Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More madamet HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16
Profil für Bernhard Schloss > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Bernhard Schloss
Top-Rezensenten Rang: 532.066
Hilfreiche Bewertungen: 23

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Bernhard Schloss "www.schlossblog.de" (Gaimersheim)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Das Führungsteam: Wie wirksame Kooperation an der Spitze gelingt
Das Führungsteam: Wie wirksame Kooperation an der Spitze gelingt
von Olaf Hinz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,99

4.0 von 5 Sternen Teamentwicklung für die Alpha-Tiere, 12. Januar 2015
Olaf Hinz Buch ist ein Plädoyer Führung als Mannschaftsleistung zu praktizieren und will den Weg dahin aufzeigen.

Vielleicht ist dieser Anspruch etwas vermessen und ich bezweifle, dass im Kreis der Alpha-Tiere das Buch die entsprechende Resonanz bekommt, aber es bleibt immer noch ein kluges Buch über Teamentwicklung.

Den Weg zu wirksamen (Führungs-)Teams beschreibt er in sechs Schritten:

(1) Führung und operatives Management bewusst unterscheiden und voneinander trennen
(2) Nutzung der Gruppe (heterogene Teams bieten Vorteile)
(3) Bewusste Auseinandersetzung mit Unterschieden und Widersprüchen
(4) Macht und Einfluss ausbalancieren (hier wird auch explizit der Umgang mit Alpha-Tieren thematisiert)
(5) Wirksame Informationspolitik statt Heldentum betreiben
(6) Das Team pflegen, z.B. mit “Team-Rüstzeiten”

Team-Rüstzeiten ist ein schönes Konzept, das sich abhebt von Teamevents und Incentives, und einem Team kontextspezifisch Entwicklungsraum einräumt. Wie man eine Maschine einrichten, kalibrieren und für ihren Einsatz vorbereiten muss, so braucht auch ein Team Platz für die Teamfindung und die Vorbereitung der eigentlichen Aufgabe.

Diese sechs Schritte sind letztlich das Fazit des Buches und basieren auf einem soliden Fundament, dass sich mit Kontextführung, Komplexität, Unsicherheit, Rollen und Erwartungen und vielem mehr auseinandersetzt, ebenso wie mit typischen Aufgaben wie Planung (Flyvbjerg) und Budgetierung (Pfläging). Als Fundament dienen Konzepte wie u.a. Reflexion und das Double-Loop Learning (Argyris und Schön), Mindfulness (Weick und Sutcliffe) und Lernangst (Schein).

Als Werkzeuge werden kollegiale Beratung, Kommunikationswerkzeuge aber auch Fragebögen (teilweise im Buch enthalten, teilweise wird darauf referenziert – wie auf den guten alten MBTI) angeführt.

Das letzte Kapitel von Dani Rey beschreibt dann noch das Konzept für einen Jahresendworkshop der Geschäftsleitung und fügt sich nicht ganz in das Bild.

Ein Lapsus bei zwei großen Tabellen ist entweder Amazon oder dem Verlag geschuldet, aber im eBook auf dem Kindle sind die Übersicht der Diagnosewerkzeuge und die Tabelle der Kommunikationsformate nicht vollständig dargestellt (auf dem PC hingegen schon).

Aber all das tut der Tatsache keinen Abbruch, dass das Buch eine klare Leseempfehlung ist.

(Ursprünglich rezensiert auf [...])


UZMO - Denken mit dem Stift: Visuell präsentieren, dokumentieren und erkunden
UZMO - Denken mit dem Stift: Visuell präsentieren, dokumentieren und erkunden
von Martin Haussmann
  Broschiert
Preis: EUR 24,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch ganz nach meinem Geschmack!, 24. September 2014
Es gibt so wunderbare Bücher zum Thema Visualisierung und UZMO ist eines davon. Setzt man die Buchstaben „UZMO“ neu zusammen und zwar nicht als Wort, sondern als Grafik, so entsteht eine Glühbirne: U und Z übereinander gibt das Gewinde, O den Glaskörper und das M den Draht. (Es ist natürlich gemein, darüber zu schreiben ohne das Bild zu zeigen, aber vielleicht funktioniert ja das Kopf-Kino!)

