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Paul Darkness - sounds2move.de

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The Life Acoustic
The Life Acoustic
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Famos, intensiv, mitreißend, toll umgesetzt - einen Monat vorher veröffentlicht und es wäre die Platte des Sommers geworden, 1. September 2013
Rezension bezieht sich auf: The Life Acoustic (Audio CD)
Gutes Timing, Herr Schrody. Mit seinem neuen Scheibchen "The Life Acoustic" ist Erik Francis Schrody alias Everlast nämlich genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Auf dieser Platte präsentiert sich der wandelbare Künstler von seiner bis aufs Minimum reduzierten Seite und kredenzt uns zwölf Akustiktracks, die er nur an der Lagerfeuergitarre intoniert, hin und wieder kommt auch noch ein Keyboard hinzu. Die Stücke sind alle mehr oder minder bekannt und wurden irgendwann im Laufe der Karriere des Künstlers schon einmal veröffentlicht, flogen nach dessen Ansicht bisher aber ziemlich unter dem Radar der Zuhörerschaft, weshalb Everlast ihnen nun neues Leben einhaucht.

Zur rechten Zeit kommt "The Life Acoustic" deshalb, weil diese Platte gerade jetzt in der Hitze des Hochsommers für die richtige akustische Untermalung sorgt. Wer nach einem schweißtreibenden Tag noch unter freiem Himmel und in gemütlicher Runde zusammensitzt, während langsam die Nacht hereinbricht, wird schnell feststellen, dass zum Beispiel das schwermütige "Weakness" die Stimmung des Augenblicks perfekt einzufangen vermag. "Lonely Road" ist noch so eine Nummer, die an einem gemütlichen Lagerfeuer gedämpft aus einem kleinen Radio kommen könnte, während man gedankenverloren dem Flammenspiel zuschaut. Für einen schönen Groove sorgte zwischendurch das schweinecoole "Black Jesus", und mit "Jump around" ist zum Abschluss sogar noch ein richtiger Gassenfeger auf "The Life Acoustic" vertreten, quasi der einzige Song in dieser Zusammenstellung, der auch vorher schon ein Hit war. Im Original erschien die Nummer bereits 1992 auf dem selbstbetitelten Debüt von House of Pain, erneute Berühmtheit erlangte sie unter anderem als Live-Coverversion bei Limp Bizkit (wo Everlasts H.o.P.-Kollege DJ Lethal an den Turntables steht) und auf dem Soundtrack diverser Filme, darunter "Rush Hour" und "Black Hawk Down" oder aber in diversen TV Serien ("My Name is Earl", "Gilmour Girls", "New Girl"...). Wer mag, kann "Today", "Broken", "Children's Story" (inkl. Mini-Tribute an Blackstreets "No Diggity") und Co. natürlich auch prima nachmittags am See auflegen oder dem Teil im Auto die eine oder andere Runde gönnen. "The Life Acoustic" ist mal wieder der Beweis, dass weniger nicht selten mehr sein kann - zumindest wenn es richtig gemacht ist. Und das ist hier der Fall, denn es geht zu jeder Zeit unaufgeregt und authentisch zu, Everlasts Reibeisenstimme tut ihr übriges, um dieses Album so leicht wie eine Sommerprise erscheinen zu lassen. Schönes Ding!

p.s. Der Anmerkung eines Vorredners kann ich mich anschließen: Das Booklet ist ein Poster des Covers. Texte: Fehlanzeige, leider.


