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Paul Darkness - sounds2move.de

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METALLICA - Through the Never [Blu-ray]
METALLICA - Through the Never [Blu-ray]
DVD ~ Metallica
Wird angeboten von tvhits
Preis: EUR 9,62

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Brillante Optik, unsterbliche Songs und leider viel verschenktes Potential, 1. April 2014
Ungewohntes Gefühl für Metallica: Ihr ambitioniertes Filmprojekt "Through the Never" entpuppt sich weltweit als das, was man in der gemeinhin als Gradmesser geltenden US-Filmszene gerne als "a bomb at the box-office" bezeichnet. Mit anderen Worten: Der Streifen ist gefloppt und konnte die in ihn gesetzten Erwartungen nicht mal ansatzweise erfüllen, geschweige denn die Produktionskosten wieder einspielen. Haben Metallica am Ende möglicherweise sogar schlicht ihre Mainstream-Strahlkraft überschätzt?

Damit würde man dann doch etwas über das Ziel hinaus schießen, denn eigentlich ist "Through the Never" ein interessantes wie ambitioniertes Projekt. Neben einem Konzertfilm (bildgewaltig in 3D und atemberaubender Schärfe eingefangen) beweist der Streifen nämlich auch Spielfilm-Qualitäten, denn um den Auftritt herum wurde ein düsterer, apokalyptischer Handlungs- und Erzählstrang erdacht, der eine in dieser Form bisher noch nicht da gewesene Symbiose aus Live-Show und Horror/Action-Kino erschafft. Enormes Offene-Münder-Potential weißt schon mal die Show auf, bei der man in der Tat das Gefühl hat, man würde direkt neben Hetfield und Co. auf der Bühne stehen. Auch die Einführung in "Through the Never" lässt sich sehen, wenn der im Mittelpunkt der Spielfilm-Sequenzen stehende Roadie namens Trip an der riesigen Arena eintrifft, sich seinen Weg durch die Backstage-Räume bahnt, dabei von Lars Ulrich im vorbeigehen kritisch beäugt wird oder er - witziges Detail - am Tuning-Room von Rob Trujillo vorbei kommt, der umringt von Verstärkerwänden in seiner typischen Ausfallschrittpose seinen Viersaiter derart beackert, dass es im Gang den Putz von den Wänden haut. Das macht schon Laune und lässt die Vorfreude steigen, die dann leider ziemlich enttäuscht wird - zumindest die Nicht-Konzert-Passagen betreffend. Denn nachdem Metallica erst einmal auf der Bühne stehen und in Superstar-Manier einen Brecher nach dem nächsten kredenzen, kommt die Handlung der parallel verlaufenden Geschichte erst einmal nur schleppend in Gang. Schlimmer noch laufen Rahmenhandlung und Live-Erlebnis seltsam nebeneinander her, beide scheinen nach dem durchaus verheißungsvollen Einstand in verschiedene Richtungen abzubiegen und jeweils weitestgehend ihr eigenes Süppchen zu kochen. Zumindest aber erschließt sich einem die Verbindung zwischen Show und Film nur rudimentär, zumal der eigentlich optisch klasse in Szene gesetzte Film durch die zu langen Live-Einschübe einfach zu zerrissen wirkt, um den Zuschauer wirklich zu packen. Doppelt bitter ist noch dazu, dass die Handlung letztlich viel zu viele Antworten schuldig bleibt. Was soll das Ganze, mal abgesehen davon, dass Beides für sich genommen toll ausschaut? Man weiß es nicht genau. Auch hätte man sich im Bonus-Teil gewünscht, dass es die Option gäbe sich den reinen Spielfilm am Stück ansehen zu können. Da ist es auch vergebene Liebesmüh, dass man beim Konzert hautnah dabei ist, wenn sich James Hetfield über ein ausfallendes Mikrofon echauffiert, Kirk Hammett im Fotograben auf Tuchfühlung zu den Fans geht und zum Ende hin die Bühnenkonstruktion beinahe in Schutt und Asche gelegt wird. Das sieht wie bereits erwähnt alles sensationell aus, wurde aber scheinbar nicht in letzter Konsequenz zu Ende gedacht und hinterlässt somit einen zwiespältigen Eindruck. Die Fans werden sich "Through the Never" sicherlich wenigstens einmal interessiert ansehen, zum Dauerläufer dürfte dieser Film-Zwitter aber bei den Wenigstens werden, da einfach zu viel Potential verschenkt (und zu viel Geld verbrannt) wurde.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 26, 2014 9:21 PM MEST


