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Rezensionen verfasst von
Antje Maier
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Brokeback Mountain: Story to Screenplay
Brokeback Mountain: Story to Screenplay
von Annie Proulx
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,16

5.0 von 5 Sternen Für die literaturwissenschaftliche Filmanalyse ..., 13. September 2009
... aber natürlich auch für jeden "normalsterblichen" BBM-Fan ist dieses Büchlein unverzichtbar.
Da ich den Film in meiner Doktorarbeit analysiere, ist der Drehbuchtext ein wichtiger Bestandteil meiner Sekundärliteratur. Dieses Buch beinhaltet die Kurzgeschichte (mit eigener Paginierung), das vollständige Drehbuch und drei wichtige Essays von Proulx, McMurtry und Ossana zur Entstehung des Werks. Besonders interessant ist auch, daß man das Drehbuch und die endgültige Filmfassung von Ang Lee auch miteinander vergleichen kann. (Beim Filmgucken das Buch auf dem Schoß balancieren und Seite für Seite mitverfolgen.) Ganz 100%ig hält sich Ang Lee nicht an die Vorgabe. Was er aber ändert, bzw. was er noch hinzufügt, ist wundervoll. Ich bin froh, daß ich dieses Buch für meine Promotion verwenden kann.


On Brokeback Mountain: Meditations about Masculinity, Fear, and Love in the Story and the Film
On Brokeback Mountain: Meditations about Masculinity, Fear, and Love in the Story and the Film
von Eric Patterson
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellente Forschungsliteratur, 13. September 2009
Wer eine wissenschaftliche Arbeit über BROKEBACK MOUNTAIN verfassen will, dem sei dieses Werk ans Herz gelegt. Der Autor - ein Professor für amerikanische Literatur und die "Queer Studies" - ist selber homosexuell und betont im Vorwort, seine Abhandlung sei aus diesem Grunde alles andere als neutral. Das macht das Werk aber in keiner Weise unseriös oder gar unwissenschaftlich. Professor Patterson beleuchtet jeden Aspekt des Werks - Liebe, Freundschaft, Homophobie, Sex/Sexualität, Natur, den Mythos des Western - in ausführlichen Kapiteln. Sehr gut sind seine immer wiederkehrenden Vergleiche zwischen der Kurzgeschichte, dem Drehbuchtext und der dann erfolgten filmischen Umsetzung. Pattersons Schreibstil ist sehr ansprechend und man hat keine Sekunde das Gefühl, staubtrockene, öde Forschungsergebnisse eines vergeistigten und der Welt entrückten Wissenschaftlers durchzuackern. Mir hat das Buch als Sekundärliteratur für meine Doktorarbeit sehr geholfen. Ein bißchen anstrengend ist die unbedingte Einhaltung der "political correctness". Man gewöhnt sich aber daran.


The Day After Tomorrow (Steelbook) [Special Edition] [2 DVDs]
The Day After Tomorrow (Steelbook) [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Dennis Quaid
Wird angeboten von Ex_Sammler
Preis: EUR 20,00

2 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht überzeugend!, 13. September 2009
Hanebüchener plot, wissenschaftlich völlig unwahrscheinlich.
Die "special effects" wirken billig und lieblos.
Der einzige Punkt geht an Jake Gyllenhaal, der seine Rolle des verwirrten und verängstigten 17jährigen Teenagers und Sohn des Oberwissenschaftlergurus (Dennis Quaid) überzeugend und glaubhaft spielt.
Ansonsten ein ganz und gar überflüssiger Film - und diese Steelbook-DVD lohnt auch nicht. Schade.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 13, 2010 3:50 PM MEST


Machtlos
Machtlos
DVD ~ Jake Gyllenhaal
Wird angeboten von vis-medien
Preis: EUR 7,43

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute, solide Schauspielkunst, aber ..., 9. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Machtlos (DVD)
... der plot ist völlig überfrachtet. Und diese Überfrachtung sorgt dafür, daß sich keine der Figuren wirklich entwickeln kann, bzw. der Entwicklung der Figuren wird wenig Raum gegeben. So bleibt die Intention von "Machtlos" in Ansätzen stecken - leider. Die politische Aussage, daß Folter immer und in jedem Fall ungerechtfertigt ist, wird zwar transportiert, aber nicht konsequent genug.
Das Schauspiel von Streep und Gyllenhaal ist wie immer sehenswert. Auch Witherspoon als hochschwangere Ehefrau des Folteropfers weiß in ihrer Kunst zu gefallen.
Die Art der Darstellung der Folterszenen finde ich allerdings absolut gelungen; will sagen, daß man die Qualen immer nur schemenhaft sieht oder daß man nur die Schmerzensschreie hört (diese allerdings eindringlich und minutenlang), das ist für mich in Ordnung. Der Regisseur war intelligent genug, auf wüste und plakative Gewaltszenen zu verzichten. Das hätte nur das falsche Publikum ins Kino gelockt.
Fazit: "Rendition" ist handwerklich solide, bleibt aber vage in der Umsetzung der Geschichte, die erzählt werden soll. Schade. 3 Pünktle für das glaubwürdige Schauspiel aller Beteiligten.