Crown of Phantoms
Crown of Phantoms
Preis: EUR 17,87

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Songs die nicht zünden, technisch überzeugend dargeboten, 1. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Crown of Phantoms (Audio CD)
Ich war schon ein wenig überrascht, dass es Chimaira noch gibt. Im Jahr 2001 gehörten sie zu den ersten härteren Bands, die ich kennen lernen durfte. Allerdings nutzte sich ihre Musik spätestens nach dem dritten Album ab und ich verlor sie aus den Augen. Aus der alten Formation ist nur noch Sänger Mark Hunter übrig, die anderen Musiker wurden alle in den letzten drei Jahren ausgetauscht oder wechselten die Instrumente. Hervorzuheben ist hier Emil Werstler von Dååth, der zunächst Rhythmusgitarre bei Chimaira spielte, dann Bass und nun auf dem neuen Album Lead Gitarre. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Dieser Mann ist ein, wenn nicht DER Lichtblick auf Crown of Phantoms".

Die Platte startet zwar hart, aber relativ belanglos mit The Machine". Es bleibt auch auf weit über der Hälfte der Spielzeit hart und belanglos. Immer das gleiche Klackern der Doublebass, die kellertief gestimmten Gitarren und Mark Hunter. Dieser Mann ist Segen und Fluch zugleich, besitzt er doch eines der markantesten und bösesten Organe des harten Metals, allerdings auch eins der unflexibelsten. Oder liegt es am ewig gleichen Songwriting, dass die Stimme spätestens ab dem dritten Song nervt? O.k., die zweite Single No Mercy" ist der Hammer und man stolpert immer wieder über einige interessante Ideen, aber letztlich gibt es nur diesen einen wirklich geilen Song, den man sich auch für 99 Cent saugen kann.

Man kann den Musikern nichts vorwerfen, die technische Klasse ist überragend und gerade was besagter Emil Werstler an der Gitarre anstellt: Königklasse! Aber was bringt das, wenn die Songs nicht zünden und der Sänger viel zu sehr im Vordergrund herumbrüllt, sodass es wirklich schwierig ist, diese Platte an einem Stück durchzuhören? Ich habe es drei Mal geschafft und würde es nicht noch einmal wollen...


Das schwarze Einmaleins (Limited Mediabook Edition + Bonus-DVD)
Das schwarze Einmaleins (Limited Mediabook Edition + Bonus-DVD)
Preis: EUR 18,98

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bissig, frisch und gut, 1. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rückblickend betrachtet ist das letzte Saltatio Mortis-Album "Sturm aufs Paradies" immer noch stark und jeden Cent wert, doch "Das schwarze Einmaleins" legt mit seiner Frische noch mal kräftig einen oben drauf. Wo der Vorgänger möglicherweise doch etwas zu routiniert war, klingen die Spielleute anno 2013 so hungrig und giftig wie schon lange nicht mehr.

Das "giftig" bezieht sich in erster Linie auf die Texte der Platte, die vielleicht noch stärker als bisher Bezüge zu Politik und Weltgeschehen herstellen. Da wäre etwa das anklagende "Krieg kennt keine Sieger", das sich kritisch mit dem "heiligen Krieg" auseinandersetzt. Natürlich muss auch die erste Single "Wachstum über alles" erwähnt werden, die im Vorfeld für die eine oder andere kleine Diskussion gut war. Hier adaptieren Saltatio Mortis gekonnt die deutsche Nationalhymne, inklusive einer Anspielung auf die mittlerweile nicht mehr verwendete "über alles"-Strophe, um auf diesem Wege clever den Wahnsinn der Profitgier und des Wachstumswahns der globalisierten Weltwirtschaft anzuprangern. Passend dazu sind die Riffs schön heavy, und Frontmann Alea liefert die dazu passend galligen Gesangslinien in den Strophen. Vor allem das Schlagzeug ballert überraschend heftig beim ebenfalls gesellschaftskritischen "Nur ein Traum", das eine ordentlich galoppierende Wucht entfacht. Um einiges fröhlicher geht es im Opener "Früher war alles besser" zu, der dem Titel entsprechend die nicht enden wollende Nörgelei ewig Gestriger ad absurdum führt. Ausgestattet mit einer tollen Melodie, kann man den Song mit Fug und Recht als einen der größten Ohrwürmer auf dieser Scheibe bezeichnen. Ähnlich schmissig ist "IX", das textlich zwar gewisse Erinnerungen an "Sieben" von Subway to Sally weckt, letztlich aber doch einen eigenständigeren Ansatz bietet als man anfangs befürchtet. Nebenbei erklärt der Song quasi den Albumtitel, von daher kann er guten Gewissens durchgewunken werden. Ihre geheime Spezialität (ergreifende Halb-/Balladen) tischen Saltatio Mortis auf "Das schwarze Einmaleins" in Form des wohligen "Sandmann" auf. Und sonst so? Sonst drängt sich "Galgenballade" mit Nachdruck für das stromlose "Manufactum"-Programm auf, präsentieren "Der Kuss" und "Satans Fall" klassische SaMo-Stärken und wird in "My Bonnie Mary" ein Jahrhunderte altes schottisches Lied interpretiert. Ergibt in der Summe viel Abwechslung und ebenso viel Tiefgang, gepaart mit dem einen oder anderen überraschend hart gespielten Song, textlichem Biss und spielerischen Finessen. Viel besser kann man Mittelalter und Gegenwart nicht zusammenbringen.