Time to Tell
Time to Tell
Preis: EUR 19,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine der schönsten Stimmen des Pop/Rock meldet sich endlich zurück, 1. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Time to Tell (Audio CD)
Lange musste man warten auf ein neues Lebenszeichen von Kari Rueslåtten. Immerhin datiert ihr letztes Album „Other People’s Stories“ auf 2005. Umso erfreulicher ist es also, auf „Time to tell“ endlich wieder diese faszinierende, kristallklare Stimme zu hören, die den geneigten Hörer schon in den ersten Takten des Intros/Titelsongs wohlig umfängt. Auch nach neun Jahren Veröffentlichungspause erweist sich die Norwegerin also noch immer als außergewöhnlich charismatische Sängerin. Das Problem, dem sich „Time to tell“ ausgesetzt sieht, ist indes aus meiner Sicht, dass sich das Album Vergleiche mit Karis letzten Solo-Werken „Pilot“ und „Other People’s Stories“ gefallen lassen muss. Gerade auf letztgenannter Platte erweckte die Interpretin die Geschichten anderer Leute mit größter emotionaler Gewalt zum Leben. Ihre Stimme zitterte, als müsste sie alle Qualen ihrer Protagonisten am eigenen Leibe erleiden, sie machte sich deren Überheblichkeit und deren Nachdenklichkeit zu eigen und vermochte es deshalb in einer Intensität durch die Lieder zu führen, die ihresgleichen suchte. Derartig mitzureißen weiß „Time to tell“ nicht. Weitgehend frei von der zauberhaften Melancholie der letzten Werke, handelt es sich hier letztlich um ein im Vergleich konventionelles Pop-Album mit starkem Folk-Einschlag. Dabei ist allerdings alles tadellos ausgeführt und produziert sowie – schließlich haben wir es hier mit Kari Rueslåtten zu tun – immer noch beseelt interpretiert und mit wunderbar einprägsamen Melodien versehen. Und beim abschließenden „Only You know“ lugt dann glücklicherweise doch noch einmal der ganz große Ausdruck hervor. In instrumentaler Hinsicht hat sich die ehemalige The-3rd-and-the Mortal-Sängerin mittlerweile der auf den letzten Alben noch stark vertretenen elektronischen Elemente entledigt und setzt nunmehr ganz auf authentische Einspielungen, insbesondere auf Klavier, Gitarre und dezente Percussion. Wie gewohnt sind dabei die Arrangements eher spartanisch gehalten und darauf zugeschnitten, den zumeist im Vordergrund stehenden Gesang zu untermalen. Die recht überschaubare Instrumentierung wurde allerdings von Gitarrist und Produzent Jostein Ansnes hervorragend in Szene gesetzt, so dass die Platte mit einem klaren, aufgeräumten und doch vollen Klang zu gefallen weiß.

Fazit: Eine emotionale Achterbahnfahrt wie bei „Other People’s Stories“ bekommt man bei „Time to tell“ leider nicht geboten. Nichtsdestoweniger handelt es sich um ein gelungenes Album, mit dem sich eine der schönsten Stimmen der Pop/Rock-Welt endlich wieder zurückmeldet.


Politics
Politics
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotionaler Rock mit viel Pop-Appeal und tadellos gespielten Ohrwürmern, 1. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Politics (Audio CD)
Girlgroup mal anders: The Black Sheep sind vier junge Mädels, die mit "Politics" ihr zweites Studioalbum an den Start bringen. Dass der Vorgänger "Not Part of the Deal" seinerzeit bei Roadrunner veröffentlicht wurde, dürfte als Richtungsangabe in Sachen Qualität erst einmal ausreichen. Die Wege beider Parteien haben sich zwar mittlerweile getrennt (was wohl vor allem daran liegt, dass die Qualitätsschmiede für Metal und Rock mittlerweile aufgekauft und mächtig zurecht rationalisiert wurde), doch ihren Fuß in der Tür bei Presse und Fans haben The Black Sheep natürlich behalten.

