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Rezensionen verfasst von
Mariposa

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Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens
Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens
von Marshall B. Rosenberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Achtsames Miteinander, 4. Juni 2010
Vielleicht betrachten wir unsere Art zu sprechen nicht als "gewalttätig" - trotzdem führen Worte oftmals zu Verletzungen und Leid. Marshall B. Rosenberg möchte mit seiner Methode der "Gewaltfreien Kommunikation" aufzeigen, wo Sprache gewalttätig ist und damit weitere Gewalt schafft. Dieses Bewusstsein und die damit verbundene Achtsamkeit soll eine Basis schaffen für positive Veränderungen in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Der Austausch von Informationen wird damit erleichtert, ein friedliches Lösen von Konflikten ermöglicht und ein harmonisches Zusammenleben gefördert.

Rassenkonflikte in Detroit führten Dr. Rosenberg zu einer intensiven Beschäftigung mit zwei Fragen: Was geschieht genau, wenn Menschen sich gewalttätig und ausbeuterisch verhalten? Und: Was macht es Menschen umgekehrt möglich, selbst unter schwierigen Bedingungen einfühlsam zu reagieren? Er erkannte bei diesen Überlegungen, dass der Gebrauch von Sprache und Worten dabei eine ganz wesentliche Rolle spielt.

Alles, was ein Mensch tut, dient dazu Bedürfnisse zu befriedigen. Dies ist die Ausgangsthese von Marshall B. Rosenbergs Theorie. Daraus leiten sich die vier Komponenten der Gewaltfreien Kommunikation ab: Beobachtung - Gefühle - Bedürfnisse - Bitten. Diese Komponenten und ihre Anwendung in der Praxis wird in dreizehn Kapiteln erläutert. In einem Anhang findet sich weiteres Material und Kontaktdaten von deutschsprachigen zertifizierten Trainern. Das zweihundertvierzig Seiten starke Softcover-Buch ist 2009 bereits in achter Auflage im Junfermann Verlag erschienen.

Die "Gewaltfreie Kommunikation" hat sich bisher als sehr wirkungsvolles Werkzeug herausgestellt, um Konflikte im privaten, beruflichen und politischen Zusammenhang zu lösen. Als international anerkannter Konfliktmediator und Ausbilder ist Marshall B. Rosenberg weltweit tätig. Seine Methode findet sowohl in Schulen, bei Unternehmen, politischen Organisationen, in Krisengebieten und Haftanstalten und bei den unterschiedlichsten religiösen Konfessionen Anwendung.

Kurze, klare und übersichtliche Kapitel enthalten allesamt interessante und nützliche Erkenntnisse, die Schluss machen mit manchen falschen Ansichten. So stellen sich Kommunikationsgewohnheiten, die man bislang durchaus als einfühlsam angesehen hat, nun doch als verletzend heraus, weil sie andere bewerten oder sogar abwerten oder beratschlagen. Auch wird so einiges an gängigen Denk- und Verhaltensmustern unter die Lupe genommen. Dies geschieht in einer guten Mischung aus Theorie und Erzählungen aus dem privaten und beruflichen Alltag des Autors als Konfliktberater und Mediator. Fragen und Übungen erleichtern eine Reflektion und vertiefen das Thema. Wesentliches wird am Ende jeden Kapitels zusammengefasst. Dazu lockern Zeichnungen und Dialoge, Zitate, Gedichte und Lieder den Text weiter auf.

"Gewaltfreie Kommunikation" ist für jeden Bereich hilfreich, in dem Menschen miteinander umgehen. Sei es im privaten Rahmen oder im professionellen für Pädagogen, Ärzte, Therapeuten, Berater oder Geistliche. Es kann sicher auch im unternehmerischen Rahmen zu einer Verbesserung des Betriebsklimas und einer effektiveren Teamarbeit führen.


Von der Dunkelheit zum Licht: Trauma, Krankheit und Todesnähe überwinden
Von der Dunkelheit zum Licht: Trauma, Krankheit und Todesnähe überwinden
von Michaela Huber
  Broschiert
Preis: EUR 29,90

32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und trotzdem hat das Leben einen Sinn . . ., 10. Juni 2009
"Von der Dunkelheit zum Licht" diesen Weg zeigen die bekannte Traumatherapeutin und Autorin Michaela Huber und Pauline C. Frei in dem gleichnamigen Buch, das 2009 im Junfermann Verlag erschienen ist. Die eine kennt den Weg aus ihrer langjährigen und intensiven Tätigkeit in der Traumatherapie, für die sie 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, die andere kennt ihn als Betroffene und Überlebende.

In drei Teilen gibt Michaela Huber zunächst einen Einblick in die Posttraumatische Belastungsstörung und was Körper und Seele hierbei durchmachen - ausführlich über dieses Thema kann man sich in ihren vorangegangenen Büchern "Trauma und die Folgen" und "Wege der Traumabehandlung" informieren. Der zweite Teil ist eine Auseinandersetzung mit den sogenannten "Täterintrojekten" und eine Vorschau auf ein Buch, das in Kürze beim gleichen Verlag erscheinen wird. Im dritten Teil geht es um die therapeutische Grundhaltung in der Arbeit mit komplex traumatisierten Menschen. Ergänzt wird dies durch Texte der Traumaüberlebenden Pauline C. Frei. Pauline C. Frei hat bereits das Buch "Leiden hängt von der Entscheidung ab" mit Michaela Huber und Marlene Biberacher veröffentlicht. Hier jetzt schreibt sie über ihren Weg mit dem schweren körperlichen und psychischen Leiden, der Auseinandersetzung mit einer nicht immer hilfreichen Umwelt, dem, was ihr geholfen hat, und von Liebe und Würde. Das Buch schließt mit einem umfangreichen Literaturverzeichnis und einem Personen- und Sachregister.

