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Rezensionen verfasst von
Heane "Konstruktivistin" (Stattegg)

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Russell Hobbs 21350-56 Kitchen Collection Mix und Go
Russell Hobbs 21350-56 Kitchen Collection Mix und Go
Preis: EUR 29,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leider nach 1 Monat defekt, 19. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Smoothie-Maker hat einwandfrei funktioniert und lieferte sehr gute Ergebnisse in der Zerkleinerung. Leider lässt er sich nach nur einem Monat täglichens Betriebs nicht mehr einschalten. Habe mich mit dem angegebenen Partner für Österreich in Verbindung gesetzt. Bin gespannt wie das nun weitergeht.


Der Distelfink: Roman
Der Distelfink: Roman
von Donna Tartt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Sprachgewaltige Lebensgeschichte, 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein großes Leid und eines, das ich erst anfange zu verstehen: Wir können uns unser eigenes Herz nicht aussuchen, Wir können uns nicht zwingen zu wollen, was gut für uns oder gut für andere ist. Wir können uns nicht aussuchen, wer wir sind. (S. 1.008)

Theos Tag beginnt nicht besonders, er wurde von der Schule suspendiert und soll dort mit seiner Mutter vorstellig werden. Es regnet, die beiden sind wortkarg miteinander. Theo hat ein schlechtes Gewissen und dann auch wieder nicht, ein kleiner Fehltritt und schon macht die Schule ein Drama daraus. Aber seine Mutter zu enttäuschen tut ihm weh, ihr Schweigen, straft ihn.

Bereitwillig stimmt er deswegen zu, eine aktuelle Kunstausstellung niederländischer Künstler in der 5th Avenue zu besuchen.

Nicht lange nach ihrem Aufenthalt und als die beiden eigentlich schon wieder am Gehen sind, passiert das Schreckliche. Mehrere Bomben detonieren im Gebäude und richten eine Verwüstung sondergleichen an. Theodore bleibt wie durch ein Wunder so gut wie unverletzt. Auf der Suche nach seiner Mutter begegnet er einem Sterbenden, dessen Hand er hält. Das verwirrende Gespräch, dass er mit diesem Mann führt, leitet Theo dazu an, eines der bedeutendsten Gemälde der Ausstellung zu entwenden – den Distelfink von Carel Fabritius.

Im allgemeinen Chaos entschlüpft Theodore durch einen Hinterausgang und flüchtet sich in die elterliche Wohnung. Erst als seine Mutter nicht nach Hause kommt beginnt er zu fürchten, ihr sei etwas zugestoßen. Als einige Zeit später die Fürsorge vor der Tür steht ist es gewiss – sie ist im Museum zu Tode gekommen.
Für Theo beginnt ein Leben voller Unsicherheiten und die sich zunächst langsam drehende Abwärtsspirale droht bald ihn und alle seine Hoffnungen und Träume mit in den Abgrund zu reißen.

Wir begleiten Theo durch sein bewegtes Leben, dabei hilft die verwendete Ich-Form den LeserInnen ganz schnell Teil von Theo’s Welt zu werden.

Donna Tartt schreibt leichtfüssig einen Roman der genauso Gesellschaftskritik, wie Milieustudie aber auch Krimi oder metaphysische Weltanschauung sein kann. Dabei versteigt sie sich ab und an in wortreiche, detailgetreue Wiedergaben von Situationen, was aber nur in seltenen Fällen die Toleranz der LeserInnen übersteigen mag.

Für manche vielleicht nicht einfach zu verdauen ist Tartts Hang zur Metaphysik und der allzu smoothe Ausgang der Geschichte, der sich nicht recht mit der zuvor aufgebauten Dramaturgie verbinden will.

Insgesamt aber 1022 lesenswerte Seiten, die uns erschrecken und berühren werden und uns viele Gedanken in viele unterschiedliche Richtungen denken lassen werden.