Gut möglich, dass in der geschäftlichen Neuausrichtung auch einer der Hauptgründe dafür liegt, dass fast fünf Jahre zwischen dem Debüt und eben "Politics" liegen. Fans poppiger Rocksongs werden gern ein Auge zudrücken, denn The Black Sheep ist eine ziemliche Ohrwurmsammlung gelungen. Natürlich ist die Scheibe weder sonderlich hart, noch läutet sie ein neues Zeitalter der Rockmusik ein. Aber das muss sie auch gar nicht, denn die Mädels pfeifen einfach mal auf übertriebene Ambitionen und liefern stattdessen lieber elf Songs, die durch die Bank funktionieren und so für einen rundum gelungenen Gesamteindruck sorgen. Fast alle Songs weisen einen mal stärker, mal schwächer ausgeprägten Emo-Einschub auf, der The Black Sheep aber ausgesprochen gut zu Gesicht steht. Eine kleine Ausnahme bildet "Leaders of the World", das mit etwas mehr Distortion und damit kantiger daher kommt und ein etwas höheres Tempo geht. Am stärksten ist das Quartett aber dann, wenn es seinen Alternative Rock mit reichlich Emotionen garniert und dabei Hits wie "Still gone", "Politics" und "No other" aus den Boxen perlen. Da fügt sich sogar die einzige Coverversion "Motorcycle Emptiness" (Manic Street Preachers) völlig übergangslos ins Gesamtbild ein, das mit seinem durchgehend warmen Sound sehr stimmig gezeichnet ist. "Politics" präsentiert uns eine Band, die weiß wo sie hin will und - genauso wichtig - auch wie sie es richtig umzusetzen hat. Von schwarzen Schafen kann so gesehen eigentlich keine Rede sein, eher schon von einer rosigen Zukunft. Die darf für meinen Geschmack auch gerne im Radio stattfinden, denn ein bisschen Substanz und Qualität könnte den meisten Stationen ziemlich gut tun.


Fallen Leaves & Dead Sparrows
Fallen Leaves & Dead Sparrows
Preis: EUR 13,09

4.0 von 5 Sternen Vielseitiges Metal-Album mit Prog-Fundament, 1. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Fallen Leaves & Dead Sparrows (Audio CD)
Über die Jahre und Alben haben Amoral eine ziemliche Transformation hinter sich gebracht. Spielte man anfangs noch angeprogten Melodic Death, sattelte man mit Ari Koivunen in seinen Reihen um auf Power/Heavy Metal, nur um mit "Fallen Leaves & Dead Sparrows" jetzt ein ziemlich ansprechendes Prog Metal-Album abzuliefern. Zugegeben: Eine gewisse Neigung zum anspruchsvollen Musizieren hatten Amoral schon immer, doch die Konsequenz mit der dieser Aspekt 2014 in den Mittelpunkt gestellt wird, ist dann doch neu.

