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mas

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Die Begründung der Welt: Wie wir finden, wonach wir suchen
Die Begründung der Welt: Wie wir finden, wonach wir suchen
von Thomas Christian Kotulla
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wirklich so gut?, 12. Dezember 2013
mas - Der Verfasser gliedert das Buch in zwei Teile: Im Ersten begründet er die Plausibilität der Existenz Gottes. Ein Gott, der seinem Wesen nach gleichzeitig liebend und gerecht sein muss. Der zweite Teil widmet sich der Glaubwürdigkeit und Plausibilität des christlichen Glaubens, da sich dieser unter allen Weltanschauungen/-religionen am besten mit den Voraussetzungen aus Teil 1 deckt. Kotulla behandelt dabei die Fragen der Trennung von Gott, der Schuldfrage, dem Leben und Werk Jesu Christi und des Christwerdens und –seins.
Zwei Gedanken scheinen dem Buch die Leitplanken zu geben: 1. Die Erklärung von Leid und Schuld in der Welt und 2. die Vereinbarkeit von Gottes Liebe und Gerechtigkeit für die Lösung des Leid- und Schuldproblems. Im Hintergrund steckt offensichtlich das persönliche Schicksal des Verfassers, das ihn primär selber vor diese Fragen gestellt hat (9-12).

Zur kritischen Beurteilung sei die Unterscheidung zwischen einem Urteil auf dem Hintergrund der anvisierten Leserschaft (an Existenzfragen interessierte Personen) und einer theologisch-inhaltlichen Bewertung des Buches eingeführt. Für die intendierten Leser hat die Publikation im zweiten Teil einen zeitsensiblen Zugang zum christlichen Glauben. Theologische Begrifflichkeiten werden einfach und verständlich „übersetzt“ und erklärt. Das Buch hat hier seinen Schwerpunkt und seine Schlagkraft (v.a. Kap. 7 & 9). Der erste Teil mag dagegen wohl eher nur diejenigen überzeugen, die bereits von der Existenz Gottes ausgehen bzw. für diese offen sind. Der „Gottesbeweis“, den Kotulla ausführt, beruht weniger auf Plausibilität oder Logik (wie er es postuliert), sondern vielmehr auf Emotionalität (vgl. besonders 26.75.90-94). Der scheinbar wissenschaftliche Zugang ist für eine gebildete Leserschaft eher befremdend. Hieran schliesst sich die theologisch-inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Buch. Der Verf. gibt zwar vor konfessionsunabhängig argumentierten zu wollen, was ihm in einem und vor allem wesentlichen Punkt nicht gelingt: Die Voraussetzung des freien Willens (begründet in einer spezifischen Definition von Liebe; vgl. 87-89.209f.) ist bei weitem kein Konsens des christlichen Glaubens (gegen 88). Kotulla rückt hier nah an Pelagius (ca. 350-420 n. Chr.) an. Mit ihm verneint er die völlige Verderbtheit der menschlichen Natur (145-149). Entsprechend spricht Kotulla nur von „Rest-Schuld“ des Menschen (163) und einer spezifischen Art und Weise, wie der Mensch sich für das Heil bemühen kann – wenn auch nicht hinlänglich (161-163.203-205). Insgesamt verstrickt sich der Verf. in einige Punkte, denen er jedoch ausweicht: Das Grundkonzept von Gottes Liebe und Gerechtigkeit besagt nach ihm, dass Gott aus Liebe vergeben möchte und die Möglichkeit dazu ein Leben lang offen hält (97), gleichzeitig jedoch aber irgendwann (früher oder später) gerecht richten muss (82.145.162). Nicht geklärt wird, ob es gerecht ist, dass Gottes Liebe demnach irgendwann der strafenden Gerechtigkeit Platz geben wird? Der freie Wille führt Kotulla zudem zu Aussagen, dass diese Welt für eine Entscheidung für oder gegen Gott notwendig ist (92.210). Dies stellt vor das grosse theologiegeschichtliche Problem, ob dann auch der Sündenfall notwendig gewesen sein muss? Schliesslich wird auch die Frage nach Teufel und Hölle vollkommen ausgeblendet! Vermutlich liessen sich diese Punkte „vernünftig“ in das Konzept des Verfassers eingliedern. Dies zeigt jedoch den grundlegenden und fraglichen Charakter des Autors und des Buches an: Dem ganzen theologischen Setting haftet ein gewisser Grad von „Machbarkeit“ und „Alles-im-Griff-Haben-Wollen“ an: Nicht zuletzt sieht man dies a) in den Endzeitansichten (die zukünftige Zerstörung der Klagemauer ist der Beginn der Trübsal! Vgl. 222), b) dem menschlichen Heiligungsdrang, den Kotulla betont (208), und schliesslich c) den unzähligen und bald störenden Verweisen wie „im Laufe des Buches“ oder „im folgenden/späteren Kapitel“ (erstmals auf 15!).