Der Teil, der sich allgemein mit dem Thema Trauma beschäftigt, ist diesmal eher kürzer, aber Michaela Huber weiß immer noch Neues und Interessantes zu berichten. Zum einen sind es die Daten und Fakten und ihre umfangreichen Erfahrungen und zum anderen ist es auch ihre unnachahmliche Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, ihre klare und prägnante Ausdrucksweise, die Michaela Hubers Bücher so wertvoll machen. Dazu werden grundlegende Techniken der Traumabehandlung Schritt für Schritt gut nachvollziehbar erklärt, etwa die Arbeit mit einer Affektkette. Ein großer Teil beschäftigt sich mit den inneren Täteranteilen, die jeder Mensch hat, auch Überlebende von Traumata, und wie damit in der Therapie umgegangen werden kann. Ausführlicher behandelt wird diesmal auch das Thema grundlegende Haltungen in der Therapiebeziehung, es geht um Achtung und Respekt, aber auch um klare Grenzen.

Es sind die grundlegende Menschenliebe Michaela Hubers, ihr unermüdlicher Einsatz und ihr Verständnis für Traumaüberlebende und ihre Ehrlichkeit, die dazu beitragen, auch dieses Buch zu einer lesenswerten Lektüre zu machen. Es wendet sich dabei an Therapeuten, Ärzte, Betroffene und deren Angehörige. Das Interessante an diesem Buch ist, dass man das Thema aus zwei Blickwinkeln betrachten kann, nämlich aus der Perspektive der Klientin. Pauline C. Frei teilt mit großer Offenheit ihre Gedanken, ihr Erleben, ihre Hoffnungen und ihre Befürchtungen mit. Sie erzählt aus ihrer Vergangenheit, von Gesprächen mit ihrem sechzehnjährigen Sohn und ihrem heutigen Leben mit ihrer Familie. Obwohl sie dem Leser die grausamen Details erspart, kann man sich dennoch dem Horror, in dem manche Menschen hier auch heute vor aller Augen leben, nicht entziehen. Sie berichtet davon, was es heißt, auch mit einem schweren Leben einen Sinn und sogar Freude und Glück im Leben zu finden, und macht Mut, sich einem schweren Schicksal zu stellen und daran zu wachsen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2009 11:18 AM MEST


Der Satir-Prozess: Praktische Fertigkeiten für Therapeuten
Der Satir-Prozess: Praktische Fertigkeiten für Therapeuten
von Sharon Loeschen
  Broschiert
Preis: EUR 13,90

27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend!, 10. Juni 2009
Virginia Satir, die Mutter der Familientherapie, hat zahlreiche Therapieelemente entwickelt, die man heute gar nicht unbedingt mit ihrem Namen in Verbindung bringt. Dies sind etwa das Eisberg-Modell, die Arbeit mit der Familienskulptur oder die Aufdeckung negativer Glaubenssätzen. Sie sind in andere Therapierichtungen eingegangen oder haben sogar einen ganz neuen Ansatz mitbegründet, wie die Neurolinguistische Programmierung NLP, die ihre Wurzeln in der Familientherapie von Virginia Satir, der Hypnotherapie von Milton Erickson und der Gestalttherapie hat.

Daneben schreibt man den Therapieerfolg von Virginia Satir ihrer sehr charismatischen Persönlichkeit zu und ihr Therapiekonzept galt vielen als nicht-erlernbar. Die amerikanische Dozentin und Therapeutin Sharon Loeschen ist da anderer Meinung. Sie erlernte das Therapiekonzept von Virginia Satir persönlich und konnte sie bei ihrer Arbeit mit Klienten beobachten und blieb ihr bis zu ihrem Tod verbunden. Sharon Loeschen hat in der Arbeit Virginia Satirs eine Universalität aufgedeckt und identifizierte sechs unterschiedliche Phasen des therapeutischen Prozesses, die sie in Form eines Mandalas anordnete. Diesen Phasen ordnete sie unterschiedliche Gesprächs- und therapeutische Techniken zu - so kann der Prozess von anderen nachvollzogen, erlernt und angewandt werden. Virginia Satir selbst war sich der Universalität von Gefühlen und Veränderungsprozessen bewusst und integrierte beides in ihr Therapie-Modell - dabei erkannte sie die Einzigartigkeit eines jeden Menschen an und sein Bedürfnis nach Achtung und Individualität.

Das vorliegende Buch soll einen Schlüssel zu der Arbeit Virginia Satirs liefern und ein tieferes Verständnis ermöglichen für die therapeutische Arbeit zwischen Therapeut und Klient oder den einzelnen Mitgliedern eines Systems. Es basiert auf dem amerikanischen Titel "The Magic of Satir" von Sharon Loeschen. Der Diplom-Psychologe Gundolf Strehl hat dieses Buch in enger Zusammenarbeit mit Sharon Loeschen übersetzt, angepasst und erweitert. Im Anhang finden sich Materialien zur Hilfe bei der Ermittlung von Familienregeln, ein Paarfragebogen zur Erhebung der Familiengeschichte, eine Liste gebräuchlicher dysfunktionaler Glaubenssätze sowie weit verbreiteter "Sehnsüchte". Das Buch schließt mit einem Literaturverzeichnis, Angaben zu den Autoren und einem Stichwortregister.

