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Rezensionen verfasst von
Alexander Ewald "Alexander Ewald" (NRW)
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Bushidô: Der Weg des Kriegers ist ambivalent (Iaponia Insula)
Bushidô: Der Weg des Kriegers ist ambivalent (Iaponia Insula)
von Gerhard Bierwirth
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend, 24. September 2009
Gerhard Bierwirths Buch "Bushido - der Weg des Kriegers ist ambivalent" ist ein Buch welches mich beeindruckt hat. Ich möchte in dieser Rezension einen groben Überblick geben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen und damit dem potentiellen Leser einige Aha-Effekte zu nehmen:

Unverholen und offen wendet sich der Autor innerhalb der Samurai-Erzählungen dem zu, was gemeinhin als Bushido, ein Ehrenkodex und Ethik der Samurai bezeichnet wird. Leitend sind für ihn die Frage nach einer innewohnenden Ambivalenz, die die unterschiedlichen Kontexte und Verwendungsweisen nachvollziehbar machen könnte.
Dabei interessiert Bierwirth vor allem mögliche krisenhafte Zusammenhänge zwischen Individuum und Gesellschaft, wobei er selbst u.a. an Überlegungen von Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Norbert Elias anknüpft.

Inhaltlich zieht Bierwirth verschiedenste Samurai-Erzählungen und Darstellungen heran, gibt einige komprimierte gute Überblicke über die Samurai in verschiedensten Epochen und diskutiert für Bushido als ein ambivalentes Phänomen, indem er zum Ende hin verschiedene Texte (z.B. Musashias Buch der 5 Ringe, das Hagakure) auf eine spezielle Art dekonstruktivistisch liest.

Ich selbst habe mit diesem Buch einen, wie ich finde, guten Einstieg in die Themen Samurai & Bushido gefunden und kann das Buch an diesen Themen Interessierten (z.B. Kampfkünstler, Japanologie-Studenten etc) auch bei dem Preis von gut 10€ nur empfehlen. Empfehlen möchte ich dann auch, es genau oder auch mehrmals zu lesen - Bierwirth gibt auf knapp 140 Seiten eine Unmenge an Input, Anregungen und teils mir sarkastisch anmutende Pointen und spricht sich für neue Blickwinkel aus - ich denke, man kann aus diesem Buch etwas mitnehmen, für mich war es einiges...


On the Warrior's Path, Second Edition: Philosophy, Fighting, and Martial Arts Mythology
On the Warrior's Path, Second Edition: Philosophy, Fighting, and Martial Arts Mythology
von Daniele Bolelli
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,06

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ansichten & Erfahrungen über Martial Arts, 24. September 2009
"On the warrior' path: Philosophy, fighting and martial arts mythology" von Daniele Bolelli umfasst in der zweiten Auflage von 2008 nun 13 Kapitel.
13 Kapitel eines persönlichen und engagierten Buches, wo der Autor die Martial Arts (MA) unter den Möglichkeiten der Entwicklung einer Haltung eines Kriegers/Kämpfers (warrior) beleuchtet.
Warrior meint dabei jetzt keineswegs gewaltverherrlichende, sie als universale Problemlösung einsetzende Menschen, sondern ist, wie gesagt, als Haltung zu verstehen: Es geht um eigene Stärken, Wünsche, Vertrauen, Begegnungen mit eigenen Ängsten - all dies ist auch in den Martial Arts erfahrbar.

Bolelli beleuchtet verschiedenste Phänomene im Bereich der MAs: Der Umgang mit dem eigenen Körper, martial-arts-interne, gesellschaftliche & mediale Bilder über MA (z.B. MA-Filme aber auch vieldiskutierte Turniere wie UFC), ein mich schmunzeln lassendes Kapitel über die Bruce Lee und Philosophie des Jeet Kune Do und verschiedene Überlegungen über die Haltung des Warriors zu sich selbst und zu seiner Mitwelt (z.B. die 6 Archetypen des Warriors oder auch das Kapitel Nr. 4 metaphorisch über den Krieger und die Prinzessin). Bolleli macht dabei öfters deutlich, dass es ihm selbst ein Anliegen ist, Erfahrungen aus den MAs in das alltägliche Leben mitzunehmen und somit dort einen erweiterten und veränderten Umgang mit eigenen Ängsten & Konflikten pflegen zu können.

