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Rezensionen verfasst von
Heane "Konstruktivistin" (Stattegg)

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Immer wieder dasselbe und am besten nichts Neues: Die Weisheit des Austrobuddhismus
Immer wieder dasselbe und am besten nichts Neues: Die Weisheit des Austrobuddhismus
von Peter Strasser
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Sprachgewaltige Gesellschaftskritik, 27. März 2014
Unser Staatsfunk überträgt schamlos die Gehirnamputiertenperformance eines Rapper-Duos namens Tracks***taz, das einen sexistischen Deppertensong namens “Woki mit deim Popo!” zum Besten gibt, wozu einige großer Töchter meiner Heimat, die sich um Sexstangen ringeln, im leuchtenden Vollgummilook ihre Hinterteile wackeln lassen.(S. 117)

Oben genanntes Zitat gibt unglücklicherweise keine satirische, überzogene Beschreibung des österreichischen Gebührenfernsehens wieder, sondern ist ein Tatsachenbericht. Tracks***taz sind ein real existierendes Musikduo und traten mit dem genannten Lied beim Eurovisions-Songcontest auf.

Peter Strasser legt auf charmante Art und Weise den Finger in die Wunden der österreichischen Volksseele. Da wo wir gern ein wenig drüberschauen, sei es nun Fremdenhass, immer dreisterer Rechtsruck der FPÖ, spießbürgerliches Kleinbürgertum, Coaching- und TherapeutInnenwahn oder schlichtweg der Irrglaube, für jedes Zipperlein gäbe es ein “Pulver” (=Medikament).

Dabei immer mit dabei der Vollmops “Paul”, der in regelmäßigen Abständen “äußerln” getragen werden muss und dessen Hauptmahlzeiten aus Sachertorten mit ordentlich Schlagrahm bestehen.

“Paul” bildet dabei nicht selten das Glied zur Aussenwelt, denn der Protagonist (ein Abbild von Peter Strasser?) verschließt sich nur zu gern in seiner Beamtenwohnung und ertränkt seine Höllenqualen, die eine Pragmatisierung nun mal so nach sich ziehen gern mit Prontopax Forte.

Das Buch weist eine sehr präsente österreichische Färbung auf, manche Sachverhalte sind vielleicht für deutsche LeserInnen nicht verständlich, der Humor wie auch der Zynismus sind es aber immer.

Peter Strasser führt das Schwert der Worte mit feiner Klinge. Für die LeserInnen verschwimmt dabei ganz rasch die Grenze zwischen Mitlachen und dem unheimlichen Gefühl, der Autor mache sich einen Spaß auf Kosten seiner LeserInnenschaft.

Böser Humor gepaart mit Faktenwissen regt uns zum Nachdenken an und nach so manchem herzlichen Lacher müssen wir uns fragen wie weit ist das KleinbürgerInnentum auch in unserem eigenen Alltag eine tragende Rolle spielt.


Hexendreimaldrei: Roman
Hexendreimaldrei: Roman
von Claudia Toman
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Bezaubernde Reise ins Land der Märchen, 2. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Hexendreimaldrei: Roman (Taschenbuch)
„Vergessen Sie nicht“, sagt Lady Grey eindringlich, bevor sie die Tür hinter mir schließt, „die Vereinigung verfolgt jeden Ihrer Schritte. Wenn Sie das Wohlergehen des Frosches nicht gefährden wollen, halten Sie sich an unsere Abmachung….“(S. 137)

Auf dem Kirchenklo verkrochen, weil die stattfindende Hochzeit nicht die eigene ist? Für Olivia kein Fauxpas, schließlich ist der Bräutigam ihre große Liebe. IHRE! Und nicht etwa die der glücklichen Braut. Verzweifelt zündet sie ein Streichholz an und sieht sich alsbald einem Love-Parade-tauglichen Feerich gegenüber.

Dieser ist bereit der unglücklichen Olivia einen Wunsch zu erfüllen. Kaum darüber nachgedacht hat sie es auch schon ausgespuckt. Der fremdheiratswillige Märchenprinz landet als Frosch in Olivias Tasche. Beim Anblick des quackenden Etwas in ihrem Badezimmer, bereut Olivia aber ganz schnell den unvorsichtig geäußerten Wunsch.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit dem Frosch seine menschliche Gestalt zurück zu geben, gerät Olivia in ein durch und durch magisches Abenteuer. Glaubt sie zuerst noch daran, die Sache schnell und problemlos abwickeln zu können, lernt Olivia doch relativ schnell und schmerzhaft, dass frau mit übersinnlichen Mächten nicht spielen sollte.