Stolperherz
Stolperherz
von Britta Sabbag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Jugendbuch Abenteuer, 17. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Stolperherz (Gebundene Ausgabe)
Gerade, als ich mich zum Gehen wenden wollte, tippte mir jemand auf die rechte Schulter. Erschrocken drehte ich mich um. Es war Greg.
„Hey, du bist irgendwie…strange.“
„Ist das gut oder…schlecht?“
„Komisch eben.“
„Hm“ Damit wusste ich immer noch nicht, was das zu bedeuten hatte.
„Komm doch nachher mit in den Probenraum.“

Sanny ist der Inbegriff des uncoolen Mädchens an ihrer Schule. Blass und fad gekleidet, wegen ihres Herzfehlers übervorsorglich von der Mutter betreut, bleibt ihr kaum Luft zum Atmen geschweige denn sich zu entwickeln.

An der Schule gibt es eine Clique an coolen Kids. Die Schulband Crystal. Wie viele Mädchen, so ist auch Sanny heimlich in ein Bandmitglied verliebt aber große Chancen rechnet sie sich nicht aus, schließlich ist sie die graue Maus, das Mädchen, dass beim Sport nicht mitmachen kann, das Mädchen, dass unvermittelt einfach umkippt, diejenige mit dem Stolperherz.

Sannys Schicksal berührt auf den ersten Seiten und ihr Wunsch ein normales Leben abseits von Medikamenten und Arztbesuchen zu führen, wird auch sehr schnell zum Wunsch der LeserInnen. Als sich ihr die Chance bietet mit der Band Crystal auf Tour zu gehen, ergreift sie darum rasch die Möglichkeit zur Flucht.

Britta Sabbag beschreitet mit „Stolperherz“ neue Wege. Nach zwei erfolgreichen Frauenromanen, liegt ihr erstes Jugendbuch vor.

Sie verarbeitet darin zum Teil auch Erfahrungen ihrer eigenen Jugend.

Britta geht nicht den Weg einen tiefgründigen Roman zu schreiben sondern, sie wärmt uns LeserInnen das Herz indem sie uns auf eine abenteuerliche und teilweise unglaubliche Reise mitnimmt, auf der wir nicht nur Sanny näher kennen lernen sondern uns auch wieder selbst an die sternenbeschützten Nächte erinnern, die uns zum ersten Mal abheben ließen, die uns den Zauber der Liebe zwischen zwei Menschen spüren ließen und uns zeigten, wie wunderbar es ist das Herz einem anderen Menschen zu öffnen.

Ein kurzweiliges Buch, das zum Träumen verleitet.


Elbenthal-Saga: Die Eisige Göttin
Elbenthal-Saga: Die Eisige Göttin
von Ivo Pala
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jugendfantasy vom Feinsten, 4. Mai 2014
„Dieser hatte die Kiefer fest zusammengepresst und umklammerte die Lehnen seines Throns so hart, dass das Weiß seiner Knöchel sichtbar wurde. Sein Gesicht war dunkel angelaufen und ließ die Narbe darauf hell hervortreten. Sein hasserfüllter Blick galt Svenya.“ (S. 245)

Laurin hat das Tor zu Alfheim aufgestoßen und sich gemeinsam mit Svenya in sein altes Zuhause gestürzt. Dort angekommen muss er allerdings schnell erkennen, dass er nicht als zurückkehrender Herrscher gefeiert wird sondern, eine überlegene Elfenrasse das Reich übernommen und alle Elfen versklavt hat.

Svenya und er entkommen beim ersten Aufeinandertreffen mit den Fyrr nur knapp dem Tod und finden sich in einer lebensfeindlichen Grube wieder, wo jeder gegen jeden um Lebensmittel, Kleidung und Schlafplatz bis zum Tode kämpft.

Es bleibt ihnen nichts anderes übrig als sich zusammen zu tun um zu überleben und zu versuchen ihre eigene und die Situation der anderen Dunkelelfen und Elfen in Alfheim zu verbessern. Doch nicht nur die überall vorherrschende Hoffnungslosigkeit in den Reihen ihrer Art erschwert ihr Vorankommen. Svenya musste das für sie Schlimmste mit ansehen und macht sich schwerste Vorwürfe. Das und das Fehlen der ihr innewohnenden Magie führen sie zunehmend in einen Zustand der Resignation.