"Der Satir-Prozess" ist ein sehr konzentrierter Führer durch den Therapieprozess von Virginia Satir. Zu Beginn wird die Philosophie Satirs dargestellt, in welcher ihr Menschenbild deutlich zum Ausdruck kommt und welche die Grundlage für ihre therapeutische Arbeit darstellt. Erkennbar wird die hohe Wertschätzung Satirs gegenüber jedem einzelnen Menschen, der für sie eine einzigartige Manifestation der universellen Lebensenergie war. Jeder Mensch ist ein Wunder und ist es wert geliebt zu werden, so Satir. Unter der Oberfläche, dem sichtbaren Verhalten des Menschen, gibt es einen Kern, der "reinen Geist" darstellt. Anschließend werden die sechs Phasen, Schritt für Schritt erläutert und auch die angewandten Techniken.
Es geht in dem Prozess darum, den Selbstwert zu stärken, innere Ressourcen zu entdecken und diese zu fördern. Dies ist Voraussetzung für Wachstum und auch Bewusstheit ist ein wichtiger Schritt hin zu Veränderung. Dabei ist die Akzeptanz von sich selbst und auch den anderen wesentlich. Virginia Satir war der festen Überzeugung , dass ein Großteil des Verhaltens angelernt ist und damit auch wieder verlernt werden kann. Der Therapieprozess vollzieht sich in fünf Schritten: Kontakt aufnehmen, Wertschätzung, Bewusstsein erzeugen, Akzeptanz herstellen, Veränderungen herbeiführen und Veränderungen verankern.

Die Autoren geben einen guten, sehr umfassenden Einblick in den Therapieprozess und die Arbeitsweise von Virginia Satir und zeigen wie sie einzelne Techniken anwandte. Es wird hervorgehoben, worauf sie besonders achtete und auch die Unterschiede etwa bei der Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren oder Gruppen/Familien werden benannt. Einige Modelle, wie auch der Therapie-Prozess selbst, sind in übersichtlichen Grafiken dargestellt, Wichtiges in Listen zusammen gefasst. Es finden sich zahlreiche Dialoge zwischen Virginia Satir und ihren Klienten, die ihre Vorgehensweise aufzeigen und nachvollziehbar machen. Das Buch ist sehr klar und strukturiert und bietet eine Fülle von Anregungen und Ansatzpunkten.

Hier wird eine der ganz großen Therapeutinnen, Heilerinnen und Persönlichkeiten erneut in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht, deren Menschenbild und Philosophie einen tiefen Eindruck hinterlässt. Es sind vor allem auch der Glaube an das grundsätzlich Positive in jedem Menschen und der Einblick in die menschliche Psyche, die tiefen Respekt einflößen. Es ist eine gute Mischung aus Theorie und Praxis, gut verständlich und leicht lesbar und übersichtlich dargestellt. Es ist sicher nicht nur für Therapeuten, Ärzte und Mitarbeiter in helfenden Berufen von großem Nutzen, sondern bringt jedem großen Gewinn, der sich selbst und andere besser verstehen und ein Stück wachsen und heilen möchte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 8, 2014 1:13 PM MEST


In zehn Tagen das Selbstwertgefühl stärken
In zehn Tagen das Selbstwertgefühl stärken
von David D. Burns
  Broschiert

38 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Depression muß nicht sein, 31. Oktober 2008
Depression ist die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Man könnte geradezu von einer Erkältung der Psyche sprechen. Ganze 4 Millionen Menschen sind allein in Deutschland von ihr betroffen, bei vielen sind die Depressionen nicht erkannt, einige werden falsch behandelt. Dies führt zu sinnlosem Leiden - dabei gibt es eine Vielzahl von hilfreichen Therapien.

Eine davon ist die kognitive Therapie der Depression, die sich nun seit über dreißig Jahren bewährt hat, und ursprünglich von Aaron T. Beck und seinen Mitarbeitern entwickelt wurde. Kognition heißt dabei nichts anderes als Gedanken. Depressive Menschen neigen häufig zu verzerrtem Denken, das ihnen jede Lebensfreude raubt. Wie man dieses verzerrte Denken erkennt und es dann loslassen kann, erfährt man in dem Buch "In zehn Tagen das Selbstwertgefühl stärken" von David D. Burns, das 2005 im Junfermann Verlag erschien.

"Effektiv, preisgünstig, sehr schnell wirksam und eine Dauer von zehn Tagen", das waren die Anforderungen an ein Behandlungskonzept, die man dem Psychiater David D. Burns stellte. Und er entwickelte das Programm "In zehn Tagen das Selbstwertgefühl stärken", das dann 1993 erstmals auch als Buch erschien. In dem Buch schildert er, wie Gedanken zu Gefühlen und eben auch zu schlechten Gefühlen, wie Schuld, Scham, Angst und Hoffnungslosigkeit, führen können. Die gute Nachricht ist, Gedanken lassen sich ändern und damit auch die mit ihnen verbundenen Stimmungen.

