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Rezensionen verfasst von
Lecram (Köln)

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Hurley
Hurley
Preis: EUR 13,97

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es konnte ja auch nur noch bergauf gehen., 13. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Hurley (Audio CD)
Nachdem Weezer im letzten Jahr mit ihrem Album "Raditude" sowohl künstlerisch, als auch kommerziell den absoluten Tiefpunkt ihrer Karriere erreicht hatten, kommt plötzlich und noch nicht einmal ein Jahr später "Hurley" daher. Und man mag es kaum glauben, aber "Hurley" gewinnt nicht nur im Direktvergleich mit seinem Vorgänger.
Das Cover wird geschmückt vom Gesicht des Schauspielers Jorge Garcia, dessen Rolle aus der Serie LOST Namensgeber des Albums gewesen sein soll. Böse Zungen könnten behaupten, dass eher die Surf- und Skatermarke Hurley, für die Weezer seit Kurzem Werbung macht, ihre Finger im Spiel hatte. Dieses wurde jedoch im Vorfeld vehement von der Band zurückgewiesen. Wie auch immer.
Nachdem Weezer im Jahr 2009 ihren Vertrag mit Geffen Records erfüllt hatten, versuchtes sie ihr Glück beim Independent Label Epitaph Records. Dies schien sich schon allein dadurch auszuzahlen, dass die Vorab-Single "Memories" auf dem, ebenfalls durch Epitaph vertriebenen, neuen Jackass 3-D Soundtrack vertreten ist. Der Song ist für Weezers Verhältnisse eher roh und "dreckig" produziert, besticht jedoch durch einen eingängigen Refrain und den "Gute-Laune" Faktor.
Die Highlights des Albums sind jedoch mal wieder die melancholischeren Songs wie "Unspoken", "Run Away" oder "Trainwrecks", welche Weezer Fans der früheren Tage sicher gefallen werden. "Ruling Me" und "Smart Girls" sind eher poppig ausgefallen, was aber auf diesem Album in keinster Weise in die "Raditude"-Richtung geht und somit hier nicht negativ gemeint sein soll. "Where's My Sex?" mag zunächst ein wenig albern erscheinen, was daran liegt, dass Rivers Cuomo hier eigentlich über Socken singt und das Wort "socks" im Text durch "sex" ersetzt hat. Das ganze beruht auf einem Versprecher seiner kleinen Tochter, welchen er sofort in einen Song verwandelte. Mit "Time Flies" wird das Album treffend abgeschlossen. Mit nur etwas über 30 Minuten Spiellänge vergeht die Zeit tatsächlich wie im Fluge. Das liegt aber zum großen Teil auch daran, dass das Album einfach keine deutlichen Schwachstellen hat. Jeder Song wirkt als wäre die gleiche Sorgfalt investiert worden und es lassen sich keine wirklichen Füller-Songs ausmachen. Mag es nun daran liegen, dass Cuomo auf diesem Album noch mehr als auf "Raditude" mit großen Namen aus dem Musik-Business zusammen geschrieben hat, oder nicht.
Die Deluxe Edition beinhaltet dieses Mal keine Schätzchen, wie das "Red Album" oder "Raditude", sondern eher kleine Ergänzungen. "All My Friends Are Insects", den Weezer für die amerikanische Kinder TV Serie "Yo Gabba Gabba!" aufgenommen haben, ein Live-Cover von Coldplay's hit "Viva La Vida", mit "I Want To Be Something" eine nette akkustische Demo-Aufnahme und Weezer's Beitrag zur Fußball-WM "Represent".

FAZIT: 3/5 Sterne. Weezer haben nochmal die Kurve gekriegt und mit "Hurley" ein gutes Album abgeliefert. Das "Blue Album" und "Pinkerton" werden hier zwar nicht übertroffen, aber das hat ja auch ernsthaft niemand erwartet. In meiner persönlichen Hitliste liegt es irgendwo zusammen mit dem "Green Album" und dem "Red Album", aber meilenweit vor "Raditude", "Make Believe" und "Maladroit". Somit zählt "Hurley" zu den guten Weezer Alben (jawohl, auch das rote ist eins davon).


Weezer (Blue Album/Raritie
Weezer (Blue Album/Raritie
Preis: EUR 16,84

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur ein kleiner Hinweis, 30. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Weezer (Blue Album/Raritie (Audio CD)
Hierbei handelt es sich um die Bonus Disc, die zusammen mit dem "Blue Album" schon 2004 in der Deluxe Edition erschienen ist.