Lange auf die Folter spannen uns die Finnen mit "Fallen Leaves & Dead Sparrows" nicht, denn ohne Intro oder sonstiges Vorgeplänkel geht es direkt rein ins Vergnügen, und "On the other Side Pt. 1" begrüßt uns sogleich mit gedoppelten Gitarrenharmonien und einer unaufgeregten Atmosphäre, die an das aktuelle Queensryche-Album (die No-Tate-Show) denken lässt. Dass nur zwei Songs unter sechseinhalb Minuten lang sind, unterstreicht den Prog-Ansatz, wobei eines der kurzen Stücke eine geschmeidige, zurückhaltende Akustikballade ist ("Blueprints"), während der andere Quicky "No familiar Faces" sogar eines der Highlights auf dem Album darstellt. Die Gitarren lassen noch einmal die modernen Melodic Death-Momente der Vorgängeralben aufleben und die schicken Hooks machen das Prädikat Hitsingle perfekt. "Prolong a Stay" schlägt sogar die Brücke zur Frühphase und bietet doch glatt ein paar Blastbeats (!), die den eigentlich tonangebenden gehobenen Galopp willkommen auflockern. Das ist dahingehend bemerkenswert, als dass Band und Label im Vorfeld verlauten ließen, man habe sich diesmal mehr an klassischen Rock- und Prog-Bands orientiert. Sicher, irgendwie lassen sich diese Einflüsse schon ausfindig machen, aber das gilt für so ziemlich genau jede Band des Planeten. Das soll allerdings nicht als Kritik verstanden werden, sondern eher als Aufforderung zu mehr Mut zur eigenen Vielseitigkeit und Kompetenz. Denn nicht nur handwerklich müssen sich Amoral vor niemandem verstecken, sondern auch Frontmann Ari Koivunen (dessen Gesang von Marco Hietala produziert wurde, der seit Jahren auch u.a. Tomi Joutsen von Amorphis unter seinen Fittichen hat) hat es gar nicht nötig, irgendwelchen alten Helden nachzueifern. Wer so spielerisch und mit Selbstverständnis Progressive Metal mit neuerer Göteborg Schule verbindet und auch noch Platz für Power Metal-Momente und Akustik-Parts lässt und dem Ganzen zudem einen zeitgemäßen Klang verpasst, muss sein Licht keineswegs unter den Scheffel stellen. O.k., ein Instrumental wie "The Storm arrives" auf annähernd sieben Minuten zu strecken ist dann vielleicht doch des Guten ein bisschen zu viel. Aber ansonsten kann man den Finnen und ihrem sechsten Studioalbum wirklich wenig vorwerfen. Diese Platte wird ihr Publikum finden.


Live in Amsterdam
Live in Amsterdam
Preis: EUR 16,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Chemie, aber quasi kein neues Material und kaum Live-Feeling, 1. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Live in Amsterdam (Audio CD)
Beth Hart und Joe Bonamassa haben sich scheinbar gesucht und gefunden. Kein Jahr nach der Veröffentlichung ihres zweiten gemeinsamen Soul-Coveralbums "Seesaw" folgt nun schon der erste Live-Mitschnitt "Live in Amsterdam", gewissermaßen die Bühnenversion der beiden bisherigen Albumkooperationen.

Womit wir gleich zum ersten kleinen Wermutstropfen kommen, denn wer auf kleinere oder größere Überraschungen im Set gehofft hat, muss leider das "kleinere" unterstreichen. Denn wirklich viel Neues findet sich im Set des Duos, das mit reichlich Unterstützung einen breiten, warmen Sound auf die Bühne zaubert, leider nicht. So dürfen wir uns über das bisher unveröffentlichte Eric Clapton-Cover "Someday after Awhile" freuen, bei dem ausnahmsweise Joe Bonamassa den Leadgesang übernimmt. Außerdem hat mit "Baddest Blues" auch ein Stück aus der Feder von Beth Hart seinen Weg ins Set gefunden. Davon abgesehen ist außer dem Intro und einem Band-Jam alles bekannt, was uns "Live in Amsterdam" zu bieten hat. Immerhin wurde das eine oder andere Stück in einer abgeänderten oder erweiterten Version dargeboten, etwa die auf satte 10 Minuten ausgebaute Gänsehautnummer "I'd rather go blind". Zweifelsfrei kann man sich auch vortrefflich an "Close to my Fire" oder "Your Heart is as black as Night" wärmen, sich durch "Chocolate Jesus" grooven oder beschwingt durch "Them there Eyes" und "Something's got a Hold on me" rocken. Sogar ein richtiger Stampfer wird gegen Ende des Sets abgefeuert, nämlich "Nutbush City Limit" (Ike & Tina Turner), sodass auch Quereinsteiger sich im Handumdrehen ein Bild von den Qualitäten der Zusammenarbeit von Bonamassa und Hart machen können. Der größte Kaufanreiz dürfte neben dem wunderschönen Carré Theater (in dem auch Within Temptation bei ihrer letzten Theatertour Station gemacht haben) aber wohl die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern sein, deren herausragende Fähigkeiten sich so wunderbar ergänzen, als hätten die Beiden nie etwas anderes getan, als gemeinsam auf der Bühne zu stehen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 2, 2014 9:02 PM MEST