Sway
Sway
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 14,15

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaum kategorisierbar und maßlos unterschätzt, 1. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Sway (Audio CD)
Wer seinen Rock am liebsten hart und laut genießt, der ist bei Blue October mal komplett falsch und kann das Weiterlesen im Grunde direkt einstellen. Wie seine Vorgänger ist nämlich auch "Sway" kein rasanter Höllenritt und schon gar keine Partyplatte. Im Gegenteil präsentieren uns die Amis ein alternatives Rockalbum, das man am ehesten mit den Verben melancholisch, nachdenklich und emotional beschreiben kann.

Dabei sollte man nicht den Fehler machen, emotional und entwaffnend ehrlich mit weinerlich zu verwechseln. Sänger Justin Furstenfeld schreibt nämlich seit jeher sehr autobiografisch und legt dabei einen Seelenstrip hin, wie man es in der Unterhaltungsbranche nur selten erlebt. Seine Texte haben dabei sowohl einen therapeutischen Wert, als auch einen ernsten Hintergrund, denn der Frontmann leidet seit Teenager-Tagen an Depressionen, was bei schweren Schüben im Interesse des Selbstschutzes auch schon zu Konzertabsagen führte. Bevor hier aber zu viel Mitleid gestreut und zu viel Trübsal geblasen wird, soll erwähnt werden, dass "Sway" lyrisch nicht mehr so düster daher kommt wie "Any Man in America", sondern eher den positiven Ausgangspunkt von "Approaching Normal" aufgreift und sogar weiter ausbaut. Hiervon zeugen Songtitel wie "Angels in Everything" (ebenso wie "Put it in" und "Hard Candy" einer der schwungvolleren Songs) oder aber "Not broken anymore". Letzterer ist gleichzeitig auch der letzte richtige Song auf "Sway" und stellt den finalen Seufzer eines streckenweise zerbrechlich wirkenden Albums dar - zerbrechlich wie der derzeit stabile und positiv ausgerichtete Stimmungszustand des musikalischen Gehirns von Blue October. So war es möglich ein Album zu komponieren, das schwermütig klingt, ohne wirklich schwerfällig zu sein, sondern sich durch einen luftigen Sound auszeichnet, der den überwiegend gedrosselten Songs schon beim zweiten oder dritten Durchgang eine wundervolle Aura verleiht, während sich zumeist im Hintergrund dezente Sample- und Elektronika-Einschübe einschleichen.

