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kolcologne

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The 2nd Law (Limited Edition CD+DVD im Softpack)
The 2nd Law (Limited Edition CD+DVD im Softpack)
Preis: EUR 21,98

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muse – The 2nd Law. Wohin führt die Zukunft?, 28. September 2012
Mit der Veröffentlichung des Vorgängeralbums “The Resistance” sorgten Muse bereits für gemischte Gefühle bei den Fans: viele Songs waren weniger vertrackt und poplastiger als auf den Frühwerken der Band. Wenn auch „Black Holes and Revelations“ mit Singles wie Starlight und Supermassive Black Hole von einigen bereits stark kritisiert worden war, sorgte „The Resistance“ bei vielen Hörern für weitere Ernüchterung und Enttäuschung. Zu sehr hatten sich Muse in den Augen vieler von ihrem Sound zu Zeiten von „Origin of Symmetry“ entfernt. – Doch es wurde nicht nur geklagt: Experimente wie die Exogenesis-Symphonie oder der Elektronika-Rocker MK Ultra ernteten Beifall, viele fanden auch an sanfteren Songs wie Resistance und Undisclosed Desires ihren Gefallen. Insgesamt war aber kaum zu überhören, dass die Fans sich nach einer neuen Platte sehnten, die über rockigere Stücke verfügt, am liebsten wäre vielen eine komplette Rückkehr zu den Wurzeln der Band.
Doch Muse sind eine Band, die nicht im Stillstand verharren will, sondern immer wieder an neuen Klängen tüftelt, neue Stile in ihre Musik einbindet, das umsetzt, worauf sie selbst am meisten Lust hat.

So ist es auch auf The 2nd Law geschehen.
Das Album vereint unter allen Muse-Platten wohl die meisten verschiedenen Musikstile, kein Song ähnelt besonders einem anderen. Es ist ein Album geworden, das vermutlich für fast jeden Hörer Momente beinhaltet, die ihm weniger gefallen, aber mit Sicherheit auch einige, die einfach nur zu begeistern wissen.

Eine nette Überraschung für den Fan der Songs aus der Origin-Zeit ist bereits der Opener „Supremacy“, ein mächtiger Rocker, der mit heftigen Riffs, an James Bond erinnernden Streichern und einer absoluten Überdramatik einem jeden Fan der alten Band-Meilensteine wie Citizen Erased oder New Born den Boden unter den Füßen wegzieht. Wie in keinem Song des gar nicht schlechten, aber anderen Vorgängers „The Resistance“ setzt Sänger Matthew Bellamy hier seinen unverwechselbaren Falsettgesang ein, als er den Zusammensturz der Vorherrschaft des Menschen über die Welt verkündet. Dem, der noch nie Origin of Symmetry gehört hat, mögen die herrlichen Schreie befremdlich oder gar penetrant erscheinen, wer sich aber bereits in die Musematerie eingearbeitet und diese Art des Gesangs kennen und lieben gelernt hat, dem wird vor Freude der Atem anhalten.

Nach diesem Kracher folgt das überaus sanfte „Madness“, welches sich ziemlich langsam aufbaut – manchem vielleicht zu langsam -, aber mit einer tollen, sauberen Stimme vorgetragen wird, und dann nach einem Gitarrensolo, welches an Brian May erinnert, in ein etwa anderthalbminütiges Finale mündet, welches ein reiner Hörgenuss ist. Besonders die langgezogenen Ausrufe („I need to love“) können sehrwohl das Herz des Hörers berühren.

„Panic Station“ ist sehr funkig und hat einen charismatischen 80er-Jahre-Sound. Die Art des Gesangvortrags ist für Bellamy völlig neu, und umso überraschender ist die Tatsache, mit welcher Qualität und Leichtigkeit sie dargeboten wird. Man bemerkt bereits: die Musik auf dem Album ist sehr variantenreich.
Das Gitarrensolo und die nicht zu stark hervorstechend angewendeten Blasinstrumente verbreiten eine freudige, angenehme Stimmung. Ein Song, den man auch super nebenbei hören kann. Macht gute Laune!