Symphonies of the Night (Limited First Edition)
Symphonies of the Night (Limited First Edition)
Preis: EUR 9,49

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Schritt zurück und zwei vorwärts - Neues Referenzwerk?, 25. Januar 2014
Keine Frage: "Meredead" war ein musikalisch und handwerklich gesehen gewohnt hochklassiges Album und auch künstlerisch auf hohem Niveau. Auf längere Sicht war das Problem für mich, dass es irgendwie einfach an großen Hymnen gefehlt hat, wie man sie auf den ersten drei Platten haufenweise finden konnte. Damit einher geht auch, dass "Meredead" ob des Mangels an Härte, Riffs und Grunts zwar grundsätzlich interessant war, sich nach und nach aber herauskristallisierte, dass doch irgendwie etwas fehlt.

Der letzte Kick nämlich und der meldet sich auf "Symphonies of the Night" jetzt mit einem Paukenschlag zurück. Dabei veröffentlichen Leaves' Eyes genau das Album, das im Gesamtkontext nur richtig sein kann - nämlich eine Mixtur aus "Meredead" und "Njord". Was der Kollege als "Verwässerung der neuen Tugenden" wahrnimmt, ist für mich die einzig richtige Entscheidung. Ein Schritt zurück kann manchmal zwei vorwärts entsprechen, wenn man so will. Die Schwaben beweisen nämlich eindrucksvoll, dass Folk, Bombast und Härte auch in Kombination ganz wunderbar funktionieren können. Das Ergebnis spricht Bände, klingt fantastisch und präsentiert sich nicht nur unheimlich reif, sondern auch ebenso facettenreich und packend. So wickelt einen "Symphonies of the Night" letztlich immer mehr um den Finger, jeder Durchgang betört den Zuhörer mehr und dabei wird kontinuierlich klar, welches Potential diese Scheibe eigentlich besitzt. Sei es das erhabene "Fading Earth", der kräftige Titeltrack oder der metallische, angriffslustige Ohrwurm "Hymn to the lone Sands" (Folk Metal meets Symphonic Metal meets famose Gitarrenarbeit). Da kann nur "Elenore de Provence" noch einen drauf setzen, das bei der Listening Session bereits begeistern konnte und dessen man auch nach zehn Durchläufen nicht überdrüssig wird. Eine Eigenschaft, die man generell dem ganzen Album bescheinigen kann. Einmal eingetaucht, lässt man sich gerne durch die kleinen und großen Hits treiben, entdeckt immer wieder neue Details und genießt ansonsten einfach die Tatsache, dass Leaves' Eyes endgültig ihre eigene kleine Nische eingenommen und einladend hergerichtet haben. Einfach zurücklehnen und genießen, während "Symphonies of the Night" mit jedem Durchlauf sein Flair weiter entfaltet. Der Name mag Klischee pur sein, was dahinter steckt ist allerdings nicht weniger als das potentielle neue Referenzwerk einer seit jeher eigenständigen Band, die alles in die Wagschale wirft, was sie bisher ausgezeichnet hat.


Serpents Unleashed
Serpents Unleashed
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Der Überraschungshit der zweiten Jahreshälfte?!, 17. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Serpents Unleashed (Audio CD)
Quelle: [...]

Willkommen zu einem neuen Kapitel aus der Reihe "Wer schneller spielt, ist früher fertig". Heute mit: Skeletonwitch. Die Black Thrasher verlieren auf ihrem neuen Geschwindigkeitsbrocken "Serpents unleashed" keine Zeit und dreschen uns ihre elf neuen Ergüsse in gerade einmal 32 Minuten um die Ohren. Reicht allerdings auch, denn für die Dauer einer kompletten Stunde funktioniert diese Form von Musik wohl nur bei den Wenigsten.