UZMO lehrt uns mit der bikablo-Zeichentechnik eine visuelle Sprache. Visuelles Arbeiten ist nicht nur eine eigene Kommunikationsform, sondern gibt uns einen zusätzlichen Kanal für Resonanz und Feedback neben der verbalen Sprache. Dabei kommt es auch gar nicht auf Perfektion an:

„Das Ziel von Visualisierung ist nicht Schönheit, sondern Kommunikation.“

Martin Haussmann erläutert nicht nur die Grundlagen, sondern gibt konkrete Hilfen und Werkzeuge in einem selbstverständlich auch visuell schön gestaltetem Buch. Zu den vorgestellten Werkzeugen gehören neben der bikablo-Technik, u.a. der Visualisierungskompass, der uns den Weg zu geeigneten Darstellungsformen weist, die Symbol-Safari, die uns hilft eine eigene visuelle Sprache für unsere eigenen Themen zu entwickeln, die Plakatmaschine, Sketchnoting, die Problemlösungstechnik Riesenrad, Templates, sowie zahlreiche Vorlagen, Anleitungen und Tipps und vieles mehr. Eine echte Empfehlung, die Lust macht die Werkzeuge auch auszuprobieren.

Martin Haussmann, seine bikablo Kollegen von den Kommunikationslotsen und der Webshop Neuland zählen zu den deutschsprachigen Vorreitern im Visual Facilitating.

Ebenfalls von Martin Haussmann (gemeinsam mit Holger Scholz) gibt es auch das bikablo Trainerwörterbuch der Bildsprache/Facilitators dictionary of visual language, wobei ich ehrlich gesagt hier das Buch Bildsprache: Formen und Figuren in Grund- und Aufbauwortschatz von Petra Nitschke bevorzuge.

(Diese Rezension erschien ursprünglich auf schlossBlog: [...]


Projektführung für Profis: - Widersprüche und Unterschiede managen - Führung bewusst gestalten - Stärke gewinnen
Projektführung für Profis: - Widersprüche und Unterschiede managen - Führung bewusst gestalten - Stärke gewinnen
von C. Berta Schreckeneder
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz klare Leseempfehlung, 16. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Leider ist der Titel etwas beliebig, aber damit ist auch schon alles Negative, was man über diese Buch sagen könnte, erschöpft, denn Berta C. Schreckeneders Buch ist eines der besten Projektmanagement-Bücher, die ich bislang in Händen gehalten habe.
Ihr gelingt ganz ausgezeichnet der Spagat zwischen Praxis-relevant, wissenschaftlich fundiert und praktischen Methodenhilfen. Andere Bücher beschränken sich meist auf eines dieser Felder, umso bemerkenswerter ist “Projektführung für Profis“. Es werden drei ganz zentrale Themenkomplexe aufgegriffen, die aus Sicht einer Führungskraft reflektiert werden:

(1) Das Spannungsfeld zwischen Projekt und Linie
(2) Erfolgreich und gesund (herbei geht es v.a. um meine Lieblingsthemen: Erfolg und Scheitern – des Projektes und der eigenen Person)
(3) Kultur und Kompetenz (Sprich: Projektkultur – für viele leider immer noch ein Fremdwort)

In einem vierten Abschnitt, dem Handbuch, werden die Methoden, Übungen und Lernfelder aus den vorangegangenen Kapiteln noch einmal – sozusagen als Nachschlagewert und Arbeitsvorlage – zusammengefasst.

Mit diesen praktischen Übungen, eingebettet in einen fundierten Hintergrund liefert Berta C. Schreckeneder gleichzeitig auch eine der besten Vorlagen zum Thema Projektcoaching, die durchaus auch zu einem Selbstcoaching geeignet sind.

Eine ganz klare Leseempfehlung für Führungskräfte und Projektarbeiter!