Ein orchestrales, kurzes Instrumentalstück leitet „Survival“, den offiziellen Olympiasong 2012 ein. Der Text ist hier sehr simpel, der Song lebt vor allem von seinem Bombast. Besonders die härteren Instrumentalparts sind es hier, die zu überzeugen wissen.
„Follow Me“ ist ein Lied, welches ursprünglich mit den klassischen Instrumenten einer Rockband eingespielt wurde, was die Band jedoch nur noch live so beibehalten hat: die Albumversion des Songs besteht aus elektronischen Klängen, die in Zusammenarbeit mit Nero entstanden sind. Für mich ist der Song etwas gewöhnungsbedürftig und ein Experiment, das von mir aus ein einmaliges bleiben darf. Dennoch: schlecht ist der Song nicht.

„Animals“ ist nach Supremacy eine weitere echte Perle des Albums. Es ist ein in weiten Teilen ruhiger Song, der das Verhalten rücksichtsloser Spekulanten anklagt. Tolle Gitarrenfills und –solos verleihen ihm eine wunderbare, melancholische Stimmung. Irgendwann kommt der Song auch aus sich heraus und es kracht! Aber, selber hören…

„Explorers“, „Big Freeze“ und „Save Me“ folgen angenehm auf einander. Es sind drei eher ruhigere Songs. „Explorers“ erinnert stark an Queen (was von vielen bemängelt wird, mir als Queenfan und –kenner aber gar nicht schlecht gefällt). Es handelt sich jedoch noch immer um einen eigenständigen Song, Queen-Ähnlichkeiten sind hier wie in anderen Musesongs immer in einem erträglichen Rahmen. Allerdings häufen sie sich bei den letzten Veröffentlichungen ein wenig. Wie dem auch sei: „Explorers“ ist und bleibt ein sehr angenehmes Lied, welches jedoch ein weniger angenehmes Thema hat: die eigene Welt kommt dem lyrischen Ich hier fremd vor, wie ein Alien betrachtet es seine eigene Heimat und sehnt sich nach Befreiung.
„Big Freeze“ erinnert stark an U2 – sowohl bezüglich der Instrumente als auch des Gesangs. Dennoch gefiel mir der Song auf anhieb gut. Es ist kein Übersong der Gruppe, aber ein Song, der toll in den Fluss der Platte passt und in den nette melodiöse Ideen eingeflossen sind.

Mit „Save Me“ und „Liquid State“ singt Bassist Chris Wolstenholme zum ersten mal zwei Muse-Songs völlig alleine. Bellamy konzentriert sich auf die Gitarre.
„Save Me“ ist recht lang, dafür aber nicht sonderlich abwechslungsreich. Es brauchte bei mir ein paar Hördurchgänge, bis ich dennoch sagen konnte, dass das Lied wirklich schön ist. Chris singt durchaus überzeugend.
Im Gegensatz zu „Save Me“ ist „Liquid State“ ein kleiner Rocker. Dennoch hatte ich mir etwas mehr erhofft, vielleicht etwas Verzerrung auf den Vocals oder einfach einen härteren Refrain. Ich werde den Song aber noch ein paar Mal hören müssen…

Zuletzt folgt einer der umstrittensten neueren Musesongs: „The 2nd Law – Unsustainable“.
Beginnt der Song überaus symphonisch, so setzt bald die Stimme einer Nachrichtensprecherin ein, bevor der Song vollkommen umbricht und eine Roboterstimme das Wort „unsustainable“ häufig wiederholt und in seine Bestandteile zerlegt. Der an Dubstep erinnernde Musikstil, zu dem die Band durch Skrillex inspiriert worden ist, ist keine Computermusik, sondern besteht aus dem Spiel mit echten Instrumenten, natürlich mit einem intensiven Gitarreneffekt. Ist der Song zwar auf viel Kritik gestoßen, so halte ich gerade die soeben beschriebene Passage für musikalisch interessant. Es klingt wie eine Fortsetzung der schon lange von Muse bekannten Live-Riffs, die sie immer wieder gerne an gewisse Songs anknüpfen, welche sie auf ihren Konzerten vortragen. Von wegen „auf den Dubstep-Zug aufgesprungen“ – Muse setzen das Ganze auf ihre völlig eigene Art um. Manche nennen es gar „Musestep“. Mir gefällt das Experiment.
„The 2nd Law- Isolated System” beendet das Album und ist eine klare Fortführung von Unsustainable. Ein kühles Klavier, Streicher, ein paar elektronische Klänge und wieder Nachrichtensprecher, diesmal jedoch in einem ziemlichen Durcheinander, kreieren eine ruhige, wenn auch leicht beängstigende Atmosphäre. Zum Ende versagt die Nachrichtenstimme, ihre Energie versiegt, der Herzschlag bricht ab.