Ein halbes Stündchen gediegene Raserei hat hingegen noch niemandem geschadet und so hangelt man sich erst einmal durch die neuen Tracks und merkt fast gar nicht, wie dabei die Zeit verfliegt. Grunzer Chance Garnett klingt nämlich zwar wie frisch aus den Untiefen der Hölle entstiegen, aber zwischen tollwütig-manischem Drum-Geratter und fiesen Riffs irgendwo zwischen Kreator, Mercyful Fate und alten Dark Tranquillity, verstecken sich überraschend viele griffige Melodien. So ist etwa "I am of Death (Hell has arrived)" nur im ersten Moment ein böses Stahlgewitter, denn in der Mitte haben Skeletonwitch einen recht schicken, durchaus eingängigen Höhepunkt platziert. "From a cloudless Sky" weist ähnliche Qualitäten auf, diesmal haben sich die Amis das Beste für den Schluss aufgehoben, den versüßt uns nämlich ein geiles Solo, das für ungeahnte Harmonie und Eleganz sorgt. Doch, doch, Skeletonwitch ziehen "Serpants unleashed" ziemlich clever auf. Genug Old-School und Abriss, um bei Kutten, Traditionalisten und Krachfetischisten zu landen, aber trotzdem nicht zu plump und rumpelig, dass nicht auch der eine oder andere genrefremde Metalhead hieran seine helle Freude haben kann. Dafür sorgen schon allein die Melodien und coolen Riffs, die in ungeahnter Vielfalt in diesen Halbstünder gepackt wurden. Damit machen sich Skeletonwitch das schönste Geschenk zum Zehnjährigen selbst, denn mit dieser Scheibe ist ihnen die Zuneigung der schreibenden Zunft garantiert, und die Fans werden die Scheibe ebenfalls wohlwollend und mit Begeisterung in ihren Playern rotieren lassen. Ohne Schnick und Schnack hat das Quintett seine Stärken auf diesem Album komprimiert und auf den Punkt gebracht und damit wieder einmal die These bestätigt, dass es immer noch besser ist, eine halbe Stunde geilen Scheiß zu servieren, als sich mit halbgarem durch 50 Minuten zu hangeln. Unerwartet geiles Teil.


Killhammer
Killhammer
Preis: EUR 16,99

0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überraschend viel Mittelmaß für ein tolle, sträflich unterschätzte Band, 17. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Killhammer (Audio CD)
Quelle: [...]

Mystic Prophecy gibt es schon eine ganze Weile. Ich kann mich noch gut erinnern, ihr 2003er Album Regressus" abgefeiert zu haben. Sie zählen zu den wenigen bekannten europäischen Bands, die Power Metal mit amerikanischem Sound spielen. Als Referenz kann man hier sicherlich die ersten Alben von Iced Earth nennen, welche in dem großartigen Alive in Athens" gipfelten.

Stilistisch geht es seit jeher in eine ähnliche Richtung, so auch auf Killhammer". Während man sich beim eröffnenden Titelsong noch bei Manowar wähnt, geht es danach bei Armies of Hell" ordentlich ab. Zum Glück treten Mystic Prophecy auf Killhammer" recht häufig auf's Gas, denn genau hier liegt ihre Stärke. Songs wie Kill the Beast" oder 300 in Blood" sind zeitgemäßer Metal mit melodischem Gesang, auch die schleppende Nummer Hate Black" weiß zu gefallen, und zum Abschluss liefern Mystic Prophecy das überzeugendste Cover von Ozzys Crazy Train" ab, das ich je gehört habe!

Leider regiert dazwischen aber auch viel Mittelmaß bis hin zur Belanglosigkeit. Insgesamt ist Killhammer" sicherlich ein ordentliches Album geworden, aber die große Stärke von Bands wie Iced Earth oder Nevermore, auch in zwischenzeitlich ruhigen Momenten zu glänzen, geht Mystic Prophecy auf Killhammer" leider komplett ab. Für Genrefans ein ordentliches Album, darüber hinaus aber keine Offenbarung.