Wie man "Sway" genau beschreiben soll, ist die Frage die bleibt. Man könnte "Light you up" eine gewisse Nähe zu Radio-Aufsteiger Alex Claire attestieren, übrigens die einzige Nummer, die noch einmal kurz die Rap-Einlagen des Vorgängers aufgreift. In gewissen Momenten wäre es sogar nicht mal abwegig, Porcupine Trees kommerziell verwertbarstes Werk "Deadwing" heran zu ziehen, um dem Gehörten einen Namen zu geben. So richtig gerecht wird man Blue October dabei trotzdem nicht, denn obwohl das hier irgendwie Alternative Rock ist, möglicherweise auch dezente Ansätze von Post-Grunge auszumachen sind, klingt das Quartett einfach viel zu eigenständig, um handfesten Vergleichen ein wirklich solides Fundament zu bieten. Das wird einem spätestens dann klar, wenn man über eine Nummer wie "Things we do at Night" stolpert, der man beim besten Willen kein anderes Etikett zu verpassen vermag außer eben "Blue October". Auf verschlungenen Pfaden und befeuert von persönlichen Schicksalsschlägen und deren Aufarbeitung ist es Justin Furstenfeld und seinen Kollegen gelungen, sich nicht einfach unterwürfig zwischen die Stühle zu setzen, sondern sich ihren eigenen Schemel zu schnitzen. Allein aufgrund dieser Leistung würde ich den vier Texanern den längst verdienten Durchbruch in Europa von Herzen gönnen.


Stories
Stories
Preis: EUR 15,25

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bizarrerweise hat das irgendwie Charme (Fans addieren einen Stern!), 15. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Stories (Audio CD)
Neuer Stoff von The Bunny The Bear, und in erster Instanz mag man denken "ich hätte auch ruhig noch etwas länger warten können". Pustekuchen, nicht mal ein Jahr nach "The Stomach for it" hat das maskierte Duo schon sein drittes reguläres Werk fertig, um abermals auszuloten, was man einem Rock- bzw. Metalpublikum so alles zumuten kann.

Scheinbar so einiges, denn zumindest in den USA ist das Duo - dann verstärkt durch eine erweiterte Bühnenbesetzung - regelmäßig unterwegs durch die Clubs. Eigentlich versteht sich von selbst, dass hier die Rede von Rockclubs ist, aber "Stories" passt zu sehr großen Teilen fast noch besser in die Elektro-Zappelbuden dieser Welt. Zwar gibt es immer noch hysterische bis krumme Screams und auch mal grollende Grunts; ja, auch hin und wieder mal eine Spur Gitarre ist drin ("Your Reasons", "Hey, Allie"). Den Schwerpunkt haben The Bunny The Bear diesmal aber auf ihre Dancebeats gelegt. "In like Flynn", die erste Single, mutet uns deshalb einen Hauch von Vengaboys zu und garniert das Ganze auch noch mit astreinem Eunuchengesäusel. Zur Auflockerung wird hin und wieder mal schräg rein gebrüllt und fertig ist der Hit. Ist das ernst gemeint oder eine Parodie? Man weiß es nicht, aber schmunzeln und lachen ist erlaubt. Humor sollte man aber auch mitbringen, dann - und nur dann - kann man sich von "Stories" passabel unterhalten lassen. Ehrlich gesagt klingt Eurodance der Cascada-Kategorie auch gar nicht mal so viel anders, zugegebenermaßen haben die dafür die deutlich bessere Stimme zu bieten und gehen wohl auch etwas flotter zur Sache als diese insgesamt überraschend ruhige Platte. Zumindest theoretisch könnten sich beide Parteien aber doch mal über den Weg laufen, denn obwohl es absurd klingt: "It's not always cold in Buffalo" ist dermaßen poppig, lieblich und unverschämt kitschig, dass man es sich lebhaft im Hausfrauenradio vorstellen könnte. Apropos Buffalo: Daher kommt das Duo übrigens, und wie der Songtitel suggeriert, ist es da gerne mal empfindlich kalt. Vielleicht hat es dort vor vielen Jahren mal in zwei unbeaufsichtigten Kinderwagen gefroren, das würde zumindest erklären wo The Bunny und The Bear ihren mittelgroßen Riss in der Schüssel her haben. Vermutlich sind auch verschreibungspflichtige Medikamente von Vorteil, wenn man sich derartige Songs als "Metalband" ausdenkt. Trotzdem, oder gerade deswegen, muss ich gestehen, dass "Stories" auf seine verschrobene eigene Weise doch irgendwie Charme hat. Und überhaupt: Muss immer alles Sinn ergeben oder erklärbar sein? The Bunny The Bear sind schlichtweg so drüber und so durch, dass man es schon wieder mögen kann. Kann, nicht muss.