Raditude
Raditude
Preis: EUR 7,97

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Tiefpunkt ist erreicht!, 10. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Raditude (Audio CD)
Als treuer Weezer Fan kann man nur noch den Kopf schütteln. Die erste Single "(If You're Wondering If I Want You To) I Want You To" hat ja schon angekündigt, dass Weezer sich im Jahre 2009 eher in Richtung Radio Pop bewegen, aber das dazugehörige Album schießt den Vogel nun komplett ab. Die Alben "Maladroit" und "Make Believe" waren bereits ein Härtetest dafür, wie viel die Fans dieser Band durchgehen lassen. Erst mit dem "Red Album" und besonders dessen Deluxe Edition konnten Weezer mal wieder so richtig punkten. Man hatte den Eindruck sie wären nun endlich wieder auf dem richtigen Weg. Hätte die Band auf "Raditude" nun lediglich die kleinen Fehltritte die auf dem roten Album noch vorhanden waren vermieden und wären sich sonst treu geblieben, hätten wir mit Sicherheit ein sehr gutes Album bekommen. Leider sollte es nicht so sein.
Im Vorfeld hatten sich schon einige Seltsamheiten angedeutet, als bekannt wurde, dass Songschreiber und Sänger Rivers Cuomo zusammen mit dem Produzenten von Kelly Clarkson und P!nk arbeiten würde. Noch merkwürdiger wurde es als man vernehmen musste, dass auch Rapper Lil Wayne auf dem Album zu hören sein würde. Naja. Abwarten und Selbsthören hieß die Devise. Leider klingt alles genauso schlimm wie angenommen. Das Album ist voll von überproduzierten, belanglosen und in den meisten Fällen sogar peinlichen Liedern. Die bereits erwähnte Single ist, zugegebenermaßen nicht unbedingt schlecht, aber der Text lässt schon erahnen in welche Richtung die Reise geht. Wie auch bei den restlichen Songs, klingt der Text als wäre er aus der Sicht eines 18-jährigen geschrieben. Rivers Cuomo ist allerdings inzwischen 40, was die Texte gezwungen und schlicht und ergreifend unwahr erscheinen lässt. Das Wort Midlife-Crisis wird einem beim Hören mit Sicherheit durch den Kopf gehen. Jedoch ist dieses Lied noch eines der Besseren. Richtig peinlich werden die nächsten beiden Stücke. "I'm Your Daddy" und "The Girl Got Hot" sind nicht nur unglaublich schlecht produziert, sondern leider auch zeimlich belanglos. "Can't Stop Partying" wird wohl für die meisten ein Stein des Anstoßes sein, ist jedoch nicht das größte Problem des Albums. Lil Wayne's Rap stört nicht wirklich und der Song ist an sich ok, wenn man nicht wüsste, dass die Demoversion auf Cuomo's Soloalbum "Alone II" um Längen besser war. Die Melancholie geht durch die programmierten Beats und Sounds irgendwie verloren. Schade. Zusammen mit den All American Rejects wurde das Lied "Put Me Back Together" geschrieben und klingt so, als würde genau diese Band versuchen so zu klingen wie Weezer. Dass Cuomos Stimmumfang für die hohen Stellen nicht (mehr) ganz ausreicht hilft natürlich auch nicht. Vor weiteren Peinlichkeiten wie "Love Is The Answer", "Let It All Hang Out" und "In The Mall" bleibt man nicht verschont. "Trippin' Down The Freeway" erinnert zum Glück an alte Zeiten und ist einer der wenigen Lichtblicke des Albums. Der letzte Song "I Don't Want To Let You Go" ist zwar nett, war aber genau wie "Can't Stop Partying" bereits auf "Alone II" in einer viel besseren Version veröffentlicht.
Zu dem Bonustrack "Turn Me Round" sollte gesagt sein, dass es sich hier tatsächlich um eine Demoaufnahme aus dem Jahre 2002 handelt. Der Song ist zwar auch nicht der Knaller, aber wenn es etwas umsonst oben drauf gibt sollte man sich nicht beschweren.
Leider retten die zusätzlichen Songs auf der zweiten Disc der Deluxe Edition dieses Album nicht in dem Maße, in dem es noch beim "Red Album" klappte. Die einzige Ausnahme ist "The Prettiest Girl In The Whole Wide World". Ein wirklich umwerfendes Lied. Ebenfalls auch schon bekannt von "Alone II", aber dieses Mal hervorragend umgesetzt.