Das Buch gibt für interessierte philosophische und theologische Denker und Leser zwar einige gute Anstösse und Vergleiche (v.a. Kap. 6-7.9), doch die Vergleiche mit B. Pascal, C.S. Lewis und allenfalls N.T. Wright scheinen mir auf dem Hintergrund der obigen Beurteilung etwas fraglich. Die existenziellen Fragen (die Leitgedanken) scheinen erstmals geklärt. Ich frage mich, ob der Verf. das Buch nicht zu früh publiziert hat?
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2013 9:16 PM CET


Himmelstöchter!: Warum die Stärke der Frau in der Kirche gebraucht wird. Und warum das biblisch ist.
Himmelstöchter!: Warum die Stärke der Frau in der Kirche gebraucht wird. Und warum das biblisch ist.
von Roland Hardmeier
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ja!, 25. August 2013
mas. Mit viel Umsicht (und Weitsicht) packt der Verfasser (V.) die Frage der Rolle der Frau in der christlichen Gemeinde an. Schlagkräftig wird dargelegt, wo wir in der Bibel Frauen in lehrenden, leitenden und führenden Aufgaben finden (Kap. 4-5.7.8). Die Grundlage seiner Argumentation bildet sein evangelikales Bibelverständnis (Kap. 1) und seine Darstellung der Schöpfungsordnung von Mann und Frau (Kap. 2-3): V. spricht vom „Dreiklang“ Gleichwertigkeit, Unterschiedlichkeit und Ergänzung (199). Nicht das Konzept der Unterordnung, sondern das der Ergänzung/Bereicherung sollte als Denkvoraussetzung genommen werden (32). Der Gutachter (G.) kann dem nur beipflichten: Es geht V. um das herrliche Bild der Schöpfung, zu dem man zurückkehren sollte (38.131). Man sollte von den allgemeinen Aussagen der Schrift über die Funktion der Frau die spezifischen deuten und nicht umgekehrt (107), die Bibel mit der Bibel auslegen (16.22.158) und nicht die „Fläche einer Nagelspitze“ nehmen (160), die das ganze Gewicht des biblischen Bildes der Frauen tragen sollte – wozu 1. Tim 2,8-15 und 1. Kor 14,34-36 herhalten muss (so G.). Den beiden genannten Schlüsselstellen (inkl. 1. Kor 11) widmet V. den dritten Teil seines Buches. Seine Ausführungen sind hier stringent und ausgewogen – ja spannend! Er legt die Stellen (G. meint zurecht) als korrektive und situative(!) Zuspitzungen aus (110.153.168 u.a.). Die Frage der Bibeltreue schliesst das Buch ab (Kap. 12).
Das Buch hat in der Argumentationsführung einige Widersprüchlichkeiten bzw. Unausgewogenheiten. Es sei hier einzig auf die unzählig wiederholte Betonung der Führungsverantwortung bzw. Autorität des Mannes verwiesen (33-35.58.99.167.175.). Sie wird nirgends begründet, obwohl V. dies veranschlagt (34)! Sie wird schlicht vorausgesetzt (34.58), dann aber sogar in Frage gestellt oder relativiert (65f.69: „keine starke Regel“, „nicht ohne weiteres klar“; 199: Führungsverantwortung des Mannes schliesst Leitungsverantwortung der Frau nicht aus). Insofern fallen dann gewisse Aussagen auch etwas kryptisch aus (so, warum es keine Priesterinnen und Apostolinnen gab: 67-69.88f.).
Ansonsten ein herrliches Plädoyer und eine fundierte biblische Rechtfertigung, dass „Männer und Frauen [...] zusammen die Gemeinde leiten“ können und sollen (201).


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