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Beiträge von Georg Geismann
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Rezensionen verfasst von
Georg Geismann
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Leben dürfen - Leben müssen: Argumente gegen die Sterbehilfe
Leben dürfen - Leben müssen: Argumente gegen die Sterbehilfe
von Heinrich Bedford-Strohm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Freiheit oder 'wohlwollende' Entmündigung - das ist hier die Frage!, 19. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Generell geht es in der gegenwärtigen öffentlichen Diskussion in Deutschland darum, ob und wie der Staat durch seine Politik auf den Sterbeprozess seiner Menschen einwirken darf und soll. Speziell betrifft die Diskussion die Frage, ob und wie Beihilfe zur Selbsttötung bzw. Tötung auf Verlangen (straf-)gesetzlich geregelt werden dürfen und sollen. Wer sich über den Stand der Diskussion sachkundig machen möchte, wird von dem Buch, genauer: von dessen erstem Viertel, nicht enttäuscht werden. Er erfährt, was zur Debatte steht und was das Gesetz in Deutschland, den Niederlanden und Belgien zum Thema sagt. Die anschließenden, der Frage, was ethisch auf dem Spiel steht, gewidmeten 25 Seiten sind allerdings zu mager und auch zu voreingenommen, um den Leser mit wichtigen Pro- und Contra-Argumenten wirklich vertraut zu machen.
Eine große Schwäche des Buches liegt bereits darin, dass der Autor die christliche, genauer: die evangelische Ethik zur Grundlage seiner eigenen Position macht. Also eine Ethik, die ihrerseits auf einem Offenbarungsglauben gründet, der nur von einem kleinen Teil der Menschheit und vielleicht sogar der deutschen Menschen geteilt wird. Wo die für eine (straf-)gesetzliche Regelung erforderliche allgemeine Verbindlichkeit herkommen soll, ist nicht ersichtlich.
Die größte Schwäche des Buches (die der Autor übrigens mit vielen Gegnern einer gesetzlichen Freigabe der Beihilfe zur Selbsttötung bzw. der Tötung auf Verlangen teilt) liegt jedoch darin, dass er überhaupt von Ethik (etwa von einem 'im Lichte der ['für unsere Kultur zentralen'] jüdisch-christlichen [!] Tradition ethisch gangbaren Ansatz') redet, wo es doch allein um Recht geht (für das er freilich zumindest als Theologe noch weniger als für eine Ethik mit universellem Geltungsanspruch zuständig ist). So zitiert er denn einmal eine Hauptschrift Kants zur Ethik - und nur diese -, obwohl er doch gerade von Kant hätte lernen können, dass für das in Frage stehende Problem der Politik nur seine Rechtslehre einschlägig ist. Vom Recht der Menschen spricht der Autor jedoch höchstens nebenbei; und dann hat es stets eine ihm nicht zukommende ethische oder gar religiöse Färbung. Nur so kann er etwa behaupten, dass die Tötung eines anderen Menschen und die Selbsttötung gleichermaßen (!) tabu seien. Sie mögen ethisch als gleich beurteilt werden; rechtlich sind sie es gewiss nicht.
Selbstverständlich ist das Einwirken auf den Sterbeprozess eines Menschen auch ein ethisches Problem; aber nur 'auch'; und eine diesbezügliche ethische Antwort ist eben keine Lösung auf das für die Politik sich stellende rechtliche Problem. Der Versuch von Bischof Bedford-Strohm, ein Rechtsproblem mit Mitteln der Ethik zu lösen, kann nur scheitern.
Dass er selber dies gar nicht erkennt, zeigt sich nicht zuletzt an seinem bestenfalls ethisch relevanten, für die rechtliche Diskussion jedoch verfehlten Freiheitsverständnis (er spricht von 'Autonomie'), dem zufolge Freiheit 'nicht mit absoluter Selbstverfügung oder Eigenbesitz verbunden sei, sondern untrennbar mit der Verantwortung für das eigene Leben vor sich selbst, anderen, vor der erschaffenen Welt und letzendlich gegenüber Gott verbunden ist.'
Die Ethik hat es mit der (inneren) Freiheit der Zwecksetzung zu tun. Sie sagt dem je einzelnen Individuum, welche Zwecke es sich mit Bezug auf sich selbst und auf andere setzen darf bzw. soll bzw. nicht darf. Das Recht dagegen hat es allein mit der (äußeren) Freiheit des Handelns zu tun. Es sagt der Gemeinschaft von Individuen, welchen Gebrauch diese jeweils von ihrer Handlungsfreiheit im Rahmen der Gemeinschaft machen dürfen bzw. sollen bzw. nicht dürfen.