Dio - Finding the Sacred Heart/Live in Phily 1986 [Blu-ray]
Dio - Finding the Sacred Heart/Live in Phily 1986 [Blu-ray]
DVD ~ Ronnie James Dio
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen viel halbgarem endlich mal wieder ein Pflichtkauf für Fans, 15. Juli 2013
Die moderne Technik kann schon ein Segen sein. Etwa wenn wie im vorliegenden Fall ein bisher nur in gekürzter Fassung auf VHS (Lieber Kinder, das sind so große schwarze Kassetten - ungefähr so groß wie 3 Blu-ray Hüllen) zu habender Konzertmitschnitt aus dem Jahre 1986 wieder für ein breites Publikum zugänglich gemacht wird. Im Falle von "Finding the sacred Heart" ist das sogar doppelt zu begrüßen, denn es zeigt Ronnie James Dio auf dem vermeintlichen Höhepunkt seiner beachtlichen Karriere vor ausverkauftem Haus im Eishockeystadion der Philadelphia Flyers.

Es waren gute Zeiten für den kleinen Mann mit der großen Stimme, denn nach seinen Engagements bei Elf, Rainbow und Black Sabbath hatte sich Dio mit seiner Soloband frei geschwommen von Ego-Spielchen und konnte sich voll und ganz auf das konzentrieren was ihm am Herzen lag. Und das war, wie Dio uns im Featurette zur Tour (zu finden im Bonusteil) wissen lässt "eine Reise in die Zeit von Rittern, Drachen und Magie". Gelogen hat der Pommesgabelerfinder sicher nicht, noch nicht einmal übertrieben, denn was er seinerzeit auf die Bühne brachte, war nicht weniger als mächtig viel Theater im wortwörtlichen Sinne. Ein Spektakel genau genommen, samt Feuer spuckendem Drachen, Rittern und dem dazu passenden Bühnenbild einer Festung, ergänzt um eine gewaltige Lichtkonstruktion, krachende Pyros und sogar eine Lasershow, dem damals heißesten Scheiß auf dem Effektemarkt. Noch Jahre später schwärmte der Sänger von dieser Tour: "Wenn du einen Zirkus auf die Straße bringst, dann kommen die Fans auch. Sie sollten etwas geboten bekommen für ihr Geld, und wir haben ihnen gewissermaßen Disneyland für Metalfans in ihre Stadt gebracht. Die Konkurrenz war damals schon groß, und mit der Show und meinen Texte möchte ich den Fans eine Flucht aus dem Alltag und der Realität anbieten". Eine derartige Produktion bedeutete natürlich Schwerstarbeit für die Crew, die diesen monströsen Aufbau von Stadt zu Stadt schaffen musste. Vor dem Fernseher ist einem das allerdings reichlich egal, und man freut sich lieber über diesen digital etwas aufgehübschten Mitschnitt, der zudem erstmalig ungeschnitten erhältlich ist. Bild und Ton wurden dabei liebevoll und mit gebührendem Respekt vor der Originalvorlage modernisiert, ohne zu sehr auf Hochglanz zu bauen. Vor allem der Sound verdient ein zusätzliches Kompliment, denn "Finding the sacred Heart" klingt differenziert und druckvoll, ohne zu platt oder zu kalt zu wirken. In diesem Rahmen können sich "Don't talk to Strangers", "Rainbow in the Dark", "Hungry for Heaven" (erinnert in der vorliegenden Version irgendwie an Europe) oder das Medley "RockŽnŽ Roll Children"/"Long live RockŽn Ž Roll"/"Man on the Silver Mountain" als das entfalten was sie unbestritten sind: Hymnen für die Ewigkeit, vorgetragen von einem der besten Metalsänger aller Zeiten und einer hochkarätig besetzten Band. Zusätzlich gibt es noch einen ordentlich bestückten Bonusteil mit unter anderem bereits erwähntem Werbespot zur Tour, einem zeitgenössischen Interview, welches im Rahmen der Tour aufgezeichnet wurde und einem weiteren Interview mit Ronnie James Dio und Craig Goldy, das deutlich jüngeren Datums ist.