(Ursprünglich erschienen in der Rubrik GELESEN auf [...] @schlossBlog)


Der Projekt-Kapitän: Mit seemännischer Gelassenheit Projekte zum Erfolg führen
Der Projekt-Kapitän: Mit seemännischer Gelassenheit Projekte zum Erfolg führen
von Olaf Hinz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jede Menge Seemannsgarn!, 29. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wieder ein Buch bei dem es um innere Haltung geht, um Führung und um Entscheidungen unter Unsicherheit. Olaf Hinz hat gar nicht den Anspruch ein umfassendes PM-Lehrbuch zu liefern, sondern fokussiert stark auf den Aspekt der Führung und die liegt auf unserem ollen Projektkahn, aber genauso auch bei super-modernen Projekttankern oder kleinen schicken Projekt-Jachten in der Hand des Projektkapitäns. Olaf schenkt uns ein Metaphernbuch voller Schätze an seemännischen und nicht-seemännischen Projektmetaphern.

Hier ein paar Beispiele solcher Bonmots:
• „An Deck hat der Kapitän das Kommando, an Land der Reeder.“
• „Es gilt das ‚Ohr auf der Schiene zu haben‘ und frühzeitig zu reagieren.“
• „Politiker erhalten 100 Tage Schonfrist, wenn sie ein Amt antreten – ein Projektleiter muss sofort volle Leistung bringen.“
• „Alle Mann an Bord – Motivation und Teamarbeit dank Sinn und Zusammenhang“
• Gruppendynamik – „Denn diese ist wie das Wetter – immer da.“
• „Helden sind Getriebene“
• „Streng nach Plan geführte Projekte sind wie in die Dose gepresstes Fleisch in Form gebracht und in Struktur gepresst! (…). Dem Dosenfleisch fehlt die Würze des aktuellen Kontextes und die Kommunikation mit und aus dem Umfeld.“

Olaf durchschifft mit uns die klassischen Themen von der Auftragsklärung, der Projektkommunikation, smarten Zielen, Motivationstheorien bis hin zum Umgang mit Komplexität. Hier macht er sich insbesondere stark für ein Rückkoppelungsmodell an Stelle eines starren linearen Denkmodells. Eine Herausforderung sind hier z.B. unentscheidbare Entscheidungen:

„Hier muss die Führungskraft Mühe und Risiko des Entscheidens selbst übernehmen. Das heißt: In einer Situation, in der ein festgelegter Regelprozess nicht greift, werden Fachleute verschiedene Vorschläge entwickeln, was zu tun ist. Jeder Vorschlag leuchtet in gewisser Weise ein, der Führungskraft werden am Ende zwei oder drei durchaus plausible Alternativen. Und die Mitarbeiter werden drängen: ‘Wie machen wir es denn jetzt, Chef?‘ Und der muss dann eine unentscheidbare Entscheidung treffen. Das bedeutet, dass er unter Unsicherheit handelt und das Risiko trägt.“

Als Fazit zieht Olaf sechs Leitsätze heran, die es braucht um ein Projekt auf Kurs zu halten:
1. Variantenreiche Führung und klare Rollen verhindern Schlagseite
2. Nur wer aktiv kommuniziert, kann auch das Ruder in der Hand haben
3. Sinn und Zusammenhang, d.h. die Motivation der Besatzung bestimmt das Tempo
4. Bei wechselnden Winden an das Kreuzen denken
5. Heldentum ist tapfer aber meist nicht klug
6. …und: Projekte führen bedeutet: Es kommt immer noch was nach!

„Der Projektkapitän“ ist nicht so etwas wie ein Werkzeugkasten, sondern eher eine Denkschule, die zur Reflexion einlädt.

Ursprünglich erschienen auf schlossBlog[...]