Der dritte und finale Band der Elbenthal-Reihe knüpft nahtlos an Teil 2 an und erlöst die LeserInnen von der beinahe unerträglichen Spannung, mit der sie der Autor am Ende von „Der schwarze Prinz“ zurückgelassen hatte.

Was im zweiten Band angedeutet wurde, findet in Band 3 zu seiner endgültigen Blüte. Ivo Pala reizt die gesamte Palette der nordischen Mythologie aus und versteht es geschickt, moderne Elemente damit zu verweben, Jugendsprache mit klassischem Stil zu mischen und so sowohl altgediente Fantasyhasen aber auch junge Neugierige in den Bann zu ziehen und für das Genre zu begeistern.

Wie immer können die LeserInnen Pala’s Handschrift bereits auf den ersten Seiten erkennen und es ist eine Freude die bereits aus den ersten Büchern bekannten Charaktere wieder zu treffen und zu sehen, dass Pala ihnen festgeschriebene Eigenschaften gegeben hat, mit denen er es mühelos schafft sie voneinander abzugrenzen und ihnen dennoch Luft lässt um sie mit fortlaufender Geschichte weiter zu entwickeln.

Die Geschichte erinnert in ihrer Gesamtheit an die Sagen und Legenden, die wir als Kinder gelesen haben und die uns schaudern ließen und vor deren Tragik wir in Erfurcht erstarrten.

Was Ivo Pala noch dazugibt ist das zeitgemäße Element, schnelle Kampfszenen, detailgetreu und explizit wie in einem Hollywoodstreifen verweben sich ebenso harmonisch mit den mythologischen Sequenzen wie aktuell dem Zeitgeist entnommene Dialoge der Charaktere.

Ein stimmiges Buch, das wie seine Vorgänger ein absolutes Leseerlebnis ist.


Erebos
Erebos
von Ursula Poznanski
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Packender Jugendthriller, 4. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Erebos (Broschiert)
„Ich bin nicht sicher. Möglicherweise. Es kann sein, dass er das tut. Dass er beginnt, seine Wirkung zu entfalten.“
Der Bote nickte zufrieden.
„Siehst du. Warte ab. Es wird weitergehen und der Rest liegt dann in deinen Händen, Sarius.“ (S.272)

Nick besucht die Oberstufe in London. Er ist gut in die Klassengemeinschaft integriert, bis eine geheimnisvolle CD die Runde zu machen beginnt. Ehemalige Freunde schotten sich ab, erscheinen tagelang nicht zum Unterricht, wirken ausgemergelt und stehen augenscheinlich unter hohem Druck.

Nick ist gierig darauf, die CD auch zu erhalten, aber sie zu bekommen stellt sich als äußerst schwierig heraus. Niemand der sie besitzt spricht darüber und alle die sie haben, scheinen sich zu verändern.

Als Nick schließlich in den erlauchten Kreis aufgenommen wird, stellt er fest, dass Erebos ein Computerspiel ist. Was er allerdings auch feststellen muss, ist das dieses Spiel sich nicht kontrollieren lässt sondern vielmehr selbst die Kontrolle übernimmt.

Ursula Poznanski beschreibt in ihrem Jugendthriller geschickt wie rasch Menschen in soziale Zwickmühlen geraten und für in Aussicht gestellte Belohnungen, so surreal sie scheinen mögen, bereit sind alle Moral über Bord zu werfen.

Ihre ProtagonistInnen gestaltet sie detailreich und liebevoll, allerdings verwirrt die große Anzahl an auftretenden Personen die LeserInnen des Öfteren. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.

Ins Hintertreffen gerät auch die gewählte Umgebung des Romans, so braucht es schon einiges an Vorstellungskraft um London als Umgebung zu visualisieren. (Mir gelang es sehr leicht, habe ich doch erst ein Wochenende vor Lesen des Buchs dort verbracht. ;) )

Der Plot ist durchdacht und wird konsequent verfolgt. Poznanski strebt in bester Thriller-Manier einem scheinbar unausweichlichem Höhepunkt entgegen und schafft es dadurch die LeserInnen auf Stunden in ihrer Geschichte gefangen zu halten.