Unblackened
Unblackened
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kuschelrock für Biker, Outlaws und andere harte Männer ;-), 17. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Unblackened (Audio CD)
Quelle: [...]

Für ein Quasi-Akustikalbum startet "Unblackened" ziemlich laut, nämlich mit "Losin' your Mind", das elektronisch und mit viel Power raus gehauen wird. Würden die Protagonisten - Black Label Society - nicht sitzen, man könnte meinen es mit einer regulären Show zu tun zu haben. Im Anschluss bleibt es noch kurz recht laut, bzw. verstärkt, aber richtig leise hatte Zakk Wylde eh kaum jemand erwartet, sodass der Rauschebart mit einer bluesig-coolen Version von "The blessed Hellride" direkt mal einen Gassenhauer ins Publikum feuert.

"Sold my Soul" ist dann die erste "richtige" Ballade, mit Piano und etwas bedächtiger vorgetragen, allerdings immer noch cool wie der Herbstwind und knietief im harten Rock stehend. Von nun an wird es aber zusehends intimer, emotionaler und eindringlicher. Das Kollektiv Black Label Society läuft live auch in der ungewohnten Rolle als Sitz-Band wie ein Uhrwerk und präsentiert insgesamt nicht weniger als 17 Songs auf "Unblackened". Gänsehautmomente liefern Zakk Wylde und seine Gang zwischenzeitlich geradezu am Fließband ("Road back Home"), klingen aber zu jeder Zeit natürlich durch und durch amerikanisch. Soll heißen: erdig, gerne auch ein Bisschen dreckig, mit einem feinen Gespür für den nötigen Groove, aber auch ein dem Anlass entsprechendes Maß an Gefühl, immer wieder versetzt mit vom Blues inspirierten Licks. In den epischsten Momenten klingen Black Label Society's Balladen sogar beinahe wie eine (deutlich) weniger kitschige Version von Bon Jovis "Bed of Roses" - zumindest wenn "Bed of Roses" dicke, haarige Eier hätte. Bemerkenswert finde ich vor allem das beinahe absurde Bild, das Zakk Wylde auf "Blackened" abgibt: Dieser langhaarige, bärtige Brocken von einem Kerl sitzt einfach so da, schmettert Balladen am Piano und bellt dazu so einfühlsam wie möglich seine tiefsinnigen Texte. Als Tüpfelchen auf dem i sieht man immer wieder taffe Kerle in BLS-Kutten vor der Bühne stehen und wahlweise gebannt lauschend oder inbrünstig mitsingend. Das ist schon eine interessante Konstellation, aber eine, die ganz hervorragend funktioniert. Gewissermaßen Kuschelrock für Biker, Outlaws und andere harte Männer. Für die und alle anderen Fans hat Onkel Zakk sogar ein paar Songs vom ersten und einzigen Album seiner Southern Rock-Band Pride and Glory ins Set aufgenommen, was neben Standards wie "Stillborn" eine willkommene Abwechslung bietet. Die Frage nach dem Album (oder alternativ der DVD) für den Herbst wäre damit jedenfalls ausreichend beantwortet.

Anmerkung: Kann es sein, dass der Sound auf der DVD besser ist als bei der CD?!


The Arsonist (Limited First Edition im Digipack inkl. 2 Bonustracks)
The Arsonist (Limited First Edition im Digipack inkl. 2 Bonustracks)
Preis: EUR 14,60

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hits, Mut, Mittelfinger, 1. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Feuerwerk. Unangemeldet und mitten im Sommer. Was eigentlich augenblicklich die Staatsgewalt samt Ordnungsgeld auf den Plan rufen würde, lässt man im Falle der neuen Deadlock-Scheibe "The Arsonist" ausnahmsweise noch mal durchgehen. Obwohl diese genau genommen ein Feuerwerk ist... ein Hitfeuerwerk nämlich.

