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Rezensionen verfasst von
Max

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Paula
Paula
Preis: EUR 19,98

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lieder vom Ende Berlins., 23. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Paula (Audio CD)
Was bedeutet „Comeback“ eigentlich? Früher meinte man damit, dass eine erfolgreiche Band, die jahrelang von der Bildfläche verschwunden war, sich plötzlich mit einem neuen Album zurückmeldet. Heutzutage ist der Begriff zu einer alltäglichen Etikette geworden, jede Band hat ein Comeback, egal wie lange ihr letzter Tonträger zurückliegt, offenbar kann man mit so einem aufgedrückten Label mehr Platten verkaufen.
Im Sinne von PAULAs selbstbetiteltem Longplayer, der nun vorliegt, folgt dieses Comeback aber sicherlich seiner originären Bedeutung: 2008 präsentierte die Band das letzte Album, das allerdings nicht an die Erfolge der zuvor veröffentlichten Alben anschließen konnte, trotz einhellig positiver Kritiken und einiger TV Auftritte von Paula. Aber was bedeutet Erfolg eigentlich, vor allem für Paula, die kommerziell gesehen nie wirklich diesen großen Erfolg hatten? 2000 begann auf jeden Fall genau diese Band, das Kapitel der „Neuen Deutschen Welle“ auf sehr kluge Art und Weise (blubbernde Synths, eine glasklare Stimme, gute Texte) neu aufzuschlagen und mit ihrem Hit „als es passierte“ von 0 auf 100 zu schießen, der fortan jede Eistüte schmelzen ließ. Sie waren die ersten. Helden der Stunde, zwei wunderschöne Gesichter waren über Nacht gefeierte Indiestars – jede Menge von Bands folgten diesem Hype und ließen paradoxerweise Paula hinter sich. Paula gab nicht auf, die beiden folgenden Longplayer erreichten tatsächlich die hinteren Ränge der Charts. Vor allem das Album „Warum Berlin“ war ein Meilenstein, der es de facto verdient hätte, die Indieclubs und Indiecharts zu ganz weit oben zu toppen. Aber es geschah nicht. Zwei weitere Alben erschienen in unregelmäßigen Abständen, auch diese wurden vorwiegend gut rezensiert und jetzt 2014 erfolgt nach 6 jährigem Luftholen und mit vereinten Kräften ein Comeback. Und es ist wie immer: die Kritiken in diversesten Fachblättern sind dem Album zugetan, es wird als mutig, als „die dunkle Seite von 2Raumwohnung“, als „gutes Comeback“, etc beschrieben – also im Grunde alles richtig gemacht, denkt man und tatsächlich erweist sich dieses Comeback als hörenswert, aber man muss – und das ist relativ neu bei Paula – sich auf das Album einlassen, so leicht wie früher macht es die Band einem nicht mehr. De facto ist der jetzige Indiestatus viel gerechtfertiger, die Songs sind tatsächlich düsterer, nicht mehr so eingängig und fröhlich wie einst zelebriert, und BERLIN als State Of Whatever wird in Diskussion gestellt. Clever. Sehr clever sogar, da die meisten Tracks („was für ein Ende“, „in Farbe sehen“, „Gut auseinander gehen“ oder „Ins Wasser gehen“ und „Vergessen“) auf eine Liebesbeziehung schließen lassen, und die Facetten einer verlorenen Liebe beschwören: Das Clevere daran ist aber, dass sich das Thema der Liebe plötzlich aufdröseln lässt, bis hin zur Frage: Warum Berlin? Warum diese Stadt? „Warum bin ich hier und nicht in Bangkok, ich könnte überall hin, stattdessen liege ich hier und denke: wahrscheinlich liebe ich Berlin. Wafür nur? Wofür?“ (aus: „Bangkok“). Warum lieben die Hipster diesen Ort und wo sind sie denn bloß hin die Hipster - mit all ihrer Liebe? Eine berechtigte Frage, denn die Hipster sind wohl die potentielle Käuferschicht dieses Albums. Mit charmant, oft recht selbstironischen Textfragmenten unterstreicht Paula zumindest ihren globalen State Of Mind ganz klar: „Die Bässe neben mir im Auto versuchen mich zu manipulieren und helfen doch nur vergessen – die meisten die ich überhole, hab ich irgendwo schon mal gesehen, nur wo? Das hab ich vergessen“ (aus „Vergessen“) oder „Das hier ist ein Liebeslied, wär das Leben eine Achterbahn dann bin ich grade Looping gefahren“ (aus „Dunkle Nacht“). Textpersiflagen, die Paula mit einem Augenzwinkern entlehnt, dabei aktualisiert und dadurch ungemein an Frische gewinnen: „lass uns gut auseinander gehen, besser gehts nicht. “ (vrgl: 2Raumwohungshit: „Besser geht’s nicht“). Der Wechselgesang zwischen Berend und Brauweiler ist ebenso ein Pluspunkt des Albums, da damit die verschiedenen Perspektiven des Albums unterstreicht werden. Musikalisch dominieren wummernde Synthiesounds, die auf eine so gute Art und Weise zurückblicken (80er Hype: „In Farbe stehen“ hat einen so Indiebeat, dass man denkt, die Hookline könnte tatsächlich von The Cure sein, was ja gar nicht geht oder?), sich dabei aber nicht altbacken oder abgelutscht an diese Popära anbiedern, sondern eben perfekt zur Thematik des Albums passen. Eine gute Platte, wirklich.