Bolellis Buch ist ein persönliches Buch - es finden sich viele persönliche Beispiele und Erfahrungen des Autors, der sich häufig im positiven Sinne einmischt und erfolgreich versucht, Phänomene von verschiedenen Seiten her zu denken - nicht selten geht es dabei daoistisch zu, was mir das Buch sehr sympathisch macht.

Eine Wirkung des Buches auf mich war es, dass meine Lust auf Praxis & Vertiefung der eigenen Kampfkunsterfahrungen erhöhte - ich mag dem Buch viele Leser wünschen, die dann für sich selbst feststellen können, was sie aus diesem Buch mitnehmen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 12, 2010 9:29 AM CET


Lebendiges Philosophieren: Philosophische Praxis im Alltag (Edition Moderne Postmoderne)
Lebendiges Philosophieren: Philosophische Praxis im Alltag (Edition Moderne Postmoderne)
von Detlef Staude
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Schnupperkurs..., 7. Mai 2008
...in das Phänomen der philosophischen Praxis.

Philosophische Praxis? Was soll das denn sein? Braucht man das überhaupt - gibt doch Psychologen und Seelsorger?
Fragen dieser Art verdeutlichen, dass viele Leute keine klare Vorstellung davon haben, was denn philosophische Praxis sei...
Der Begriff an sich ist recht jung (wurde zu Beginn der 80er von Gerd B. Achenbach geprägt) und beginnt erst sich im allgemeinen Verständnis zu entfalten und zu etablieren.
Genau an dieser Stelle setzt "Lebendiges Philosophieren - Über philosophische Praxis im Alltag" an. Das Buch ist ein Autorenprojekt der "Gesellschaft für praktisches Philosophieren" und möchte ein wenig Einblick geben in die unterschiedlichsten Facetten philosophischer Praxis.

Inhaltlich gliedert sich das Buch in die vier Hauptkapitel "Formen philosophischer Praxis", "Philosophieren mit bestimmten Zielgruppen", "Inhalte philosophischer Praxis" und "Philosophische/r Praktiker/in werden und sein". Dort versuchen die elf Autoren den Begriff der philosophischen Praxis mit Leben zu füllen (oder auch: sein Leben zu beschreiben), indem sie eigene Erfahrungen und Gedanken zur Sprache bringen:
Philosophische Reisen, Philosophieren mit Führungskräften, philosophische Cafes, die Frage nach (Nicht-)Lehrbarkeit der philosophischen Praxis, Philosophie und Arbeit sind nur einige der behandelten Inhalte.

So erfährt der Leser einiges aus der phil. Praxis, was sie sein könnte, wie sie sich äußert und wie das Philosophieren mit dem Leben wirkt und bereichernd sein kann. Die unterschiedlichen, allesamt soweit verständlich geschriebenen praktischen Erfahrungsschilderungen der Autoren sind für diesen Schnupperkurs sehr schön geeignet und wecken beim Leser Lust und Interesse.


Spirit of Shaolin: Eine Kung Fu Philosophie
Spirit of Shaolin: Eine Kung Fu Philosophie
von Jano Rohleder
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kurzweiliges Buch mit darüber hinausweisendem Potential..., 7. Mai 2008
"Spirit of Shaolin - eine Kung Fu Philosophie" wurde von David Carradine um 1990 herum geschrieben und er ist bestrebt mit dem Buch über Kung Fu in seiner wahren Form zu berichten.
Als Schauspieler hat Carradine mehrfach Rollen gespielt, die mit Kung Fu mehr oder weniger direkt in Zusammenhang stehen - eine der letzten größeren war die des Bill in Quentin Tarantinos Zweiteiler "Kill Bill". Die bekannteste aber dürfte wohl die Verkörperung des Shaolin-Priesters "Kwai Chang Caine" in den Serien "Kung Fu" (70er) und "Kung Fu - The Legend continues" (Beginn der 90er) gewesen sein - letztere war zum Zeitpunkt der Entstehung der amerik. Originalausgabe noch nicht begonnen.