Sauclever so ein Kalauer zum Einstieg, aber jetzt mal zu den harten Fakten. Erstmalig erscheinen Deadlock mit ihrem sechsten Album auf Napalm Records und trennen sich damit für Außenstehende überraschend von ihrem vorherigen Label Lifeforce. Für die Ösis wiederum ist "The Arsonist" Ehre und Herausforderung zu gleichen Teilen, denn es gilt nicht nur einen durchaus erfolgreichen Act auf die nächste Stufe zu heben, sondern auch eine Band noch weiter ins Rampenlicht zu schieben, die sich nie für einen Mittelfinger gen Konventionen zu fein war. Experimenten verschloss man sich nie, verpackt diese aber inzwischen unterschwelliger als noch bei "Manifesto", als man mit einem Techno-Intro einstieg und ein paar Tracks weiter "Deathrace" vom Melodic Death vollends gen Rap-Nummer kippen ließ. Eine gute Idee und im Grunde ein eben solcher Song, irgendwie aber auch mit der Brechstange gepredigt. Keine fünf Jahre später trauen sich Deadlock immer noch einiges, verpacken ihre Horizonterweiterer aber mit mehr Fingerspitzengefühl - und klingen dabei absurderweise sehr vielseitig und stimmig zugleich. Parallel scheint man die Produktion generell verschlankt zu haben, ein paar Tonspuren weniger tun es auch und erlauben dem Material mehr Luft zum Atmen, wie man so schön sagt. Klangen Deadlock auf den vorherigen Longplayern zwar noch wuchtiger und noch fetter, ist ein großer Pluspunkt von "The Arsonist" sein homogener Klang. Abgesehen davon ist die auffälligste Neuerung der Gesang von John Gahlert, der seit dem Ausstieg von Gründungsmitglied Joe Prem vom Bass ans Mirkofon gewechselt ist und sich seither für die Grunts verantwortlich zeichnet. Gegenpol ist damals wie heute Sabine Scherer mit ihrem ausdrucksstarken, betörenden Stimmchen, das naturgemäß massiv zur Eingängigkeit und dem Hitpotential des Songmaterials beiträgt. Gott sei Dank gibt das Quintett nicht all zu viel auf vermeintliche Trueness und hält die zierliche Sängerin nicht künstlich klein, sondern räumt ihr viel Platz und ebenso viele Freiheiten ein. Belohnt wird man dafür mit Großartigkeiten und Ohrwürmern wie "I'm gone", "Dead City Sleepers" und "As we come undone", die das ohnehin nicht gerade kleine Hitarsenal der Band weiter anwachsen lassen. Überaus gefällig präsentiert sich auch das Titelstück mit krachender Härte in den Strophen und einem fast schon unverschämt guten Chorus samt hintergründiger Chöre. Deutlich weiter im Vordergrund stehen die sakralen Chöre von "The final Storm", einem garstigen Bastard aus angepissten Grunts, bedrohlichen Riffs, polterndem Schlagzeug und den genannten Bombast-Chören, was in der Summe eine düster-bedrohliche Mixtur ergibt, aus der sich Sabine diesmal (fast) komplett heraushält. Der Rausschmeißer "My Pain" bietet dann noch mal einen komplett anderen Ansatz, hier gibt es viel klaren (oft mehrstimmigen) Gesang, wohl dosierte Shouts und ein sich völlig in den Dienst der Sache stellendes Schlagzeug, denn statt einer fetten Gitarrenwand gibt hier ganz klar ein gefälliger, poppiger Beat den Takt an. Das liest sich für manchen jetzt erst mal deutlich schlimmer als es effektiv klingt, denn die Nummer ist richtig cool geworden und schließt dieses großartige Album passend ab.

Fans werden sich von den vielen kleinen und großen Experimenten nicht abschrecken lassen und augenblicklich anmerken, dass "The Arsonist" einfach nach Deadlock klingt: immer eingängig, fast immer hart und stets für eine Überraschung gut. Vor allem aber ganz weit vorne in der ersten Liga des Modern Metal, selbst wenn Deadlock eigentlich zu eigenständig klingen, um einer bestimmten Schublade wirklich gerecht zu werden.


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