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Rezensionen verfasst von
MaSt

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von Stieg Larsson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fesselnd, aber nicht perfekt, 10. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Verblendung (Gebundene Ausgabe)
Zunächst mal die positive Seite: Ich bin kein besonders konsequenter Leser, konnte den immerhin knapp 700 Seiten langen Roman aber kaum aus der Hand legen, habe ihn praktisch in einem Rutsch durchgelesen und wurde fast durchweg gut unterhalten.

Dann hat der Roman aber auch einige Schwächen. Neben vielen kleineren wie dem nervigen Anpreisen von Apple-Produkten und einer Sprache, die mir nicht besonders zusagt (das könnte wohl an der Übersetzung liegen und ist nicht notwendigerweise dem Autor anzulasten, aber trotzdem lästig), sind das vor allem drei:

Zum einen besteht die Handlung eigentlich aus 2 Geschichten, die miteinander wenig zu tun haben. Diese wurden so künstlich ineinander verwoben, dass im Endeffekt beide Handlungsstränge darunter leiden. Zwischendurch wird suggeriert, dass beide Fälle etwas miteinander zu tun haben, am Ende bleibt die Wennerström-Affäre aber reine Rahmenhandlung, vielleicht zur besseren Charakterisierung der Hauptfigur - dafür ist sie dann aber zu ausführlich und zu vermurkst, siehe nächster Punkt. Überhaupt ist der Roman zu viel Mischmasch: Ein bisschen Wirtschaftskriminalität, ein bisschen "Gewalt gegen Frauen", ein bisschen Charakterstudie der Ermittler - von allem ein bisschen, aber nichts seriös betrieben.

Zum anderen ist das erzwungene Happy End der Wennerström-Geschichte für mich eigentlich ein trauriges und zerstört bei mir die lange und mühsam aufgebaute Sympathie für das Team Millennium-Blomkvist-Salander, das während des ganzen Buches trotz all ihrer menschlichen Schwächen scheinbar für Moral, Recht und Gerechtigkeit kämpft (oder für eines davon - über die Unterschiede wird im Buch nicht diskutiert) und am Ende in einem simplen Rachefeldzug sein Gesicht verliert. Ist das ein Happy End? Soll ich darüber jubeln, dass der seriöse Journalist am Ende ohne mit der Wimper zu zucken illegal erworbenes Material veröffentlicht, um seinen Gegner zu vernichten (unabhängig davon, ob die Veröffentlichung selbst legal ist oder nicht, hätte ich mir einen kleinen Diskurs darüber gewünscht)? Oder darüber, dass Lisbeth Salander Wennerström kaltblütig ermordet (wenn auch subtil, ohne physisch Hand an ihn zu legen) und sich sein Vermögen aneignet (statt dass es den tatsächlich Geschädigten zugutekommt)? Dass das ohne jede kritische Note (die Ermordung Wennerströms wird praktisch in einem Nebensatz abgehandelt) als Happy End verkauft wird, ist traurig. Dass Blomkvist dieser Erfolg ohne viel eigenes Zutun in die Hände fällt, ist zu platt. Und dass das alles auch schon zu Beginn der Geschichte passiert sein können hätte - wenn Wennerström wirklich so ein informationstechnischer Idiot ist, wäre das mit jedem x-beliebigen angeheuerten Hacker gelungen - scheint im Nachhinein die ganze zwischendurch abgelaufene Handlung überflüssig zu machen.

Obendrein ist auch das Ende des Harriet-Strangs nicht besonders prickelnd. Für einen guten Krimi ist das zu vorhersehbar und die Motivation für einige Handlungen der verdächtigen, schuldigen und anderweitig beteiligten (z.B. Harriet) Personen bleiben zu unklar.

Insgesamt: Der Roman war lange Zeit fesselnd, hatte jedoch in vielen Bereichen Schwächen und das Ende war einfach dürftig. Unterhaltsam, aber keine große Literatur, wie von so mancher Rezension versprochen...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2012 12:21 PM CET


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von Peter Knabner
  Taschenbuch
Preis: EUR 38,95

1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zwischen unpräzise und widersprüchlich, 10. Juli 2009
Von einem Buch, dessen Titel komplett aus Fachbegriffen der Mathematik besteht, hatte ich ein Werk erwartet, das auch den Anforderungen der Mathematik an die Präzision der Darstellung genügt. Beim Durcharbeiten musste ich jedoch feststellen, dass die Autoren über Fallstricke stolpern, die so mancher Erstsemester-Student sicher gemeistert hätte. Zudem wurde die Tatsache, dass die Unterscheidung zwischen Existenz- und Allquantoren sowie deren Reihenfolge für die Bedeutung von mathematischen Aussagen eine wichtige Rolle spielen, ignoriert und die Quantifizierung stets durch Angaben der Form "für x=1..3, y=3..5, z>0" ersetzt. Dies kann jedoch nicht zu dem Zweck geschehen sein, den Leser nicht durch zu viele Formelzeichen zu verwirren - denn das Buch besteht ohnehin zu einem Großteil aus Formeln. Nach einiger Zeit wurde mir das Raten, was denn nun die unpräzisen bis widersprüchlichen Formulierungen eigentlich bedeuten sollen, zu anstrengend, weshalb ich über das Buch ansonsten nicht viel sagen kann. Meiner Meinung nach hat sich ein Mathematikbuch mit diesen Problemen allerdings eh schon disqualifiziert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2010 6:48 PM MEST


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