Mit The 2nd Law haben Muse ein weiteres monumentales Werk ihrer musikalisch bereits enorm vielfältigen Diskographie hinzugefügt. Dieses Mal verfügt die Platte selbst um eine noch größere Vielfalt an Stilen, Sounds und Klängen als jemals zuvor.
Immer birgt ein so experimentelles Vorgehen in der Musik das große Risiko, zu enttäuschen. Und wieder werden Muse viele Hörer enttäuschen. Wieder werden sie aber auch neue Fans gewinnen, denen The 2nd Law mehr zusagt als die früheren Werke. Wieder wird es Menschen geben, die, wie ich, die Diversität dieser Band schätzen werden und auch darin die Genialität der drei Musiker erkennen, so dass sie mit allen Alben etwas anfangen können.

Wenn auch mir nicht alles an der neuen Platte vollkommen gefällt, so komme ich zu dem Fazit, dass ich die Experimentierfreudigkeit und das überaus facettenreiche Ergebnis dieser Albumproduktion mit nichts anderem als 5/5 Sternen bewerten kann.

Glücklicherweise durfte ich die Band letzte Woche bei ihrem ersten Konzert seit einem Jahr live erleben und einige der Songs bereits dort hören. Ich war begeistert!

Es bleibt weiterhin spannend, welchen Weg Muse in Zukunft einschlagen werden. Klassische Musetracks wie Supremacy und Animals sind hier ebenso vorhanden wie ganz neue Experimente (Follow Me, Panic Station, Unsustainable…). Muse haben bei Warner ihren Vertrag erfüllt und dort ihr womöglich letztes Studioalbum veröffentlicht. Was kreieren sie beim nächsten Mal? Vielleicht nichtmal ein Projekt im Albumformat? Ich lasse mich überraschen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2012 7:01 AM MEST


Come Around Sundown
Come Around Sundown
Preis: EUR 6,66

41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solides Album der Kings, dem man ein wenig Zeit geben muss, 16. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Come Around Sundown (Audio CD)
Mit ihrem fünften Studioalbum, "Come Around Sundown", liefern die Kings Of Leon eine alles in allem überzeugende Fortführung ihrer Diskographie ab!
Nach dem weltweiten Erfolg des Vorgängeralbums "Only By The Night", dessen Titel meist mit dem Wort mainstream in einem Atemzug genannt wird, sind auf Come Around Sundown bis vielleicht auf die aktuelle Single "Radioactive" keine Songs mehr enthalten, die so leicht den Weg ins Ohr des Radiohörers finden wie "Sex On Fire" oder "Use Somebody" dies taten. Dennoch ist das neue Werke in großen Teilen weit entfernt vom überaus rockigen Klang der frühesten Werke der Kings. Am ehesten vergleichen würde ich das Album mit der dritten CD - "Because Of The Times". Es klingt wie eine Fortsetzung dieses Werkes, jedoch liegt zwischen den beiden Alben eben noch das (gar nicht so schlechte) Only By The Night...

Der erste Track, "The End", ist ein atmosphärischer Anfang für das Album. Caleb Followills Stimme ist hier nicht sonderlich rau, aber sie klingt ehrlich und ist mitreißend. Matthews Gitarre klingt, besonders gegen Ende hin, echt stark! (4/5)

Weiter geht es mit der Single "Radioactive". Zum Glück hat man sich auf der Platte den Chor gespart, der auf der Singleversion zu hören ist. Zwar finde ich die Idee nicht schlecht, doch Calebs Stimmewirkt um einiges kräftiger, wenn sie für sich alleine steht. Der Refrain in Radioactive ist voller Energie und live gespielt sicher umso mitreißender. Der hohe Backgroundgesang stört mich jedoch etwas. (3,5/5)

Der dritte Track ist recht ruhig. "Pyro" überzeugt durch wunderschön gesungene Strophen und der Refrain ("I wonŽt ever be your coner stone") prägt sich dem Zuhörer relativ schnell ein. Die Gitarre in dem Lied ist gekonnt eingesetzt und versetzt einen in eine nachdenkliche Stimmung. (4,5/5)

Es folgt "Mary", ein ziemlich rockiger Song, der vom Klang her an gute, alte Zeiten (50er/60er) erinnert. Der Refrain ist unglaublich stark gesungen und schwächelt an keiner Stelle. In der Mitte des Songs gibt es ein tolles Gitarrensolo. Was mich hier wieder ein wenig stört ist der Backgroundgesang und Calebs Stimme ganz am Ende des Songs. Dennoch: der Song überzeugt. (4/5)