Der Autor erklärt, welche Ursachen Depressionen zu Grunde liegen und wie man dauerhaft mehr Selbstachtung und Selbstwertgefühl erlangen und erhalten kann. Er gibt Hinweise, wie man sich von selbstschädigendem Perfektionismus und Aufschieberitis heilt und zuletzt heißt es dann: Üben, Üben, Üben! Im Anhang finden sich Kopiervorlagen zu den vorgeschlagenen Übungen und Tabellen, ein Verzeichnis weiterer Literatur von David D. Burns und ein Personen- und Sachwortregister.

Zunächst einmal sollte man sich von der Vorstellung lösen, dass man dieses Programm in 10 Tagen bewältigen kann. 10 Wochen sind da schon eher eine realistische Zeitspanne. Eher länger - möchte man mit dem Buch arbeiten und nicht nur lesen und Arbeit machen die vorgeschlagenen Übungen. Der Titel ist also mehr ein griffiges Motto für schnelle Wirksamkeit und Effizienz und historisch zu sehen. Er vermittelt aber auch einen etwas oberflächlichen Eindruck, nämlich, dass es sich bei dem Programm um eine schnell wirksame Methode handelt, deren Nutzen auch genauso schnell wieder verpufft. Dies ist jedoch nicht der Fall. Es handelt sich um eine wissenschaftlich fundierte Methode, deren lang andauernde Wirkung in zahlreichen Studien umfassend bewiesen wurde.

Das und wie das Programm wirkt, kann man selbst immer wieder anhand der Checklisten überprüfen, die man für Depressionen, Ängste und Zufriedenheit in Beziehungen ausfüllt, und die man in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Der Autor weist gleich zu Beginn darauf hin, dass dieses Buch keine Beratung durch einen Psychiater, Psychologen oder Psychotherapeuten ersetzt. In Fällen von Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken und Halluzinationen rät er sogar dringend zu dem Gang zum Spezialisten.

Es enthält eine ungeheure Fülle von Methoden und Denkansätzen. Die Tabellen und Formulare machen es leicht, diese anzuwenden. Der Autor beschreibt ausführlich und klar die Werkzeuge und gibt auch Beispiele aus seiner Praxis und dem eigenen Leben. In Beispielen kann man sich dann Anregungen holen und die eigenen Notizen ergänzen. Am Ende jeden Schrittes wird der Leser gebeten, das Wesentliche des Abschnittes in eigenen Worten zusammen zufassen. Diese Reflexion ist hilfreich um das Gelernte zu überprüfen, zu wiederholen und zu verinnerlichen.

Das Buch enthält zahlreiche Wiederholungen, wahrscheinlich gewollt, die es aber auch ein wenig unübersichtlich machen. Wünschenswert wäre es auch das Wesentliche eines jeden Schrittes noch einmal in einem Kasten oder am Ende des Kapitels zusammen zu fassen, so muss man sehr viel lesen und am Besten das Wichtigste anstreichen.

Das Buch ist in erster Linie ein Selbsthilfebuch und wendet sich an Betroffene, bietet aber sicher auch Angehörigen und professionellen Therapeuten, Ärzten und Mitarbeitern zahlreiche hilfreiche Anregungen. Es ist ein Arbeitsbuch und wer sich der Mühe unterzieht, einige oder gar alle der Übungen anzuwenden wird sicher reichen Nutzen und Gewinn aus dem Buch ziehen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 23, 2010 10:57 AM MEST


Feeling Good: Depressionen überwinden, Selbstachtung gewinnen: Sich wieder wohlfühlen lernen ohne Medikamente
Feeling Good: Depressionen überwinden, Selbstachtung gewinnen: Sich wieder wohlfühlen lernen ohne Medikamente
von David Burns
  Broschiert
Preis: EUR 32,90

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebensfreude und Selbstachtung, 11. Oktober 2008
Auf über 400 Seiten teilt der Autor seine Erkenntnisse mit, die aus seiner langjährigen klinischen Tätigkeit als Psychiater stammen und seiner Forschungstätigkeit zusammen mit Kollegen an der Stanford University School of Medicine. Das Buch erschien 2006 im Junfermann Verlag, die Originalausgabe bereits 1980 in den USA, wo sie sich schnell zum Bestseller entwickelte und bislang drei Millionen mal verkauft wurde. In einer US-Studie, welche die Wirksamkeit von Selbsthilfebüchern untersuchte, belegt das Buch gar Platz Eins unter tausend untersuchten Büchern. Zahlreiche Studien bestätigen die Wirksamkeit kognitiver Therapien. So berichtet eine davon, dass fünfzehn von neunzehn Patienten völlig von ihrer Depression genasen, nachdem sie ausschließlich mit kognitiver Therapie behandelt wurden. Bei Patienten, die mit Antidepressiva behandelt wurden, lag die Zahl der Genesenen bei fünf von fünfundzwanzig. Diese Zahlen machen Mut und geben Motivation, die vorgeschlagenen Übungen doch einmal selbst auszuprobieren. Dabei handelt es sich nicht um "Umprogrammierung", sondern man untersucht kritisch das eigene Denken. Gehört man allerdings zu denen, bei denen die Methode nicht wirkt, wird dies die Depression weiter verstärken. Aber der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass es Menschen gibt, bei denen diese Therapie nicht funktioniert oder nur in Kombination mit Psychotherapie oder Psychopharmaka. Doch so gut das Buch auch nachgewiesener Maßen sein mag, bei mittleren bis schweren Depressionen sollte man sich auf den Weg zum Fachmann machen. Dieser Punkt kommt etwas zu kurz in dem Werk. Nicht jede Übung ist für jeden geeignet und was, wenn hinter der Depression andere Ursachen schlummern, etwa eine Traumatisierung, und nicht nur verqueres Denken.