Ein Page-Turner für junge Menschen und jungebliebene „Alte“.


Das verbotene Eden: Logan und Gwen: Roman (Knaur HC)
Das verbotene Eden: Logan und Gwen: Roman (Knaur HC)
von Thomas Thiemeyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kurzweilige Unterhaltung, 4. Mai 2014
„Sie kamen ohne Vorwarnung“, stieß die Frau aus. „Aus heiterem Himmel, mitten während der Abendandacht. Es ging so schnell, dass wir das Warnsignal erst hörten, als es schon zu spät war. Es war ein verdammter Alptraum.“

Juna hat mit David ihren Stamm verlassen, nicht nur ein Skandal sondern auch vor dem Hintergrund, dass sich die Situation zwischen Männern und Frauen zunehmend zuspitzt, für viele Menschen ein Denkanstoß, der sie an die Abgründe dessen bringt was sie bislang zu glauben meinten.

Gwen, Junas’ Gefährtin bleibt mit gebrochenem Herzen zurück, ihre anstehende Prüfung zur Heilerin wird für sie eine anscheinend unüberwindbare Hürde, da sie von Selbstzweifeln und Kummer geplagt kaum zur Konzentration fähig ist.

Abseits der privaten Tragödien schmieden die FührerInnen der Männer als auch der Frauen bereits Pläne wie das jeweils andere Geschlecht vernichtend geschlagen und in die Unterdrückung geführt werden kann.

Noch ehe Gwen richtig begreift wie ihr geschieht, befindet sie sich mit einem Corps Brigantinnen auf einem Himmelfahrtskommando um eine der wichtigsten Personen im Lager der Männer zu töten.

Logan ist der aktuelle Champion im Lager der Männer und bringt damit viel Macht in die Reihen seines Stammes. Sehr bald muss er aber erkennen, dass er nicht viel mehr ist als der Spielball der Mächtigen.

Inmitten eines weiteren drohenden Krieges lernen Logan und Gwen sich kennen und müssen ihre Vorurteile gegenüber dem jeweiligen anderen Geschlecht versuchen abzulegen, wollen sie überleben.

Teil 2 der Eden-Trilogie knüpft direkt an das Ende von Teil 1, wird aber nun von zwei anderen ProtagonistInnen erzählt.

Thiemeyer setzt konsequent die Geschichte weiter fort und bleibt dabei seinem Schreibstil und den Charakteren treu. Als LeserIn fühlt man sich also sehr schnell wieder in der Geschichte zuhause.

Bereits in Teil 1 aufgetauchte Fragen werden allerdings wieder nicht beantwortet und auch diesmal bleiben die Motive der Charaktere an der Oberfläche. Eine wirklich tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Beweggründen einzelner Personen findet nicht statt.

Insgesamt ist auch der zweite Teil der Eden-Trilogie ein schönes Leseerlebnis, so die LeserInnen nicht allzu kritisch an den Stoff herangehen und Fakten als gegeben akzeptieren.


Immer wieder dasselbe und am besten nichts Neues: Die Weisheit des Austrobuddhismus
Immer wieder dasselbe und am besten nichts Neues: Die Weisheit des Austrobuddhismus
von Peter Strasser
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachgewaltige Gesellschaftskritik, 27. März 2014
Unser Staatsfunk überträgt schamlos die Gehirnamputiertenperformance eines Rapper-Duos namens Tracks***taz, das einen sexistischen Deppertensong namens “Woki mit deim Popo!” zum Besten gibt, wozu einige großer Töchter meiner Heimat, die sich um Sexstangen ringeln, im leuchtenden Vollgummilook ihre Hinterteile wackeln lassen.(S. 117)

Oben genanntes Zitat gibt unglücklicherweise keine satirische, überzogene Beschreibung des österreichischen Gebührenfernsehens wieder, sondern ist ein Tatsachenbericht. Tracks***taz sind ein real existierendes Musikduo und traten mit dem genannten Lied beim Eurovisions-Songcontest auf.