Claudia Tomans Debütroman erzählt uns ein Märchen neu. Auf den ersten Blick könnten wir also denken alles wird uns bekannt und vertraut sein. Doch weit gefehlt, geschickt verwebt die Autorin das Märchen mit Auszügen der Literatur. Sie führt uns durch eine weltbekannte Stadt lenkt unseren Blick aber weit weg von dem Offensichtlichen in die Welt der Magie und Fantasie. So verwundert es auch nur auf den ersten Blick, wenn steinerne Statuen zu sprechen beginnen oder längst verstorbene Schauspieler Olivia auf ihrer Suche unterstützen.

Durch die Geschichte tragen die sympathische Protagonistin Olivia, der treulose Frosch aber auch die „Bösewichte“ lesen sich schön, nicht, dass frau sie unbedingt ins Herzen schließen müsste, aber ihr Handeln wird stimmig dargestellt, die Hintergründe glaubhaft beleuchtet, somit fällt es leicht Verständnis und Wohlwollen auch für sie zu entwickeln.

Nicht zuletzt gewinnen die LeserInnen Olivias heimliche Helferleins bald sehr lieb. Sind sie es doch, die die oftmals strandende Protagonistin aufbauen und versuchen auf den rechten Weg zu führen ohne ihr dabei jedoch mit erhobenem Zeigefinger zu begegnen.

Der wunscherfüllende Feerich schließlich, der für Olivias Unglück verantwortlich zeichnet ist zum einen ein ganz und gar lästiger Geselle, der aber gerade wegen seiner Exzentrik zum Sympathieträger wird.

Durch stimmungsvolle Umgebungsbeschreibungen, die sich geschmeidig ins Gesamtwerk der Geschichte fügen und sie nicht überladen oder belasten schafft die Autorin es uns ganz in ihre Welt zu ziehen.

Grundsätzlich ist das Spiel mit Worten und ihre beinah magisch verzaubernde Wirkung eines der größten Talente Claudia Tomans. Sie erzählt Olivias Geschichte so leichtfüßig und eingängig, dass wir uns beim Lesen sofort daheim fühlen. Dabei vermeidet sie aber, die vielen Frauenromanen längst zu eigen gewordene Oberflächlichkeit. Sie schafft es vielmehr uns mit der Protagonistin lachen zu lassen und nicht über sie, was in vielen anderen Geschichten der Fall ist und mitunter ein schales Gefühl beim Lesen vermittelt.

Obwohl Auftakt einer Trilogie, ist das Buch in sich abgeschlossen und hinterlässt die LeserInnen nicht mit einem unangenehmen Cliffhanger. Dennoch macht es aber ganz große Lust aufs Weiterlesen.

Ein wunderbares Buch für ein paar magische Stunden, bei einer guten Tasse Tee – Maulbeerblatt muss es aber nicht unbedingt sein. J

„Hexendreimaldrei“ ist der erste Teil einer Trilogie, es folgten noch „Jagdzeit“ und „Goldprinz“.


Die Erben von Atlantis: Roman (Heyne fliegt)
Die Erben von Atlantis: Roman (Heyne fliegt)
von Kevin Emerson
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Solide Unterhaltung, 23. Januar 2014
Owen lebt in einer lebensfeindlichen Umgebung. Der Klimawandel hat die Bevölkerung zu zwei Drittel vernichtet und der Rest lebt unter der Erde oder wie einige Privilegierte in Kuppeln gigantischer Größe. Diese Kuppeln simulieren ein intaktes Klima, sind aber doch zu mehr als 98 % künstlich.

Owen bewirbt sich für ein Sommercamp, in einer solchen Kuppel und hat tatsächlich Glück, er wird aufgenommen. Doch bereits kurz nach seiner Ankunft stellt er fest, dass die Informationen über das heile Leben in den Kuppeln nicht ganz der Realität entsprechen. Als er eine massive körperliche Veränderung bei sich feststellt, nehmen die Geschehnisse ihren Lauf.

