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Apogaeum "apogaeum" (NRW)

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Rolling Stones - Stones in the Park (Metalpak) [Limited Edition]
Rolling Stones - Stones in the Park (Metalpak) [Limited Edition]
DVD ~ The Rolling Stones
Wird angeboten von schnuppie83
Preis: EUR 13,99

49 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bombenleger im Hyde Park, 11. Juli 2006
Donna Clara! Für unselige Nachgeborene erscheint es einfach zu irre, was sich damals tatsächlich zugetragen haben muß. Zu einem Konzert einer solchen Truppe abgefreakter Bombenleger kommen eine halbe Million Leute in den ehrwürdigen Hyde Park in London. London, England, wo es (& nicht nur da) noch völlig an der Tagesordnung war, daß sich anständige Männer in Anzügen bewegten, lümmeln sich 5 langhaarige, verpennte Freaks auf die Bühne, um ein ganz zwangloses Getöse von sich zu geben. Ihr Sänger erscheint in einem weißen Rüschenröckchen, einer transvestierenden Ballerina gleich, und versucht sich Gehör zu verschaffen, denn er hat etwas Ernstes zu sagen. Es geht um den Abschied von Brian Jones, der 3 Tage zuvor starb. Jagger rezitiert ein Gedicht, zum Geleit Jones ins Jenseits. Gute Gedanken sollen ihn begleiten, wie es das tibetanische Totenbuch empfiehlt. In den Sequenzen, die die Stones außerhalb des Konzerts zeigen, kann man schon eine bedrückte Stimmung ausmachen. Doch Jones war ein Partymacher, und eine solche soll es heute auch werden. Aber er war auch zerbrochen an den Quärälen zwischen ihm, Jagger und Richards. Und so spielen die Stones grottenschlecht, eben wie eine Band, die sich neu finden muß und wo man meinen könnte, ein fieser Geist verdirbt jedes Ansinnen, ein vertretbares musikalisches Zusammenspiel hin zu bekommen. Man erkennt die Betroffenheit in Wymans Gesicht, die ungewohnte Aggressivität in der Art, wie Watts das Schlagzeug bearbeitet. Richards steht völlig dicht vor einer Verstärkerwand, die ihm seine brachialen Akkorde um die Ohren pustet. Und ein scheuer Jungspund gibt sich Mühe mitzuhalten, Mick Taylor. Allein Jagger versucht sich von der dunklen Wolke, die über ihnen schwebt, nicht beeindrucken zu lassen und läßt nach Kräften die Sau raus. Auf dem Bootleg, auf welchem das komplette Set dieses Konzerts vorliegt, kann man hören, daß es die ruhigen und gefühlvollen Stücke sind, die rüberkommen. In diesem Film ist leider davon nur eins vertreten: Love in vain. Dies ist ein echtes Manko des Films, daß nur eine kleine Auswahl an Stücken dargeboten wird. Andererseits ist es ein Dokument, in dem die Jugendkultur dieser Zeit skizziert wird: Rocker, Mods, Hippies. Die Stones, die alle vereinen, gegen das Establishment. Die Stones, die noch für etwas standen. Und darum geht es auch in diesem Konzert: eine Demonstration, daß eben nicht mehr die Anzugträger das Straßenbild, und vor allem das Denken bestimmen, sondern das, wofür die Jungen stehen. Scheißegal, wie heftig sie sich verspielen, wie schräge ihre Aufmachung vielleicht rüberkommen könnte, sie lassen sich nicht beirren.

Von heutiger Warte aus gesehen mutet es beeindruckend an, denn sie haben wirklich Schockierung und Empörung verursacht. Wer kann das heute noch? Wer kann noch polarisieren? In dem Plastikbrei, der uns heute um die Ohren und Augen gehauen wird, läßt sich sowas nicht mehr finden. Dafür die 4 Sterne. Für den kurzen Film mit geschnittenen Stücken, die nur ein kleiner Teil des Konzerts sind, einen Punkt Abzug.