PS: Eine Katastrophe ist der deutsche Titel. Wer hat hier das Drehbuch übersetzt? "Rendition" bedeutet so viel wie "Übergabe"/"Überstellung". Im amerikanischen Original ist auch immer wieder von "rendition" die Rede. Und letztlich geht es ja GERADE darum, daß CIA-Mann Douglas (gespielt von Gyllenhal), die ganze Folterei, der er ja tagelang tatenlos zusieht, irgendwann nicht mehr ertragen kann und letztlich dafür sorgt, daß der zerbrochene Anwar auf Umwegen in die USA "überstellt" wird.


Unterwegs nach Cold Mountain
Unterwegs nach Cold Mountain
DVD ~ Jude Law
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,75

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wuchtige Inszenierung - schlappe schauspielerische Leistung, 8. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Unterwegs nach Cold Mountain (DVD)
Eigentlich ist in meiner Überschrift meine Meinung über den Film bereits zusammengefaßt. ;-)
Das Thema - große Liebe im Krieg - ist immer wieder beliebt in Hollywood, in jeder Ära und in jeder Form. Hier aber verschenken Regisseur und Produktion/Casting eine einmalige Chance, einen Hollywood-Monumental-Schinken abzuliefern, der mit grandiosem Schauspiel das monströse/bombastische Thema zum Filmklassiker macht, den man noch in hundert Jahren gerne sehen will. Leider fiel die Wahl bei der Besetzung der Hauptrollen auf Jude Law und Nicole Kidman - zwei der talentlosesten Filmschauspieler der Gegenwart. Die Welt um "Inman" und "Ada" herum zerbricht. Sie sehen und erleben Furchtbares, sowohl an der Kriegsfront als auch daheim. Mehr als betroffene Blicke, ein schweres Atmen oder zuckende Mundwinkel bekommen beide Akteure aber nicht hin, um den Gefühlen ihrer Figuren Ausdruck zu verleihen. Sogar die Liebesszene wirkt roboterhaft und gestellt. Natalie Portman und Renee Zellweger spielen sich die Seele aus dem Leib. Das, was Jude Law und Nicole Kidman abliefern, ist, in Anbetracht des leidenschaftlichen Sujets, seltsam blutleer und uninspiriert. Ich kann auch noch deutlicher werden: Law und Kidman sind halt einfach zwei schlechte Schauspieler, denen man in keiner Sekunde des Films die Gefühle glaubt, die sie verkörpern (sollen). Schade. Man hätte viel aus dem zweifellos guten Drehbuch machen können. Law und Kidman zertrümmern allerdings jeden Ansatz von Qualität mit ihrem saft- und kraftlosen Spiel. Andere Schauspieler - und COLD MOUNTAIN wäre vermutlich einer meiner "all time favourites" geworden.


Reading Brokeback Mountain: Essays on the Story and the Film
Reading Brokeback Mountain: Essays on the Story and the Film
von Jim Stacy
  Taschenbuch
Preis: EUR 26,10

4.0 von 5 Sternen Gute Forschungsliteratur, 7. September 2009
Wer eine Doktorarbeit über
- Literaturverfilmungen
- Annie Proulx' Werke
- die Entglorifizierung des Mythos "Western"
- das Männerbild in der amerikanischen Gesellschaft
- die Homophobie in den USA
verfassen will, dem lege ich diese von Jim Stacy herausgegebene Aufsatzsammlung sehr ans Herz. Die Autoren, die aus völlig unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen stammen (z.B. Soziologie, Literaturwissenschaft, Psychologie), untersuchen den Film aus völlig verschiedenen Blickwinkeln und Sichtweisen. Und jeden interessiert ein anderer Aspekt. Gemeinsam ist den Autoren, daß sie - trotz einiger Kritik in ihren Abhandlungen - alle Partei "für" die Intention der Macher des Films und für die Intention der Autorin der Kurzgeschichte ergreifen. Eine sehr gute Sekundärliteratur, die dazu beitragen kann, Film/Verfilmung und Kurzgeschichte zu interpretieren.