Das Buch ist ein Selbsthilfebuch und es ist ein Arbeitsbuch. Mag auch das Lesen schon zu einiger Erkenntnis führen, wirkliche Besserung wird erst das Anwenden der vorgeschlagenen Methoden bringen. Ein Gradmesser der Depression ist eine Depressions-Checkliste, die man regelmäßig ausfüllt und anhand der ermittelten Werte lassen sich Fortschritte ablesen. Ausführlich werden die verschiedenen Arten verzerrten Denkens beschrieben, die in der Regel zu Depressionen führen. Diese werden in einer Tabelle übersichtlich zusammengefasst und dann noch einmal an Beispielen geübt, um das Verständnis zu vertiefen. Sie machen deutlich, in welchen Bereichen und wie verzerrtes Denken sich zeigt. Wer kennt es nicht, mal etwas zu über- oder untertreiben, sich selbst und andere mit "du sollst" zu quälen, Abstempeln oder Schuld zuweisen. Nur, wenn diese dysfunktionalen Denkweisen und Einstellungen unkontrolliert ihr Eigenleben führen, so hat dies offensichtlich fatale Folgen: die Depression schlägt zu. Sympathisch und überzeugend ist, dass der Autor anscheinend seine eigenen Methoden bei sich selbst gewinnbringend anwendet.

Das Kapitel über Hoffnungslosigkeit und Selbstmordgefährdung liefert gute Argumente, die auch hilfreich sind, wenn man im eigenen Umfeld selbstmordgefährdete Menschen hat. Es liefert einiges an Stichworten, die überzeugen: "Depression ist eine Krankheit und wird nicht mit dem Tod bestraft", so der Autor und er fragt: "wer oder was bestimmt den Wert eines Menschen und sein Recht zu leben?". Das es trotzdem nicht ganz einfach ist, mit diesem Thema umzugehen, davon zeugen die Auszüge aus den Klientengesprächen. Der Autor liefert viele Hintergrundinformationen und belegt diese durch die anschaulichen und zahlreichen Fälle aus seiner Praxis. Die Methoden sind gut beschrieben und übersichtlich dargestellt, am Ende jeden Kapitels befindet sich eine Zusammenfassung. Die Mustertabellen, etwa für den Tagesplan oder das Protokoll dysfunktionaler Gedanken, können leicht aus dem Buch kopiert werden.

Bei der Fülle an Werkzeugen und Instrumenten tut man gut daran, sich erst mal einen Überblick zu verschaffen und die eine oder andere Technik auszuprobieren. Das gleiche gilt auch für den Text. Auch hier empfiehlt es sich, ein Thema oder einen Problembereich herausgreifen, der einen besonders anspricht oder der gerade akut ist. Der Text selbst ließe sich sicher noch prägnanter formulieren und manche Sätze und Absätze muss man mehrmals lesen, bis man weiß, was denn jetzt gemeint ist. Gute Ärzte sind eben nicht immer auch gute Autoren - vielleicht liegt es auch an der Übersetzung aus dem Amerikanischen. Die Darstellung und Gliederung im Buch ist nicht immer ganz klar und optimal - da sind andere Bücher aus dem Verlag übersichtlicher. Jedoch schmälert dies den Gesamtnutzen des Buches nicht - deshalb trotzdem 5 Sterne.

Fazit: Viele interessante Anregungen und wirksame Methoden, die auch für Menschen hilfreich sind, die nicht an einer Depression erkrankt sind, sondern die ihre Lebensqualität verbessern, ihr Selbstwertgefühl stärken und ihrem dysfunktionalen Denken auf die Schliche kommen möchten. Es richtet sich an Betroffene und Angehörige, Ärzte, Therapeuten und andere Menschen in sozialen und pflegerischen Berufen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 17, 2008 12:24 PM MEST


Yogamatte neopren 180 x 60 x 0,6 cm
Yogamatte neopren 180 x 60 x 0,6 cm
Wird angeboten von dsversand
Preis: EUR 5,95

22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht für Yoga, 25. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Yogamatte neopren 180 x 60 x 0,6 cm (Misc.)
Für Yoga nicht geeignet, da nicht rutschfest und die Matte sich bei bestimmten Übungen dehnt und Falten wirft.


Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch...: Der erfolgreiche Weg zum eigenen Sachbuch
Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch...: Der erfolgreiche Weg zum eigenen Sachbuch
von Sonja Klug
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Für Einsteiger und Profis, 18. August 2008
Trägt man sich mit dem Gedanken, ein Sachbuch zu veröffentlichen, gilt es so einiges zu bedenken. Den erfolgreichen Weg hin zum eigenen Sachbuch beschreibt die Autorin Sonja Kluge.

Auf 216 Seiten gibt sie Hinweise zum Aufbau und zur Struktur eines Sachbuches, wie man den Stoff sinnvoll strukturiert und mit Blockaden umgeht.