Die Frage, um die es in der gegenwärtigen politischen Diskussion geht, bezieht sich nun nicht auf den Zweck, sich selbst zu töten oder töten zu lassen, und auch nicht auf den Zweck, einem anderen Menschen dabei zu helfen bzw. es aktiv zu tun. Vielmehr geht es allein um das diesbezügliche Recht (dessen Wahrnehmung übrigens durchaus an bestimmte Voraussetzungen gebunden sein kann, etwa an das Vorliegen einer Patientenverfügung oder an die Erfüllung bestimmter Sorgfaltskriterien wie in den Niederlanden). Rechtsperson ist ein Mensch aber nicht als ein zur Zwecksetzung, sondern als ein zum willkürlichen äußeren Handeln befähigtes Wesen. Entsprechend ist Recht nichts anderes als die allgemeingesetzliche Vereinbarkeit des eigenen Handelns (der eigenen äußeren Freiheit) mit der äußeren Freiheit von jedermann.
Dass es diese Freiheit ist, auf der alles Recht der Menschen beruht, wird von all denen nicht begriffen, die sich noch immer in vor-aufklärerischer Weise für das Heil (das himmlische oder das irdische) anderer Menschen verantwortlich fühlen und meinen, sie dürften diese notfalls gleichsam zu ihrem Glück zwingen. Der Autor spricht da euphemistisch vom 'Schutz der Schwächsten' und von 'Inklusion'. Wie sagte einst der frühere sowjetische Außenminister Gromyko: 'We are looking for the well-being of our people, whether they like it or not.' Und wie sagte der die 'Selbstentleibung' ethisch ablehnende Kant in einer Schrift zum Staatsrecht: 'Niemand kann mich zwingen, auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetz zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Recht des Andern) nicht Abbruch tut.' In einem nicht auf dem Prinzip der (äußeren!) Freiheit, sondern auf dem des Wohlwollens errichteten Staat seien 'die Untertanen als unmündige Kinder, die nicht unterscheiden können, was ihnen wahrhaftig nützlich oder schädlich ist, sich bloß passiv zu verhalten genötigt'.
Es wird gerne die Gefahr eines sogenannten Dammbruchs an die Wand germalt (wobei übrigens der Autor ebenso wie die deutsche Presse, soweit sie seine Auffassung grundsätzlich teilt, nicht gerade den Eindruck einer intensiven Beschäftigung mit der langjährigen Praxis in den Niederlanden oder auch Belgien machen. So reicht ein Verweis auf das deutsche Ärzteblatt, das sich seinerseits auf einen Bericht im SPIEGEL beruft, gewiss nicht.) Wer bei 'Dammbruch' an die Tötung gegen den Willen des Betroffenen denkt, übersieht, dass es sich da nicht etwa um einen Missbrauch handelte; vielmehr läge ein Verbrechen vor, das als solches zu ahnden wäre. Der Autor selber spricht von 'moralökologischen Wirkungen' und meint, die Gefahr sei nicht von der Hand zu weisen, dass nach einer gesetzlichen Freigabe der Beihilfe zur Selbsttötung bzw. der Tötung auf Verlangen der Respekt vor dem Leben aufgeweicht werde und ein sozialer Druck entstehe, bei dem Gefühl, anderen 'zur Last zu fallen', um Tötung zu bitten. (Übrigens gibt es schon wenige Zeilen später nicht mehr nur die angebliche Gefahr einer Aufweichung; vielmehr wird diese zum behaupteten Faktum.)
Der Bischof sieht nicht, dass die Freiheit, um die es hier geht, lediglich die Unabhängigkeit von dem nötigenden Willen Anderer bedeutet, nicht auch die Unabhängigkeit von den verschiedensten natürlich bedingten Triebkräften einschließlich vielerlei innerer 'Zwänge', etwa des Gefühls, anderen zur Last zu fallen, das man übrigens auch ohne allen sozialen Druck haben kann, wie umgekehrt ein solcher Druck auch bei einem Verbot einer Tötung auf Verlangen möglich ist. Wie sich jemand entscheidet, ob er dem Gefühl nachgibt oder nicht, betrifft seine innere Freiheit und damit die ethische Problematik. Sein Recht besteht darin, dass ihm die Entscheidung nicht von außen oktroyiert wird.
Wenn Bredford-Strohm sein ethisches Credo, das menschliche Leben dürfe nicht grundsätzlich zur freien Disposition des Menschen gestellt werden, zu einer rechtlichen Forderung macht, der zufolge Menschen an dieser freien Disposition strafrechtlich gehindert werden dürfen, dann wird, dem Titel seines Buches fatal entsprechend, aus dem 'Leben dürfen' ein 'Leben müssen' ' weil der Bischof glaubt, so müsse es sein, und es also will. Sein Amtsbruder, der Theologe Friedrich Wilhelm Graf, sprach in einem Interview zutreffend von einem 'erschreckend autoritären Paternalismus'.