Das Buch selbst ist in drei kleine Bücher unterteilt:

- Buch 1: Die Geschichten
- Buch 2: Die Weisheit aus alter Zeit
- Buch 3: Die Lektionen

Im ersten Buch erzählt Carradine, wie Kung Fu, über das er zuerst gar nichts wusste, durch das Drehbuch zu "Kung Fu" in sein Leben trat und wie es daraufhin weiterging: Er erzählt Anekdoten und Hintergrundwissen von weitreichenden Begegnungen, Herausforderungen und Komplikationen beim Drehen der Serie und einiger Filme danach, wie z.B. "McQuade, der Wolf" oder "The Warrior and the Scorceress" und gibt einen Einblick in seine Charakterentwicklung und den Einfluss des "Geistes der Shaolin".

Mit dem zweiten Buch nähert sich Carradine dann auf theoretischer Ebene näher dem Buchtitel an - er schreibt vom Kung Fu als Lebensweise, deren Studium ein Leben lang dauern kann und das Streben nach dem Erspüren kosmischer Zusammenhänge zum Gegenstand hat. Des weiteren gibt er historische und philosophische Ausführungen über Shaolin Kung Fu, Bodhidharma, Taoismus, Konfuzianismus, Chi, Meditation und Yin-Yang. Richtig in die Tiefe geht er dabei nicht (insofern kann der Buchtitel dazu führen, dass Erwartungen des Lesers nicht in erfüllt werden), aber er gibt Anregungen, die über das Buch hinausweisen.

Dies führt er auch im dritten und letzten Teil fort. Hier geht es zuerst um einige konkrete praktische Übungen, wie Stance-Training, Stretching sowie Ernährung und zum Ende des Buches hin entfaltet Carradine Erwägungen, bspw. in "Werden Sie der, der Sie sein wollen" oder "Ein Wort der Warnung", die wiederum über das Buch hinausweisen.

Die deutsche Erstübersetzung von Jano Rohleder aus dem Jahr 2006 versteht sich als authentische, originalgetreue Übersetzung der - teilweise recht queren - Gedanken Carradines und geht stellenweise etwas darüber hinaus, wenn der Übersetzer in Fußnoten Entwicklungen nach 1990/91 kurz miteinbezieht oder zusätzliche Informationen darbietet.

So ist David Carradines "Spirit of Shaolin - eine Kung Fu Philosophie" ein sehr interessantes Buch, welches schöne Einblicke in das Leben Carradines gibt und man spürt, wie er dem "Geist der Shaolin" eine lebensbeeinflussende Kraft zuschreibt und von ihm fasziniert und bereichert ist. Dies lässt ihn in der Suche fortfahren und es findet sich auch als Anregung für den geneigten Leser im letzten Satz des Buches: "Fahren Sie - unbeirrbar - fort mit Ihrer SUCHE."


Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise
Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise
von Richard David Precht
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1.102 von 1.189 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spielerisch..., 24. November 2007
...dieses in der Buchbeschreibung auf dem Umschlag mehrfach auftauchende Wort beschreibt Richard David Prechts "Wer bin ich? und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise" in meinen Augen soweit treffend.
Ich habe mir das Buch, weil es eingeschweißt war, einfach mal auf gut Glück gekauft und bekam einiges zu lesen.

Precht möchte mit seinem Buch einen Einblick geben, einen Einblick in die großen philosophischen Fragen des Mensch-Seins, verknüpft mit Ergebnissen und Sachverhalten aus Psychologie und Biologie - demnach ist das Buch also der Versuch, den Leser auf eine einleitende vielperspektivische Reise mitzunehmen, wo alles miteinander zusammenhängt.

Rein strukturell hangelt der Autor sich an den berühmten kantischen Fragen "Was kann ich wissen?", "Was soll ich tun?" und "Was darf ich hoffen?" entlang und reißt dabei die unterschiedlichsten Themen an, wie z.B.

Kapitel 1: Was kann ich wissen?
- Was ist Wahrheit?
- Wie funktioniert mein Gehirn?
- Wer ist "Ich"?
- Was sind Gefühle?

Kapitel 2: Was soll ich tun?
- Warum soll ich gut sein?
- Kann ich wollen, was ich will?
- Ist Abtreibung moralisch?
- Warum sollen wir die Natur schützen?