Get Yer Ya Ya's Out
Get Yer Ya Ya's Out
Preis: EUR 30,50

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisch, 4. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Get Yer Ya Ya's Out (Audio CD)
Die Tour 69 war eine wichtige für die Stones. Sie waren für einige Jahre nicht mehr auf US-Tour gewesen, Brian Jones starb im Sommer des Jahres, und seit 1967 hat sich in der Rockwelt einiges getan. Es reichte nicht mehr aus, als negativ-Ausgabe der Beatles einfach nur provokativ zu sein, sondern nun mußten sich die Stones mit Größen wie Led Zeppelin, Hendrix, Who und anderen messen. Die Zeiten, in denen es reichte, daß eine schnuckelige Beatband ihre Verstärker auf die Bühne stellte und ihr Aufrtitt, der höchstens 20 Minuten dauerte, im Geschrei der weiblichen Fans unterging, waren vorbei. Jetzt wurden mit großen Verstärkeranlagen Stadien und Hallen beschallt, man konnte auf einmal hören, was gespielt wird, und ein Konzert einer Rockband dauerte nun 2 Studen. Die Stones hatten sich also einem neuen Publikum zu stellen. Was sie aber meiner Meinung nach bestehen ließ, war, daß sie lebten, wovon sie sangen. Auch wenn die Band musiktechnisch nicht so genial spielte wie die oben genannten Kollegen, brachten sie doch rüber, was sie meinten. Und davon leben sie noch heute. Diese Konzerte waren echte Happenings, Security war laienhaft organisiert, und außer Ian Stewart am Klavier gab es keine zusätzlichen Musiker wie heute, wo sie mit Bläsern, Keyboards, Backgroundsängern und wasweißich die Bühne bevölkern. Mick Taylor bringt Virtuosität ins rauhe Spiel der Band, was mit Brain Jones nicht möglich gewesen wäre. Aus "Sympathy for the devil" machen sie eine Rocknummer, die ganz anders, aber mit nicht weniger Fahrt als die Studioversion daherkommt. Die Stones sind zu einer Rockband geworden. Und Jagger nimmt man ab, wovon er singt. Danach war er nie wieder so authentisch. Auf der nächsten Tour, 1972, ist schon das angesagt, was die Stones noch heute ausmacht: viel glamour, glitzernde Bühnenkostüme, und ein völlig überzogen wirkender Jagger, alles zu gekünstelt.

Dies sind die authentischen Stones, eine rauhe und einfache, vor allem eine echte Band.


Still Life (American Concert 1981)
Still Life (American Concert 1981)
Wird angeboten von komplett-allesguenstig
Preis: EUR 6,71

11 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Heiße Luft, 4. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Still Life (American Concert 1981) (Audio CD)
Die Stones Anfang der 80er. Jagger, als fitness-gestählter Enddreißiger, mimt den Berufsjugendlichen, entsprechend gekünstelt hektisch und überzogen ist sein Gesang. Richards und Wood spielen möglichst waghalsig, sprich: bei jedem Riff, bei jedem Solo fürchtet man darum, daß sie es einigermaßen zu ende bringen. Watts spielt steril, Wyman unspektakulär wie gewohnt. Was die Sache spannend macht, sind die Stones als Kollektiv. SIE stehen auf der Bühne. Aber sie leben davon, wofür sie einmal standen. Und davon ist nichts mehr übrig. Darum hört man sich durch das Album, wartet auf den Punkt, an dem sich die Kapelle in die Revoluzzer von einst verwandelt, was aber nicht passiert. Die Stones verweigern andererseits den Reifungsprozeß, wollen mit Pomp, großer Show und Hektik beweisen, daß sie es noch draufhaben. Diesen Eindruck gewinne ich dabei. Sie leben einfach nicht mehr, wovon sie singen. Und die damals aktuellen Stücke reichen lange nicht an die Klassiker heran.