Freiheit und Determinismus bei Kant: Die Unvereinbarkeit zweier philosophischer Konzepte
Freiheit und Determinismus bei Kant: Die Unvereinbarkeit zweier philosophischer Konzepte
von Bernd Kuhle
  Broschiert
Preis: EUR 28,00

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen „Philosophischer Ikarus attackiert die Sonne“ oder „Jetzt red i“., 3. Mai 2015
Der Autor schmückt sein Buch mit einem Motto aus Kants Werken: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Er scheint aber Mut mit waghalsiger Tollkühnheit verwechselt und überdies das von Kant empfohlene Tun nicht nur als eine notwendige, sondern auch als eine hinreichende Erkenntnisbedingung verstanden zu haben. Und so schnuppert er in Kants Werke hinein und denkt dann drauf los - im mutigen Vertrauen auf die Kraft seines eigenen Verstandes.
Einen auf die Kantforschung bezogenen Erkenntnisfortschritt bringt das Buch nicht. Zu empfehlen ist es allenfalls für Schulungszwecke, um aufzuzeigen, welche Fülle von Fehlern bei der Kantlektüre möglich sind. Die wesentlichen fasst der Autor selber, wenn auch ohne Absicht, am Schluss auf gut zwei Seiten zusammen, die er mit „Schwachpunkte“ überschreibt (wobei er freilich an Kant denkt). In der Sekundärliteratur kann man zahlreichen Arbeiten entnehmen, warum das intellektuelle Wachs, das Kuhle bei seinem Gedankenflug benutzt, für den Versuch, sich Kant zu nähern, ganz ungeeignet ist. Hier seien nur zwei genannt: 1) Michael Wolff, Kant über Freiheit und Determinismus; in: Werner Euler und Burkhard Tuschling (Hrsg.), Kants „Metaphysik der Sitten“ in der Diskussion, Berlin 2013, S. 27-42; 2) Michael Wolff, Warum der kategorische Imperativ nach Kants Ansicht gültig ist; in: Dieter Schönecker (Hrsg.), Kants Begründung von Freiheit und Moral in Grundlegung III, Münster 2015, S. 257-330.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2015 9:01 AM MEST


Krieg und Frieden (dtv Kassettenausgaben)
Krieg und Frieden (dtv Kassettenausgaben)
von Lew Tolstoi
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fontane anstatt Tolstoi, 9. April 2015
Die steif-trockene Übersetzung mag das Ihre dazu beigetragen haben. Jedenfalls bekommt man den Eindruck einer Mischung von solider Kriegsberichterstattung und Schilderung der russischen aristokratischen Gesellschaft und deren Alltagssorgen; angereichert mit wissenschaftlich anmutenden Argumenten zur historischen Analyse. Und das Ganze ausgewalzt auf mehr als 2000 Seiten! Ganz selten aber schwingt sich der Roman auf das erzählerische Niveau von Weltliteratur des Kalibers Flaubert, Manzoni, Proust oder Austin. Als Erholung von dem Lektüre-Marathon und zum Vergleich empfehle ich den ziemlich unbekannten Roman "Vor dem Sturm" von Theodor Fontane, der historisch ungefähr da einsetzt, wo Tolstoi den Leser abgesetzt hat: beim Rückzug der Truppen Napoleons aus Russland. Ein Leseschmaus!


Hitlers Helferinnen: Deutsche Frauen im Holocaust
Hitlers Helferinnen: Deutsche Frauen im Holocaust
von Wendy Lower
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Beteiligung deutscher Frauen an Nazi-Verbrechen, 9. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man muss der Autorin dankbar sein, dass sie diesem ebenso wichtigen wie vernachlässigten Thema eine umfangreiche Arbeit gewidmet hat. Leider aber erfüllt das Ergebnis nicht die geweckten Erwartungen. Die geschilderten, zum Teil grauenhaften Fälle sind allzu sehr auf den Beispiel-Charakter eingeschränkt und lassen angesichts sowohl ihrer geringen Zahl als vor allem des vorgelegten Daten- und Beweismaterials gar keine Verallgemeinerungen zu. So bleibt es bei einer Art von Kaleidoskop, manchmal bis ins Anekdotische abgleitend, wobei nicht selten sogar bloß mit Vermutungen gearbeitet wird. Auch kann man sich nicht immer des Eindrucks erwehren, als habe das erzielte Ergebnis schon vorher festgestanden. Das Thema hätte eine solidere, gründlichere und systematischere Behandlung verdient. Aber vielleicht wird mit dem Buch ja das Interesse an einer solchen geweckt.


Musikhören.
Musikhören.