Tacheles (Deluxe Edition)
Tacheles (Deluxe Edition)
Wird angeboten von ImLaden
Preis: EUR 14,66

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwei Schritte vorwärts...., 13. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Tacheles (Deluxe Edition) (Audio CD)
Als hätte MIA. Brotkrumen gestreut, um irgendwie aus dem "Club" der letzten Platte wieder rauszufinden - den richtigen Ausgang, die richtigen Stufen, die richtige Türe. Versöhnlicher, tiefer, melancholischer zeigt sich "Tacheles", von dem man doch nicht die Finger lassen kann. Musikalisch zwar monotoner, damit kälter, distanzierter und kühler. Das überrascht, aber ich sehe es als Neubeginn, eine Neuordnung und wenn das ein Debut wäre, würde ich sagen: bis auf wenige Ausnahmen absolut gut. Es ist reifer als der (meiner Meinung nach billig und naive) Vorgänger, kommt aber doch nicht an die ersten beiden Platten ran, auch nicht ganz an das erfrischende Zirkus. Es glückt der Schritt nicht ganz so drastisch wie beim Überraschungsalbum von "Juli" (in love). Auch hier spürte man eine glückliche und notwendige Neuordnung, die aber elektrischer war, fast mehr Frische hatte. Was aber bei Mia doch bleibt ist diese Stimme, die stellenweise sehr über die musikalischen Fehltritte tröstet, die einfach mehr verspricht und auch hält. Überzeugend wirken "Sturm", "Das Haus", "Der Einzige", "Aufruhr" und vor allem "Brüchiges Eis", das stark an die NDW erinnert (Kristi Kara, Ideal) und sich als echter Juwel entpuppt (vor allem textlich: "Und wenn dann noch deine Stimme bricht, wie brüchiges Eis. Dann passiert nur noch eins: Ich breche mit ein": ich meine, das ist echt gut und erinnert im positiven Sinne ans "Floß" von der Zirkusplatte). Bei "Musik" und "La Boum" überraschen die musikalischen Facetten, die aber leider textlich nicht wirklich mithalten können. "Immer wieder" und "Am Tag danach" (das an "Hoffnung" von Stille Post erinnert, aber nicht diesen Drive hat) hätten sich Mia. ersparen können, da sie wieder diese "Willkommen im Club" Reminiszenzen haben, die musikalisch überraschen wollen, aber im Grunde nerven und einen fast schon peinlich berühren. Die Single "Fallschirm" (wer bitte zeigt sich für das lächerliche Video verantwortlich, nachdem das Cover wirklich gelungen ist) kommt zwar weder an "Tanz der Moleküle" ran, und auch nicht an die Cleverness von "Hungriges Herz", "Alles neu" oder "Kreisel", aber dennoch diesen typischen Ohrwurmcharakter besitzt, den Mia. einfach auszeichnet, mal ganz abgesehen davon, dass sich das Stück sowohl musikalisch als auch textlich klar an The Cures "Close to me" und "Love Cats" orientiert (und im direkten Vergleich keine Chance hat). Dafür sollte man Mia. eigentlich steinigen, aber es gibt ohnedies genug Krieg auf der Welt, also lass ich es bleiben, zumal das Stück auf der Tanzfläche wirklich sehr funkt, auch gelungen ist und The Cure als Vorbild ja wirklich mehr als gut gewählt sind.
Das Album gibt Hoffnung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 13, 2012 12:05 PM CET