Kapitel 3: Was darf ich hoffen?
- Gibt es Gott?
- Was ist Liebe?
- Was ist Freiheit?
- Hat das Leben einen Sinn?

Auffallend ist die Breite der angelegten Fragen - der Autor verknüpft philosphische Überlegungen mit Biologie und Psychologie, ist bemüht um das vernetzte Denken und Fragen stellen.
Innerhalb der jeweiligen Kapitel stellt Precht verschiedene Aspekte der jeweiligen Disziplinen vor (beispielsweise Kants kategorischen Imperativ, Descartes "cogito ergo sum", Die Experimente Libets), wägt sie ab und entfaltet zum Ende hin eine Art Standpunkt, von dem aus er geschickt zum nächsten Kapitelthema überleitet.
Das Ganze erfolgt auf eine irgendwo spielrisch wie leichte Art und Weise und macht das Buch amüsant lesbar.

Vor allem entfaltet dieses durch diese spielrische Herangehensweise seinen eigenen Charme, der es sowohl für Einsteiger in die Philosophie aber auch für mehr bewandelte Leute interessant macht:

Der Einsteiger findet eine Menge an Informationen, Gedanken und Fragen vor und wird so auf ganz leichte Weise zum Nach- und Weiterdenken ermuntert.
Dennoch kann ein wenig Zeit lassen beim Lesen nicht schaden - die Informationsmenge ist sehr hoch und das Sortieren derselben kann, gerade wenn zum Ende hin die Querverbindungen häufiger werden, dazu führen, dass das Behalten des Überblicks gefährdert sein könnte.

Dem etwas mehr bewandelte Leser kann es Freude bereiten, zu sehen, welche Verknüpfungen Precht herstellt. Sicherlich wird er fachlich nicht allzu viel Neues erfahren, wenn überhaupt, und es mag sich bei manchen Verknüpfungen im Detail Zweifel oder gar Widerspruchsgeist regen - dies ist dem Autor durchaus bewusst - aber kombiniert mit den entfalteten Standpunkten kann man das Werk spielerisch wie ernster als (Neu)Ausgangspunkt zur Selbstreflexion eigener Standpunkte und Anregung von Gedanken betrachten, wo dann mE auch über das Buch hinausweisendes miteinbezogen werden kann - kurzum: ein interessantes und Freude bereitendes Buch.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 2, 2011 8:19 AM CET


Lob der Disziplin: Eine Streitschrift
Lob der Disziplin: Eine Streitschrift
von Bernhard Bueb
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen (Gewolltes?!) irritierendes Ungleichgewicht..., 20. September 2007
Das Fazit vorweg: Buebs Buch wirkte auf mich irritierend, nachdenklich sowie skeptisch machend und letztenendes auf das Gesamtthema Erziehung bezogen unausgewogen.

Zum Ende des Vorwortes gibt der Autor dem Leser das Bild des Mann'schen Schiffers mit auf den Weg, der durch sein entgegengesetztes Neigen in bestimmte Richtungen das Schiff im Gleichgewicht hält. (s. S. 12)
Ebenso verhalte es sich mit der Erziehung: Sie stelle ' so sie gelingen soll ' eine immerdauernde dialektisch (d.h. sich den jeweiligen Begründungen aussetzend (s. S. 18)) Gratwanderung zwischen den Gegensatzseiten 'Gerechtigkeit, Disziplin, Kontrolle und Konsequenz' sowie 'Güte, Liebe, Fürsorge und Vertrauen' dar.

Bueb erachtet es nun als notwenig, dass wir im Rahmen einer Gewichtung uns nun schiffersgemäß mehr der Seite von Disziplin und Konsequenz widmen müssen (s. S. 32).

Insgesamt versucht der Autor darzulegen wie u.a. Konsequenz, Disziplin, Macht der Eltern und Ordnung für eine gelingende Erziehung zur Freiheit beitragen würden bzw. gar von Nöten seien.
Bei diesen Ausführungen ist Bueb bestrebt, sie nicht negativ verstanden zu wissen: Konsequenz sei keine mechanische Dressur sondern ziele auf Einsicht ab (s. S. 27 ff.), Disziplin müsse sich zur Selbstdisziplin wandeln, damit Freiheit von und zu etwas erfahrbar sei (s. S. 34 und 40), die anzuerkennende Macht der Eltern wandle sich durch Liebe in Autorität (s. S. 48 und 61 f.) und Ordnung sei Voraussetzung des Glücks (s. S. 102 und 106).

