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Rezensionen verfasst von
Rudolpho Klippstädter

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Eclipse für C/C++-Programmierer: Handbuch zu den Eclipse C/C++ Development Tools (CDT)
Eclipse für C/C++-Programmierer: Handbuch zu den Eclipse C/C++ Development Tools (CDT)
von Sebastian Bauer
  Broschiert
Preis: EUR 39,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut gegliedert, erhellend erläutert, 28. März 2011
Das bereits in der zweiten Auflage erschienene Buch führt in die C/C++-Development-Tools (CDT) von Eclipse ein, nicht jedoch in die Programmiersprache als solche. Dennoch erscheint es mir auch für Anfänger geeignet, die sich parallel zu C/C++ in eine gängige Entwicklungsumgebung einarbeiten möchten. Es ist nachvollziehbar strukturiert und verständlich geschrieben. Während sich der erste Teil mit den Besonderheiten der Installation auf verschiedenen Betriebssystemen beschäftigt, schildert der zweite, umfangreichste Teil den Entwicklungsprozess; der dritte schließlich richtet sich mit Themen wie Versions-Verwaltung und Target Management an professionelle Software-Entwickler. Fazit: Das Buch wirft ein helles Licht auf die Finsternis (engl. eclipse).

Sie kamen bis Konstantinopel (Historische Romane Von Zabern)
Sie kamen bis Konstantinopel (Historische Romane Von Zabern)
von Frank S. Becker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekte Synthese aus Faktizität und Phantasie, 18. November 2009
Befinden wir uns inmitten einer Zeitenwende? Im Oktober 2009 steigt Margot Käßmann zur ersten Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland auf, derweil in den Kinos "Die Päpstin" anläuft. Auch im neuen Roman von Frank S. Becker "Sie kamen bis Konstantinopel" spielt eine Frau die Hauptrolle: In einer von christlicher Mission und islamischem Aufbruch geprägten Epoche verlässt die aus einer verarmten Kaufmannsfamilie stammende Pelagia im Jahre 663 Karthago, um in Rom ihr Glück zu machen.
Ein verwandter Senator, auf dessen Fürsprache am Hofe der Vater noch gehofft hatte, erweist sich indes als seniler, hilfsbedürftiger Greis. Auf ihre eigene Kraft angewiesen, gelingt es der selbstbewussten, mutigen Frau dennoch, bis zu Kaiser Konstans vorzudringen und nach dessen Ermordung an der Seite von General Mizizios zur Herrscherin aufzusteigen - und stante pede in der Gosse zu landen.
Pelagia erlebt Erniedrigung und Gefangenschaft, die Liebe eines Sarazenen und wird Mutter einer Tochter. An der Seite von Daud lernt sie den Glanz des Kalifenhofs kennen, aber auch die Tristesse der Frauen, die keinen männlichen Nachfahren gebären. Mit den Plänen zur Eroberung Konstantinopels, die ihr inzwischen zum Admiral der Sarazenenflotte aufgestiegener Gatte verwahrt, gelingt ihr die Flucht nach Karthago.
Die Bekanntschaft mit dem Architekten Kallinikos, dem Erfinder des "griechischen Feuers", macht sie zur Schlüsselfigur in der Seeschlacht um Konstantinopel im Jahre 678. Dank dieses Flammenwerfers wehren Kaiser Konstantins Truppen die vierjährige Belagerung Konstantinopels ab und stoppen so vorerst den Vormarsch der Muslime nach Europa.
Beckers Roman ist klar gegliedert und dennoch kunstvoll gewebt. Es geht um die Geschichte des 7. Jahrhunderts, aber auch um die Auseinandersetzung zwischen Christentum und Islam bis heute. Typisch gelebte Ausprägungen der beiden Weltreligionen verdichtet der Autor in den Lebensgeschichten des Priesters Padraich und des Sarazenenführers Daud.
Padraich, den Pelagia bereits in Rom kennen lernt, schlägt als junger Mann und Geistlicher ihre Liebe aus. Sein Bekenntnis zu Kirche und Zölibat basiert nicht zuletzt auf Schuldgefühlen, die man ihm bereits als Kind eingeflösst hatte. Daud, von dessen Willensstärke sich Pelagia angezogen fühlt, nimmt ihr die Würde, als er sie zur Nebenfrau macht und ihr eine Sechzehnjährige vorzieht. Welche Frau, möchte da noch dem Heiratsantrag eines Mannes zustimmen, wenn sie sich mit einem "Ja" dem Willen des Mannes bedingungslos unterwirft? Pelagias Geschichte endet denn auch mit einer vom Leben geprägten Antwort an Padraich: "Vielleicht! Vielleicht will ich das!"
Becker schreibt spannend wie Umberto Eco. Man saugt seine Sätze auf und legt das Buch nicht mehr weg. Die Flut der Bilder erinnert an "Tausend und eine Nacht", ihre Kraft an den europäischen Impressionismus. Eine perfekte Synthese aus Phantasie und historischer Faktizität.