Viel heiße Luft um nichts.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2014 4:11 PM CET


Please Please Me
Please Please Me
Preis: EUR 28,12

26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleiner Vorgeschmack, 20. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Please Please Me (Audio CD)
Dies war nicht die erste Scheibe der Beatles, die ich in die Finger bekam, doch für mich die ungewöhnlichste. Als ich sie in süsser Jugendzeit das erste mal hörte, war ich geradezu befremdet. Ich kannte Pepper, Let it be & hard days night, sie waren damals (um 1980 herum, als Lennen erschossen wurde) wieder mal sehr angesagt. Dies ist die erste und einzige Scheibe einer unbekannten Band, die man nur in England und Hamburg kannte. Danach war alles Superlative.
Befremdet war ich deshalb, weil mir dieser typische Beatles-Sound fehlte. KLar war ich von den anderen Scheiben verwöhnt. Sie kamen praktisch gerade von der Reeperbahn. Und wenn man die Scheibe richtig einordnen will, muß man den historischen Hintergrund sehen. Den kann man sich am besten klar machen, wenn man sich ihre Musik aus den Hamburger Tagen anhört. Das war Rock'n'Roll, quasi alles gecovert von den damaligen US-Stars. Schnell, heftig und roh. Wenn man sich dann Please Please me anhört, zeigt sich eine viel feinere Seite der Band. Sie haben sich schon hier fortentwickelt. Und dann finde ich die Songauswahl geradezu exotisch. Aufallend wird dabei der Satzgesang, der ein echtes Qualitätsmerkmal der Beatles ist. Sie nehmen sich Songs an, die zuvor von amerikanischen girl-groups gebracht wurden: Chains & Baby, it's you. Finde ich ziemlich ungewöhnlich. Auf dem Hintergrund der Hamburger Rock'n'Roll Sachen haben ihre Rocker dann schon ein wenig mehr Klasse. Nicht einfach nur auf dem Blues-Schema aufgebaut, wie "I saw her standing there", das mit einem Mittelteil versehen ist, was im reinen Blues nicht vorkommt. Auch bei "Please Please me" gibt es diesen Mittelteil (bridge), der songtechnisch eine Neuerung ist, zumindest was die Rockmusik bis dato angeht. Überhaupt kann man sich fragen, woher sie ihre Ideen genommen haben. Und wenn man sich dann Stücke wie "A taste of honey" anhört verraten sie einem auf musikalische Weise, daß sie weit mehr Quellen nutzten als den puren Rock'n'Roll.
Dieses Album hat mich auf die Beatles als Menschen neugierig gemacht. Woher sie kamen, in welcher Zeit das alles passiert ist, und wie Jugendliche Anfang der 1960er in England lebten. Wenn man sich die tristen, grauen Arbeitersiedlungen in England ansieht, kann man sich gut vorstellen, wie sehr die Jugend nach etwas gierte, was sie noch nicht in Worte fassen konnte. Mit diesem Album war der Anfang getan. Und wenn man sich dann klar macht, daß nur 3,4 Jährchen später Sachen wie Revolver oder Pepper von diesen jungen Herren gebracht werden, inklusive einer weltumspannenden Jugendbewegung, deren Wegbereiter sie waren, weiß man, was man hier in den Händen hält.


Tinseltown Rebellion
Tinseltown Rebellion
Wird angeboten von TEUCHTLER RECORDSHOP
Preis: EUR 13,99