5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Musikhören. (Gebundene Ausgabe)
Ich kenne kein Buch, das einen an Musik interessierten Menschen besser das Musik-Hören lehren kann als dieses, geschrieben von dem früheren Leiter der renommierten Hochschule für Musik Köln. Ausgehend vom Lied und immer wieder zu seiner Form zurückkehrend kommt Mersmann zu den periodischen Ablaufsformen der Instrumentalmusik, zur Variation, zur Suite, zur Polyphonie, zu den Instrumentalformen des alten und des neuen Stils, zu Oper und Musikdrama bis hin zur Musik des 20. Jahrhunderts. In Bezug auf alle diese Bereiche führt Mersmann an vielen gut ausgewählten Beispielen vor, wie man eine Partitur aus ihrer rein musikalischen Struktur verstehen und entsprechend hören kann, ja, muss. Das Buch ist eine Quelle, reich an Belehrung und ebenso reich an Vergnügen.


Die lebenden und die Toten - Man wird nicht als Soldat geboren [3 DVDs]
Die lebenden und die Toten - Man wird nicht als Soldat geboren [3 DVDs]
DVD ~ Oleg Jefremow
Preis: EUR 16,52

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empathisch und anrührend, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kriegsfilme? Nein: Filme über Menschen im Krieg. Die beiden zusammen gehörigen Filme zeigen, dass auch zu Sowjetzeiten großartige, von aller Sowjet-Ideologie unberührte Filme gemacht wurden. Sie spielen im Zweiten Weltkrieg auf sowjetischer Seite, der erste während der ersten drei Monate des Krieges gegen die Sowjetunion, der zweite während der Schlacht um Stalingrad. Unbedingt kaufen!


Andrej Tarkowskij [6 DVDs]
Andrej Tarkowskij [6 DVDs]
DVD ~ Andrej Tarkowski
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Lauter große Filmkunst, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Andrej Tarkowskij [6 DVDs] (DVD)
Die fünf Filme, beginnend mit "Iwans KIndheit", zeigen, dass auch zu Sowjetzeiten großartige, von aller Sowjet-Ideologie unberührte Filme gemacht wurden. Unbedingt kaufen!


Gesamtausgabe. 4 Abteilungen: Gesamtausgabe 2. Abt. Bd. 53: Hölderlins Hymne "Der Ister" (Sommersemester 1942)
Gesamtausgabe. 4 Abteilungen: Gesamtausgabe 2. Abt. Bd. 53: Hölderlins Hymne "Der Ister" (Sommersemester 1942)
von Walter Biemel
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,00

0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Vergewaltigung Hölderlins, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In der in diesem Band abgedruckten Freiburger Vorlesung Heideggers vom Sommersemester 1942 über Hölderlins Hymne „Der Ister“ (die deutschen Truppen standen vor Leningrad und Moskau und näherten sich der Wolga; ein halbes Jahr zuvor hatte Deutschland auch den USA den Krieg erklärt) heißt es: „Wir wissen heute, dass die angelsächsische Welt des Amerikanismus entschlossen ist, Europa, und d. h. die Heimat, und d. h. den Anfang des Abendländischen, zu vernichten. Anfängliches ist unzerstörbar. Der Eintritt Amerikas in diesen planetarischen Krieg ist nicht der Eintritt in die Geschichte, sondern ist bereits schon der letzte amerikanische Akt der amerikanischen Geschichtslosigkeit und Selbstverwüstung. Denn dieser Akt ist die Absage an das Anfängliche und die Entscheidung für das Anfanglose. Der verborgene Geist des Anfänglichen im Abendland wird für diesen Prozess der Selbstverwüstung des Anfanglosen nicht einmal den Blick der Verachtung übrig haben, sondern aus der Gelassenheit der Ruhe des Anfänglichen auf seine Sternstunde warten.“ (S. 68) Was an diesem gestelzten Wortgetöse verständlich ist, ist schlicht abstoßend; es zu kommentieren, dürfte wohl kaum notwendig sein.
Natürlich wird hier nicht von der Lektüre abgeraten, im Gegenteil. Man sollte wissen, was ein weltweit bekannter und einflussreicher deutscher Denker so alles von sich gegeben hat. Umso leichter wird man sich zwischen – sagen wir – Kant und Heidegger entscheiden können.


Unsühnbar
Unsühnbar
von Marie von Ebner-Eschenbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,79

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltliteratur, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unsühnbar (Taschenbuch)
Es handelt sich um ein Buch von großer Sprachkraft und einem ungewöhnlichen psychologischen Spürsinn. Man muss dazu nicht viel schreiben. Man muss nur empfehlen: unbedingt kaufen und lesen!


Kein schöner Land: Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit
Kein schöner Land: Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit
von Heribert Prantl
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Informativ für den Laien, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch gibt einen guten Überblick über den in den letzten Jahrzehnten zu beobachtenden Abbau des Sozialstaats in Deutschland. Es ist journalistisch und für den Laien geschrieben und gut lesbar. Einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt es nicht.


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