Zwischen viel Entbehrlichem und Halbgarem, das seit dem Tod Dios aus allen möglichen Quellen erschienen ist, gehört "Finding the sacred Heart - Live in Phily 1986" ohne Zweifel zu den absoluten Pflichtkäufen. Noch im neueren Interview lässt der Frontmann die Gedanken schweifen und verrät, dass er, wenn sich die Gelegenheit bieten würde, gerne noch mal eine ähnlich aufwändige Tour wie 1985/86 spielen würde. Es ist ein Jammer für ihn und für uns, dass es dazu leider nicht mehr kommen wird.


Wisdom of Crowds (Limited)
Wisdom of Crowds (Limited)
Preis: EUR 19,44

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Album, das trotz seiner beiden Protagonisten nicht für jeden Prog-Rocker oder Dark-Metaller uneingeschränkt zu empfehlen ist, 15. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Wisdom of Crowds (Limited) (Audio CD)
Unter dem Banner Wisdom of Crowds haben sich Bruce Soord (The Pineapple Thief) und Jonas Renkse (Katatonia) zusammengetan und frönen auf dem gleichnamigen Debüt dem beschränkungsfreien Art Rock. Das muss speziell im Falle von Renkse den Fans seiner Hauptband nicht zwingend gefallen, besitzt aber unbestritten seine ganz eigene Faszination.

Dabei sollte man keine all zu großen Hoffnungen pflegen, dass wir hier regelmäßig schöne Riffs der Blakkheim-Kategorie serviert bekommen. Stattdessen dominieren vertrackte Prog-Rhythmen und eine Nähe zu elektronischen Einflüssen die Szenerie. Ein einsames Keyboard hier, ein mal dezenter, mal eher aufdringlicher Beat dort. Gepaart wird das Ganze mit dem markanten Stimmchen des Katatonia-Frontmannes, der "Wisdom of Crowds" mit der ihm eigenen Intensität intoniert. Es dauert schon einen Moment, bis zum ersten mal richtig in die Saiten gehauen wird ("Frozen North", Track 4), wobei sich selbst diese Momente mit Elektronika und einer nicht zu überhörenden Vorliebe für Soundtracks verbinden. Noch einen Tick näher an der Filmmusik ist "The Light", das man sich auch gut in einem Action-Blockbuster vorstellen könnte. "Pretend" wird anfangs sogar komplett von Electro-Sounds dominiert, die glücklicherweise dann doch hin und wieder durch Hinzunahme einer E-Gitarre aufgelockert werden. Dennoch hat Bruce Soord, aus dessen Feder die komplette Musik stammt, dieses Projekt definitiv als solches genutzt und viele Ideen und Ansätze verwoben, die er mit seiner Hauptband unter Umständen nicht hätte realisieren können. So ist "Wisdom of Crowds" ein genregrenzenfreies Stück Musik geworden, das jegliche Tellerränder weit hinter sich und dabei auch mögliche Zielgruppen verschmelzen lässt. Auf diese Klangkollage aus Electro, Soundtrack, Rock und synthetischen Streichern muss man sich einlassen wollen, nur dann eröffnet sich einem eine durchaus interessante Perspektive. Wer daran interessiert ist, seinen musikalischen Horizont zu erweitern und sich von der einen oder anderen Länge nicht abschrecken lässt, findet ein gut gemachtes, eigenständiges Album vor. Ein Album, das trotz seiner beiden Protagonisten nicht für jeden Prog-Rocker oder Dark-Metaller uneingeschränkt zu empfehlen ist.