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erdnüsse im Frühstücksregal, 2. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Tinseltown Rebellion (Audio CD)
Ich saß bei einem Freund in gemütlich, es spielte eine etwas seltsame Platte, und mir wurde das Cover in die Hand gedrückt. Da unterhielten sich ein paar schräge Typen auf der Bühne, Herr Zappa selbst betrieb Publikums-Beteiligung, animierte willige Fans dazu, auf der Bühne Paare zu bilden um zu der folgenden Musik zu tanzen. Klar, Englischkenntnisse waren unabkömmlich, um zu verstehen was da vor sich ging. Ich hab mich schlappgelacht. So eine schräge Szene.
Diese Art der "Unterhaltung" (auf deutsch würde man heute entertainment sagen) hat etwas angenehm Bizarres, die Absurdität des menschlichen Treibens wird hier gefeiert. Ich finde, erst mit dem Verständnis der Texte kann man sich diese Musik voll erschließen. Und man benötigt Gefallen an bizarrem Humor, den uns Herr Zappa jedoch köstlicherweise auch nahebringen konnte (für die Ahnungslosen). Und dann machen auch all diese schrägen Töne und Geräusche, Zwischenrufe und Arrangements einen angenehm hintergründigen Sinn.
Seitdem mochte ich Zappa nicht mehr missen, und ich besorgte mir weitere Musik von ihm. Es gibt andere Alben von ihm, die sogar besser sind, was aber nicht heißt, dieses Album schmähen zu müssen. Im Gegenteil, der schräge "Dance contest", das folgende "Blue light", "Pick me, I'm clean" (welch ein Titel) sind einfach wundervoll. Für kommerzielle Geschmäcker gibt es "Fine girl" und "Easy meat", denen man daneben jedoch auch noch abgewinnen kann, sich an diesem eigenen Zappa Sound zu ergözen.
Wer am Nachmittag gern einen Klaus Kinski Film anschaut, dann seinen Tee kocht, um sich dabei die Fußnägel zu schneiden, tut gut daran, den Tag mit einer wohltemperierten Zappa-Scheibe ausklingen zu lassen. Den besten Effekt erzielt man jedoch, wenn man die Scheibe Sonntag-morgens (laut genug) im Hintergrund zum Frühstück spielt, bei dem du vorzugsweise Erdnüsse und rohes Fleisch servieren solltest... eine evtl. anwesende Lebensabschnittspartnerin wird ihr wahres Gesicht zeigen: entweder entstehen Vermutungen darüber, was sie sich bei dir unbeabsichtigterweise vielleicht noch eingefangen hat, oder sie schwört dir lebenslange Loyalität.
Jeder bekommt eine zweite Chance... also, bevor du dein Leben vertust und für die neue "Kuschelrock" CD sparst, gib dein Geld hierfür aus. Alles wird gut.


Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band
Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 29,88

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es war einmal vor vielen Jahren..., 26. September 2005
In der Gunst der Götter, von Tausenden beschrien als Ausdruck hysterischen Entzückens, genießen die Beatles 1967 künstlerische Narrenfreiheit und kreieren Sgt. Pepper.
Zu jener Zeit begab es sich, daß viele Menschen der Veränderung von der Beat-Band zur Psychedelic-Band begeistert folgen mochten. Die westliche Kultur durchlebte in den 1960ern eine Metamorphose die eben auch an der Musik der Beatles auszumachen ist, sie war Impuls, Rückkopplung und Resultat jener Dinge, die sich damals begaben. Sgt. Pepper ist der Höhepunkt der psychedelischen Kunst der Beatles.
Man kann die Platte sicher auch nicht mögen, aber warum sich dann damit beschäftigen? Belangloser Gedanke.
Und sollte dies jemand lesen, dem sie unbekannt ist, der kann sich auf einen akustischen Genuß erster Güte freuen. Schließlich ist dies eines der Meisterwerke der modernen Musik. Manche behaupten gar, es sei eine Offenbarung, Sgt. Pepper zu erleben. Sicher wird es für Leute, die aktuelle Unterhaltungsmusik gewohnt sind, seltsame Kost sein. Oder eine willkommene Erlösung. Je nachdem.
Jedes Stück ist eine kleine Geschichte, die von bestimmten Erfahrungen der 4 jungen Herren erzählt. Diese Geschichten werden akustisch dargestellt, und halten eine Fülle von Farben und Stimmungen bereit. Sie nutzen eine große Bandbreite an verfügbaren Instrumenten und Techniken, die bis heute Anlaß für Spekulationen sind.
Das Cover huldigt den einflußnehmenden Persönlichkeiten, die ihre Spuren bei John Lennen, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr hinterließen. Es seien genannt Aldous Huxley, Karl Marx, Bob Dylan... auch die Beatles selbst, als Wachsfiguren an ihre Seite gestellt.
Dieses Album ist sehr empfehlenswert. Ein Genuß für die Sinne.