I Wish I Knew How to Quit You: An Unofficial Brokeback Mountain Trivia Book
I Wish I Knew How to Quit You: An Unofficial Brokeback Mountain Trivia Book
von Joshua Michaelmas
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,14

3.0 von 5 Sternen Keine Forschungsliteratur!, 4. September 2009
Wer auf der Suche nach literaturwissenschaftlichen Abhandlungen über Kurzgeschichte und Film ist, sei gewarnt. Dieses Büchlein hier ist etwas für romantische "die hard-Fans", die auch Jahre nach der Filmpremiere noch immer voller Rührung an "Jack" und "Ennis" denken. Das Buch ist ein Frage-und Antwort-Spiel, das fast jeden jeden Aspekt der Geschichte, der Filmproduktion und der beteiligten Schauspieler beleuchtet. Keine Angst; hinten sind die Lösungen angeführt. Hätten Sie beispielsweise gewußt, daß der Kameramann Rodrigo Prieto einen Cameo-Auftritt hat - als der mexikanische Stricher, zu dem "Jack" in seiner Einsamkeit fährt, weil das für ihn die einzige Möglichkeit ist, regelmäßig den erträumten Sex mit Männern zu haben????!?
Das Buch ist ganz und gar überflüssig und dennoch ein nettes Gimmick für Fans, die alles sammeln, was mit BBM zu tun hat. ;-))


The Good Girl
The Good Girl
DVD ~ Jennifer Aniston
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 4,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht auf die Inhaltsangabe auf der Rückseite der DVD-Hülle achten, ..., 4. September 2009
Rezension bezieht sich auf: The Good Girl (DVD)
... denn da wird man ganz einfach mit unwahren Phrasen gelockt, die den Film in einem völlig falschen Licht erscheinen lassen. Aus Marketingstrategien so mißinterpretiert zu werden, das hat dieser sehenswerte Film absolut nicht verdient."Clevere Komödie" (Zitat)? Nö. Der Film ist durch und durch tragisch, trotz der einen oder anderen Slapstick-Einlage. Also, liebe Hugh-Grant-Fans: THE GOOD GIRL ist nichts, was einen vor tränenreicher Rührung vom Kinositz oder der heimischen Wohnzimmercouch fließen läßt. Auch zum Lachen gibt es hier kaum irgendetwas. (Alleine schon der Handlungsstrang, daß Justines Arbeitskollegin Gwen elend an einer Lebensmittelvergiftung stirbt, und Justine vor Gwens Tod Krankenhausbesuche vortäuscht, um eine Alibi zu haben, sich mit Holden in Motel zu treffen, macht depressiv.)
Zwei verlorene Seelen treffen in der US-Provinz aufeinander und haben eine leidenschaftliche Affäre. Mut an falscher Stelle, Verrat, Bigotterie, eine Erpressung, eine Verzweiflungstat und eine nicht eingestandene Liebe sind hier die Zutaten für den Abgesang auf den AMERICAN DREAM. Komödiantisch erzählt ist das alles nicht. Justine würde gerne aus ihrem Leben im US-Kaff aussteigen, aber letztlich findet sie nicht den Mut und bleibt das angepaßte "good girl", als das sie von ihrem Chef am Ende auch bezeichnet wird. Sie ist sogar bereit, Holden sterben zu lassen, als sie ihn just jene verseuchten Brombeeren essen macht, die vermutlich Gwen das Leben gekostet haben. Holden lehnt sich gegen die Konventionen und die Sittenstrenge auf (er versucht es zumindest) und weiß am Ende dennoch keinen anderen Ausweg als den Freitod.
Komödie???

Jennifer Aniston verleiht ihrer Rolle überraschend viel Tiefgang und zeigt, daß sie mehr kann, als ein Fernsehserien-upperclass-Blondchen zu spielen oder die Ex-Frau von Brad Pitt zu sein. Sie macht "Justine" zu einer einsamen Frau, die erst bemerkt, wie einsam sie tatsächlich ist, als Holden in ihr Leben tritt. Hochgezogene Schultern, ein schleppender Gang, ungekämmte Haare und eine - im amerikanischen Original - gehetzte Stimme verdeutlichen mit beeindruckender Intensität das Seelenleid der Figur. Bravo, Jennifer!

Jake Gyllenhaal spielt seine Rolle, wie man das von ihm gewohnt ist, intensiv und glaubwürdig. Der am Rande des psychischen Verfalls stehende Holden glaubt, in Justine eine Seelenverwandte zu finden. Eine Weile geht es gut, bis sie sich aus Angst vor Ächtung gegen ihn stellt. Gyllenhaals Mimik, seine Gesten und der Jammertonfall, die er alle seiner Figur gibt, können Einblick geben in das Innenleben eines ziellosen Wanderers, der tief im Innern jedoch spürt, daß sein Weg ins Nirgendwo führen wird.