All Is One (Limited Edition)
All Is One (Limited Edition)
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen "Ein unglaublich musikalisches und trotz seiner gewaltigen Vielfalt in sich geschlossenes und zugängliches Album", 15. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: All Is One (Limited Edition) (Audio CD)
Orphaned Land sind eine Band, der man schon allein wegen ihrer Bemühungen für die Völkerverständigung großen Tribut zollen muss. Die Israelis um Frontmann und Aushilfsjesus Kobi Fahri sind seit Jahren engagierte Botschafter für ein friedliches Miteinander der Religionen, haben als Juden ein unglaubliches Standing in der muslimisch geprägten Türkei und vereinen Fans im westlichen Europa ebenso hinter sich wie im nahen und mittleren Osten. Auf die talentierten Schultern klopfen darf man ihnen des weiteren auch für ihr neues Album "All is One".

Natürlich ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei einer Band wie Orphaned Land, dass mit für europäische Ohren exotischen Elementen (Sprichwort "türkische" Geige) eine gehörige Würze in die Musik der Band kommt. All diese arabisch anmutenden Melodien und Skalen sorgen an der Seite von amtlichen Riffs, bombastischen Chören ("Through Fire and Water", "All is One") und einer Armada an exotischen Instrumenten für zusätzliche Spannung. Über eben dieses Selbstverständnis wird das Bekannte mit dem Unbekannten verknüpft und daraus in "All is One" ein packendes Album geformt. Der orientalische Aspekt der Musik dient dabei nie dem Selbstzweck, ist kein Etikett, sondern authentischer und echter Bestandteil der Musik. Diese bringt in "Brother" eine epische (Metal-) Ballade mit überaus warmem Klang hervor, aber etwa auch den coolen Sechsminüter "Fail", dem diesmal einzigen Song mit Grunts, dem Klargesang und gesprochene Passagen als Kontrastpunkte zur Seite gestellt werden. Zur musikalischen und instrumentalen Vielfalt gesellt sich traditionell auch die sprachliche Variation. Dabei stört es kaum, dass man im Falle des Hebräischen kein Wort versteht, da die Songs alle so ausgeklügelt und packend komponiert und arrangiert wurden, dass "All is One" die Aufmerksamkeit und den Unterhaltungsfaktor konstant hoch halten. Sicherlich ist diese Scheibe wie ihre Vorgänger auch noch als progressiv zu bezeichnen, aber Orphaned Land haben sich diesmal dazu entschlossen, es dem Zuhörer so einfach wie noch nie zu machen, einen Zugang zu ihrer Musik zu finden. Man ist geradliniger geworden, wovon natürlich auch die ambitionierten Inhalte der Band profitieren, die so ein noch breiteres Publikum zum Nachdenken anregen. Dass mit dem sehr türkisch anmutenden "Shama'in" unter Umständen nicht jeder etwas anfangen können wird - geschenkt. "All is One" ist ein unglaublich musikalisches und trotz seiner gewaltigen Vielfalt in sich geschlossenes und zugängliches Album geworden, das man als offener Metalhead zumindest einmal angetestet haben sollte, wenn nicht gar gehört haben muss.