Nuthin' Fancy
Nuthin' Fancy
Preis: EUR 5,99

11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sumpfig, 22. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Nuthin' Fancy (Audio CD)
Ich habe mir diese Platte in jungen Jahren aufgrund des Covers gekauft. Ich dachte, solche Typen machen sicher interessante Musik. Wahnsinns Schlaghosen!
Nein, liebe Rednecks, ich steh nicht auf Sweet home Alabama, und kannte es auch nicht. Und ich hör auch Neil Young.
Einige Jahre später gab es dann die Black Crowes, wo ich dachte: na? Das kenne ich doch? Aber Lynyrd bringen es besser. Diese Scheibe rockt wunderbar schwer ab, wie es sich im Sumpf gehört.
Das Schlagzeug ist eine Dampfmaschine. Die Gitarren geil. Aber eigentlich bringen es der Sänger und Bassist am meisten. Ein lässiger Typ. Und man kann sich sehr damit vergnügen, nur einmal auf den Bass zu hören. Der knurrt so herrlich, wie z. B. in "On the hunt", das für mich beste Stück.
Erst Jahre später bekam ich mal andere Scheiben von Lynyrd zu hören, aber diese gefällt mir am besten. Wer schweren 70er -Rock
mag, der ist hier richtig.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2011 5:31 PM MEST


L. A. Woman
L. A. Woman
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 9,01

30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stadt als Frau...., 11. September 2005
Rezension bezieht sich auf: L. A. Woman (Audio CD)
... haben später auch die Red Hot Chili Peppers besungen. Auch bei ihnen werden düstere Zeiten in den Armen LA's besungen. Aber das war viel später....
Es ist das letzte Doors Album mit Jim Morrison.
Dieses Album verströmt eine morbide, gegensätzliche Stimmung. Die Instrumentalisten der Band sind gereift, der Sound der 60er ist dem "modernen" der 70er gewichen. Gleichzeitig ist dies ein Blues-Album, rauh und spartanisch.
Relativ sparsam werden die Instrumente verwendet, es gibt weniger Farbe und Verspieltheit als auf den vorherigen Alben der Doors.
Die Stimme Morrisons erschreckt, man glaubt einen gealterten Bukowski zu hören, der trotzig und im aggressiven Suff schlicht am Ende ist.
Und zwischendrin ein Stück wie "Love her madly", leicht und optimistisch.
"LA woman" kommt mit nur 2 Akkorden aus, die Ode an den Lost Angel mit den 2 Gesichtern, Morrisons Gefährtin.
"L`america" und "WASP" sind bizarre Gedichte. Hier nicht mehr die LSD-Visionen eines jungen Rockers, sondern verkaterte, ernüchterte Reportagen über das Land der Selbstgerechten.
In 3 reinen Blues-Nummern riecht es stark nach Whiskey.
Der Erfolg, nach dem die Band strebte, hat sie erfasst und den Poeten Morrison zu einem Star degradiert. Er hat sich aus dem Druck dieser Rolle freigesoffen, enttäuscht von der Leere, die seine anfängliche Vision von "Break on through to the other side" hinterließ. Sein Versuch, die Hörer auf die andere Seite zu führen, wurde als entertainment konsumiert. 4 Jahre nachdem der junge schöne Gott gefährlich und revolutionär die neue psychedelische Rockwelt betrat, geht nun ein gealterter, saufender Dichter.
Die Doors übertreffen sich jedoch noch einmal mit "Riders on the storm". Mystisch und überirdisch beschreibt hier Morrison Wahrheiten mit einer Macht, die man ihm am Ende dieses Albums kaum mehr zugetraut hätte. Er zeigt hier noch einmal, welch schamanische Kraft in ihm steckt, als wäre der versoffene Alte nur eine Maske, mit der er der Welt vielleicht einfacher entgegen treten konnte.
Danach hat man nichts mehr von ihm gehört.
Diese Musik ist meist schwer, kein easy listening. Dafür haben die Doors aber auch nie gestanden. Hier gibt es eher eine authentische, persönliche und rauhe Darbietung der Doors. Ein letztes Mal.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2012 5:50 PM CET


Spiel mir das Lied vom Tod [Special Edition] [2 DVDs]
Spiel mir das Lied vom Tod [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Claudia Cardinale
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 2,96

