. Eine bereichernde und intensive Betrachtung von Inland Empire funktioniert daher einerseits wie guter Sex nach dem Rezept: "Nicht denken, sondern spüren." Andererseits kann man auch den Kopf einschalten, solange man darüber nicht das Spüren vergisst, denn der Film kann auch wie ein verschachteltes Rätsel oder, wie einer meiner Vorrezensenten bemerkte, ein Fexierbild wirken. Der Film bietet, wie die Betrachtung eines abstrakten Bildes viele Möglichkeiten der Interpretation und es stünde weder mir noch anderen zu eine einzig wahre Deutung zu formulieren oder zuzulassen.

Schließlich noch eine kurze Anleitung, wie man diesen Film am besten ansehen sollte:
1. Stellen Sie sicher, daß Ihr Handy und gegebenenfalls das Festnetztelefon abgeschaltet sind.
2. Sehen Sie den Film abends an und schalten sie dabei das Licht aus.
3. Versuchen Sie nach Möglichkeit den Film über eine hochwertige Fernsehanlage mit guter Soundwiedergabe abzuspielen und drehen Sie den Ton laut.
4. Versuchen Sie Ablenkungen wie essen oder paralelle Kommunikation mit anderen während des Films zu vermeiden und bemühen Sie sich nach Möglichkeit den Film in einem Stück und ohne Unterbrechungen anzusehen. Dies ist zwar ob seiner langen Spieldauer (etwa 3 Stunden) nicht für jeden leicht, aber nur so kann der Film seine Wirkung entfalten.
5. Versuchen Sie Ihre Sinneswahrnehmung voll auf den Film zu konzentrieren.
6. Vermeiden Sie dabei die Gesellschaft von Mitzusehern die wenig Feingefühl oder Geduld besitzen und von einem Film nicht mehr als Unterhaltung erwarten.

Wenn Sie diese Regeln beachten, wünsche ich Ihnen eine gute Reise in die Abgründe Ihres Unterbewußtseins und zugleich kommen Sie in den Genuß den meiner Meinung nach besten Film des Jahres 2007 zu sehen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 14, 2010 4:44 PM CET


Battlestar Galactica - Season 2.2 (3 DVDs)
Battlestar Galactica - Season 2.2 (3 DVDs)
DVD ~ Edward James Olmos
Wird angeboten von Celynox
Preis: EUR 14,95

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit das beste was jemals für das Fernsehen produziert wurde!, 27. Juni 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als großer Science-Fiction-Fan muß ich sagen, daß Battlestar Galactica die bislang beste Serie in diesem Genre ist. Gerade der Verzicht auf exotische Aliens und permanente Action macht diese Serie zu einer Perle und hebt sie vom gewöhnlichen TV-Niveau deutlich ab, ja - schlägt sogar die meisten Kinoproduktionen der letzten Jahre auf dem Sci-Fi-Sektor um längen. Seit dem Pilotfilm steigert sich der Spannungsbogen konsequent und erzeugt geradezu einen unwiderstehlichen Suchtfaktor. Entgegen der Meinung Einiger kann ich auch die dritte Staffel (bei Amazon ab September als U.K.-Import erhältlich) nur empfehlen. Denn spätestens am Ende der letzten DVD dieser Box werden die meisten Betrachter es nicht erwarten können zu erfahren wie es weiter geht. Wie von den meisten Rezensenten angesprochen, finde auch ich es schade, daß diese Serie bei uns kaum eine Chance erhielt sich durchzusetzen. Zum Glück konnte sich Premiere schließlich doch noch erwärmen auch die dritte Staffel synchronisieren zu lassen. Als sentimentaler Fan des Originals (mit Lorne Green und Dirk Benedict) das ich in meiner Kindheit teilweise im Kino bewundern konnte, war ich anfangs etwas skeptisch als ich vom Remake erfuhr. Aber nach kurzer Zeit war meine Begeisterung für die Neuauflage sogar noch wesentlich größer und ein Vergleich ist unangebracht, da die Unterschiede gewaltig sind. Wer das Original nicht mochte, dem sei gesagt, daß diese Version sich an ein erwachseneres Publikum richtet. Wer hingegen die Urfassung liebte, sollte sich die Serie möglichst vorbehaltslos ansehen und wird bald ihre hohe Qualität erkennen. Trotzdem wäre es schön meine U.K.-Version der 78er Serie eines Tages gegen eine deutsche Version auf DVD austauschen zu können. (Nur als kleiner Tipp an Universal.)


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