Hat man das Manuskript erstellt, möchte man das Buch auch veröffentlichen und nun gilt es, einen geeigneten Verlag zu finden. Wie man da am besten vorgeht oder ob man doch lieber im Internet veröffentlicht, das ist Thema in den nächsten Abschnitten.

Ein ganzes Kapitel ist der Vertragsgestaltung mit Verlagen gewidmet. Gut zu wissen, mit welchem Honorar man rechnen kann und auf welche Klauseln besonders zu achten ist.

Auch dazu, wie man das eigene Werk dann an Mann und Frau bringt hat Sonja Kluge einiges zu sagen.

Das Buch enthält eine Fülle an Material zu allen relevanten Punkten, die bei der Erstellung und Veröffentlichung eines Sachbuches zu bedenken sind. Die Autorin versteht es, ihr Thema kurzweilig und übersichtlich zu vermitteln. Wichtige Gedanken werden optisch hervorgehoben oder in Grafiken zusammen gefasst.

Es ist sicherlich sowohl für Einsteiger als auch für Profis empfehlenswert. Ist man sich nicht ganz sicher, ob das Buch etwas für einen zu bieten hat, kann man den Ein-Minuten-Schnelltest am Anfang machen.

Am Ende jeden Abschnitts finden sich eine Liste mit weiterführender Literatur und hilfreiche Internetlinks. Selbstverständlich fehlen auch ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen und ein Stichwortregister nicht. Informationen über die Autorin und ihre bisherigen Veröffentlichungen runden das Buch ab.


Praktische Selbst-Empathie: Herausfinden, was man fühlt und braucht. Gewaltfrei mit sich selbst umgehen
Praktische Selbst-Empathie: Herausfinden, was man fühlt und braucht. Gewaltfrei mit sich selbst umgehen
von Gerlinde R. Fritsch
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

82 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Fühlen zum Wohl-Sein, 18. August 2008
Herausfinden, was man fühlt und braucht, das klingt vielversprechend und ist Thema in dem vorliegenden Buch Praktische Selbst-Empathie" der Psychologin Gerlinde Ruth Fritsch, welches 2008 im Junfermann Verlag erschienen ist.

Nach einem Vorwort und einer Einführung in das Thema erklärt die Autorin zunächst, wie Gefühle und die damit verbundenen Bedürfnisse erkannt werden können durch Beobachtung. Nach ihrer Meinung enthalten dabei selbst Bewertungen und Urteile noch wertvolle Botschaften und es lohnt sich, diese wahrzunehmen und zu nutzen.
Welche Gefühle gibt es und wie unterscheiden sie sich von sogenannten Pseudo-Gefühlen? Wie äußern sie sich körperlich und in welchen Situationen treten sie auf? Welche Handlungsimpulse werden ausgelöst?
Um Gefühle zu identifizieren stellt die Autorin umfangreiche Listen zur Verfügung, einige der Gefühle werden auch noch weiter analysiert. Der Zusammenhang zwischen Gefühlen und den dazu gehörenden Bedürfnissen ist Thema des folgenden Kapitels. Strategien, um die erkannten Bedürfnisse zu befriedigen, schlägt die Autorin dem Leser dann im nächsten Teil vor.
Wie so ein kompletter Prozess der Selbst-Empathie aussehen kann etwa bei innerer Zerrissenheit oder bei Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen zeigt Gerlinde Ruth Fritsch im abschließenden Teil. Schlussbemerkungen und eine kleine Literaturliste runden das Buch ab.

Inspiriert durch die Arbeit von Marsha Linehan hat die Autorin eine Landkarte der Gefühle erarbeitet und deren Arbeit ergänzt und weitergeführt. Marshall B. Rosenberg und dessen Arbeit über gewaltfreie Kommunikation bildet eine weitere Grundlage für dieses Buch. Hier geht es jetzt speziell um den gewaltfreien Umgang mit sich selbst.

Entstanden ist ein Handbuch der Gefühle und Bedürfnisse und der notwendigen Strategien um diese zu befriedigen.

Die meisten Menschen können auf Anhieb etwa fünf bis sechs Gefühle nennen und kommen nach längerem Nachdenken dann vielleicht auf fünfzehn bis zwanzig. Gerlinde Ruth Fritsch stellt nun ganze Seiten unterschiedlicher Emotionen vor und differenziert dabei sogar noch zwischen echten und Pseudo-Gefühlen.
Einige dieser Gefühle kommen einem denn auch ganz gelegen, etwa wenn es sich um Freude, Glück und inneren Frieden handelt. Andere nimmt man weniger gerne wahr: Angst, Wut, Scham. Versteht man auch den Sinn, sind sie jedoch einfach unangenehm und man möchte sich ihrer in der Regel möglichst schnell entledigen.