21 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus einer anderen Zeit..., 3. September 2005
Zeit spielt bei diesem Film eine wichtige Rolle. Es wird dem Zuschauer Zeit gegeben, sich in die Szenen, die Spannung und die Dramatik hineinzubegeben. Ja, er kann sich dieser zähen, unheilschwangeren Atmosphäre gar nicht entziehen. Dies ist eine Qualität, die sich heute nur noch wenige Filmemacher gönnen.
Erzählt wird die Geschichte von der Rache des Protagonisten, den Bronson spielt. Ein Fremder, unbekannt und jenseits von Gut und Böse.
Das Gute ist in dem Film nur eine vage Idee, ein Bild, was man sich vielleicht aufgrund anderer Western gemacht hat. Das Gute ist die Idee von einem besseren Leben, das man sich im Westen erhofft. Genauso wie kein einziger Indianer im Film vorkommt, fehlt auch das Gute. Doch eben weil es fehlt, ist es so unübersehbar.
Das Böse selbst verkörpert Henry Fonda, der Killer, die Exekutive eines Eisenbahnmagnaten, zuständig für Einschüchterung, Mord und Erpressung. Er ist schon lange nicht mehr nur Handlanger, sondern autonome Kraft. Es kommt auch eine Frau in dem Film vor, Claudia Cardinale, eine Prostituierte, allein auf ihren Vorteil bedacht, die sich desillusioniert an die "Gewinner" verkauft.
Diese 4 Charaktere und das Drama, in dem sie agieren, ist eine Parabel der Gesellschaft der USA. Spätestens zum Ende des Films, wenn die Gleise mit den Arbeitern und der Lokomotive das Dorf des Geschehens erreichen, wird einem bewußt, auf was die USA gebaut sind. Auf Ausbeutung, Betrug und Rücksichtslosigkeit. Diese Geschichte spottet jeder euphorischen Aufbruchsstimmung Hohn, mit der andere Western die Besiedlung des Landes beschreiben. Der Einzige, der sein "Glück" in der Geschichte machen wollte, wird zu Beginn des Films erschossen. Es ist der Mann, der ein scheinbar wertloses Stück Land nahe dem Dorf kaufte, und sich die Prostituierte aus der großen Stadt als zukünftige Ehefrau kommen läßt. Über dieses Land werden nämlich die Gleise gebaut, womit es enorm an Wert gewinnt. Um diese Kosten zu sparen, wird der Killer eingesetzt, und metzelt den Mann mit seinen Kindern nieder.
Auch der Vater von "Mundharmonika", des Protagonisten, war einst Opfer des Killers.
Dieser Film räumt mit jeder Wildwestromantik auf, und malt ein bitteres Bild vom jungen Amerika. In seiner Symbolik steht er aber genauso für die heutigen Verhältnisse. Hier wird gezeigt, wie sich bis heute Haß, Verbitterung und Betrug durch die Generationen ziehen.
Interessanterweise machte Fondas Sohn Peter im gleichen Jahr einen Film, der eine ähnliche Thematik behandelt. In "Easy Rider" fährt er mit Dennis Hopper auf Stahlrössern durch den Süden der USA und macht Bekanntschaft mit eben den selben Themen. Auch hier wird beschrieben, wie bitter man zu bezahlen hat, wenn man sich auf den amerikanischen Traum einläßt.
"Spiel mir das Lied vom Tod" ist der ultimative Western. Große Filmkunst mit Anspruch, absolut empfehlenswert.


Ungelogen.
Ungelogen.
von Nadja Abd El Farrag
  Gebundene Ausgabe

9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich hör' es naddeln, 2. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Ungelogen. (Gebundene Ausgabe)
Liebe Gemeinde!
Euch treibt es in die untersten Abteilungen menschlicher Abgründe, und ihr bekommt, wonach es euch verlangt: Naddel!
JA!
Gepriesen sei der Herr: sie spricht eure Sprache, sie lebt, wonach ihr euch verzehrt. Unser heiligstes Sakrament, Dieter Bohlen, hat sie zur ultimativen Proll-Nudel geweiht. Werdet Teil ihrer Welt!
Nur eine kleine Spende von fast 20 Euro (das ist einen Mittwoch nicht bei Aldi absahnen) und ihr habt ein weiteres Relikt für euren Schrein.
Santa Domingo!
Ich segne euch!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 27, 2014 10:25 AM CET


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