Geistes-Haltung: Wirtschaftlicher Erfolg in einer neuen Zeit
Geistes-Haltung: Wirtschaftlicher Erfolg in einer neuen Zeit
von Roger Dannenhauer
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Esoterik für Systeme, 16. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Um ehrlich zu sein: Mich interessieren weder Esoterik noch Erfolgsratgeber und trotzdem habe ich Roger Dannenhauers Buch “Geisteshaltung – Wirtschaftlicher Erfolg in einer neuen Zeit” gelesen – und ich habe es gerne gelesen.

Obwohl sich Roger auf Zen und west-östliche-Denkweisen beruft, obwohl er wirtschaftlichen Erfolg thematisiert, ist er keiner der sonst üblichen Lautsprecher mit platten Attitüden. Seine Botschaft ist zwar vermeintlich fernöstlich angehaucht (das ist Rogers persönliche Geschichte), aber im Kern steckt eine systemische Betrachtungsweise dahinter und die Frage, wie sich eine konstruktive und wie eine destruktive Einstellung auf soziale Systeme auswirken.

Mit destruktivem Denken setzen wir uns überflüssige Grenzen und geraten in einen Abwärtsstrudel, während wir mit konstruktivem Denken neue Potentiale erschließen können. In Systemen mit einer dekonstruktiven Systemkultur neigt man dazu an bestehenden Lösungswegen festzuklammern und nimmt neue Chancen und Potentiale nicht wahr – die Spirale setzt ein. In diesem Sinn: “Wer Krisen bekämpft, hat ihre Ursachen nicht verstanden.”

Roger entwickelt ein Modell der Entwicklungsstufen der Geistes-Haltung:
- Stufe 1: Rationale Intelligenz
- Stufe 2: Emotionale Intelligenz
- Stufe 3: Reiner Geist (im Sinne von Klarheit, frei von destruktiven Gedanken
- Stufe 4: Geistes-Haltung

Rogers Modell erinnert mich stark an Duecks Konzept professioneller Rationalität und es ist bis auf die Wortwahl keineswegs esoterisch!

Mit dem Auftreten dekonstruktiver Strukturen erklärt Roger auch einen etwaigen System-Zerfall: Wenn Innovation/Transformation notwendig wären, aber aufgrund dekonstruktiver Haltung nicht umgesetzt werden, beginnt das System zu kippen.

In Teil 2 seines Büchleins versucht sich Roger an Potenzial-Bewusstseins-Übungen um in gesamtwirtschaftlichen Betrachtungen aber auch in konkreten Unternehmensbeispielen sein Gedankenmodell anzuwenden. Hier kommen auch Co-Autoren mit Ihren Praxis-Beiträgen zu Wort. Als Ausgleich für das “Unwort” Potenzial-Bewusstseins-Übungen schenkt und Roger eine ganze Reihe bemerkenswerter Bonmots:

"Nur wer die richtigen Dinge erkennt, kann die richtigen Dinge tun."

"Die Wissensgesellschaft ist der direkteste Weg in die Dummheit."

"Best Practices sind der Krückstock für unkreative Menschen, denen der Mut fehlt, den Weg selbst zu gehen."

"Unternehmensberatung ist sicher gut gemeint, jedoch oft auch eine perfekt inszenierte Illusion für hilflose Manager."

"Zahlen sagen nichts über den Zustand eines Unternehmens. Erst wenn die Führungsspitze Rückgrat beweist, funktioniert Controlling."

"Wer den Druck stetig erhöht, untergräbt die Effizienz."

"Wenn wir versuchen zu kontrollieren, verlieren wir die Kontrolle."

"Und mit den konkreten Beispielen rückt das Werk auch weit weg von der Esoterik-Schiene."

Roger hat wirklich etwas zu sagen.

PS: Ich durfte Roger auf einem Impuls-Workshop für das TurnaroundPM-Buchprojekt persönlich kennen lernen und nur weil er mit seinen leisen Tönen in der Diskussion seine Geistes-Haltung eingebracht hat, bin ich auf sein Buch aufmerksam geworden und habe es – wie gesagt – gerne gelesen.

Diese Rezension ist ursprünglich erschienen auf schlossBlog: [...]


Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen
Das Neue und seine Feinde: Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen
von Gunter Dueck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dueck über Innovation, 2. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diesmal beschäftigt er sich mit dem Thema Innovation, aber nicht im Sinne eines klassischen Innovationsmanagement, nein, sein Buch ist eine konsequente Management-Kritik und stellt vor allem die Psychologie und Hemmnisse in den Vordergrund. Es ist obendrein ein sehr persönliches Buch, weil es Duecks Erfahrungen auf seinem Weg bis zum CTO der IBM widerspiegelt. Ein paar mehr Referenzen und Literaturverweise hätten dem Buch aber nicht geschadet. Trotzdem: Eine spannende Lektüre von einem Autor, der (a) etwas zu sagen hat und (b) ein schelmischer Meister des Storytelling ist.

Ein zentraler Bestandteil des Buches ist Duecks Resistenzmodell in dem er aufzeigt wie sich eine Innovation über die Zeit in verschiedenen Personengruppen (Protagonisten, OpenMinds, CloseMinds und Antagonisten) durchsetzen muss um erfolgreich zu sein. Es gilt eine kritische Hürde (“Chasm”) zu überwinden bis eine Innovation zum Selbstläufer wird. Während BWLer ihre Modelle gerne in Matrix-Form aufbauen, um die Welt zu erklären, verwundert es nicht, dass Dueck als Mathematiker sein Resistenzmodell auf einer Gauß-Kurve aufbaut. ;-)

Dueck zeigt nüchtern die geringe Erfolgswahrscheinlichkeit von Innovationen: Demnach hat ein Startup, das von einem Erfinder aufgesetzt wird eine Erfolgswahrscheinlichlichkeit von 5%. wenn Management-Know-How und Expertise hinzukommen, steigert sich die Quote auf 11% oder zu Deutsch: 89% aller unter besten Bedingungen gestarteten Innovationen scheitern. Bei diesen Zahlen muten Erfolgsbetrachtungen aus dem Projektmanagement, wie der CHAOS-Report der Standish-Group, plötzlich als Best Practice an (was sich aber leicht erklären lässt, weil nicht jedes Projekt hochgradig innovativ ist).

Und konsequent erinnert er uns daran auf was es wirklich ankommt:

- Leidenschaft
- 100%-iges Engagement
- Unterstützung
- Meisterschaft
- Aktive und passive Prozesskompetenz
- Die Schaffung eiens geeigneten Kräftefeldes
- …

Duecks Management-Kritik gipfelt in seiner fiktiven, sarkastischen Betrachtung eines Vice-President Innovation in einem beliebigen Großunternehmen. Und dementsprechend gibt Dueck auch Tipps wie:

- Think and speak visionary, act evolutionary!
- Work underground as long as you can!
- Was du auch tust, tu es gut.

Als Gegenmodell zum klassischen Innovationsmanagement empfiehlt er eine Orientierung an der agilen Software-Entwicklung.

Und schließlich mündet Duecks Betrachtung in seinem Fazit von Innovation als Sisyphos-Arbeit:

„Innovation, die sich lohnen soll, muss als Herkulesaufgabe betrieben werden, mit voller Kraft. Innovation ist wie »Sisyphos schafft es doch.«“

Wie immer ist Dueck voller persönlicher Anekdoten und Bildern und die Lektüre lohnt sich nicht nur aufgrund seiner Qualitäten als Storyteller. Positiv übrigens auch, dass man mit Erwerb des gebundenen Buches auch das eBook erhält.

(Diese Rezension ist ursprünglich auf [...] erschienen.)


Die Optimierungsfalle: Philosophie einer humanen Ökonomie
Die Optimierungsfalle: Philosophie einer humanen Ökonomie
von Julian Nida-Rümelin
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Rationalitätsfalle, 29. April 2012
Nein, eigentlich heißt das Buch von Julian Nida-Rümelin (JNR) 'Die Optimierungsfalle' und ist eine Kritik an der ökonomischen Rationalität mit Bezügen zur aktuellen Finanzkrise, aber in die Rationalitätsfalle tappt Nida-Rümelin selbst.