Peter Strasser legt auf charmante Art und Weise den Finger in die Wunden der österreichischen Volksseele. Da wo wir gern ein wenig drüberschauen, sei es nun Fremdenhass, immer dreisterer Rechtsruck der FPÖ, spießbürgerliches Kleinbürgertum, Coaching- und TherapeutInnenwahn oder schlichtweg der Irrglaube, für jedes Zipperlein gäbe es ein “Pulver” (=Medikament).

Dabei immer mit dabei der Vollmops “Paul”, der in regelmäßigen Abständen “äußerln” getragen werden muss und dessen Hauptmahlzeiten aus Sachertorten mit ordentlich Schlagrahm bestehen.

“Paul” bildet dabei nicht selten das Glied zur Aussenwelt, denn der Protagonist (ein Abbild von Peter Strasser?) verschließt sich nur zu gern in seiner Beamtenwohnung und ertränkt seine Höllenqualen, die eine Pragmatisierung nun mal so nach sich ziehen gern mit Prontopax Forte.

Das Buch weist eine sehr präsente österreichische Färbung auf, manche Sachverhalte sind vielleicht für deutsche LeserInnen nicht verständlich, der Humor wie auch der Zynismus sind es aber immer.

Peter Strasser führt das Schwert der Worte mit feiner Klinge. Für die LeserInnen verschwimmt dabei ganz rasch die Grenze zwischen Mitlachen und dem unheimlichen Gefühl, der Autor mache sich einen Spaß auf Kosten seiner LeserInnenschaft.

Böser Humor gepaart mit Faktenwissen regt uns zum Nachdenken an und nach so manchem herzlichen Lacher müssen wir uns fragen wie weit ist das KleinbürgerInnentum auch in unserem eigenen Alltag eine tragende Rolle spielt.


Hexendreimaldrei: Roman
Hexendreimaldrei: Roman
von Claudia Toman
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Bezaubernde Reise ins Land der Märchen, 2. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Hexendreimaldrei: Roman (Taschenbuch)
„Vergessen Sie nicht“, sagt Lady Grey eindringlich, bevor sie die Tür hinter mir schließt, „die Vereinigung verfolgt jeden Ihrer Schritte. Wenn Sie das Wohlergehen des Frosches nicht gefährden wollen, halten Sie sich an unsere Abmachung….“(S. 137)

Auf dem Kirchenklo verkrochen, weil die stattfindende Hochzeit nicht die eigene ist? Für Olivia kein Fauxpas, schließlich ist der Bräutigam ihre große Liebe. IHRE! Und nicht etwa die der glücklichen Braut. Verzweifelt zündet sie ein Streichholz an und sieht sich alsbald einem Love-Parade-tauglichen Feerich gegenüber.

Dieser ist bereit der unglücklichen Olivia einen Wunsch zu erfüllen. Kaum darüber nachgedacht hat sie es auch schon ausgespuckt. Der fremdheiratswillige Märchenprinz landet als Frosch in Olivias Tasche. Beim Anblick des quackenden Etwas in ihrem Badezimmer, bereut Olivia aber ganz schnell den unvorsichtig geäußerten Wunsch.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit dem Frosch seine menschliche Gestalt zurück zu geben, gerät Olivia in ein durch und durch magisches Abenteuer. Glaubt sie zuerst noch daran, die Sache schnell und problemlos abwickeln zu können, lernt Olivia doch relativ schnell und schmerzhaft, dass frau mit übersinnlichen Mächten nicht spielen sollte.

Claudia Tomans Debütroman erzählt uns ein Märchen neu. Auf den ersten Blick könnten wir also denken alles wird uns bekannt und vertraut sein. Doch weit gefehlt, geschickt verwebt die Autorin das Märchen mit Auszügen der Literatur. Sie führt uns durch eine weltbekannte Stadt lenkt unseren Blick aber weit weg von dem Offensichtlichen in die Welt der Magie und Fantasie. So verwundert es auch nur auf den ersten Blick, wenn steinerne Statuen zu sprechen beginnen oder längst verstorbene Schauspieler Olivia auf ihrer Suche unterstützen.