Simplon
Simplon
von Wolfgang Mock
  Gebundene Ausgabe

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Europäische Wurzeln, 23. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Simplon (Gebundene Ausgabe)
Spricht hier ein Mitglied der R.A.F? "'Ihr werdet den Tunnel nicht aufhalten.' Noce nickte vor sich hin. 'Mag sein. Oder auch nicht. Aber es ist ein Zeichen. Dass wir es versucht haben. Vielleicht ist es dann soweit. Dass die Menschen sich aufbäumen in ihrem Elend. Ihre Ketten abwerfen. Erkennen, dass sie nichts zu verlieren haben ...'" So nachzulesen auf S.340 des Romans "Simplon" von Wolfgang Mock. Und etwas weiter unten: "'... In einem fremden Zimmer herumzuwühlen ist nicht Deine Sache? Aber man gewöhnt sich daran, nicht wahr? Die Drecksarbeit für andere zu machen. Den Affen für die, die sich die Taschen füllen.'"

Auf der einen Seite das Elend der zu Tausenden angeworbenen Arbeiter in ihren armseligen Hütten, auf der anderen Seite der Luxus, dem ein paar Bonzen in ihren Palästen frönen, und dazwischen die Ingenieure als Mittler zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten - so hätte der Autor den Bau des Simplon-Tunnels aufziehen können, ohne die historischen Fakten allzu sehr zu beugen. Indes deutet er seine Kritik am Kapitalismus eher leise an.

Alles beginnt hoffnungsvoll. Der Tunnel verspricht neue Arbeitsplätze, noch dazu besser bezahlte als anderswo. Er verbindet die Länder Europas, namentlich die Schweiz und Italien. Man wird künftig von Paris nach Mailand mit dem Zug fahren können, oder von Le Havre ans Mittelmehr. Das ist die Zukunft!" - so wie heute das Internet, die Kernkraft oder Photovoltaik-Anlagen!

Und das Ende? Im ersten Weltkrieg, knapp 10 Jahre nach dem Tunneldurchbruch im Jahre 1905, bekämpfen sich die Länder Europas, stehen sich Menschen als Feinde gegenüber, die noch im Tunnel Seite an Seite geschwitzt, gelitten und gefeiert haben.

Absurd, beinahe wie im Vorwort des Romans angedeutet: Wir sind, mit dem irdisch befleckten Auge gesehen, in der Situation von Eisenbahnreisenden, die in einem langen Tunnel verunglückt sind, und zwar an einer Stelle, wo man das Licht des Anfangs nicht mehr sieht, das Licht des Endes aber nur so winzig, dass der Blick es immerfort suchen muss und immerfort verliert, wobei Anfang und Ende nicht einmal sicher sind. Rings um uns aber haben wir in der Verwirrung der Sinne oder in der Höchstempfindlichkeit der Sinne lauter Ungeheuer und ein je nach Laune und Verwundung des Einzelnen entzückendes oder ermüdendes kaleidoskopisches Spiel. (Franz Kafka)"