FAZIT: 1/5. Ohne Zweifel das schlechteste Album, dass Weezer jemals gemacht haben. Der Soundtrack zu Cuomo's Midlife-Crisis. Weezer gab den Fans immer das Gefühl, dass es in Ordnung ist ein Außenseiter zu sein, zu trauern und zu träumen. "Raditude" hingegen scheint zu sagen: "Was ist mit dir los, du Stubenhocker? Geh' raus und mach' Party!" Und das funktioniert einfach nicht.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 3, 2012 5:46 PM MEST


Pinkerton
Pinkerton
Preis: EUR 7,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das "Blaue" machte sie bekannt. Doch "Pinkerton" machte sie zur Legende!, 3. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Pinkerton (Audio CD)
Als "Pinkerton" 1996 als Nachfolger des mehrfach Platin ausgezeichneten Debutalbums von Weezer erschien, bekam es nur wenig gute Kritiken. Auch die Verkaufszahlen ließen zu wünschen übrig. Der Grund? Ganz einfach. Es klang nicht wie das Blaue Album. Nachdem Weezer mit ihrem Hit "Buddy Holly" bei MTV rauf und runter gespielt wurden, wurde Weezer in die Schublade "Party Rock" einsortiert. Dies gefiel Frontmann und Songschreiber Rivers Cuomo allerdings gar nicht und steuerte direkt in die entgegengesetzte Richtung.

Textlich verarbeitete er in seinen neuen Liedern unter anderem Themen wie die Kehrseiten des Ruhmes, sein Dasein als Außenseiter in Harvard, die Zeit nach einer Operation in der er auf Schmerzmittel und Gehhilfen angewiesen war und immer wieder seine verzweifelte Suche nach der wahren Liebe. Der Gesang ist weniger monoton als auf dem Blauen Album, was dafür sorgt, dass man als Hörer bei jedem Lied den Kummer spürt den Cuomo verarbeitet und man richtig mit ihm mitleiden kann. Nicht umsonst wird diesem Album "vorgeworfen" die Bewegung "Emo" (kurz für Emotional) ins Leben gerufen zu haben. Musikalisch ist "Pinkerton" eine Spur wilder als das Erstlingswerk, worunter jedoch in keiner Weise die Schönheit der Melodien leidet. Im Gegenteil. Beeinflusst von Puccini, besonders dessen Werk "Madame Butterfly", versuchte sich Cuomo an komplexeren Kompositionen und Strukturen. Tempi- und Tonartwechsel sind fast in jedem Lied zu finden, was einen beim ersten Hören vielleicht etwas überfordert. Aber hat es erst einmal "klick" gemacht, wird man verstehen wie gut dieses Album wirklich ist. Die Lieder gehen vielleicht nicht so schnell ins Ohr. Bleiben dafür aber umso länger drin, wenn sie erst einmal ihren Weg hinein gefunden haben.

Der mangelnde Erfolg des Albums ließ Weezer, geplagt von Selbstzweifeln, für mehrere Jahre in der Versenkung verschwinden. Aber genau diese Zeit hat das Album gebraucht um die Anerkennung zu gewinnen, die es eigentlich von Beginn an verdient hätte. Nach der ursprünglichen Enttäuschung wuchs der Kultstatus des Albums, und somit der der Band, immer mehr. Sogar das Rolling Stone Magazine veröffentlichte Jahre später eine zweite Rezension des Albums, die um Einiges positiver ausfiel als die ursprüngliche von 1996. Eine solchen künstlerischen Anspruch haben Weezer seither nie wieder erreicht und steuerten mit dem nächsten Album erneut in die komplett andere Richtung.

FAZIT: 5 Sterne. "Pinkerton" ist und bleibt Weezers anspruchsvollstes und tiefgründigstes Album. Es ist zwar eher was für kalte Herbsttage, als für den Sommer, aber wer es emotional und extrem melodiös mag, dem sei dieses Meisterwerk wärmstens empfohlen.

P.S.: Wer jedoch ausschließlich die Party Songs sucht, sollte in "The Good Life", "El Scorcho" und Why Bother?" reinhören.


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