Kevin Emerson zeichnet ein düsteres Zukunftsszenario für uns Menschen. Weite Teile der Erde sind unbewohnbar und zu Wüsten geworden. Länder und Städte, wie wir sie kennen existieren nicht mehr. Die Regierung wurde durch private Konzerne ersetzt, die sich zusammenschlossen und einzelne Bastionen der Menschheit in Form der „Eden-Camps“ erbauten. Diese Herangehensweise an sich ist spannend und auch nicht weit hergeholt, weltweit scheint sich die Zahl der Länder rapide zu erhöhen, die aus ihren Schulden nicht mehr herauskommen werden.

Angesichts einer globalen klimatischen Katastrophe kann es durchaus sein, dass Großkonzerne, die Geschicke in die Hand nehmen würden.

Ein gutes Leben kann in der neuen Welt führen, wer über das nötige Kleingeld verfügt, aber auch die Eden-Camps scheinen das Ende ihrer Lebenszeit zu erreichen. Ausgerechnet eine Handvoll Jugendliche entdeckt, was jahrhundertelang verborgen blieb.

Owen und Lilly sind in diesem Fall die ProtagonistInnen um die herum die Geschichte gebaut wird. Beide werden von Emerson mit Liebe zum Detail dargestellt, ergeben sich aber dem typischen Klischee von amerikanischen Teenagern. Dabei wäre gerade hier viel Potential für kreative Charaktergestaltung gewesen.

Der Autor müht sich redlich um eine plastische Zeichnung des Antagonisten der Geschichte, schafft es aber nicht wirklich ein komplexes Zusammenspiel von Umständen und Eigenschaften zu beschreiben. So kann man dessen Beweggründe zwar nachvollziehen aber wirkliche Tiefe wird nicht erreicht, der seelische Zwiespalt der inzwischen sooft eingesetzt wird, ist auch schon altbekannt sodass es hier schon interessanter gewesen wäre einen durch und durch bösen Charakter zu zeichnen.

Die Geschichte an sich enthält viele gute Zutaten, erzählt aber kaum originäres, eine wirkliche Überraschung bietet sie für Dystopien erfahrene LeserInnen nicht.

Dennoch bereitet „Die Erben von Atlantis“ ein paar schöne, mitunter auch spannende Stunden, es unterhält gut und macht auf den zweiten Teil neugierig.


Mohnschnecke: Roman
Mohnschnecke: Roman
von Anna Koschka
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magisch, 10. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mohnschnecke: Roman (Taschenbuch)
Aus und vorbei, das Mauerblümchen Dotti ist nach der Trennung von Traummann Florian Glahnz wieder im Beziehungsstatus „pluskatze“.

Doch irgendetwas stimmt nicht und um genau zu sein, stimmt etwas schon länger nicht. Dotti kann nicht mehr lesen, sie schafft es nicht mehr, sich auf Bücher einzulassen und das ist für ihren Beruf als Rezensentin eine Katastrophe.

Als sie im Lokal ihrer Mutter ein augenscheinlich vergessenes Rezeptbuch findet, nimmt sie es an sich und will hinter sein Geheimnis kommen. Dabei taucht Dotti immer tiefer in eine Geschichte der Liebe ein, Letztendlich muss sie sich durch die Suche nach dem/der Verfasser/in auch ihren eigenen Dämonen stellen

„Mohnschnecke“ setzt nicht dort an wo „Naschmarkt aufhörte, es fehlt uns fast ein ganzes Jahr. Ein Jahr, dass Anna Koschka uns in Rückblenden und Tagträumen von Dotti zeigt. Dabei bedient sie sich einer verspielten Sprache, die voll süßer Verheißung ist und die LeserInnen zum Träumen bringt.

In liebevoller Kleinarbeit vermengt sie das Bittere und das Süße um in unseren Köpfen ein Bild von Liebe und Schmerz entstehen zu lassen. Dabei durchstreift sie mit liebevollen Seitenhieben die deutschsprachige Literaturszene, insbesondere die Online-Community und entlockt Insidern so manches herzhafte Lachen.