Durch die Geschichte tragen die sympathische Protagonistin Olivia, der treulose Frosch aber auch die „Bösewichte“ lesen sich schön, nicht, dass frau sie unbedingt ins Herzen schließen müsste, aber ihr Handeln wird stimmig dargestellt, die Hintergründe glaubhaft beleuchtet, somit fällt es leicht Verständnis und Wohlwollen auch für sie zu entwickeln.

Nicht zuletzt gewinnen die LeserInnen Olivias heimliche Helferleins bald sehr lieb. Sind sie es doch, die die oftmals strandende Protagonistin aufbauen und versuchen auf den rechten Weg zu führen ohne ihr dabei jedoch mit erhobenem Zeigefinger zu begegnen.

Der wunscherfüllende Feerich schließlich, der für Olivias Unglück verantwortlich zeichnet ist zum einen ein ganz und gar lästiger Geselle, der aber gerade wegen seiner Exzentrik zum Sympathieträger wird.

Durch stimmungsvolle Umgebungsbeschreibungen, die sich geschmeidig ins Gesamtwerk der Geschichte fügen und sie nicht überladen oder belasten schafft die Autorin es uns ganz in ihre Welt zu ziehen.

Grundsätzlich ist das Spiel mit Worten und ihre beinah magisch verzaubernde Wirkung eines der größten Talente Claudia Tomans. Sie erzählt Olivias Geschichte so leichtfüßig und eingängig, dass wir uns beim Lesen sofort daheim fühlen. Dabei vermeidet sie aber, die vielen Frauenromanen längst zu eigen gewordene Oberflächlichkeit. Sie schafft es vielmehr uns mit der Protagonistin lachen zu lassen und nicht über sie, was in vielen anderen Geschichten der Fall ist und mitunter ein schales Gefühl beim Lesen vermittelt.

Obwohl Auftakt einer Trilogie, ist das Buch in sich abgeschlossen und hinterlässt die LeserInnen nicht mit einem unangenehmen Cliffhanger. Dennoch macht es aber ganz große Lust aufs Weiterlesen.

Ein wunderbares Buch für ein paar magische Stunden, bei einer guten Tasse Tee – Maulbeerblatt muss es aber nicht unbedingt sein. J

„Hexendreimaldrei“ ist der erste Teil einer Trilogie, es folgten noch „Jagdzeit“ und „Goldprinz“.


Die Erben von Atlantis: Roman (Heyne fliegt)
Die Erben von Atlantis: Roman (Heyne fliegt)
von Kevin Emerson
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Solide Unterhaltung, 23. Januar 2014
Owen lebt in einer lebensfeindlichen Umgebung. Der Klimawandel hat die Bevölkerung zu zwei Drittel vernichtet und der Rest lebt unter der Erde oder wie einige Privilegierte in Kuppeln gigantischer Größe. Diese Kuppeln simulieren ein intaktes Klima, sind aber doch zu mehr als 98 % künstlich.

Owen bewirbt sich für ein Sommercamp, in einer solchen Kuppel und hat tatsächlich Glück, er wird aufgenommen. Doch bereits kurz nach seiner Ankunft stellt er fest, dass die Informationen über das heile Leben in den Kuppeln nicht ganz der Realität entsprechen. Als er eine massive körperliche Veränderung bei sich feststellt, nehmen die Geschehnisse ihren Lauf.

Kevin Emerson zeichnet ein düsteres Zukunftsszenario für uns Menschen. Weite Teile der Erde sind unbewohnbar und zu Wüsten geworden. Länder und Städte, wie wir sie kennen existieren nicht mehr. Die Regierung wurde durch private Konzerne ersetzt, die sich zusammenschlossen und einzelne Bastionen der Menschheit in Form der „Eden-Camps“ erbauten. Diese Herangehensweise an sich ist spannend und auch nicht weit hergeholt, weltweit scheint sich die Zahl der Länder rapide zu erhöhen, die aus ihren Schulden nicht mehr herauskommen werden.