Insgesamt hinterlässt Buebs Buch einen zwiespältigen Eindruck bei mir, den ich nicht vollständig aber grob skizzieren möchte:
Einige Thesen regen zum Nachdenken an, wie z.B. die Definition der Freiheit nach Nietzsche (S. 33), das Bild des Schiffers generell oder die Ausführungen über die Elite (s. S. 168).
Bei vielen Aussagen muss man sich auf das Begriffsschema des Autors einlassen, um zu erfahren, wie er negativen Deutungen vorgreifen will (Bsp Autorität).
Hier die Begriffsgrenzen des Autors immer im Kopf zu halten, ist nicht ganz einfach, weil einige Verwendungen von Oberbegriffen trennschärfer und eindeutiger hätten durchgeführt werden können und teilweise der Leser mit begrifflichen Vorstellungen an das Buch herantritt, die vom Buebs Begriffen abweichen ' beides kann zu Missverständnissen führen...

Auch stehe ich einigen Aussagen Buebs skeptisch gegenüber, weil ich sie zu einseitig finde oder nicht nachvollziehen kann:
Für ersteres möchte ich die Textstelle 'Wer Autorität besitzt, darf Respekt und Achtung erwarten, aber auch Gehorsam.' (S. 57) nennen: Mag sie auf Grund der versuchten Abgrenzung des Autors doch nachvollziehbar erscheinen, stellt sich mir die Frage nach einem 'mehr':
Erwarten dürfen ist schön und gut, aber was ist mit dem Arbeiten an sich selbst, mit dem permanenten Verdienen und Neuerwerben von Respekt und Achtung?
Ähnliche Einseitigkeiten finden sich an anderen Stellen ebenso, wobei gelegentlich dazu noch Zweifel an der Richtigkeit der Aussage vorhanden sind. Dies ist zum Beispiel bei der Aussage, dass im Rahmen der Disziplin erzwungene Wiederholungen zur Einsicht führten (S. 34, 40) der Fall. Ist das der einzige Weg zur Freiheit? Was für eine Einsicht ist das? Und ist der Zusammenhang zwischen Freiheit, Selbstdisziplin und Disziplin wirklich so kausal?

Der Punkt des 'Nicht-Nachvollzehen-Könnens' bezieht sich u.a. auf Buebs Ausführungen zur 'unheilvollen Psychologisierung der Pädagogik', wo er die Grenzen seiner Maxime, dass Psychologie erst nach dem Versagen aller pädagogischen Mittel eingesetzt werden solle (s. S. 73), nicht herausarbeitet ' insbesondere zu seiner Forderung, dass ein Pädagoge erkennen müsse, wann ein Psychologe zurate zu ziehen sei (s. S. 75 f.).

Auch nicht anfreunden kann ich mich mit der häufigen Verwendung des Wortes 'Kampf' im Zusammenhang mit Erziehung, Macht und Autorität (z.B. S. 17, 49, 50, 104). Diesen Zustand nimmt Bueb scheinbar als gegeben oder notwendig hin, denn Ausführungen über Wandelung oder Abbau des Kampfes habe ich nicht gefunden.

So ergibt sich meine Kritik wohl einerseits aus der Struktur des Buches (was ihm nicht wirklich angelastet werden kann) und andererseits aus einseitigen, skeptisch machenden Aussagen des Autors.

Abschließend einige allgemeinere Ausführungen: Das 'Lob der Disziplin' ist in meinen Augen das, was es sein möchte, eine Streitschrift.
Bueb versucht dabei, seinem Bild des Schiffers treu zu bleiben und legt seinen Schwerpunkt auf die 'Seite der Disziplin und Konsequenz'.
Genau aus diesem Grund ist das Buch aber in Bezug auf das Gesamtthema Erziehung unausgewogen ' es ist kein Erziehungsratgeber, weil 'das Bild der Erziehung' nicht vollständig ist.
Denn wenn man dem dialektischen Ansatz folgt, gibt es noch die andere Seite. Bueb schreibt zwar von Erziehung als Gratwanderung, aber die Ausführungen zu dieser zweiten Seite sind, sofern überhaupt vorhanden, mehr als ausbaufähig.