Gefühle sind Zeichen unserer Lebendigkeit meint die Autorin, alle Gefühle, und sie geben uns wertvolle Signale. Dabei muss man offensichtlich entweder das ganze Paket nehmen oder man ist gezwungen, auch auf Liebe und Freude zu verzichten und ist zu einem leeren, kalten, eben gefühllosen Leben verurteilt.
Aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrung in Workshops und eigener Therapiepraxis, versteht es die Autorin selbst schwierigen Gefühlen ihren Schrecken zu nehmen und einen vertrauten Umgang mit ihnen zu vermitteln. Dabei kann man sich zunächst erst einmal mit dem eigenen reichen Gefühlsleben vertraut machen.
Auch bei den Bedürfnissen hat Gerlinde Ruth Fritsch wesentlich mehr zu bieten als die oft vorgestellte Maslowsche Bedürfnispyramide und sie stellt einige Hauptbedürfnisse vor samt ihren Ausprägungen.
Ist das Problem erkannt, kann man sich Inspiration und Anregung holen bei den Strategien mit ganz konkreten Handlungsvorschlägen, welche die Autorin anbietet. Und auch hier nicht nur fünf oder sechs, sondern ganze dreißig Seiten.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es sich um einen sehr konzentrierten Führer durch das eigene Innere handelt mit einer Fülle an Listen und Werkzeugen zur Selbsterprobung oder zur Ergänzung zur Therapie. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Arbeit, die Theorie wird nur da erwähnt, wo sie zum Verständnis notwendig ist. Beispiele erleichtern das Verständnis und lockern den Text auf. Auch die Fragen der Autorin helfen bei der Selbsterkundung.
Wenn man bedenkt, was man für einen Wochenend-Workshop oder Vortrag ausgeben muss, ist dieses Buch für 15,90 Euro geradezu geschenkt. Wer mehr machen möchte: die Autorin bietet auch Workshops zu dem Thema in Dresden und Hamburg an.

Das Buch richtet sich an Jeden, der sich im Umgang mit Gefühlen üben und sein eigenes inneres Erleben besser kennen lernen möchte. Es ist sicher auch für Ärzte, Therapeuten und für andere Mitarbeiter in sozialen und medizinischen sowie Ratgeber-Berufen eine wertvolle Hilfe und Anregung.


Das verfolgte Selbst: Strukturelle Dissoziation und die Behandlung chronischer Traumatisierung
Das verfolgte Selbst: Strukturelle Dissoziation und die Behandlung chronischer Traumatisierung
von Onno van der Hart
  Broschiert
Preis: EUR 44,90

105 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trauma überwinden, 3. August 2008
Chronisch traumatisierte Menschen werden oft von einem Leiden verfolgt, das durch eine entsetzliche und schmerzliche Vergangenheit entstanden ist und bis in die Gegenwart hinein wirkt. Viele haben große Probleme mit der Alltagsbewältigung und ihren Beziehungen. Dabei wird dieser endlose Kampf meist hinter einer Fassade von Normalität verborgen und die Komplexität der auftretenden Symptome machen eine Diagnose und Behandlung schwierig.

In dem vorliegenden Buch beschreiben die Autoren, was sie im Laufe von fünfundsechzig Praxisjahren in der Diagnose und Behandlung chronisch traumatisierter Menschen herausgefunden haben. Sie fassen ihre Erkenntnisse unter dem Begriff der "strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit" zusammen. Der Begriff der Dissoziation wurde von Pierre Janet (1859-1947) formuliert und soll hier neu belebt und geklärt werden, da heute viele verwirrende und oft einander widersprechende Definitionen in Gebrauch sind.

Das Einleitungskapitel vermittelt einen Überblick über das Konzept der Dissoziation und über die phasenorientierte Behandlung sowie über die Grundideen einer an Janet orientierten Psychologie des Handelns.

In Teil I werden die klinischen Erscheinungsformen der verschiedenen Stufen der strukturellen Dissoziation benannt. Es werden primäre, sekundäre und tertiäre Erscheinungsformen beschrieben und die verschiedenen Bewusstseinszustände unterteilt in ANPs- "Anscheinend Normal funktionierende Persönlichkeitsteile" und EPs -"Emotionale Persönlichkeitsteile".

Teil II beschreibt eine an Janet orientierte Psychologie des Handelns, die auf die strukturelle Dissoziation bezogen wird, wobei verschiedene dysfunktionale mentale und behaviorale Handlungen untersucht werden, beziehungsweise der Mangel an adaptiven Handlungen bei chronisch Traumatisierten analysiert wird.

Teil III präsentiert eine systematische Anwendung der Theorie. Sie dient dazu, die Funktionsfähigkeit von Patienten besser einzuschätzen und auch der phasenorientierten Behandlung. Es werden Hinweise gegeben, welche Art von integrativen Handlungen Traumatisierte ausführen müssen, um dem "Spuk der Vergangenheit", ein Ende zumachen und in der Gegenwart erfolgreicher und freier leben zu können. Adaptive und somit integrativ wirkende Handlungen sollen optimal entfaltet werden. Die Patienten lernen effektive mentale und behaviorale Handlungsweisen, die es ihnen ermöglichen, ihr Leben adaptiver zu gestalten und ihre strukturelle Dissoziation aufzulösen. Dadurch erhöhen sich die mentale Effizienz und Energie und die Patienten können mit Alltagsanforderungen besser umgehen, unabgeschlossene Angelegenheiten auflösen und in der Erinnerungen erlebte Traumata überwinden.

Das Buch wird ergänzt durch einen Epilog, ausführliche Literaturhinweise und ein Personen- und Sachregister.

Mit "Das verfolgte Selbst" legen der international bekannte, anerkannte und geschätzte Traumaforscher und Therapeut Onno van der Hart sowie die Psychologen und Forscher Ellert R.S. Nijenhuis und Kathy Steele ein Werk vor, das von Kollegen bereits als Klassiker zum Thema der Dissoziation und dissoziativen Störungen bezeichnet wird. Eigentlich fragt man sich, was nach dem Buch von Frank Putnam DIS" überhaupt noch zu diesem Thema geschrieben werden kann. Aber hier wird ein neuer Ansatz vorgelegt, der das bisher Erschienene in idealer Weise ergänzt und fortführt.