Der erste Teil des Buches seziert den Homo Oeconomicus und übt Kritik an der okönomischen Rationalität, einem Begriff dessen exakte Definition Nida-Rümelin leider schuldig bleibt. Die Ökonomie gerät unter Generalverdacht und dem Homo Oeconomicus wird scheinbar noch das Etikett als vorherrschende ökonomische Meinung angehängt. Dabei ist die Kritik am Homo Oeconomicus nicht neu. In meinem BWL-Studium Anfang der Neunziger wurde er üblicherweise eher als historisches Denkmodell, denn als stat-of -the-art gelehrt. Natürlich gibt es auch in der heutigen ökonomischen Lehre noch genügend Optimierungsmodelle, aber man muss auch deren Prämissen betrachten und wenn die Prämissen von einem idealen Markt ausgehen, dass ist es ja schon banale Selbstverständlichkeit, dass es nahezu keinen idealen Markt gibt.

Im zweiten Teil (Ethik) arbeitet JNR den philosphischen Kanon zur Rationalität ab. Lesenswerterweise immer wieder mit aktuellem Bezug zur Finanzkrise. Letztlich hält JNR in seinen Betrachtungen ohne größere weitere Begründung aber am Prinzip eines rationalen Individuums fest. Bemerkenswert, wo doch gerade in der Ökonomie immer wieder von Irrationalität und der Psychologie der Märkte die Rede ist. Im Text finden sich durchaus Bonmots: 'Es gibt nicht nur Schwarmintelligenz, sondern auch Schwarmidotie.'

Teil drei (praktische Vernunft) widmet sich JNRs Theorie struktureller Rationalität.

"Der Grundgedanke ist der, dass die Individuen in ihrem (rationalen) Entscheidungsverhalten äußern, nicht (ausschließlich) als Bewertung von Handlungskonsequenzen interpretiert werden dürfen. Vielmehr sind diese Präferenzen Ausdruck einer umfassenden Beschreibung der Entscheidungssituation und ihrer Bewertung."

In seiner Betrachtung bleibt JNR aber an der isolierten Entscheidungssituation hängen. Er vernachlässigt unsere komplexe Welt mit Widersprüchen und Paradoxien, sowohl in unseren individuellen Präferenzen als auch in den Anforderungen, die an uns Individuen gestellt werden. JNR hält am Grundgedanken eines rationalen Menschen fest und versucht unser Handeln kritisch anhand aktueller Fragestellungen zu Hinterfragen. Er schlägt dabei den Bogen von der Ökonomie, über die Philosophie bis hin zur Politik, so plädiert er leidenschaftlich für die Zivilgesellschaft. Diese Passagen sind durchaus intelligent und sympathisch, aber in meinen Augen ist die grundlegende Rationalitätsvorstellung in gewissem Maß auch naiv. Die Diskussion Freiheit oder Determination ' also inwieweit wir überhaupt selbstbestimmt sind, geschweige denn die Unvollkommenheiten (wir haben keine idealen Märkte, wir habe keine vollständige Information') bleiben außen vor.

Das Buch ist dennoch ein lesenswerter politischer Essay, kein philosophisch-wissenschaftlicher Text.


Managing Complex Projects: A New Model
Managing Complex Projects: A New Model
von Kathleen B. Hass
  Taschenbuch
Preis: EUR 32,40

4.0 von 5 Sternen Projekte als "complex adaptive systems" und Komplexität, 13. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auch Kathleen Hass folgt einer systemorientierten Sichtweise von Projekten. Sie spricht von "complex adaptive systems" und entwickelt in ihrem Buch ein eigenes Project Complexity Modell.

Mit der systemorientierten Sichtweise und dem Fokus auf die Komplexität trifft sie bei mir einen Nerv, dem ich nur zu gerne folge.