Die Charaktere sind bereits aus Naschmarkt bekannt und allseits beliebt. Anna Koschka verleiht ihrer Geschichte durch die lebensechte Darstellung ihrer Personen ein besonderes Maß an Tiefe.

Dem Buch haftet ein unerklärlicher Zauber an, frau (und hoffentlich auch Mann ;) ) bekommt Lust, die Rezepte nachzubacken, die eingestreuten Links wecken die EntdeckerInnen in uns und das Flair, das Anna Koschkas Geschichten umgibt ist einfach unbeschreiblich – das kann ich nicht „rezensieren“ das kann ich euch nur ans Herz legen zu lesen.


Als Tom mir den Mond vom Himmel holte: Roman
Als Tom mir den Mond vom Himmel holte: Roman
von Silke Schütze
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2.0 von 5 Sternen Oberflächliche Liebesgeschichte, 5. Januar 2014
Sophie ist Mitte dreißig, arbeitslos und lebt mit zwei Rentnerinnen in einer Art WG. Als ihr Bruder heiraten soll und die Eltern sich sorgen, dass sie als schwarzes Schaf der Familie sie blamieren wird, greift sie zu einer List.

Kurzerhand beschließt Sophie, mit Hilfe einer guten Freundin, ein wenig an ihrem Auftreten herumzumanipulieren. Ein schickes Kostüm hier, eine gefälschte Rolex da, ein Ferrari-Schlüssel ohne Ferrari und schon ist die Maskerade perfekt.

Zu dumm, dass sie just an diesem Abend ihrem Traummann begegnet und auch ihm eine erfolgreiche Geschäftsfrau vorspielt, anstatt zu ihrer Arbeitslosigkeit zu stehen.

Tom und Sophie verlieben sich und mit dem Engerwerden ihrer Beziehung wird es für Sophie immer schwerer ihr gefälschtes Leben vor Tom aufrecht zu erhalten.

Locker flockig beschreibt Silke Schütze wie ihre Protagonistin von einer Lüge in die nächste tappst und sich alsbald in ihrem selbstgesponnenen Netz unentwirrbar verstrickt.

Die sympathische Sophie stolpert durch ihr Leben und schafft es ohne Festanstellung und vor allem ohne Ziel relativ gut über die Runden zu kommen. Einquartiert bei zwei pensionierten Damen, die mehr als einmal rettende Engel in der Not sind, kann sie sich über Existenzängste nicht beklagen.

Schütze versucht lockere Frauenlektüre und tiefgreifende, komplexe Lebensprobleme in ihrem Roman zu verarbeiten. Dies gelingt ihr leider nur bedingt. Eine beginnende schwere Krankheit wird nur gestreift und der Umgang mit ihr, meiner Meinung nach sogar sträflich oberflächlich dargestellt.

Durch das ganze Buch reihen sich Zufälle und Wendungen, die zu Beginn vielleicht noch zum Schmunzeln anregen, aber mit fortschreitender Seitenzahl immer mehr an den Haaren herbeigezogen wirken und den Plot insgesamt ins Unglaubwürdige und Oberflächliche abgleiten lassen.

Verschiedene Sachverhalte lösen sich wie von selbst, oder werden abgetan, da eine eingehende Betrachtung wohl der seicht dahinplätschernden Geschichte geschadet hätten.

Vielleicht ein Buch für ein paar verregnete Sommerstunden, aber zu großen Teilen entbehrlich.


Schwarz wie Schnee
Schwarz wie Schnee
von Jutta Wilke
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Packender Jugendthriller, 29. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Schwarz wie Schnee (Broschiert)
Kira wacht im Krankenhaus aus dem Koma auf. Man sagt ihr, sie hätte einen Unfall gehabt und ihre aktuelle Amnesie würde bald vergehen. Kira kann sich aber auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht an die geringste Kleinigkeit aus ihrer Vergangenheit erinnern. Sie schafft es kaum eine Verbindung zu ihrer Mutter aufzubauen und ihr „altes Leben“ erscheint ihr mit jedem Tag absurder.

Als sie auch noch Gefahr läuft in kriminelle Machenschaften gezogen zu werden, beginnt Kira nachzuforschen wie der Unfall den sie angeblich erlitten haben soll, tatsächlich abgelaufen ist und stößt auf Unfassbares.