Angesichts einer globalen klimatischen Katastrophe kann es durchaus sein, dass Großkonzerne, die Geschicke in die Hand nehmen würden.

Ein gutes Leben kann in der neuen Welt führen, wer über das nötige Kleingeld verfügt, aber auch die Eden-Camps scheinen das Ende ihrer Lebenszeit zu erreichen. Ausgerechnet eine Handvoll Jugendliche entdeckt, was jahrhundertelang verborgen blieb.

Owen und Lilly sind in diesem Fall die ProtagonistInnen um die herum die Geschichte gebaut wird. Beide werden von Emerson mit Liebe zum Detail dargestellt, ergeben sich aber dem typischen Klischee von amerikanischen Teenagern. Dabei wäre gerade hier viel Potential für kreative Charaktergestaltung gewesen.

Der Autor müht sich redlich um eine plastische Zeichnung des Antagonisten der Geschichte, schafft es aber nicht wirklich ein komplexes Zusammenspiel von Umständen und Eigenschaften zu beschreiben. So kann man dessen Beweggründe zwar nachvollziehen aber wirkliche Tiefe wird nicht erreicht, der seelische Zwiespalt der inzwischen sooft eingesetzt wird, ist auch schon altbekannt sodass es hier schon interessanter gewesen wäre einen durch und durch bösen Charakter zu zeichnen.

Die Geschichte an sich enthält viele gute Zutaten, erzählt aber kaum originäres, eine wirkliche Überraschung bietet sie für Dystopien erfahrene LeserInnen nicht.

Dennoch bereitet „Die Erben von Atlantis“ ein paar schöne, mitunter auch spannende Stunden, es unterhält gut und macht auf den zweiten Teil neugierig.


Mohnschnecke: Roman
Mohnschnecke: Roman
von Anna Koschka
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magisch, 10. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mohnschnecke: Roman (Taschenbuch)
Aus und vorbei, das Mauerblümchen Dotti ist nach der Trennung von Traummann Florian Glahnz wieder im Beziehungsstatus „pluskatze“.

Doch irgendetwas stimmt nicht und um genau zu sein, stimmt etwas schon länger nicht. Dotti kann nicht mehr lesen, sie schafft es nicht mehr, sich auf Bücher einzulassen und das ist für ihren Beruf als Rezensentin eine Katastrophe.

Als sie im Lokal ihrer Mutter ein augenscheinlich vergessenes Rezeptbuch findet, nimmt sie es an sich und will hinter sein Geheimnis kommen. Dabei taucht Dotti immer tiefer in eine Geschichte der Liebe ein, Letztendlich muss sie sich durch die Suche nach dem/der Verfasser/in auch ihren eigenen Dämonen stellen

„Mohnschnecke“ setzt nicht dort an wo „Naschmarkt aufhörte, es fehlt uns fast ein ganzes Jahr. Ein Jahr, dass Anna Koschka uns in Rückblenden und Tagträumen von Dotti zeigt. Dabei bedient sie sich einer verspielten Sprache, die voll süßer Verheißung ist und die LeserInnen zum Träumen bringt.

In liebevoller Kleinarbeit vermengt sie das Bittere und das Süße um in unseren Köpfen ein Bild von Liebe und Schmerz entstehen zu lassen. Dabei durchstreift sie mit liebevollen Seitenhieben die deutschsprachige Literaturszene, insbesondere die Online-Community und entlockt Insidern so manches herzhafte Lachen.

Die Charaktere sind bereits aus Naschmarkt bekannt und allseits beliebt. Anna Koschka verleiht ihrer Geschichte durch die lebensechte Darstellung ihrer Personen ein besonderes Maß an Tiefe.

Dem Buch haftet ein unerklärlicher Zauber an, frau (und hoffentlich auch Mann ;) ) bekommt Lust, die Rezepte nachzubacken, die eingestreuten Links wecken die EntdeckerInnen in uns und das Flair, das Anna Koschkas Geschichten umgibt ist einfach unbeschreiblich – das kann ich nicht „rezensieren“ das kann ich euch nur ans Herz legen zu lesen.


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