Legions of the North (Limited First Edition im Digipack inkl. Bonustrack)
Legions of the North (Limited First Edition im Digipack inkl. Bonustrack)
Preis: EUR 17,96

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Manegarm in Bestform, 15. Juli 2013
Zugegeben: Ein wenig skeptisch war ich schon vor dem ersten Hören von Månegarms mittlerweile siebtem Langeisen Legions of the North". Mit dem Vorgänger Nattväsen" (2009) wollte ich irgendwie nicht so recht warm werden. Dann kamen noch personelle Querelen hinzu. Nach dem Ausstieg von Bassist und Gründungsmitglied Pierre Wilhelmsson, der zudem für die schwedischen Lyrics zuständig war, verließ letztes Jahr auch noch Teufelsgeiger Janne Liljekvist die Band. Doch trotz dieser schlechten Vorzeichen kann ich alle Månegarm-Fans (und in erster Linie mich selbst) beruhigen. Legions of the North" ist ein wirklich starkes Stück schwedischen Viking Metals geworden. Zwar donnert der Opener und Titeltrack (nach stimmungsvollem Intro) ziemlich gewalttätig aus den Boxen, doch der erste Eindruck wird ziemlich bald widerlegt. Månegarm haben sich weder von ihrem guten Gespür für Melodien noch von ihren folkigen Trademarks verabschiedet. Lediglich der schwedische Gesang ist auf der Strecke geblieben. Was hier an Authentizität eingebüßt wird, könnte dafür an größerer Eingängigkeit und Zugänglichkeit für Hörer außerhalb des skandinavischen Raums auf der Habenseite verbucht werden.

Zieht man Intro und zwei kurze akustische Zwischenspiele ab, bleiben acht (auf der Digi neun) Songs, von denen einige wirklich herausragend sind. Allen voran die Hymne Sons of War", die sehr eingängig angelegt ist (inklusive Running-Wild-Gedächtnismelodie) und deren Chorus garantiert bei den nächsten Touren fleißig mitgegröhlt werden dürfte. Fast noch besser gefällt mir Echoes from the Past", das auch Amon Amarth gut zu Gesicht stehen würde. Im ruhigen Mittelteil gibt es einen gelungenen Einsatz weiblicher Vocals. Für diese zeichnet sich diesmal allerdings nicht die altbekannte Umer Mossige-Norheim (Två Fisk och en Fläsk) verantwortlich, sondern die in Schweden recht bekannten Folk- und Pop-Sängerin Stina Engelbrecht. Letztere kommt auch bei dem das Album abschließenden Raadh" - dem einzigen schwedisch gesungenen Track auf Legions of the North" - zum Einsatz. Eine wirklich einfühlsame Folknummer, die wenn es nach mir ginge, nur deutlich länger hätte ausfallen dürfen. Frontmann Erik Grawsiö kann hier zudem im Duett mit Stina Engelbrecht beweisen, dass er neben Brüllen, Growlen, Shouten auch eine angenehme Klargesang-Stimme hat. Ein weiterer bemerkenswerter Song ist Hordes of Hel". Der mitreißende Stampfer weckt ein paar seltsame Assoziationen zu Motörheads Orgasmatron". Neben der Grundstruktur liegt das vor allem an dem I am the One..."-Einstieg und der Zeile I will cut you down" gegen Ende. Aber natürlich hat das Stück seine eigene typische Månegarm-Folk-Note.Unter dem Strich sind Månegarm auf Legions of The North" ihrer Linie treu geblieben und beweisen erneut, dass ihnen im Bereich des folklastigen Viking Metals keiner etwas vormachen kann. Vor allem an Abwechslung kann das neue Album einiges vorweisen, wurden doch zum Teil die extremen Wurzeln der Band betont, auf der anderen Seite haben so viele eingängige Melodien wie nie zuvor Einzug auf ein Album der Jungs aus Norrtälje gefunden. Das klischeehafte aber trotzdem (oder gerade deswegen) gelungene Cover aus der Feder (dem Computer?) von Kris Verwimp rundet den positiven Gesamteindruck ab.


With Stars in Our Eyes (Acoustic)
With Stars in Our Eyes (Acoustic)
Preis: EUR 0,99

5.0 von 5 Sternen Pflichtprogramm für alle Fans der ruhigen BSF, 8. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Titel sagt alles: Toller Song, den man sich auch als Besitzer der CD-Version guten gewissens noch schnell als MP3 kaufen kann. Famos!


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