„Schwarz wie Schnee“ ist ein packender Jugendthriller, der die LeserInnen sehr schnell in die Geschichte hineinzieht und bis zum Ende nicht mehr loslässt.

Die Protagonistin Kira und ihre verzweifelte Suche nach der Vergangenheit berühren und machen uns neugierig. Die Puzzleteile, die die Autorin den LeserInnen hinwirft und die einfach nicht zueinander passen wollen, machen das Buch zu einem wahren Pageturner.

Jutta Wilke beschränkt sich auf die intensive Darstellung der Protagonistin, und zieht einen sehr durchgängigen roten Faden durch das Buch. Auf Nebenstories wird gänzlich verzichtet. Wobei die eine oder andere, dem Buch noch einen Hauch mehr an Spannung verleihen hätte können.

Insgesamt ein spannender Thriller für Junge Menschen und für zartbesaitete Erwachsene, die sich ein packendes Buch wünschen.


Knapp vorbei ist auch daneben: Ein genialer Chaot packt aus
Knapp vorbei ist auch daneben: Ein genialer Chaot packt aus
von Jakob M. Leonhardt
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Kurzweiliger Lesespaß, 17. Dezember 2013
Felix Rohrbach hat ein echtes Problem - den morgigen ersten Schultag. Gemeinsam mit seinem besten Freund beschließt er über Nacht, die Schule unbetretbar zu machen. Doch der schlaue Coup entpuppt sich bald als gewaltiger Schuss in den Ofen.

Schon bald baumelt das Damoklesschwert des Rauswurfs über Felix und zu allem Überfluss verliebt er sich auch noch. Der ganz normale Pubertätswahnsinn scheint vorprogrammiert.

Jakob M. Leonhardt schrieb mit „Knapp vorbei ist auch vorbei“ den Auftakt einer Kinderbuchreihe, zugeschnitten vor allem auf junge Burschen an der Schwelle zur Pubertät.

Felix tappt liebevoll von den LeserInnen begleitet, von einer jugendlichen Katastrophe in die nächste und wir dürfen ihn halb schmunzelnd, halb an die eigenen jungen Jahre erinnert dabei begleiten.

Aufgelockert wird das Buch durch viele lustige Illustrationen, die die Geschichte abrunden und die Fantasie ankurbeln.

Das Buch lässt die Jungen sich verstanden fühlen und die Alten lächelnd an die wilden Jahre zurückdenken. Kurzweiliger Lesespaß für alle Altersgruppen.


Liebesgeschichte: Roman
Liebesgeschichte: Roman
von Louise de Vilmorin
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Liebe und andere Missverständnisse, 9. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Liebesgeschichte: Roman (Taschenbuch)
Catherine und Marise sind gute Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine immer beherrscht und die andere voll Leidenschaft und flatterhaft. Gerade diese Unterschiedlichkeit scheint sie zu verbinden. Bis – ja bis Peter von L. in ihrem Leben erscheint und sie mit ihm gemeinsam den Sommer in dem Haus seiner Großmutter verbringen. Obwohl Catherine verheiratet ist, buhlt sie im stetigen Kampf mit Marise um die Gunst des aparten Junggesellen.

Peter von L. ist aber bereits unglücklich verliebt und keineswegs zugänglich für die Avancen der beiden Damen.

Mit „Liebesgeschichte“ erwartet die LeserInnen eine kurzweilige, unterhaltsame Geschichte rund um Liebe, Eifersucht und Betrug. Nur allzu schnell werfen die ProtagonistInnen gängige, anerkannte Vorstellungen von Moral über Bord um zu verwirklichen was ihnen gerade das Richtige scheint.

Dabei wird deutlich, dass Vilmorin den ProtagonistInnen, so unterschiedlich diese auch zu sein scheinen, die menschliche Schwäche der Subjektivität zuschreibt. Sie alle sehen was sie sehen möchten, hören was sie hören möchten und sind gänzlich unfähig ihre eigene Situation zu beleuchten oder von aussen zu betrachten.

Dabei werden wir unsanft an uns selbst erinnert, wenn wir lieben oder verliebt sind, denn uns allen liegt die verführerische Kraft, mal nicht so genau hinzusehen. Nur wahrzunehmen, was wir gerade möchten und uns noch möglichst lange in dem schwebenden Zustand des Verliebt-Seins hält.