Mir haben die verschiedenen Erzählperspektiven des Romans gefallen. Ob Mock nun aus der Sicht eines Ingenieurs schreibt, der zwischen zwei Stühlen sitzend dennoch gezwungen ist, seinen Auftrag zu erfüllen, oder aus der Sicht einer Dirne, die, konfrontiert mit Gestank und Krankheit, Arme und Reiche gleichermaßen bedienen muss - mir scheint, als beobachte Mock ohne zu werten. Die Moral bleibt den Geistlichen vorbehalten. Katholische und evangelische Pfarrer trotzen sich gegenseitig die armseligen Klienten ab. Ganz so wie heute Rechte und Linke um Wähler buhlen. Überall Heilsversprechen und doch scheint sich das Elend wie eine Konstante durch die Geschichte zu ziehen.

Der Preis des Purpurs
Der Preis des Purpurs
von Frank S. Becker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karriere in Zeiten des Umbruchs, 15. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Preis des Purpurs (Gebundene Ausgabe)
Es geht ums Ganze: um Karriere und Kapital. Um Mobbing, Mobilität und Mut. Um Sex, Sekten und Staatsfinanzen. Und es geht um Gott.
Der Roman spielt in dem halben Jahrhundert zwischen dem Machtantritt Diokletians und dem Tod Konstantins. Beide haben das römische Verwaltungs- und Finanzsystem reformiert. Doch während Diokletian die Christen noch verfolgen ließ, schaffte Konstantin die alte römische Religion als Staatsreligion ab und regierte als erster Kaiser im Namen Christi.
In einem Geflecht aus Fakten und Fiktion müssen sich Flavius und seine Frau Aqmat, die beiden Hauptfiguren des Romans, bewähren.
Die Erzählung entführt den Leser quer durchs römische Reich und folgt dabei den Stationen, an die das Schicksal den aufstrebenden Verwaltungsbeamten nicht immer freiwillig verschlägt: von Trier über Britannien und Kleinasien nach Karthago.
Man plagt sich, erduldet Barbarei und Intrigen. Selbst Privates wird nicht verschont.
Mitunter lernt man auch, worauf es damals wie heute ankommt. Zitat: "Aber seid Euch bewusst: Für eine Karriere in kaiserlichen Diensten reicht Rechtschaffenheit nicht, sie kann sogar hinderlich sein ..."
Der aufrechte Flavius jedenfalls erleidet Schiffbruch: Angespült an der Küste Britanniens entwickelt er sich fernab von Heim und Familie zum Finanzexperten. Unter Diokletian wird er diese Fähigkeiten ausbauen und Listen ausarbeiten, die Höchstpreise für Waren und Dienstleistungen festlegen.
Dabei hängt der Fortbestand des römischen Reiches nicht nur an den Finanzen, sondern auch am christlichen Glauben, wie Aqmat bemerkt: "Wenn ein neuer Glaube, der Verzicht und Verzeihen als höchste Tugenden ansah, den Geist der Menschen verwandelte, ein Glaube, der allen Völkern offenstand, Männern wie Frauen, Reichen wie Armen, Römern, Persern und Barbaren gleichermaßen, ohne dass ihn ein Staat für sich beanspruchte - ja, dann wäre es möglich dass endlich Frieden in der Welt einkehrte ..."
Doch leider auch das: Schon damals schürten Fundamentalisten den Hass auf Fremdes.
Gegen Ende des Romans werden die historischen Fakten dichter, der Blick auf das Geschehen wird, der Stellung der Beteiligten entsprechend, distanzierter. Chance, Bewährung, Belohnung - in diesen Schritten winden sich Karrieren entlang einer Schraubenlinie aufwärts. Ab und an ein Rückschlag, aber am Ende doch alles gut? Mitnichten! Die Nähe zu den Mächtigen birgt stets Gefahren.
Wer nach historischen Vorlagen zur Bewältigung globaler Probleme sucht, der lasse sich von Beckers Buch inspirieren. Immer wieder fallen Parallelen zum heute ins Auge, drängen sich längst vergessene Problemlösungsstrategien ins Bewusstsein, über die es sich erneut nachzudenken lohnt.

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