In ihrem Project Complexity Modell unterscheidet sie dann independet, moderately complex und highly complex projects. Mit ihrem Versuch diese Kategorien messbar zu machen und zu quantifizieren macht sie sich natürlich beliebig angreifbar. Der Versuch ist ehrbar, vermessen und muss natürlich scheitern. Nimmt man aber die Quantifizierung und konkrete Ausprägung nicht ganz so wichtig, sondern würdigt mehr die dahinterstehende Idee, so bleibt das Buch absolut lesenswert. Es handelt sich ja auch nicht um ein Lehrbuch, sondern um einen fundierten Diskussionsbeitrag, der zur weiteren Reflexion anregt.

In der zweiten Hälfte des Buches setzt sie sich dann dezidiert mit den möglichen Komplexitätsquellen in Projekten auseinander. Als solche werden genannt und ausführlich behandelt:

'large, long duration projects
'large, disperse, culturally diverse project teams
'highly innovative, urgent projects with agressive scopes and schedules
'complexities caused by ambigious business problems, oppotunities, and solutions
'poorly understood, volatile requirements
'highly visible strategic projects, which are often politically sensitive
'large scale change initiatives
'projects with significant dependencies and external constraints
'IT complexity


Projektmanagement (Unternehmensführung, Band 2388)
Projektmanagement (Unternehmensführung, Band 2388)
von Franz Xaver Bea
  Taschenbuch
Preis: EUR 44,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schließt die Lücke zur Betriebswirtschaft, 21. August 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Projektmanamgement-Bücher gibt es wie Sand am Meer. Da muss es schon etwas Besonderes sein, dass eine Neuerscheinung hervorsticht und diese tut es.

Bea/Scheurer/Hesselmann schließen eine Lücke zur Betriebswirtschaft und zur Managementlehre und reihen sich trotzdem fließend in den Kanon der PM-Literatur ein. Nach einer Einführung (Teil1), folgt eine klassische Einführung in das Projektmanagement (Teil2) mit allem was dazu gehört. Mit dem Anspruch der Managementlehre wird das PM-Kontinuum aber weiter gespannt, so beschäftigt sich Teil3 mit dem Thema Management durch Projekte (also u.a. mit Multiprojektmanagement und Portfoliomanagement). Es werden aber auch ausführlich Unternehmensentwicklung durch Projekte und Wertsteigerung durch Projekte behandelt - und das betriebswirtschaftlich fundiert! Im abschließenden Teil4 wird die Vision des projektorientierten Unternehmens skizziert. Hier finden sich u.a. die kulturelle Dimension, Wissensmanagement, Kompetenzmanagement und Lernendes Unternehmen wieder.

Zu den Stärken des Buches zählt eindeutig die betriebswirtschaftliche Verankerung und die Integration in die betriebswirtschaftliche Literatur. Allein die Literaturhinweise bei Investitions- und Kostenrechnung oder bei der Einordnung in die Managementlehre sind eine echte Bereicherung. Abgesehen davon liest sich das Buch leicht verständlich und wird trotzdem dem komplexen Thema gerecht. Eine Schwäche des Buches liegt in dem Spagat der ganzen Reihe zwischen umfassender Abhandlung und Lehrbuch. Als universitäres Lehrbuch für Ökonomen verzichtet es mitunter auch auf die eine oder andere Literaturstelle, bzw. lässt etwas knapp davon kommen, was man schon erwartet hätte. So wird z.B. das PMBOK kurz im Abschnitt über Projektmanagement-Standards erwähnt, findet sich aber nicht einmal in der Literaturliste. Überhaupt hätte ich die eine oder andere PM-Literatur mehr erwartet, insbesonders internationale Autoren, wie Harold Kerzner oder Tom DeMarco. Die Auswahl erscheint hier etwas willkürlich. Auch agiles Projektmanagement findet keine Erwähnung. Alles in allem können diese Einschränkungen aber nicht den Mehrwert dieses Buches schmälern. Es ist eine echte Bereicherung für die PM-Literatur und vielleicht ein Anfangspunkt für eine umfassende betriebswirtschaftliche Behandlung des Projektmanagement. Absolut empfehlenswert!


Seite: 1