So wäre meine Empfehlung, dass der interessierte Leser nach Bueb nicht aufhört sondern weiterliest; sich mit der 'Seite der Liebe und Güte' und anderen Ausführungen über Erziehung befasst und auseinandersetzt, um so zu seinem eigenen 'Bild der Erziehung' zu gelangen.
Ob man dann an Buebs Vorstellung des sich neigenden, pendelnden Schiffers festhält, ein eigenes Bild entwirft, ob man sich von des Autors Ausführungen entfernt oder sich ihnen annähert - das wird sich zeigen...


Die neue Beziehungskonferenz
Die neue Beziehungskonferenz
von Thomas Gordon
  Taschenbuch

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leicht verständlich, erklärend, überzeugend und sicher..., 9. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Die neue Beziehungskonferenz (Taschenbuch)
...führt Thomas Gordon den interessierten Leser in das von ihm vertretene zwischenmenschliche Beziehungsmodell ein.
Dabei merkt man ihm die Überzeugung für dieses an, aber Gordon schreibt stets sachlich und nachvollziehbar.
Zuerst zeigt er, wie man die Frage klärt, wer ein Problem besitzt, da dafür (im einfachen Verlauf) unterschiedliche "Techniken" gebraucht werden.
Besitzt der andere das Problem, kommen die sog. "Assistenz-Fertigkeiten" (besonders wichtig ist das "aktive Zuhören") zum Tragen, welche dem anderen Verständnis für ihn aufzeigen und zugleich die Lösungskompetenz in seiner Hand lassen.
Verfüge ich stattdessen über ein Problem, weil mich Verhaltensweisen anderer stören, sollte ich dies vorwurfsfrei und möglichst nachvollziehbar über "Ich-Botschaften" signalisieren.
Ausgehend von diesen Fertigkeiten entwickelt Gordon nun Methoden der "niederlagslosen Konfliktlösung" und "Werteberatung".
Dabei sind "Ich-Botschaften", "aktives Zuhören" und das Umschalten dazwischen Grundbausteine dieser Methoden, welche zusammen mit methodeninternen Schritten ihre Wirkung entfalten.
So viel zur mehr als interessanten Theorie...

In der Praxis braucht das Ganze natürlich seine Zeit - Laien müssen sich in die "Welt" der "Ich-Botschaften", des "aktiven Zuhörens" un der "niederlagslosen Konfliktlösung" mehr oder weniger neu einfinden und der Umgang damit erfordert Übung aber auch hier gibt Gordon dem geneigten Leser Hoffnung, dass niemand von Anfang an perfekt sein braucht.

Alles in allem war das Buch sehr lohnenswert; es wirkte sensibilisierend, horizonterweiternd und es hat Spaß gemacht, es zu lesen...

Wer um bessere Beziehungen in seinem Leben bemüht ist, oder um Beziehungen bangt, sollte auf jeden Fall einen Blick in dieses Buch hineinwerfen - es könnte sich lohnen. :)


dtv-Atlas Philosophie
dtv-Atlas Philosophie
von Peter Kunzmann
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut bebilderte Ausgangsbasis, 7. August 2007
Rezension bezieht sich auf: dtv-Atlas Philosophie (Broschiert)
Der DTV-Atlas Philosophie ist ein Buch, welches dem Leser einen Überblick über verschiedene Philosophien (zum beispiel westliche und östliche), Philosophieauffassungen/'epochen' und Philosophen zu geben vermag.
Dieses Ziel wird meiner Ansicht nach erreicht.

Dabei kommt das Grundsystem der DTV-Atlanten-Reihe diesem Band zu Gute, denn die Kombination aus beschreibenden/erklärenden Textseiten (rechts) und darstellenden guten Grafiken (links) helfen dem Leser einen anregenden Überblick zu bekommen.

Durch die hohe Bandbreite des Inhaltes sollte berücksichtigt werden, dass der "DTV-Atlas Philosophie" nicht/weniger für tiefgreifendes Verständnis der behandelten Themen und Philosophen geeignet ist.
Zwar geben die Grafiken Kernpunkte gut wieder, aber der Text kann aufgrund seiner notwendigen Kürze verständlicherweise nicht mehr hergeben als prägnante Überblicke, sowie komprimierende Vorstellungen und Einführungen.