Deep (Remastered)
Deep (Remastered)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sitting all alone in my fancy garden...., 24. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Deep (Remastered) (MP3-Download)
Lewis Carrolls Heldin Alice (der dieses Album geradezu gewidmet ist), unterwegs durch ihr Märchenreich mit ihrem neu erworbenen ipod in den Ohren: düster, melancholisch, treibend, (atmos)sphärisch.

Derriere Le Miroirs zweite Platte aus dem Jahr 1995, die es nun endlich in remastered und digitaler Form gibt, ist eindeutig dunkler als ihr Vorgänger "Alibis". Weniger tanzbare Momente (Ausnahmen: A notion of light, Electric Chair), denn "tiefere" (Passion, Gold, Headless mourn) Noten und Akzente wurden gesetzt, die sich aber allesamt wirklich hören lassen können ohne auch nur irgendwie überholt oder klebrig zu wirken.
Über allem schweben jedoch der magnetisch-hypnotische Opener "Fancy Garden" (den es in zwei Versionen gibt) und das poppige "A notion of light", zwei Wavepop Stücke allererster Güte, Sahne und Qualität.

Auf der Neuauflage nun bekommt man zudem die längst vergriffene Maxi "A notion of light" gleich dazu, die einen "helleren" Grundton anschlägt: Zwei perfekte, fast kitschige, gitarrenorientierte Songs ("If", "Good night" - das aufgrund unzähliger Samplerbeiträge bekannt sein dürfte) und zwei Remixe der Albumtracks "A notion of light" und "Electric Chair", die wiederum zwischen 1994 und 1996 die schwarzen Tanzböden zum Krachen brachten.

Wer jetzt nicht zugreift, dem kann man nicht mehr helfen. Long live "Derriere Le Miroir"!


Alibis (Remastered)
Alibis (Remastered)

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergleichlich!, 20. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Alibis (Remastered) (MP3-Download)
1993 wurde dieses Album veröffentlicht. Zwischenzeitlich ist es wohl ein Sammlerstück und ein oft gesuchtes (geiles) Teil. Das Debut von DLM erweist sich als ausgeklügelte Mischung aus perfektem Dark Wave mit schnellen Beats (der erste Track "Alibis" wurde auf den Grenzwellen rauf und runtergespielt und bescherte den schwärzen Discoböden regen Tanzkontakt), aus supersüssen Melodien ("G.T.", "Mirror" oder "Meaningless") und aus charmanten und feinfühligen Songs mit Anleihen aus den 80er Jahren ("snow girl" ist der beste Beweis, wie verspielt und sicher sich diese Gruppe bereits mit ihrem Debut auf dem glatten Eis der Musikindustrie auf den Beinen hielt)!!!
Mit diesem Album ging ein Stern auf....nicht umsonst wurde für DLM eigens ein Studio eingerichtet, nachdem das damals umsatzstärkste Gruftmagazin "Zillo" die Band mit dem Song "simple blue" für einen ihrer "Mystic Sound Sampler" (Volume 3) für sich entdeckte. Sowohl Presse als auch Publikum lobte dieses Album und das sicherlich zu recht. Schade, dass es nicht weiter vertrieben wird. Das ist wirklich Jammerschade. Und ganz bestimmt unverzeihlich. Wie ignorant und dumm Plattenlabels sind, wird hier mit aller Deutlichkeit unterstrichen.

Dieses Album hätte 6 Sternchen verdient.


Don'T Stop
Don'T Stop
Preis: EUR 12,25

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Don't Stop, 20. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Don'T Stop (Audio CD)
Annie wird es nicht leicht gemacht:

Die Platte verschiebt sich um Jahre, dann kommen etliche, fast erfolglose Singles ("I know ur girlfriend hates me", "Anthonio", "Two of hearts" etc) und immer wieder wird das neue Album neu und neu angekündigt, jedoch ohne Veröffentlichung. Schlußendlich sogar der Bruch mit dem alten Label.