Fazit: Kein Film, um gemütlich vor dem Fernseher abzuhängen, dabei bergeweise Kartoffelchips zu futtern und auf pure Unterhaltung zu hoffen. Wer das möchte, soll sich alte Folgen von FRIENDS angucken.


Moonlight Mile
Moonlight Mile
DVD ~ Jake Gyllenhaal
Wird angeboten von docu-films
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Mainstream-Film - zum Glück!, 1. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Moonlight Mile (DVD)
Berührendes Thema, Handlung vielleicht ein Zacken zu "confusing". Aber das Schauspiel von Susan Sarandon, Dustin Hofmann und Jake Gyllenhaal ist exzellent und sehenswert. (Hallo Gyllenhaal-Fans! Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war JG 20 Jahre alt und hatte da noch ordentlich Babyspeck im Gesicht. Macht aber nichts. Sein schauspielerisches Talent war schon 2001/02 sensationell.)
Moonlight Mile ist ein sehr ruhiger Film, der zu Beginn von seinen Bildern und dem lebt, was eben gerade n-i-c-h-t in Worte gefaßt wird. Beispiel: Als JoJo die von ihren Freunden kredenzten Ratgeber-Bücher über Trauerarbeit ungelesen ins Kaminfeuer wirft, sagt das tausendmal mehr als jeder von ihr geäußerte Satz, wie sehr sie es haßt, mit zwar gut gemeintem aber für sie als trauernde Mutter unerträglichem Mitleid zugekleistert zu werden. Als die Protagonisten im letzten Drittel des Films ihre Sprache endlich finden und ihre wahren Gefühle - Trauer, Wut, Einsamkeit, Verzweiflung - nicht mehr hinter Ausreden, Sarkasmus und Zynismus verstecken, erreicht die Handlung dann das Herz des Zuschauers, wenn er dies denn zuläßt. Ich empfehle den Film Leuten, die einen Lebenspartner verloren haben, die sich aber in ihrer Trauer schon so weit entwickelt haben, daß sie sich bereits in einer Lebensphase befinden, in der sie sich vorstellen können, möglicherweise einen neuen Partner zu haben.

Ebenfalls meisterhaft gelungen ist die Zusammenstellung des Filmscore. Der Film spielt 1973. Die Musik - Travis ist die Ausnahme - stammt aus den späten 60ern und frühen 70ern und fängt die Atmosphäre und den Zeitkolorit sehr gut ein. Der Soundtrack ist es folglich ebenfalls Wert, gekauft zu werden.

Fazit: MOONLIGHT MILE ist nichts für Leute, die nicht bereit und willens sind, versteckte Poetik zu entdecken oder die lange und ruhige Filmeinstellung gleich als zum Gähnen langweilig abstempeln, nur weil ausnahmsweise mal keine Baller-Action, kein Schenkelklopf-Kino und keine platten Gags geboten werden. Wer nur unterhalten werden will und in Filmen selten eine Botschaft sucht, für den ist MOONLIGHT MILE nix, sorry.


Shining
Shining
DVD ~ Jack Nicholson
Preis: EUR 6,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wegweisender Film ..., 27. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Shining (DVD)
... betreffs der Filmtechnik. Der Einsatz der Steadycam war 1980 noch völlig unbekannt/unüblich. So entstanden für das damalige Publikum Filmbilder, die vertraute Sehgewohnheiten völlig auf den Kopf stellten. Man denke da nur an die Szenen, in denen Sohn Danny mit seinem kleinen Go-Kart ganz alleine durch die riesigen und unendlich bedrückenden Hotelflure kurvt. Das grausige orange-rot-braune Muster des Teppichs verstärkt dabei nur noch die klaustrophobische Atmosphäre, die von der Steadycam hier sensationell eingefangen wird.
Das Schauspiel von Jack Nicholson und Shelley Duvall ist einzigartig und wird dem Genre Horror-Film absolut gerecht. SHINING ist kein wüster Splatter-Film, der mit auf Ekel zielenden Schockwirkungen dem Publikum den Magen umdrehen will. Man hat hinterher nicht das Bedürfnis, sich einen großen Schnaps einschenken zu müssen, um eine eventuell aufgetretene Übelkeit niederzukämpfen. Dennoch ist SHINING natürlich nichts für schwache Nerven. Die Auflösung des Films überrascht. Wahn oder Wirklichkeit? In welcher Zeit befindet sich Jack Torrance denn nun? Hat er alles nur geträumt? Haben wir Zuschauer alles nur geträumt? Oder was? Oder wie? Stephen King war 1980 mit der Verfilmung seines Romans nicht einverstanden. Losgelöst von der Romanvorlage ist SHINING eine filmische Großtat.


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