Wer sich ausführlicher und genauer mit einem beschriebenen Thema befassen möchte, kommt um das Hinzuziehen weiterreichender Original- und/oder Sekundärliteratur nicht herum, aber als eine Art Anfangspunkt einer tiefgreifenden Beschäftigung ist der "DTV-Atlas Philosophie" sehr schön geeignet.


Philosophie. Eine illustrierte Reise durch das Denken
Philosophie. Eine illustrierte Reise durch das Denken
von David Papineau
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine verständliche und gut illustrierte Einführung in die Philosophie, 30. Dezember 2006
Anmerkung: Dieser Rezension liegt die deutsche Ausgabe der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt zugrunde!

In 6 grundverschiedenen Kapiteln führen die Autoren den Leser in Gebiete der Philosophie und ühilosophische Fragestellungen ein - im Einzelnen:

1. Welt

2. Geist und Körper

3. Wissen

4. Glauben

5. Ethik und Ästhetik

6. Gesellschaft

In jedem dieser sechs Kapitel werden Unterthemata angeschnitten und der jeweilige Autor stellt bisherige philosophische Theorien und Argumentationen und Standpunkte zum jeweiligen Thema vor. Die Verfassertexte sind an sich alle gut zu lesen, verständlich geschrieben und geben das, was sie geben sollen: Rüstzeug! Man erfährt nicht nur, was andere gedacht haben, sondern es regt zum Weiterdenken an!

Unterstützt wird dieser Effekt durch ein gut strukturiertes Layout - meist aussdrucksstarke Bilder geben dem Verfassertext eine gewisse "Würze" und Hintergrundinfos oder weiterführende Punkte werden neben dem VT in kleinen übersichtlichen Kästen präsentiert.

So ist Papineaus "Philosophie - eine illustrierte Reise durch das Denken" ein wunderbarer Einstieg für Laien in die Welt der (westlichen) Philosophie - nicht mehr als das (was es aber ja nicht sein muss) und vor allem nicht weniger!

Über den Preis lässt sich streiten...


Die Bildungslüge
Die Bildungslüge
von Werner Fuld
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch, sowohl mit interessanten aber auch mit zweifelhaften Aussagen, 18. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Bildungslüge (Gebundene Ausgabe)
Wenn man Fulds Buch liest, fallen einem seine provokativen Thesen sofort ins Auge. Schon das einleitende Zitat Andre' Gides lässt eine umfassende Kritisierung erwarten, die Fuld dann auch durchführt.
Seine provokativen Thesen und teilweise radikale Argumentation, gewürzt mit Ironie und sein teilweise satirisierender Stil weiß zu gefallen und zieht sich durch die unterschiedlichen Kapitel.

Die allerdings sind von unterschiedlicher Qualität: Manche Themen, vor allem die, welche Literatur zum Gegenstand haben, glänzen durch fundierte Recherche und der Fachkompetenz des Autors und enthalten einige beachtbare und zu bedenkende Aussagen.
Diffiziler wird es für den Leser im Bereich Mathematik und Naturwissenschaft, wenn Fulds Aussagen allgemeiner, provokativer und erkenntnistheoretischer werden, so er dann fordert, die Physik aus dem Schulunterricht zu verbannen, da das Weltbild der modernen Physik letztlich eine Frage des Glaubens und damit Privatsache sei...
Beinahe konträr zu den bisher erwähnten und trotz alledem (s. o.) zum Nachdenken anregenden Thesen, wird es, wenn der Autor sich, besonders im Bereich Geschichte, phasenweise selbst widerspricht oder manche erkenntnistheoretischen Zweifel den Eindruck erwecken, nur um des Zweifelns Willen geschrieben worden zu sein.
So hinterlässt Fulds "Die Bildungslüge" einen zwiespältigen Eindruck: Teils beinahe genial, teils banal und teils absurd, aber nichtsdestotrotz bietet es viele Anregungen, selbst zu denken - und sei es nur, weil man mit dem Autor, der stellenweise belehrend daherkommt, nicht so ganz übereinstimmen mag...


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