Und als die schlimmstmögliche Wendung fast schon eingetreten war: neues Label, neues Glück, weitere Songs und ein verdammt chices Cover.
Die kühle Blonde aus Norwegen, die Jahre zuvor mit "Chewing Gum" die Kritiker von hier nach da in Extase versetzt hat, kann nun endlich aufatmen: ihr Frischling (folgerichtig mit "Don't stop" betitelt) darf nun endlich die Wohnzimmer, Discoböden und Bars global beschallen. Und was Annie auf dem neuen Album macht ist schlichtweg "amazing".

80er Synthieflitter allerorts, Elektropilze schießen aus dem Boden und verzaubern wie der bittersüße Gedanke an ein Gebrüder Grimm Märchen. Der Opener "Hey Annie" ist ein trillerpfeifender Knaller, mit dem sich Annie - wieder mal - selbst stilisiert und preist und den Bogen perfekt zwischen ihrem Debut und dem neuen Album spannen und sogar durch musikalische Kanten überzeugen kann. Bogen zurückgezogen und gezielt: direkt in die Ohrmuscheln. Diese Kanten und Ecken sind aber keine Einzelfälle. So finden sich musikalische Raffinessen auch in "Don't Stop", "Breakfast song" und dem wohl alle Songs überragenden "Take you home", der musikalisch tatsächlich exakt zwischen Client und Ladytron liegt. Eine wirkliche Entwicklung.
Wiedererkennen wird man Annie aber eher an den unbekümmerten 80er Songs und den eingängigen Refrainloops ("Loco", "Heaven and hell" und "I don't like your band"). Aber umso mehr lieben muss man sie, wenn dieser Wiedererkennungseffekt nicht nur darauf abzielt, musikalische Erwartungen zu erfüllen, sondern darüber hinausgeht und ungemein charmant und frisch klingt. Beste Beispiele sind "My love is better", "Sweet" (das es nur auf der Special Edition gibt) und "Song reminds me of you". Klasse Nummern und keine Konservenmucke. Annies düstere Ballade "Marie Cherie" ist zwar ungemein kitschig, aber selbst das wird verziehen, da ein 80er Album ohne ebensolche nicht auskommen darf. Annies "Don't Stop" ist eine ehrliche Kaufempfehlung für all jene, die ebenso La Roux, Ladyhawke oder Paula mögen.


Willkommen im Club (STANDARD VERSION - 24seitiges Booklet)
Willkommen im Club (STANDARD VERSION - 24seitiges Booklet)
Preis: EUR 6,99

11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nachgedacht, 10. September 2008
Das ist also das neue Mia Album und Mia hat sich entschieden: für Pop, was ja im Grunde alles andere als verwerflich ist, eine Künstlergruppe muss ja schließlich auch von was leben. Doch weder ist das guter Pop (ausgenommen "Mein Freund"), noch greifen die Texte, im Gegenteil - alles bloße Plattitüde, nicht alles was sich reimt ist gut und nicht alle Redewendungen funktionieren nur ihrer Selbstwillen.

Mia hat sich entschieden, entschieden eben. Für eine sehr junge Zielgruppe, die Mietze Katz ganz entzückend und "ach wie lieb und ach wie süß" auf der Bühne findet und daneben eben gerne Tokio Hotel hört. Auch daran gibt es nichts auszusetzen. Aber wie glaubwürdig ist dann das alte Material, welches man von Mia kennt? Im Vergleich zu dem, was jetzt hier auf "Willkommen im Club" zu hören ist, gar nicht mehr. Es ist eben ein neues Kapitel, mit dem der eine seine Freude haben wird, der andre - wie ich - absolut nicht. Ich mache hiermit vom Umtauschrecht dieser Cd Gebrauch und suche mir eine andre aus. Ist ja alles so schön bunt hier.

In Bälde wird man lesen, Mia habe für "Willkommen im Club" eine goldene Schallplatte erhalten. Ich schließe nun in diesem Sinne mit einer Redewendung, die hierbei ganz sicherlich ihre Berechtigung hat: Es ist nicht alles Gold was glänzt.


So Wie Jetzt
So Wie Jetzt
Wird angeboten von center21
Preis: EUR 9,89

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Aladin unterwegs, 21. April 2008
Rezension bezieht sich auf: So Wie Jetzt (Audio CD)
Die Percussions und rockigen Beats von der letzten Platte "Ruhig Blut" sind weg. Einfach pulverisiert. Sanft haben sie sich auf die neue Platte "So wie jetzt" von Paula gelegt.