Unterschieden wird hier zwischen ANPs und EPs, anscheinend normal reagierenden Persönlichkeitsanteilen und emotionalen Teilen. Die emotionalen Persönlichkeitsteile überfluten die Patienten mit sogenannten vehementen Emotionen, wie Panik und emotionalem Chaos, und führen zu dysfunktionalen Ersatzhandlungen, die ein reflektierendes Durchdenken und sorgsames Handeln verhindern.

Neu ist auch der Ansatz der "Überwindung von Phobien". Der Phobie hinsichtlich Bindung und Bindungsverlust, traumabezogener mentaler Handlungen, dissoziativer Anteile, traumatischer Erinnerungen und hinsichtlich des normalen Lebens. Großes Gewicht legen die Autoren auf die Steuerung der mentalen Energie und Effizienz, ohne deren Gleichgewicht eine erfolgreiche Traumaexposition und Integration der Persönlichkeitsanteile nicht möglich ist.

Ausführlich, umfassend und in klarer Sprache, dabei wissenschaftlich fundiert, werden die Grundlagen vermittelt und Zusammenhänge dargestellt. Der Schreibstil ist sehr einfühlsam und respektvoll und auch für Nicht-Professionelle gut zu verstehen. Zahlreiche Betroffene haben den Autoren bereits nach Erscheinen der englischsprachigen Ausgabe rückgemeldet, dass sie sich nach jahrelanger Therapie zum ersten Mal verstanden und gehört fühlten. Die Kapitel beginnen mit einem Zitat zur Einführung in das Thema. Fallbeispiele verdeutlichen das Dargestellte und vorgeschlagene Interventionen sind übersichtlich in Tabellen zusammengefasst. Das Buch wird sicherlich für mehr Verständnis für diese Art der Persönlichkeitsfehlentwicklung und die Reaktionen der Patienten sorgen. Erst wenn etwas erkannt, akzeptiert und verstanden wurde bietet sich die Möglichkeit zur Veränderung. Es bietet eine Fülle von Anregungen und Ansatzpunkten für eine erfolgreiche Behandlung.

Es wendet sich in erster Linie an Kliniker, ist aber auch für Studenten der klinischen Psychologie und Psychiatrie, sowie für Wissenschaftler und Betroffene von Interesse.


Besser und erfolgreicher kommunizieren!: Vorträge, Gespräche, Diskussionen
Besser und erfolgreicher kommunizieren!: Vorträge, Gespräche, Diskussionen
von Christina Stoica-Klüver
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,90

4.0 von 5 Sternen Kommunikative Kompetenzen verbessern, 28. Juni 2008
Man merkt den Autoren schon an, dass sie aus dem Wissenschaftsbereich kommen. Und so hat jeder Abschnitt eine ordentliche Überschrift und startet mit einer kurzen Definition des Themas. Auch die Gliederung lässt nichts zu wünschen übrig. Das Buch erinnert sogar ein bisschen an eine Vorlesung und bietet eine Fülle an Informationen: Techniken, Beispiele, Hintergründe, Praxis und Theorie. Die gezeigten Fotos überschreiten leider kaum Briefmarkengröße, aber immerhin sieht man, was gemeint ist. Die Bücher des w3l-Verlages punkten eben vor allem durch ihren Inhalt und weniger durch Gestaltung. Sie bieten kompetent vermitteltes, konzentriertes Wissen, und so ist auch dieses Buch eher sachlich, aber durchaus locker geschrieben.
Die wichtigsten Stichworte sind fett gedruckt und finden sich am Rand wieder - gesuchte Informationen lassen sich so leicht finden. Besondere Tipps werden noch einmal gesondert durch Balken hervorgehoben oder im Text grau unterlegt. Zahlreiche Beispiele veranschaulichen den Text, und die Autoren können aus einem reichen eigenen Erfahrungsschatz Wissenswertes mitteilen. Checklisten fassen Merkenswertes übersichtlich zusammen.
Die Sprache ist klar und verständlich, stellt aber schon gewisse Anforderungen an die Bildung der Leserschaft. Wer sich von Begriffen wie Ambiguitätstoleranz nicht schrecken lässt und weiß, wie man etwas antizipiert, dem bietet auch das vorliegende Buch reichen Nutzen. Das Buch geht sowohl in die Tiefe als auch in die Breite. So umfasst der Abschnitt Kunst der Argumentation" beispielsweise sowohl die Regeln sachlicher Argumentation und dialektisches Argumentieren als auch Logik und Schlussfolgerungen. Daneben werden ebenso Hinweise gegeben, wie etwa mit Händezittern oder aggressiven Zwischenfragen umzugehen ist. Das Buch bietet somit eine Fülle von Anregungen und Stichworten, auch um sich weiter mit bestimmten Aspekten des Themas zu beschäftigen.

Das Buch wendet sich sicherlich in erster Linie an Personen, die beruflich ihre kommunikativen Kompetenzen verbessern möchten, bietet aber dennoch einige hilfreiche Hinweise zur Verbesserung der privaten Kommunikationsfähigkeiten und ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert.


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