"The Face" beginnt ruhig, doch mit und mit wird der Hörer aufgewirbelt von der sehr rauen Stimme Calebs, die vor allem im Refrain ("Ride out the wave")zu tragen kommt. In dem Song gibt es einen tolles instrumentales Zwischenspiel, bei dem Nathan am Schlagzeug brilliert. Die Gitarre ist genau auf die Drums abgestimmt und es kommt zu einer kleinen "Explosion", woraufhin der Refrain folgt. Stark! (4,5/5)

"The Immortals" stellt für mich den Höhepunkt des Albums dar. Es ist ein überwältigender Stadionrock, was uns hier noch einmal geboten wird! Dabei ist die Instrumentalisierung zu Beginn des Liedes noch verspielt, entwickelt aber bald ein Gefühl von enormer Ernsthaftigkeit. Der Song hat einen sehr schönen Text, sowohl in den Strophen als auch im Refrain. Die Strophen sind dermaßen gekonnt eingesungen, besser geht es nicht. Den Refrain ("Spill on the streets of stars, ride away - find out what you are, face to face- once youŽve hade enough, carry on - donŽt forget to love before youŽre gone") kann man wahrlich als Monster-Chorus bezeichnen - grandios! In diesem Song ist auch Jareds Bass richtig toll! (5/5)

Mit "Back Down South" bezieht man sich auf offensichtlich auch auf das Albumcover. Der Song besingt die Rückkehr in den Süden und offensichtlich hatten die Jungs an diesem Stück Country-Rock ordentlich Spaß (man höre sich das Ende des Songs an..). Es ist ein geradliniger Song, der aber mit einer schön eingespielten Fidel viel Lebensfreude aufkommen lässt.
(4,5/5)

"Beach Side" ist in der Tat beachy (was die Instrumentalisierung betrifft). Der Gesang ist meines Erachtens ein krasses, aber durchaus taugliches Gegenstück zu den Instrumenten. Er klingt ziemlich leidvoll und ist zugleich wunderschön. Die schöne Instrumentalisierung dazu lässt durch aus Gefühle aufkommen, die an einen Sonnenuntergang am Strand erinnern. Der Song ist einer meiner Favoriten! (5/5)

Weiter geht es mit "No Money", welches ordentlich abrockt. Super eingesungen, super Backgroundgesan - und ein ergreifendes, wenn auch simples Gitarrensolo. Der Text in den Strophen ist ziemlich gut! Zugegebenermaßen ist der kleine Refrain ("I got no money, but I want you so") kein textliches Meisterwerk, doch so, wie er hier vorgetragen wird, passt er in den Song wie die Faust aufs Auge. Die ganze Struktur des Song ist zudem ungewöhnlich und interessant. Was will man mehr? (5/5).

Mit "Pony Up" können mich die Kings nur bedingt überzeugen. Zwar ist die Gitarre echt cool und auch der Bass hat es drauf, doch irgendwie will der Song bei mir nicht so richtig zünden. Was mir aber gefällt, ist der richtig fetzige Gesang am Ende, daher (3,5/5)

"Birthday" hat einen gut gesungenen Refrain, die Instrumentalisierung gefällt mir in der zweiten Hälfte besser...
(3,5/5)

Mit "Mi Amigo" ist ein schön anzuhörender Song entstanden, der allerdings nicht besonders spektakulär ist. Mir gefällt die Verwendung von Bläsern in dem Lied. Zudem sind die Lyrics ganz lustig. (3,5/5)

Wieder einmal schließt ein zumeist ruhiger Song eine Platte der Kings Of Leon ab: "Pickup Truck". Die Stimmung in dem Song finde ich für mich persönlich etwas unzugänglich, aber dennoch überzeugt mich hier Calebs Stimme, deren Rauigkeit er hier ungeschont präsentiert, denn der Gesang ist doch äußerst kantig... (4/5)

Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Punkten. Es lohnt sich, diese Platte zu erwerben. Man sollte jedoch nicht gleich nach dem ersten Hördurchgang sein Urteil fällen. Ich habe das Album nun ca. zehn Mal gehört und kann sagen, dass sich einige songs für mich zu Beginn dürftig oder recht belanglos angehört haben, was sich aber mit jedem weiteren Hörvorgang schnell geändert hat.


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