Ehrlich klingt das, was ich höre. Sehr ehrlich und reduziert.

Die Synth wummern herrlich leicht und die glasklare Fräuleinstimme von Elke Brauweiler schwebt darüber. Elke und Berend sitzen wieder - erneut mit vereinten Kräften - gemeinsam hinter den Webstühlen und knüpfen wie verrückt an ihren Klangteppichen. Und plötzlich ist es so einfach: raufsitzen auf diese Teppiche und mit Aladin auf und davon. Hui!
Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, so haben Paula mit diesem Album mehr als nur eine Hand voller Hits im Reisekoffer: "Zurück" oder "Warum hab ich so lange gewartet" zum Beispiel, die Erinnerungen an die Platten "Himmelfahrt" oder "Liebe" wecken. Oder "So wie jetzt", die zweite Vorabsingle, die leider nur als Download angeboten wird. "Wann" ist bereits seit Wochen aus dem Radio nicht mehr wegzudenken und landete bei SR1 Hörercharts mehrere Wochen auf Platz 1 und hält sich hartnäckig im Gehörgang. Mehrere Versionen von "Wann" gibt es ebenfalls leider nur als Download bei den gängigen Download Stationen.

"Entscheide dich!", "Warum hab ich solange gewartet" und "Lass es raus" sind eindeutig (zusammen mit dem clubbigen Bonustrack "On the road again" - Coversong von "Canned Heat"!) die tanzbarsten Magnete des Albums und besonders "Lass es raus!" erinnert stark an die Beats von Goldfrapps "Supernature" - hier an dieser Stelle wird klar: Paula ist auf ihrem musikalischen Zenit angelangt. Hammer!
Die balladesken "Aus verschiedenem Holz" und "Viel versprochen" sind einfach nur Knüller, vor allem auch textlich. Da wird man gerne an den "Seemann" von der Himmelfahrt Platte erinnert oder an "Tadelloses Paar" von der Berliner Platte. Sehr, sehr schön!
Die Reise endet bei "Bergab", einem weiteren (eher ruhigen) Glanzstück der Platte.

Mit dieser Platte hat Paula sich auf eine neue Reise begeben, auf eine sehr mutige noch dazu: Nicht weiter bergab darfs und solls gehen, sondern hoch hinaus, die Sterne sind mit dieser Platte auch in der Tat zum Greifen nah: doch man kennt das Spiel: je höher die Teppiche einen tragen, umso dünner wird oft die Luft ganz oben....
Man kann nur hoffen, Paula habe ganz stark an Aladins Wunderlampe gerieben und sich das gewünscht, was Paula schon längst zusteht: zum einen eine Sauerstoffmaske und zum anderen viel, viel Erfolg - und endlich eine hohe Chartsplatzierung!

Daumen drücken! Ganz klar auf jeden Fall: Für diese Platte gibts fette fünf Sterne.

PS: Ein klitzekleine Frage am Schluss: wer entscheidet eigentlich über die Voarbsingles von Paula? Meines Erachtens wurde hierbei meistens ziemlich eigensinnig entschieden....


Perfect Vacation
Perfect Vacation
Preis: EUR 13,49

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen THIS IS PERFECT, 19. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Perfect Vacation (Audio CD)
Es ist eine bodenlose Ungerechtigkeit, dass sich dieses Album trotz einhellig positiver Kritiken in allen möglichen Musikzeitschriften so schlecht verkauft hat. Ich kenne kein Album, auf welchem New Wave (mit einer guten Verspätung von 20 Jahren, okay) mit einem richtig geilen Schuss Elektro und Gitarrenparts so eindrucksvoll und intensiv umgesetzt werden wie auf diesem hier. Kniet euch nieder Deine Lakeien, kniet euch nieder Wolfsheim, ein neuer Einsprinz ist hier - ohne Pathos, ohne Selbstbeweihräucherung.

Hier wird Metamorphose betrieben. Das Cover weist dem Album den Weg - und der Weg ist das Ziel. Treibende Elektronik und Gitarren fahren Achterbahn, Synths grinsen schelmisch von der Seite, darüber schwebt der Kopf und Finger eines Sängers, der weiß, was er schreibt, singt und damit sagt.