Ein Buch zum abtauchen, das uns aber auch anregen sollte, die eigene Bequemlichkeit ab und an zu hinterfragen.


Noir
Noir
von Jenny-Mai Nuyen
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen Mystisch und schonungslos, 7. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Noir (Broschiert)
Nino ist gerade 4 Jahre alt, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen und er selbst nur knapp dem Tod entrinnt.

Durch den Unfall verändert sich bei Nino etwas, einmal an der Schwelle des Todes, ist er nun in der Lage den Tod anderer Menschen zu sehen. Eine äußerst fragwürdige Gabe. Als junger Erwachsener hat Nino mittlerweile auch seinen eigenen Tod gesehen und wird dadurch zunehmend verstört und auch ängstlich, da er sich selbst mit 24 Jahren sterben sieht. Verzweifelt auf der Suche nach Erkenntnis und einem möglichen Ausweg gerät er in metaphysische Kreise, deren Ziele nicht nur auf den ersten Blick zwielichtig erscheinen.

Nuyen erschuf einen erfrischen anderen Roman in der großteils gleichgeschalteten Landschaft von Jugendbüchern. Ein sympathischer, männlicher Protagonist, auf der Suche nach sich selbst, führt die LeserInnen durch eine fremde Welt des Okkulten, die scheinbar unsichtbar neben unserem Alltag besteht.

Sie verzichtet auf die typische Rollenverteilung in Gut und Böse. Die Charaktere sind authentisch mit all ihren Fehlern und den Abgründen in die sie sich mitunter begeben dargestellt. Nuyen wirft einen schonungslosen Blick auf den menschlichen Ehrgeiz und dessen Neugier, die zu den verabscheuungswürdigsten Taten verleitet.

Die Autorin besticht durch einen mystisch gefärbten Schreibstil, der nicht verschachtelt und daher flüssig zu lesen ist. Noir ist ein ernster Roman, der durch mystische Elemente einen dunklen Zauber erschafft, dem sich die LeserInnen kaum entziehen können.


Die Tiefen deines Herzens
Die Tiefen deines Herzens
von Antje Szillat
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn die Liebe sich nicht entscheiden kann..., 27. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Tiefen deines Herzens (Gebundene Ausgabe)
Leni und Felix sind Freunde, seit sie Kinder sind. Seit Felix Mutter die Familie verlassen hat ist er Mädchen gegenüber abweisend und bleibt auf Distanz. Bis auf Leni. Sie ist seine beste Freundin, seine Stütze, sein Kumpel oder seine Schulter zum Ausweinen.

Als am Abend bevor Leni in die Sommerfrische zu ihrer Tante aufbricht, mehr aus dieser Freundschaft wird, verändert sich ihr Verhältnis zueinander drastisch.

Doch auch die Sommerfrische auf einer verschlafenen Insel bringt Leni die Liebe mit. Plötzlich steht sie zwischen zwei Jungen und ist im Begriff sich selbst zu verlieren.

„Die Tiefen deines Herzens“ beginnt wie ein leichter, sommerlicher Jugendroman. Antje Szillat schafft sympathische Charaktere und beschreibt sehr stimmig die Gefühle, die junge Menschen angesichts der ersten Liebe erfassen können.

Den Zwiespalt in den Leni gerät, als sie meint sich zwischen Liebe und Freundschaft entscheiden zu müssen, stellt die Autorin sehr stimmig dar. Dabei hat sie viel Achtsamkeit für das Erschaffen der Szenerie aufgebracht und entführt die LeserInnen in eigene Erinnerungen an jugendliche Sommer am Meer, mit dem Duft von Salz und Freiheit in der Nase.

Ein interessantes Element, dass schon aus „Solange du schläfst“ bekannt ist, ist der plötzliche Umschwung zum letzten Viertel des Buches hin. Dieses Überraschungsmoment passiert auch in diesem Buch genau dann, wenn die LeserInnen nicht damit rechnen.

Somit werden in „Die Tiefen deines Herzens“ so gut wie alle LeserInnenwünsche erfüllt, Liebe, Freundschaft, Spannung, Trauer und Hoffnung.

Ein sehr schönes Buch, für junge und jung gebliebene LeserInnen.


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