Haarklein wird hier (textlich) analysiert, demonstiert und empathisch (vor allem stimmlich - Gänsehaut rauf und runter!) auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert (zb "ich habe angst"). Sowohl musikalisch als auch textlich arbeitet Mastermind Jesek hier auf höchstem Niveau - hier wird Energie abgeladen - die man spürt und wenn man sich drauf einläßt, versteht und aufnimmt. Man möchte nicht meinen, dass dieser Kopf weit über 30 ist - "Perfect Vacation" ist ein höchst kreatives Album mit großen Momenten wie "indifference", "pernille" und "welcome to...". Unbedingt reinhören und unbedingt kaufen! Die einzelnen Songs kann man übrigens auf der Homepage von Mary's Comic probehören - hier geht es ja leider nicht.

Unglaublich!

Mehr von Jesek: In My Rosary, Derriere Le Miroir und ich glaube Griffin's Fall.....


Hinter Glas
Hinter Glas

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinter Glas: wie alles begann, 22. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Hinter Glas (Audio CD)
Diese EP muss man einfach haben. Mit diesem Song haben sich Second Decay wirklich selbst erschaffen und an die Spitze des Synthpops katapultiert: man geht in die Knie und bedankt sich für den eindringlichen Text, für die geniale Melodieführung, die analogen Synthklänge, die sensible Stimme - mit diesem Song wird musikalische Geschichte geschrieben. Bereits Mitte der 90er Jahre haben Second Decay im Techno und Rave Wirrwarr diese synthetische Hymne geschrieben - und das auf deutsch - lange bevor die "neue" deutsche Welle wieder die musikalische Bühne (zurück)erobert hat. Hätten sie mit der Veröffentlichung ein paar Jahre gewartet, wäre dieser Song volle Kanne in die Charts reingeschlittert - so blieben dem Song aber die großen Chartsehren verwehrt. Vielleicht ganz gut so .... auf alle Fälle: dieser Song ist einfach nur mächtig groß. KAUFEN!

Ebenso: "Der Nerv" von Second Decay!


Invisible Limits/Ltd.Box
Invisible Limits/Ltd.Box
Wird angeboten von bert12
Preis: EUR 129,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine gute alte Zeit sondern:, 8. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Invisible Limits/Ltd.Box (Audio CD)
Der beste Synthpop aller Zeiten, der auch heute noch funktioniert. Inzwischen gibt es diese Band nicht mehr (zumindest nicht mehr unter diesem Namen), allerdings haben die Invisible Limits am Ende der 80er neue musikalische Maßstäbe gesetzt. Von The Cure, Joy Division und Siouxsie geprägt, wandten sich die Limits der Elektronik zu, "elektronisierten" Wave und Pop und daraus entstanden treibende Beats und fantastische Popperlen.

Die ersten beiden Alben waren Topseller, die Auskoppelungen "Natalies" schaffte es bis an die Spitze der Charts, ebenso "Love will tear us apart" (Cover von Joy Division) und "Golden Dreams", das von New Order produziert worden ist.

Sogar das Bravo berichtete von den Invisible Limits, deren Frontfrau Marion sowohl mit ihrer Stimme als auch mit ihrem Äußeren die Mengen zum Rasen brachte.

Mitte der 90er Jahre war es mit dem Erfolg kurzfristig aus. Dann entdeckte ein südamerikanische (wie klar!) Label die Gruppe, kaufte kurzerhand die Rechte am letzten Album "Violence" (das trotz ausgezeichneter Kritiken in Europa floppte) auf und was geschah: Der Hype griff wie ein Lauffeuer um sich - die Invisible Limits schafften in Argentinien und Brasilien einen gewaltigen Chartssprung und die Single "La Violencia" (unbenannt), die in Europa erneut nicht besonders gut lief, stürmte dort die Charts. Die Invisible Limits wurden zu Superstars - und wurden auch so gefeiert.

Dennoch ist es jetzt ruhig um sie geworden - sie haben sich aufgelöst, aber mit dieser CD Box haben sie ein grandioses Vermächtnis hinterlassen.

Hier lernt man eindrucksvoll, wie gut Musik sein kann und wie Musikgeschichte geschrieben wird, wenn auch nur im Kleinen.....

KAUFEN!


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